{"id":19073,"date":"2021-04-19T20:15:02","date_gmt":"2021-04-19T20:15:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=19073"},"modified":"2021-04-19T20:15:02","modified_gmt":"2021-04-19T20:15:02","slug":"autonomes-polizieren-von-drogen-machteffekte-des-prohibitionskontexts-in-christiania","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=19073","title":{"rendered":"Autonomes Polizieren von Drogen:\u00a0Machteffekte des Prohibitionskontexts in Christiania"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Kopenhagener Stadtteil Christiania in D\u00e4nemark und sein Cannabismarkt sind seit 1971 weitgehend selbstverwaltet und doch vom Kontext staatlicher Drogenprohibition geformt. Der Beitrag aus dem Projekt www.narcotic.city zeigt Machteffekte von interner Normierung, ex\u00adterner Normalisierung und Polizeihandeln auf: Hierarchien illegaler Drogen, Exklusion von Heroin und Community-Dealer*innen sowie verst\u00e4rkte Raumk\u00e4mpfe.<\/strong><\/p>\n<p>Kaum ein Satz beschreibt das Verh\u00e4ltnis von Drogen und Christiania treffender als Adornos bekannte Feststellung: \u201eEs gibt kein richtiges Leben im Falschen\u201c.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Denn das Stadtviertel entstand als Ort des Wider\u00adstands und war doch immer von \u00e4u\u00dferen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen gepr\u00e4gt,v. a.von Drogenverbot, Marginalisierung und Gentrifizierung.<\/p>\n<p>Im Jahr 1971 besetzten Aktivist*innen zahlreiche Geb\u00e4ude eines Milit\u00e4rgel\u00e4ndes, das sich auf einer k\u00fcnstlichen Insel und zugleich in einer 1A-Immobilienlage im Zentrum Kopenhagens befand.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2] <\/a>Es folgten Verhandlungen der bald ca. 800 Besetzer*innen mit der Kommune und dem Kultusministerium, die auf der Fl\u00e4che des Verteidigungsministeriums einen Wohn-, Gewerbe- oder Kulturstandort etablieren wollten. Nach R\u00e4umungsversuchen, die aufgrund bef\u00fcrchteter Proteste halbherzig aus\u00adfielen,erkannte das d\u00e4nische Parlament die \u201eFreie Stadt\u201c1973 als \u201esoziales Experiment\u201c an. <!--more-->Ankn\u00fcpfend an einen ersten Vertrag mit den Be\u00adwohner*innen 1972 konnten die Christianit*innen gegen 50 Kronen monatlich pro Person f\u00fcr Wasser und Elektrizit\u00e4t bleiben. Angesichts einer konservativen Regierungs\u00fcbernahme im gleichen Jahr blieb Christiania trotz dieser Einigung einer der zentralen sozialen K\u00e4mpfe der Dekade. Insbesondere der Drogenmarkt, der dazu beitrug, dass das Viertel zur internationalen Tourist*innenattraktion avancierte, blieb umk\u00e4mpft. Denn der Handel wuchs zum Missfallen konservativer Politiker\u00ad*innen und z.T. auch der Christianit*innen stark an (auf gesch\u00e4tzte Jah\u00adresums\u00e4tze von 40 bzw. 85 Million Euro in den Jahren 1989 und 2003).<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Zudem protestierten angrenzende L\u00e4nder, v.a. Schweden, gegen die Unterwanderung ihrer prohibitiveren Cannabispolitik durch den nahegelegenen Marktplatz.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<h4>Christiania als Beleg f\u00fcr abolitionistische Forderungen<\/h4>\n<p>In den fr\u00fchen Aushandlungen spielte, wie es Davis<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> aufarbeitete, das drugs&amp;crime-Thema eine herausragende Rolle \u2013 und zwar sowohl f\u00fcr die F\u00fcrsprecher*innen als auch f\u00fcr die Opponent*innen des autonomen Viertels: Zustimmung f\u00fcr Christiania f\u00f6rderte \u2013 neben dem utopischen Charakter des Wohnexperiments, dem kreativen Protest und dem zersplitterten d\u00e4nischen Vielparteiensystem \u2013 die Rolle des Ortes f\u00fcr Randgruppen. Schon bald nach der Besetzung diente das Stadtviertel als Auffangbecken f\u00fcr Marginalisierte und Geringverdienende. Neben Aussteiger*innen, Studierenden, Obdachlosen, Alleinerziehenden, Trinker*in\u00adnen und jugendlichen Ausrei\u00dfer*innen bot das Viertel auch eine Bleibe f\u00fcr Teile von Kopenhagens ca. 5000-k\u00f6pfiger Drogenszene. Die Stadt stellte dieser Gruppe nur etwa ein Zehntel an Therapiepl\u00e4tzen zur Verf\u00fcgung. Christiania hingegen bot nicht nur niedrigschwellige Stabilisierungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr prek\u00e4re Lebensweisen \u2013 durch g\u00fcnstige Unterk\u00fcnfte, informelle Jobs (u.a. im Drogenhandel) und ein Stigma-armes Umfeld. Vielmehr fiel die Anerkennung Christianias auch in eine Zeit, in der Gemeinden im Globalen Norden damit zu experimentieren begannen, alternative zivilgesellschaftliche Kr\u00e4fte in die oft ineffizienten, kostspieligen sozialstaatlichen Hilfen f\u00fcr Marginalisierte einzubinden.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Bereits der erste Vertrag von 1972 zwang die \u201eFreie Stadt\u201c dementsprechend, die Marginalit\u00e4t im Viertel aktiv zu adressieren und diesbez\u00fcglich mit der Stadt zu kooperieren.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Anderseits skandalisierten Konservative neben Transferleistungs\u00adbezug vieler Christianit*innen v.a. Kriminalit\u00e4t.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Sie kritisierten die Illegalit\u00e4t der Besetzung, unbezahlte Strom- und Wasserrechnungen sowie eine Verhaftung von f\u00fcnf Inuits wegen Mordes (die medial in rassistischen Stereotypen des ewig betrunkenen Gr\u00f6nl\u00e4nders diskutiert wurde). Die Polizei, der Christiania ein Dorn im Auge war, leakte ein Papier, das dem Viertel eine hohe Kriminalit\u00e4t zuschrieb.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Die Skandalisierungen wurden von kritischen Kriminolog*innen in Frage gestellt.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Sie problematisierten, dass das Polizeipapier sich nur auf vage Angaben zu \u201ePolizeikontakten\u201c st\u00fctzte. Ihrerseits gest\u00fctzt auf die Polizeistatistik, betonten sie eine f\u00fcr Kopenhagen durchschnittliche Kri\u00adminalit\u00e4t und zeigten, dass das Viertel eine deutlich niedrigere Gewalt- und Kleinkriminalit\u00e4t aufwies als \u00e4hnliche Stadtviertel.<\/p>\n<p>Wenngleich die Polizeistatistik sicherlich auch den Versuch der Christianit*innen spiegelte, Konflikte ohne Polizei zu regeln, entstand so in der \u00d6ffentlichkeit das Bild einer Gemeinschaft, die mit Armut, Ausgrenzung, Straftaten und Drogen konflikt\u00e4rmer und integrativer umzugehen vermochte als der Rest der Gesellschaft.<\/p>\n<p>Bald rahmten die unterst\u00fctzenden Stimmen aus der Wissenschaft das Wohnexperiment gar als Beleg f\u00fcr abolitionistische Forderungen. So kam etwa Balvig 1982 in einem Forschungs\u00fcberblick zu dem Schluss: Christiania erm\u00f6gliche deshalb vielen jungen Menschen mit Vorstrafen ein Leben ohne Straff\u00e4lligkeit, weil die Gemeinschaft auf sinnstiftende Arbeit, Rechte und materielle Versorgung setzte, statt Straft\u00e4ter*innen zu isolieren, zu stigmatisieren und in Armut zu belassen.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11] <\/a>Er propagierte daher Community-Inklusion statt Polizei als L\u00f6sung von armuts- und abh\u00e4ngigkeitsbedingter Kriminalit\u00e4t: \u201eDie Erfahrungen in Christiania zeigen, dass Kriminalit\u00e4t durch einen mangelnden Zugang zu den Ressourcen der hegemonialen Gemeinschaft entsteht, und dass die F\u00f6rderung der Fortentwicklung von Communities Kriminalit\u00e4t eher reduzieren kann als Polizeiintervention und Gef\u00e4ngnis, welche eine Entfremdung der Straft\u00e4ter*innen vom normativen Leben f\u00f6rdern.\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Die Betonung einer anti-kriminogenen Integrationsleistung der Community war Teil einer gr\u00f6\u00dferen Unterst\u00fctzungskampagne, welche die Christianit*innen angesichts eines Beschlusses der konservativen Regierung zur R\u00e4umung des Viertels am 1.4.1976 lancierten (die R\u00e4umung wurde sp\u00e4ter um drei Jahre vertagt, letztlich aber nie umgesetzt). Die Kampagne, deren Motto durch die Christiania-Hymne \u201eIhr k\u00f6nnt uns nicht t\u00f6ten, denn wir sind Teil von Euch\u201c auf den Punkt gebracht wurde, stellte die soziokulturellen Serviceleistungen der alternativen Gemeinschaft f\u00fcr ganz Kopenhagen heraus.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Dies hatte Erfolg: Angesichts der Beliebtheit des Viertels, die sich in Umfragen und Gro\u00dfdemonstrationen ausdr\u00fcckte, sah die Regierung von einer R\u00e4umung ab, zumal diese polizeiliche \u201eL\u00f6sung\u201c absehbar mit erheblichen Stra\u00dfenschlachten verbunden gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<h4>Ausgrenzung als Kehrseitevon Community<\/h4>\n<p>Das Kampagnenimage einer integrativ-kreativen, von au\u00dfen bedrohten Alternativgemeinschaft verdeckte interne Widerspr\u00fcche (welche die Be\u00adwohner*innen, wenngleich weniger \u00f6ffentlich, selbst diskutierten). So beruhte etwa die Integration Marginalisierter auf Hierarchien innerhalb der von Balvig als L\u00f6sung des Polizeiproblems beschworenen lokalen Gemeinschaft und auf informellem Polizieren.<\/p>\n<p>Heroin duldete Christiania von Anfang an nicht. Einige Quellen sehen interne Normen einer Drogensubkultur am Werke \u2013 \u00e4hnlich der pazifistischen Hashszene, die sich im New York der 1990er Jahre von \u00e4lteren Heroin- und Crackszenen abgrenzte.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Die Wertegemeinschaft verbot demnach Cannabisverkauf an Minderj\u00e4hrige und Heroinverkauf.<\/p>\n<p>Andere Autor*innen zeigen Spaltungen der Bewohner*innen auf, die die Durchsetzung der Normen erm\u00f6glichten:<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Gegr\u00fcndet in den Nachwehen der 1968er-Bewegung pr\u00e4gten bald einige einflussreiche Hippie-Familien das Viertel. Die Aktivist*innen nahmen die zunehmende Zahl an Marginalisierten und Drogenkonsument*innen im Viertel oft als un\u00adproduktiv, weil kaum an Gemeinschaftsarbeit beteiligt und als \u00fcberfordernd, weil bed\u00fcrftig, wahr. Bestimmte Formen des Drogenkonsums und -handels grenzten sie aktiv aus.<\/p>\n<p>In der antikapitalistischen Alternativkultur war Cannabiskonsum ak\u00adzeptiert. Als problematisch galt aber starker Alkoholkonsum, und schon 1971, auf einem der ersten Plena,verurteilte die Gemeinschaft den Verkauf von Cannabis zu Profitzwecken.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Zugleich konstruierten die tonangebenden Christianit*innen alle anderen illegalen Drogen als hart und inakzeptabel.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Dies entsprach dem damaligen d\u00e4nischen Drogendiskurs, der Cannabis weniger als Einstiegs- denn als Alternativdroge verhandelte, weshalb das Land den Besitz von bis zu zehn Gramm Haschisch qua Rundschreiben des Generalstaatsanwalts seit 1969 erlaubte (ge\u00e4ndert: 2004, s. unten).<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Um den Heroinhandel aus dem Viertel herauszuhalten, verpr\u00fcgelten die Christianit*innen Dealer*innen und \u00fcbergaben sie z.T. der Polizei \u2013 obgleich das Verh\u00e4ltnis angespannt war.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Denn v.a. die 1965 gegr\u00fcndete Eingreiftruppe f\u00fcr Organisiertes Verbrechen, die \u201europatruljen\u201c (Unruhestreife), f\u00fchrte im Viertel regelm\u00e4\u00dfig in zivil Kontrollen und Durchsuchungen durch (sie wurde erst 1976 nach Sch\u00fcssen auf einen Migranten vorerst aus dem Viertel abgezogen, und die Polizei dann verd\u00e4chtigt, Christiania durch Nichteingreifen gezielt der Verelendung zu \u00fcberlassen).<\/p>\n<p>Als sich die Konflikte um den Drogenmarkt im Viertel zuspitzten, gaben im Sommer 1978 einige Christianit*innen die Namen von Heroindealer*innen an die Polizei weiter, welche daraufhin 30 Menschen ver\u00adhaftete.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20] <\/a>Die Polizeikooperation endete allerdings in Entt\u00e4uschung, da sich Razzien unterschiedslos gegen Heroin-wie Cannabishandel und Kon\u00adsument*innen richteten. Im Herbst 1979 nahm die Community daher \u2013 von der Polizei skeptisch wegen Vigilantismus be\u00e4ugt \u2013 den Ausschluss von Heroin selbst in die Hand. In einer 40-t\u00e4gigen \u201eJunk-Blockade\u201cschloss sie die Tore Christianias f\u00fcr die Heroindealer*innen \u2013 wobei einige Cannabisdealer*innen, die f\u00fcr die Legalisierung der Droge eintraten, mithalfen die Exklusion aufrechtzuerhalten.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>Die Konsument*innen wurden vor die Wahl gestellt: Entzug oder Auszug. Daf\u00fcr hatten Community-\u00c4rzte neben der Verschreibung der Ersatzdroge Methadon bereits mit einem selbstorganisierten Entzug experimentiert (eine Reisegruppe fuhr zu diesem Zweck nach \u00c4gypten, erlebte aber bei R\u00fcckkehr zu 100% R\u00fcckf\u00e4lle).<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Seit der Junk-Blockade \u00fcbergab die Community ihre Konsument*innen \u201eharter\u201c Drogen jedoch meist an st\u00e4dtische Therapieeinrichtungen \u2013 wie es bereits zuvor auch mit Ausrei\u00dfer*innen und Alleinerziehenden erprobt worden war.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Zur \u00dcberpr\u00fcfung des \u2013 laut Gemeinschaftsgesetz verbotenen \u2013 Konsums von Heroin f\u00fchrte Christiania zudem bald obligatorische Urintests ein.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>Nilson beschreibt die Junk-Blockade als \u201ewichtigen (und vermutlich seltenen) Moment nahezu vollst\u00e4ndiger Einigkeit\u201c einer Community, die quasi in Notwehr gehandelt hatte, da sie kurz davor stand, \u201eden Bach runter zu gehen\u201c.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Denn der Heroinhandel war aufgrund internationaler Marktverschiebungen angestiegen und das Zahlenverh\u00e4ltnis unter den Bewohner*innen hatte sich zugunsten von Heroinkonsument*innen ver\u00adschoben, nachdem etliche Aktivist*innen in Folge der jahrelangen R\u00e4umungsdrohung ausgezogen waren. Zudem waren ab Sommer 1978 innerhalb eines Jahres zehn Menschen im Viertel an Heroin verstorben \u2013 was es den tonangebenden Christianit*innen erlaubte, das Problem als \u201et\u00f6dliche Bedrohung\u201c f\u00fcr die Gemeinschaft und die Junk-Blockade als Ma\u00dfnahme f\u00fcr das \u201e\u00dcberleben\u201c ganz Christianias zu rahmen.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p>Andere sprechen bez\u00fcglich der Blockade-Entscheidung von einem \u201egeschlossenen Treffen\u201c.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> Beteiligt waren nur jene, die sich als politische Aktivist*innen verstanden und von den Konsument*innen und Marginalisierten abgrenzten. Die Spaltungen innerhalb der Community beschreibt ein Aktivist der fr\u00fchen Stunde wie folgt: \u201eIch erinnere wie ein guter alter kommunistischer Freund von mir es ausdr\u00fcckte: 300 Revolution\u00e4re passen auf 300 Loser auf.\u201c<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr die \u201eRevolution\u00e4re\u201c l\u00f6ste die Blockade und Einf\u00fchrung eines Therapiegebots f\u00fcr Heroinkonsument*innen einige Probleme. Dennoch kamen auch in der Folgezeit \u2013 nicht zuletzt unter dem Druck einer im Fol\u00adgen den beschriebenen Normalisierung Christianias \u2013 immer wieder Spannungen mit dem Drogenmarkt auf. Auch die Spaltungen zwischen Aktivist*innen und \u201edem Rest\u201c der Community blieben erhalten. Sie verschoben sich aber von der Kritik an gesellschaftlichen Verlierer*innen zur Konsumkritik an den \u00f6konomisch Erfolgreichen im Drogenmarkt.<\/p>\n<h4>Zwischen Markt, Kritik und Normalisierung<\/h4>\n<p>Auf die Junkblockade folgte eine konfliktreiche \u00dcbergangsphase: Zum einen \u00fcbernahm die Motoradgruppe \u201eBullshit\u201c Mitte der 1980er Jahre trotz Kritik der Christianit*innen den dortigen Drogenmarkt und verlie\u00df das Viertel erst nach Machtk\u00e4mpfen mit den konkurrierenden Hells Angels 1987.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Im Gemeinschaftsgesetz, das in der Freien Stadt bald mittels international verst\u00e4ndlichen Piktogrammen verdeutlicht wurde, erg\u00e4nzte seither ein Kuttenverbot die Untersagung von \u201eharten\u201c Drogen, Gewalt, Privatautos, Feuerwerk, Diebstahl und Diebesgut sowie Schuss\u00adwaffen und schusssicheren Westen. Zum anderen nahmen die Spannungen mit der Polizei zu. Denn die Christianit*innen unterst\u00fctzten verschiedentlich soziale K\u00e4mpfe der neuen, militanten Besetzer*innen-Bewegung BZ Brigaden.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> Die folgende Normalisierung \u2013 ab 1989 durch Legalisierung, ab 2004 durch Drogenkontrolle und ab 2011 durch Immobilienmarktintegration \u2013 wurden dementsprechend von Polizeirepression begleitet und forciert.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p>Ab 1986 stellte erneut eine linksliberale Koalition die Regierung. Diese legalisierte die kollektive Landnutzung und Selbstverwaltung qua Gesetz (1986) und Rahmenvereinbarung (1991-2003). Sie unterwarf zugleich die informellen Strukturen dem allgemeinen Steuer-, Gewerbe- und Baurecht, was im Falle der Alkohollizenzen f\u00fcr Bars zu Widerstand f\u00fchrte, der durch Razzien gebrochen wurde. Parallel verhandelte eine Gruppe an Frauen aus Christiania die Begrenzung des Cannabismarkts auf eine bald von Verkaufsh\u00fctten ges\u00e4umte Stra\u00dfe (Pusher Street). Denn der Handel sorgte im Zusammenspiel mit der Polizeirepression f\u00fcr Unruhe und f\u00fcr wohnortnahe Drogenverstecke. Trotz der relativen Pazifierung kam es zwischenzeitlich zu Konflikten mit der Polizei, die von Stra\u00dfenk\u00e4mpfen mit Besetzer*innen aufgestachelt war und wegen Drogenhandel eine \u201eChristiania Einsatzgruppe\u201c schuf. Ein 15-monatiger Schwerpunkt-Einsatz 1992\/93 endete nach negativer Presse erneut im Abzug der \u201eUnruhe-Streife\u201c auf Anweisung des Innenministers und einer R\u00fcge von Amnesty International 1994 wegen Polizeigewalt und illegalen Durchsuchungen.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> In der relativ beruhigten Situation unter einer linken Regierung fanden von 1997 bis 2001 vier Anh\u00f6rungen zur Legalisierung von Cannabis in Christiania statt.<\/p>\n<p>Doch schon 2001 wandten sich eine neue konservativ-liberale Regierung und eine zwecks verbesserter <em>crowd control <\/em>militarisierte Polizei dem Drogenthema repressiv zu. Bereits 1996 hatte die Polizei \u2013 frustriert von Verhaftungen der immer gleichen Dealer*innen \u2013 dem Parlament sch\u00e4rfere Strafen f\u00fcr wiederholten Handel mit Kleinstmengen und erleichterte Ausweisungsm\u00f6glichkeiten abgerungen.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> Dabei stand allerdings weniger Christiania im Fokus als der Stadtteil Vesterbro, wo migrantische Dealer*innen im Kontext der \u201ebehutsamen\u201c (und doch verdr\u00e4ngenden) Stadterneuerung mediale Aufregung erregten.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> 2003 verk\u00fcndete die Regierung dann insbesondere mit Blick auf Christiania einen \u201eKampf gegen Drogen\u201c. Unter Verweis auf Nulltoleranz setzte sie auf Polizei und Strafe, w\u00e4hrend <em>harm reduction\u00a0<\/em>\u2013 ohne Substitution \u2013 nur f\u00fcr Schwerstabh\u00e4ngige vorgesehen war. 2004 kriminalisierte sie jeg\u00adlichen Bet\u00e4ubungsmittelbesitz bei zugleich erh\u00f6hten Strafen.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a><\/p>\n<p>Die Polizei schloss im selben Jahr nach halbj\u00e4hriger Observation die Pusher Street: Sie verhaftete 60 Dealer*innen und 20 Schmierestehende (33 davon gingen im Schnitt f\u00fcr 15 Monate ins Gef\u00e4ngnis), lie\u00df die Verkaufsbuden abrei\u00dfen und patrouillierte ein Jahr lang intensiv.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> Letzteres zielte auch auf die Eind\u00e4mmung von teils t\u00f6dlichen Revierk\u00e4mpfen, die die Verdr\u00e4ngung um den lukrativen Marktplatz ausgel\u00f6st hatte. Schon nach einem Jahr waren die Dealer*innen jedoch wieder im Viertel etabliert, zun\u00e4chst versteckt, sp\u00e4ter auch in Buden. Die Polizei kehrte wieder zur relativen Duldung des kontrollierbaren Marktes zur\u00fcck.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a> Der Konsens der Community mit ihren\u201elizensierten\u201c Dealer*innen, die im Viertel lebten,<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a> nur Cannabis zu verkaufen, war jedoch hinf\u00e4llig. Denn unter den Bedingungen der Polizeikontrolle rekrutierten sich Dealer\u00ad*innen aus marginalisierten Gruppen und standen wegen hoher Preise und geringer Profite mehr in Konkurrenz.<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> Auch die folgenden Bandenkriege, welche die Christianit*innen erst mit \u00d6ffentlichkeitsarbeit (z.B. Rock gegen Bandenkrieg 2009), 2016 mit Budenabriss und sp\u00e4ter tempor\u00e4r mit Stra\u00dfenschlie\u00dfungen angingen,<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> f\u00fchren Stimmen aus Christiania auf die Polizeiarbeit zur\u00fcck.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a><\/p>\n<p>Dass Kontrolle von au\u00dfen innere Spaltungen versch\u00e4rfen kann, zeigte sich auch als die Stadt die Christianit*innen 2011 \u2013 im Rahmen einer Innenstadtaufwertungs- und Gentrifizierungspolitik \u2013 zwang, die besetzten Grundst\u00fccke und H\u00e4user zu erwerben.<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a> Der Verkauf \u2013 letztlich unter Marktpreis und durch eine Non-Profit-Gesellschaft als Eigent\u00fcmerin \u2013 hob die R\u00e4umungsbedrohung auf. Er schuf aber \u2013 da die Community Privat-zugunsten von Kollektiveigentum u.a. durch Bullying unterdr\u00fcckte \u2013 Mieter*innen, deren Leben von Staat und Gemeinschaft doppelt regiert wurde.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a> Amouroux<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a> beschreibt eine hierarchische Gemeinschaft, in der im Vorfeld der Eingliederung des Viertels in den Immobilienmarkt die Akteur*innen des Drogenmarkts verst\u00e4rkt problematisiert wurden: Die Dealer*innen galten schon lange als einflussreich. Denn sie regierten nicht nur die Pusher Street (wo sie Fotografieren und Rennen verboten \u2013 letzteres wegen Hunden, die ihr Eigentum sch\u00fctzten). Vielmehr blockierten sie auch auf den Stadtteilplena Entscheidungen, die ihren Profitinteressen zuwiderliefen (unterst\u00fctzten die Community allerdings wohl z.T. auch mit anonymen Spenden). Unter dem Druck konservativer Kritiken an Christiania zur Jahrtausendwende, wurden die Dealer*innen vermehrt abgewertet, z.B. als nicht an der Gemeinschaft beteiligt. Ihre nur am Rande des Viertels geduldeten modernen\u00a0 H\u00e4user galten als Ausdruck von Kommerz. Der Drogenmarkt wurde zunehmend als der Grund schlechthin f\u00fcr die Bedrohtheit Christianias angesehen.<\/p>\n<p>Allerdings waren Drogenimage und -verf\u00fcgbarkeit immer auch zentral f\u00fcr dessen touristische Attraktivit\u00e4t. Die entsprechenden Menschenmassen waren zwar in der letzten Dekade stark umstritten.<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> Zugleich profitier(t)e aber vom Tourismus nicht nur das (Drogen-)Gewer\u00adbe des Viertels, sondern auch die Bewohner\u00ad*innen. Denn ihre im Stadtvergleich noch g\u00fcnstigen, aber seit 2011 wegen Renovierung der historischen Geb\u00e4ude gestiegenen Mieten werden vom legalen Gewerbe des Viertels gest\u00fctzt. Dies wird in Zeiten von COVID ebenso zum Problem wie sich allgemeiner die Konflikte um Drogen in der Krise zuspitzen.<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a> Nach einer informellen Anfrage der Po\u00adlizei angesichts gr\u00f6\u00dferer Gruppen, die das Viertel trotz COVID-War\u00adnungen im Lockdown als Aufenthaltsraum nutzten, beschloss Christiana am 20.3.2020 die Eing\u00e4nge des Viertels mit einem Zaun zu versperren. Alle Gewerbe und auch der Drogenmarkt waren damit f\u00fcr acht Wochen geschlossen. Dabei waren sich die Christianit*innen der Ambivalenz durchaus bewusst, dass Drogenkonsum in der Krise angesichts von Unsicherheit, Isolation oder der Sorge vor begrenzter Verf\u00fcgbarkeit illegaler Substanzen eher zunehmen w\u00fcrde.<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> Dementsprechend verlagerte sich der Handel in das Nachbarviertel Christianshavn, wo \u2013 entgegen dem prek\u00e4ren Konsens in Christiania \u2013 neben Hash auch andere Drogen gedealt wurden. Als die Polizei \u2013 angesichts der Virusmutationen \u2013 am 6.1.2021 ein Aufenthaltsverbot f\u00fcr die Pusher Street verh\u00e4ngte, verlagerten diese Dealer*innen ihre Aktivit\u00e4ten auch in die Wohnbereiche Christianias. Die Christianit*innen brandmarkten die Szene als \u201eunhaltbar\u201c<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a> und entschieden am 14.1.2021 das Viertel wieder f\u00fcr den Cannabishandel zu schlie\u00dfen. Parallel wiesen sie in ihrer Internetrepr\u00e4sentation und mittels eines Schriftzugs am Zaun die Verantwortung der Politik zu: \u201eLiebe*r Politiker*in, jetzt bist du dran! Die Antwort lautet: Legalisieren!\u201c<\/p>\n<h4>Fazit: aus Repression w\u00e4chst Repression<\/h4>\n<p>Insgesamt zeigt sich ein ambivalentes Verh\u00e4ltnis der alternativen Gemeinschaft zu Drogen. Diese regierte den Stra\u00dfenmarkt unter den Bedingungen der Kriminalisierung in den vergangenen 50 Jahren in einer Mischung aus Repression und Laisser Faire, die \u00fcblichem Polizeihandeln \u00e4hnlich ist.<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a> Normen der Community, die analog zu hegemonialen Drogendiskursen gute und schlechte illegale Drogen unterschieden, legitimierten physische Gewalt und r\u00e4umliche Schlie\u00dfung. Die Unterscheidung von Aktivismus und vermeintlich nicht politischer Marginalit\u00e4t und Sucht erlaubte soziale Ausschl\u00fcsse.<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a> Zugleich verhinderten die Schwarzmarktpreise und die wiederkehrenden Polizeiinterventionen, die das System von zu den Bewohner*innen geh\u00f6rigen Dealer*innen zerst\u00f6rten und das Viertel attraktiv f\u00fcr Banden machten, den dauerhaften Aufbau eines tats\u00e4chlich von der Community regulierten Marktes. Das Fallbeispiel zeigt, wie alternatives zivilgesellschaftliches Polizieren von Konflikten \u2013 ohne Ver\u00e4nderung des (hier: drogenprohibitiven) gesellschaftlichen Kontextes \u2013 dazu neigt, Machtverh\u00e4ltnisse zu reproduzieren.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Adorno, T.: Minima Moralia, Frankfurt\/M. 1997, S. 43<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 vgl. zur Geschichte: Th\u00f6rn, H. u.a.(Hg.): Space for Urban Alternatives?, Vilnius 2011<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Moeller, K.: Police crackdown on Christiania in Copenhagen, in: Crime, Law and SocialChange 2009, H. 4, S.337-345<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nilson, T.: Weeds and Deeds, in: Th\u00f6rn a.a.O. (Fn. 2), S. 214ff.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Davis, P.: Christiania \u2013 Legal and Criminological Issues Arising fromDenmark&#8217;s \u201cSocial Experiment\u201d, in: Dalhousie Law Journal 1979, H. 3, S. 791-809<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mayer, M.: \u201eStaatsknete\u201c und neue soziale Bewegungen, in: Kreuder, T.; Loewy, H. (Hg.): Konservativismus in der Strukturkrise,Frankfurt a.M. 1987, S. 484-502<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Th\u00f6rn, H.: Governing Freedom, in: ders. a.a.O.(Fn. 2), S. 94<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Davis a.a.O. (Fn. 5), S. 797<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Neben Inlandsgeheimdienst und Spezialeinheiten polizieren 12 Polizeidistrikte (plus Gr\u00f6nland und F\u00e4r\u00f6er) unter der Leitung der f\u00fcr Strategie und Datenanalyse zust\u00e4ndigen Reichspolizei die gut 5 Millionen D\u00e4n*innen. Die Hauptstadt hat ca. 2.250 Beamt*innen.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>\u00a0\u00a0 laut Davis a.a.O. (Fn 5) v.a. F. Balvig u.a. in einer Analyse des Kriminologischen Instituts der Universit\u00e4t Kopenhagen von 1976 mit dem Titel\u201ePolitiets virksomhed p\u00e5 Christiania\u201c<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Balvig, F.: Crime and Criminal Policy in a Pragmatic Society, in: International Journal of the Sociology of Law1982, H. 1, S. 9-29 (alle \u00dcbersetzungen im Text von J. K\u00fcnkel)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0\u00a0 ebd., S. 9<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>\u00a0\u00a0 Karpantschof, R.: Bargaining and Barricades, in: Th\u00f6rn a.a.O. (Fn. 2)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>\u00a0\u00a0 Moeller a.a.O. (Fn. 3), S. 338<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>\u00a0\u00a0 Davis a.a.O. (Fn. 5), S. 804<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>\u00a0\u00a0 Nilson a.a.O. (Fn. 4), S. 209<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>\u00a0\u00a0 Kritik am hart\/weich-Dualismus \u00fcbt mit Blick auf Amphetamine selbst der Bundes-gerichtshof (BGHST 1StR 323\/18). Drogenforscher*innen, am prominentestenCarl Hart,zeigen, dass Drogennicht allein wirken, sondern im (Kriminalisierungs-)Kontext.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>\u00a0\u00a0 Asmussen, V.: Danish drug policy, in: Drugs and Alcohol Today 2008, H. 2, S. 26-33<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>\u00a0\u00a0 Davis a.a.O. (Fn 5), S. 792ff.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a>\u00a0 Lykke, O.: From Romance to Sustainability (2017), https:\/\/foodstudio.no\/blog\/column\/<br \/>\nfrom-romance-to-sustainability<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a>\u00a0\u00a0 ebd.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a>\u00a0\u00a0 Davis a.a.O. (Fn. 5), S. 804<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a>\u00a0\u00a0 ebd., S. 808<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a>\u00a0\u00a0 Strand, F.: Uropatruljen \u2013 Politiets h\u00e5rde halse, Kopenhagen2020<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a>\u00a0\u00a0 Nilson a.a.O. (Fn. 4), S. 210<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a>\u00a0\u00a0 so Karpantschof a.a.O. (Fn. 13), S.48<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a>\u00a0\u00a0 Lykke a.a.O. (Fn.20)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a>\u00a0\u00a0 ebd.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a>\u00a0\u00a0 Nilson a.a.O. (Fn. 4), S.211<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a>\u00a0 Karpantschof a.a.O.(Fn. 13), S. 49<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a>\u00a0\u00a0 vgl. ebd., S. 50ff.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a>\u00a0\u00a0 Amnesty International: Police Ill-treatment in Denmark, AZ: EUR 18\/002\/1994, S. 7. Das Problem war damit keinesfalls gel\u00f6st \u2013 die 2012 in D\u00e4nemark gegr\u00fcndeteunabh\u00e4ngige Polizeibeschwerdestelle befasste sich wiederholt mit Kontrollen im Viertel.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a>\u00a0\u00a0 Asmussen a.a.O.(Fn. 18), S. 27<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a>\u00a0\u00a0 Gutzon, H; Lund, A.: Gentrification \u2013 Gentle or Traumatic?, in: Urban Studies 2008,<br \/>\nH.12, S. 2429-2448<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a>\u00a0\u00a0 Asmussen a.a.O. (Fn. 18), S. 27<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a>\u00a0\u00a0 Asmussen, V.: Danish cannabis policy in practice, in: Fountain, J.; Korf, D. (Hg.): Drugs in Society,London2007, S. 15-27.Moeller a.a.O.(Fn. 3), S. 344 beschreibt, dass Dealer*innen am 4.1.2004, also vor der Razzia am 16.3.2004, Buden abrissen, um Razzien abzuwenden.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a>\u00a0\u00a0 Moeller, K.: Temporal transaction patterns in an open-air cannabis market, in: Police Practice and Research 2016, H. 1, S. 1-14<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a>\u00a0\u00a0 Going up in smoke, in: The Guardian online v. 22.2.2004<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a>\u00a0\u00a0 Moeller, Fn 3, S. 341<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a>\u00a0 Health News v. 2.9.2016, Cannabis booths torn down in Danish free town Christiania; taz online v. 23.\u20095.\u20092018, Krise im Paradies; Christiania Pressemeldung v. 14.1.2021<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a>\u00a0\u00a0 z.B. Anwohnerin, zitiert in: Nilson a.a.O. (Fn. 4), S. 233<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a>\u00a0\u00a0 Lund, A. (2011) Christiania and the right to the city, in: Th\u00f6rn a.a.O. (Fn. 2), S. 288-308<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a>\u00a0\u00a0 Rannila, P.; Repo, V.: Property and carceral spaces in Christiania, in: Urban Studies 2018, H. 3, S. 2996\u20133011<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a>\u00a0\u00a0 Amouroux, C.: Normalisation within Christiania, in: Th\u00f6rn, H. et al, Fn 2, S. 235-262<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a>\u00a0\u00a0 Hall, P. Countercultural Space Does Not Persist, in: Contre-cultures 2012, H. 1, S. 1-20<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a>\u00a0\u00a0 Lund, A. u.a.: Notes and Pictures from Shutdown Christiania, in: Anderson, S. u.a. (Hg.): Marginalization and Space in Times of COVID-19, Essen 2020, S. 63<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a>\u00a0\u00a0 www.christiania.org, Pressemeldung vom 20.3.2020<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a>\u00a0\u00a0 www.christiania.org, Pressemeldung vom 20.3.2020<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a>\u00a0\u00a0 vgl. P\u00fctter, N.; K\u00fcnkel, J.: Drogen im \u00f6ffentlichen Raum, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/ CILIP123 (September 2020), S. 10-19<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a>\u00a0 Demgegen\u00fcber sahes z.B. Occupy Frankfurt, als politisch an, aufgrund von Armut zu besetzen. Die Gruppe konterte damit Argumente des Ordnungsdezernats, die das Camp wegen vermeintlich \u201eunpolitischen\u201c Wohnens von Drogenkonsument*innen und mehrfachmarginalisierten Migrant*innen nicht weiter als Demonstration anerkennen wollte(vgl. Ausgrenzung in Frankfurt, Frankfurter Rundschau v. 12.6.2012).<\/h6>\n<h3>Beitragsbild: <a class=\"owner-name truncate\" title=\"Geh zum Fotostream von ChristianeBue\" href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/christianebue\/\" data-track=\"attributionNameClick\">ChristianeBue<\/a><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kopenhagener Stadtteil Christiania in D\u00e4nemark und sein Cannabismarkt sind seit 1971 weitgehend selbstverwaltet und<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":19084,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,129],"tags":[376,408,1141],"class_list":["post-19073","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-cilip-125","tag-christiania","tag-daenemark","tag-polizieren"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19073","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19073"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19073\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/19084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19073"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19073"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19073"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}