{"id":17692,"date":"2017-03-10T17:51:19","date_gmt":"2017-03-10T17:51:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=17692"},"modified":"2017-03-10T17:51:19","modified_gmt":"2017-03-10T17:51:19","slug":"wer-macht-den-anti-terrorismus-zur-rechtsetzungsgewalt-der-europaeischen-union","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=17692","title":{"rendered":"Wer macht den Anti-Terrorismus? &#8211; Zur Rechtsetzungsgewalt der Europ\u00e4ischen Union"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"CilipAutorIn\">von Heiner Busch und Matthias Monroy<\/h3>\n<p><strong>Die Staats- und Regierungschefs, der Europ\u00e4ische Rat, geben die strategischen Leitlinien vor. Die Kommission macht daraus Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Richtlinien und Verordnungen, die vom Rat und vom Europ\u00e4ischen Parlament beraten werden. Diese formelle Arbeitsteilung zwischen den Institutionen der EU verr\u00e4t nur wenig \u00fcber die Machtverh\u00e4ltnisse und Treibriemen der Anti-Terror-Politik.<\/strong><\/p>\n<p>Als Exekutive der EU legt die Kommission Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Verordnungen und Richtlinien vor, beaufsichtigt die EU-Agenturen \u2013 hier insbesondere Europol, Eurojust, Frontex und die Agentur f\u00fcr das Management von IT-Gro\u00dfsystemen \u2013, vergibt Gelder an die Mitgliedstaaten aus den Fonds f\u00fcr die Innere Sicherheit, f\u00f6rdert Sicherheitsforschung u.v.m. Zust\u00e4ndig f\u00fcr den \u201eRaum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts\u201c, also die fr\u00fchere Dritte S\u00e4ule der EU, ist in erster Linie die Generaldirektion f\u00fcr Migration, Inneres und B\u00fcrgerschaft (GD HOME) unter dem Kommissar Dimitris Avramopoulos.<!--more--><\/p>\n<p>Mittlerweile erh\u00e4lt der fr\u00fchere griechische Verteidigungsminister Verst\u00e4rkung: Im Sommer hat Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker dem britischen Kommissionsmitglied Sir Julian King das neue Ressort der \u201eSicherheitsunion\u201c zugewiesen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Zu seinen Aufgaben und Zust\u00e4ndigkeiten geh\u00f6ren der \u201eKampf gegen Terrorismus, Radikalisierung und organisierte Kriminalit\u00e4t, das Management der Au\u00dfengrenzen und europ\u00e4ische Waffengesetze\u201c. Noch ist unklar, wie sich die Kommissare King und Avramopoulos ihre Aufgabenbereiche aufteilen. Letzterer nimmt weiterhin wichtige repr\u00e4sentative Funktionen wahr, darunter den ersten Besuch eines EU-Kommissars beim US-Heimatschutzministerium unter dem Kabinett des neuen Pr\u00e4sidenten Donald Trump.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Wenn es um die \u201eFortschritte\u201c in Richtung \u201eSicherheitsunion\u201c geht, treten die beiden Kommissare im Doppelpack auf. Im April 2015 hatte die Kommission ihre Europ\u00e4ische Sicherheitsagenda verk\u00fcndet, ein Jahr sp\u00e4ter, kurz nach den Anschl\u00e4gen in Br\u00fcssel, folgte eine \u201eMitteilung\u201c \u00fcber deren \u201eUmsetzung \u2026 im Hinblick auf die Bek\u00e4mpfung des Terrorismus und die Weichenstellung f\u00fcr eine echte und wirksame Sicherheitsunion\u201c.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> \u00c4hnlich wie die Migrationsagenda vom Mai 2015 dienen auch die Sicherheitsagenda und die Umsetzungsmitteilung zur Beschleunigung des Rechtssetzungsprozesses. Seit Oktober wurden monatliche Fortschrittsberichte vorgelegt.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Deutlich wird dabei, dass es bei der Terrorismusbek\u00e4mpfung vielfach um Themen geht, die zuvor als Instrumente des Migrations- und Grenzmanagements auf den Weg gebracht wurden \u2013 von der Umwandlung der Grenzschutzagentur zu einer Grenz- und K\u00fcstenwache, \u00fcber die Versch\u00e4rfung des Grenzkodexes bis hin zum Ausbau und zur Zusammenlegung der EU-Informationssysteme, die im Zentrum der Verordnungsvorschl\u00e4ge des letzten Jahres standen. Zu diesem Punkt hat die Kommission eine \u201eHochrangige Expertengruppe\u201c (HLEG) eingesetzt, die M\u00f6glichkeiten zur \u201eInteroperabilit\u00e4t\u201c polizeilicher Datenbanken finden soll. Auch die Mitgliedstaaten entsenden ExpertInnen.<\/p>\n<h4>Der Rat und sein Anti-Terror-Koordinator<\/h4>\n<p>Sieht man ab von der Betonung des \u201eMehrwerts\u201c, den die EU in Sicherheitsfragen erbringen soll, unterscheidet sich die terrorismusbezogene Agenda der Kommission nicht wesentlich von den Ma\u00dfnahmenpaketen, die der Europ\u00e4ische Rat und der Rat der Innen- und JustizministerInnen nach den Pariser Anschl\u00e4gen vom Januar und vom November 2015 gefordert haben.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Die entsprechenden Erkl\u00e4rungen waren jedoch die Startsignale f\u00fcr die neue europ\u00e4ische Gesetzgebungsrunde in Sachen Terrorismusbek\u00e4mpfung und zeigen, dass die Regierungen der Mitgliedstaaten und ihre Gremien in diesem Bereich nach wie vor die treibende Kraft sind. Allerdings kommen diese Schlussfolgerungen nicht aus heiterem Himmel. Ihr Inhalt war zu gro\u00dfen Teilen bereits vorher in den Berichten des EU-Koordinators f\u00fcr die Terrorismusbek\u00e4mpfung (im Folgenden kurz: Anti-Terror-Koordinator, ATK) zu lesen.<\/p>\n<p>Die Stelle des ATK wurde auf Entscheidung des Europ\u00e4ischen Rats nach dem Anschlag in Madrid im M\u00e4rz 2004 eingerichtet und zun\u00e4chst von dem fr\u00fcheren niederl\u00e4ndischen Innenminister Gijs de Vries \u00fcbernommen. Sein Nachfolger wurde 2007 Gilles de Kerchove, der bis dahin das Amt als Direktor in der Generaldirektion Justiz und Inneres beim Rat innehatte. Der ATK untersteht auch weiterhin dem Ratssekretariat. Er agiert als W\u00e4chter der Terrorismusbek\u00e4mpfung und beh\u00e4lt \u201ealle der Union zur Verf\u00fcgung stehenden Instrumente im Auge\u201c.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Halbj\u00e4hrlich und mitunter auch anlassbezogen erstattet er dem Rat Bericht und gibt auf mehreren Dutzend Seiten \u201ePolitikempfehlungen\u201c zu priorit\u00e4ren Handlungsbereichen ab. De Kerchove fungiert dabei als politischer, strategischer und operativer Lotse. In seinen Handlungsempfehlungen verlangt er stets nach mehr Kompetenzen und F\u00e4higkeiten beispielsweise f\u00fcr Europol, ruft die Polizeien der Mitgliedstaaten dazu auf, ihre Daten konsequent an Europol zu melden, fordert den Ausbau der Informationssysteme u.\u00e4.m. Rat und Kommission nehmen daraufhin die Vorschl\u00e4ge in ihre Erkl\u00e4rungen oder in Verordnungsvorschl\u00e4ge auf. Im darauf folgenden Halbjahresbericht berichtet der ATK dann \u00fcber deren Umsetzung, lobt Fortschritte, beklagt aber vor allem, dass es nicht schnell genug vorw\u00e4rts geht.<\/p>\n<h4>Die Ratsarbeitsgruppen<\/h4>\n<p>Die Innen- und JustizministerInnen treffen sich regul\u00e4r alle drei Monate, die Zwischenzeit wird mit informellen Treffen gef\u00fcllt. Die eigentliche Arbeit an den Ma\u00dfnahmen und Rechtsakten im Bereich Justiz und Inneres erfolgt in den verschiedenen Ratsarbeitsgruppen (RAGs):<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<ul>\n<li>die Gruppe \u201eInformationsaustausch und Datenschutz\u201c (DAPIX) befasst sich mit der Rechtssetzung zu den alten und neuen Datenbanken im Bereich der Strafverfolgung. Mit Europol ist sie zust\u00e4ndig f\u00fcr die Umsetzung der Strategie f\u00fcr das Informationsmanagement. Die Gruppe soll auch die Einhaltung der Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten gew\u00e4hrleisten;<\/li>\n<li>die Gruppe \u201eSchengen-Angelegenheiten\u201c tritt in vier verschiedenen Formationen zusammen: SIS SIRENE ber\u00e4t zur Nutzung des Schengener Informationssystems (SIS), SIS-TECH er\u00f6rtert technische Fragen wie den damaligen Umzug des alten SIS auf die Version SIS II, die Untergruppe Schengen-Besitzstand koordiniert legislative Angelegenheiten, SCHEVAL befasst sich mit Fragen der Evaluierung des SIS;<\/li>\n<li>die Gruppe \u201eStrafverfolgung\u201c (LEWP) arbeitet zu operativen Fragen der grenz\u00fcberschreitenden Polizeiarbeit. Sie soll die Zusammenarbeit der Verfolgungsbeh\u00f6rden aus den Mitgliedstaaten bef\u00f6rdern. Dies betrifft technische Aspekte, die Kooperation bei grenz\u00fcberschreitenden Kriminalit\u00e4tsph\u00e4nomenen, Gro\u00dfereignisse oder gesetzgeberische T\u00e4tigkeiten. Die LEWP arbeitet mit der Europ\u00e4ischen Polizeiakademie (CEPOL) und Europol zusammen;<\/li>\n<li>die Gruppe \u201eMaterielles Strafrecht\u201c (DROIPEN) soll die nationalen Bestimmungen vereinheitlichen und neue Strafverfahrensvorschriften ausarbeiten. Zuletzt war die Arbeitsgruppe mit der im Februar verabschiedeten Terrorismus-Richtlinie befasst;<\/li>\n<li>die Gruppe \u201eTerrorismus\u201c (TWP) ist federf\u00fchrend f\u00fcr alle Angelegenheiten der Terrorismusbek\u00e4mpfung, darunter den Datentausch, die Verhinderung von Radikalisierung, die Entwicklung bew\u00e4hrter Verfahren in den Mitgliedstaaten sowie die Bewertung terroristischer Bedrohungen durch Polizei- und Geheimdienste der Mitgliedstaaten. Behandelt werden ebenso die Lageberichte von Europol und in wachsendem Ma\u00dfe des EU Intelligence Analysis Centre (INTCEN), das sich aus den Geheimdiensten der Mitgliedstaaten rekrutiert und dem Ausw\u00e4rtigen Dienst der EU angegliedert ist. Die TWP arbeitet eng mit dem ATK und mit Europol zusammen. Sie entstand aus der fr\u00fcheren TREVI-Arbeitsgruppe 1 und \u00fcbernahm von dieser auch das Netzwerk von Verbindungsb\u00fcros (\u201eBureaux de liaison\u201c, BDL). Da in der grenz\u00fcberschreitenden Kooperation heute Europol den Ton angibt, wird das BDL-Netzwerk kaum mehr genutzt. Die Gruppe tritt viertelj\u00e4hrlich zusammen;<\/li>\n<li>die Gruppe \u201eTerrorismus (Internationale Aspekte)\u201c (COTER) geh\u00f6rt zum Rat f\u00fcr Au\u00dfenbeziehungen. Sie ist zust\u00e4ndig f\u00fcr Risikoanalysen und die Zusammenarbeit mit Drittstaaten. Sie betreut beispielsweise Dialoge und Ma\u00dfnahmen in L\u00e4ndern wie Tunesien oder Libyen zum Thema Terrorismus. In verschiedenen Politikbereichen kooperiert sie mit der Gruppe \u201eTerrorismus\u201c, beide Gruppen treffen sich halbj\u00e4hrlich gemeinsam. Im Gegensatz zur TWP sind die Tagesordnungen oder Protokolle der COTER nicht \u00f6ffentlich verf\u00fcgbar;<\/li>\n<li>der Koordinierungsausschuss f\u00fcr den Bereich der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen (CATS) soll den strategischen \u00dcberblick \u00fcber die \u00fcbrigen Ratsgruppen im Bereich der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit behalten. Im CATS vertreten sind die DirektorInnen und GeneraldirektorInnen der Justiz- und Innenministerien. Er bildet die Spitze der legislativen Gremien des Rates und ist das Scharnier zum Ausschuss der St\u00e4ndigen Vertreter (AStV);<\/li>\n<li>der St\u00e4ndige Ausschuss f\u00fcr die operative Zusammenarbeit im Bereich der inneren Sicherheit (COSI). W\u00e4hrend die TWP eine st\u00e4rker operative Rolle habe, versteht der COSI seine Aufgabe in Sachen Terrorismusbek\u00e4mpfung als eine strategische.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Er soll die operativen Ma\u00dfnahmen der Agenturen und der EU-Staaten bewerten und wenn n\u00f6tig koordinieren. Dies betrifft die Strafverfolgung, Grenzkontrollen und die justizielle Zusammenarbeit. Der COSI erstattet dem Rat f\u00fcr Justiz und Inneres Bericht und unterst\u00fctzt ihn bei der Reaktion auf Terroranschl\u00e4ge oder Katastrophen. Anders als im CATS sitzen im COSI auch VertreterInnen der Kommission und des Ausw\u00e4rtigen Dienstes (EAD). Die Agenturen k\u00f6nnen als BeobachterInnen eingeladen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>An den Gruppen CATS und COSI zeigt sich die nicht immer widerspruchsfreie Aufgabenverteilung innerhalb des Rates. Vor dem Vertrag von Lissabon tagte der CATS als \u201eCommittee on Article Thirty Six\u201c, benannt nach Art. 36 des alten Vertrags \u00fcber die Europ\u00e4ische Union. Nach 2009 stand die Aufl\u00f6sung auf der Agenda. Weil sich der CATS jedoch als \u201eunsch\u00e4tzbares Netzwerk f\u00fcr hochrangige Beamte\u201c erwiesen habe, sollten in dem Ausschuss auch weiterhin \u201eProbleme, die von mehreren Gruppen behandelt werden, bereinigt werden k\u00f6nnen, bevor sie eskalieren\u201c.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Allerdings wurde der Fokus des CATS auf \u201epolitisch wichtige Gesetzgebungsvorschl\u00e4ge und Initiativen\u201c eingegrenzt.<\/p>\n<h4>Mehr Einbindung der Geheimdienste<\/h4>\n<p>Die eigentliche operative Ebene zur Terrorismusbek\u00e4mpfung wird von den Agenturen Europol und \u2013 nach der neuen Verordnung \u2013 auch Frontex \u00fcbernommen. Europol hat hierzu vor einem Jahr das European Counter Terrorism Centre (ECTC) eingerichtet. Es soll zu einem \u201ezentralen Service-Dienstleister\u201c f\u00fcr die Mitgliedstaaten entwickelt werden. Auf Einladung des Bundeskriminalamtes (BKA) und von Europol trafen sich im Februar die \u201ePolizeichefs\u201c der EU-Mitgliedsstaaten, Norwegens sowie der Schweiz in Berlin um \u00fcber den weiteren Ausbau zu beraten. Laut BKA sind M\u00f6glichkeiten gefunden worden, die polizeiliche Zusammenarbeit zur Terrorismusbek\u00e4mpfung st\u00e4rker \u201evon zentraler Stelle aus\u201c (unter anderem durch \u201eAnpassung der bestehenden Dateienlandschaft\u201c) zu koordinieren.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Zur Debatte steht die Einrichtung eines \u201eOperational Steering Board\u201c aus LeiterInnen der Terrorismusabwehrabteilungen der nationalen Zentralstellen. Dadurch w\u00fcrde die Arbeit des ECTC \u201estrategisch ausgestaltet und koordiniert\u201c. Erst auf Nachfrage schildert das Bundesinnenministerium Inhalte eines \u201emit mehreren Mitgliedstaaten abgestimmten Positionspapiers\u201c, wonach die nicht zur EU geh\u00f6rende \u201ePolice Working Group an Terrorism\u201c (PWGT) ebenfalls in das \u201eOperational Steering Board\u201c aufgenommen werden soll.Zu den weiter vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen geh\u00f6rt die Einrichtung von \u201estaaten\u00fcbergreifenden Teams, die sich gemeinsam identifizierter Schwerpunktthemen annehmen und kurzfristig Handlungsempfehlungen und Ma\u00dfnahmen f\u00fcr eine verbesserte Bek\u00e4mpfung des internationalen Terrorismus entwickeln\u201c. M\u00f6glicherweise w\u00fcrde das \u201eOperational Steering Board\u201c die engere Zusammenarbeit mit den Inlandsgeheimdiensten der Mitgliedstaaten einf\u00e4deln, wie es seit vergangenem Jahr zwischen Europol und der (nicht zur EU geh\u00f6renden) \u201eCounter Terrorism Group\u201c (CTG) sondiert wird. Letzterer geh\u00f6ren die Inlandsgeheimdienste aller EU-Staaten sowie der Schweiz und Norwegens an. Der Vorsitz in der Gruppe wechselt parallel zum Vorsitz in der EU. Im Juli 2016 hat die CTG eine eigene geheimdienstliche Plattform mit gemeinsamen Datenbanken \u2013 angesiedelt beim niederl\u00e4ndischen Geheimdienst AIVD \u2013 in Betrieb genommen. In einer Mitteilung an den COSI hatte das Generalsekretariat des Rates bereits die engere Zusammenarbeit mit INTCEN gefordert.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<h4>Zahnloses Parlament<\/h4>\n<p>Ma\u00dfnahmen zur Terrorismusbek\u00e4mpfung werden auch in informellen Gremien einiger EU-Mitgliedstaaten beraten und auf den Weg gebracht. Hierzu geh\u00f6ren die Treffen der G6-Staaten, in denen sich die InnenministerInnen der sechs einwohnerst\u00e4rksten EU-Mitgliedstaaten (Deutschland, Spanien, Italien, Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Polen) vernetzen. Seit 2007 nehmen auf Initiative des damaligen deutschen Innenministers Wolfgang Sch\u00e4uble auch das Justiz- und das Heimatschutzministerium der USA teil. Im Bereich der Geheimdienste wird die europ\u00e4ische Anti-Terror-Kooperation derzeit durch die \u201eParis-Gruppe\u201c erg\u00e4nzt, in der sich die Geheimdienstkoordinatoren von mindestens 15 EU-Mitgliedstaaten zusammenschlie\u00dfen.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Der Mehrwert zur CTG d\u00fcrfte darin bestehen, dass damit auch die Auslandsgeheimdienste eingebunden sind. Bei Treffen in Rom und Berlin waren VertreterInnen des INTCEN und der CTG sowie der Anti-Terrorismus-Koordinator de Kerchove eingeladen. Alle Angaben zur \u201eParis-Gruppe\u201c sind aus R\u00fccksicht auf die teilnehmenden Geheimdienste als streng geheim eingestuft.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich geh\u00f6rt auch das Europ\u00e4ische Parlament zu den drei Institutionen der Rechtsetzungsgewalt in der EU. Gemeinsam mit dem Rat und der Kommission sind die Abgeordneten im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren in die Verabschiedung neuer Rechtsvorschriften eingebunden. In den Trilog-Verfahren werden die Vorschl\u00e4ge unter allen drei Institutionen er\u00f6rtert, wobei sich das Parlament h\u00e4ufig als zahnlos erweist.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/germany\/news\/juncker-konsultiert-eu-parlament-zur-ernennung-von-sir-julian-king-als-kommissar-f%C3%BCr-die_de\">http:\/\/ec.europa.eu\/germany\/news\/juncker-konsultiert-eu-parlament-zur-ernennung-von-sir-julian-king-als-kommissar-f%C3%BCr-die_de<\/a><\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Pressemitteilung der Kommission v. 8.2.2017<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u00a0\u00a0 COM(2015) 185 v. 28.4.2015, COM(2016) 230 v. 20.4.2016<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00a0\u00a0 COM(2016) 670 v. 12.10.2016; COM(2016) 732 v. 16.11.2016; COM(2016) 831 v. 21.12.2016; COM (2017) 41 v. 25.1.2017<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00a0\u00a0 Riga Joint Statement des Rates v. 29.\/30.1.2015 \u2013 Ratsdok. 5855\/15 v. 2.2.2015; Erkl\u00e4rung (56\/15) des Europ\u00e4ischen Rats v. 12.2.2015, Schlussfolgerungen (Presseerkl\u00e4rung 848\/15) des Rates v. 20.11.2015; Schlussfolgerungen des Europ\u00e4ischen Rates Euco 28\/15 v. 18.12.2015<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Ratsdok. 7906\/04 v. 29.3.2004<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Eine Aufz\u00e4hlung s\u00e4mtlicher \u201eVorbereitungsgremien\u201c des Rates findet sich unter <a href=\"http:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/council-eu\/preparatory-bodies\">http:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/council-eu\/preparatory-bodies<\/a><\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> \u00a0\u00a0 Ratsdok. 15277\/16 v. 9.12.2016, S. 22<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Ratsdok. 17187\/11 v. 18.11.2011<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>\u00a0 Pressemitteilung BKA v. 9.2.2017<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u00a0 vgl. CILIP-Blog v. 16.9.2016: \u201eEU-Terrorismusbek\u00e4mpfung: Mehr Einbindung der Geheimdienste\u201c<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0 Netzpolitik.org v. 15.12.2016: \u201eUnd noch ein neuer europ\u00e4ischer Geheimdienstverbund: Die \u201aParis-Gruppe\u2018\u201c<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Heiner Busch und Matthias Monroy Die Staats- und Regierungschefs, der Europ\u00e4ische Rat, geben die<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,117],"tags":[207,209,413,416,520,1245],"class_list":["post-17692","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-112","tag-anti-terror-koordinator","tag-anti-terrorismus","tag-datenbanken","tag-datenschutz","tag-eu","tag-schengen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17692","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17692"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17692\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17692"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17692"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17692"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}