{"id":13109,"date":"2013-12-06T10:48:25","date_gmt":"2013-12-06T10:48:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=13109"},"modified":"2013-12-06T10:48:25","modified_gmt":"2013-12-06T10:48:25","slug":"polizeiliche-kriminalstatistik-berlin-2012-mehr-racial-profiling-weniger-aufgeklaerte-faelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=13109","title":{"rendered":"Polizeiliche Kriminalstatistik Berlin 2012:\u00a0Mehr Racial Profiling, weniger aufgekl\u00e4rte F\u00e4lle"},"content":{"rendered":"<h3>von Angelina Weinbender<\/h3>\n<p><strong>Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) f\u00fcr das Jahr 2012<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> schien wieder einmal zu best\u00e4tigen, dass die Kriminalit\u00e4t zugenommen habe und daf\u00fcr vor allem die \u201enicht-deutschen Tatverd\u00e4chtigen\u201c verantwortlich seien. Was bleibt von den Gewissheiten, wenn man die Statistik richtig liest?<\/strong><\/p>\n<p>Die PKS ist ein j\u00e4hrlich vom Polizeipr\u00e4sidenten herausgegebener Bericht, der polizeiliche T\u00e4tigkeitsdaten enth\u00e4lt. Der Bericht f\u00fcr das Jahr 2012 umfasst \u00fcber 200 Seiten mit \u00fcber 200 Tabellen und Diagrammen. Er bedarf f\u00fcnf Seiten an \u201eVorbemerkung und Begriffserl\u00e4uterungen\u201c und bietet eine f\u00fcnfseitige Zusammenfassung der Kernaussagen.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen ist die PKS ein Instrument zur Regulation von Verwaltungshandeln, mit dem Polizeihandeln dokumentiert und zuk\u00fcnftiges Handeln legitimiert werden kann. Die \u00fcberwiegend tabellarische Darstellung erfordert eine besondere Lesekunst (und ein besonderes Leseinteresse), die auf ein begrenztes Lesepublikum trifft.<!--more--><\/p>\n<p>Als Textgattung versprechen Tabellen einen hohen Informationsgrad und lesen sich eher sachlich und trocken. Sie erzeugen den Anschein von Wissenschaftlichkeit und verleihen Meinungen und Hypothesen Beweiskraft. Es lie\u00dfe sich sagen, in Deutschland wird etwas erst dann geglaubt, wenn es sich statistisch erfassen und tabellarisch darstellen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil aller Tabellen (nicht nur jener der PKS) l\u00e4sst sich jedoch nur mit Hilfe einiger Erl\u00e4uterungen wirklich verstehen und ist durch die Verwendung von K\u00fcrzeln und Zahlenschl\u00fcsseln f\u00fcr die meisten nicht lesbar. Oder w\u00fcssten Sie auf Anhieb, was eine \u201eTatverd\u00e4chtigenbelastungszahl\u201c oder eine \u201eBev\u00f6lkerungsgef\u00e4hrdungszahl\u201c ist?<\/p>\n<p>Unlesbare Tabellen sind damit eine Herrschaftstechnik: Sie erzeugen Abh\u00e4ngigkeit von ExpertInnenwissen und den Anschein von Objektivit\u00e4t. Die dazu gelieferten Interpretationen erwecken bei den Lesenden den Eindruck, eine Tabelle vollst\u00e4ndig erfasst oder zumindest die wichtigsten Informationen erhalten zu haben. Dabei gilt f\u00fcr Tabellen wie f\u00fcr andere Textgattungen auch, dass es immer mehr als eine \u201erichtige\u201c Interpretation gibt \u2013 entscheidend ist, wer welche Fragen stellt bzw. welche Antworten gesucht werden.<\/p>\n<p>In den meisten F\u00e4llen jedoch verstehen wir die uns vorgelegten Tabellen nicht bzw. wir haben nicht die Zeit oder machen uns nicht die M\u00fche, sie zu verstehen \u2013 wir schenken ihnen unseren Glauben.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Am 11.\u00a0April 2013, noch vor der offiziellen Pr\u00e4sentation der PKS im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses, unterzog die Berliner Morgenpost ihre LeserInnen einer solchen Glaubenspr\u00fcfung: Ihre Tabelle zeigt f\u00fcr 38 Straftaten bzw. Straftatengruppen die registrierten Fallzahlen in zwei Spalten f\u00fcr 2011 und 2012 \u2013 letztere fett gedruckt. Dahinter folgen in einer dritten Spalte die Ver\u00e4nderungen in 2012 gegen\u00fcber dem Vorjahr in Prozent. In dieser letzten Spalte haben die InfografikerInnen der Zeitung kleine farbige Quadrate hinzugesetzt: hellblau f\u00fcr \u201ekeine Ver\u00e4nderung\u201c, lindgr\u00fcn f\u00fcr \u201eR\u00fcckgang\u201c und ein kr\u00e4ftiges Rot f\u00fcr \u201eAnstieg\u201c.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Die Interpretation der Zeitung lautet: \u201eEs sind \u00fcberwiegend alarmierende Zahlen, die einigen Z\u00fcndstoff enthalten. Die neue Polizeiliche Kriminalit\u00e4tsstatistik (PKS) f\u00fcr das Land Berlin belegt in zahlreichen Bereichen erhebliche Zunahmen.\u201c<\/p>\n<p>Die Signalfarbe rot dominiert und die Interpretation der Zeitung scheint sofort einleuchtend. Sie bedarf weder eines genauen Hinsehens noch gr\u00f6\u00dferer Denkanstrengung, um als \u201erichtig\u201c erkannt zu werden. Die Lesenden k\u00f6nnen sich so ohne gr\u00f6\u00dfere Unterbrechung des Leseflusses wieder dem Zeitungsartikel widmen. Im Text werden sie auf eine weitere wichtige Kennzahl der PKS aufmerksam gemacht: die Aufkl\u00e4rungsquote. Demnach ist die Zahl der insgesamt registrierten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleichgeblieben, die Polizei konnte jedoch viel weniger als 2011 aufkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Diese Interpretationen entsprechen der dominanten Lesart, die nicht nur durch die \u201eBerliner Morgenpost\u201c, sondern auch von der Polizeidirektion verbreitet wird. Sie besteht im Wesentlichen aus der Aufz\u00e4hlung einzelner im Jahr 2012 registrierter Straftaten im Vergleich zum Jahr 2011 und lautet in etwa so: Mehr Mord und Totschlag, mehr schwere K\u00f6rperverletzung, mehr Raub und Sexualdelikte. Weniger Auto- und Ladendiebst\u00e4hle. Und insgesamt weniger Aufkl\u00e4rung durch die Polizei. Die LeserInnen werden kopfsch\u00fcttelnd zum n\u00e4chsten Artikel \u00fcbergehen \u2013 in der Annahme, die Tabelle und die darin enthaltenen Informationen vollst\u00e4ndig erfasst zu haben.<\/p>\n<h4>\u201eGenau hinsehen und sich nicht dumm machen lassen\u201c<\/h4>\n<p>Ein zweiter Blick auf die Tabelle und ein kurzer Blick auf die ersten f\u00fcnf Seiten des PKS-Berichts zeigen ein anderes Bild. N\u00e4mlich:<\/p>\n<ol>\n<li>Es geht bei der Polizei weniger um Mord und Totschlag, sondern vor allem um Diebstahl.<\/li>\n<li>Die PKS ist keine Kriminalstatistik, sondern ein polizeiliches T\u00e4tigkeitsregister.<\/li>\n<li>Tatverd\u00e4chtige sind noch keine T\u00e4terInnen, und<\/li>\n<li>ein Fall ist nicht gel\u00f6st, nur weil er aufgekl\u00e4rt ist.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Reihe nach:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Nicht Mord und Totschlag, sondern Diebstahl<\/strong><strong>: <\/strong>Wer die Tabelle der Berliner Morgenpost oder ihr Original in der PKS genauer betrachtet und sich dabei statt auf Farben und Steigerungsraten auf die Frage konzentriert, welche Straftaten PolizistInnen in ihrem Arbeitsalltag am h\u00e4ufigsten registrieren, erh\u00e4lt ein ganz anderes Bild als das Mord-und-Tot\u00adschlag-Szenario. PolizistInnen haben es n\u00e4mlich am h\u00e4ufigsten mit Dieb\u00adstahl (213.012 registrierte Delikte) und anderen Verm\u00f6gensdelikten (insg. 96.384 registrierte Delikte) zu tun. Sie f\u00fchren die Rangliste an, dicht gefolgt von \u201esonstigen Straftatbest\u00e4nden\u201c mit 93.023 registrierten Delikten, welche auch immer das sein m\u00f6gen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Doch welchen Informationsgehalt haben wir gewonnen, wenn wir wissen, dass PolizistInnen am h\u00e4ufigsten Diebstahlsdelikte registrieren? Oder dass die Anzahl der registrierten Mord- und Totschl\u00e4ge gestiegen ist? Wir wissen weder, wie viel Zeit die BeamtInnen f\u00fcr die Bearbeitung dieser Delikte tats\u00e4chlich aufbringen, noch welche Ressourcen daf\u00fcr erforderlich sind. Obwohl sowohl der Innensenat als auch die Gewerkschaft der Polizei ihre Forderungen nach mehr Polizei mit der PKS begr\u00fcnden, l\u00e4sst sich aus keiner ihrer 200 Seiten entnehmen, wie viele PolizistInnen in Berlin im Einsatz sind, noch f\u00fcr welche Deliktarten die meisten Ressourcen aufgewendet werden bzw. fehlen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Nicht Kriminalstatistik sondern polizeiliches T\u00e4tigkeitsregister<\/strong><strong>:<\/strong> Gleich zu Beginn, auf Seite 5 des PKS-Berichts ist zu lesen: \u201eDie Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik wird dadurch eingeschr\u00e4nkt, dass der Polizei ein Teil der begangenen Straftaten nicht bekannt wird.\u201c Wie gro\u00df dieser Teil ist, ist ebenfalls nicht bekannt. Die PKS erfasst demnach nicht die tats\u00e4chliche Anzahl von Straftaten oder das tats\u00e4chliche Ausma\u00df an Kriminalit\u00e4t, sondern kann lediglich die von der Polizei registrierten Straftaten wiedergeben. Sie dokumentiert also weniger Kriminalit\u00e4t, als vielmehr das Handeln der Polizei.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Es ist daher ebenso gut m\u00f6glich, dass die Polizei mehr Straftaten registriert, w\u00e4hrend die tats\u00e4chliche Kriminalit\u00e4t zur\u00fcckgeht. So ist die Zahl der von der Polizei registrierten Taschendiebst\u00e4hle zwar von 15.127 im Jahre 2011 auf 17.978 F\u00e4lle 2012 gestiegen. In Wirklichkeit k\u00f6nnten sich DiebInnen 2011 auch 70.000 Mal und 2012 nur in 50.000 F\u00e4llen aus Hosentaschen oder Rucks\u00e4cken bedient haben. Erfassen kann die Polizei nur die F\u00e4lle, die ihr angezeigt wurden oder die sie selbst durch Kontrollen aufgedeckt hat.<\/p>\n<p>Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist also im eigentlichen Sinne keine Kriminalstatistik, sondern vielmehr eine tabellarische Darstellung erledigter (und an die Staatsanwaltschaft abgegebener) F\u00e4lle, ein polizeiliches T\u00e4tigkeitsregister.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Tatverd\u00e4chtige sind noch keine T\u00e4terInnen<\/strong><strong>:<\/strong> In der PKS werden nicht nur einzelne Delikte, sondern auch die Anzahl der von der Polizei verd\u00e4chtigten Personen registriert. Wie viele dieser Tatverd\u00e4chtigen vor Gericht tats\u00e4chlich als T\u00e4terInnen best\u00e4tigt werden, l\u00e4sst sich nicht feststellen. Ein Abgleich \u201eist mit der Strafverfolgungsstatistik der Justiz wegen unterschiedlicher Erfassungsgrunds\u00e4tze, -daten und \u2011zeitpunkte\u201c nicht m\u00f6glich, hei\u00dft es wiederum in den PKS-Vorbemerkungen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die PKS erm\u00f6glicht demnach keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf T\u00e4terInnen oder T\u00e4terInnen-Kreise, sondern dokumentiert die Verd\u00e4chtigungen der Polizei. Wie viele davon tats\u00e4chlich berechtigt waren, l\u00e4sst sich der PKS nicht entnehmen. Mit der PKS k\u00f6nnen demnach keine Aussagen \u00fcber T\u00e4terInnen gemacht werden, zum Profiling der Polizei allerdings schon.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Ein Fall ist nicht gel\u00f6st, nur weil er aufgekl\u00e4rt ist<\/strong><strong>: <\/strong>Als \u201eaufgekl\u00e4rt\u201c gilt ein Fall nach PKS dann, wenn \u201emindestens ein Tatverd\u00e4chtiger namentlich\u201c registriert werden konnte. Unklar bleibt, ob der von der Polizei erhobene Tatverdacht auch tats\u00e4chlich zur Anklagerhebung und Verurteilung ausreicht oder ob das Verfahren eingestellt wird. Ein laut PKS aufgekl\u00e4rter Fall kann damit weiterhin ungekl\u00e4rt bleiben, in dem Sinn, dass einE T\u00e4terIn nicht ermittelt werden konnte.<\/li>\n<\/ol>\n<h4>Was die PKS \u00fcber das Profiling der Polizei verr\u00e4t<\/h4>\n<p>In der PKS werden Tatverd\u00e4chtige als Tr\u00e4gerInnen folgender Merkmale dargestellt: Geschlecht, Alter, Wohnort, Staatsangeh\u00f6rigkeit (und bei unter 21-J\u00e4hrigen der \u201eMigrationshintergrund\u201c). Weshalb vor allem diese vier bzw. f\u00fcnf Merkmale zur Darstellung der durch die Polizei verd\u00e4chtigten Personen verwendet werden, ist nicht ersichtlich. Ihre besondere Aussagekraft in Bezug auf Tatverd\u00e4chtige scheint es jedenfalls nicht zu sein, denn wie es im Vorwort der PKS zu \u201eTatverd\u00e4chtigen nach Staatsangeh\u00f6rigkeit\u201c hei\u00dft, sind \u201eweder Staatsangeh\u00f6rigkeit noch Herkunft kriminogene Faktoren \u2026 Als relevante soziologische Einflussfaktoren sind beispielhaft der Bildungsstand, mangelnde Sprachkenntnisse, eigene Gewalterfahrungen in der Kindheit, der Freundeskreis und die finanzielle Situation zu nennen.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Es \u00fcberrascht daher, dass keiner der relevanten soziologischen Einflussfaktoren bei der Darstellung in der PKS ber\u00fccksichtigt wird, w\u00e4hrend nicht-kriminogene Faktoren wie die Staatsangeh\u00f6rigkeit oder Herkunft bei allen Tatverd\u00e4chtigen erfasst werden.<\/p>\n<p>Bezeichnend ist weiter, dass Prozentangaben sich stets auf den Anteil der \u201eNichtdeutschen\u201c beziehen. Zwar bedarf es keiner gro\u00dfen Rechenk\u00fcnste, um den Anteil der Deutschen herauszufinden. Dennoch ist die einpr\u00e4gsame Wirkkraft nicht zu untersch\u00e4tzen, wenn immer nur von \u201enichtdeutschen Tatverd\u00e4chtigen\u201c zu lesen ist. Dar\u00fcber hinaus werden im gesamten PKS-Bericht Menschen ohne deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit zwar als \u201eNichtdeutsche\u201c bezeichnet; das sollte die Lesenden jedoch nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass hierunter zahlreiche Menschen fallen, die in Berlin geboren und sozialisiert worden sind.<\/p>\n<p>Der Sinn und Unsinn der Darstellung von \u201enichtdeutschen\u201c Tatverd\u00e4chtigen soll an zwei Beispielen verdeutlicht werden:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Sexueller Missbrauch von Kindern: <\/em>\u201eUnter den 414 ermittelten Tatverd\u00e4chtigen waren \u2026 65 (15,7 Prozent) Nichtdeutsche.\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/li>\n<li><em>Taschendiebstahl<\/em>: \u201eEs wurden f\u00fcr den Taschendiebstahl insgesamt 670 Tatverd\u00e4chtige (Vorjahr: 524) ermittelt \u2026 Der Anteil der nichtdeutschen Tatverd\u00e4chtigen betrug 74,0 Prozent (496 TV). 38,7 Prozent der Tatverd\u00e4chtigen hatten einen unbekannten bzw. nicht festen Wohnsitz (Vorjahr: 38,2 Prozent). Die \u00fcberwiegende Anzahl der nichtdeutschen Tatverd\u00e4chtigen stammte aus Rum\u00e4nien (179 TV bzw. 36,1 Prozent), Polen (58 TV bzw. 11,7 Prozent) und Bulgarien (35 TV bzw. 7,0 Prozent).\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir stellen also fest, dass bei sexuellem Missbrauch von Kindern der Anteil der deutschen Tatverd\u00e4chtigen mit rund 85 Prozent bei weitem \u00fcberwiegt, w\u00e4hrend bei Taschendiebstahl mit 74 Prozent mehrheitlich \u201enichtdeutsche\u201c, vor allem rum\u00e4nische Tatverd\u00e4chtige registriert wurden. Missbrauchen Deutsche also h\u00e4ufiger Kinder als Rum\u00e4nen, w\u00e4hrend Rum\u00e4nen h\u00e4ufiger als Deutsche klauen? Neigen Deutsche von ihrer Kultur her eher zu sexuellem Missbrauch an Kindern als Rum\u00e4nen, w\u00e4hrend Rum\u00e4nen mehr als Deutsche klauen?<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"412\">\u201eVerk\u00fcrzt gesagt\u201c<\/p>\n<p>\u201e<em>Es ist tats\u00e4chlich so, dass &#8230; es in den verschiedenen Kulturen einen anderen Umgang mit Gewalt gibt, das kann man so sagen, ich sag\u2018s mal verk\u00fcrzt: Manche, wie Asiaten beispielsweise, neigen wenig zu Gewalt, S\u00fcd- und Osteurop\u00e4er statistisch gesehen etwas mehr; so gesehen ist das schon in gewisser Weise relevant, ich w\u00fcrde auch die gesonderte Erfassung von Tatverd\u00e4chtigen mit Migrationshintergrund nicht als rassistisch sehen, weil es schon irgendwo etwas aussagt \u00fcber den Erfolg unserer Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen und der Integration<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Der Berliner Polizeipr\u00e4sident Klaus Kandt bei der Vorstellung der PKS am 16.\u00a0April 2013<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Wie oben dargestellt, lassen sich mit den Angaben der PKS keine Schl\u00fcsse auf das Ausma\u00df der \u201ewirklichen\u201c Kriminalit\u00e4t und darin involvierter T\u00e4terInnen ziehen. Die Aufteilung der Tatverd\u00e4chtigen in Deutsche\/Nichtdeutsche ist ebenso willk\u00fcrlich und genauso wenig aussagekr\u00e4ftig wie eine Aufteilung nach Schuhgr\u00f6\u00dfe. Was jedoch nicht \u00fcber die rassistische Schlagkraft solcher Einteilungen hinwegt\u00e4uschen sollte.<\/p>\n<h4>Exkurs: Vertrauen in Polizei und \u00d6ffentlichkeit<\/h4>\n<p>Je nach Deliktsbereich erh\u00e4lt die Polizei auf unterschiedlichen Wegen Kenntnis \u00fcber eine vorgefallene Straftat. Die Erfassung von Rauschgiftdelikten ist beispielsweise \u00fcberwiegend vom Kontrollverhalten der Polizei abh\u00e4ngig, w\u00e4hrend sie im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern auf die Anzeigebereitschaft der Opfer angewiesen ist. Dass in diesem Deliktsbereich 85 Prozent der Tatverd\u00e4chtigen \u201edeutsch\u201c \u2013 im Sinne der Staatsb\u00fcrgerschaft \u2013 sind, hei\u00dft nicht, dass \u201eDeutsche\u201c eher zu sexuellem Missbrauch neigen, vielmehr l\u00e4sst sich daraus der R\u00fcckschluss ziehen, dass die Anzeigebereitschaft \u201edeutscher\u201c Opfer gr\u00f6\u00dfer ist, als die \u201enichtdeutscher\u201c, dass \u201edeutsche\u201c Opfer also eher darauf vertrauen, dass ihnen Polizei und \u00d6ffentlichkeit Glauben schenken und sie einen sensiblen Umgang erwarten k\u00f6nnen. Denn \u201eeine nicht unbedeutende Rolle spielt der Umgang der \u00d6ffentlichkeit, insbesondere der Medien, mit diesem Kriminalit\u00e4tsbereich. Opfer trauen sich h\u00e4ufig erst durch das Wissen darum, dass sie nicht alleine betroffen sind und auch nicht alleine gelassen werden, eine entsprechende Anzeige zu erstatten.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Die Polizei ist in vielen Bereichen ihrer Arbeit vom Anzeigeverhalten der Betroffenen und ihres Umfelds abh\u00e4ngig. Die mangelnde Anzeigebereitschaft von MigrantInnen ist dabei ein deutliches Indiz institutioneller rassistischer Diskriminierung in dem Sinne, dass eine Organisation (hier die Polizei) nicht dazu in der Lage ist, Menschen unabh\u00e4ngig von ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Kultur ihre Dienstleistungen angemessen und professionell anzubieten.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<h4>Racial Profiling in der Berliner Polizeiarbeit<\/h4>\n<p>Interpretieren wir die PKS also nicht als Kriminalstatistik, sondern als polizeiliches T\u00e4tigkeitsregister, dann lesen sich die Zahlen beispielsweise zu Taschendiebstahl wie folgt: Die Polizei konnte insgesamt 17.978 Taschendiebst\u00e4hle registrieren. Zu lediglich 784 F\u00e4llen (weniger als 5\u00a0Prozent) konnten Tatverd\u00e4chtige ermittelt werden. In 70 Prozent dieser \u201eaufgekl\u00e4rten\u201c F\u00e4lle wurden \u201eNichtdeutsche\u201c verd\u00e4chtigt, am h\u00e4ufigsten MigrantInnen aus Rum\u00e4nien, Polen und Bulgarien.<\/p>\n<p>Interessanterweise erfahren wir bei Taschendiebst\u00e4hlen (und leider bei keinem anderen in der PKS aufgef\u00fchrten Delikt) N\u00e4heres \u00fcber die Ermittlungen. Bei insgesamt 670 Tatverd\u00e4chtigen \u201eerfolgten insgesamt 261 Festnahmen. Daraus resultierten 137 Vorf\u00fchrungen, in deren Folge 90 Tatverd\u00e4chtige einen Untersuchungshaftbefehl erhielten. Neun weitere Tatverd\u00e4chtige wurden im Rahmen des besonders beschleunigten Verfahrens verurteilt.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Das bedeutet: Bei gerade einmal 15 Prozent der Verd\u00e4chtigten reichte der Tatverdacht f\u00fcr die Er\u00f6ffnung eines Gerichtsverfahrens. F\u00fcr 85 Prozent blieb es beim blo\u00dfen polizeilichen Verdacht.<\/p>\n<p>Die seit 2007 in diesem Bereich kontinuierlich sinkende Aufkl\u00e4rungsquote wirft dar\u00fcber hinaus Fragen \u00fcber die Effizienz polizeilicher Ermittlungen auf. Inwieweit lie\u00dfe sich beispielsweise die Aufkl\u00e4rungsquote erh\u00f6hen, wenn der Kreis der Tatverd\u00e4chtigen nicht haupts\u00e4chlich \u201eNichtdeutsche\u201c umfassen w\u00fcrde? Verhindern herkunftsbasierte Personenermittlungen (Racial Profiling) der Berliner Polizei die Aufkl\u00e4rung von Taschendiebst\u00e4hlen?<\/p>\n<h4>Racial Profiling und verringerte Aufkl\u00e4rungsquote<\/h4>\n<p>Es mag wenig \u00fcberraschen, dass unter dem CDU-gef\u00fchrten Innensenat der Anteil der von der Polizei verd\u00e4chtigten MigrantInnen der h\u00f6chste der letzten zehn Jahre ist. Er ist von 25,7 Prozent aller Tatverd\u00e4chtigen im Jahr 2007 stetig auf 32,7 Prozent im Jahre 2012 angestiegen.<\/p>\n<p>2007 wurde aber nicht nur die niedrigste Quote \u201enichtdeutscher\u201c Tatverd\u00e4chtiger verzeichnet, sondern mit 50,4 Prozent auch die h\u00f6chste Aufkl\u00e4rungsquote erzielt. Seitdem sinkt sie kontinuierlich. 2012 stellt nicht nur die Spitze der Verd\u00e4chtigungen gegen\u00fcber MigrantInnen in den letzten zehn Jahren dar, sondern ist auch das Jahr, in dem die wenigsten F\u00e4lle aufgekl\u00e4rt werden konnten.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich also festhalten, dass die PKS eine F\u00fclle an Informationen enth\u00e4lt, die sich je nach Interessenlage unterschiedlich pr\u00e4sentieren und interpretieren lassen. Sie ist weniger eine Kriminalstatistik als vielmehr eine Dokumentation polizeilichen Handelns. Sie enth\u00e4lt wenige bis gar keine Informationen \u00fcber Straft\u00e4terInnen.<\/p>\n<h4>Aufkl\u00e4rungsquoten und \u201enichtdeutsche\u201c Tatverd\u00e4chtige<\/h4>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"47\">Jahr<\/td>\n<td width=\"85\">Registrierte Straftaten<br \/>\ninsgesamt<\/td>\n<td width=\"76\">Aufkl\u00e4rungsquote<\/td>\n<td width=\"104\">Anzahl \u201enichtdeutscher\u201c Tat\u00adverd\u00e4chtiger<\/td>\n<td width=\"95\">Anteil \u201eNichtdeutscher\u201c an allen Tatverd\u00e4chtigen*<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"47\">2003<\/td>\n<td width=\"85\">563.905<\/td>\n<td width=\"76\">49,7 %<\/td>\n<td width=\"104\">44.074<\/td>\n<td width=\"95\">28,6 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"47\">2004<\/td>\n<td width=\"85\">539.667<\/td>\n<td width=\"76\">48,5 %<\/td>\n<td width=\"104\">40.571<\/td>\n<td width=\"95\">28,1 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"47\">2005<\/td>\n<td width=\"85\">509.175<\/td>\n<td width=\"76\">47,8 %<\/td>\n<td width=\"104\">41.695<\/td>\n<td width=\"95\">27,6 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"47\">2006<\/td>\n<td width=\"85\">496.797<\/td>\n<td width=\"76\">50,2 %<\/td>\n<td width=\"104\">41.840<\/td>\n<td width=\"95\">26,1 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"47\">2007<\/td>\n<td width=\"85\">496.163<\/td>\n<td width=\"76\">50,4 %<\/td>\n<td width=\"104\">41.960<\/td>\n<td width=\"95\">25,7 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"47\">2008<\/td>\n<td width=\"85\">482.765<\/td>\n<td width=\"76\">49,5 %<\/td>\n<td width=\"104\">41.470<\/td>\n<td width=\"95\">26,6 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"47\">2009<\/td>\n<td width=\"85\">496.468<\/td>\n<td width=\"76\">49,4 %<\/td>\n<td width=\"104\">44.162<\/td>\n<td width=\"95\">27,7 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"47\">2010<\/td>\n<td width=\"85\">475.021<\/td>\n<td width=\"76\">48,4 %<\/td>\n<td width=\"104\">45.149<\/td>\n<td width=\"95\">29,7 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"47\">2011<\/td>\n<td width=\"85\">494.385<\/td>\n<td width=\"76\">46,1 %<\/td>\n<td width=\"104\">45.255<\/td>\n<td width=\"95\">31,2 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"47\">2012<\/td>\n<td width=\"85\">495.297<\/td>\n<td width=\"76\">44,7 %<\/td>\n<td width=\"104\">43.793<\/td>\n<td width=\"95\">32,7 %<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>* tats\u00e4chlicher Anteil nach Fehleranalyse<br \/>\nQuelle: Der Polizeipr\u00e4sident in Berlin: Polizeiliche Kriminalstatistik 2012<\/p>\n<p>Sie verr\u00e4t jedoch viel \u00fcber die Verdachtsmuster der Polizei. Dabei l\u00e4sst sich \u00fcber die Jahre hinweg eine beunruhigende Zunahme an Verd\u00e4chtigungen gegen\u00fcber MigrantInnen beobachten, die 2012 ihren bisherigen H\u00f6hepunkt erreichen. Auff\u00e4llig ist des Weiteren, dass mit zunehmender Anzahl \u201enichtdeutscher Tatverd\u00e4chtiger\u201c die Aufkl\u00e4rungsquote der Polizei sinkt und 2012 entsprechend ihren Tiefpunkt erreicht.<\/p>\n<p>Kurz: Laut PKS 2012 gibt es in Berlin mehr Racial Profiling und weniger aufgekl\u00e4rte F\u00e4lle.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0 Der Polizeipr\u00e4sident in Berlin: Polizeiliche Kriminalstatistik Berlin 2012, Berlin April 2013, www.berlin.de\/polizei\/kriminalitaet\/pks.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0 vgl. Br\u00fcchert, O.: Tabellen als Text interpretieren: Eine vernachl\u00e4ssigte Kulturtechnik, in: Steinert, H. (Hg.): Zur Kritik der empirischen Sozialforschung. Ein Methodengrundkurs, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universit\u00e4t, Frankfurt\/M. 1998<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0 Die Angaben der \u201eInfografik\u201c sind der \u201etabellarischen Kurz\u00fcbersicht \u00fcber die Fallzahlen\u201c aus der PKS entnommen, s. Der Polizeipr\u00e4sident a.a.O. (Fn. 1), S. 13; der Artikel samt Tabelle online: www.morgenpost.de\/berlin-aktuell\/article115220570\/Mord-Raub-und-Einbrueche-nehmen-in-Berlin-stark-zu.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0 Der Polizeipr\u00e4sident in Berlin a.a.O. (Fn. 1), S. 120<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0 ebd., S. 26<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0 ebd., S. 51; TV = Tatverd\u00e4chtige<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0\u00a0 ebd., S. 27<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0\u00a0 vgl. u.a. den \u201eMacpherson-Report\u201c von 1999 \u00fcber die Ermittlungen der Londoner Polizei im Falle des rassistischen Mordes an dem schwarzen Studenten Stephen Lawrence im Jahre 1993: Macpherson, W.: The Stephen Lawrence Inquiry, London 1999, www.ar<br \/>\nchive.official-documents.co.uk\/document\/cm42\/4262\/4262.htm<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0\u00a0 Der Polizeipr\u00e4sident a.a.O. (Fn. 1), S. 51<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Angelina Weinbender Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) f\u00fcr das Jahr 2012[1] schien wieder einmal zu<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,109],"tags":[284,1075,1094,1177],"class_list":["post-13109","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-104","tag-berlin","tag-pks","tag-polizei","tag-racial-profiling"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13109","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13109"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13109\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13109"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13109"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13109"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}