{"id":12618,"date":"2013-05-01T17:07:20","date_gmt":"2013-05-01T17:07:20","guid":{"rendered":"https:\/\/cilip.site36.net\/?p=12618"},"modified":"2013-05-01T17:07:20","modified_gmt":"2013-05-01T17:07:20","slug":"allgegenwaertig-aber-wenig-bekannt-der-polizeiliche-staatsschutz-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=12618","title":{"rendered":"Allgegenw\u00e4rtig, aber wenig bekannt:\u00a0Der polizeiliche Staatsschutz in Deutschland"},"content":{"rendered":"<h3>von Mark Holzberger und Albrecht Maurer<\/h3>\n<p><strong>Die deutsche Polizei verf\u00fcgt vom Bund \u00fcber die L\u00e4nder bis in die meisten Kommunen \u00fcber sog. Staatsschutzabteilungen \u2013 und kaum einer merkt\u2019s oder st\u00f6rt sich daran. Dabei gewinnt der polizeiliche Staatsschutz seit Jahren stetig an Einfluss und die Grenzen zum Verfassungsschutz verschwimmen immer mehr. <\/strong><\/p>\n<p>Die Aufgabe des Polizeilichen Staatsschutzes \u2013 so hei\u00dft es in der Selbstdarstellung des BKA \u2013 sei die Bek\u00e4mpfung der \u201epolitisch motivierten Kriminalit\u00e4t\u201c (PMK). Die Zuordnung von Straftaten, auch von Alltagsdelikten, zur PMK erfolge \u2013 so das BKA weiter \u2013, wenn Tatumst\u00e4nde und\/oder T\u00e4tereinstellung Anhaltspunkte daf\u00fcr bieten, dass sie in strafbarer Weise den demokratischen Willensbildungsprozess beeinflussen sollen, der Erreichung oder Verhinderung politischer Ziele dienen oder sich gegen die Realisierung politischer Entscheidungen, gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung oder eines ihrer Wesensmerkmale richten.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Damit ist ein weites Feld er\u00f6ffnet. Dazu kommen \u2013 neben den beiden Sonderbereichen \u201eSpionage\u201c und \u201eProliferation\u201c \u2013 eine ganze Reihe so genannter klassischer Staatsschutzdelikte wie Volksverhetzung oder Propagandadelikte, bei denen (anders als beim Verfassungsschutz) eine bestimmte extremistische Motivation im Einzelfall nicht zwingend vorliegen muss.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><!--more--><\/p>\n<h4>Die Abteilung ST beim BKA<\/h4>\n<p>Die Abteilung \u201ePolizeilicher Staatsschutz\u201c (ST) ist eine von insgesamt neun Abteilungen des BKA.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Die Abteilung ST gliedert sich auf in vier Gruppen (ST 1-4). Die Sonderrolle des Staatsschutzes innerhalb des BKA l\u00e4sst sich daraus ersehen, dass diese \u2013 gro\u00dfe \u2013 Abteilung als einzige nicht bei der BKA-Zentrale in Wiesbaden angesiedelt ist, sondern zun\u00e4chst in Bonn-Meckenheim und heute zus\u00e4tzlich auch noch in Berlin-Treptow residiert. In Meckenheim sind drei ST-Gruppen<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> angesiedelt und in Berlin-Treptow eine.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Die Gruppen wiederum teilen sich auf in 24 Referate (16 in Meckenheim, 8 in Berlin). Dementsprechend teilen sich auch die Zust\u00e4ndigkeiten des BKA innerhalb der in den letzten Jahren gegr\u00fcndeten \u201eGemeinsamen Abwehrzentren\u201c auf: Berlin-Treptow beherbergt das GTAZ w\u00e4hrend das BKA in Meckenheim f\u00fcr das GETZ zust\u00e4ndig ist (s. u.).<\/p>\n<p>Das BKA hat sich insgesamt seit seiner Gr\u00fcndung stark vergr\u00f6\u00dfert:<\/p>\n<ul>\n<li>1951 nahm die SG Bonn mit 26 Kriminal-und Verwaltungsbeamten ihre Arbeit auf.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/li>\n<li>1970 hatte das BKA schon 964 Mitarbeiter (und einen Etat von 39 Mio. DM)<\/li>\n<li>Bis 1980 explodierte sowohl die Zahl der Besch\u00e4ftigten (3.500 Planstellen) als auch der Etat des BKA (300 Mio. DM)<\/li>\n<li>Bis in das Jahr 2000 wurde die Zahl der Mitarbeiter noch einmal auf \u00fcber 4.500 erh\u00f6ht und der Etat praktisch (auf 300 Mio. \u20ac) verdoppelt.<\/li>\n<li>Im Jahr 2011 standen dem BKA schlie\u00dflich mehr als 5.500 Besch\u00e4ftigte zu Verf\u00fcgung (der Gesamtetat belief sich damals auf knapp 400 Mio. \u20ac).<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die ehemalige Abteilung \u201eTerrorismus\u201c des BKA wurde 1975 mit 233 Mitarbeitern bei der Sicherungsgruppe Bonn eingerichtet. Heute umfasst die Abteilung ST XY Planstellen (das sind YZ % des Gesamtpersonals beim BKA).<\/p>\n<p>Die zunehmende Bedeutung des Staatsschutzes l\u00e4sst sich daran erkennen, dass der gr\u00f6\u00dfte Personalzuwachs zu Hochzeiten der Terrorismusbek\u00e4mpfung erfolgte: In den von der Bek\u00e4mpfung der RAF gepr\u00e4gten 70er Jahre erh\u00f6hte sich die Zahl der BKA-Besch\u00e4ftigten um nicht weniger als 350%! Ganz so deutlich \u2013 aber immer noch signifikant \u2013 ist die Vergr\u00f6\u00dferung des BKA-Personals in den letzten 10 Jahren: Entgegen der rigiden Sparauflagen in allen Ressorts wurden im Zuge der diversen Terrorismusbek\u00e4mpfungsgesetze beim BKA nicht weniger als 732 Planstellen zus\u00e4tzlich eingerichtet &#8211; ein Plus von 16% im Hinblick auf den Gesamtpersonalbestands des BKA! (s. Kasten)<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"80\"><strong>Haushaltsjahr <\/strong><\/td>\n<td width=\"126\"><strong>Gesetz<\/strong><\/td>\n<td width=\"34\"><strong>Etat <\/strong><\/td>\n<td width=\"61\"><strong>Personal <\/strong><\/td>\n<td width=\"145\"><strong>F\u00fcr<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">2002<\/td>\n<td width=\"126\">Anti-Terror-(Otto)Paket I<\/td>\n<td width=\"34\">rd <strong>41<\/strong> Mio \u20ac<\/td>\n<td width=\"61\">+ 214 Planstellen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<td width=\"145\">\u2022 Personenschutz<\/p>\n<p>\u2022 Ermittlungen, Analyse, Auswertungen, Kriminaltechnik und Kommunikation,<\/p>\n<p>\u2022 Einrichtung der der Zentralstelle f\u00fcr Geldw\u00e4scheverdachtsanzeigen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">2003<\/td>\n<td width=\"126\">Terrorbek\u00e4mpfungsgesetz<\/p>\n<p>(ATP\/Otto II)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<td width=\"34\">rd. <strong>65,6<\/strong> Mio<\/td>\n<td width=\"61\">+ 316 Planstellen<\/td>\n<td width=\"145\">\u2022 Sachmittel \u201eim Zusammenhang mit der Erweiterung der gesetzlichen Zust\u00e4ndigkeiten\u201c nach TBG<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">2009\/10<\/td>\n<td width=\"126\">Neue \u00a7\u00a7 4a und 20 a BKAG durch Gesetz zur Abwehr von Gefahren des Int. Terrorismus<\/td>\n<td width=\"34\">rd <strong>24,5<\/strong> Mio<\/td>\n<td width=\"61\">+ 130 Planstellen<\/td>\n<td width=\"145\">\u2022 Pr\u00e4ventive Befugnisse gg internationalen TE<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">2007-2009<\/td>\n<td width=\"126\">Programm zur St\u00e4rkung der Inneren Sicherheit (PSIS)<\/td>\n<td width=\"34\">&nbsp;<\/p>\n<p>rd<strong> 35<\/strong> Mio<\/td>\n<td width=\"61\">+ 72 Planstellen<\/td>\n<td width=\"145\">\u2022 Anti-Terror-Datei<\/p>\n<p>\u2022 Verst\u00e4rkung operativer T\u00e4tigkeiten<\/p>\n<p>\u2022 Ausbau der Analysef\u00e4higkeiten, z.B. bei technischen<\/p>\n<p>\u2022 Massendaten<\/p>\n<p>\u2022 kriminaltechnische Ausstattung<\/p>\n<p>\u2022 &#8211; Ausbau des polz. Infoaustauschs<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\"><strong>Gesamt<\/strong><\/td>\n<td width=\"126\"><\/td>\n<td width=\"34\"><strong>Rd 166 Mio<\/strong><\/td>\n<td width=\"61\"><strong>732<\/strong><\/td>\n<td width=\"145\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h4>Polizeilicher Staatsschutz in den L\u00e4ndern<\/h4>\n<p>In den Bundesl\u00e4ndern differieren die Bezeichnungen, Zuordnungen und der konkrete Aufbau des polizeilichen Staatsschutzes zum Teil deutlich. Zu beachten ist hierbei, dass in allen Bundesl\u00e4ndern zumindest eine Abteilung des Landeskriminalamtes f\u00fcr den polizeilichen Staatsschutz zust\u00e4ndig ist. In den Fl\u00e4chenl\u00e4ndern werden Teile des Staatsschutzes zus\u00e4tzlich auch in regionale Dienststellen der Landespolizei bearbeitet.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Wie feingliedrig der polizeiliche Staatsschutz bis auf die kommunale Ebene pr\u00e4sent ist, l\u00e4sst sich anhand des Beispiels von Sachsen-Anhalt nachzeichnen:<\/p>\n<ul>\n<li>Hier ist beim LKA \u2013 wie so oft &#8211; zun\u00e4chst die Abteilung 5 zust\u00e4ndig. Diese Abteilung gliedert sich hier in vier Dezernate und das \u201eGemeinsame Informations- und Auswertungszentrum islamistischer Terrorismus\u201c (GIAZ) auf.<\/li>\n<li>Auf der Ebene der sachsen-anhaltinischen Polizeidirektionen nimmt das Fachkommissariat 5 der Zentrale Abteilung Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung (ZKB) die Aufgaben des polizeilichen Staatsschutzes wahr.<\/li>\n<li>Und in den \u00f6rtlichen Polizeirevieren wird der Staatsschutz im Sachgebiet 5 des jeweiligen Revierkriminaldienstes (RKD) bearbeitet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Interessant ist zudem, dass in mindestens sieben Bundesl\u00e4ndern die Staatsschutzabteilungen des LKA \u00fcber sog. \u201eMobile Einsatzkommandos\u201c (MEK) verf\u00fcgen.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Diese sind f\u00fcr die Observation und Festnahme von Tatverd\u00e4chtigen zust\u00e4ndig, insbesondere (und in Abgrenzung zu einem SEK, das eher f\u00fcr statische Gefahrenlagen zust\u00e4ndig ist) in den F\u00e4llen, in denen der Ort einer Festnahme aufgrund der Mobilit\u00e4t der \/ des T\u00e4ters vorher nicht feststeht.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Zusammenarbeit zwischen dem Staatsschutz des Bundes und der L\u00e4nder<\/p>\n<p>Um die Arbeit der polizeilichen Staatsschutzabteilungen des BKAs und der L\u00e4nder besser zu koordinieren existieren mindestens seit April 1975 eine (v\u00f6llig un\u00fcbersichtliche und intransparente) Vielzahl von Vereinbarungen und Leitlinien (mit jeweils unterschiedlichem Grad an Verbindlichkeit). An dieser Stelle sei &#8211; in der gebotenen K\u00fcrze &#8211; nur auf folgende ganz unvollst\u00e4ndige \u00dcbersicht verwiesen:<\/p>\n<p>Zum einen existieren allgemeine Absprachen, wie z. B.<\/p>\n<ul>\n<li>die &#8222;Arbeitsteilung zwischen Bund und L\u00e4nder bei der Bek\u00e4mpfung des islamistischen Terrorismus&#8220; (2002) oder<\/li>\n<li>die \u201eVereinbarung \u00fcber die Zusammenarbeit des BKA und der Polizeien der L\u00e4nder bei der Bek\u00e4mpfung von Terrorismus und der Politisch motivierten Gewaltkriminalit\u00e4t\u201c (zuletzt 2010)<\/li>\n<li>der Ma\u00dfnahmenkatalog zur Bek\u00e4mpfung der Politisch motivierten Kriminalit\u00e4t-rechts (Fortschreibung eines Grundlagendokuments aus dem Jahr 2000 \u2013 hier: Stand 2011) oder<\/li>\n<li>die Gesamtkonzeption zur Bek\u00e4mpfung der politisch motivierten Gewaltkriminalit\u00e4t\u201c (jeweils f\u00fcr \u201erechts\u201c und \u201elinks\u201c) (2012) aber auch<\/li>\n<li>ein \u201eLeitfaden \u00fcber die Zusammenarbeit von Polizei und Verfassungsschutz\u201c (2009)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Daneben existieren aber (seit 2001) auch verbindliche Vereinbarungen zur PMK<\/p>\n<ul>\n<li>zum einen ein sog. Definitionssystem-PMK<\/li>\n<li>einen eigenen Kriminalpolizeilichen Meldedienst (KPMD-PMK) sowie<\/li>\n<li>Regelungen \u00fcber Kriminaltaktische Anfragen in F\u00e4llen von PMK<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und schlie\u00dflich gibt es Vereinbarungen \u00fcber unmittelbare operative Ma\u00dfnahmen, wie z. B.<\/p>\n<ul>\n<li>Regelungen zur \u201ePolizeilichen Beobachtung\u201c (PB 07), zur Verdeckten Ausschreibung (Art. 99 SD\u00dc), zur H\u00e4ftlings\u00fcberwachung sowie \u00fcber \u201eStandardma\u00dfnahmen bei Gef\u00e4hrdern und relevanten Personen\u201c aber auch<\/li>\n<li>das \u201eFahndungs- und Aufkl\u00e4rungskonzepts Staatsschutz\u201c oder<\/li>\n<li>die \u201eSofortma\u00dfnahmen im Falle von Politisch motivierter Kriminalit\u00e4t von l\u00e4nder\u00fcbergreifender, bundesweiter und internationaler Bedeutung (Ma\u00dfnahme 300)\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und \u00fcber allem schwebt regelrecht ein Bericht der BKA-Abteilung ST aus dem Jahr 2007 \u00fcber \u201eStandort und Perspektiven des Polizeilichen Staatsschutzes\u201c. Darin wird die Idee eines \u201e<em>einheitlichen Bek\u00e4mpfungsansatzes<\/em>\u201c daf\u00fcr verwandt, s\u00e4mtliche Grenzen polizeilichen Handelns verschwimmen zu lassen, sei es die zwischen Bund und L\u00e4nder, zwischen Gefahrenabwehr und Strafverfolgung, zwischen innerer und \u00e4u\u00dferer Sicherheit und \u2013 wie selbstverst\u00e4ndlich \u2013 auch zwischen Polizei- und Geheimdienstarbeit.<\/p>\n<h4>Blackbox Innenministerkonferenz<\/h4>\n<p>Die Innenministerkonferenz (IMK) ist eine verschwiegene und damit undurchsichtige Plattform rein exekutiver Politikentwicklung in Deutschland \u2013 und dies ausgerechnet in dem grundrechtsrelevant so sensiblen Bereich der Arbeit von Polizei und Nachrichtendiensten: Hier wird nicht nur verabredet, dass \/ wie z. B. polizeiliche Konzepte oder bestehende Bundesgesetze m\u00f6glichst bundeseinheitlich umgesetzt werden sollen. Es werden in der IMK auch Gesetze &#8211; zwar nicht formell beschlossen &#8211; aber doch akribisch so vorformuliert, dass dem eigentlichen Gesetzgeber (also Bundes- oder Landtage) unter Hinwies des in der IMK ja bereits erzielten l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Konsens faktisch kein Handlungsspielraum mehr bleibt. Dieses Procedere ist umso misslicher, als die Parlamente in der IMK \u00fcber den Status eines \u2013 in der Regel auch noch uninteressierten \u2013 Zaungastes nicht hinauskommen. Hinzu kommt: Zwar ver\u00f6ffentlicht die IMK ihre Beschl\u00fcsse. Diese bestehen aber h\u00e4ufig nur in dem Hinweis, dass Beschlussvorlagen und Berichte der untergeordneten Gremien von der IMK gebilligt werden \u2013 und diese Basisdokumente bleiben geheim!<\/p>\n<p>In der<strong> \u201eSt\u00e4ndigen Konferenz der Innenminister der L\u00e4nder\u201c <\/strong>(so der offizielle Titel) tagen die Landesinnenminister zwei Mal im Jahr. Die laufende Arbeit der IMK wird durch eine Gesch\u00e4ftsstelle beim Bundesrat unterst\u00fctzt). Der Bundesinnenminister nimmt an der IMK \u2013 formal \u2013 nur als \u201eGast\u201c teil. Gleichwohl darf man den Einfluss des Bundes in der IMK (und ihren nachfolgenden Gremien) nicht untersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Gerade in Staatschutz- und Anti-Terrorismusfragen oder Frage der Sicherheitsarchitektur hat sich die IMK als gut und schnell funktionierendes Relais f\u00fcr die im BMI entwickelten Vorstellungen erwiesen. Die Gr\u00fcndung des Gemeinsamen Extremismus und Terrorismusabwehrzentrums (GETZ) ist daf\u00fcr nur das j\u00fcngste Beispiel:<\/p>\n<p>Erstmals wurde ein solches Zentrum auf der IMK am 28. August 2012 angeregt. Bereits zehn Tage sp\u00e4ter (am 7. September) beauftragt das BMI das BKA und das BfV, eine \u201eumsetzungsreife Konzeption\u201c daf\u00fcr vorzulegen. Alle Vorbereitungen wurden in den nicht mehr als zehn Wochen getroffen: Die L\u00e4nder wurden zum ersten Mal im Oktober 2012 (\u00fcber die AKs II und IV der IMK &#8211; s. u.) \u00fcber die Vorbereitung zur Gr\u00fcndung des GETZ \u201einformiert\u201c. Und, erst am 7. November 2012 \u2013 also acht Tage (!) vor Er\u00f6ffnung des GETZ &#8211; wurde den L\u00e4ndern (\u00fcber die IMK) die Konzeption des GETZ zugeschickt \u2013 verbunden mit der \u201eh\u00f6flichen Aufforderung\u201c zur Auftaktveranstaltung am 15. November doch Vertreter ihrer Landespolizei bzw. ihres LfV zu entsenden.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Die IMK verf\u00fcgt \u00fcber insgesamt sechs Arbeitskreise.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> An dieser Stelle interessiert aber lediglich der <strong>AK II (Innere Sicherheit)<\/strong><a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>. Dieser setzt sich im Kern zusammen aus (man achte auf die Rangfolge!) dem Pr\u00e4sidenten des BKA und den entsprechenden Abteilungsleitern der Innenministerien des Bundes und der L\u00e4nder. Der AK II versteht sich als ein Gremium \u201ezur Willensbildung innerhalb der IMK\u201c \u2013 eine h\u00f6fliche Untertreibung. Tats\u00e4chlich werden hier in der Regel Entscheidungen der IMK en Detail vorformuliert. Der AK II betreibt f\u00fcnf Unteraussch\u00fcsse.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Gleichberechtigt daneben arbeitet die sog. AG Kripo. Diese Unterabteilungen operieren alle nach dem \u201eGrundsatz der Selbstkoordinierung\u201c, d. h. sie m\u00fcssen nur solche Themen mit dem \u00fcbergeordneten AK II abstimmen, \u201ewenn die politisch bedeutsam werden k\u00f6nnten\u201c. Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit dem Verfassungsschutz bestehen beim AK II nicht: Zumindest in 2009 und 2010 trafen sich AK II und AK IV zu gemeinsamen Sondersitzungen.<\/p>\n<p>Die bereits 1950 gegr\u00fcndete<strong> AG Kripo<\/strong> (und ihre Untergliederungen) sind rein polizeilich zusammengesetzte Gremien. In ihr arbeiten die Leiter der LK\u00c4s und des BKA zusammen. Vorsitz und die Gesch\u00e4ftsstelle liegen dauerhaft beim BKA. Die AG Kripo versteht sich als \u201estrategisches Planungsgremium f\u00fcr Kriminalit\u00e4tsph\u00e4nomene, die einer nationalen oder internationalen Koordination bed\u00fcrfen\u201c. Die AG Kripo hat zwei allgemeine Aufgaben.<\/p>\n<ul>\n<li>Beratung \u00fcbergeordnete Instanzen respektive Vorbereitung der Beschl\u00fcsse der IMK<\/li>\n<li>Operativ: Abstimmung der T\u00e4tigkeit von Polizeien des Bundes und der L\u00e4nder.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die AG Kripo trifft sich zwei Mal im Jahr (anlassbezogen f\u00fchrt sie jedoch Sondersitzungen und Telefonkonferenzen durch). Die AG Kripo arbeitet mit sechs Kommissionen.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit dem Verfassungsschutz kennt auch AG Kripo nicht: Gemeinsam mit der ALT wurde vor 2008 eine Projektgruppe eingerichtet, zur Ausarbeitung einer \u201eGesamtkonzeption zur Bek\u00e4mpfung der PMK-Links (sic!).<\/p>\n<p>Die<strong> Kommission Staatsschutz <\/strong>(K ST) ist eine der sechs Kommissionen der AG Kripo. Sie wurde 1976 als Nachfolger der \u201eArbeitstagung der Leiter der zentralen Kriminalpolizeibeh\u00f6rden der L\u00e4nder f\u00fcr die Bearbeitung von Staatsschutzsachen mit dem BKA\u201c gegr\u00fcndet. Teilnehmer der K ST sind die Abteilungsleiter \u201eStaatsschutz\u201c bei den LK\u00c4 und dem BKA. Auch hier trifft man sich zwei Mal im Jahr. Allerdings werden hier regelm\u00e4\u00dfig alle zwei Wochen Telefonkonferenzen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Unterhalb der K ST gibt es formalisierte <strong>\u201eSachbearbeitertagungen\u201c<\/strong>. Neben den Themen, wie z. B. islamischer Terrorismus, Linksetxremismus und Spionagebek\u00e4mpfung gibt es auch eine \u2013 2009 eingerichtete &#8211; Sachbearbeitertagung mit dem Titel \u201e<strong>Bund-L\u00e4nder-Arbeitsgruppe Politisch motivierte Kriminalit\u00e4t &#8211; rechts\u201c<\/strong> (BLAG PMK-rechts).<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Hieran nehmen teil: Die LK\u00c4s Bayern, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern Sachsen und Sachsen-Anhalt \u2013 sowie das BKA und die GBA. Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung obliegt dem BKA. Auftrag dieser BLAG ist die \u00dcberpr\u00fcfung sowie ggf. die Fortschreibung und Aktualisierung von Handlungsempfehlungen (etwa des ma\u00dfgeblich an die Polizei adressierten Berichts \u201eMa\u00dfnahmenkatalog zur Bek\u00e4mpfung der PMK-rechts\u201c).<\/p>\n<h4>Hybridorgorganisationen zwischen Polizei und Geheimdiensten \u2013 von der Ausnahme zur Regel zur Gewohnheit<\/h4>\n<p>Polizei und Geheimdienste arbeiten in Deutschland schon immer gerne zusammen \u2013 Trennungsgebot hin oder her. Seit den 90er Jahren wurden hierf\u00fcr zun\u00e4chst informelle Zirkel gegr\u00fcndet, die sich keiner demokratischen Kontrolle verpflichtet f\u00fchlten und sie durch ihre Konstruktion faktisch unm\u00f6glich machten (deren blo\u00dfe Existenz bzw. Arbeitsweise konnte \u2013 wenn auch das nur bruchst\u00fcckhaft &#8211; nur dank jahrelanger hartn\u00e4ckiger Fraget\u00e4tigkeit (im wesentlichen LINKER-MdBs) aufgehellt werden). Fast jede dieser Hybrid-Organisationen war f\u00fcr sich genommen schon einmal Gegenstand einer CILIP-Ver\u00f6ffentlichung.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Das Novum hier ist die m\u00f6glichst vollst\u00e4ndige &#8211; wenngleich nur kursorische \u2013 Vorstellung dieser Zwittergremien.<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Koordinierungsgruppen <\/strong>(alle aufgel\u00f6st)<\/li>\n<\/ol>\n<p>1991 wurde damit begonnen, auf Dauer angelegte, informelle Foren f\u00fcr eine unmittelbare Zusammenarbeit von Polizei und Nachrichtendiensten (damals sog. Koordinierungsgruppen) zu gr\u00fcnden. Diese wurde inzwischen aufgel\u00f6st und in andere Strukturen \u00fcberf\u00fchrt.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<ol>\n<li><u> Koordinierungsgruppe Terrorismusbek\u00e4mpfung (KGT):<\/u> Die KGT war 1991 die erste Koordinierungsgruppe. Teilnehmer waren: BfV und BKA, LfV und LK\u00c4 sowie die GBA. Aufgabe der KGT war die \u2013 praktisch ausschlie\u00dflich auf die damals noch aktive RAF bzw. die \u201eRevolution\u00e4ren Zellen\u201c ausgerichtete &#8211; Koordinierung eines schnellen und umfassenden Informationsaustausches, die Bewertung von Lagebildern, die Abstimmung von Ma\u00dfnahmen bzw. des Ressourcen-Einsatzes von Ressourcen sowie die Fortschreibung bestehender und Entwicklung neuer Bek\u00e4mpfungskonzepte.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/li>\n<li>Informationsgruppe zur Beobachtung und Bek\u00e4mpfung rechtsextremistischer\/- terroristischer, insbesondere fremdenfeindlicher Gewaltakte IGR: Schon ein Jahr sp\u00e4ter (1992) wurde in aller Heimlichkeit (zun\u00e4chst als Untergruppe der KGT) die IGR eingerichtet (sp\u00e4ter wurde die IGR als selbst\u00e4ndiges Gremium vom BfV gef\u00fchrt). An der IGR nahmen \u2013 zus\u00e4tzlich zur KGT &#8211; auch die Landesjustizbeh\u00f6rden teil. Die Aufgaben der IGR waren: a) die Erstellung umfasster Lagebilder, b) Beobachtung und Analyse spezifischer Entwicklungen in der Neonazi-Szene (auch im internationalen Kontext), c) Optimierung der Zusammenarbeit und d) Initialisierung von zielgruppenspezifischen Auswerteprojekten (z. B. der Kameradschaftsszene). Man traf sich hierzu ein- bis zweimal j\u00e4hrlich. 2007 wurde die IGR in die neugegr\u00fcndete \u201eKoordinierungsgruppe (KG) PMK-rechts\u201c \u00fcberf\u00fchrt (s.u.).<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/li>\n<li><u> Koordinierungsgruppe Internationaler Terrorismus (KG InTE)<\/u>: Im September 2001 wurde &#8211; sieben Tage (!) nach den Anschl\u00e4gen auf das \u201eWorld Trade Center\u201c bzw. auf das \u201ePentagon\u201c &#8211; die KG InTE gegr\u00fcndet. Daran beteiligt waren: BKA (Federf\u00fchrung), BPol, BfV, BND, BGA, MAD, das BMI, die LfVs \u2013 sowie zwei Gremien aus der IMK.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Aufgabe der KGinTE war die st\u00e4ndige Bewertung und Fortschreibung von Lagebildern bzw. die Entwicklung alternativer Lageszenarien sowie die Empfehlung bundesweit abgestimmter polizeilicher Ma\u00dfnahmen (Pr\u00e4vention und Repression) zur Terrorismusbek\u00e4mpfung. Hierzu gr\u00fcndete die KG InTE auch diverse Bund-L\u00e4nder-Arbeitsgruppen. 2004 wurde die KG IntTE in das neue GTAZ \u00fcberf\u00fchrt (s. u..).<\/li>\n<li><u>\u201eKoordinierungsgruppe PMK-rechts\u201c (KG PMK-rechts)<\/u>: Im Dezember 2011 \u2013 also nach Auffliegen des NSU, aber noch vor Gr\u00fcndung des GAR &#8211; beschloss die IMK \u2013 als bruchlose Nachfolgerin der IGR &#8211; die Einrichtung der KG PMK-rechts. Teilnehmer: BfV (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung), BKA, alle LK\u00c4s und LfVs, MAD und die GBA. Im Zuge dieser Neugr\u00fcndung wurde auch die Zielgruppe auf das gewaltbereite, aber nicht notwendigerweise extremistische rechte Spektrum erweitert. Zudem sollten nunmehr nicht mehr ausschlie\u00dflich strukturelle, sondern daneben auch personenbezogene Bek\u00e4mpfungsans\u00e4tze entwickelt werden.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/li>\n<li><u> \u201eKoordinierungsgruppe PMK-links\u201c (KG-PMK-links):<\/u> Von dieser KG ist nur bekannt, dass sie existiert(e) (und zwar schon vor der KG PMK-rechts!) und das in ihr das BKA (Federf\u00fchrung) sowie aller LK\u00c4 und alle Verfassungsschutzbeh\u00f6rden von Bund und L\u00e4ndern sowie der GBA zusammenarbeiten \u2013 mehr nicht.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/li>\n<li>Informationboards<\/li>\n<li><u> Aufgel\u00f6ste Informationsboards<\/u><\/li>\n<li><em> \u201eNetzwerk arabischer Mudjaheddin\u201c<\/em>: Nach einem versuchten islamistischen Terroranschlag auf den Stra\u00dfburger Weihnachtsmarkt (Ende 2000) wurde im M\u00e4rz 2001 dieses informationboard gegr\u00fcndet. Es war urspr\u00fcnglich nur auf ein Jahr befristet, wurde dann aber (nach dem 11. September) weitergef\u00fchrt &#8211; bis es Ende 2004 in die (extrem wichtige) AG \u201eOperativer Informationsaustausch\u201c des GTAZ \u00fcberf\u00fchrt wurde. Teilnehmer des urspr\u00fcnglichen Informationboard waren: BKA, BfV und BND.<\/li>\n<li><em> Pilotprojekt \u201eSchleusungskriminalit\u00e4t\u201c:<\/em> Dieses Informationsboard, das die irregul\u00e4re Einwanderung entlang der Grenze zur Tschechischen Republik aufkl\u00e4ren sollte, existierte 2001-2002 tats\u00e4chlich nur sechs Monate lange. Hieran beteiligt waren: BKA, BfV, BND, BGS, ZKA, BAMF, LKA und LfV Bayern sowie das LKA Sachsen.<\/li>\n<li><u> Bestehende Informationsboards<\/u><\/li>\n<li><em> AG \u201eOperativer Informationsaustausch Rechtsextremismus\u201c (AG OIREX):<\/em> 2003 wurde zun\u00e4chst das \u201eOperative Informations- und Analyseboards Kameradschaften\u201c (AG OIK) geschaffen, das sp\u00e4ter dann in \u201eOperativer Informationsaustausch Rechtsextremismus\u201c (AG OIREX) umbenannt wurde. Teilnehmer: BKA (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung), BMI (Fachaufsicht), BfV, MAD und GBA. Aufgabe der AG OIREX ist \u201edie Auswertung aller zug\u00e4nglichen Informationen\u201c und deren \u201eUmsetzung in exekutive Ma\u00dfnahmen\u201c. Hierdurch sollen \u201eerkannte gewaltbereite Strukturen bereits im Ansatz zerschlagen werden\u201c \u2013 mit bahnbrechendem Erfolg, wie der NSU-Skandal zeigt. Die AG OIREX tagt lageangepasst, mindestens aber einmal pro Monat.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/li>\n<li><em> \u201eKoordinierte Internetauswertung Rechtsextremismus\u201c<\/em> (KIAR): Auch dieses informationsboard wurde im Dezember 2011 eingerichtet \u2013 und dies ausdr\u00fccklich als \u201eFlankierung\u201c \u2013 also au\u00dferhalb &#8211; des eigentlichen GAR. Teilnehmer des KIAR sind: BfV (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung), BKA<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> und MAD. Aufgabe des KIAR ist (\u00e4hnlich wie das GIZ im GTAZ) die strategische Auswertung rechter Internetaktivit\u00e4ten. Die Initiierung diesbez\u00fcglicher Strafverfahren steht hier deutlich im Hintergrund.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>Unklar ist allerdings ob bzw. inwieweit die KG PMK-recht\/links bzw. die AG OIREX und KIAR inzwischen in das GETZ (s.u.) integriert worden ist. Das ist anzunehmen, denn das GAR, dem die beiden flankierend dienen, soll ja unver\u00e4ndert im GETZ weiterarbeiten.<\/p>\n<p>Zu beachten ist zudem, dass es auch heute noch zeitlich befristete Informationsboards gibt:<\/p>\n<ul>\n<li>Die oben dargestellten Koordinierungsgruppen (und zumindest auch die beiden Informationboards AG OIREX und KIAR) verstehen sich als sog. Allgemeine Aufbauorganisationen (AAO), also um spezifische \u2013 aber zumindest auf eine mittelfristige Dauer angelegte \u2013 Organisationseinheiten gem. PDV 100 (Ziff. 1.4.2.1).<\/li>\n<li>Davon zu unterscheiden sind sog. Besondere Aufbauorganisation (BAO). Hierin k\u00f6nnen (und werden auch zuk\u00fcnftig) Polizeibeh\u00f6rden und Nachrichtendienste zeitlich begrenzt, aber unmittelbar zusammenarbeiten, um (z. B. im Rahmen eines Ermittlungsverfahren, wie z. B. bei der sog. \u201eSauerlandgruppe\u201c) oder bei besonderen Anl\u00e4sse (wie z. B. den Gipfel in Heiligendamm) besonders umfangreiche und komplexe Aufgaben erledigen zu k\u00f6nnen. (PDV 100 \u2013 Anlage 20).<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>III. Gemeinsame Abwehrzentren<\/strong><\/p>\n<p>Inzwischen wurde die Zusammenarbeit von Polizei und Geheimdiensten innerhalb sog. Gemeinsamer Abwehrzentren institutionalisiert \u2013 ein Quantensprung: W\u00e4hrend man n\u00e4mlich bislang (s.o.) zu den zeitlich weit auseinanderliegenden Treffen von Koordinierungsgruppen und Informationboards m\u00fchsam anreisen musste, erfolgt die Arbeit innerhalb dieser Abwehrzentren nun (wie beim GTAZ) t\u00e4glich bzw. beim GETZ in einem w\u00f6chentlichen Rhythmus. Da lassen sich zwischen Polizei und Geheimdiensten nicht nur <em>mehr<\/em> Informationen, sondern diese auch <em>schneller<\/em> und <em>informeller<\/em> \u00fcber den Tisch reichen \u2013 ein Problem nicht nur f\u00fcr den Datenschutz, sondern auch f\u00fcr die Transparenz von Strafverfahren, die sich aus dieser Kooperation ergeben und f\u00fcr die hierzulande sowieso nur rudiment\u00e4r gegebenen Kontrollm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Da inzwischen alle vier relevanten Bereiche (Rechts, Links, Ausl\u00e4nder\/Islam sowie Cyberkriminalit\u00e4t) mit solchen Abwehrzentren bedacht worden sind, d\u00fcrfte die Gr\u00fcndungswelle vorl\u00e4ufig abgeschlossen sein, der innere Ausbau aber vor allem im GETZ wird weitergehen.<\/p>\n<ol>\n<li><u> Gemeinsames Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ)<\/u><a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>Drei Jahre nach den Anschl\u00e4gen des 11. September 2001 nahm im Dezember 2004 auf der Liegenschaft des BKA in Berlin-Treptow das GTAZ seine Arbeit auf.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Das GTAZ ist thematisch beschr\u00e4nkt auf den Bereich des islamistischen Extremismus\/Terrorismus. Im GTAZ arbeiten insgesamt 40 Beh\u00f6rden des Bundes und der L\u00e4nder zusammen: Acht Bundesbeh\u00f6rden (BKA<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a>, BfV, BND, MAD, BPol, ZKA, BAMF sowie die GBA) sowie 32 L\u00e4nderbeh\u00f6rden (jeweils 16 LK\u00c4 und LfVs). Das GTAZ ist aufgeteilt in zwei r\u00e4umlich getrennte Auswertungs- und Analysezentren (der polizeilichen und der nachrichtendienstlichen Informations- und Analysestelle PIAS bzw. NIAS). Die Zusammenarbeit erfolgt in sieben AGs (a) T\u00e4gliche Lagebesprechung, b) Gef\u00e4hrdungsbewertungen, c) Operativer Informationsaustausch (einer der Kernbereiche des GTAZ), d) Fallauswertung, e) Strukturanalysen, f) Auswertung \u201eIslamistisch terroristisches Personenpotential\u201c, g) Statusrechtliche \/ Aufenthaltsrechtliche Begleitma\u00dfnahmen). Formal au\u00dferhalb \u2013 aber in die t\u00e4gliche Lagebesprechungen des GTAZ eingebunden &#8211; arbeiten in Berlin-Treptow zwei weitere polizeilich-nachrichtendienstliche Kooperationsplattformen: das \u201eGemeinsame Internetzentrum\u201c (GIZ \u2013 zur anlasslosen Sichtung, Auswertung und Analyse islamistischer und jihadistischer Websites (und entsprechender Sozialer Netzwerke) mit Deutschlandbezug)<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> sowie das \u201eGemeinsame Analyse- und Strategiezentrum illegale Migration\u201c (GASIM \u2013 das inzwischen aber seinen operativen Charakter deutlich eingeb\u00fc\u00dft hat).<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><u> Gemeinsames Abwehrzentrum gegen Extremismus- und Terrorismus (GETZ)<\/u><\/li>\n<\/ol>\n<p>Innerhalb von vier Wochen nach Auffliegen des NSU wurde im Dezember 2011 das Gemeinsame Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus (GAR) aus dem Boden gestampft. \u00c4hnlich \u00fcberfallartig wurde wenige Monate sp\u00e4ter im Herbst 2012 das n\u00e4chste \u2013 und vorl\u00e4ufig letzte &#8211; Abwehrzentrum, installiert, das sich diesmal gegen \u201eExtremismus- und Terrorismus\u201c richtet. Das GETZ umfasst als \u201ebeh\u00f6rden\u00fcbergreifende Kommunikationsplattform\u201c jetzt die Bereiche Linksextremismus\/Linksterrorismus, Ausl\u00e4nderextremismus\/Ausl\u00e4nderterrorismus und Spionage\/Proliferation \u2013 also die klassischen Aufgaben des polizeilichen Staatsschutzes bzw. des Verfassungsschutzes, nun aber eben \u201ebeh\u00f6rden\u00fcbergreifend\u201c! Das bisherige GAR bleibt \u201eals solches erhalten\u201c und deckt im GETZ den Bereich Rechtsextremismus ab,<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> einschlie\u00dflich eines PIAS-R und eines NIAS-R (siehe oben GTAZ).<\/p>\n<p>Beim GETZ sind dieselben 40 Bundes- und Landesbeh\u00f6rden beteiligt wie beim GTAZ (einziger erkennbarere Unterschied: Beim GETZ werden BND und MAD sowie Europol nur anlass- bzw. fallbezogen eingebunden).<\/p>\n<p>BKA<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> und BfV teilen sich nicht nur die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des GETZ, sie bereiten AG-und Plenumssitzungen vor, nehmen hieran gemeinsam teil bzw. leiten die sieben AGs in die sich das GETZ aufgliedert: a) Gemeinsame Lage, b) Operativer Informationsaustausch, c) Personenpotenziale, d) Gef\u00e4hrdungsbewertung, e) Fallanalyse, f) Analyse und g) Organisationsverbote)<\/p>\n<p>Anders als beim GTAZ verf\u00fcgt das GETZ \u00fcber keinen festen Standort \u2013 man pendelt hin und her zwischen der Abteilung \u201ePolizeilicher Staatsschutz\u201c des BKA in Meckenheim und bei der f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des Rechtsextremismus\/Rechtsterrorismus zust\u00e4ndigen Abteilung des BfV in K\u00f6ln. Eigenwillig auch, dass (bis auf BKA, BfV und BPol) die meisten Beh\u00f6rdenvertreter im GETZ nicht dauerhaft anwesend sind, sondern Woche f\u00fcr Woche jeweils von Dienstag bis Donnerstag anreisen (und Montag und Freitag also wieder in ihren Herkunftsbeh\u00f6rden pr\u00e4sent sind).<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a><\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><u> Nationales Cyber-Abwehrzentrum (NCA) <\/u><\/li>\n<\/ol>\n<p>Hier arbeiten (unter gemeinsamer Federf\u00fchrung dreier Bundes\u00e4mter (a) Sicherheit in der Informationstechnik, b) Verfassungsschutz und c) Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe) seit 1. April 2011 nicht nur \u201edie \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen\u201c (BKA, BPol, ZKA und BND) zusammen, sondern auch die Bundesnetzagentur \u2013 und die Bundeswehr!<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a><\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen abschlie\u00dfend Folgendes feststellen:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Einfluss des polizeilichen Staatsschutzes ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen \u2013 sowohl personell, als auch von der Zahl (neu entstandener) Institutionen her.<\/li>\n<li>Die Arbeit des polizeilichen Staatsschutzes ist gepr\u00e4gt von einer \u00dcbernahme geheimdienstlicher Aufgaben und Praktiken. Die Installation insbesondere der Gemeinsamen Abwehrzentren hat diesen Prozess auf die Spitze getrieben. Mit Erfolg: Kaum noch jemand nimmt diese permanente und vollst\u00e4ndige \u2013 und nur noch auf dem Papier getrennte \u2013 Verschmelzung polizeilicher und nachrichtendienstlicher T\u00e4tigkeit heute noch als Bruch des Trennungsgebotes wahr. Wer aber in Zukunft noch \u2013 ausgehend von der Wirklichkeit polizeilichen bzw. geheimdienstlichen Handelns &#8211; einen Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr die Aufrechterhaltung des alten Trennungsgebotes sucht, wird sich auf die Frage der Aufl\u00f6sung und\/oder Kontrolle eben dieser Abwehrzentren konzentrieren m\u00fcssen.<\/li>\n<li>Denn schlie\u00dflich: Der polizeiliche Staatsschutz wird bislang durch die Parlamente weit weniger kontrolliert, als die deutschen Nachrichtendienste (ungeachtet davon, wie diese Kontrollen einzusch\u00e4tzen sind). Und, bis zum Auffliegen der gravierenden handwerklichen M\u00e4ngel \u2013 auch und gerade des polizeilichen Staatsschutzes in Bund und L\u00e4nder \u2013 im Rahmen der NSU-Aff\u00e4re, bestand auf Seiten der Parlamente ja noch nicht einmal im Ansatz auch nur das Anliegen, der Polizei genauer auf die Finger schauen zu wollen!<\/li>\n<li>Innerhalb des f\u00f6deralen Aufbaus der Polizei in Deutschland hat sich \u2013 insbesondere im Staatsschutzbereich \u2013 eine fast schon \u00fcberm\u00e4chtige Rolle des BKA herauskristallisiert: Hierbei fungieren die IMK \u2013 aber auch die Gemeinsamen Abwehrzentren \u2013 aus Sicht des BMI bzw. der Bundesbeh\u00f6rden wie gut funktionierende Relaisstationen zur Durchsetzung strategischer Projekte des Bundes im Staatsschutzbereich: Die IMK dient zur politischen &#8211; aber auch zur polizeilichen &#8211; (Vor-)Abstimmungsroutine. In den Hybridorganisationen setzt sich der Bund dann \u00fcber die Macht des Faktischen (also \u00fcber ein mehr an Personal und anderen Ressourcen) durch. Aus Sicht des BMI ist es von daher nur logisch, das BKA in seiner f\u00fchrenden Rolle wo es geht immer weitere zu st\u00e4rken (sei es legislativ (zuletzt anl\u00e4sslich der F\u00f6deralismusreform und der \u00c4nderungen im BKA-Gesetz um die origin\u00e4re Zust\u00e4ndigkeit im Bereich Terrorismus und der damit verbundenen Gefahrenabwehrbefugnis) oder durch die permanente Rolle des \u201eMachers\u201c). Die Art und Weise, wie der Bund das GETZ einfach durchgesetzt hat (und wie j\u00e4mmerlich sich die L\u00e4nder das haben bieten lassen \u2013 s.o.) ist f\u00fcr diese systematische Ausnutzung des Bundes seiner \u00fcberm\u00e4chtigen Rolle im polizeilichen Staatsschutz ein aktuelles und anschauliches Beispiel.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der polizeiliche Staatschutz hat in Deutschland inzwischen eine Art Parallelstruktur aufgebaut, die das Bermudadreieck wie ein offenes Buch aussehen l\u00e4sst.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.bka.de\/DE\/DasBKA\/Organisation\/ST\/organisationST_node.html\">www.bka.de\/DE\/DasBKA\/Organisation\/ST\/organisationST_node.html<\/a><\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Dazu geh\u00f6ren die \u00a7\u00a7 80-83,84-86a, 87-91, 94-100a, 102-104a, 105-108e, 109-109h, nat\u00fcrlich 129a und b, 234a und 241a StGB. Siehe auch die Definition auf <a href=\"http:\/\/www.bmi.bund.de\">www.bmi.bund.de<\/a><\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> IK (Internationale Koordinierung), SO (Schwere und Organisierte Kriminalit\u00e4t), ZD (Zentrale Polizeiliche Dienste, KT (Kriminaltechnisches Institut, ZV (Zentrale Verwaltungsaufgaben), IT (Informationstechnik), KI (Kriminalistisches Institut) \u2013 sowie der \u201eSicherungsgruppe\u201c (SG). Diese Abteilung, die heute f\u00fcr den Schutz der deutschen Verfassungsorgane sowie der ausl\u00e4ndischen Staatsg\u00e4ste (aber auch f\u00fcr Auslands- und Spezialeins\u00e4tze) zust\u00e4ndig ist, bildete zwar historisch den Kern des Staatsschutzes beim BKA, bleibt in diesem Artikel aber unbeachtet.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> ST 1 (Politisch motivierte Kriminalit\u00e4t links und rechts + GAR), ST2 (Internationale Politisch motivierte Kriminalit\u00e4t\/Spionage\/Proliferation\/ABC-Kriminalit\u00e4t und Verbrechen gegen die Menschlichkeit) sowie ST4 (Zentral- und Serviceangelegenheiten)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> ST 3 (Politisch motivierte Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t\/internationaler Terrorismus-religi\u00f6s motivierter\/islamistischer Extremismus)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> vgl: Schenk, D.: \u201eBraune Wurzeln &#8211; Der lange Weg des BKA zur eigenen Geschichte\u201c, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 92 (1\/2009), S. 11-19<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Angaben nach: Zachert, H.-L.: \u201eHistorie des BKA \u2013 von den Gr\u00fcndungsjahren zur Gegenwart\u201c; Vortrag auf dem BKA-Symposium \u201e60 Jahre Staatsschutz im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit\u201c (17. 06. 2011), <a href=\"https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/DasBKA\/Historie\/04_STVeranstaltungRedezachert.html\">https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/DasBKA\/Historie\/04_STVeranstaltungRedezachert.html<\/a><\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Dies sind z. B. in Baden-W\u00fcrttemberg die Referate 63 der Regierungspr\u00e4sidien Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und T\u00fcbingen (und dem Polizeipr\u00e4sidium Stuttgart); in Bayern ist die die Kriminalfachdezernate bzw. Kommissariate bei den zehn Polizeipr\u00e4sidien des Freistaats; in Hessen die Fachkommissariate ZK 10 der sieben hessischen Polizeipr\u00e4sidien; in Mecklenburg \u2013Vorpommern die Kriminalpolizeiinspektionen der beiden Polizeipr\u00e4sidien; in Niedersachsen ebenfalls Fachkommissariate (FK 4) der sechs Polizeidirektionen; in Nordrhein-Westfalen die Kriminalhauptstellen bei den Polizeidirektionen des Landes; im Saarland eine Abteilung bei der Landespolizeidirektion).<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Angaben nach: Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages: \u201ePolizeilicher Staatsschutz\u201c (WD 3 \u2013 3000 \u2013 248\/12)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Angaben nach: BT Drs. 17\/11857 vom 12. 12. 2012<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> a) Staatsrecht und Verwaltung, b) Innere Sicherheit, c) Kommunale Angelegenheiten, d) Verfassungsschutz, e) Katastrophenschutz und f) \u00d6ffentliches Dienstrecht<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Zum Verfassungsschutz nur so viel: Die Abteilungsleiter der Innenministerien des Bundes und der L\u00e4nder sowie (auch hier) dem BfV-Pr\u00e4sidenten treffen sich in dem halbj\u00e4hrlich tagenden Arbeitskreis IV (Verfassungsschutz). Unterhalb dessen agiert die \u201eAmtsleitertagung der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden (ALT)\u201c. Hier wird (zwei Mal im Jahr (plus anlassbezogener Sondersitzungen und Telefonkonferenzen) versucht, die operative Arbeit der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden von Bund und L\u00e4nder auf einander abzustimmen.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> 1. F\u00fchrung, Einsatz und Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung, 2. Informations- und Kommunikationstechnik, 3. Recht und Verwaltung, 4. Vorschriftenkommission und 5. Polizeiliche Kriminalit\u00e4tspr\u00e4vention<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> 1. Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung, 2. Organisierte Kriminalit\u00e4t, 3.Kriminalwissenschaft und -technik\/Erkennungsdienst, 4. Einsatz- und Ermittlungsunterst\u00fctzung, 5. Polizeiliche Kriminalstatistik und 6. Staatsschutz<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> BT-Drs. 17\/8535 vom 02. 02. 2012<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> vgl. W\u00f6rlein, J.: \u201eInstitutionalisierte Kooperation von Polizei und Geheimdiensten\u201c in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 90 (2\/2008), S. 50-61<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Umfassend: BT-Drs. 16\/11545 vom 05. 01. 09<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Vgl. u. a. BT-Drs. 16\/11545 vom 05. 01. 2009<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Vgl. u. a. die Bundestagsdrucksachen 13\/854 (vom 10. April 1995) und 17\/7902 (vom 25. 11. 2011) S. 14f)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> AG Kripo und der Unterausschuss \u201eF\u00fchrung, Einsatz und Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung\u201c<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Vgl. BT-Drs. 17\/7902 (vom 25. 11. 11), S. 14f sowie 17\/8535 vom 02. 02. 2012<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> BT-Drs. 17\/5136 vom 21. 03. 2011<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> BT-Drs. 17\/8535 vom 02. 02. 2012, S. 14<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Beim KIAR aktiv ist das BKA-Staatsschutzreferat ST 13 (Zentrale Angelegenheiten \u2013 rechts\/Gremien\/Koordinierte Internetauswertung Rechts &#8211; KIAR)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Vgl. BT-Drs. 17\/10585 vom 31. 08. 2012, S. 13f<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> BT-Drs 16\/ 10007 vom 18. 07. 2008; vgl. u. a. auch: Weisser, N-F.: \u201eDas GTAZ \u2013 Rechtsprobleme, Rechtsform und Rechtsgrundlage\u201c (NVwZ 2011, 142) und Herrmann. A.: &#8222;Das GTAZ: Ende des Trennungsgebots&#8220; (2012)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> In mindestens zehn Bundesl\u00e4ndern (Baden-W\u00fcrttemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, NRW, Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen) existieren jeweils eigene Landesabwehrzentren (eine \u00dcbersicht findet sich bei: Klee, R.: \u201eNeue Instrumente der Zusammenarbeit von Polizei und Nachrichtendiensten (2010), S. 137-142.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Als Zentralstelle des BKA beim GTAZ (bzw. bei der dortigen Polizeilichen Informations- und Analysestelle \u2013 PIAS) fungiert das Staatsschutz-Referat ST 32 (dieses wird dort durch das Referat ST 33 unterst\u00fctzt). Innerhalb des parallel zum GTAZ (und unter Federf\u00fchrung des BfV) t\u00e4tigen \u201eGemeinsame Internetzentrum\u201c (GIZ) ist die BKA-Staatsschutz-Referat ST 38 aktiv.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> BT-Drs 17\/ 5695 vom 02. 05. 2011<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> BT-Drs. 17\/6720 vom 02. 08. 2011<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> BT-Drs 17\/11857<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Gesch\u00e4ftsf\u00fchrend t\u00e4tig ist f\u00fcr das BKA beim GAR das Staatsschutz-Referat ST 15. Referat ST 14 hat beim GAR die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Polizeilichen Informations- und Analysestelle (PIAS-R) inne (Beim PIAS-R sind \u00fcbrigens Zweieinhalb mal so viele BKA-Staatssch\u00fctzer besch\u00e4ftigt als Kollegen aus den LK\u00c4 \u2013 eine klare Machtdemonstration!)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Vgl. BT-Drs. 17\/10585 vom 31. 08. 12 sowie 17\/11857 vom 12. 12. 2012<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Vgl. M. Holzberger: \u201eWer gegen wen? Gremiendschungel zur Bek\u00e4mpfung der Cyberkriminalit\u00e4t\u201c in: \u201eCILIP &#8211; B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\u201c Nr. 98 (1\/2011), S.12f<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Mark Holzberger und Albrecht Maurer Die deutsche Polizei verf\u00fcgt vom Bund \u00fcber die L\u00e4nder<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,108],"tags":[177,309,864,1360],"class_list":["post-12618","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-103","tag-abwehrzentren","tag-bundeskriminalamt","tag-koordinierungsgruppen","tag-staatsschutz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12618","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12618"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12618\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12618"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12618"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12618"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}