{"id":1888,"date":"2000-02-09T23:31:21","date_gmt":"2000-02-09T23:31:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?p=1888"},"modified":"2000-02-09T23:31:21","modified_gmt":"2000-02-09T23:31:21","slug":"kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=1888","title":{"rendered":"Kriminelle Organisation? Die schweizerischen Beh\u00f6rden gegen die Tamil Tigers"},"content":{"rendered":"<h3>von Johannes Wartenweiler<\/h3>\n<p><b>Nadarajah Muralitharan, seinerzeit Chef der Tamil Tigers in der Schweiz, war im April 1996 unter dem Verdacht der Schutzgelderpressung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation verhaftet worden und hatte mehrere Monate in Untersuchungshaft verbracht. Vier Jahre nach der spektakul\u00e4ren Polizeiaktion ist das Verfahren immer noch nicht offiziell eingestellt. Das Vorgehen der Beh\u00f6rden d\u00fcrfte vor allem dazu gedient haben, sich gegen\u00fcber der Regierung Sri Lankas erkenntlich zu zeigen. Diese hatte kurz zuvor ein R\u00fcck\u00fcbernahmeabkommen mit der Schweiz unterzeichnet.<\/b><\/p>\n<p>Seit Beginn der 90er Jahre war die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) die st\u00e4rkste politische Kraft innerhalb der tamilischen Gemeinschaft in der Schweiz. Ihre herausragende Stellung war auf den andauernden B\u00fcrgerkrieg in Sri Lanka zur\u00fcckzuf\u00fchren sowie auf die ver\u00e4nderte soziale Zusammensetzung der in der Schweiz ans\u00e4ssigen TamilInnen. Vermehrt waren Ende der 80er Jahre Fl\u00fcchtlinge aus unteren sozialen Schichten eingereist, die f\u00fcr die PR-Arbeit der LTTE empf\u00e4nglicher waren als die fr\u00fcheren ImmigrantInnen.<!--more--><\/p>\n<p>Berichte \u00fcber Geldsammlungen der LTTE tauchten ab Mitte der 80er Jahre auf. In den Medien wurde dar\u00fcber spekuliert, ob dabei auch unrechtm\u00e4\u00dfige Mittel angewendet w\u00fcrden. 1991 schrieb die NZZ: &#8222;Anzeichen f\u00fcr solche Erpressungen bestehen schon l\u00e4nger, erh\u00e4rteten sich bisher aber nicht.&#8220;<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fn1\" name=\"fnverweis1\">[1]<\/a> Am 14. Januar 1996 machte die &#8222;SonntagsZeitung&#8220; die LTTE und ihre Spendenkampagnen zur Titelstory: &#8222;Gewalt, Tote: Tamilen erpressen Schutzgelder.&#8220; Anlass war eine Schie\u00dferei unter Tamilen in Dagmarsellen (Kanton Luzern), die einen Toten gefordert hatte. Zitiert wurde in dem Artikel unter anderem Marcel Bebi\u00e9, Chef der Kripo der Stadt Z\u00fcrich, mit der Behauptung, die Tamilen seien &#8222;aktiv in der Entf\u00fchrung und Misshandlung von Landsleuten um Schutz- und Spendengelder zu erpressen.&#8220; Als &#8222;Kopf der Bande&#8220; wurde Nadarajah Muralitharan, genannt Murali, bezeichnet. Der Filmemacher Erich Schmid ging in der Folge den Vorw\u00fcrfen der &#8222;SonntagsZeitung&#8220; nach und kam zu dem Schluss, dass die LTTE nichts mit den ihr zur Last gelegten Verbrechen zu tun habe: Einmal sei es um die Ehre der T\u00f6chter gegangen, einmal um Abrechnungen im Milieu der Konkurrenz-Organisation PLOTE (People Liberation Organisation of Tamil Eelam), einmal sei das Opfer gar ein LTTE-Geldsammler gewesen.<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fn2\" name=\"fnverweis2\">[2]<\/a><\/p>\n<h4>Eine gro\u00dfe Polizeiaktion mit Fragezeichen<\/h4>\n<p>Ungeachtet der insgesamt d\u00fcrftigen Beweislage war 1996 der Druck auf die LTTE gro\u00df. Die Regierung Sri Lankas wollte die ausl\u00e4ndischen Verbindungen der LTTE kappen. Die schweizerischen Beh\u00f6rden hatten ihrerseits ein gro\u00dfes Interesse, mit Sri Lanka ein neues R\u00fcck\u00fcbernahmeabkommen abzuschlie\u00dfen. Am 2. April 1996 kam ein Abkommen zustande. Nur wenige Tage sp\u00e4ter, am 10. April, folgte die gro\u00df angelegte Verhaftungsaktion. Murali selbst wurde kurz nach Mitternacht in Z\u00fcrich verhaftet. Einige Stunden sp\u00e4ter st\u00fcrmte eine Antiterror-Einheit im Kanton Graub\u00fcnden seine Wohnung. Dabei war auch eine Kameraequipe von &#8222;10 vor 10&#8220;, der Sp\u00e4tausgabe der schweizerischen Fernsehnachrichten. Muralis Frau Sathijasri schilderte im August 1996 auf einer Pressekonferenz die Polizeiaktion: &#8222;Um 6 Uhr 15 h\u00f6rte ich pl\u00f6tzlich, dass jemand mit einem Gegenstand die Wohnungst\u00fcr aufbrach. Durch diesen L\u00e4rm erwachten auch die Kinder. Wir erschraken und schrien vor Angst (&#8230;) Im n\u00e4chsten Moment drangen viele schwarzvermummte Gestalten mit Pistolen in der Hand in die Wohnung ein (&#8230;) Ich wusste nicht, wer sie waren und weshalb sie unsere Wohnung aufgebrochen hatten. Sie sagten uns nicht, wer sie sind. Sie durchsuchten die ganze Wohnung und fotografierten sie aus allen Richtungen (&#8230;) Wegen der fortgeschrittenen Schwangerschaft fiel es mir schwer, w\u00e4hrend so langer Zeit ruhig und unbeweglich zu verharren. Ebenso den Kindern.&#8220;<\/p>\n<p>Insgesamt 15 Tamilen wurden in f\u00fcnf Kantonen wegen des Verdachts auf Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Kriminellen Organisation und wegen Schutzgelderpressung festgenommen. W\u00e4hrend die meisten von ihnen nach zwei Monaten wieder in Freiheit waren, blieb Murali inhaftiert.<\/p>\n<p>Via NZZ<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fn3\" name=\"fnverweis3\">[3]<\/a> sickerte durch, dass sich die Ermittlungsbeh\u00f6rden mit der Untersuchung schwer taten. Belastungszeugen seien aus Furcht vor Repressalien untergetaucht. Der zust\u00e4ndige Bezirksanwalt (Untersuchungsrichter im Kanton Z\u00fcrich) rechne aber damit, dass die Ermittlungen bis Ende 1996 abgeschlossen w\u00fcrden. Am 16. September 1996 erkl\u00e4rte Bezirksanwalt Leins gegen\u00fcber dem &#8222;Bund&#8220;, eine Freilassung Muralis komme nicht in Frage, sie k\u00f6nnte die komplizierten Untersuchungen behindern. Zu diesem Zeitpunkt war Leins bereits heftig unter Druck.<\/p>\n<p>Schon im August hatte Muralis Anwalt, Marcel Bosonnet, auf einer Pressekonferenz die Untersuchungsbeh\u00f6rden scharf kritisiert und eine Verbindung zwischen der Verhaftung und dem R\u00fcckschaffungsabkommen mit Sri Lanka hergestellt; einen Zusammenhang, den das Bundesamt f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge (BFF) bereits kurz nach Muralis Verhaftung in Abrede gestellt hatte. Auf diese Verkn\u00fcpfung wies jedoch ein internes Gespr\u00e4chsprotokoll der Schweizerischen Fl\u00fcchtlingshilfe vom 29. Januar 1996 hin, das Bosonnet pr\u00e4sentierte: &#8222;Laut BFF sei die Zumutbarkeit der R\u00fcckkehr gegeben, die M\u00f6glichkeit jedoch nicht, weil Sri Lanka die Verl\u00e4ngerung des Abkommens mit der Schweiz noch nicht unterzeichnet habe. Diese stehe noch aus, weil bei Sri Lanka offenbar der Eindruck entsteht, dass die Schweiz zuwenig gegen die LTTE in der Schweiz unternehme.&#8220;<\/p>\n<p>Auch die Untersuchung selbst gab Anlass zu Zweifeln. Die Bezirksanwaltschaft lie\u00df es offensichtlich an Sachkompetenz und Sorgfalt fehlen. Bosonnet lieferte daf\u00fcr zahlreiche Indizien:<\/p>\n<ul>\n<li>Zeugen und Auskunftspersonen gegen Murali stammen ausschlie\u00dflich aus dem Umfeld der &#8222;Bahnhofgang&#8220; bzw. der &#8222;Snake&#8220;-Gruppe, zweier krimineller exil-srilankischer Gruppen, die auch f\u00fcr Dritte strafbare Handlungen begehen. Gegen verschiedene Mitglieder dieser beiden Gruppen sind in mehreren St\u00e4dten Verfahren im Gang.<\/li>\n<li>Mitglieder der &#8222;Bahnhofgang&#8220; werden von der LTTE feindlich gesinnten Kr\u00e4ften zu falschen Aussagen angestiftet. Dieses Eingest\u00e4ndnis machte ein Zeuge in einer Gegen\u00fcberstellung. Bezirksanwalt Leins hat das entsprechende Protokoll aber nicht dem Haftrichter vorgelegt. (Ende April 1997 verurteilt die Bezirksanwaltschaft Z\u00fcrich einen Tamilen wegen mehrfacher falscher Anschuldigung gegen Murali zu 42 Tagen Gef\u00e4ngnis auf Bew\u00e4hrung.)<\/li>\n<li>Die Anschuldigungen stammen von Personen, die selbst in Strafverfahren verwickelt sind und sich mit Aussagen gegen\u00fcber den Beh\u00f6rden Vorteile verschaffen wollen. Eine anonyme Person, die selbst in eine Mordgeschichte verwickelt sei, beschuldigt Murali und die Tamil Tigers, die Namen von zahlungsunwilligen Tamilen per Fax nach Sri Lanka zu schicken. Es gibt dar\u00fcber weder ein vollst\u00e4ndiges Protokoll noch wird der Name des Belastungszeugen bekannt gegeben. Der Fax-Verkehr wird zwar \u00fcberwacht, doch Leins weigert sich, diesen zug\u00e4nglich zu machen.<\/li>\n<li>Der Haftrichter hat Haftverl\u00e4ngerung wegen Konfrontationsbefragungen gew\u00e4hrt. Doch die meisten Termine fielen einfach aus.<\/li>\n<li>Ein Mitglied der &#8222;Bahnhofgang&#8220; ist nicht zur Vernehmung erschienen. Die Polizei hat erkl\u00e4rt, er sei untergetaucht, was jedoch nicht stimmt.<\/li>\n<li>Bedenklich findet Bosonnet schlie\u00dflich, dass der Bezirksanwalt via NZZ verlauten l\u00e4sst, dass sich f\u00fcr Belastungszeugen, die von der Ausschaffung bedroht sind, ein Arrangement finden lasse. Dies sei eine gem\u00e4\u00df prozessualen Regeln verbotene Beeinflussung von Zeugenaussagen und eine Motivation f\u00fcr Falschaussagen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Leins hingegen war zu diesem Zeitpunkt noch davon \u00fcberzeugt, belastendes Material gegen Murali und die LTTE zu finden. In der Begr\u00fcndung zur Verl\u00e4ngerung der U-Haft schreibt er: &#8222;Die anl\u00e4sslich der zahlreichen Hausdurchsuchungen sichergestellten Unterlagen m\u00fcssen ausgewertet werden, was erhebliche Zeit in Anspruch nimmt. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Ermittlungen zweifellos weitere belastende Momente ergeben werden, welche ebenfalls durch Einvernahmen von Zeugen und Auskunftspersonen abgesichert werden m\u00fcssen.&#8220; Punkt.<\/p>\n<p>Nachdem im August 1996 ein drittes Haftentlassungsgesuch f\u00fcr Murali abgelehnt worden war, wandte sich Bosonnet mit einer staatsrechtlichen Beschwerde ans Bundesgericht. Im Wesentlichen wiederholte er die bekannten Vorw\u00fcrfe. Die 1. \u00d6ffentlichrechtliche Abteilung nahm am 13. November Stellung. Murali war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits seit zwei Wochen wieder auf freiem Fu\u00df &#8211; der Fall hatte sich somit erledigt. Doch das Gericht lie\u00df es sich nicht nehmen, das Vorgehen des Bezirksanwaltes zu r\u00fcgen: &#8222;Der Bezirksanwalt begr\u00fcndet die Entlassung des Beschwerdef\u00fchrers damit, dass keine Kollusionsgefahr (Verdunklungsgefahr, d. Red.) mehr bestehe. Er f\u00fchrt keine Gr\u00fcnde daf\u00fcr an, dass sie erst nach Ergehen des angefochtenen Entscheides weggefallen sei, und solche sind auch nicht ersichtlich; die Beschwerde h\u00e4tte daher wohl gutgehei\u00dfen und der angefochtene Entscheid aufgehoben werden m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p>Bald war klar, dass Murali und der LTTE keine gravierenden widerrechtlichen Aktivit\u00e4ten nachzuweisen waren. Die LTTE erhielt den gr\u00f6\u00dften Teil des beschlagnahmten Geldes zur\u00fcck. Ende 1997 reiste Murali nach Kanada aus. Auch dort versuchten die Beh\u00f6rden einen gro\u00dfen Terroristen aus ihm zu machen. Auch dort blieb am Schluss nichts \u00fcbrig.<\/p>\n<h4>Schutzgelderpressung &#8211; ein vager Vorwurf<\/h4>\n<p>Doch trotz weitgehender Entlastung bleibt der Vorwurf der Schutzgelderpressung im Raum stehen. Er wurde nicht nur gegen die Tamil Tigers erhoben. Auch andere ausl\u00e4ndische politische Organisationen wie die PKK oder Devrimci Sol sahen sich schon damit konfrontiert. Bei der PKK f\u00fchrte bis heute keine Anschuldigung und keine Anklage zu einem gerichtlichen Schuldspruch &#8211; im Gegenteil: zwei PKK-Mitglieder wurden 1998 im Kanton Aargau freigesprochen. Hingegen sah das Berner Amtsgericht 1993 im &#8222;M\u00fccadele-Prozess&#8220; gegen f\u00fcnf Mitglieder der t\u00fcrkischen Organisation Devrimci Sol die Vorw\u00fcrfe der Staatsanwaltschaft best\u00e4tigt und verh\u00e4ngte mehrmonatige Haftstrafen. Allerdings stand das Urteil auf wackeligen F\u00fc\u00dfen. Der Belastungszeuge hatte vor Gericht seine Aussagen zur\u00fcckgezogen und war im Gerichtssaal wegen Falschaussage festgenommen worden.<\/p>\n<p>Die LTTE hat Vorw\u00fcrfe stets bestritten, dass sie bei der Sammlung von Spendengeldern Gewalt anwende. Ihre Gegner behaupten, niemand getraue sich, gegen die Organisation auszusagen. In den 80er Jahren kursierten &#8211; nie best\u00e4tigte &#8211; Ger\u00fcchte, wonach die LTTE mit kriminellen Machenschaften, insbesondere Drogenhandel, ihren Unabh\u00e4ngigkeitskampf finanziere. Doch erst 1991 geriet sie ins Blickfeld der Ermittlungsbeh\u00f6rden, als nach einem Zwischenfall in Baar (Kanton Zug), das Opfer behauptete, man habe von ihm 1.000 Franken f\u00fcr die Unterst\u00fctzung des Befreiungskampfes in Sri Lanka verlangt. Zu einer Anklage kam es jedoch nie. Abkl\u00e4rungen hatten lediglich ergeben, dass gro\u00dfe Geldstr\u00f6me zwischen der Schweiz und Sri Lanka flossen.<\/p>\n<p>Auch die Bundespolizei verd\u00e4chtigte die LTTE krimineller Machenschaften bei der Spendengeldbeschaffung. In ihrem Staatsschutzbericht 1995\/96 schrieb sie: &#8222;Die gro\u00dfe Menge sichergestellter Quittungen f\u00fcr &#8218;Spenden&#8216; und der markante Anstieg der gewaltt\u00e4tigen Auseinandersetzungen zwischen Tamilen war ein untr\u00fcgliches Zeichen daf\u00fcr, dass die Tamil Tigers von den hier lebenden Tamilen gro\u00dfe Geldsummen zur Finanzierung ihres Kampfes ben\u00f6tigen.&#8220;<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fn4\" name=\"fnverweis4\">[4]<\/a> Von Drohungen, Freiheitsberaubungen, Entf\u00fchrungen sowie K\u00f6rperverletzungen ist auch in sp\u00e4teren Berichten zu lesen.<\/p>\n<p>Die Vorw\u00fcrfe lassen sich nicht belegen. Unbestritten ist allein, dass die LTTE von den Exil-TamilInnen finanziell unterst\u00fctzt wird, allerdings freiwillig: Der Z\u00fcrcher Ethnologe Christoph Mathis erkl\u00e4rt, dass etwa 80% aller in der Schweiz lebenden erwachsenen Tamilen zu den regelm\u00e4\u00dfigen Spendern f\u00fcr die LTTE zu z\u00e4hlen seien. Der Betrag belaufe sich dabei auf 50 bis 100 Franken pro Monat.<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fn5\" name=\"fnverweis5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Auch der britische Ethnologe Christopher MacDowell, der sich eingehend mit der tamilischen Gemeinschaft in der Schweiz befasst hat, kam zu \u00e4hnlichen Ergebnissen.<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fn6\" name=\"fnverweis6\">[6]<\/a> Er sch\u00e4tzte die Einnahmen der LTTE auf etwa 7 Mio. Franken. Die LTTE habe au\u00dferdem eine Art &#8222;clearing-house&#8220; gef\u00fchrt, \u00fcber welches Zahlungen mit Sri Lanka rasch abgewickelt werden konnten. Der Vorteil war beiderseitig. Ein Anteil des \u00fcberwiesenen Geldes ging in die Kassen der LTTE. Im Gegenzug konnten die Zahlungen quasi \u00fcber Nacht abgewickelt werden. Eine normale Bank\u00fcberweisung dauerte mindestens zwei Wochen.<\/p>\n<p>Weder Mathis noch MacDowell sehen Gewalt bei der Spendenbeschaffung im Spiel. Mathis begegnete einem einzigen Tamilen, der sich durch die Geldeintreiber bel\u00e4stigt f\u00fchlte. Im allgemeinen wird ihnen aber Fingerspitzengef\u00fchl nachgesagt. Das ambivalente Verh\u00e4ltnis der tamilischen Diaspora zur LTTE beschrieb Mathis folgenderma\u00dfen: &#8222;Die LTTE ist die dominante, aber nicht die einzige politische Kraft der Tamilen in der Schweiz. Sie tr\u00e4gt zur Stabilisierung der Diaspora bei. Kulturelle und sportliche Veranstaltungen, Rechtshilfe und das Gef\u00fchl der Gemeinschaft wirken identit\u00e4tsstiftend. Gleichzeitig verlangt sie den Tamilen hier einiges ab. Dies in Form von Geldsammlungen und hoher sozialer Kontrolle. Zudem soll die Utopie eines unabh\u00e4ngigen tamilischen Staates \u00fcbernommen werden, ohne hinterfragt zu werden.&#8220;<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fn7\" name=\"fnverweis7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>MacDowell stellte fest, dass die Tamilen in der Schweiz oft den Weg des geringsten Widerstandes gingen. Solange sie nicht unvern\u00fcnftig seien, widersetze man sich nicht der LTTE und ihren Forderungen. Es bestehe ein gewisser gesellschaftlicher Druck, physische Einsch\u00fcchterung bei der Spendensammlung sei aber selten.<\/p>\n<h4>Undurchsichtige Intrigen<\/h4>\n<p>Beim Versuch etwas auf einen simplen Straftatbestand zu reduzieren, gibt es viele Hindernisse. Die Z\u00fcrcher Beh\u00f6rden ignorierten diese. Dies f\u00fchrte nicht nur zum Vorwurf, eine politische Organisation zu kriminalisieren, sondern zeigte auch, dass sie mit den Verh\u00e4ltnissen in der tamilischen Gemeinschaft nicht vertraut sind.<\/p>\n<p>Die Verh\u00e4ltnisse in der Diaspora wurden kompliziert durch undurchsichtige Machtk\u00e4mpfe zwischen verschiedenen Gruppen. Gegen die LTTE stand die PLOTE. Dazu \u00fcbte auch die Regierung in Colombo Druck auf die verschiedenen Aufnahmel\u00e4nder aus. Viele hielten es f\u00fcr ausgemacht, dass auch der Geheimdienst Sri Lankas seine Finger im Spiel hatte. Verd\u00e4chtigungen in diese Richtung tauchten etwa im Zusammenhang mit anonymen Briefen auf, die Anfang 1996 an verschiedene tamilische Gesch\u00e4fte und Reiseb\u00fcros versandt wurden. Unter dem Signet der Tamil Tigers wurden die Adressaten aufgefordert, ihre Kontakte zu Sri Lanka einzustellen. Drohungen wurden ausgesprochen f\u00fcr den Fall, dass den Forderungen nicht entsprochen werde. Ein tamilischer Gesch\u00e4ftsmann wandte sich daraufhin direkt an die LTTE: &#8222;Sehr geehrter Herr, bitte teilen Sie mir mit, ob der beiliegende Brief (&#8230;) von Ihnen stammt. Wenn ja, sehe ich mich zur Bewahrung meiner Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit gezwungen, die n\u00f6tigen Schritte einzuleiten.&#8220;<\/p>\n<p>Die Besitzerin eines Reiseb\u00fcros, die ebenfalls ein derartiges Schreiben erhalten hatte, \u00e4u\u00dferte Zweifel an dessen Echtheit: &#8222;Ich habe noch mit dem Agenten in Colombo gesprochen und meinte, dass die Formulierung im Brief sehr direkt sei und dies nicht unbedingt den Tamil Tigers \u00e4hnlich sehe, diese w\u00fcrden die Drohungen nicht so konkret ausdr\u00fccken&#8220;, hielt sie in ihrer Anzeige bei der Z\u00fcrcher Polizei fest.<\/p>\n<p>Am 9. M\u00e4rz 1996 erhob Bosonnet im Namen von Murali wegen dieser anonymen Schreiben Strafanzeige gegen Unbekannt. Im Urkundenlabor wurden die Briefe analysiert; minuti\u00f6s aber ohne Ergebnisse. Am 9. April 1996 wandte sich Bezirksanwalt P.M. M\u00fcller mit Zweifeln an der Authentizit\u00e4t der Urheberschaft an Bosonnet: &#8222;Ausserdem ersuchte ich den Gesch\u00e4digtenvertreter abzukl\u00e4ren, ob Hinweise daf\u00fcr best\u00fcnden, dass die Drohschreiben von einer mit der LTTE konkurrenzierenden Gruppierung (PLOTE, Bahnhofsgruppe) stammen k\u00f6nnten.&#8220;<\/p>\n<p>Bereits am 14. M\u00e4rz kursierten im Gratisanzeiger &#8222;Z\u00fcri Woche&#8220; verschiedene Theorien \u00fcber die Hintergr\u00fcnde der Drohbriefe: &#8222;M\u00f6glich ist aber auch, dass die T\u00e4terschaft auf der Gegenseite, in regierungsnahen Kreisen zu finden ist. Es kommt oft vor, dass die Gegner auf diese Weise diffamiert werden.&#8220;<\/p>\n<h4>Der Umgang mit dem Geld<\/h4>\n<p>Eine weitere Schwierigkeit, die die Untersuchungsbeh\u00f6rden zu Fehleinsch\u00e4tzungen verf\u00fchren konnte, ist der Umgang mit Geld und Schulden in der tamilischen Gemeinschaft. Dabei wird weitgehend darauf verzichtet, die Abmachungen schriftlich festzuhalten. Dieses Vorgehen ist in Sri Lanka \u00fcblich, weil die Gesch\u00e4fte innerhalb einer traditionellen Gesellschaftsstruktur abgeschlossen werden. Hierzulande werden die Praktiken weitergef\u00fchrt, allerdings fallen die Sicherungen weg. Streit ist programmiert. Dazu kommt, dass einer bunten und verf\u00fchrerischen Warenwelt ein restriktives Bankenwesen gegen\u00fcbersteht, das immigrierten Tamilen kaum Kredit gew\u00e4hrt. Bleibt f\u00fcr die Geldbeschaffung also nur die traditionelle Methode.<\/p>\n<p>So etwa geschehen beim Aufbau von People&#8217;s Shops wie sie von der LTTE zu Beginn der 90er Jahre gegr\u00fcndet wurden. MacDowell beschreibt ihre Finanzierung wie folgt: &#8222;Es funktioniert wie beim Kooperative-System in den D\u00f6rfern. Das System wird Sittu genannt. Eine Gruppe von M\u00e4nnern beteiligt sich mit 2.000 bis 3.000 Franken pro Monat. Am Ende des Monats wird das Einkommen zusammengetragen und ein Teil davon geht an einen der Investoren. So ist es in Jaffna \u00fcblich. Alle sechs Monate werden die Profite zusammengerechnet und zwischen der LTTE und der Tamil Rehabilitation Organisation aufgeteilt.&#8220;<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fn8\" name=\"fnverweis8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Was passiert, wenn die Erwartungen der Gesch\u00e4ftspartner nicht erf\u00fcllt werden, zeigt der Fall, der in Z\u00fcrich Aufsehen erregte. Mathis gibt die Hintergr\u00fcnde wieder: &#8222;Ende Oktober kam es zu Sch\u00fcssen auf dem Helvetiaplatz in Z\u00fcrich. Die Presse vermutete, es handle sich um Schutzgelderpressung. Ein Informant berichtete mir, es handle sich nur entfernt um die Tigers. Eine Gruppe von Tamilen h\u00e4tte Geld zusammengelegt, das einer von ihnen in England gewinnbringend anlegen sollte. Es soll sich um eine sehr gro\u00dfe Summe gehandelt haben. Das Gesch\u00e4ft platzte jedoch und als der Tamile ohne Geld wieder in die Schweiz zur\u00fcckkehrte, f\u00fcrchtete er die Konfrontation mit seinen Gl\u00e4ubigern. Er sprach bei der LTTE vor, um Rechtshilfe zu erhalten. Zwei Tigers begleiteten ihn anschlie\u00dfend in der Nacht nach Hause. Seine Gesch\u00e4ftskollegen wollten ihn auf dem Heimweg zur Rede stellen. Sie waren jetzt doppelt ver\u00e4rgert, erstens wegen des verlorenen Geldes und zweitens weil er bei einer noch st\u00e4rkeren Partei, der LTTE, Schutz suchte. Es kam zum Wortgefecht, dann zum Handgemenge und pl\u00f6tzlich fielen Sch\u00fcsse. Zwei M\u00e4nner wurden verletzt und vier festgenommen. Wie schon in fr\u00fcheren F\u00e4llen erhob niemand Anzeige.&#8220;<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fn9\" name=\"fnverweis9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Im Oktober 1996 schrieb Bosonnet einen Brief an die Bezirksanwaltschaft Z\u00fcrich, in dem er einen weiteren Fall von Propaganda zu Lasten der LTTE anzeigte, diesmal im Zusammenhang mit Sittu: &#8222;Zudem habe ich von Herrn X., 8004 Z\u00fcrich, ein anonymes Schreiben bekommen, welches ihm Anfang April zugestellt wurde. In diesem Schreiben geht es um das Sitospiel. Spieler werden hier eingesch\u00fcchtert und es werden Todesstrafen f\u00fcr Spieler angedroht. Mit diesem Schreiben soll nach Aussagen von Herrn Muralitharan Nadarajah der Eindruck erweckt werden, die Tamil Tigers w\u00fcrden Leute, die sich an solchen Spielen beteiligen, drastisch bestrafen. Tatsache ist, dass die Tamil Tigers dieses Schreiben nicht verfasst haben, und dass sie dieses ebenfalls in den Zusammenhang einer gegen sie gerichteten Desinformationskampagne stellen.&#8220;<\/p>\n<p>Auch die Beh\u00f6rden hatten Kenntnis vom Sittu-Spiel und seinen unberechenbaren Auswirkungen. Ein Bericht der Stadtpolizei Z\u00fcrich vom Mai 1995 fasste die bekannten Tatsachen zusammen. Der Verfasser unterschied zwischen zwei Arten von Sittu-Spielen, dem gebr\u00e4uchlicheren &#8222;Kulukku Siddu&#8220; und dem riskanteren &#8222;Kelvi Siddu&#8220;.<\/p>\n<p>Das Fr\u00fchjahr 1996 war eine wichtige Zeit f\u00fcr die Beziehungen zwischen der Schweiz und Sri Lanka. Die Schweizer Beh\u00f6rden wollten aus innenpolitischen Gr\u00fcnden unbedingt ein neues Abkommen mit Sri Lanka; die Ausschaffungen mussten weitergehen. Die Regierung in Colombo wollte im Gegenzug die Macht der Tigers im Ausland brechen &#8211; und machte entsprechend Druck. Es wird kaum zu beweisen sein, dass es zwischen der Schweiz und Sri Lanka eine Vereinbarung gab, die das Vorgehen gegen die LTTE einschloss. Hat sich die Justiz zu einem Gegengesch\u00e4ft hinrei\u00dfen lassen? Immerhin, die Indizien sprechen gegen ein sorgf\u00e4ltig eingeleitetes Verfahren. Die Verdachtsmomente gegen die LTTE waren schwach, die Glaubw\u00fcrdigkeit der Zeugen h\u00f6chst bedenklich. Spuren, die von der LTTE wegwiesen, wurden ignoriert, die komplizierten Verh\u00e4ltnisse in der tamilischen Gesellschaft ausgeblendet. Gleichzeitig war die \u00d6ffentlichkeit aber auf eine h\u00e4rtere Gangart gegen\u00fcber der LTTE vorbereitet &#8211; die &#8222;SonntagsZeitung&#8220; hatte entsprechende Vorarbeiten geleistet. Die gro\u00df aufgezogene Aktion erwies sich als Flop, die Ermittlungen wurden beiseite gelegt. Die Beh\u00f6rden k\u00f6nnen bis heute den Vorwurf, die LTTE sei eine &#8222;kriminelle Organisation&#8220;, nicht erh\u00e4rten. Das hindert sie aber nicht, dar\u00fcber Vermutungen anzustellen.<\/p>\n<h5>Johannes Wartenweiler lebt in Bern und ist Redakteur der in Z\u00fcrich erscheinenden Wochenzeitung (WoZ).<\/h5>\n<h6><a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fnverweis1\" name=\"fn1\">[1]<\/a> Neue Z\u00fcrcher Zeitung v. 10.8.1991<br \/>\n<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fnverweis2\" name=\"fn2\">[2]<\/a> Komitee zur Verteidigung von Muralidaran Nadarajah: Recherche-Bericht in Zusammenhang der in der SonntagsZeitung von 14.1.1996 erhobenen Vorw\u00fcrfe, Z\u00fcrich 1996<br \/>\n<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fnverweis3\" name=\"fn3\">[3]<\/a> Neue Z\u00fcrcher Zeitung v. 21.6.1996<br \/>\n<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fnverweis4\" name=\"fn4\">[4]<\/a> Eidgen\u00f6ssisches Justiz- und Polizeidepartement: Staatsschutzbericht 1995\/96, Bern 1996, S. 77<br \/>\n<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fnverweis5\" name=\"fn5\">[5]<\/a> Mathis, C.: Die Geschichte der Tamilen in der Schweiz 1981-1996, Lizenziatsarbeit, Z\u00fcrich 1997, S. 99<br \/>\n<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fnverweis6\" name=\"fn6\">[6]<\/a> MacDowell, C.: A Tamil asylum diaspora &#8211; Sri Lankan migration, settlement and politics in Switzerland, Providence, Oxford 1996, p. 262<br \/>\n<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fnverweis7\" name=\"fn7\">[7]<\/a> Mathis a.a.O. (Fn. 5), S. 97<br \/>\n<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fnverweis8\" name=\"fn8\">[8]<\/a> MacDowell a.a.O. (Fn. 6), p. 263<br \/>\n<a href=\"\/2000\/02\/09\/kriminelle-organisation-die-schweizerischen-behoerden-gegen-die-tamil-tigers\/#fnverweis9\" name=\"fn9\">[9]<\/a> Mathis a.a.O. (Fn. 5), S. 96<\/h6>\n<p>Bibliographische Angaben: Wartenweiler, Johannes: Kriminelle Organisation? Die schweizerischen Beh\u00f6rden gegen die Tamil Tigers, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 65 (1\/2000), S. 52-61<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johannes Wartenweiler Nadarajah Muralitharan, seinerzeit Chef der Tamil Tigers in der Schweiz, war im<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,71],"tags":[928,1264,1355,1420],"class_list":["post-1888","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-065","tag-ltte","tag-schweiz","tag-sri-lanka","tag-terrorismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1888"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1888\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}