{"id":14892,"date":"1978-05-03T17:45:42","date_gmt":"1978-05-03T17:45:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=14892"},"modified":"1978-05-03T17:45:42","modified_gmt":"1978-05-03T17:45:42","slug":"editorial-der-nullnummer-wozu-ein-informationsdienst-zur-polizeientwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=14892","title":{"rendered":"Wozu ein Informationsdienst zur Polizeientwicklung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Motto \u201eWer bewacht die W\u00e4chter?\u201c<\/strong><\/p>\n<h4>1. Notwendigkeit und Nutzen<\/h4>\n<p>Die R\u00fcstungs- und entsprechend die Entwicklungen des Milit\u00e4rs zu untersuchen und fortlaufend zu dokumentieren, versteht sich von selbst. Jede Tageszeitung berichtet immer wieder \u00fcber Waffenentwicklungen, neue Abwehrsysteme, besondere Tr\u00e4gerraketen, das neue Ph\u00e4nomen der &#8222;Killer-Satelliten&#8220; u.\u00e4.m. &#8222;Krieg und Kriegsgeschrei&#8220; brauchen ihre gesellschaftliche Relevanz auch dort nicht nachzuweisen, wo es noch um ihre Vorbereitung geht. Die fast nicht mehr vorstellbaren Zerst\u00f6rungspotentiale und die damit verbundenen \u00c4ngste, die \u00d6konomie der R\u00fcstungsproduktion, der Waffenhandel und das Schauspiel der Abr\u00fcstungsverhandlungen erzwingen geradezu Aufmerksamkeit. Freilich ist es durch die relativ breit gestreuten Informationen trotz versuchter und gelungener Geheimhaltung im Detail und im Hinblick auf weitere Entwicklungen, Informationen, die auch vor allem durch qualifizierte Informationsdienste gew\u00e4hrleistet werden, noch nicht gesichert, da\u00df der Kontrolle von R\u00fcstungs- und Milit\u00e4rentwicklung irgendein Erfolg beschieden ist.<!--more--><\/p>\n<p>R\u00fcstungs- und Milit\u00e4rentwicklung besitzen jedenfalls fragloses Gewicht, Entscheidungen \u00fcber Leben und Tod ganzer Gesellschaften sind angesprochen, und auch dort, wo es aktuell nicht um diese Entscheidungen geht, stellen R\u00fcstungs- und Milit\u00e4rausgaben und Institutionen jeweils einen betr\u00e4chtlichen Haushalts- und Machtfaktor dar. Sind Polizei-Entwicklung und Polizei-Ausgaben damit in Gr\u00f6\u00dfenordnung und Gewicht \u00fcberhaupt vergleichbar? Die Polizei hat nicht nur einen viel geringeren Umfang und ein viel geringeres Potential an Gewaltmitteln, die Polizei verf\u00fcgt auch dann, wenn man die verbesserte Waffenausstattung und die technologische Entwicklung der Polizei-Instrumente ber\u00fccksichtigt, \u00fcber kein der milit\u00e4rischen R\u00fcstung vergleichbares Vernichtungspotential. Vor allem aber ist die Funktion der Polizei anders. Die Polizei hat die Aufgabe, Sicherheit und Ordnung im Inneren zu sichern, nicht den Staat als ganzes gegen m\u00f6gliche Aggressoren von au\u00dfen zu verteidigen. Die Polizei ist auf die B\u00fcrger des eigenen Landes als eine mit spezifischen Sanktionen ausgerichtete Regulierungsinstanz bezogen.<\/p>\n<blockquote class=\"alignright\"><p>&#8222;Ver\u00e4nderungen der liberalen Demokratie, die durch den Funktionswandel der Polizei und ihre ver\u00e4nderten Instrumente bewirkt werden k\u00f6nnen oder schon bewirkt worden sind, fallen nicht auf.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Allerdings: Ganz abgesehen davon, da\u00df Polizei und Milit\u00e4r, gerade auch im Hinblick auf die innenpolitische Wirkung, in der Regel zwar nicht als Einheit, so doch in ihren wechselseitigen Bez\u00fcgen und Erg\u00e4nzungen behandelt werden m\u00fcssen, besteht die Gefahr, da\u00df die Polizei-Entwicklung und die Entwicklung der polizeilichen Instrumente in der \u00d6ffentlichkeit kaum zur Kenntnis genommen werden. Die Polizei wirkt in ihrer allt\u00e4glichen Funktion viel zu sehr als Teil unseres Alltags, unserer Normalit\u00e4t, die Entwicklung polizeilicher Instrumente erscheint viel zu wenig spektakul\u00e4r. Dieser nur angesichts als besonders unangemessen empfundener Polizeieins\u00e4tze allenfalls vor\u00fcbergehend modifizierte Sachverhalt hat zur Folge, da\u00df die Polizei-Entwicklung \u00fcber Geb\u00fchr verharmlost wird. Ver\u00e4nderungen der liberalen Demokratie, die durch den Funktionswandel der Polizei und ihre ver\u00e4nderten Instrumente bewirkt werden k\u00f6nnen oder schon bewirkt worden sind, fallen nicht auf.<\/p>\n<p>a) Daten von und \u00fcber Polizei<\/p>\n<p>Dem Mangel an \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit entspricht die Vorsicht der Polizei und der Geheimdienste, Informationen \u00fcber sich selber, ihre Struktur und Vorgangsweise nicht zu publizieren. Die \u00d6ffentlichkeitsscheu der Polizei und der Geheimdienste ist notorisch. Diese \u00d6ffentlichkeitsscheu verst\u00e4rkt angesichts der modernen Datenverarbeitung die Gefahr, da\u00df B\u00fcrgerdaten in Informationsmaschinen gespeichert und hinter dem Mantel der Geheimhaltung addiert werden, ohne da\u00df die Betroffenen je davon erfahren. Allzu schnell wird die \u00d6ffentlichkeitsscheu der polizeilichen Dienste dadurch gerechtfertigt, da\u00df es zum Metier der Polizei geh\u00f6re, in der Regel eher im Verborgenen zu handeln. Ein Kriminalpolizist k\u00f6nne schlie\u00dflich nicht laut ank\u00fcndigen, wolle er Erfolg haben, da\u00df er einen Drogenh\u00e4ndler zu einer ganz bestimmten Zeit an einem ganz bestimmten Ort festnehmen wolle. Da\u00df der Polizei- und Geheimdienstapparat krebsartig sich ausweiten k\u00f6nne, da\u00df Erfolg als Erfolg des b\u00fcrokratisch-technischen Ausbaus; vielmehr des Abbaus der liberalen Demokratie, qualifiziert werden k\u00f6nnte, geht angesichts des vorschnellen Verst\u00e4ndnisses f\u00fcr polizeiliche Aktionen verloren.<\/p>\n<p>Viele Zeichen deuten aber darauf hin, da\u00df die liberal-rechtsstaatlichen Demokratien durch ihre eigenen Verfahrensweisen, durch die Tendenzen der Konzentration und Zentralisation insbesondere, einschlie\u00dflich der damit einhergehenden B\u00fcrokratisierung gef\u00e4hrdet werden. Viele Zeichen deuten auch darauf hin, da\u00df der Gewaltapparat im Inneren, sprich: die Polizei- und Informationsdienst mehr als je zuvor zu zentralen Steuerungsagenturen einer exekutiv definierten Stabilit\u00e4t werden. Besteht auch nur die M\u00f6glichkeit, da\u00df diese Beobachtungen nicht ganz falsch sind, dann erscheint es dringend erforderlich, die \u00f6ffentlich zugangliche Information \u00fcber Polizei- und Polizei-Entwicklung zu vergr\u00f6\u00dfern und zu verbreitern, um damit die Debatte \u00fcber den Stellenwert und die Wirkungsweise der Polizei wach zu halten.<\/p>\n<blockquote class=\"alignright\"><p>&#8222;Viele Zeichen deuten aber darauf hin, da\u00df die liberal-rechtsstaatlichen Demokratien einschlie\u00dflich der damit einhergehenden B\u00fcrokratisierung gef\u00e4hrdet werden.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr den liberalen Rechtsstaat eintreten und die Polizei in ihrer Entwicklung und in ihren Instrumenten genau beobachten, ist eines. Denn die Polizei mag durchaus immer wieder &#8222;Freund und Helfer&#8220; sein, sie ist aber zugleich und zuerst auch Staatsdiener im eigentlichen Sinne, herrschaftssichernde Instanz. So kommt auch die Aussage eines von der bundesdeutschen Polizei in Auftrag gegebenen Gutachtens von 1975 nicht ganz von ungef\u00e4hr: &#8222;Es ist jedoch nicht ganz zutreffend zu sagen, der Polizei obliege der Schutz der Grundrechte, &#8211; denn zum einen bilden die Grundrechte ja vor allem Abwehrrechte gegen den Staat und seine Organe. Da aber die Polizei selbst eine staatliche Institution ist, kann es schwerlich ihre Aufgabe sein, den B\u00fcrger gegen staatliche Ein- und \u00dcbergriffe zu sch\u00fctzen.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/1978\/07\/CILIP_000_Wer_schuetzt_uns_vor_der_Polizei.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-14896\" src=\"https:\/\/www.cilip.de\/wp-content\/uploads\/1978\/07\/CILIP_000_Wer_schuetzt_uns_vor_der_Polizei.png\" alt=\"\" width=\"367\" height=\"343\" srcset=\"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/1978\/07\/CILIP_000_Wer_schuetzt_uns_vor_der_Polizei.png 367w, https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/1978\/07\/CILIP_000_Wer_schuetzt_uns_vor_der_Polizei-300x280.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 367px) 100vw, 367px\" \/><\/a>Will man aber um der \u00f6ffentlichen Diskussion und Kontrolle willen &#8211; und Polizeikontrolle erfolgt letztlich nur durch \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Polizei, ihre Strukturen und Instrumente, ihre Vorgangsweisen und Erfolge informieren, kommt es vorrangig darauf an, da\u00df diese Informationen seri\u00f6s sind, d.h. da\u00df nicht irgendwelche disparaten Daten zu Schauerm\u00e4rchen aufgeputzt oder Einzelereignisse zu einer systematischen Eigenart uminterpretiert werden. Weiterhin kommt es darauf an, da\u00df diese verl\u00e4\u00dflichen Informationen, die jeweils klar zu benennen sind, aussagekr\u00e4ftig sind. Es hat keinen Sinn, nur zu berichten, da\u00df etwa das Personal der Polizei zugenommen habe, oder da\u00df dieses oder jenes Ereignis zu beobachten gewesen sei, ohne den Stellenwert und das Gewicht der entsprechenden Information auszumachen.<\/p>\n<blockquote class=\"alignright\"><p>&#8222;Es kommt darauf an, da\u00df Informationen nicht zu Schauerm\u00e4rchen aufgeputzt oder Einzelereignisse zu einer systematischen Eigenart uminterpretiert werden.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Dem Ziel, zuverl\u00e4ssige und aussagekr\u00e4ftige Daten zu pr\u00e4sentieren, stellen sich aber erhebliche Hindernisse in den Weg, die vor allem dadurch gegeben sind, da\u00df die Polizei und insbesondere die Geheimdienste die Geheimhaltepraxis so weit wie m\u00f6glich ausdehnen und hinter dem Schild des angeblichen Sachzwangs unkontrolliert verfahren. Deswegen mu\u00df man versuchen, polizeiliche Informationen aus verschiedenen Bereichen zusammenzustellen und im Kontext der bekannten Strukturen und im Hinblick auf eine l\u00e4nger beobachtete Entwicklung zu interpretieren suchen. Folgende Quellen kommen u.a. in Frage:<br \/>\n&#8211; Auswertung der offiziellen Statistiken, der Kriminalstatistik, der polizeilichen Information, budget\u00e4rer Informationen u.\u00e4.; Versuch, aus der Kriminalstatistik das positive und ex negativo auch das negative T\u00e4tigkeitsprofil der Polizei zu rekonstruieren;<br \/>\n&#8211; Auswertung von Zeitungsmeldungen, die mosaikartig zusammenzusetzen sind, so da\u00df sich trotz der hohen Selektivit\u00e4t der Zeitungsmeldungen doch wiederum systematische Schlu\u00dffolgerungen unter ganz bestimmten Kautelen nahelegen;<br \/>\n&#8211; Interpretation bestimmter Handlungen und Resultate (Zahl der Todessch\u00fcsse u.\u00e4.), insbesondere Interpretation bekannt gewordener Einzelf\u00e4lle, die z.T. schlaglichtartig das normale Verfahren der Polizei beobachten lassen.<\/p>\n<p>Weitere Quellenbereiche kommen je nach Situation hinzu. In jedem Fall gilt es, die Verl\u00e4\u00dflichkeit der Daten und Dokumente zu \u00fcberpr\u00fcfen und die Quelle jeweils eindeutig zu sichern. Gleichzeitig ist es aber auch vonn\u00f6ten, da\u00df man scheinbar entfernt liegende Quellen benutzt und aus einer Reihe von verschiedenen Quellen ein einigerma\u00dfen ann\u00e4herungshaft stimmiges Gesamtbild zusammensetzt.<\/p>\n<p>b) Europ\u00e4ische Polizeidaten<\/p>\n<p>Der polizeiliche Informationsdienst soll nicht auf die Bundesrepublik beschr\u00e4nkt werden. Denn obwohl die Verh\u00e4ltnisse in den vergleichbaren westlichen L\u00e4ndern aufgrund verschiedener Traditionen und aktueller Probleme nicht in jeder Hinsicht vergleichbar sind, l\u00e4\u00dft sich vermuten, da\u00df die Gefahr einer &#8222;Transformation des liberalen Rechtsstaats&#8220;, die vor allem auch durch interne Prozesse in den einzelnen L\u00e4ndern heraufbeschworen wird, \u00fcberall gegeben ist, wenn sie auch verschiedene Formen annimmt. Nicht nur droht, da\u00df das, was als &#8222;innere Sicherheit&#8220;, als Stabilit\u00e4t einer Gesellschaft gilt, von Polizei und Geheimdiensten wesentlich mitbestimmt wird, sondern da\u00df auch deren Sicherungspraxis sich zunehmend \u00f6ffentlicher Kontrolle entzieht.<\/p>\n<blockquote class=\"alignright\"><p>&#8222;Gerade deswegen kommt es darauf an, diese Daten so genau und systematisch und so andauernd wie m\u00f6glich zusammenzutragen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Um aber die jeweiligen spezifischen und generalisierbaren Probleme ermitteln zu k\u00f6nnen, um den m\u00f6glichen Zusammenhang zwischen den Entwicklungen in den einzelnen Staaten herausarbeiten zu k\u00f6nnen, um schlie\u00dflich ad\u00e4quate strategische Ansatzpunkte einer m\u00f6glichen Ver\u00e4nderung ausmachen zu k\u00f6nnen, bedarf es der Zusammenstellung und Publikation der Polizei-Informationen nicht nur in einem Lande.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich sind der Erhebung, den Vergleich von Polizei-Informationen in verschiedenen L\u00e4ndern, seien sie auch strukturell noch so verwandt, erhebliche Schwierigkeiten entgegengesetzt. Es besteht allemal die Gefahr, greift man isoliert irgendwelche Daten oder Vorf\u00e4lle heraus und vergleicht man solche Daten und Vorf\u00e4lle zwischen verschiedenen L\u00e4ndern, da\u00df man Kraut und R\u00fcben miteinander in Beziehung setzt. Gerade deswegen kommt es darauf an, da\u00df in diesem Polizei-Informationsdienst nicht nur zwei\/drei Datenreihen, etwa zur Personalentwicklung, zur Entwicklung der Haushaltsausgaben und zu den von der Polizei verursachten Todesf\u00e4llen pr\u00e4sentiert werden, sondern da\u00df mittel- und langfristig versucht wird, Entwicklungen der polizeilichen St\u00e4rke, der polizeilichen Instrumente und der polizeilichen &#8218;Erfolge&#8216; mit der rechtlichen und organisatorischen Entwicklung zusammenzubringen. Demgem\u00e4\u00df versucht dieser Informationsdienst auch, nicht nur jeweils auf die Wichtigkeit der Reflexion des Indikatorenwertes von Daten aufmerksam zu machen, sondern neben der Dokumentation polizeilicher Entwicklung im engeren Sinne rechtlich-organisatorische Ver\u00e4nderungen mit zu dokumentieren.<\/p>\n<p>c) Polizei und Geheimdienste<\/p>\n<p>Da unser Interesse dem Zustand und der Entwicklung des liberalen Rechtsstaates gilt, insofern dessen Zustand und Entwicklung durch die Entwicklung der Polizei, ihrer Instrumente und der Art ihrer T\u00e4tigkeit beeinflu\u00dft werden, w\u00e4re es falsch, den Informationsdienst allein auf die Polizei-Entwicklung im engeren Sinne zu beschr\u00e4nken. Vielmehr mu\u00df daran gelegen sein, auch \u00fcber die Institutionen mit zu informieren, die der Polizei in zunehmendem Ma\u00dfe vorgelagert sind und den polizeilichen Bereich in Gebiete erstrecken, die man oft nur noch vermuten kann. Kurz, es geht darum, auch die Geheimdienste in diesen Informationsdienst dokumentarisch einzubeziehen. Gerade im Hinblick auf die letzteren gilt, da\u00df sie informationell nur schwer zu fassen sind, und da\u00df man oft auf sehr disparate Informationen und schlaglichtartig Klarheit schaffende Einzelereignisse angewiesen ist. Gerade deswegen kommt es darauf an, diese Daten so genau und systematisch und so andauernd wie m\u00f6glich zusammenzutragen.<\/p>\n<p>d) Polizei und \u00f6ffentliche Kontrolle<\/p>\n<blockquote class=\"alignright\"><p>&#8222;Es wird nicht ausbleiben, da\u00df dieser Informationsdienst kritisch be\u00e4ugt und auch in dieser oder jener Weise zu behindern versucht werden wird.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Es geht aber nicht nur darum zu dokumentieren, was mit der Polizei geschieht, sondern gerade um der \u00f6ffentlichen Funktion dieses Informationsdienstes gerecht zu werden, geht es auch darum zu dokumentieren, welche verschiedenen Formen von Kontrolle von Polizei und Geheimdiensten in den verschiedenen L\u00e4ndern zu beobachten sind, welche Varianten m\u00f6glicherweise probiert werden, ob es auch formell private Ans\u00e4tze der Kontrolle gibt usw. Deswegen haben wir zwei Abschnitte vorgesehen, die diesen alternativen Kontrollformen und Ans\u00e4tzen eine kritische \u00d6ffentlichkeit zu schaffen, dienen sollen.<\/p>\n<p>Es wird nicht ausbleiben, das liegt nun einmal an dem Versuch, die offiziellen W\u00e4chter selbst zu \u00fcberwachen, da\u00df dieser Informationsdienst kritisch be\u00e4ugt und auch in dieser oder jener Weise zu behindern versucht werden wird. Auf diese M\u00f6glichkeiten mu\u00df man sich auf jeden Fall einrichten. Da\u00df solche Erw\u00e4gungen \u00fcberhaupt auftauchen, zeigt aber umso mehr, wie wichtig es ist, vorrangiger als viele anderen Aufgaben von Sozialwissenschaftlern und Journalisten, sich der \u00f6ffentlichen Kontrolle des nicht \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich Gemachten zu widmen. Staatserhaltend i.S. des liberalen Rechtsstaates und der Grundrechte ist nicht schon, was ohne Beleg nur durch den offiziellen Schutz als staatserhaltend behauptet wird.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich braucht nicht verschwiegen zu werden, da\u00df dieser Informationsdienst, auch wenn er eine gute Qualit\u00e4t, viele Mitarbeiter und eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Verbreitung gewinnt, nur wie ein kleiner David wirken kann, der gegen\u00fcber dem riesigen Goliath der etablierten Polizei und der Geheimdienste nur mit einer kleinen Schleuder \u00f6ffentlicher Informationen zu arbeiten vermag. Dies ist gewi\u00df wenig, vielleicht zu wenig, da Davids Erfolg nicht f\u00fcr diesen Informationsdienst vorweg verbucht werden darf. Aber alles, was angesichts beobachtbarer Tendenzen getan werden kann, um rechtsstaatliche Verfahren, bezogen auf die Substanz der Grund- und Menschenrechte zu verteidigen bzw. ihre Gef\u00e4hrdung zu dokumentieren, sollte man versuchen. Das Medium der \u00d6ffentlichkeit, das wir mit diesem Informationsdienst schaffen wollen, ist aber nach wie vor das Medium, das dem liberalen Rechtsstaat von seiner Bestimmung her verstanden angemessen ist.<\/p>\n<h4><a href=\"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/1978\/07\/CILIP_000_Grafik_Editorial.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-14905\" src=\"https:\/\/www.cilip.de\/wp-content\/uploads\/1978\/07\/CILIP_000_Grafik_Editorial.png\" alt=\"\" width=\"508\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/1978\/07\/CILIP_000_Grafik_Editorial.png 508w, https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/1978\/07\/CILIP_000_Grafik_Editorial-300x115.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/a>2. Vorschl\u00e4ge zur praktischen Ausf\u00fcllung des Newsletter-Konzeptes<\/h4>\n<p>Die Funktion des Newsletter, kritische \u00d6ffentlichkeit herzustellen, ist nur zu erreichen, wenn sich eine Vielzahl von Mitarbeitern in den einzelnen L\u00e4ndern Westeuropas findet. Der Newsletter kann kein Informations d i e n s t sein, bei dem Informationen, Analysen und Berichte abonniert und abgerufen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Initiatoren dieses Newsletter, ein kleines H\u00e4ufchen haupts\u00e4chlich in der Wissenschaft t\u00e4tiger Personen, k\u00f6nnen die inhaltliche Ausf\u00fcllung des Newsletter nur zu einem kleinen Teil gew\u00e4hrleisten, sie sind also auf die t\u00e4tige Mithilfe von Interessierten, sei es von Medienarbeitern, von Wissenschaftlern, von direkt Betroffenen oder von bestehenden Initiativen und B\u00fcrgerrechtsorganisationen angewiesen.<\/p>\n<p>Wie nun soll ein solcher, vom Anspruch her doch sehr ambitionierter Newsletter machbar sein? Diese Frage wurde uns von einigen angeschriebenen Arbeitsgruppen und Personen zu recht bei unseren ersten Kontaktversuchen gestellt. Denn f\u00fcr die meisten Interessenten d\u00fcrfte wohl zutreffen, da\u00df sie sich zwar f\u00fcr die Entwicklung von Polizeien und innerer Sicherheit etc. interessieren, doch nicht haupts\u00e4chlich damit befa\u00dft sind. Informationen, Analysen und Berichte fallen also nur sporadisch und auf Einzelbereiche bezogen an.<\/p>\n<blockquote class=\"alignright\"><p>&#8222;Die Initiatoren sind also auf die t\u00e4tige Mithilfe von Interessierten, sei es von Medienarbeitern, von Wissenschaftlern, von direkt Betroffenen oder von bestehenden Initiativen und B\u00fcrgerrechtsorganisationen angewiesen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Das hier vorgeschlagene Konzept versucht den Konflikt zwischen einem m\u00f6glichst gering zu haltenden Arbeitsaufwand f\u00fcr die Mitarbeiter an diesem Newsletter und dem Ziel einer systematisierten und umfassenden Information \u00fcber die Entwicklung innerer Sicherheit in Westeuropa durch drei Prinzipien zu l\u00f6sen:<\/p>\n<p>1. Das inhaltliche Raster soll so einfach und standardisiert wie m\u00f6glich gehalten werden. Aus der Sammlung einer Vielzahl kleiner Mosaiksteine lassen sich hoffentlich im Laufe der Zeit klare analytisch-systematische Konsequenzen ziehen.<\/p>\n<p>2. F\u00fcr den einzelnen Mitarbeiter wird die Schwelle zur Mitarbeit so gering wie m\u00f6glich gehalten. Wir erwarten nicht brillante, ausgefeilte Analysen (\u00fcber die wir uns nat\u00fcrlich auch freuen), sondern zun\u00e4chst Daten, Informationen, F\u00e4lle, die in ihrer Aussagekraft und Bedeutung kurz kommentiert werden sollten. Der Arbeitsaufwand &#8211; so scheint uns &#8211; bleibt in diesem Falle gering.<\/p>\n<p>3. Da das Ziel des Newsletter u.E. gerade nicht die Vermehrung einer blo\u00df innerwissenschaftlichen Diskussion sein sollte, sondern die Anregung und Unterst\u00fctzung einer kritischen \u00f6ffentlichen Diskussion, erwarten wir von Mitarbeitern auch nicht, da\u00df lange, umfassende wissenschaftliche Er\u00f6rterungen angestellt werden. Gerade weil dieser Newsletter diesen Anspruch nicht hat, sollte dies die Mitarbeit vieler Interessenten gerade aus dem nicht professionellen Wissenschaftsbereich erheblich erleichtern. Der einzige wichtige Anspruch, den es aufrechtzuerhalten gilt, ist derjenige, da\u00df Informationen und Berichte im CILIP seri\u00f6s, nachpr\u00fcfbar, klar interpretiert und in den richtigen Zusammenhang gestellt werden.<\/p>\n<blockquote class=\"alignright\"><p>&#8222;Kritische Stellungnahmen und \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge, die das Konzept betreffen, sind uns herzlich willkommen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Auf der Grundlage dieser Prinzipien m\u00fc\u00dfte es u.E. vielen potentiellen Mitarbeitern m\u00f6glich sein, aktiv zu werden. Beitr\u00e4ge, die bei einer kurz kommentierten Meldung nur halbseitig sein k\u00f6nnen,bis hin zu l\u00e4ngeren, aber wenn m\u00f6glich zwanzig Seiten nicht \u00fcberschreitenden Aufs\u00e4tzen sollten \u2013 wenn m\u00f6glich &#8211; in englisch oder deutsch abgefa\u00dft sein, falls beides nicht m\u00f6glich ist, notfalls in franz\u00f6sisch.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich mu\u00df in den ersten Nummern des Newsletter das hier vorgeschlagene inhaltliche Konzept selbst noch einmal zur Diskussion gestellt werden. Es geht hier in dieser Null-Nummer zun\u00e4chst darum, einen Vorschlag zu machen, der sicherlich an verschiedenen Ecken und Enden zu kurz greift und der Ab\u00e4nderung bedarf. Kritische Stellungnahmen und \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge, die das Konzept betreffen, sind uns auch herzlich willkommen.<\/p>\n<p>Ansonsten hoffen wir nun auf h\u00e4ufige Post, so da\u00df unser Wunsch, zwei- bis dreimal im Jahr mit einem inhaltsvollen Newsletter herauskommen zu k\u00f6nnen, in Erf\u00fcllung geht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Motto \u201eWer bewacht die W\u00e4chter?\u201c 1. 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