{"id":13023,"date":"2017-08-05T22:00:14","date_gmt":"2017-08-05T22:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=13023"},"modified":"2017-08-05T22:00:14","modified_gmt":"2017-08-05T22:00:14","slug":"interoperabilitaet-bericht-der-expertengruppe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=13023","title":{"rendered":"\u201eInteroperabilit\u00e4t\u201c \u2013 Bericht der Expertengruppe"},"content":{"rendered":"<p>Im April vergangenen Jahres pr\u00e4sentierte die EU-Kommission eine Mitteilung \u00fcber \u201e\u00fcber solidere und intelligentere Informationssysteme f\u00fcr das Grenzmanagement und mehr Sicherheit\u201c, in der sie eine umfassende Neuordnung des Dateienwesens der EU in diesem Bereich propagierte. Die bereits bestehenden von der Agentur f\u00fcr IT-Gro\u00dfsysteme (eu-LISA) gef\u00fchrten Datenbanken (Eurodac, Visa-Infomationssystem \u2013 VIS, Schengener Informationssystem \u2013 SIS) sollten ausgebaut werden. Neue sollten entstehen (Ein- und Ausreisekontrollsystem EES, Reiseinformations- und Genehmigungssystem ETIAS, Strafregister f\u00fcr Drittstaatsangeh\u00f6rige ECRIS-TCN). Drittausl\u00e4nderInnen sollten nicht mehr unerfasst in die EU einreisen k\u00f6nnen, L\u00fccken seien zu schlie\u00dfen, lautete die Parole.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Zwei Monate sp\u00e4ter berief die Kommission eine \u201eHochrangige Expertengruppe Interoperabilit\u00e4t und Informationssysteme\u201c (HLEG), an der u.a. VertreterInnen der Mitgliedstaaten sowie der EU-Anti-Terror-Koordinator und der EU-Datenschutzbeauftragte beteiligt waren.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> <!--more-->Am 11. Mai 2017 legte die HLEG ihren Abschlussbericht vor.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Sie begr\u00fc\u00dft nicht nur die Vorschl\u00e4ge der Kommission zu den einzelnen Datenbanken. Sie h\u00e4lt sich im Wesentlichen auch an die Ideen zur Verbesserung der \u201eInteroperabilit\u00e4t\u201c, die die Kommission in ihrer Mitteilung vom April\u00a02016 pr\u00e4sentiert hatte. Angestrebt wird zun\u00e4chst eine gemeinsame Schnittstelle, die es erlaubt, s\u00e4mtliche Systeme mit einem Klick abzufragen. \u00c4hnliches gibt es bereits in diversen Schengen-Staaten auf nationaler Ebene. Um die geplante zentrale schengenweite Schnittstelle von den bestehenden nationalen abzuheben, spricht die Expertengruppe nun von einem \u201eeurop\u00e4ischen Suchportal\u201c.<\/p>\n<p>Von einer gemeinsamen Schnittstelle aller Systeme sollen schlie\u00dflich auch Kriminalpolizeien und\u00a0\u2013 je nach nationalem Recht\u00a0\u2013 ebenso die Geheimdienste profitieren. \u00dcber ihren Zugriff auf Visa- und Asyldaten wird in der EU seit Jahren gestritten. Informationen aus dem VIS und aus Eurodac k\u00f6nnen sie bisher nur im begr\u00fcndeten Einzelfall abrufen. Nach dem Willen der ExpertInnen soll diese Einschr\u00e4nkung k\u00fcnftig entfallen, solange es bei den Anfragen \u201enur\u201c um die Identit\u00e4t einer Person geht. Mit einer Anfrage erf\u00fchren sie, ob und in welchem der Systeme Daten zu finden sind. Erst f\u00fcr weitere Ermittlungen (wie zum Beispiel zu Reisewegen) w\u00e4ren eine Begr\u00fcndung und eine Genehmigung erforderlich.<\/p>\n<p>Schnittstellen und Suchportale sind aber nur der erste Schritt zur \u201eInteroperabilit\u00e4t\u201c. Statt f\u00fcr jedes Datensystem ein eigenes Fingerabdruckidentifizierungs- oder Gesichtserkennungssystem zu entwickeln, empfehlen die ExpertInnen einen \u201egemeinsamen Dienst f\u00fcr den Abgleich biometrischer Daten\u201c, der den einzelnen Informationssystemen\u00a0\u2013 vom SIS bis hin zum EES\u00a0\u2013 vorgeschaltet w\u00e4re. W\u00fcrde ein Polizist beispielsweise das SIS anhand eines Fingerabdrucks abfragen, k\u00f6nnte dieser \u201eDienst\u201c zudem anzeigen, ob Daten zu dieser Person auch im VIS oder in Eurodac vorhanden sind. Am Ende der Entwicklung st\u00fcnde ein \u201egemeinsamer Speicher f\u00fcr Identit\u00e4tsdaten\u201c, in dem neben den Fingerabdr\u00fccken und Bildern auch \u201edie von einer Person behaupteten biographischen Identit\u00e4ten\u201c (Name, Geschlecht und Geburtsdatum) verzeichnet w\u00e4ren. Dem \u201eIdentit\u00e4tsbetrug\u201c soll damit ein Riegel vorgeschoben werden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus will die HLEG weitere L\u00fccken schlie\u00dfen. Sie fordert, auch die Ein- und Ausreisen von Drittstaatsangeh\u00f6rigen mit l\u00e4ngerfristigen Aufenthaltstiteln, die von den Mitgliedstaaten ausgegeben werden, sowie von B\u00fcrgerInnen der EU- und der assoziierten Schengen-Staaten zu erfassen \u2013 am besten in einem neuen Informationssystem. W\u00e4hrend die Kommission diesen Vorschlag zun\u00e4chst \u201epr\u00fcfen\u201c wollte, signalisierte der Rat umgehend seine Zustimmung.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u00a0 COM (2016) 205 final v. 6.4.2016, siehe Monroy, M.; Busch, H.: Europ\u00e4ische Datenbanken und Terrorismusbek\u00e4mpfung, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 112 (M\u00e4rz 2017), S. 55f.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u00a0 http:\/\/ec.europa.eu\/transparency\/regexpert\/index.cfm?do=groupDetail.groupDetail&amp; groupID=3435<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u00a0 <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/transparency\/regexpert\/index.cfm?do=groupDetail.group\">http:\/\/ec.europa.eu\/transparency\/regexpert\/index.cfm?do=groupDetail.group<\/a>Detail Doc&amp;id=32600&amp;no=1<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00a0 COM (2017) 261 final v. 16.5.2017; Ratsdok. 8797 v. 11.5.2017<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im April vergangenen Jahres pr\u00e4sentierte die EU-Kommission eine Mitteilung \u00fcber \u201e\u00fcber solidere und intelligentere Informationssysteme<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":13025,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[118,145],"tags":[],"class_list":["post-13023","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-cilip-113","category-meldungen-europa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13023","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13023"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13023\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/13025"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13023"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13023"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13023"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}