{"id":18155,"date":"2005-07-29T20:02:03","date_gmt":"2005-07-29T20:02:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=18155"},"modified":"2005-07-29T20:02:03","modified_gmt":"2005-07-29T20:02:03","slug":"polizeiliche-todesschuesse-2004","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=18155","title":{"rendered":"Polizeiliche Todessch\u00fcsse 2004"},"content":{"rendered":"<h3>von Otto Diederichs<\/h3>\n<p><strong>Im vergangenen Jahr endeten zehn F\u00e4lle polizeilichen Schusswaffengebrauchs t\u00f6dlich.<\/strong><\/p>\n<p>Bereits seit rund zehn Jahren muss bei der j\u00e4hrlichen Dokumentation von F\u00e4llen polizeilichen Schusswaffengebrauchs mit t\u00f6dlichem Ausgang festgestellt werden, dass solche Meldungen h\u00e4ufig nicht mehr \u00fcber die Ebene lokaler Berichterstattung hinaus gelangen und sich somit vielfach einer Erfassung entziehen. Auch die daraufhin im Jahre 1996 ge\u00e4nderten Kriterien f\u00fcr die Erstellung der CILIP-Todesschuss-Statisti\u00adken und die verbesserten Recherchem\u00f6glichkeiten durch das Internet haben daran nicht allzu viel \u00e4ndern k\u00f6nnen. Exemplarisch zeigt sich dies an der jetzt vorliegenden Statistik f\u00fcr das Jahr 2004.<!--more--><\/p>\n<p>So wies die Presseauswertung von B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP zun\u00e4chst nur sechs t\u00f6dliche Schusswaffeneins\u00e4tze der Polizei aus. Die Anfang Mai 2005 vorgelegte offizielle Schusswaffengebrauchsstatistik der Innenministerkonferenz (IMK) vermeldete dagegen insgesamt neun F\u00e4lle.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Da die IMK jedoch nicht nach einzelnen Bundesl\u00e4ndern differenziert, sondern nur absolute Zahlen ver\u00f6ffentlicht, erwies sich die notwendige Nachrecherche als recht kompliziert und zeitaufwendig. Festgestellt werden konnte dabei zun\u00e4chst nur ein einziger fehlender Vorfall in Schweinfurt (Fall 5).<\/p>\n<p>Die verbleibenden L\u00fccken konnten nur dank der Unterst\u00fctzung des Bundesvorstands der Gewerkschaft der Polizei (GdP) geschlossen werden. Durch Nachfrage bei ihren Landesverb\u00e4nden gelang es der GdP innerhalb weniger Tage die in Frage kommenden Bundesl\u00e4nder zu identifizieren und in zwei F\u00e4llen auch die entsprechenden Daten zu ermitteln. \u00dcber den bisher \u00fcblichen Weg der Presse- und Internetauswertung w\u00e4ren diese F\u00e4lle (4 und 8) unentdeckt geblieben, denn auch eine nunmehr gezielter m\u00f6gliche Netz-Recherche blieb in diesen F\u00e4llen erfolglos. Der letzte noch fehlende Vorfall, von dem unterdessen zumindest bekannt war, dass er sich in Hessen ereignet haben musste, konnte schlie\u00dflich durch Nachfrage beim dortigen Innenministerium gekl\u00e4rt werden (Fall 9).<\/p>\n<h4>Ein zehnter Fall<\/h4>\n<p>Die Nachrecherche f\u00f6rderte einen weiteren t\u00f6dlichen Schusswaffengebrauch zu Tage, der in der IMK-Aufstellung nicht auftaucht (Fall 3). Bei dem Get\u00f6teten handelt es sich um einen Beamten eines Sondereinsatzkommandos, der bei einer \u00dcbung versehentlich von einem Kollegen erschossen wurde. Dieser Fall wird als unbeabsichtigte Schussabgabe behandelt. Unbeabsichtigte Sch\u00fcsse aber werden nach einem Beschluss der IMK von 1983 nicht mehr in der offiziellen Statistik erfasst.<\/p>\n<p>Bereits im Jahre 2001 ergab sich durch diese frisierte Z\u00e4hlweise eine Differenz zur Zahl der in der Presse berichteten F\u00e4lle. Damals fehlten in der IMK-Statistik drei t\u00f6dliche Schussabgaben. Eine davon betraf wie in dem obigen K\u00f6lner Fall einen Polizisten. Welche beiden anderen die IMK als \u201eunbeabsichtigt\u201c rubrizierte, lie\u00df sich nicht rekonstruieren.<\/p>\n<p>Selbst wenn man die Einsch\u00e4tzung teilt, dass es sich hier um bedauernswerte Ungl\u00fccksf\u00e4lle handelt, ist nicht einzusehen, warum sie nicht zumindest der Transparenz halber aufgelistet werden. An einem zu gro\u00dfen Arbeitsaufwand kann diese Forderung nicht scheitern. Denn zum Gl\u00fcck bewegt sich die Zahl der t\u00f6dlichen Sch\u00fcsse der deutschen Polizei auf einem international niedrigen Niveau.<\/p>\n<p>Weitere Zahlenangaben aus der IMK-Statistik zum polizeilichen Schusswaffengebrauch: 5.946 Sch\u00fcsse insgesamt (2003: 5.635); davon Sch\u00fcsse auf Tiere: 5.769 (5.440); Sch\u00fcsse auf Sachen: 12 (27; Warnsch\u00fcsse: 72 (99); Sch\u00fcsse auf Personen: 63 (44). Zwei Sch\u00fcsse auf Personen wurden als unzul\u00e4ssig bewertet. 23 (23) Personen wurden durch den polizeilichen Schusswaffengebrauch verletzt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.cilip.de\/wp-content\/uploads\/2005\/07\/Polizeiliche-Todesschuesse-2004-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-18159\" src=\"https:\/\/www.cilip.de\/wp-content\/uploads\/2005\/07\/Polizeiliche-Todesschuesse-2004-1.png\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"527\" srcset=\"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/2005\/07\/Polizeiliche-Todesschuesse-2004-1.png 840w, https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/2005\/07\/Polizeiliche-Todesschuesse-2004-1-300x188.png 300w, https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/2005\/07\/Polizeiliche-Todesschuesse-2004-1-768x482.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.cilip.de\/wp-content\/uploads\/2005\/07\/Polizeiliche-Todesschuesse-2004-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-18160\" src=\"https:\/\/www.cilip.de\/wp-content\/uploads\/2005\/07\/Polizeiliche-Todesschuesse-2004-2.png\" alt=\"\" width=\"836\" height=\"543\" srcset=\"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/2005\/07\/Polizeiliche-Todesschuesse-2004-2.png 836w, https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/2005\/07\/Polizeiliche-Todesschuesse-2004-2-300x195.png 300w, https:\/\/wp-dev.daten.cool\/wp-content\/uploads\/2005\/07\/Polizeiliche-Todesschuesse-2004-2-768x499.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 836px) 100vw, 836px\" \/><\/a><\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Baden-W\u00fcrttemberg, Innenministerium: Schusswaffengebrauch der Polizei, Pressemitteilung v. 11.5.2005<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Otto Diederichs Im vergangenen Jahr endeten zehn F\u00e4lle polizeilichen Schusswaffengebrauchs t\u00f6dlich. 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