{"id":19296,"date":"2021-08-07T19:43:15","date_gmt":"2021-08-07T19:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=19296"},"modified":"2021-08-07T19:43:15","modified_gmt":"2021-08-07T19:43:15","slug":"polizieren-sexualitaet-und-gender-feminismus-zwischen-machtkritik-und-punitivitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=19296","title":{"rendered":"Polizieren, Sexualit\u00e4t und Gender &#8211; Feminismus zwischen Machtkritik und Punitivit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><strong>Polizei bleibt hetero-maskulinistisch; Straft\u00e4ter*innen, Gefangene und (Polizei-)Gewaltopfer sind meist m\u00e4nnlich. Doch s<\/strong><strong>exualisierte Gewalt wird oft durch Frauen-, Queer- und Transfeindlichkeit gespeist. Auch das \u201eideale Opfer\u201c (N. Christie) und Kriminalit\u00e4tsfurcht gelten als weiblich. Polizieren und Strafen sind also gegendert. Sexualit\u00e4t dient oft als Thema f\u00fcr Rufe nach mehr Strafe. Im \u00f6ffentlichen Raum wird sexuelle Devianz kontrolliert. Im Privaten interessierte sexuelle Gewalt lange nicht. Dass sich dies \u00e4nderte, verdanken wir feministischen K\u00e4mpfen \u2013 doch diese werden in neoliberalen Zeiten punitiver.<\/strong><\/p>\n<p>Als Kerninstitutionen des Staates sind Polizieren und Strafen mit Herrschaftsverh\u00e4ltnissen verkn\u00fcpft. Ihre Rolle bei der Absicherung des (rassialisierten, gegenderten) Kapitalismus ist traditionell ein Fokus von kritischer Kriminologie und B\u00fcrger*innenrechtsk\u00e4mpfen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> <!--more-->Die #BlackLivesMatter-Bewegung r\u00fcckte auch rassistische und koloniale Traditionen des Polizierens, die postkoloniale Studien und Schwarze Aktivist*innen schon l\u00e4nger betonen, in ein breiteres \u00f6ffentliches Bewusstsein. Unter dem Stichwort #DefundThePolice wird seither Racial Profiling verst\u00e4rkt als Teil des ordnungspolitischen Verwaltens auch \u00f6konomisch Entrechteter diskutiert.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Wie \u00dcberwachen und Strafen mit Sexualit\u00e4t und Geschlecht verbunden ist, ist demgegen\u00fcber gerade im deutschsprachigen Raum vergleichsweise selten systematisch analysiert \u2013 obgleich Einzelaspekte wie die maskulinistische Cop Culture oder das Polizieren sichtbarer Sexarbeit gut durchdrungen sind.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Der einleitende Beitrag nimmt sich dieses Desiderats an. Er gibt einen \u00dcberblick \u00fcber Themenstr\u00e4nge, die unter einer Perspektive auf Polizieren durch Sexualit\u00e4t und Gender zusammenkommen. Als gemeinsame Klammer stellt er heraus: Hegemoniale M\u00e4nnlichkeit und Heteronormativit\u00e4t versch\u00e4rfen Machtverh\u00e4ltnisse im Feld des Polizierens. Gleichwohl ist auch die Art und Weise der Thematisierung von Sexualit\u00e4t und Gender machtkritisch zu analysieren. Denn der Schutz von Frauen und Kindern, nicht zuletzt vor sexueller Gewalt bzw. Sexualit\u00e4t, war immer schon ein starkes Argument f\u00fcr die Ausweitung von Kontrollregimen, v.\u00a0a. seitens konservativer Kr\u00e4fte. In Zeiten neoliberaler Verunsicherung tendiert \u2013 wie es Elisabeth Bernstein unter dem Sichtwort \u201eCarceral Feminism\u201c (deutsch: Strafrechtsfeminismus) zeigt \u2013 zudem ein wei\u00dfer Mittelschichts-Feminismus verst\u00e4rkt zu Strafrecht und Polizei als L\u00f6sungen komplexer gesellschaftlicher Probleme, w\u00e4hrend feministische Forderungen nach sozialer Umverteilung in den Hintergrund treten.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<h4>Warum Sex und Gender<\/h4>\n<p>Es lie\u00dfe sich einwenden, dass sich der bisherige Mangel an systematischen Aufarbeitungen der Thematik dieses CILIP-Heftes schlicht daraus speist, dass wir mit Sex und Gender zwei Themen behandeln und nicht nur eines. Es steckt jedoch eher eine Tendenz, nicht noch mehr Herrschaftsverh\u00e4ltnisse analytisch zu verkn\u00fcpfen, dahinter.<\/p>\n<p>Judith Butler untersuchte prominent, wie hegemoniale Geschlechterbilder durch Sexualit\u00e4t gest\u00fctzt werden.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> So wird die Idee, es g\u00e4be (nur) zwei Geschlechter durch die heteronormative Annahme gest\u00e4rkt, dass Mann und Frau einander lieben. Sexualit\u00e4t und Gender gemeinsam zu betrachten, macht also Sinn. Dies, zumal Queertheoretiker*innen bem\u00e4ngeln, dass die Kriminologie Sexualit\u00e4t v.\u00a0a. bez\u00fcglich Minderheiten betrachtet.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Dabei gehe es bei der Queer Theory \u2013 im Gegensatz zu Anerkennungsk\u00e4mpfen, die vorrangig auf Normalisierung von LSBTQIA+, Sexarbeit, BDSM etc. zielen<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> \u2013 darum, Macht und die zugrunde liegenden sozialen Verh\u00e4ltnisse zu analysieren. Demnach reicht ein Fokus auf Kontrollpolitiken bez\u00fcglich sexueller \u201eDevianz\u201c keinesfalls aus. Vielmehr m\u00fcsste verst\u00e4rkt auch die Produktion \u201enormaler\u201c Sexualit\u00e4ten in den Blick genommen werden. Dabei w\u00e4ren die Funktionsweisen gegenderter Kerninstitutionen wie Ehe, Monogamie und Kleinfamilie relevant und bez\u00fcglich ihres gewaltf\u00f6rdernden Beitrags zu untersuchen (z.\u00a0B. hinsichtlich Intimpartner*innenschaftsgewalt, sexualisierter Gewalt an Kindern oder \u201eFemiziden\u201c, die, obgleich meist mit monogamen Besitzdenken verkn\u00fcpft, oft nur als Produkte von Frauenhass gelten).<\/p>\n<h4>Intersektionalit\u00e4t, statt Sex durch Gender zu vereinnahmen<\/h4>\n<p>Wenngleich es also gute Gr\u00fcnde gibt, Sexualit\u00e4t und Gender in ihrer Verkn\u00fcpfung zu betrachten, ist dies zugleich unzureichend. Insbesondere Schwarze Frauen in den USA, die ihre Interessen weder in sozialen Bewegungen gegen die Unterdr\u00fcckung Schwarzer noch im Feminismus oder Klassenk\u00e4mpfen vollst\u00e4ndig vertreten sahen, entwickelten seit Ende der 1980er Jahre intersektionale Perspektiven. Materialistische Intersektionalist*innen betonen, dass alle Macht- und Herrschaftsverh\u00e4ltnisse verkn\u00fcpft sein k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Zwei davon a priori in den Vordergrund zu stellen, kann blinde Flecken hervorrufen. Gerade das Thema Sexualit\u00e4t wird leicht durch Genderperspektiven vereinnahmt.<\/p>\n<p>So f\u00fchren z.\u00a0B. manche feministische Perspektiven auf Sexarbeit prek\u00e4re Arbeitsverh\u00e4ltnisse einseitig auf das Geschlechterverh\u00e4ltnis zur\u00fcck. Selbsternannte Abolitionist*innen<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> verstehen das Gewerbe nicht als Arbeit, sondern nur als Ausdruck des Patriarchats (und wollen sie durch Kund*innenkriminalisierung abschaffen). Durch die alleinige Verkn\u00fcpfung von Sex und Gender geraten kapitalistische Ausbeutung ebenso aus dem Blick, wie Abh\u00e4ngigkeiten, die aus dem Konsum illegalisierter Drogen, der Diskriminierung von Transpersonen oder dem Migrationsrecht und darin geregelten Sozialstaatsausschl\u00fcssen entstehen. Das Ausblenden solch zentraler Ursachen von Macht und Gewalt, das durch die Essentialisierung von Sexarbeit (als nicht nur in ihren heutigen Formen gegendert, sondern unreformierbar patriarchal) verst\u00e4rkt wird, korrespondiert mit begrenzten L\u00f6sungshorizonten. Ein auf Kontrolle und Strafe verengter Blick h\u00e4ngt hier \u2013 und das ist typisch f\u00fcr das Thema sexualisierter Gewalt \u2013 unmittelbar mit einem Mangel an intersektionalem Denken und essentialisierten Geschlechterverh\u00e4ltnissen zusammen.<\/p>\n<p>In \u00e4hnlicher Weise verstanden zentrale Teile der US-amerikanischen zweiten Frauenbewegung Vergewaltigung und h\u00e4usliche Gewalt vorrangig als Ausdruck des Patriarchats. Die Bewegung, deren Annahmen auch die hiesige Debatte bis heute stark beeinflussen, kritisierte den damals hegemonialen Vergewaltigungsdiskurs. Demnach vergewaltigten M\u00e4nner aus sexueller Lust, und zwar sch\u00f6ne Frauen, die aufgrund ihres Verhaltens irgendwie selbst schuld seien (Stichwort: Minirock). In einem feministischen \u201emyth debunking\u201c-Diskurs wurden diese Argumente schlicht umgedreht.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> M\u00e4nner suchten nun nur noch Macht und gar nicht mehr sexuelle Befriedigung. Alles andere gilt bis heute oft als widerlegter Vergewaltigungsmythos (obwohl die akademische Debatte nuancierter ist und sexuelle wie nicht sexuelle, \u201esexualisierte\u201c Motive ber\u00fccksichtigt \u2013 weshalb ich die Begriffe \u201esexuelle\u201c und \u201esexualisierte\u201c Gewalt abwechselnd benutze). Auch waren gem\u00e4\u00df der neuen feministischen Diskussion nun alle Frauen gleicherma\u00dfen betroffen und inklusive ihrer strukturellen Handlungsbedingungen gar nicht mehr Co-Produ\u00adzent*innen der Situation. Diese Diskursspiegelung, die bis heute im Feminismus hegemonial ist, verstetigte im Vergewaltigungsdiskurs nicht nur antiquierte Geschlechterbilder, wie sie Feminist*innen in keiner anderen Debatte gelten lassen w\u00fcrden (von gef\u00e4hrlicher m\u00e4nnlicher Sexualit\u00e4t, stets sexuell aktiven M\u00e4nnern und lustlosen Frauen, deren Aktivit\u00e4t \u2013 ganz entgegen den l\u00e4ngst hegemonialen neoliberalen Anrufungen an Frauen als sexuell aktive Abenteurerinnen \u2013 weitgehend auf das Nein- bzw. neuerdings Ja-Sagen beschr\u00e4nkt ist).<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Sie vereindeutigte auch Betroffenheiten auf die Geschlechterdimension. Die \u201eWir sitzen alle im gleichen Boot\u201c-Rhetorik verschleierte verwobene Machtverh\u00e4ltnisse: z.\u00a0B. Armut bis hin zur Obdachlosigkeit, Rassismus, Sexarbeits- oder Transfeindlichkeit. Dabei wurden, gerade seit dem \u201eintersectional turn\u201c der 2010er Jahre, Marginalisierte durchaus als Sexualgewaltsopfer genannt \u2013 aber in einer Art light-Version der Intersektionalit\u00e4t als Belege f\u00fcr eine allseits grassierende Frauenfeindlichkeit. Zugleich schien angesichts der blo\u00dfen Umkehr des essentialistischen Schuldnarrativs (anstelle einer systematischen Analyse der gesellschaftlichen Produktion von T\u00e4ter*innen, Opfern, Tathandlungen etc.) eine Disziplinierung von M\u00e4nnern durch Polizei und Gef\u00e4ngnisse als logische L\u00f6sung. Auch hier sind also mangelnde Intersektionalit\u00e4t und Essentialisierung der Geschlechterverh\u00e4ltnisse mit Punitivit\u00e4t verkn\u00fcpft.<\/p>\n<h4>Ringen um Strafe: Abolitionismus versus #metoo<\/h4>\n<p>Solche eindimensionalen Herrschaftsanalysen stellten v.\u00a0a. Schwarze Feminist*innen ab den 2010er Jahren in Frage. In den USA brachten sie als Teil der Kritik an Masseninhaftierung das Gef\u00e4ngnis als Ort sexueller Gewalt (v.\u00a0a. gegen LSBTQIA+ und Sexualstraft\u00e4ter*innen) auf die Agenda. Sie kritisierten den Strafrechtsfeminismus hinsichtlich des \u201eschwierigen\u201c Themas sexueller Gewalt, das noch vor Morden am h\u00e4ufigsten als Argument gegen Gef\u00e4ngnisabolitionismus ins Feld gef\u00fchrt wird. Sie zeigten, dass Sexualstraftaten mit langen Gef\u00e4ngnisstrafen und Kontrollregimen (z.\u00a0B. Registrierung) belegt sind, die kostspielig sind und eine Resozialisierung erschweren.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Diese Kritiken analysiert Aya Gruber.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Sie argumentiert, dass Armut und Rassismus nicht nur z.\u00a0B. Intimpartner*innengewalt verst\u00e4rken, sondern auch den Kontrollzugriff (es werden \u00fcberproportional arme Schwarze verurteilt) und die Kontrollkonsequenzen, die auch Opfer betreffen (z.\u00a0B. Verlust der gemeinsamen Sozialwohnung nach Verurteilung des Partners). Das Ph\u00e4nomen, dass solche Intersektionalit\u00e4ten \u00fcbersehen werden, sieht Gruber gegenw\u00e4rtig wieder auf dem Vormarsch. Denn nach der kritischen Wende der 2010er Jahre brachte die #metoo-Bewegung, die im liberalen Vertragsdenken fundierte Ja-hei\u00dft-Ja-Modelle der Sexualit\u00e4t hochh\u00e4lt, Strafforderungen erneut auf die Agenda.<\/p>\n<p>Dementsprechend legitimierten, seit den 1970er Jahren relativ ungebrochen, eindimensionale Narrative bez\u00fcglich der Kontrollorgane die Strafforderungen. So betone der strafrechtsfeministische Diskurs etwa entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse einseitig den grassierenden Sexismus von Polizeikr\u00e4ften als Grund f\u00fcr z\u00f6gerliche Polizeieingriffe bei Intimpartner*innenschaftsgewalt. Andere Motive wie die Sorge vor rachs\u00fcchtiger Gewalt nach einer Entlassung Verhafteter fielen unter den Tisch. Tats\u00e4chlich wandte sich die Polizei nicht nur dem white collar crime m\u00e4nnlicher Eliten, sondern auch Taten, von denen \u00fcberproportional Frauen, Queers und Trans* betroffen sind, wie Intimpartner*in\u00adnengewalt oder Vergewaltigung, in den 1980er Jahren nur z\u00f6gerlich zu. Auch begehen Polizisten \u00f6fter Intimpartnergewalt als andere Berufsgruppen.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Doch Gruber zeigt: Verdichtet zur Erz\u00e4hlung, dass v.\u00a0a. der auf dem feministischen Auge blinde Cop das Problem ist, scheinen durchgreifende Polizist*innen und ausgeweitete Strafen\/Tatbest\u00e4nde die L\u00f6sung.<\/p>\n<h4>Polizeireform als L\u00f6sung?<\/h4>\n<p>Im Fachdiskurs wird dieser Ruf nach punitiven L\u00f6sungen um die Forderung nach mehr weiblichen und fortgebildeten Polizeikr\u00e4fte erg\u00e4nzt, da diese z.\u00a0B. seltener \u201erape myths\u201c zustimmen. Doch auch hier ist zu ber\u00fccksichtigen, dass entsprechende Polizeifortbildungen nur partiell auch messbare Verhaltens\u00e4nderungen hervorbringen,<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> und schon die stereotypenbasierte Parteilichkeit weiblicher Einsatzkr\u00e4fte vor m\u00e4nnlichen oder alkoholisierten Opfern halt macht.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Zudem unterliegen Frauen in der Polizei einem starken Anpassungsdruck und verst\u00e4rken daher maskulinistische Polizeibilder eher, als sie zu ver\u00e4ndern.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Seit Frauen 1979 in die Schutzpolizei aufgenommen wurden, war ihre Rolle ambivalent: Sie gelten als das \u201eschwache Geschlecht\u201c, dem Gewaltaus\u00fcbung nicht zugetraut wird, und zugleich als \u201ebessere Polizisten\u201c, die friedfertiger, kommunikativer und sensibler gegen\u00fcber Gewaltopfern seien. Gerade in neoliberalen Zeiten kn\u00fcpfen sich daran Hoffnungen auf ein verbessertes Polizei-Klientel-Verh\u00e4ltnis und Kosteneinsparungen (z.\u00a0B. durch Vermeidung von Eskalation und entsprechenden Prozessen oder Verletzungen).<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Dementsprechend gemischt sind die Forschungsergebnisse. Diese finden einerseits mehr altruistische Motive, mehr Deeskalation und Hilfestellung, gerade im Bereich h\u00e4uslicher Gewalt, und weniger physische Gewaltanwendung durch weibliche Einsatzkr\u00e4fte. Andere Studien finden keine oder kaum Geschlechterunterschiede (oder gar mehr Todessch\u00fcsse mit steigendem Frauenanteil) und betonen geschlechterstereotype Einsatzgebiete und -zeiten sowie, dass Frauen, um in die maskulinistische Institution zu passen, genauso viel Gewalt anwenden m\u00fcssen wie m\u00e4nnliche Kollegen.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr Deutschland bescheinigen Brauer, Seidensticker und Esp\u00edn-Grau (in diesem Heft) den Fortbestand aggressiver Polizeim\u00e4nnlichkeiten trotz steigenden Frauenanteils und diversit\u00e4tsbetonter Polizeileitbilder. Behr sieht die Diversit\u00e4tsdiskurse als handlungserweiternd, auch f\u00fcr m\u00e4nnliche Beamte, betont aber, dass aggressive und sch\u00fctzende M\u00e4nnlichkeiten einander st\u00fctzen (da alle Polizist*innen im Ernstfall Gewalt anwenden und durch Helfermythen legitimiert werden).<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Terrorismusbek\u00e4mpfung und Militarisierung bef\u00f6rderten zudem eine \u201eRe-Maskulinisierung\u201c. Die feministische Hoffnung, auf Polizeireformen zu setzen, scheint \u2013 angesichts dieser Ver\u00e4nderungsresistenz und der Funktionalit\u00e4t von Aggression f\u00fcr das Gewaltmonopol \u2013 vorschnell.<\/p>\n<h4>Alternativen jenseits von Laisser Faire und Community?<\/h4>\n<p>Dementsprechend will das Themenheft Engf\u00fchrungen der Perspektive auf Polizei und Strafe als L\u00f6sung vermeiden. Dennoch erkl\u00e4ren diese \u2013 um auf die Eingangsfrage zur\u00fcckzukommen \u2013, warum \u00dcberwachen und Strafen selten systematisch auf die Kategorien Sexualit\u00e4t und Gender hin untersucht wird. Denn wie bei keinem anderen Machtverh\u00e4ltnis sehen linke gesellschaftliche Kr\u00e4fte Kontrolle und Einsperrung auch als Ziel an \u2013 oder wie Clo\u00eb Tayler es ausdr\u00fcckt: \u201eDer Gro\u00dfteil der Mainstream-Anti-Vergewaltigungs-Literatur und des ebensolchen Aktivismus ist Strafrechtsfeminismus.\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Dadurch entstehen Spaltungen. Bez\u00fcglich der Klassenverh\u00e4ltnisse pr\u00e4gten marxistische Analysen einen Blick auf Straf- und Ordnungsrecht, der davon ausgeht, dass es Ungleichheit und Ausbeutung aufrechterh\u00e4lt, wenn es sprichw\u00f6rtlich allen gleicherma\u00dfen verboten ist, auf Parkb\u00e4nken zu n\u00e4chtigen. Auch in race-sensiblen Analysen dominiert eine Kritik am rassistisch durchsetzen Strafrechtssystem, das aufgrund seiner herrschaftsstabilisierenden Rolle z.\u00a0T. als \u201enicht reformierbar\u201c gilt.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Sicherlich gibt es Unteraspekte, wo linke Kr\u00e4ften Kontrolle und Strafe fordern: z.\u00a0B. die \u00dcberwachung rechtsextremistischer Kr\u00e4fte durch Polizei und Verfassungsschutz oder die Kontrolle von Arbeitsverh\u00e4ltnissen und \u201eWirtschaftskriminalit\u00e4t\u201c durch Zoll und Polizei. Doch bei aller Kritik an rechten Netzwerken innerhalb der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden und deren mangelnder Ber\u00fccksichtigung rassistischer Tatmotive, ist doch auch klar, dass eine Kontrollausweitung im Namen der Rechtsextremismusbek\u00e4mpfung gegen Linke nutzbar ist und der Kampf um die K\u00f6pfe nicht strafend gewonnen wird.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Bez\u00fcglich Arbeitsverh\u00e4ltnissen stellen linke Autor*innen soziale Absicherung als wirksamer als Kontrolle heraus und warnen vor Polizeigewalt oder Abschiebung durch Kontrollen.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Kritiken an Wachstums- und Profitlogiken bringen die Verwerfungen des legalen Wirtschaftens ins Bewusstsein, nicht nur die Normabweichung.<\/p>\n<p>Der Diskurs \u00fcber Sexualit\u00e4t ist hingegen deutlich polarisierter. Die Debatte ist zunehmend auf Normabweichung statt Normkritik fokussiert, da sich ein zentraler Strang des Strafrechtsfeminismus, die Anti-Prostitutions-\/Pornographiebewegung, Ehe und Familie in feministischen Debatten rehabilitiert.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Zudem lie\u00df die zweite Frauenbewegung \u2013 verst\u00e4ndlicherweise, aber den Sexualgewaltdiskurs mit einem reaktion\u00e4ren Gep\u00e4ck aufladend \u2013 die alten Ehrdiskurse \u00fcber Sexualit\u00e4t insoweit intakt, als sie deren Dramatik (Vergewaltigung galt als \u201esozialer Tod\u201c der Frau, die nur ihre Ehre zu besch\u00fctzen hatte) f\u00fcr die Skandalisierung nutzte. Daran anschlie\u00dfend existiert bis heute ein diffuses Verst\u00e4ndnis von Vergewaltigung als \u201edem Schlimmsten\u201c, was einer Frau (und, seltener thematisiert, auch anderen Geschlechtern) passieren kann.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Dies l\u00e4dt die Diskussion \u2013 auch bez\u00fcglich der stetig ausgeweiteten Kategorie sexualisierter \u201e\u00dcbergriffe\u201c (vgl. Klimke\/Lautmann in diesem Heft) \u2013 mit starker Dringlichkeit auf. Zugleich fehlen oft Vorstellungen, was jenseits von Polizieren und Strafen oder ein bisschen Aufkl\u00e4ren und (M\u00e4nner)Erziehen \u00fcberhaupt getan werden kann.<\/p>\n<p>Kollektive, die das Regieren von Sexualit\u00e4t selbst in die Hand nehmen, existieren durchaus. Im Ursprungsland der Transformative Justice,<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> den USA, wo aggressiv polizierte Schwarze Communities den Ansatz entwickelten, sind die feministischen Protagonist*innen polizei- und gef\u00e4ngnisabolitionistisch.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Bereits dort stellt sich das Problem, dass kleine Gruppen oft nur Individuen oder bestenfalls die eigene Community, kaum aber die gesellschaftlichen Strukturen transformieren k\u00f6nnen und neoliberal das Polizieren selbst \u00fcbernehmen. Zudem werden oft Machtverh\u00e4ltnisse in Communities reproduziert. M\u00e4chtige k\u00f6nnen sich der Verantwortung f\u00fcr Gewalt entziehen, z.\u00a0B. bei Vergewaltigungen in linken Kreisen.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Umgekehrt k\u00f6nnen relativ m\u00e4chtige Gruppen ihre Viktimisierungs-Claims gegen\u00fcber Marginalisierteren durchsetzen, wie es Alison Phipps am Beispiel der Ausgrenzung von Transpersonen im Namen der Gewalt durch Penisse darlegt.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>In Deutschland vermischen sich Ans\u00e4tze angels\u00e4chsischer Provenienz wie Transformative Justice und Awareness,<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> die v.\u00a0a. in wei\u00df- und mittelschichtsdominierten Kreisen experimentiert werden, zudem mit einer relativ punitiven deutschen Tradition der Selbstverwaltung von Gewaltvorf\u00e4llen (z.\u00a0B. mittels des Szenekonzepts der \u201eDefinitionsmacht\u201c, also der Idee, dass Sexualgewaltsbetroffene selbst bestimmen, ob Gewalt stattgefunden hat, und daran ggf. auch Sanktionen koppelbar sind). Nicht zuf\u00e4llig fordern daher hierzulande auch selbsterkl\u00e4rt-links\u00adradikale Gruppen eine Ausweitung von Strafrecht als L\u00f6sung des Problems sexualisierter Gewalt.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> Sie werden damit unfreiwillig zu den treibenden Kr\u00e4ften einer \u201estrafrechtlichen Vorverlagerung\u201c (qua Ausweitung von Straftatbest\u00e4nden und Ermittlungsbefugnissen), die gerade anhand emotional aufgeladener Themen wie \u201eKindesmissbrauch\u201c ausgeweitet wird.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p>Angesichts des Mangels an diskutierten Alternativen zur Punitivit\u00e4t (von Staat oder Community) scheint ein Laisser Faire, wie es Normalisierungsbewegungen oft fordern, schnell als einzige Alternative. Dies ist aus materialistischer Perspektive wenig befriedigend. Nicht zuf\u00e4llig sind daher beim Thema Gender auch in der CILIP \u2013 die ihre Autor*innen oft nach den in der Tat unzureichenden Polizeipraxen fragt \u2013 vereinzelt Forderungen nach Investitionen in Polizei und Strafausweitung zu lesen. So forderte etwa in einer unserer letzten Ausgaben ein Artikel zur Zusammenarbeit von Polizei und Frauenh\u00e4usern, die Polizei m\u00fcsse den Klientinnen mehr glauben und besser ausgebildet werden.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> Auch in diesem Heft wird die Bandbreite feministischer Stimmen abgebildet (mit Ausnahme von Verbotsforderungen gegen\u00fcber konsensuellen Praktiken wie Pornographie, die kaum wissenschaftlich begr\u00fcndet sind). Anne Roth und Christina Clemm weisen jeweils am Beispiel von digitaler Gewalt und von Feminiziden auf eine qualitativ und quantitativ unzureichende Strafverfolgung hin. Diese Einleitung und der Beitrag von Daniela Klimke und R\u00fcdiger Lautmann zur Neoliberalisierung des Sexuellen ordnen den gegenw\u00e4rtigen Strafrechts-Turn gesellschaftstheoretisch ein. Einen kritisch-analytischen Blick auf die Polizei werfen die Beitr\u00e4ge von Kai Seidensticker (zu Polizeim\u00e4nnlichkeit), Hannah Esp\u00edn-Grau (zu Polizeigewalt und Geschlecht) und Eva Brauer (zu ethnisierten Polizeir\u00e4umen).<\/p>\n<p>Mit dieser Zusammenschau wollen wir also nicht nur den Stand von Forschung und Aktivismus abbilden, sondern auch Gedankenr\u00e4ume jenseits von \u00dcberwachen und Strafen \u00f6ffnen. Das hie\u00dfe, z.\u00a0B. h\u00e4usliche Gewalt verst\u00e4rkt urs\u00e4chlich statt reaktiv durch Polizei und Frauenh\u00e4user anzugehen und nicht nur sexistische Einstellungen, sondern auch materielle Fragen wie Wohnraummangel oder die starke Kopplung von Solidarit\u00e4t, F\u00fcrsorge und k\u00f6rperlicher N\u00e4he an Familie und Partner*innen\u00adschaft zu ber\u00fccksichtigen. In \u00e4hnlicher Weise gilt es z.\u00a0B. die Urspr\u00fcnge der #metoo-Bewegung ernst zu nehmen. Da das Stichwort zun\u00e4chst von marginalisierten Frauen genutzt und sp\u00e4ter mit Blick auf \u00dcbergriffe in Arbeitskontexten verbreitet wurde, liegt es nahe, Machtabbau in den neoliberalisierten Arbeitswelten zu fordern, v.\u00a0a. bez\u00fcglich Marginalit\u00e4t, die zu sexueller Ausbeutung f\u00fchren kann (etwa in Landwirtschaft, h\u00e4uslicher Pflege oder Sexarbeit). Den Blick weiten, hie\u00dfe aber auch, Gender nicht mit Frauen oder marginalisierten Geschlechtern gleichzusetzen, sondern auch M\u00e4nnlichkeit jenseits des endemischen T\u00e4tertums zu beleuchten.<\/p>\n<h4>Polizieren \u00f6ffentlicher R\u00e4ume: M\u00e4nner im Fokus<\/h4>\n<p>M\u00e4nner, v.\u00a0a. junge, ethnisch und\/oder \u00f6konomisch marginalisierte M\u00e4nner, stehen traditionell im Fokus der Kontrolle des \u00f6ffentlichen Raums. So zeigte etwa eine aufw\u00e4ndig angelegte Studie in Paris, dass die Polizei nicht nur People of Color \u00fcberproportional kontrolliert (ca. doppelt so oft, wobei der Unterschied an wei\u00df-dominierten Orten deutlicher ist). Vielmehr werden auch Junge h\u00e4ufiger kontrolliert als \u00c4ltere (je nach Ort zwischen drei und 100 Mal \u00f6fter) und M\u00e4nner 1,5 bis zehn mal h\u00e4ufiger als Frauen.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a> Andere Beitr\u00e4ge betonen Verwebungen mit Klasse.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> Wenn die Polizei in Deutschland etwa \u201eden Asi\u201c (\u201eAsozialen\u201c) oder \u201eden Nafri\u201c (\u201eNordafrikaner\u201c) als Kern des Polizierens bestimmter R\u00e4u\u00adme definiert oder verst\u00e4rkt in \u201eProblemvierteln\u201c eingesetzt wird, dann zielt dies auch auf eine Kontrolle von Unterschichten. Den Mangel an privaten R\u00e4umen, den Armut hervorbringt, gleichen aber insbesondere M\u00e4nner durch das Verweilen im Freien aus \u2013 entsprechend vergeschlechtlichter Raumzuweisungen der b\u00fcrgerlich-kapitalistischen Gesellschaft.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a><\/p>\n<p>In \u00e4hnlicher Weise stehen M\u00e4nner im Fokus des Polizierens von Stra\u00dfenszenen (eine bemerkenswerte Ausnahme bildet das stark gegenderte Sexgewerbe, dessen mann-m\u00e4nnliche Formen oft versteckter stattfinden). Die herrschenden Geschlechterverh\u00e4ltnisse sorgen f\u00fcr stereotype Denkweisen und Praktiken, die die Polizeiarbeit aufgreift und ausbaut. Weibliche Sozialisation und hegemoniale Imaginationen verbinden cis-heterosexuelle Frauen seltener als ebensolche M\u00e4nner mit offen ausgelebter Aggression, exzessivem Substanzkonsum, Wehrhaftigkeit, Bedrohlichkeit oder Kriminalit\u00e4t. Moralpaniken problematisieren zwar durchaus bisweilen Frauen und deren Normabweichung v.\u00a0a. im \u00f6ffentlichen Raum oder in der Mutterschaft: z.\u00a0B. als Huren, Rave Girls oder Crack Moms. Dennoch sind dann Schutz- und Rettungsphantasien bedeutsamer als bei kontrollfokussierten Moralpaniken \u00fcber M\u00e4nner.<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a> Der sprichw\u00f6rtliche angstmachende \u201eSchwarze Mann\u201c, den die K\u00e4mpfe der ersten US-amerikanischen Frauenbewegung gegen \u201ewhite slavery\u201c und das Instrumentalisieren der davon bef\u00f6rderten Vergewaltigungsgesetze zum Lynchen Schwarzer in der Jim Crow \u00c4ra stark sexualisierten,<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> bleibt in der popul\u00e4ren Imagination der \u201eideale T\u00e4ter\u201c (\u201esymbolic assailant\u201c).<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> Das \u201eideale Opfer\u201c, dem am ehesten geglaubt wird, ist hingegen weiblich und muss \u2013 vor Gericht wie in der entsprechend vertrackten feministischen Debatte \u2013 zugleich Unschuld, Schw\u00e4che und G\u00fcte repr\u00e4sentieren, um Recht zu erhalten.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a><\/p>\n<p>Jenseits der gegenderten Thematisierung der Geschlechter existieren auch materielle Unterschiede. So versuchen Frauen etwa bei Wohnungsverlust eher bei Bekannten unterzukommen. Sie sind trotz global steigender Zahlen seltener (wahrnehmbar) obdachlos als M\u00e4nner.<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a> Beispielsweise z\u00e4hlten in der Berliner \u201eNacht der Solidarit\u00e4t\u201c am 29.\/30. Januar 2020 Freiwillige lediglich 14 Prozent Frauen.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a> Gerade junge LGBT werden hingegen zwar h\u00e4ufig stra\u00dfenobdachlos, sind im \u00f6ffentlichen Raum aber auch besonders bedroht und werden als Jugendliche zumindest in L\u00e4ndern mit noch relativ starken Sozialstaaten eher sozial- als ordnungspolitisch adressiert.<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a> Auch auf Drogenm\u00e4rkten sind Frauen und Queers diskriminiert und mithin weniger wahrnehmbar positioniert.<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> Schwuler Klappensex und Cruising Areas sind \u00f6ffentlicher als lesbische Pendants und waren \u2013 in der Bundesrepublik kriminalisiert selbst unter Erwachsenen bis 1973 \u2013 traditionell stark poliziert. Die Liste lie\u00dfe sich fortf\u00fchren.<\/p>\n<h4>Opfer von (Polizei-)Gewalt im \u00f6ffentlichen Raum<\/h4>\n<p>Zusammengenommen bedeutet dies nicht nur, dass junge marginalisierte M\u00e4nner oft im Fokus der Stra\u00dfenpolizeiarbeit stehen, sondern auch, dass sie besonders stark von bestimmten \u2013 von M\u00e4nnlichkeitsnormen vermittelten \u2013 (Stra\u00dfen-)Gewaltdelikten und von Polizeigewalt betroffen sind.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den \u201eStraftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung\u201c, deren Opfer zu 92,4 Prozent weiblich sind, weist die j\u00fcngste Kriminalstatistik bei \u201eRaub\u201c (72,0 Prozent), \u201eMord, Totschlag und T\u00f6tung auf Verlangen\u201c (71,1 Prozent) sowie \u201eK\u00f6rperverletzung\u201c (62,4 Prozent) mehr m\u00e4nnliche Opfer aus (wobei bei allen Delikten M\u00e4nner in jeweils noch deutlicherem Ma\u00dfe bei den Tatverd\u00e4chtigen \u00fcberrepr\u00e4sentiert und \u00fcberproportional gewaltbetroffene Transpersonen nicht erfasst sind).<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a><\/p>\n<p>Polizeigewalt wird in Deutschland nicht systematisch erhoben, und bei nicht-repr\u00e4sentativen Untersuchungen auf der Basis von Selbst- oder Medienberichten ist ein Bias hinsichtlich verst\u00e4rkter Wahrnehmung bzw. Beteiligung von M\u00e4nnern zu vermuten.<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> Die Geschlechterunterschiede sind jedoch zu ausgepr\u00e4gt, um sich auf Erfassungsprobleme reduzieren zu lassen. So berichteten etwa laut Kviapol-Studie<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a> nicht nur bei vorrangig m\u00e4nnlich besuchten Fu\u00dfballspielen und Gro\u00dfveranstaltungen fast ausschlie\u00dflich M\u00e4nner Polizeigewalt. Auch bei Demonstrationen waren es nur 30 Prozent Frauen sowie vier Prozent gender-nonkonforme Menschen und bei sonstigen Anl\u00e4ssen 18 Prozent Frauen sowie ebenfalls 4 Prozent gender-nonkonforme Menschen. Dabei ist durchaus anzunehmen, dass M\u00e4nnlichkeit Verhaltensweisen hervorbringt, die Polizeikontakte wahrscheinlicher machen. Wie bei der Debatte um Racial Profiling, wo neben Analysen des Polizeihandelns z. B. auch gefragt werden muss, welche gesellschaftlichen Strukturen dazu f\u00fchren, dass \u00fcberproportional People of Colour mit prek\u00e4rem Aufenthaltsstatus in den riskanten sichtbaren Bereichen des Stra\u00dfendealens t\u00e4tig sind, geht es aber auch hier darum, das Zusammenspiel von Faktoren zu durchdringen, die dazu f\u00fchren, dass M\u00e4nnlichkeit auch M\u00e4nner Gewalt aussetzt. Dies, zumal M\u00e4nnlichkeit vor allem in Verbindung mit Marginalit\u00e4tsmarkern f\u00fcr M\u00e4nner zum Problem wird.<\/p>\n<p>Der Blog https:\/\/deathincustody.noblogs.org erfasst nur f\u00fcnf Frauen unter 181 oft rassialisierten, deklassierten Menschen, die durch oder nach Polizeikontakt starben (z.\u00a0B. in Haft oder durch Todessch\u00fcsse; Stand: Mai 2021). Mit Ausnahme der 2011 nach einer Auseinandersetzung in einem Jobcenter erschossenen Christy Schwundeck sind dies m\u00f6gliche Suizide in verschiedenen Inhaftierungssituationen. Die CILIP-Dokumentation polizeilicher Todessch\u00fcsse auf der Basis von Daten der Innenminister*innenkonferenz und Presserecherchen listet zwischen 1996 und 2019 ebenfalls nur f\u00fcnf get\u00f6tete Frauen bei insgesamt 227 Toten.<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a> Als Hintergrund werden h\u00e4usliche Gewalt oder psychische Probleme genannt.<\/p>\n<p>In den USA, wo Polizeigewalt besser erforscht ist, zeigt sich allerdings, dass zwar zahlenm\u00e4\u00dfig mehr M\u00e4nner get\u00f6tet werden, aber der ethnische Bias bei unbewaffneten T\u00f6tungen (fast sieben Schwarze auf eine*n Wei\u00dfe*n) gro\u00dfteils durch besonders h\u00e4ufig unbewaffnet get\u00f6tete Schwarze Frauen zustande kommt.<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a> Dennoch leiden eher M\u00e4nner psychisch unter hochfrequenten Polizeikontrollen in marginalisierten Nachbarschaften, w\u00e4hrend Frauen z.\u00a0T. profitieren, da sie ganz real statistisch und \u00fcberh\u00f6ht im ordnungslegitimierenden Diskurs der \u201esubjektiven Sicherheit\u201c h\u00e4ufiger Kriminalit\u00e4tsfurcht zeigen.<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a><\/p>\n<h4>Fazit: It\u2019s complicated<\/h4>\n<p>Insgesamt ist das Verh\u00e4ltnis von Sex und Gender zu Kriminalit\u00e4t und Strafverfolgung also vor allem eines: nicht auf einfache Formeln zu bringen bzw. auf singul\u00e4re Herrschaftsachsen zu reduzieren. Feministische Perspektiven haben Wichtiges geleistet, Gewalt gegen marginalisierte Geschlechter und sexualisierte Gewaltformen als Probleme auf die Agenda zu bringen. Im Kampf gegen m\u00e4chtige Strukturen neigten sie dabei aber zur Vereindeutigung auf die Geschlechterdimension, zur Verallgemeinerung der Perspektiven privilegierter Frauen und zur Fortschreibung tradierter Geschlechterbilder. Daran ankn\u00fcpfende Straflogiken, die im Zuge der neoliberalen Verunsicherung auch der Mittelschichten auflebten, werden im letzten Jahrzehnt verst\u00e4rkt in Frage gestellt. Es gilt daran anzukn\u00fcpfen: Defund carceral feminism! Will hei\u00dfen: Beginnen wir eine gesellschaftliche Transformation, in der auch sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt ursachenbezogen analysiert und bek\u00e4mpft wird.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u00a0\u00a0 z.\u00a0B. Hall, S. u.a.: Policing the Crisis, London 1978<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u00a0\u00a0 z.\u00a0B. Dissens-Podcast v. 10.2.2021, Eine Welt ohne Polizei \u2013 geht das?<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u00a0\u00a0 Behr, R.: Cop Culture, Opladen 2000; Beste, H.: Morphologie der Macht, Opladen 2000<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00a0\u00a0 Bernstein, E.: The Sexual Politics of the \u2018New Abolitionism\u2019, in: differences 2007, H. 3,<br \/>\nS. 128-151<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00a0\u00a0 Butler, J.: Das Unbehagen der Geschlechter, Frankfurt 1991<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u00a0\u00a0 Lamble, S. u.a.: Queer theory and criminology, in: Criminology &amp; Criminal Justice, 2020, H. 5, S. 504-509<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> \u00a0\u00a0 LSBTQIA+ steht f\u00fcr LesbenSchwuleBiTransQueerInterAsexuelle und mehr; BDSM f\u00fcr Bondage, Domination, Sadismus und Masochismus.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> \u00a0\u00a0 Andere betreiben v.\u00a0a. Kategoriendekonstruktion und Diskriminierungs- statt auch Herrschaftskritik, vgl. Mangelhafter Gesellschaftsbegriff, in: Junge Welt online v. 1.6.2021.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u00a0\u00a0 Der Begriff eignet K\u00e4mpfe gegen Sklaverei an und bef\u00fcrwortet entgegen Gef\u00e4ngnisabolitionist*innen Strafrecht, vgl. <a href=\"https:\/\/whoroscope.eu\/2021\/03\/12\/intersektional-6-seance\">https:\/\/whoroscope.eu\/2021\/03\/12\/intersektional-6-seance<\/a>.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Plummer, K.: Telling Sexual Stories, London 1995, S. 207<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Sanyal, M.: Vergewaltigung \u2013 Aspekte eines Verbrechens, Hamburg 2016, S. 11ff.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Taylor, C.: Anti-Carceral Feminism and Sexual Assault, in: Social Philosophy Today 2018, H. 1, S. 29-49<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Gruber, A.: The Femnist War on Crime, Berkley 2020<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> In den besonders gut beforschten USA der 1990er Jahre ca. 2-4 Mal so oft, vgl. The Atlantik v. 19.4.2019, Police have a much bigger domestic-abuse problem than the NFL does.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Crime Victims\u2019 Institute Report Nr. 2020-01<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Stewart, A.; Maddren, K.: Police officers\u2019 judgements of blame in family violence, in: Sex Roles 1997, H., 11\/12, S. 921-933<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Kringen, A.; Novich, M.: Is it \u2018just hair\u2019 or is it \u2018everything\u2019?, Embodiment and gender repression in policing, in: Gender, Work &amp; Organization 2017, H. 2, S. 195-213<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Mangold, A.: Die friedfertige Polizistin?, in: L\u00fcdtke, A. u.a. (Hg.): Polizei, Gewalt und Staat im 20. Jahrhundert, Wiesbaden 2011, S. 145-168<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Deller C.; Deller S.: Women in Law Enforcement and Police Use of Deadly Force, in: Women &amp; Criminal Justice 2019, H. 3, 163-180<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Behr, R.: Die Polizei auf dem Weg zu einer \u201aRe-Maskulinisierung\u2018?, in: Freie Assoziation 2017, H. 1, 13-32<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Taylor, a.a.O. (Fn 12), S. 29 (alle \u00dcbersetzungen von der Autorin)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> z.\u00a0B. Sonderheft Analyse &amp; Kritik zum \u201ePolizeiproblem\u201c, Winter 2020\/21<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Burczyk, D.: Von Staatsschutz bis Schattenboxen. Polizei gegen rechts \u2013 eine Einleitung, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 124 (Dezember 2020),\u00a0 S. 3-16<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Riedner, L.: Kontrolle am \u201aTagel\u00f6hnermarkt\u2018 in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 118\/119 (Juni 2019), S. 63-70<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Bernstein, E.: Carceral politics as gender justice?, in: Theory &amp; Society 2012, H. 3, S. 233-259<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Sanyal, a.a.O. (Fn. 11)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Transformative Gerechtigkeit bedeutet, dass anstelle des Staates Gemeinschaften Regelverst\u00f6\u00dfe und Gewalt selbst aufarbeiten und im Idealfall die Gesellschaft transformieren.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> z.\u00a0B. https:\/\/incite-national.org<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Downes, J.: \u2018It\u2019s Not the Abuse That Kills You, It\u2019s the Silence\u2019, in: Justice, Power and Resistance 2017, H. 2, S. 35-58<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Phipps, A.: Whose personal is more political?, in: Feminist Theory 2016, H. 3, S. 303-321<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Awareness-Teams wollen, z.\u00a0B. auf Partys, Diskriminierung und \u00dcbergriffe verhindern.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> K\u00fcnkel, J.: Carceral Feminism in Deutschland?, in: Kriminologisches Journal 2021, H. 2, S. 105-120<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Derin, B.: Strafrechtliche Vorverlagerung, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 117 (November 2018), S. 3-10<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Haller, S.: Polizei und der Schutz von Frauen vor Gewalt, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 123 (August 2020), S. 28-35<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Jobard, F.; L\u00e9vy, R.: Identit\u00e4tskontrollen in Frankreich, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 104 (Dezember 2013), S. 28-37 (33)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> K\u00fcnkel, J.: Cop Culture Reloaded?, in: Kriminologisches Journal 2014, H. 4, S. 264-283<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Hausen, K.: \u00d6ffentlichkeit und Privatheit, Wiesbaden 2020<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Weitzer, R.: The growing moral panic over prostitution and sex trafficking, in: The Criminologist 2005, H. 5, 2-5<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Gruber, a.a.O. (Fn 13), S. 19ff.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Brunson, R.; Miller, J.: Young black men and urban policing in the United States, in: British Journal of Criminology 2006, H. 4, S. 613-640<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Christie, N.: The Ideal Victim, in: Fattah, E.A. (Hg): From Crime Policy to Victim Policy, London 1986, S. 17-30<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Phipps, M. u.a.: Women and homelessness, in: Journal of Social Distress and Homelessness 2019, H. 1, S. 1-13<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Tagesspiegel online v. 7.2.2020, Warum die Zahl so weit unter den Sch\u00e4tzungen liegt<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Keuroghlian, A. u.a.: Out on the street, in: American Journal of Orthopsychiatry 2014, H. 1, 66-72<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Grundetjern H.; Sandberg S.: Dealing with a gendered economy, in: European Journal of Criminology 2012, H. 6, S. 621-635<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik Jahrbuch 2019, H. 2, S. 12 u. H. 3,<br \/>\nS. 40; European Union Agency for Fundamental Rights: Leben als Trans* in der EU, Wien 2015<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a>\u00a0 Crenshaw, K.: Say her name, New York 2016<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> <a href=\"https:\/\/kviapol.rub.de\/images\/pdf\/KviAPol_Zwischenbericht_2_Auflage.pdf\">https:\/\/kviapol.rub.de\/images\/pdf\/KviAPol_Zwischenbericht_2_Auflage.pdf<\/a><\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> vgl. <a href=\"http:\/\/www.cilip.de\/tag\/todesschuesse\">www.cilip.de\/tag\/todesschuesse<\/a><\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> Wustl, O. u.a.: Race, Gender, and the Context of Unarmed Fatal Interactions with Police, https:\/\/sites.wustl.edu\/fips\/studies<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Sewell, A. u.a.: Living under surveillance, in: Social Science &amp; Medicine 2016, H. 10, S. 1-13<\/h6>\n<h3>BEITRAGSBILD: Polizist*innen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfen und Geschlechter; pixabay <a class=\"hover_opacity\" href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/robert_marinkovic-4739477\/\">robert_marinkovic<\/a><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Polizei bleibt hetero-maskulinistisch; Straft\u00e4ter*innen, Gefangene und (Polizei-)Gewaltopfer sind meist m\u00e4nnlich. 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