{"id":1610,"date":"2001-08-09T16:18:20","date_gmt":"2001-08-09T16:18:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?p=1610"},"modified":"2001-08-09T16:18:20","modified_gmt":"2001-08-09T16:18:20","slug":"grenzenlos-die-internationalisierung-europaeischer-polizeieinsaetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=1610","title":{"rendered":"Grenzenlos &#8211; Die Internationalisierung europ\u00e4ischer Polizeieins\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<h3>von Mark Holzberger<\/h3>\n<p><b>Polizeieins\u00e4tze, die der Erf\u00fcllung gemeinsamer Aufgaben der Europ\u00e4ischen Union dienen, sollen k\u00fcnftig nicht mehr durch die Mitgliedstaaten allein durchgef\u00fchrt werden. Drei Formen einer solchen Europ\u00e4isierung werden zur Zeit in der EU diskutiert, vorbereitet und teilweise auch schon betrieben: der Aufbau einer EU-Au\u00dfengrenzpolizei, eines Netzwerks polizeilicher Verbindungsbeamter sowie von Polizeiverb\u00e4nden f\u00fcr ein sogenanntes ziviles Krisenmanagement.<\/b><\/p>\n<p>Auf der Tagung der Innen- und Justizminister der EU am 15.\/16. M\u00e4rz 2001 pr\u00e4sentierte Bundesinnenminister Otto Schily erstmals \u00f6ffentlich seine Idee einer Europ\u00e4ischen Grenzpolizei, die &#8222;einen wirksamen Schutz&#8220; der nach der EU-Osterweiterung rund 3.000 Kilometer langen neuen Au\u00dfengrenzen sicherstellen k\u00f6nnte.[1] Kein Geistesblitz Schilys: Schon im Oktober 2000 hatte der brandenburgische Justizminister Kurt Schelter &#8211; ehemals Staatssekret\u00e4r unter Schilys Amtsvorg\u00e4nger Manfred Kanther &#8211; mit \u00e4hnlichen Vorschl\u00e4gen aufgewartet: Mit der Ostverschiebung der EU-Au\u00dfengrenzen w\u00fcrden Kapazit\u00e4ten beim Bundesgrenzschutz frei. &#8222;Bis zu 10.000 Beamte&#8220; k\u00f6nnten dann &#8222;f\u00fcr eine m\u00f6gliche &#8218;Schengen-Grenztruppe&#8216; zur Verf\u00fcgung&#8220; gestellt werden.[2]<!--more--><\/p>\n<p>Ein derartiges Vorhaben wirft nicht nur Fragen nach Gr\u00f6\u00dfe, Zusammensetzung, Kommandostruktur und genauem Einsatzort dieser Verb\u00e4nde auf. Offen ist auch, auf welcher rechtlichen Grundlage sie t\u00e4tig werden k\u00f6nnten, und schlie\u00dflich, wie die gerichtliche und parlamentarische Kontrolle einer solchen neuen EU-Polizei zu organisieren w\u00e4re. Das Bundesinnenministerium (BMI) hat denn auch die Idee seines Chefs noch nicht weiterentwickelt. Der verweist stattdessen auf die Langfristigkeit des Projekts.<\/p>\n<p>Die Grenzpolizei-PlanerInnen sind auch nicht unter Zeitdruck. Zwar sollen die ersten Kandidatenl\u00e4nder ab 2005 der EU beitreten. Selbst dann werden die Kontrollen an den bisherigen Au\u00dfengrenzen jedoch nicht automatisch aufgehoben. Erst wenn die EU zu dem Ergebnis kommt, dass ein neuer Mitgliedstaat in der Lage sei, den &#8222;Besitzstand&#8220; des Schengener Abkommens auch tats\u00e4chlich zu gew\u00e4hrleisten &#8211; wahrscheinlich Jahre nach dem eigentlichen EU-Beitritt -, werden die Au\u00dfengrenzkontrollen von der deutschen z.B. an die polnische Ostgrenze verlagert.<\/p>\n<h4>Verbindungsbeamte &#8211; vorverlagerte Grenzkontrolleure<\/h4>\n<p>&#8222;Schleuserrouten m\u00f6glichst fr\u00fch, weit vor den EU-Au\u00dfengrenzen, unterbrechen&#8220; &#8211; das ist das Ziel des zweiten Vorschlags, den Schily im M\u00e4rz seinen RatskollegInnen unterbreitete. Damit soll gegen die angeblich ansteigende Flucht- und Migrationsbewegung \u00fcber die L\u00e4nder des westlichen Balkans vorgegangen werden.[3] Erreicht werden soll das Ziel der Vorverlagerung der Grenzkontrollen durch die Entsendung von Verbindungsbeamten in Drittstaaten.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich waren Verbindungsbeamte ein Instrument der grenz\u00fcberschreitenden kriminalpolizeilichen Kooperation (z.B. bei der Bek\u00e4mpfung illegalisierter Drogen). Nunmehr werden sie &#8211; wie am Beispiel der L\u00e4nder des ehemaligen Jugoslawiens gezeigt werden soll &#8211; systematisch in das Grenzkontrollregime der EU eingef\u00fcgt. Damit kommt es auch zu einer Erweiterung der Aufgabenstellung.<\/p>\n<p>Mehr als 300 Verbindungsbeamte haben die EU-Staaten derzeit weltweit stationiert &#8211; \u00fcber die H\u00e4lfte in Europa, mehrheitlich innerhalb der EU. In Zentral- und S\u00fcdamerika &#8211; aber auch in den GUS-Staaten &#8211; unterh\u00e4lt die EU kooperative Netzwerke von nationalen Verbindungsbeamten. An einzelnen Einsatzorten kommt es jedoch zu einer aus Sicht der EU problematischen und \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Konzentration. In Bangkok etwa arbeiten 13 Beamte aus neun, in Moskau 14 Beamte aus zehn EU-Mitgliedsl\u00e4ndern. Deren Eins\u00e4tze seien immer noch &#8211; so wird geklagt &#8211; an nationalen Interessen orientiert und nicht europ\u00e4isch koordiniert.[4]<\/p>\n<p>Im Juli letzten Jahres &#8211; unmittelbar nach der Trag\u00f6die von Dover, bei der 58 heimliche Grenzg\u00e4ngerInnen aus der VR China in einem LKW erstickten[5] &#8211; pr\u00e4sentierte die franz\u00f6sische EU-Pr\u00e4sidentschaft einen &#8222;Aktionsplan zur besseren Kontrolle \u00fcber die Einwanderung&#8220;. Paris schlug vor, polizeiliche Verbindungsbeamte k\u00fcnftig verst\u00e4rkt in das EU-System zur Fr\u00fcherkennung von Flucht- und Migrationsbewegungen einzubeziehen. Der Einsatz in den Herkunfts- und Transitl\u00e4ndern von Fl\u00fcchtlingen und MigrantInnen sei &#8222;rationeller&#8220; zu gestalten. Verbindungsoffiziere eines Landes sollten so bald als m\u00f6glich die Abschottungsinteressen anderer EU-L\u00e4nder an ihrem Einsatzort mitvertreten und &#8222;Aktionen von gemeinsamem Interesse&#8220; durchf\u00fchren.[6]<\/p>\n<p>Im darauf folgenden November veranstaltete die EU in Funchal auf Madeira eine Konferenz \u00fcber &#8222;Verbindungsbeamte und Einwanderung&#8220;, bei der erstmals operative Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Weiterentwicklung des Verbindungsbeamten-Konzepts pr\u00e4sentiert wurden.[7] Bislang, so hie\u00df es da, seien die Beamten vornehmlich an internationalen Flugh\u00e4fen in Drittstaaten als sog. ALOs (Airline Liaison Officers) eingesetzt worden, um dort die Fluggesellschaften zur Kontrolle der Reisenden anzuhalten. Zuk\u00fcnftig sollen sie als sog. ILOs (Immigration Liaison Officers) mit einem &#8222;erweiterten Aufgabenbereich&#8220; zu einem &#8222;bevorzugten Instrument&#8220; der vorverlagerten Einwanderungs- und Fl\u00fcchtlingsabwehr aufgewertet werden. Zur Wahrung gemeinsamer Interessen der EU-Mitgliedstaaten sollten ILOs dann in gemeinsamen Teams und unter einem einheitlichen Verhaltenskodex operieren. Sie sollen also nicht mehr &#8211; wie bisher &#8211; nur die Besch\u00e4ftigten der Botschaften bzw. Bef\u00f6rderungsunternehmen z.B. beim Erkennen gef\u00e4lschter Dokumente beraten, sondern auch die Beh\u00f6rden im Einsatzland &#8211; insbesondere die Grenzpolizei und die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rden &#8211; unterst\u00fctzen und trainieren. Wichtigste Aufgabe der ILOs bleibe aber nach wie vor das Gewinnen und der Austausch von Informationen \u00fcber gef\u00e4lschte Reisedokumente sowie \u00fcber die von MigrantInnen und Fl\u00fcchtlingen benutzten Reiserouten und Bef\u00f6rderungsunternehmen. Daneben will man &#8222;Personenprofile&#8220; \u00fcber heimliche Grenzg\u00e4ngerInnen erstellen und nicht nur in die EU \u00fcbermitteln, sondern auch &#8211; auf Grundlage von vertraglichen Vereinbarungen &#8211; den Beh\u00f6rden am Einsatzort zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>Ca. 40-50.000 ChinesInnen w\u00fcrden sich in Jugoslawien aufhalten, um von dort aus unerlaubt in die EU einzureisen, so hatte Italien Anfang August 2000 dem Fr\u00fchwarnsystem der EU mitgeteilt. Die &#8222;illegalen&#8220; Migrationsbewegungen \u00fcber die L\u00e4nder des westlichen Balkans seien seit 1999 um 30-40% gestiegen.[8] Diese Menschen versuchten &#8211; immer wieder mit t\u00f6dlichen Folgen[9] &#8211; entweder \u00fcber Italien oder \u00d6sterreich in die EU zu gelangen. Mit dieser Warnung gab Rom den Startschuss f\u00fcr eine erstmalige Erprobung der Instrumente zur Fl\u00fcchtlingsabwehr, die seit dem Beginn der kurdischen Massenflucht 1997 im Rahmen der damaligen Schengen-Kooperation und der EU systematisch aufgebaut worden waren. Besonders ins Blickfeld gerieten Bosnien-Herzegowina und Rest-Jugoslawien. Aufgrund der liberalen Visapolitik dieser L\u00e4nder konnten dort nicht nur ChinesInnen, sondern auch Fl\u00fcchtlinge aus der T\u00fcrkei und dem Iran problemlos ein- und weiterreisen.<\/p>\n<p>Als Ergebnis von drei eilig einberufenen Konferenzen pr\u00e4sentierte schlie\u00dflich Gro\u00dfbritannien im Januar 2001 einen ehrgeizigen Plan zur Bek\u00e4mpfung dieser Fl\u00fcchtlings- und Migrationsbewegung. Im Zentrum der Londoner Vorschl\u00e4ge steht der Aufbau eines Netzwerkes von Verbindungsbeamten der EU in der gesamten Balkan-Region.[10] Gruppen von jeweils acht bis zehn BeraterInnen sollen bis Mitte des Jahres zu den bosnischen und kroatischen Grenzpolizeien entsandt sein. Neben der Aus- und Fortbildung f\u00fcr den Einsatz zu Land und in der Luft besteht ihre Aufgabe in der Hilfe beim Aufbau einer nationalen &#8222;intelligence structure&#8220;.[11] Hierf\u00fcr sollten enge Arbeitsbeziehungen zu den im ehemaligen Jugoslawien stationierten Streitkr\u00e4ften der EU und NATO, den UN-Missionen sowie zu den USA und Russland aufgebaut werden.<\/p>\n<p>Die britischen Pl\u00e4ne wurden vom EU-Innen- und -Justizrat Ende Mai weitgehend gebilligt. ILOs sollen in die EU-Staaten Griechenland, Italien und \u00d6sterreich, in einige Kandidatenl\u00e4nder (Slowenien, Ungarn, Rum\u00e4nien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei), nach Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Jugoslawien und Mazedonien &#8211; aber auch in die T\u00fcrkei und die Republik Moldau entsandt werden. Als weitere Standorte hatte Gro\u00dfbritannien Zypern und Syrien vorgeschlagen. In Kooperation mit Verbindungsbeamten aus Zoll und Milit\u00e4r sollen die ILOs aus Polizei und Einwanderungsbeh\u00f6rden folgende Aufgaben erf\u00fcllen:<\/p>\n<ul>\n<li>Aufbau, Pflege und Ausbau enger Kontakte mit den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden der Gastl\u00e4nder im Bereich der Schleuserkriminalit\u00e4t,<\/li>\n<li>proaktive Erhebung sowohl strategischer als auch taktischer Informationen und Weitergabe dieser Daten an die nationalen Zentralstellen und ggf. an EUROPOL,<\/li>\n<li>Versorgung der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden der Gastl\u00e4nder mit einschl\u00e4gigen Informationen und Unterst\u00fctzung der Gastl\u00e4nder bei der Ausrichtung der operativen Arbeit gegen Schleuserbanden,<\/li>\n<li>Beratung und Unterst\u00fctzung des Gastlandes, besonders hinsichtlich der Kontrollen an Flugh\u00e4fen, Landgrenzen und in Seeh\u00e4fen.[12]<\/li>\n<\/ul>\n<h4>EU-Polizisten &#8211; internationale Krisenmanager?<\/h4>\n<p>Internationale Eins\u00e4tze von PolizistInnen und die Arbeit der im ehemaligen Jugoslawien stationierten Armeeeinheiten aus den EU-Staaten sind f\u00fcr die EU-Polizeiminister kein Widerspruch. Ganz im Gegenteil: Das Zusammenwirken von Polizei und Milit\u00e4r bei der Fl\u00fcchtlingsabwehr auf dem Balkan wird ausdr\u00fccklich bef\u00fcrwortet. Seit dem EU-Gipfel in Helsinki im Dezember 1999 hat es sich die EU nun auch zum Ziel gemacht, sowohl milit\u00e4rische als auch nichtmilit\u00e4rische Verb\u00e4nde zum internationalen Konfliktmanagement aufzubauen. Bis 2003 sollen die Mitgliedstaaten in der Lage sein, freiwillig bis zu 5.000 PolizeibeamtInnen f\u00fcr internationale Missionen im Rahmen der Konfliktpr\u00e4vention und Krisenbew\u00e4ltigung bereitzustellen. Diese Planungen f\u00fcr EU-Missionen zur zivilen bzw. nichtmilit\u00e4rischen Krisenbew\u00e4ltigung &#8211; der dritten Variante internationalisierter Polizeieins\u00e4tze &#8211; f\u00fchrt zu einer gef\u00e4hrlichen Parallelisierung polizeilichen und milit\u00e4rischen Handelns. Zwei Grundprobleme stellen sich hierbei.<\/p>\n<p>Erstens: In welchem institutionellen und politischen Rahmen erfolgen diese Eins\u00e4tze? Die EU gr\u00fcndete auf Gipfeltreffen im portugiesischen Feira (im Juni 2000) ein Komitee f\u00fcr zivile Aspekte eines Krisenmanagements, das sich um die Koordination der Polizeiarbeit, den Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen vor Ort sowie um den Zivilschutz k\u00fcmmert.[13] Grunds\u00e4tzlich will die EU eigene Polizeiverb\u00e4nde nur bei Aktionen einsetzen, wie sie z.B. von der UNO bzw. der OSZE durchgef\u00fchrt werden. Stets hat man sich aber die Option offengehalten, Operationen auch alleine anf\u00fchren zu k\u00f6nnen.[14] Im Mai 2001 verabschiedete das genannte Komitee hierf\u00fcr einen Aktionsplan.[15] Geplant sind demnach nun auch &#8222;EU-led police missions&#8220;.<\/p>\n<p>Zweitens: Wie werden polizeiliche und milit\u00e4rische Belange voneinander abgegrenzt? Als Vorbilder solcher Missionen zum internationalen Konfliktmanagement werden meist Ost-Timor und insbesondere Bosnien und Kosovo angef\u00fchrt. F\u00fcr einige Teilnehmer eines Seminars \u00fcber die Rolle der Polizei in internationalen Friedensmissionen Ende Mai 2000 in Cascais schien jedoch auch das Zusammenwirken von Polizei und Milit\u00e4r im nordirischen B\u00fcrgerkrieg ein Beispiel abzugeben.[16] Sowohl Nordirland als auch die Vorg\u00e4nge im ehemaligen Jugoslawien zeigen eine regelrechte Verquickung zivil-polizeilicher und milit\u00e4rischer Aufgaben. Die Schnittstellen von Polizei und Milit\u00e4r bereitet die EU systematisch vor. Der genannte Polizeiliche Aktionsplan spricht sich daf\u00fcr aus, bei solchen Missionen operative Kontaktstellen zwischen den zivilen und milit\u00e4rischen Einsatzst\u00e4ben zu bilden. Auf dem Seminar in Cascais wurden neben dem Austausch von Verbindungsbeamten und dem Aufbau von Informationskan\u00e4len sogar gemeinsame Operationszentren gefordert.<\/p>\n<p>Die Kooperation zwischen Polizei und Milit\u00e4r ist aber nicht nur als solche problematisch. Sie hat auch Auswirkungen auf die Transparenz innerhalb der EU. Zwischen den drei Institutionen der EU (Rat, Kommission und Europ\u00e4isches Parlament (EP)) wurde erst k\u00fcrzlich eine Transparenz-Verordnung (TVO) verabschiedet, die den Zugang der \u00d6ffentlichkeit zu Dokumenten der EU regelt.[17] Art. 9 Nr. 3 der TVO legt fest: Sofern bei EU-Eins\u00e4tzen des internationalen Konfliktmanagements eine Zusammenarbeit mit der NATO erfolgt &#8211; und dies wird regelm\u00e4\u00dfig der Fall sein &#8211; dann ist es der NATO als rechtlich eigenst\u00e4ndiger Partei m\u00f6glich, die Ver\u00f6ffentlichung bzw. die offizielle Registrierung der von ihr verfassten und von der EU als Ratsdokumente \u00fcbernommenen Unterlagen zu verweigern. Die \u00d6ffentlichkeit wird also keinen Zugang zu diesen Dokumenten erhalten, ja sie wird noch nicht einmal etwas \u00fcber ihre Existenz wissen &#8211; auch wenn es in den Dokumenten nicht um milit\u00e4rische Geheimnisse, sondern z.B. um polizeiliche Belange bei zivilen oder humanit\u00e4ren Eins\u00e4tzen zur Konfliktbew\u00e4ltigung geht. Selbst den Europa-ParlamentarierInnen bleiben diese offiziellen Unterlagen verwehrt. Allein das Pr\u00e4sidium und ein vierk\u00f6pfiges Vertrauensleute-Gremium des EP sollen Zugang erhalten.<\/p>\n<p>Eine drohende Militarisierung der humanit\u00e4ren Hilfe und der Abbau von B\u00fcrgerrechten in der EU &#8211; das sind zwei bedenkliche Folgen dieses letzten Aspekts sich internationalisierender Eins\u00e4tze von EU-Polizisten.<\/p>\n<h5>Mark Holzberger ist Referent f\u00fcr Fl\u00fcchtlings- und Migrationspolitik in der Bundestagsfraktion von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen und Redakteur von B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP.<\/h5>\n<h6>[1] Bundesministerium des Innern: Nachbericht zum Rat der Justiz- und Innenminister am 15.\/16. M\u00e4rz 2001 in Br\u00fcssel, Berlin, 27. M\u00e4rz 2001<br \/>\n[2] Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.10.2000<br \/>\n[3] Bundesministerium des Innern a.a.O. (Fn. 1)<br \/>\n[4] vgl. hierzu EU-Ratsdok.-Nr. 5406\/01 v. 17.1.2001<br \/>\n[5] vgl. <a href=\"https:\/\/www.cilip.de\/2000\/08\/09\/krokodilstraenen-um-tote-migrantinnen-die-eu-und-die-lehren-aus-dover\/\">Holzberger, M.: Krokodilstr\u00e4nen um tote MigrantInnen, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 66 (2\/2000), S. 67-74<\/a><br \/>\n[6] EU-Ratsdok.-Nr. 10017\/00 v. 4.7.2000<br \/>\n[7] EU-Ratsdok.-Nr. 13474\/00 v. 30.11.2000<br \/>\n[8] EU-Ratsdok.-Nr. 14294\/00 v. 14.12.2000<br \/>\n[9] 30 Fl\u00fcchtlinge aus der T\u00fcrkei bzw. dem Iran sollen 1999 bei drei Unf\u00e4llen in kroatisch-bosnischen Grenzfl\u00fcssen ertrunken sein, Frankfurter Rundschau v. 23.2.2001.<br \/>\n[10] Ratsdok.-Nr. 5496\/01 v. 19.1.2001 und 6613\/01 v. 26.2.2001<br \/>\n[11] Ende 1999 hatte die UN-Mission in Bosnien-Herzegowina &#8222;gegen den Willen der lokalen Politiker&#8220; den Aufbau einer eigenen Grenzpolizei durchgesetzt: Ende 2000 kontrollierte der multi-ethnisch zusammengesetzte State Border Service gerade vier der 41 offiziellen \u00dcberg\u00e4nge an der 1.616 Kilometer langen Grenze. Die EU will den Service aus Mitteln des Stabilit\u00e4tspaktes f\u00fcr S\u00fcdost-Europa f\u00f6rdern, Frankfurter Rundschau v. 23.2.2001.<br \/>\n[12] EU-Ratsdok-Nr. 8684\/01 v. 10.5.2001<br \/>\n[13] EU-Ratsdok-Nr. 8515\/1\/00 v. 17.5.2000<br \/>\n[14] EU-Ratsdok-Nr. 8598\/00 v. 17.5.2000<br \/>\n[15] EU-Ratsdok-Nr. 9726\/01 v. 8.6.2001<br \/>\n[16] EU-Ratsdok-Nr. 9113\/00 v. 9.6.2000<br \/>\n[17] Dok. PE-Cons 3625\/01 v. 22.5.2001<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Mark Holzberger Polizeieins\u00e4tze, die der Erf\u00fcllung gemeinsamer Aufgaben der Europ\u00e4ischen Union dienen, sollen k\u00fcnftig<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,75],"tags":[526,713,1045,1475],"class_list":["post-1610","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-069","tag-eu-aussengrenzen","tag-grenzpolizei","tag-otto-schily","tag-verbindungsbeamte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1610","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1610"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1610\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1610"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1610"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1610"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}