{"id":18543,"date":"2020-12-17T06:29:10","date_gmt":"2020-12-17T06:29:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=18543"},"modified":"2020-12-17T06:29:10","modified_gmt":"2020-12-17T06:29:10","slug":"blaming-the-victims-der-antisemitische-doppelmord-in-erlangen-1980-und-die-ermittler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=18543","title":{"rendered":"Blaming the victims:\u00a0Der antisemitische Doppelmord in Erlangen 1980 und die Ermittler"},"content":{"rendered":"<h3>von Ronen Steinke<\/h3>\n<p><strong>Heute wird oft behauptet, die Ermittler h\u00e4tten aus ihrem Versagen beim NSU gelernt. Aus ihrer Bereitschaft also, eher steile Thesen \u00fcber get\u00f6tete Migrant*innen aufzustellen als Spuren in die Neonaziszene nachzugehen. Seither w\u00fcrden sie st\u00e4rker auf rechtsextreme Hintergr\u00fcnde achten. Das h\u00e4tte man allerdings schon aus einem anderen Fall lernen k\u00f6nnen \u2013 vor jetzt 40 Jahren.<\/strong><\/p>\n<p>Der 19. Dezember 1980 ist ein Freitag, es ist schon dunkel, etwa halb sieben am Abend. F\u00fcr Juden hei\u00dft das, der Schabbat hat begonnen, es ist ein Moment f\u00fcr Kerzenschein und ein Glas Wein. In einem Bungalow in der Ebrardstra\u00dfe 20 nahe der Erlanger Universit\u00e4t sind die Jalousien heruntergelassen, so werden sp\u00e4ter die Beamt*innen der Spurensicherung notieren. Shlomo Lewin, bis vor kurzem Vorsitzender der j\u00fcdischen Gemeinde, ist zu Hause mit seiner Lebensgef\u00e4hrtin, Frida Poeschke. Es klingelt, er \u00f6ffnet.<!--more--><\/p>\n<p>Sofort fallen Sch\u00fcsse, der Rechtsradikale Uwe Behrendt, 29 Jahre alt, feuert drei Mal aus einer Maschinenpistole der Marke Beretta, Kaliber 9 Millimeter mit Schalld\u00e4mpfer, und als Shlomo Lewin schon am Boden liegt, setzt er noch einen Schuss aus n\u00e4chster N\u00e4he auf, es ist eine regelrechte Hinrichtung. Dann bemerkt der T\u00e4ter offenbar die Lebensgef\u00e4hrtin, die er sofort danach im Eingang zum Wohnzimmer ebenfalls mit vier Sch\u00fcssen t\u00f6tet. Schon ist er wieder verschwunden, ohne irgendetwas anger\u00fchrt zu haben.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>So l\u00e4uft es ab, das erste t\u00f6dliche Attentat auf einen Vertreter der deutschen Juden nach 1945. So schnell, so eisig effizient, wie man es sp\u00e4ter auch vom NSU kennenlernen wird, der Mordbande, die mit Sch\u00fcs\u00adsen aus n\u00e4chster N\u00e4he von September 2000 an vorwiegend Muslime t\u00f6tete. Aber anstatt in der \u00f6rtlichen Naziszene zu ermitteln \u2013 die \u201eWehrsportgruppe Hoffmann\u201c, die seinerzeit gr\u00f6\u00dfte Neonazitruppe der Republik, die Anfang 1980 vom Bundesinnenminister verboten worden ist, hat ihre Zentrale ganz in der N\u00e4he \u2013, verd\u00e4chtigt die Polizei zun\u00e4chst das Umfeld des Opfers.<\/p>\n<p>Die bayerischen Beh\u00f6rden spekulieren, der Mossad habe eine Rolle gespielt, Israels Geheimdienst. Ein Journalist einer Nachrichtenagentur zitiert noch am Abend des Mordes \u201einformierte Kreise\u201c mit der Vermutung, Shlomo Lewin sei Agent gewesen. Die erste Frage, die am Morgen nach dem Mord auch der zust\u00e4ndige Staatssekret\u00e4r im Bundesinnenministerium, Siegfried Fr\u00f6hlich, stellt, ist die nach einem \u201em\u00f6glichen nachrichtendienstlichen Hintergrund des Ermordeten\u201c. Die Spezialist*innen des Bundesnachrichtendienstes sollten dies einmal abkl\u00e4ren, bittet er.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Die Ermittler*innen mutma\u00dfen auch, Shlomo Lewin h\u00e4tte im Jom-Kippur-Krieg im Jahr 1973 unter Israels damaligem Verteidigungsminister Mosche Dajan gedient.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Das ist der General mit der Augenklappe, einer der verhasstesten M\u00e4nner in der arabischen Welt. Die erste Schlagzeile, mit der die Leser*innen der <em>Erlanger Nachrichten<\/em> dann von dem Mord an Shlomo Lewin erfahren, lautet nicht: Ex-Vorsitzender der j\u00fcdischen Gemeinde ermordet. Sondern: \u201eEx-Adjutant Mosche Dajans hingerichtet\u201c.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Als w\u00e4re es eine Kriegshandlung. Nah\u00f6stliche Rache. Fremde unter sich.<\/p>\n<h4>\u201eGekillerter Israeli, samt Hure\u201c<\/h4>\n<p>Es ist Unsinn. In Wahrheit hat Lewin schon seit 1960 in S\u00fcddeutschland gelebt und gearbeitet, als Verleger von B\u00fcchern zu deutsch-j\u00fcdischer Kul\u00adtur und als Religionslehrer. Ein Blick ins Zeitungsarchiv h\u00e4tte gen\u00fcgt, um das herauszufinden, oder auch ein Anruf bei Lewins j\u00fcdischer Gemeinde, deren Geb\u00e4ude im benachbarten N\u00fcrnberg steht. Lewin ist 1911 in Jerusalem geboren worden, in die Gro\u00dffamilie Rivlin. Aber schon seit seinem ersten Lebensjahr hat er im Deutschen Reich gelebt. Sein Vater, ein Rabbiner, war einem Ruf an eine Synagoge ins preu\u00dfische Posen gefolgt.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>In ihrer Ermittlung mit dem Aktenzeichen 340 Js 40387\/81 beschreiben die Beamt*innen des bayerischen Landeskriminalamts (LKA), dessen Sonderkommission \u201eErlangen\u201c zeitweise 35 Beamt*innen umfasst, die beiden Opfer jetzt so: \u201eFrida Poeschke, Glaubensbekenntnis: evangelisch, Staatsangeh\u00f6rigkeit: deutsch\u201c. Und \u201eShlomo Lewin, Glaubensbekenntnis: mosaisch\u201c;<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> die Staatsangeh\u00f6rigkeit interessiert bei ihm offenbar nicht. Jude ist Jude.<\/p>\n<p>Dabei ist Lewin schon seit seiner Kindheit Deutscher. Sein Vater hat sich 1914, als das deutsche und das russische Reich sich an die Kehle gingen, als Feldrabbiner gemeldet. Zum Dank haben er und seine Familie per kaiserlichem Dekret die Staatsangeh\u00f6rigkeit erhalten.<\/p>\n<p>Shlomo Lewin hat in K\u00f6ln auf Lehramt studiert. Erst die Vertreibung durch die Nazis hat ihn von 1938 an f\u00fcr einige Jahre ins britische Mandatsgebiet Pal\u00e4stina gebracht, auf dem 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde, 1960 ist er wieder nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Dennoch, die bayerischen Ermittler*innen bewerten seine Biografie anders, gegen\u00fcber der Presse erkl\u00e4ren sie: \u201eDie Ermittlungen wurden inzwischen auch auf Israel, die Heimat Levins (sic), und das europ\u00e4ische Ausland ausgeweitet.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>\u201eEx-Adjutant Mosche Dajans hingerichtet\u201c: Als die <em>Erlanger Nachrichten<\/em> am 20. Dezember 1980 mit dieser Schlagzeile aufmachen, hat es sofort Folgen. Tags darauf geht ein Brief ein bei Erlangens Oberb\u00fcrgermeister. Betreff: \u201egekillerter Israeli, samt Hure\u201c, der anonyme Verfasser schreibt: \u201eDie gehen und kommen wie sie belieben! 1 Dutzend Reisep\u00e4sse in der Tasche! Wenn der Oberstinker im Kriegsstab bei Dajan war, hat der doch bei uns gar nichts mehr zu suchen und mu\u00df seine Exekution dort bei den Arabern abwarten!\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>In der j\u00fcdischen Gemeinde in N\u00fcrnberg klingeln die Telefone. Der Nachfolger Lewins im Amt des Vorsitzenden, der 1923 in N\u00fcrnberg geborene Arno Hamburger, wird am Tag nach dem Mord gleich drei Mal von anonymen Anrufern bedroht. \u201eArno Hamburger, Du verfluchte Judensau, Shlomo Lewin war der erste, du bist der n\u00e4chste. Du kannst dich darauf vorbereiten\u201c, k\u00fcndigt einer an. Ein anderer bekr\u00e4ftigt: \u201eDu entgehst uns nicht.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Viele Mitglieder der Gemeinde sind in Angst, manche meinen, in der Mordnacht auch vor ihrer eigenen Wohnung seltsame Gestalten gesehen zu haben. \u201eWenn man in dieselbe Synagoge ging\u201c wie Shlomo Lewin, \u201ehatte man Bef\u00fcrchtungen\u201c, so erinnert sich etwa Rose Wanninger, die in sp\u00e4teren Jahren ihrerseits Gemeindevorsitzende in Erlangen wurde. Ihr Mann habe eine Weile \u201emit dem Colt unter der Matratze\u201c geschlafen.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Auch in anderen j\u00fcdischen Gemeinden herrscht \u201eblankes Entsetzen\u201c, so hat Paul Spiegel sp\u00e4ter in einem Fernsehinterview erz\u00e4hlt, der Pr\u00e4sident des Zentralrats der Juden in den fr\u00fchen 2000er-Jahren. \u201eAber auch Entsetzen dar\u00fcber, dass das von der breiten Gesellschaft nicht so wahrgenommen wurde.\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Paul Spiegel denkt anfangs, jetzt w\u00fcrde ein Aufschrei durch das Land gehen. Er irrt sich. Stattdessen geschieht etwas anderes.<\/p>\n<h4>Verd\u00e4chtigungen gegen die j\u00fcdische Gemeinde<\/h4>\n<p>Der neue Gemeindevorsitzende in N\u00fcrnberg, Arno Hamburger, bekommt Besuch vom LKA. Aber nicht, um ihn zu besch\u00fctzen. Sondern um ihn als Verd\u00e4chtigen zu befragen. Arno Hamburger ist ein Mann mit breiten Schultern und Lederjacke, ein geb\u00fcrtiger N\u00fcrnberger, der Fr\u00e4nkisch spricht, sich in Fu\u00dfballvereinen engagiert und f\u00fcr die SPD im Stadtrat sitzt. Er ist bodenst\u00e4ndiger als der kunstsinnige Lewin, der zu Demonstrationen gegen die NPD auf dem N\u00fcrnberger Hauptmarkt schon mal eine Dixieland-Band mitbrachte. Die beiden sind keine Freunde gewesen.<\/p>\n<p>Aber ein Mord? Die Ermittler mutma\u00dfen, \u201edass die Get\u00f6teten Mitwisser von Straftaten o. \u00e4. gewesen sind und mit diesem Wissen dritte Personen unter Druck gesetzt haben\u201c.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Es k\u00f6nnte um \u201efinanzielle Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten\u201c in der j\u00fcdischen Gemeinde gehen, notieren sie.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Deshalb durchsuchen sie auch den Keller von Lewins Wohnung. Er habe dort \u201ekompromittierendes Material gesammelt oder aufbewahrt\u201c, streuen sie, dies k\u00f6nne \u201ewertvolle Hinweise auf den m\u00f6glichen T\u00e4terkreis\u201c ergeben, so der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Rudolf Brunner.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Arno Hamburger hat den Holocaust dank eines Kindertransports nach Pal\u00e4stina \u00fcberlebt. Nach dem Krieg hat er seine Eltern in N\u00fcrnberg wiedergefunden, der Rest der Familie war ermordet worden. Die Eltern waren zu schwach, um fortzugehen und noch einmal ein neues Leben anzufangen. Als einziges Kind, so hat Hamburger einmal erz\u00e4hlt, habe er dann \u201edas moralische Empfinden gehabt, dass ich meine Eltern nicht allein lassen k\u00f6nnte\u201c.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Wie sich herausstellt, hat Shlomo Lewin die Karteikarten in seinem Keller nicht zur Pflege pers\u00f6nlicher Feindschaften, sondern \u201elediglich\u201c ganz profan f\u00fcr den von ihm betriebenen Kleinverlag genutzt, wie der Leitende Oberstaatsanwalt entt\u00e4uscht mitteilen muss.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Der Verlag hei\u00dft \u201eNer Tamid\u201c, ewiges Licht. Er gibt illustrierte B\u00e4nde \u00fcber j\u00fcdische Zeremonialkunst heraus, historische Essays, auch Dokumentationen \u00fcber \u201eden Nazismus in Westdeutschland\u201c. Sehr erfolgreich ist er nicht, Lewin hat ihn schon so gut wie aufgegeben.<\/p>\n<p>Dennoch: An ihrer Hypothese vom j\u00fcdischen Mordkomplott halten die Ermittler*innen fest. Ein m\u00f6gliches Motiv f\u00fcr den Mord liege auch in den \u201eseit Jahren bestehenden Spannungen innerhalb der Israelitischen Kultusgemeinde in N\u00fcrnberg\u201c, schreiben sie unbeirrt in einem Zwischenbericht.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Israels Regierung, die l\u00e4ngst klargestellt hat, dass Lewin kein Mossad-Mann war und auch nicht Adjutant des Verteidigungsministers,<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> fragt bei den Deutschen nach, weshalb denn nichts vorangehe in dieser Ermittlung. Darauf antworten die Deutschen: Gemach. Die Staatsanwaltschaft halte weiterhin \u201esowohl pers\u00f6nliche als auch politische Motive f\u00fcr m\u00f6glich (Tendenz: pers\u00f6nliche Motive)\u201c.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>Lange bevor in N\u00fcrnberg die Tochter des ersten NSU-Mordopfers, Semiya \u015eim\u015fek, die Fragen ertragen muss, ob ihr ermordeter Vater eine Aff\u00e4re gehabt habe, bei Drogengesch\u00e4ften mitgemacht oder wom\u00f6glich f\u00fcr die Kurdenpartei PKK spioniert habe, verschicken die Ermittler*innen im Mordfall Lewin eine Tabelle an alle Landeskriminal\u00e4mter. Thema: Lewins Liebesleben. Dort kann man nachlesen: Eine Scheidung. Eine zweite Ehe in Israel. Ein uneheliches Kind in Frankfurt.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Eine vergleichbar gr\u00fcndliche Analyse zur \u00f6rtlichen Neonazi-Szene findet sich bis dahin nicht in den Akten.<\/p>\n<p>Die Nachrichtenagentur ddp vermeldet am 8. Januar 1981: Der Leitende Oberstaatsanwalt Brunner sei nach genauer Erforschung des Lebens des Ermordeten zu dem Ergebnis gekommen, dass Lewin einen \u201ebunten Lebenslauf\u201c gehabt habe.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Es gebe \u201eUngereimtheiten\u201c in Lewins \u201eschillernder\u201c Vergangenheit, schreiben die <em>Erlanger Nachrichten<\/em>.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Konkret wird Lewins israelische Ehefrau verd\u00e4chtigt. Der Leitende Oberstaatsanwalt l\u00e4sst sich mit dem Satz zitieren: \u201eAus einem vorgefundenen Brief ergibt sich, dass zwischen den Ehepartnern ein tiefgreifender Hass bestand.\u201c<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<h4>\u201eSchillernde Vergangenheit\u201c<\/h4>\n<p>Vieles an dieser Ermittlung erinnert an den NSU. An den entsetzlichen Umgang der Ermittler*innen mit den Opfern der Neonazibande in den 2000er Jahren. Auch dort verd\u00e4chtigten die Beamt*innen vor allem die meist t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Opfer selbst. Auch dort w\u00e4hnten sie die Opfer als Inhaber dunkler Geheimnisse. Anstatt das Naheliegende zu erkennen, eine rassistische Mordserie, stellte die Polizei irgendwann die These auf, man habe es mit einer \u201estreng hierarchische Geheimorganisation mit striktem Ehrenkodex\u201c zu tun. Mit einer Mauer des Schweigens also \u2013 auf Seiten der Migrant*innen.<\/p>\n<p>Im Fall von Shlomo Lewin verbreiten die <em>Erlanger Nachrichten<\/em> schon drei Tage nach dem Mord unter Berufung auf ungenannt bleibende Ermittler*innen: Es k\u00f6nnten orthodoxe Juden dahinterstecken, weil Lewin mit einer Christin zusammengelebt habe.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Anfangs verwechseln die Ermittler*innen einmal das Jahr 1911, in dem Lewin geboren wurde, mit dem Jahr 1914, in dem er die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit erhielt. Auch daraus spinnen sie einen Vorwurf. Nicht einmal beim Alter herrsche Klarheit, so undurchsichtig sei Lewins Leben gewesen. \u201eSeine Familie in Israel\u201c habe \u201ebisher ebenfalls wenig zur Aufhellung beitragen\u201c k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p>Semiya \u015eim\u015fek hat sich sp\u00e4ter an die tiefe Erniedrigung erinnert, die sie empfand, als ihr Vater posthum verd\u00e4chtigt wurde: \u201eAuf einmal war er der Fremdgeher, auf einmal hat er Drogen nach Deutschland geschmuggelt. Auf einmal hatte er mit der Mafia zu tun. So haben wir jahrelang mit diesen Vorw\u00fcrfen gelebt.\u201c Wom\u00f6glich ist dies ein Teil des Kalk\u00fcls der T\u00e4ter*innen gewesen, die sich \u2013 hier wie dort \u2013 bewusst nicht zur Tat bekannten. Eine heimliche Hoffnung der Neonazis, eine M\u00f6glichkeit, die Opfer und ihr Umfeld besonders hart zu treffen. Ihnen sollte signalisiert werden: Ihr seid schutzlos, wir k\u00f6nnen euch treffen. Die deutschen Beh\u00f6rden werden euch nicht helfen.<\/p>\n<p>Das Best\u00fcrzende ist, wenn dies bisweilen stimmt. Als \u201eBombe nach der Bombe\u201c haben das im Fall des NSU manche beschrieben. Der Friseur Hasan Y\u0131ld\u0131r\u0131m, vor dessen Gesch\u00e4ft in der K\u00f6lner Keupstra\u00dfe im Jahr 2004 eine Nagelbombe des NSU explodierte, hat sp\u00e4ter gesagt: \u201eAls raus kam, dass der NSU f\u00fcr diesen Anschlag verantwortlich ist, war meine gr\u00f6\u00dfte Freude, dass ich nicht mehr zu den stundenlang andauernden Verh\u00f6ren der Polizei musste, weil ich davon wirklich genug hatte und es nicht mehr ausgehalten habe.\u201c<\/p>\n<p>Familienangeh\u00f6rige Shlomo Lewins sprechen nach dem Mord von einer zweiten Hinrichtung, einer totalen Rufzerst\u00f6rung. Eine \u201em\u00f6rderische Hand\u201c habe Lewin get\u00f6tet, sagt bei der Trauerfeier am 25. Dezember 1980 ein Cousin, Arie Frankenthal. \u201eEines steht aber fest: dass diese Hand nicht ruht, sondern sogar nach dem schrecklichen k\u00f6rperlichen Tod auch seine geistige Ermordung, durch die negative Darstellung seiner Person in der Presse herbeif\u00fchren will und dadurch auch das Blut seiner Kinder vergossen wird.\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/p>\n<p>Die Trauerg\u00e4ste stehen an diesem Tag in der Aussegnungshalle des j\u00fcdischen Friedhofs von F\u00fcrth. Es ist ein j\u00fcdischer Friedhof, wie es Hunderte gibt in diesem Land: Die letzte Sch\u00e4ndung dieses Ortes liegt damals erst zwei Jahre zur\u00fcck. Im M\u00e4rz 1978 sind in F\u00fcrth Grabsteine umgesto\u00dfen und mit NS-Parolen beschmiert worden. Im Jahr 1964 haben hier Jugendliche 39 Grabsteine umgeworfen. Im Jahr 1960 haben hier Jugendliche 30 Grabsteine zerschlagen.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p>\n<p>Einer der Trauerg\u00e4ste, Josef Jakubowicz, bittet die Polizei, den Sarg nach der Aussegnung ins Polizeipr\u00e4sidium mitzunehmen. Das Begr\u00e4bnis soll nicht hier, sondern erst einige Tage sp\u00e4ter in Israel stattfinden. \u201eIch hab gebeten\u201c, erinnert er sich sp\u00e4ter, \u201edass man soll die Leiche nicht sch\u00e4nden, also bewachen \u00fcber Nacht.\u201c<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> In Israel begraben zu werden, das hat Lewin zwar nicht selbst gew\u00fcnscht. Er hat \u00fcberhaupt kein Testament hinterlassen. Aber seine Freund*innen finden, das sei das Beste.<\/p>\n<p>Josef Jakubowicz ist 1925 in der j\u00fcdisch gepr\u00e4gten Kleinstadt O\u015bwi\u0119cim in Polen geboren worden. Seine Eltern und Gro\u00dfeltern sind ermordet worden, er selbst hat elf Konzentrationslager \u00fcberlebt, am schlimmsten sei die Zwangsarbeit bei der Reichsbahn gewesen, \u201edas waren die gr\u00f6\u00dften M\u00f6rder, was es gibt. Ohne Herz, ohne nichts\u201c. Nach der Befreiung ist er so krank gewesen, dass er nicht mehr recht fortkam aus Deutschland. Er ist ein pers\u00f6nlicher Freund von Shlomo Lewin gewesen. Eine Zeit lang hat er eine Videothek betrieben.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p>\n<h4>\u201eSie haben alle befragt. Mich. Meinen Sohn. Alle.\u201c<\/h4>\n<p>Zur Trauerfeier sind auch einige Beamt*innen des Landeskriminalamts gekommen. Sie sehen sich die Trauerg\u00e4ste an, und sie laden den Kantor, also Vorbeter, der Gemeinde zu einer Befragung vor. Sein Name ist Baruch Grabowski. Heute darauf angesprochen, reagiert er mit einem nachsichtigen L\u00e4cheln. Er fand es nicht schlimm, dass die Polizei ihn damals verd\u00e4chtigte, sagt er, \u201esie hat jeden verd\u00e4chtigt\u201c.<\/p>\n<p>Er habe den Beamt*innen erkl\u00e4rt, was er denke. \u201eIch kann von meiner Seite sagen: Von allen Menschen in der Gemeinde, die ich kenne, ist keiner verd\u00e4chtig.\u201c Die Tatsache, dass der M\u00f6rder \u201ewie ein k\u00fchler Killer\u201c auch die Frau Poeschke ermordet habe, spreche dagegen, dass so etwas irgendein Mensch aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden machen w\u00fcrde. \u201eSelbst wenn Leute sich nicht m\u00f6gen.\u201c<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p>Grabowski ist Argentinier. Er ist 1969 gemeinsam mit seiner Frau, einer Operns\u00e4ngerin, nach Europa gekommen. W\u00e4hrend sie Engagements an gro\u00dfen H\u00e4usern in Madrid, Br\u00fcssel und Paris hatte, suchte er nach einer Anstellung in einer Synagoge. Dabei w\u00e4re ihm jedes Land dieses Kontinents lieber gewesen als Deutschland, erinnert er sich. Als er nach langer Suche nur ein einziges Angebot bekam, aus N\u00fcrnberg, habe er mit sich gerungen. Seine Familie in Argentinien sei entsetzt gewesen. Schlimm genug, dass es Deutschland war. Aber dann auch noch die Stadt der Rassengesetze. Die Stadt der Reichsparteitage.<\/p>\n<p>Es war ein Onkel, der schlie\u00dflich den Ausschlag gab, erinnert sich Grabowski. Er riet: \u201eWei\u00dft du, wir sind Juden, und wir haben die Pflicht zu zeigen, trotz der Geschichte, trotz aller Verfolgungen: Wir sind da.\u201c Lamrot hakol, sagt Grabowski auf Hebr\u00e4isch. Das hei\u00dft: trotz alledem. Es ist eine Art Credo geworden. \u201eDas hat mir Kraft gegeben.\u201c<\/p>\n<p>Die Ermittler*innen wollen wissen, wo er in der Tatnacht war. Wie gut kannte er Shlomo Lewin? Was war sein erster Gedanke, als er von dem Mord h\u00f6rte? Die Fragen stellen sie jetzt vielen, auch Josef Jakubowicz. \u201eSie haben alle befragt\u201c, sagt der sp\u00e4ter. \u201eMich. Meinen Sohn. Alle.\u201c<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a><\/p>\n<p>Die Ermittler*innen tauchen sogar am Arbeitsplatz einzelner Juden auf, den damals 30 Jahre alten Henry Majngarten, den Vorsitzenden des j\u00fcdischen Fu\u00dfballclubs Bar Kochba e.V., holen sie mittags in einem N\u00e4hbetrieb in F\u00fcrth ab. Er ist in der Mordnacht in Erlangen unterwegs gewesen, das macht ihn verd\u00e4chtig. Die Vernehmung dauert bis Mitternacht, \u201edann hatte ich alle meine Freunde erreicht, die bezeugen konnten, wo ich an dem Abend war\u201c, erinnert sich Majngarten.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> Sp\u00e4ter ist er nach Israel ausgewandert, wo er bis heute lebt.<\/p>\n<h4>Wehrsportgruppe Hoffmann<\/h4>\n<p>Als die Ermittler*innen schlie\u00dflich den Blick in die rechtsextreme Szene richten, kommen sie viel zu sp\u00e4t. Dabei hat es von Beginn an eine hei\u00dfe Spur dorthin gegeben. Direkt neben der Leiche von Shlomo Lewin auf den Fliesen im Eingang der Wohnung hatte eine Sonnenbrille gelegen, vom M\u00f6rder leichtsinniger Weise fallen gelassen. Eingraviert im B\u00fcgel steht: \u201eSchubert Modell 27\u201c. Die Herkunft ist eindeutig. Die Optikerfirma Schubert hat ihren Sitz in Heroldsberg bei Erlangen, Sofienh\u00f6he 6. Bewohner des Nachbarhauses \u2013 Sofienh\u00f6he 5 \u2013 war jahrelang und polizeilich ordnungsgem\u00e4\u00df gemeldet: der Neonazi-Anf\u00fchrer Karl-Heinz Hoffmann.<\/p>\n<p>Der Chef der Wehrsportgruppe Hoffmann besch\u00e4ftigt Polizei und Justiz schon lange. Als eine italienische Illustrierte, <em>Oggi<\/em>, einmal ein \u00fcppig bebildertes Portr\u00e4t \u00fcber ihn ver\u00f6ffentlicht, eine filmreife Gestalt mit Kaiser-Wilhelm-Bart und einem Puma als Haustier, der mit einer Schar seiner Getreuen auf Schloss Ermreuth 14 Kilometer bei N\u00fcrnberg lebt \u2013 da stellt sie Shlomo Lewin als dessen \u00f6rtlichen Gegenspieler dar.<\/p>\n<p>Die Brille ist eine Sonderanfertigung, wie sich herausstellt. Der Optiker hat sie Hoffmanns Lebensgef\u00e4hrtin geschenkt. Mit dieser Sonnenbrille und eine Per\u00fccke verkleidet hat Hoffmanns rechte Hand, sein \u201eUnterf\u00fchrer\u201c Uwe Behrendt, offenbar den Mord ausgef\u00fchrt. Aber erst im Mai, ganze f\u00fcnf Monate nach der Tat, beginnen die Ermittlungen gegen die Wehrsportgruppe Fahrt aufzunehmen.<\/p>\n<p>Erst acht Monate nach dem Doppelmord, am 20. August 1981, erl\u00e4sst das Amtsgericht Erlangen einen Haftbefehl gegen Uwe Behrendt, \u201ez. Zt. Unbekannten Aufenthalts\u201c. Da hat die Neonazigruppe ihn l\u00e4ngst au\u00dfer Landes gebracht, in ein pal\u00e4stinensisches Ausbildungslager im Libanon. Bald hei\u00dft es, er habe Suizid begangen.<\/p>\n<p>Erst 1984 beginnt ein Prozess gegen Hoffmann als mutma\u00dflichen Auftraggeber des Mordes, da sind die Richter auf das angewiesen, was der Neonazif\u00fchrer ihnen zu erz\u00e4hlen bereit ist, ein Schwadroneur, der kokettiert, sein Ruf als \u201eJudenfresser\u201c sei weit \u00fcbertrieben. Es ist eine h\u00fcbsch glatte, eine f\u00fcr ihn selbst weitgehend entlastende Geschichte: Der junge Kamerad Uwe Behrendt habe auf eigene Faust gemordet.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> Ein Einzelt\u00e4ter. Niemand wird je f\u00fcr den Mord an Shlomo Lewin und Frida Poeschke belangt.<\/p>\n<p>Als das Landgericht N\u00fcrnberg-F\u00fcrth 1986 sein Urteil spricht, in dem es Hoffmann lediglich wegen einiger anderer, von dem antisemitischen Doppelmord unabh\u00e4ngiger Punkte schuldig spricht, nehmen die Medien schon kaum mehr Notiz. H\u00e4ngen bleibt bei vielen ein Bild, das die Ermittler*innen mit mehr als 1.000 Zeugenvernehmungen und zahllosen Mutma\u00dfungen in den Medien in die Welt gesetzt haben: Was soll man machen. Jetzt bringen die Juden sich schon gegenseitig um. Die Tat sei \u201ebis heute nicht gekl\u00e4rt\u201c, schreiben die <em>Erlanger Nachrichten<\/em> noch zum zehnten Todestag Lewins im Jahr 1990. In dem Artikel findet sich kein Wort \u00fcber Rechtsradikale. Nicht einmal ein Wort dar\u00fcber, dass Lewin zu Lebzeiten Anfeindungen als Jude ausgesetzt war.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a><\/p>\n<p>Den beiden Terroropfern geschieht kurz gesagt, was leicht auch den Opfern des NSU h\u00e4tte widerfahren k\u00f6nnen, h\u00e4tte sich der NSU nicht 2011 spektakul\u00e4r selbst enttarnt. Sie geraten in Vergessenheit.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sachstandsbericht Bayerisches Landeskriminalamt\/Soko \u201eErlangen\u201c v. 24.12.1980, Akte des Bundesinnenministeriums, Bundesarchiv Koblenz B106 10700 10 II 2A U.2.05 256<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Vermerk BMI-Regierungsdirektor Siegele v. 20.12.1980, Akte des Bundesinnenministeriums a.a.O. (Fn. 1)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Sachstandsbericht Polizeidirektion Erlangen, Fernschreiben Nr. 900 v. 19.12.1980, Akte des Bundesinnenministeriums a.a.O. (Fn. 1)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 So die Titelseite der Erlanger Nachrichten (insoweit identisch mit den auflagenstarken <em>N\u00fcrnberger Nachrichten<\/em>, die sich wichtige redaktionelle Inhalte teilen), 20.\/21.12.1980. In derselben Ausgabe hei\u00dft es auf S. 15 unter der \u00dcberschrift \u201eSpekulationen \u00fcber das Mordmotiv\u201c: \u201eEntgegen aller Dementis, so erfuhr dpa aus einer \u201azuverl\u00e4ssigen Quelle\u2018, soll Levin \u201aAnfang der 60er Jahre\u2018 doch im Umkreis Dajans t\u00e4tig gewesen sein. Da\u00df sich weder der Ex-Verteidigungsminister, noch hohe Ministerialbeamte in Tel Aviv jetzt an einen Shlomo Levin erinnern k\u00f6nnen, w\u00fcrde der \u00fcblichen Praxis von Nachrichtendiensten nach der Enttarnung eines Agenten entsprechen. Anzeichen daf\u00fcr, da\u00df der ehemalige Offizier Levin f\u00fcr den Geheimdienst \u201aMossad\u2018 t\u00e4tig gewesen sein k\u00f6nnte und als solcher von Pal\u00e4stinensern erkannt worden ist, w\u00fcrden die Theorie eines politischen Anschlags untermauern.\u201c Artikel dieser und anderer Lokalzeitungen zum Mordfall Lewin\/ Poesch\u00adke sind gesammelt im Archiv des Instituts f\u00fcr sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB e.\u00a0V.), N\u00fcrnberg.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Die Familiengeschichte und der berufliche Werdegang Lewins ergeben sich aus einem Schreiben der Israelitischen Kultusgemeinde N\u00fcrnberg an den Regierungspr\u00e4sidenten von Mittelfranken vom 8.1.1976 sowie aus den Manuskripten der Trauerreden, die am 25.12.1980 auf Lewin gehalten wurden, Stadtarchiv Erlangen, III.181.L.1.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Sachstandsbericht Bayerisches Landeskriminalamt\/Soko \u201eErlangen\u201c, 20.12.1980, Akte des Bundesinnenministeriums a.a.O. (Fn. 1)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 ebd.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 \u201eErmordeter Levin war f\u00fcr die Polizei kein Agent\u201c, ddp v. 8.1.1981<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Anonymes Schreiben (gezeichnet \u201eSchinderhannes\u201c), datiert \u201eDeutschland, den 20.12.80\u201c, Stadtarchiv Erlangen, III.181.L.1<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> \u00a0 \u201eViele Fragezeichen im Leben des Shlomo Lewin \u2013 Nach dem Tod des j\u00fcdischen Verlegers wird \u00fcber Ungereimtheiten seiner schillernden Vergangenheit ger\u00e4tselt\u201c, Erlanger Nachrichten v. 22.12.1980<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> \u00a0\u00a0 Wanninger wurde am 7.1.2010 f\u00fcr ein Filmprojekt des ISFBB e.\u00a0V. interviewt.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> \u00a0 Dokumentarfilm \u201ePropaganda, Hass, Mord. Die Geschichte des Rechten Terrors\u201c, Erstausstrahlung: ARD, 26.3.2012, abrufbar \u00fcber Youtube.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> \u00a0 Brief Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Brunner an Generalstaatsanwalt N\u00fcrnberg, 31.3.1981, S. 6, Akte des Bundesinnenministeriums a.a.O. (Fn. 1)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> \u00a0 Fernschreiben Bundesministerium des Innern (BMI) an Ausw\u00e4rtiges Amt (AA), 9.1.1981 (\u201eBezug: Anfrage der Botschaft Tel Aviv\u201c), Akte des Bundesinnenministeriums a.a.O. (Fn. 1)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> \u00a0 \u201eErmordeter Levin \u2026\u201c a.a.O. (Fn. 8)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> \u00a0 Interview auf zeitzeugen-portal.de. Arno Hamburger ist 2013 verstorben.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> \u00a0 \u201eErmordeter Levin \u2026\u201c a.a.O. (Fn. 8)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> \u00a0 Fernschreiben BMI an AA, 9.1.1981, a.a.O. (Fn. 14)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> \u00a0 Fernschreiben Deutsche Botschaft Tel Aviv an AA, 22.12.1980, Akte des Bundesinnenministeriums, a.a.O.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Fernschreiben BMI an AA, 9.1.1981, a.a.O. (Fn.15)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> \u00a0 Sachstandsbericht Bayerisches Landeskriminalamt\/Soko \u201eErlangen\u201c, 24.12.1980, Akte des Bundesinnenministeriums a.a.O. (Fn. 1)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> \u00a0 \u201eErmordeter Levin \u2026\u201c a.a.O. (Fn. 8)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> \u00a0 \u201eViele Fragezeichen \u2026\u201c, a.a.O. (Fn. 10)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> \u00a0 Sachstandsbericht des Leitenden Oberstaatsanwalts Dr. Brunner an den N\u00fcrnberger Generalstaatsanwalt, 30.12.1980, S.5, Akte des Bundesinnenministeriums, a.a.O. (Fn. 1)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> \u00a0 \u201eViele Fragezeichen\u201c, a.a.O. (Fn. 10)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> \u00a0 ebd.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> \u00a0 Manuskript der Trauerrede, Archiv des ISFBB e.V., N\u00fcrnberg<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> \u00a0 vgl. die Chronik antisemitischer Gewalttaten in Deutschland seit 1945 in: Steinke, R.: Terror gegen Juden. Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt, Berlin 2020, S. 149-238<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> \u00a0 Josef Jakubowicz wurde am 7.1.2010 f\u00fcr ein Filmprojekt des ISFBB e.\u00a0V. interviewt. Er ist 2013 verstorben.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> ebd.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> \u00a0 Interview durch den Verf. am 14.2.2020<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> \u00a0 Interview-Aufnahme des ISFBB e.V.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> \u00a0 Telefonisches Interview durch den Verf. am 27.1.2020<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> \u00a0 \u201eChef, ich hab den Vorsitzenden erschossen\u201c, Der Spiegel v. 19.11.1984<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> \u00a0 \u201eGott wird sein Blut r\u00e4chen\u201c, Erlanger Nachrichten v. 19.12.1990<\/h6>\n<p><em>Beitragsbild: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Janericloebe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Janericloebe<\/a>, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Erlangen_Lewin-Poeschke-Anlage_002.JPG\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Erlangen Lewin-Poeschke-Anlage 002<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/3.0\/legalcode\" target=\"_blank\" rel=\"license noopener noreferrer\">CC BY 3.0<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ronen Steinke Heute wird oft behauptet, die Ermittler h\u00e4tten aus ihrem Versagen beim NSU<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":18753,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,127],"tags":[216,506,638,820,1094,1287],"class_list":["post-18543","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-cilip-123","tag-antisemitismus","tag-erlangen","tag-frida-poeschke","tag-justiz","tag-polizei","tag-shlomo-lewin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18543","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18543"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18543\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/18753"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18543"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18543"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18543"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}