{"id":194,"date":"2015-02-03T22:48:37","date_gmt":"2015-02-03T22:48:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?page_id=194"},"modified":"2015-02-03T22:48:37","modified_gmt":"2015-02-03T22:48:37","slug":"internationale-polizeikooperation-am-beispiel-drogenbekaempfung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?page_id=194","title":{"rendered":"Forschungsprojekt: &#8222;Internationale Polizeikooperation am Beispiel Drogenbek\u00e4mpfung&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Das Forschungsprojekt wurde in den Jahren 1993 bis 1995 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gef\u00f6rdert. Die Ergebnisse wurden 1999 als Buch ver\u00f6ffentlicht.[*]<\/p>\n<p>Die Studie kn\u00fcpfte an fr\u00fchere Arbeiten zur Europ\u00e4isierung der Inneren Sicherheit an. Besonders interessiert an der Entwicklung der Apparate, vor allem der Polizeien, aber auch des Zolls, wurden die gewandelten Formen und Instrumente internationaler Polizeikooperation beispielhaft an einem Deliktsbereich, der Drogenkriminalit\u00e4t untersucht.<\/p>\n<p>Vor allem gest\u00fctzt auf Interviews mit nationalen und internationalen Akteuren (Polizei, Staatsanwaltschaft, Rechtsanw\u00e4ltInnen) zeichnet die Arbeit die Genese des bundesdeutschen Drogenproblems als eines Kriminalit\u00e4tsproblems nach. In dieser Debatte entsteht die Vorstellung vom &#8222;kriminalgeographischen Raum&#8220; (West-)Europa, der nach polizeilichen Antworten verlangt. Die einzelnen institutionellen und strategischen Auspr\u00e4gungen dieser Antworten werden dargestellt: von den Vereinten Nationen \u00fcber Interpol, von der Zollkooperation bis zur polizeilichen Westeurop\u00e4isierung in Form von Schengen und Europol. Der internationale Austausch von Informationen sowie grenz\u00fcberschreitende operative Aktionen (kontrollierte Lieferungen, verdeckte Ermittlungen) als Formen direkter internationaler polizeilicher Zusammenarbeit sind die sichtbarsten Auswirkungen der Internationalisierung der Drogenbek\u00e4mpfung.<\/p>\n<p>Die Studie belegt f\u00fcr den Bereich der Drogenbek\u00e4mpfung, was auch f\u00fcr andere Felder internationaler polizeilicher Zusammenarbeit gelten d\u00fcrfte:<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr polizeiliche Strategien sind die nationalstaatlichen Grenzen aufgeweicht. Koordination und Kooperation werden getragen von den nationalen Zentralstellen, die damit im nationalen Kontext ein gr\u00f6\u00dferes Gewicht erhalten.<\/li>\n<li>Die Europ\u00e4isierung ist gekennzeichnet durch die doppelte Entwicklung von Verrechtlichung und Entrechtung. &#8222;Verrechtlicht&#8220; werden auf europ\u00e4ischer Ebene jene modernen (verdeckten) polizeilichen Instrumente, die national den Polizeien zur Verf\u00fcgung stehen. Gleichzeitig werden die Rechte der B\u00fcrgerInnen erheblich beschnitten, da im europ\u00e4ischen Rahmen weder ausreichende Kontroll-, noch Einsichts- oder Klagerechte bestehen.<\/li>\n<li>Schlie\u00dflich ist die Entpolitisierung kennzeichnend f\u00fcr die politische Qualit\u00e4t der internationalen Drogenbek\u00e4mpfung. Die Gemengelage aus nationalen und internationalen Regelungen, aus nationalen, europ\u00e4ischen, regionalen und weltweiten Organisationen verhindert, da\u00df Verantwortlichkeiten erkannt und politische Rechenschaft eingefordert werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>[*] Heiner Busch: Polizeiliche Drogenbek\u00e4mpfung &#8211; eine internationale Verstrickung (unter Mitarbeit von Elke Sch\u00e4fter, Britta Grell, Wolf-Dieter Narr), M\u00fcnster 1999, ca. 310 S., ca. 48,00 DM, ISBN 3-89691-452-9<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Forschungsprojekt wurde in den Jahren 1993 bis 1995 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gef\u00f6rdert. Die<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":14617,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"page-templates\/full-width.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-194","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/194","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=194"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/194\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/14617"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=194"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}