{"id":19146,"date":"2021-06-14T18:08:06","date_gmt":"2021-06-14T18:08:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=19146"},"modified":"2021-06-14T18:08:06","modified_gmt":"2021-06-14T18:08:06","slug":"ausnahmen-fuer-kuenstliche-intelligenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=19146","title":{"rendered":"Ausnahmen f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz"},"content":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission regt an, den \u201eweltweit ersten Rechtsrahmen f\u00fcr k\u00fcnstliche Intelligenz (KI)\u201c zu verabschieden. In einem Verordnungsvorschlag werden KI-Systeme in Kategorien eingeteilt, nach denen sie entweder strenge Vorgaben erf\u00fcllen oder nicht reguliert werden sollen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> KI-gest\u00fctzte Videospiele oder Spamfilter gelten etwa als \u201eminimales Risiko\u201c f\u00fcr B\u00fcrgerrechte oder die Sicherheit, die Verordnung soll diesbez\u00fcglich nicht eingreifen. Ein \u201egeringes Risiko\u201c sieht die Kommission in selbstlernenden Chatbots, bei denen die Nutzer*innen \u00fcber die Funktion aufgekl\u00e4rt werden sollen. Ein \u201eunannehmbares Risiko\u201c besteht f\u00fcr Systeme, die \u201eals klare Bedrohung f\u00fcr die Sicherheit, die Lebensgrundlagen und die Rechte der Menschen gelten\u201c. Dazu z\u00e4hlt die Kommission Anwendungen die soziales Verhalten klassifizieren (\u201eSocial Scoring\u201c) oder Spielzeuge mit Sprachassistent.<!--more--><\/p>\n<p>Ein \u201ehohes Risiko\u201c bergen dem Vorschlag zufolge KI-Systeme, die in kritischen Infrastrukturen, im Personalmanagement oder einer Bewertung der Kreditw\u00fcrdigkeit eingesetzt werden. In diese Kategorie f\u00e4llt KI-gest\u00fctzte Software im Bereich Migration, Asyl und Grenzkontrolle, etwa wenn diese die Echtheit von Reisedokumenten \u00fcberpr\u00fcft. Dann sollen besondere \u201eRisikobewertungs- und Risikominderungssysteme\u201c greifen, eingespeiste Datens\u00e4tze m\u00fcssten auf ihre Qualit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft und alle Vorg\u00e4nge protokolliert werden. Au\u00dferdem soll sich die Software durch ein \u201ehohes Ma\u00df an Robustheit, Sicherheit und Genauigkeit\u201c auszeichnen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich verbieten will die Kommission \u201ealle Arten biometrischer Fernidentifizierungssysteme\u201c zur Strafverfolgung im \u00f6ffentlichen Raum. Gemeint ist etwa die Echtzeit-Gesichtserkennung, wie sie in Deutschland das Bundesinnenministerium mit der Deutsche Bahn AG am Berliner Bahnhof S\u00fcdkreuz getestet haben. Gleichzeitig schr\u00e4nkt die Kommission das Verbot aber ein und nennt eine gro\u00dfe Zahl an Ausnahmen. Hierzu geh\u00f6ren F\u00e4lle, in denen biometrische Anwendungen \u201eunbedingt erforderlich sind\u201c, um vermisste Kinder zu finden oder eine \u201eterroristische Bedrohung abzuwenden\u201c. Auch die Verfolgung schwerer Straftaten soll m\u00f6glich sein, nachdem eine Justizbeh\u00f6rde einen hierf\u00fcr n\u00f6tigen Beschluss ausgestellt hat.<\/p>\n<p>In einem Diskussionspapier hat sich der portugiesische Ratsvorsitz bereits kritisch zu dem Kommissionsvorschlag ge\u00e4u\u00dfert.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Die EU m\u00fcsse \u201eunbedingt sicherstellen, dass wir die Entwicklung und Nutzung der technologischen Entwicklung nicht unn\u00f6tig einschr\u00e4nken\u201c. Der polizeiliche und justizielle Einsatz von KI soll demnach die Arbeit der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden \u201eeffizienter gestalten\u201c.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kommissionsdokument COM(2021) 206 final v. 21.4.2021<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ratsdok. 9096\/21 v. 31.5.2021, <a href=\"http:\/\/www.statewatch.org\/media\/2498\/eu-council-ai-internal-security-outlook-9096-21.pdf\">www.statewatch.org\/media\/2498\/eu-council-ai-internal-security-outlook-9096-21.pdf<\/a><\/h6>\n<h3>Image: Protestaktion am Bahnhof S\u00fcdkreuz 2017 <span class=\"media-license-caption\"> &#8211; <a class=\"\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\/deed.de\" rel=\"license\">CC-BY 2.0<\/a> <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/_endstation_\/37970135684\/\">Endstation Jetzt<\/a><\/span><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission regt an, den \u201eweltweit ersten Rechtsrahmen f\u00fcr k\u00fcnstliche Intelligenz (KI)\u201c zu verabschieden. 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