{"id":19615,"date":"2021-12-18T08:23:45","date_gmt":"2021-12-18T08:23:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=19615"},"modified":"2021-12-18T08:23:45","modified_gmt":"2021-12-18T08:23:45","slug":"im-blauen-netz-thinblueline-und-digitales-community-policing-auf-instagram","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=19615","title":{"rendered":"Im blauen Netz:\u00a0#thinblueline und Digitales Community Policing auf Instagram"},"content":{"rendered":"<h3>von Forschungsgruppe Instacops<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/h3>\n<p><strong>Die Polizei Niedersachsen betreibt unter dem Hashtag <em>#instacops<\/em> personalisierte Accounts auf Instagram. Durch die Verwendung des Hashtags <em>#thinblueline <\/em>werden dort autorit\u00e4re und rechte Narrative bedient, welche die Polizei als Verteidigerin der Gesellschaft vor Anomie und Chaos stilisieren. Die\u00adse erhalten Einzug in die offizielle polizeiliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit im digitalen Raum und tragen zu deren Normalisierung und Etablierung bei. <\/strong><\/p>\n<p>Die deutschen Polizeibeh\u00f6rden haben in den vergangenen Jahren die sozialen Netzwerke f\u00fcr sich entdeckt: Was mit vereinzelten Auftritten von Polizeidirektionen und -inspektionen zur Informationsbereitstellung und Nachwuchsgewinnung auf Twitter und Facebook begann, erstreckt sich heute von der verbildlichten Selbstpr\u00e4sentation einzelner Polizeibeh\u00f6rden und Beamt*innen auf Instagram, \u00fcber die audiovisuelle Inszenierung des polizeilichen Studien- und Ausbildungsalltags via dem Instant-<a href=\"https:\/\/www.snapchat.com\/add\/polizei.berlin\">Messaging-Dienst Snapchat<\/a>, bis hin zu uniformierten Performances zu musikalisch unterlegten <a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/@polizei.nrw\">Videoclips auf TikTok<\/a>. Das breitgef\u00e4cherte digitale Kommunikationsangebot stellt den Versuch dar, die polizeiliche Pr\u00e4senz im digitalen Raum auszubauen und soziale Netzwerke beh\u00f6rdlich nutzbar zu machen. Die vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten zur eigenst\u00e4ndigen Produktion und Verbreitung von Inhalten im Zuge fortschreitender Digitalisierung erlauben es den Polizeibeh\u00f6rden, sich aktiv in die Ausgestaltung der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung ihrer Institutionen einzubringen und reichweitenstark als diskursformende Akteurinnen in Erscheinung zu treten. Dabei k\u00f6nnen sie polizeiliche Deutungsangebote von Wirklichkeiten anbieten, welche sich nahtlos in beh\u00f6rdliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit in sozialen Netzwerken integrieren lassen.<!--more--><\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren haben die deutschen Polizeibeh\u00f6rden auch ihre Pr\u00e4senz auf der fotozentrierten Plattform Instagram erheblich ausgebaut. Das soziale Netzwerk hat vielerorts l\u00e4ngst Einzug in die Praxis beh\u00f6rdlicher \u00d6ffentlichkeitsarbeit gehalten, wobei sich die Art der Nutzung sowie der Umfang an Accounts zwischen den Beh\u00f6rden teilweise deutlich unterscheiden. Bundes- und L\u00e4nderpolizeien, sowie nicht selten auch ihre untergeordneten Polizeidirektionen und -inspektionen, betreiben mittlerweile offizielle nicht-personalisierte Accounts auf Instagram, auf denen die jeweiligen Institutionen in ihrer Gesamtheit repr\u00e4sentiert werden sollen. In einigen Bundesl\u00e4ndern f\u00fchren Polizeien in Erg\u00e4nzung dazu offizielle personalisierte Accounts, auf denen sich einzelne Polizist*innen oder Anw\u00e4rter*innen mit Klarnamen zeigen und ihren Beh\u00f6rden ein wiedererkennbares Gesicht geben wollen. Parallel dazu lassen sich auf Instagram unz\u00e4hlige private Accounts von Polizist*innen finden, auf denen sich die Betreibenden etwa uniformiert im Einsatzfahrzeug zeigen oder andere Einblicke in ihren Dienstalltag gew\u00e4hren, womit sie <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/polizei-instagram-instacops-1.4577388\">bis zu zehntausend Follower*innen ansprechen<\/a>.<\/p>\n<p>Obwohl sich die drei vorgestellten Typen polizeilicher Pr\u00e4senz auf Instagram in Hinblick auf ihre rechtlichen Grundlagen, Repr\u00e4sentationsanspr\u00fcche und Resonanzverhalten polizeiexterner Nutzer*innen teilweise erheblich unterscheiden, ist ihnen eine \u00e4hnliche Bildsprache gemein, die \u00fcber tradierte visuelle Muster beh\u00f6rdlicher Selbstrepr\u00e4sentationen in Kampagnen zur Nachwuchsgewinnung oder Legitimit\u00e4tseinhegung hinausgeht. Zwar kommt auch dort die polizeiliche Bild\u00e4sthetik nicht ohne muskul\u00f6se Oberarme, Waffen und Blaulicht aus, dennoch wird sie gezielt um (vermeintlich) \u201eweiche\u201c und \u201emenschliche\u201c Seiten ihrer Amtstr\u00e4ger*innen erg\u00e4nzt: Polizist*innen posieren mit geretteten Tierbabies, thematisieren \u00dcberforderung und Vulnerabilit\u00e4t im polizeilichen Alltag, reflektieren belastende Einsatzsituationen oder werden in privat wirkenden Inszenierungen jenseits der Uniform gezeigt. Sie schie\u00dfen Selfies im Einsatzfahrzeug, werden visuell ansprechend in Szene gesetzt oder \u00fcberbetonen authentizit\u00e4tssteigernd ihren amateurhaften Umgang mit der eigenen Smartphonekamera. Durch derartige Anlehnungen an plattformtypische \u00c4sthetiken und Darstellungsformen k\u00f6nnen Polizeibeh\u00f6rden ihre Accounts f\u00fcr viele Nutzer*innen anschlussf\u00e4hig ausgestalten. Die digitale Pr\u00e4senz von Polizist*innen auf Instagram f\u00fcgt sich zudem nahtlos in gegenw\u00e4rtige Aufmerksamkeits\u00f6konomien ein, die prim\u00e4r auf die visuell ansprechende und reichweitengenerierende Pr\u00e4sentation von Individuen, kommerziellen G\u00fctern und Dienstleistungen ausgerichtet sind.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Polizeibeh\u00f6rden und Polizist*innen orientieren sich dabei an Grunds\u00e4tzen des Influencer*innen-Marketings, wobei die soziotechnischen Funktionslogiken der Plattform zur sozialen Interaktion und \u00e4sthetischen Repr\u00e4sentation nicht eingesetzt werden, um Produkte zu verkaufen, sondern um Narrative aufzubauen und digitale Identit\u00e4ten zu konstruieren, die nicht explizit die Institution Polizei bewerben, sondern implizit vertrauensgenerierend und normvermittelnd wirken sollen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<h4>Digitales Community Policing in Niedersachsen<\/h4>\n<p>In Niedersachsen materialisiert sich die personalisierte \u00d6ffentlichkeitsarbeit in sozialen Netzwerken im Digitalen Community Policing (DCP): Unter dem Hashtag #instacops betreibt die Polizei seit 2019 offizielle personalisierte Instagram-Accounts, auf denen Polizist*innen im digitalen Raum \u201aGesicht-Zeigen\u2018. Dort wollen sie mit Bu\u0308rger*innen in Kontakt treten, virtuell Pr\u00e4senz zeigen und das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung in die Polizei st\u00e4rken.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Die neue Kommunikationsstrategie ist Teil anhaltender \u201eModernisierungsprozesse\u201d, in denen \u201eKommunikation, Transparenz und Zusammenarbeit\u201d<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> im Mittelpunkt stehen sollen und \u201ePr\u00e4senz und B\u00fcrgern\u00e4he\u201d<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> zu den k\u00fcnftigen Kernaufgaben der Polizei Niedersachsen erkl\u00e4rt werden. Daf\u00fcr wurde im Jahr 2017 die strategische Koordinierungsstelle \u201eSoziale Medien\u201d im Landespolizeipr\u00e4sidium eingerichtet und landesweit acht Social-Media-Manager*innen eingestellt. Durch einen Erlass aus dem Ministerium f\u00fcr Inneres und Sport wurde Instagram im Jahr 2018 f\u00fcr die polizeiliche Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit freigegeben. Im Jahr 2019 sind die ersten Community Policer, die von der Beh\u00f6rde auch als Instacops bezeichnet werden, online gegangen.<\/p>\n<p>Mittlerweile gibt es im Rahmen des DCP in Niedersachsen 22 offizielle personalisierte Accounts (Stand: Juni 2021). Bisher verf\u00fcgen die dortigen Beh\u00f6rden jedoch (noch) \u00fcber keine expliziten gesetzlichen Vorschriften f\u00fcr die Instagram-Aktivit\u00e4ten ihrer Polizist*innen, wenngleich die Grunds\u00e4tze des Sachlichkeits- und Neutralit\u00e4tsgebots auch die rechtliche Grundlage f\u00fcr digitale Polizeiarbeit darstellen. Zunehmend formuliert die Polizei beh\u00f6rdeninterne Guidelines und Best Practices f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitskommunikation in sozialen Netzwerken, die jedoch nicht f\u00fcr B\u00fcrger*innen transparent einsehbar sind.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Die personalisierte Kommunikation im Rahmen des DCPs zielt darauf ab, das Bild einer b\u00fcrger*innennahen Polizei durch Pr\u00e4senz in sozialen Netzwerken herzustellen. Es kann als Projekt \u201einformatorische(r) Eigenrepr\u00e4sentation\u201c gelesen werden, welches B\u00fcrger*innen darin best\u00e4rken soll, in Vertrauen gegen\u00fcber der Polizei zu investieren, mit ihren Vertreter*innen zu kooperieren und polizeiliche Perspektiven nachzuvollziehen und zu \u00fcbernehmen.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Die nieders\u00e4chsischen Instacops bedienen sich dabei einer plattformtypischen Bildsprache: Sie folgen den ungeschriebenen Regeln informeller Kommunikation durch Entertainment und Infotainment sowie vermeintlicher Privatheit und Authentizit\u00e4t. Die Instacops werden so zu Markenpers\u00f6nlichkeiten der Polizei Niedersachsen, welche die Marke menschlicher erscheinen lassen und ihr damit sprichw\u00f6rtlich ein \u201aGesicht\u2018 geben. Individuelle Polizist*innen sollen als Markenbotschaft*innen f\u00fcr ihre Institution und deren Werte stehen. \u00dcber personalisierte Narrative kann sich die Polizei Niedersachsen nicht nur als attraktiver Arbeitgeber inszenieren, sondern polizeiliche Deutungs- und Interpretationsangebote verbreiten. Auffallend ist hier, dass nicht nur visuelle und intertextuelle Narrative einer offiziellen, nach au\u00dfen gerichteten Polizeikultur dargestellt, sondern auch Werte und Normen von informellen und polizeiinternen Erz\u00e4hlungen artikuliert werden. Ein Ausdruck davon sind Referenzen zur Thin Blue Line, die von den Instacops als Hashtags verwendet werden.<\/p>\n<h4>Der Hashtag #thinblueline<\/h4>\n<p>Der Hashtag #thinblueline referiert auf das Symbol und dahinterliegende Narrative der Thin Blue Line (TBL), welche die Polizei als d\u00fcnne blaue Linie zur Verteidigerin der Gesellschaft vor Anarchie und Chaos stilisieren. <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Thin_blue_line#\/media\/File:Thin_Blue_Line_flag.svg\">Symbolisiert wird die TBL als blauer Strich auf schwarzem Grund<\/a>, wobei auch abweichende Darstellungen verbreitet sind, etwa auf ausgegrauter US-amerikanischer Nationalflagge. Ihr historischer Ursprung l\u00e4sst sich auf die Thin Red Line in der Schlacht um Balaklawa 1854 zur\u00fcckf\u00fchren, bei der sich eine d\u00fcnne, linienf\u00f6rmige milit\u00e4rische Formation des (rot uniformierten) schottischen Highlander Regiments dem \u00fcberm\u00e4chtigen Ansturm einer russischen Kavallerie entgegenstellte. Im milit\u00e4rischen Kontext erscheint die antagonistische Aufteilung klar: Angreifende und Verteidigende, Freunde und Feinde. Aber auch bei der polizeilichen Adaption der Symbolik bildet der eindeutige Dualismus den wesentlichen Grundstein der Philosophie, denn auch dort teilt die d\u00fcnne blaue Linie die Gesellschaft in zwei (gleich gro\u00df imaginierte) H\u00e4lften, die durch zwei schwarze Farbbl\u00f6cke symbolisiert werden. Auf der oberen H\u00e4lfte die Zivilisation, die rechtschaffene und schutzbed\u00fcrftige Bev\u00f6lkerung, auf der unteren H\u00e4lfte die Barbarei, die gesellschaftlichen Abgr\u00fcnde von Kriminellen und sonstigen Delinquent*innen, die nur darauf warten, \u00fcber die Zivilisation hereinzubrechen. Dazwischen steht, als letzte und einzige Verteidigungslinie auf einem einsamen Posten: die Gemeinschaft blau uniformierter Polizist*innen, als letzte Instanz gegen den Zusammenbruch der Zivilisation.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Allt\u00e4gliche Polizeiarbeit wird in dieser Logik zu einer Handlung aufgewertet, durch welche die Hilflosen in der Gesellschaft und die Zivilisation an sich verteidigt werden. Auch die profansten T\u00e4tigkeiten des Berufs, wie F\u00fchrerscheinkontrollen oder das Anfertigen von Berichten, k\u00f6nnen so als bedeutungsvoller Dienst an der Gemeinschaft erz\u00e4hlt werden. Die Narrative der TBL identifizieren die Polizei damit nicht nur als relevanteste Institution f\u00fcr die Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme, sondern erkl\u00e4ren diese dar\u00fcber hinaus zum einzigen und wesentlichen Garanten, Bewahrer und Produzenten der Zivilisation an sich.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>\u201eThe TBL, then, articulates the deep-seated belief that police are necessarily a first-order prerequisite for \u2018civilization\u2019 to exist in the first place, let alone thrive and flourish. To speak in the name of the TBL is to specifically articulate police as the primary force that secures, or makes possible, all the things said to be at the core of \u2018human\u2019 existence: liberty, security, property, accumulation, law, civility, and even happiness\u201d.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Das polizeiliche Selbstbild der TBL wird in einem permanenten Zustand von Bedrohung, Unsicherheit und Instabilit\u00e4t imaginiert, welcher sich bereits aus der Bezeichnung als d\u00fcnne blaue Linie ableitet.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Normalit\u00e4t wird zur konstanten Ausnahme erkl\u00e4rt und zu einer Legitimationsgrundlage f\u00fcr jedwedes polizeiliches Handeln, da es gleichbedeutend mit der Verteidigung und Genese des Zivilisationsprojektes an sich wird.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Gleichzeitig markiert diese Logik die polizeiliche Perspektive zum definitorischen Ausgangspunkt \u00fcber die Frage, bei welcher Person oder welchem Verhalten die Zivilisation aufh\u00f6rt und die Barbarei beginnt. W\u00e4hrend die Polizei in diesem Verst\u00e4ndnis niemals selbst abweichend, deviant oder barbarisch handeln kann, steht und ordnet die blaue Linie zwischen Normalit\u00e4t und Abweichung in der Gesellschaft. Sie kann so nie selbst Teil der imaginierten H\u00e4lften einer Gesellschaft sein, womit sich die Polizei in der Narration der TBL jeglicher normativer Beurteilung enthebt. Das zugrundeliegende Verst\u00e4ndnis von Institutionen sowie die offensichtliche \u00dcberh\u00f6hung polizeilicher Kompetenzen sind mit rechtsstaatlichen Grunds\u00e4tzen einer Demokratie unvereinbar. Dennoch sind das Symbol und die Narration der TBL (auch abseits sozialer Netzwerke) hierzulande und anderswo weit verbreitet.<\/p>\n<h4>Die Verbreitung der Thin Blue Line<\/h4>\n<p>Neben <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/local\/capitol-police-officers-support\/2021\/01\/08\/a16e07a2-51da-11eb-83e3-322644d82356_story.html\">Anh\u00e4nger*innen der <em>neuen <\/em>und <em>alternativen Rechten<\/em> werden<\/a> das Symbol der TBL und die dahinterliegende Narration insbesondere durch Mitglieder von Beh\u00f6rden und Organisationen mit Sicherheitsauftrag (BOS) sowie der Strafverfolgung im angels\u00e4chsischen Raum genutzt. Eine starke Verbreitung erfuhr das Symbol im <a href=\"https:\/\/harpers.org\/archive\/2018\/07\/a-flag-for-trumps-america\/\">Kontext der <em>Blue-Lives-Matter<\/em>-Bewegung<\/a>, die sich im Jahr 2014 als Gegenbewegung zur <em>Black-Lives-Matter<\/em>-Bewegung formierte. Seit der zweiten H\u00e4lfte der 2010er Jahre taucht die TBL auch vermehrt im deutschsprachigen Raum auf. Eine der ersten medial dokumentierten Rezeptionen in Deutschland ist auf die AfD-Bundestagsabgeordnete Alice Weidel zur\u00fcckzuf\u00fchren, die 2018 einen Kommentar in der Zeitung <em>Junge Freiheit<\/em> unter dem Titel \u201eDie \u201ad\u00fcnne blaue Linie\u2018\u201c ver\u00f6ffentlichte.<\/p>\n<p>Auch in den Reihen der Polizeibeh\u00f6rden ist die TBL pr\u00e4sent, wie etwa ein <a href=\"https:\/\/www.gdp.de\/gdp\/gdpsl.nsf\/res\/4C0CB1B48CFEFC41C12583D80036FB1F\/$file\/190405_FB-11_blue-line.pdf\">Klett-Patch im TBL-Look<\/a> zeigt, welches durch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) seit 2019 an Mitglieder ausgegeben wird, um \u201epr\u00e4gnant ihre Berufszugeh\u00f6rigkeit und ihre Solidarit\u00e4t zu demonstrieren\u201c.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Deutlich wird eine unkritische \u00dcbernahme auch an einer 2015 durchgef\u00fchrten <a href=\"https:\/\/www.gdp.de\/gdp\/gdpnrw.nsf\/id\/KG_Dortmund_Mitgliederver-der-GdP-Kreisgruppe-Dortmund-mit-Jubilarehrung\">Mitgliederversammlung einer GdP-Kreisgruppe<\/a>,bei welcher der damalige stellvertretende Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen erkl\u00e4rte, Polizist*innen seien Teil einer \u201ed\u00fcnnen, uniformblauen Linie\u201c.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> In einem anschlie\u00dfenden Gottesdienst wurde die TBL unter dem Titel \u201eKraftquellen\u201c als \u201eKraft geben(d) f\u00fcr die besonderen Belastungen und Herausforderungen im Alltag und im Dienst\u201c beschrieben.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Vertreter*innen der Polizei immer wieder beteuern, dass es sich bei der TBL lediglich um einen Ausdruck von Solidarit\u00e4t und Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr \u201aM\u00e4nner und Frauen in Blau\u2018 handele, scheinen vereinzelte Polizeidirektionen die Problematik anzuerkennen. Darauf deutet zumindest ein Fall bei der Polizei Berlin hin: In einem <a href=\"https:\/\/twitter.com\/PolizeiBerlin_E\/status\/1364595129848373250\">Beitrag<\/a>, der auf ihrem Twitter-Account ver\u00f6ffentlicht wurde, war ein uniformierter Beamter mit widerrechtlich angebrachtem TBL-Patch zu sehen, woraufhin gegen diesen ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde.<\/p>\n<p>Die TBL ist auch im deutschsprachigen Raum nicht nur ein Ph\u00e4nomen sozialer Netzwerke, wenngleich sie dort auf besonders fruchtbaren Boden f\u00e4llt. Die Narration der TBL entspringt gr\u00f6\u00dftenteils popkulturellen Repr\u00e4sentationen<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> und tr\u00e4gt sich nach dem Motto \u201ethe street scripts the screen and the screen scripts the street\u201d<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> \u00fcber diese weiter fort. Sucht man auf Instagram nach dem Hashtag <em><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/explore\/tags\/thinblueline\/\">#thinblueline<\/a> <\/em>ist der gr\u00f6\u00dfte Teil der rund 2,6 Millionen Beitr\u00e4ge (Stand: September 2021) dem englischsprachigen Raum zuzuordnen. Die dargestellten visuellen und intertextuellen Narrative beziehen sich mehrheitlich auf eine US-amerikanische Polizei, die sich in ihrer (digitalen) Selbstdarstellung martialisch, patriotisch und militaristisch darstellen will. Gleichzeitig fallen zahlreiche Beitr\u00e4ge mit Abbildungen von Uniformen, Waffen und Einsatzfahrzeugen sowie klassische heteronormative Gender-Darstellungen auf. Muskeln, sexualisierte weibliche K\u00f6rper, Waffen und Blaulicht bilden hier einen popkulturellen Querschnitt, der an Musik-Videos, Videospiele und Actionfilme erinnert. Diese Beitr\u00e4ge adressieren durch gleichzeitige Nutzung weiterer Hashtags wie <em>#police, #bluelivesmatter, #policewoman, #(thin)bluelinefamliy, #backtheblue, #firstresponders<\/em> und <em>#k9 <\/em>einen erweiterten blaulichtaffinen Nutzer*innenkreis. Das Netzwerk aus Beitr\u00e4gen mit <em>#thinblueline <\/em>scheint zum Gro\u00dfteil aus Supporter*innen und Fans einer \u201athin blue line family\u2019 zu bestehen, in der etwa \u201alaw enforcement wives\u2019, also Ehefrauen von Polizisten, welche die Vulnerabilit\u00e4t und polizeiliche Identit\u00e4t ihrer Ehem\u00e4nner verhandeln und dabei die Mottos \u201aback the blue\u2019 und \u201ahold the line\u2019 durch ihre eigene Selbstaufopferung als Dienst an der Gesellschaft kommunizieren und \u00e4sthetisieren. Durch den <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/simplyblesseddesignsbyt\/\">Verkauf von Fanartikeln<\/a> wie Tassen, Armb\u00e4ndern und T-Shirts wird die TBL zus\u00e4tzlich popkulturell aufgeladen, aus dem Internet in den physischen Raum getragen und erm\u00f6glicht Nutzer*innen, andere Mitgliedern der \u201athin blue line family\u2019 finanziell zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Zieht man das Analyseraster auf Instagram enger und fokussiert auf deutschsprachige Beitr\u00e4ge mit TBL-Bezug, finden sich neben Fotos von Einsatzwagen im Sonnenuntergang sowie mit Pathos belegte Heldendarstellungen und Solidarit\u00e4tsbekundungen mit der Arbeit von Einsatzkr\u00e4ften, vor allem <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CKqTwhOK7ze\/\">Fotos (meist uniformierter) Mitglieder der BOS und Strafverfolgung<\/a>, wobei Accounts der abgelichteten Personen in der Regel verlinkt sind. Auch Beitr\u00e4ge von <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/B53bt-PK1sO\/\">Interessenverb\u00e4nden deutscher Polizist*innen<\/a> tauchen gelegentlich unter dem Hashtag auf. In diesen Bereich fallen auch immer wieder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/tagebucheinerpolizistin\/\">private Accounts von Polizist*innen<\/a>, die in manchen F\u00e4llen in ihren Profilbeschreibungen oder Profilnamen TBL-Bez\u00fcge herstellen und vereinzelt sogar <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CMpmbU8lyl8\/\">Beitr\u00e4ge mit erkennbaren Patches auf der Uniform<\/a> posten. Auch diese Accounts werden h\u00e4ufig von den nieders\u00e4chsischen Instacops abonniert oder in ihren Beitr\u00e4gen markiert.<\/p>\n<p>Ein besonders deutliches Beispiel f\u00fcr die Verwobenheit von TBL und Popkultur sind <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/polizeimemes\/\">polizeiliche Memeseiten<\/a>, die polizeiliches Alltagserleben in humoristischen H\u00e4ppchen servieren, <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CKGgEaannvD\/\">politisch kommentieren<\/a> oder ihren Abonnent*innen ein affektives Orientierungsangebot zu Verf\u00fcgung stellen. Ob als kritisches Framing der Polizei, das <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CIX4HbjBAuF\/\">selbstironisch \u00fcbernommen<\/a> wird, oder ob ein <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/COTFMubqAEI\/\">virales Video von Polizist*innen nachgestellt<\/a> wird oder die \u201aGang\u2018 Polizei mit TBL-Symbol unterlegt (das passende Motiv gibt\u2018s logischerweise auch im eigenen <a href=\"https:\/\/polizeimemesshop.de\/collections\/startseite-bekleidung\/products\/our-gang-is-bigger-than-yours-t-shirt\">Shop<\/a>) <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CHH98Qqh_Kk\/\">auftaucht<\/a>\u2013 die Darstellung in Memes irritiert das g\u00e4ngige Bild von humorlosen Ordnungsh\u00fcter*innen und suggeriert stattdessen eine aufregende und identit\u00e4tsstiftende Subkultur voller Selbstironie. In diesem Kontext tauchen Hashtags wie <em>#polizei, #blaulicht, #blausilber<\/em> und <em>#blaulichtfamilie<\/em> in Kombination mit der TBL auf, die eine breitere Interessengemeinschaft adressieren, w\u00e4hrend Hashtags wie #<em>wirf\u00fcreuch, #sicherf\u00fcrdich<\/em>, oder <em>#polizistmensch <\/em>auf das eigene polizeiliche Rollenverst\u00e4ndnis hinweisen.<\/p>\n<p>Die TBL ist aber nicht nur ein Ph\u00e4nomen im Kontext privater Accounts, sondern taucht auch immer wieder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CP-xjwXBNK1\/\">auf offiziellen Accounts<\/a> in Kombination mit den oben genannten Hashtags auf. Im Falle der nieders\u00e4chsischen Polizeiaccounts ist dabei festzustellen, dass die TBL etwas zur\u00fcckhaltender verwendet wird als bei anderen offiziellen oder privaten Accounts und \u00fcberwiegend neben Hashtags wie <em>#instacops<\/em> oder <em>#communitypolicing <\/em>erscheint. Neben der Verwendung durch mehrere nieders\u00e4chsische <em>Instacops<\/em>, taucht der Hashtag auch unsystematisch auf anderen <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CHp28qYJSq6\/\">offiziellen Accounts der Polizei Niedersachsen<\/a> auf, wobei der Hashtag oft in keinem direkt sichtbaren Zusammenhang zum visuell Dargestellten steht \u2013 abgesehen von der Tatsache, dass Polizist*innen abgebildet sind. Ein <em>Instacop<\/em> postete zwar Beitr\u00e4ge, die das TBL-Symbol direkt abbildeten, l\u00f6schte diese und weitere Beitr\u00e4ge mit TBL-Bezug aber im M\u00e4rz 2021 kommentarlos und entfernte TBL-Hashstags aus allen Beitr\u00e4gen. Sonstige visuelle Referenzen abseits des Hashtags finden sich vor allem in <a href=\"https:\/\/res.cloudinary.com\/teepublic\/image\/private\/s--LImRfIif--\/t_Preview\/b_rgb:484849,c_limit,f_jpg,h_630,q_90,w_630\/v1495149774\/production\/designs\/1608524_2.jpg\">schwarz-blau-schwarzen Farbgebungen von Emojis <\/a>(beispielsweise \u26ab\ufe0f\ud83d\udd35\u26ab\ufe0f oder \ud83d\udda4\ud83d\udc99\ud83d\udda4). Dar\u00fcber hinaus werden Bez\u00fcge und Sympathien durch <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CFxMoQohJcO\/\">Markierungen von privaten Accounts<\/a> oder von <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CK6HMeEKdGF\/\">Polizist*innen und Unterst\u00fctzer*innen<\/a>, die sich offen auf ihren Accounts mit der TBL assoziieren, genauso deutlich wie dadurch, dass mehrere <em>Instacops<\/em> (teilweise regelm\u00e4\u00dfig) Beitr\u00e4ge oder<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CP3XMmwByt7\/\"> Fotos von diesen privaten Accounts featuren oder reposten<\/a> und\/oder ihre Profile durch diese markieren lassen. Eine der nieders\u00e4chsischen <em>Instacops<\/em> tritt zudem als <a href=\"https:\/\/polizistmensch.de\/2020\/12\/gedanken-einer-polizistin-manches-kriegt-man-weggepackt-manche-aengste-bleiben\/\">Gastautorin in einem Blog<\/a> von Polizeiunterst\u00fctzer*innen mit TBL-Bezug auf, der \u201ePolizistmensch\u201c hei\u00dft.<\/p>\n<h4>Die Nutzbarmachung der Thin Blue Line<\/h4>\n<p>Im Rahmen des DCPs werden polizeiliche Narrative der TBL mit einem b\u00fcrger*innennahen Selbstverst\u00e4ndnis der nieders\u00e4chsischen Instacops in Einklang gebracht. Wieso aber provoziert der Hashtag #thinblueline keine Irritationen, wenn er beispielsweise in einem <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CHKUiZhlOqF\/\">Post<\/a> einer niedlich wirkenden Kinderzeichnung von einem Polizeiauto die Br\u00fccke zum TBL-Grundverst\u00e4ndnis der Polizei als notwendige Bedingung f\u00fcr eine funktionierende zivilisierte Gesellschaft schl\u00e4gt? Denn obwohl die Instacops haupts\u00e4chlich visuell ansprechende Beitr\u00e4ge generieren, erscheint die Narration der TBL dieser Bildsprache zun\u00e4chst zu widersprechen: Schlie\u00dflich verbindet sie mit der Verwendung des Hashtags einen militant anmutenden visuellen Diskurs aus dem US-amerikanischen Kontext mit der digitalen \u00d6ffentlichkeitsarbeit deutscher Polizeibeh\u00f6rden. Damit reproduzieren die Instacops implizit die Bedeutungen der TBL, normalisieren ihr Weltbild und aktualisieren das dahinterliegende Narrativ in ihrer offiziellen Beh\u00f6rdenkommunikation. Harmlos und unscheinbar wirkende Bebilderungen in Kombination mit anderen (nicht-polizeilichen) Hashtags wie #danke, #allaboutme oder #instadaily verst\u00e4rken diesen Effekt, tragen zur Etablierung der TBL im digitalen Raum auch unter deutschen Polizist*innen bei und verschleiern die zugrundeliegenden Wertevorstellungen der TBL.<\/p>\n<p>Beim DCP werden bestehende, internationale polizeiliche Netzkulturen<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> aktiviert, die im digitalen Nahbereich des Hashtags #thinblueline verr\u00e4umlicht sind. Damit werden die Instacops anschlussf\u00e4hig f\u00fcr ein breiteres Publikum und einen erweiterten blaulichtaffinen Nutzer*innenkreis. Die Polizei Niedersachsen scheint den Hashtag folglich auch mit der Absicht zu verwenden, die Reichweiten ihrer Beitr\u00e4ge auf Instagram erh\u00f6hen zu wollen.<\/p>\n<h4>Die digitale Konstruktion von Menschlichkeit<\/h4>\n<p>Doch Verbindungen zwischen den Selbstverst\u00e4ndnissen von TBL und b\u00fcrgernahen Instacops werden nicht nur aufgrund eines gemeinsamen Hashtags deutlich, sondern auch durch eine konzeptionelle \u00dcberschneidung eines Selbstverst\u00e4ndnisses: Durch die Konstruktion einer polizeilichen Menschlichkeit und aktive Bezugnahme auf diese. Sie wird zum Teil durch einen detaillierten Einblick in innerpolizeiliche Prozesse, Gef\u00fchlswelten und Sinnstrukturen hergestellt und manifestiert sich auch im viel genutzten Hashtag #polizistmensch. Innenwelten der Polizei, in die Instacops ihre Follower*innen mit exklusiven Einblicken einladen wollen, wurden von Rafael Behr als Cop Culture beschrieben. Sie setzt einen Kontrapunkt zum formal regulierten polizeilichen Handeln:<\/p>\n<p>\u201eCop Culture vermittelt zwischen innen und au\u00dfen und stellt Sinndeutungen zur Verf\u00fcgung, die das Leben an der Grenze zwischen der heilen Welt und der Welt des Verbrechens und der Gefahr ausdeuten. Polizisten halten die Wirren und Spannungen ihres Dienstes aus, weil sie sich als Verteidiger einer guten Ordnung sehen, deren Zentrum bzw. Idealtypus die Organisation (Familie) Polizei ist. Cop Culture ist vor allem eine Homogenit\u00e4tskultur, die sich auf die Gemeinschaft bezieht, die innerhalb eines \u00e4u\u00dferen \u2018Systems\u2019 existiert. Wahrscheinlich ist der Kern der Verbundenheit dieser Gemeinschaft die \u2018Gefahr\u2019\u201d.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Zitat direkte Bez\u00fcge zum Weltbild der TBL verdeutlicht, kann das Konzept der Cop Culture an unsere Beobachtung angeschlossen werden, dass im Rahmen des DCPs polizeiliche Netzkulturen auf Instagram aktiviert werden. Sie vermitteln polizeiliche Markenwerte wie Loyalit\u00e4t, Familiarit\u00e4t und das Band einer Gefahrengemeinschaft. Durch die gegenseitige Bezugnahme der einzelnen Accounts aufeinander, die polizeiliche Werte- und Normvorstellungen in digitalen Interaktionen live erlebbar machen, erweckt die Polizei den Eindruck, menschlich und teamorientiert zu sein. Daf\u00fcr werden Ressourcen und Narrative der <em>Cop Culture <\/em>mobilisiert, zu denen sich auch die Narrative der TBL z\u00e4hlen lassen, um das formale, beh\u00f6rdliche Image der Polizei zu kontrastieren.<\/p>\n<p>In diversen Posts der Instacops l\u00e4sst sich das polizeiliche Selbstverst\u00e4ndnis der TBL ablesen, obwohl sich die Polizei Niedersachsen explizit als b\u00fcrgernah, menschlich und ansprechbar versteht. Besonders plastisch wird diese Beobachtung in einem w\u00fctenden Silvesterpost der nieders\u00e4chsischen Streifenpolizistin und Instacop Isabella Harms,<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> indem sie Angriffe auf Rettungskr\u00e4fte an Silvester problematisiert. Sie schreibt dort unter anderem: \u201eIch lade euch ein, ein paar Schritte weiter zu denken: Wir Polizisten werden alle arbeitslos, weil ihr es euch so w\u00fcnscht. \u00dcberall wird Kriminalit\u00e4t herrschen und es wird der Satz \u201asurvival of the fittest\u2019 gelebt\u201d. Der Angriff auf Polizei- und Rettungskr\u00e4fte wird als Angriff auf die Zivilisation selbst erz\u00e4hlt. Wenn die Anwesenheit der Polizei nicht erw\u00fcnscht ist, ist das gleicherma\u00dfen ein Angriff auf die Ordnung selbst. Das Argument folgt in der Hinsicht jener Logik von TBL, in der die Polizei eine zentrale Stellung f\u00fcr die Herstellung der humanistischen zivilisierten Grundordnung einnimmt. W\u00e4hrend nicht nur Harms eigenes Selbstverst\u00e4ndnis als Streifenpolizistin deutlich wird, kristallisiert sich au\u00dferdem ein weiterer Aspekt von Menschlichkeit heraus, der zentral f\u00fcr die Social-Media-Strategie der nieders\u00e4chsischen Polizei ist: Isabella Harms kann auf Instagram ihre Wut eindr\u00fccklich und pers\u00f6nlich vortragen. Auch dabei spielt Menschlichkeit eine Rolle, weil sie damit einen Stil praktiziert, der an den instagramspezifischen, affektorientierten Kommunikationsstil angepasst ist. Sie tritt als polizeiliche Markenpers\u00f6nlichkeit auf und tr\u00e4gt mit ihren pers\u00f6nlichen \u00c4u\u00dferungen und Wertungen zu ihrer koh\u00e4renten Pers\u00f6nlichkeitsinszenierung bei. Angelehnt an den Stil von Influencer*innen tritt sie als emotionale Figur auf, um Authentizit\u00e4t und somit Vertrauen in die Polizei als Organisation zu generieren. Auch andere <em>Instacops<\/em> inszenieren sich in dieser Doppelrolle und <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CH0UGrdhHK8\/\">zeigen sich etwa halb uniformiert, halb zivil<\/a>. Auch ein kurzes <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/reel\/CJB2GboKscU\/\">Video<\/a> mit der Bildunterschrift \u201eCops are human, too\u201c ist zu finden, im Hintergrund l\u00e4uft passend: \u201eWe\u2019re only human, after all\u201c von Rag\u2019n\u2019Bone Man.<\/p>\n<p>Die \u00dcberbetonung polizeilicher Menschlichkeit ist au\u00dferdem konstitutives Element der TBL um die Fragilit\u00e4t der guten Ordnung darzustellen: Denn wenn die gute Ordnung und damit auch Polizist*innen nicht konstant bedroht und angegriffen w\u00fcrden, w\u00e4re die polizeiliche Stabilisierung dieser Ordnung nicht so gef\u00e4hrlich und risikobehaftet. Au\u00dferdem w\u00fcrde das Kernanliegen der Polizei delegitimiert werden, weil die Notwendigkeit und Dringlichkeit polizeilicher Interventionen untergraben w\u00fcrde.Die TBL baut folglich auf polizeiliche Verletzbarkeit auf, weil Polizist*innen konstant unter der stetigen Belastung stehen, die herrschende Ordnung zu verteidigen und dadurch Verletzungen davontragen, die auf Instagram ausschnitthaft <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CJdK2QeBBDL\/\">offen zur Schau gestellt werden<\/a>. Nicht umsonst ist die TBLSymbol f\u00fcr die <em>Blue-Lives-Matter<\/em>-Bewegung in den USA, f\u00fcr die das Gedenken an im Dienst verstorbene Polizist*innen zentral ist.<\/p>\n<p>Auf Instagram spiegelt sich eine Mentalit\u00e4t des \u201awir halten unsere Knochen f\u00fcr euch hin\u2018 wieder. Sie materialisiert sich besonders im Hashtag <em>#sicherf\u00fcreuch<\/em>, der sich w\u00e4hrend der Corona-Pandemie etabliert hat. Er konkretisiert die Mentalit\u00e4t, dass polizeiliche Aktivit\u00e4t sich immer einer Gefahr \u201ada drau\u00dfen\u2018 aussetze und somit immer eine Opferbereitschaft der individuellen Beamt*innen erfordere. Die Polizei selbst kompromittiert ihre eigene Sicherheit, um die Sicherheit f\u00fcr die hegemoniale Mehrheitsgesellschaft herzustellen. Dabei ist sie verletzlich, weil sie sich dem Risiko, f\u00fcr das \u00fcbergeordnete Ziel selbst Schaden zu nehmen, aussetzt.<\/p>\n<p>Die Inszenierung von Menschlichkeit funktioniert auf Instagram auch als Immunisierungsstrategie, weil zur scheinbar menschlichsten aller Eigenschaften gleicherma\u00dfen Fehlverhalten geh\u00f6rt: Polizeigewalt und strukturelle Ungleichbehandlung durch polizeiliches Handeln kann so entweder abgewehrt (\u201eWir k\u00f6nnen auch nicht alles richtigmachen\u201c) oder als individualisiertes Versagen und \u201aAusrutscher\u2019 konstruiert werden (\u201eJeder macht mal Fehler\u201c). Menschlichkeit scheint Gewaltfreiheit zu implizieren und zielt darauf ab, die Vorw\u00fcrfe von polizeilichen \u00dcbergriffen und Gewaltexzessen als unplausibel zu markieren.<\/p>\n<h4>Schlussfolgerungen<\/h4>\n<p>Im vorliegenden Beitrag haben wir er\u00f6rtert, welche Bedeutungen der Hashtag #thinblueline im Kontext der nieders\u00e4chsischen Instacops entfaltet. Grundlegend ist die Beobachtung, dass sich polizeiliche Kommunikation in sozialen Netzwerken in Form, Stil und Inhalt stark von herk\u00f6mmlicher institutioneller \u00d6ffentlichkeitsarbeit unterscheidet. Speziell auf Instagram ist eine Fokussierung auf visuelle Darstellungen zu beobachten, die neue Bezugsr\u00e4ume schafft und polizeiliche Selbstdarstellung durch das Visuelle in den Mittelpunkt r\u00fcckt.<\/p>\n<p>Die Personalisierung der nieders\u00e4chsischen Instacops, welche als Markenbotschafter*innen f\u00fcr die Polizei auftreten und sich im plattformtypischen Stil an die Bildsprache von Influencer*innen anlehnen, schafft einen Verbindungspunkt zwischen beh\u00f6rdlicher Kommunikation und popkulturellen Narrativen. Wie sich am Beispiel der TBL nachvollziehen l\u00e4sst, erhalten Nutzer*innen der Plattform Instagram dadurch einen Einblick in eine sonst weitgehend vertrauliche und nicht-\u00f6ffentliche Cop Culture, die sich in Beitr\u00e4gen polizeilicher Netzkulturen ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Die TBL kann dabei als verbindende Linie zwischen diesen polizeilichen Netzkulturen auf Instagram gelesen werden, die sich im Kontext der Verschmelzung von polizeilicher \u00d6ffentlichkeitsarbeit mit popkultureller Organisationskultur materialisiert. \u00dcber den Hashtag <em>#thinblueline<\/em>wird eine <em>ingroup<\/em> an Personen geformt, die f\u00fcr die Produktion von Sicherheit verantwortlich sind (oder sich daf\u00fcr verantwortlich f\u00fchlen), sich entlang geteilter Norm- und Wertvorstellungen verhalten (oder sich entsprechend inszenieren) und eine gemeinsame visuelle \u00c4sthetik teilen. \u00dcber kollektive polizeiliche Netzkulturen spannt der Hashtag globale Verbindungen zu anderen nationalen Polizeiverst\u00e4ndnissen, die sich durch starke Heterogenit\u00e4t auszeichnen. Der Hashtag <em>#thinblueline <\/em>f\u00fchrt sie im Team Polizei zusammen und schafft eine kollektiv rezipierbare Sprache und Symbolik.<\/p>\n<p>Wir konnten Spuren der TBL nachzeichnen, die von der US-amerikanischen <em>Blue-Lives-Matter-<\/em>Bewegung \u00fcber deutsche Polizeigewerkschaften bis hin zu den nieders\u00e4chsischen <em>Instacops<\/em> reichen. Die TBL fungiert dabei auch als trennende Linie, die klare Gegen\u00fcberstellungen enth\u00e4lt, welche die Bev\u00f6lkerung in diejenigen unterteilt, die ein Recht auf Sicherheit haben, und in diejenigen, die es nicht haben, da sie selbst als potentielle Gef\u00e4hrdungsfiguren einer abstrakten Zivilisationskonzeption identifiziert werden. Die rassistischen, ableistischen, heteronormativen, sexistischen und auf Klassenverh\u00e4ltnisse bezogenen Implikationen, die mit einer derartigen Aufteilung in \u201aunzivilisiert versus zivilisiert\u2019 einhergehen, halten durch die Verwendung des Hashtags <em>#thinblueline <\/em>nicht nur Einzug in polizeiliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit im digitalen Raum, sondern tragen auch aktiv zu deren Normalisierung und Etablierung bei, was wiederum durch die begrenzte Rechtsdurchsetzung im digitalen Raum beg\u00fcnstigt wird.<\/p>\n<p>Die von uns beobachteten L\u00f6schungen von Instagrambeitr\u00e4gen mit TBL-Bezug einer nieders\u00e4chsischen Instacop deuten zwar auf ein wachsendes Problembewusstsein innerhalb der Polizei hin, tasten aber das dahinterliegende Problem nicht an. Das nachtr\u00e4gliche L\u00f6schen von oder der zuk\u00fcnftige Verzicht auf TBL-Hashtags sowie der damit verbundenen visuellen und intertextuellen Referenzen kann nur eine kosmetische Behandlung des offiziellen Kommunikationsangebots der Polizei Niedersachsen auf Instagram darstellen. Die dahinterliegenden Wertevorstellungen und Weltbilder der d\u00fcnnen blauen Linie lassen sich jedoch nicht so leicht aus den K\u00f6pfen der Beamt*innen streichen.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Im Rahmen des Forschungsprozesses fand in der Gruppe eine Auseinandersetzung mit Vorf\u00e4llen sexualisierter Gewalt statt. Wir haben dazu eine Stellungnahme formuliert, die hier einzusehen ist: <a href=\"https:\/\/forschungsgruppeinstacops.wordpress.com\/statement\">https:\/\/forschungsgruppeinstacops.wordpress.com\/statement<\/a><\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 s. dazu:Nymoen, O.; Schmitt, W.M.: Influencer \u2013 Die Ideologie der Werbek\u00f6rper, Berlin 2021<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 s. dazu: Jin, S. V.; Muqaddam, A.; Ryu, E.: Instafamous and Social Media Influencer Marketing, in: Marketing Intelligence &amp; Planning 2019, H. 5, S. 567-579<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 vgl. Polizei Niedersachsen: Digitales Community Policing, online v. 9.6.2021<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Polizei Niedersachsen: Strategie 2027, onlinev. 6.7.2020<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hasselmann, M.: Polizei Niedersachsen Strategie 2027. Die Zukunft hat bereits begonnen, in: proPOLIZEI 2019, H. 6, S. 16 f. (17)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Lindenau, K.: Editorial, in: proPOLIZEI 2018, H. 2, S. 3<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Pichl, M.: Polizei und Rechtsstaat: \u00dcber das Unverm\u00f6gen, exekutive Gewalt einzuhegen, in: Loick, D. (Hg.): Kritik der Polizei, Frankfurt\/M; New York 2018, S. 101\u201317 (114)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Auch Mitglieder von Bundeswehr, Rettungsdiensten, Zoll, Ordnungsdienst und Feuerwehr nutzen den <em>#thinblueline<\/em> auf Instagram. Private Sicherheitsfirmen greifen auf den <em>#privateblueline<\/em> zur\u00fcck, Mitglieder der Feuerwehr verwenden ihn in Anlehnung als <em>#thinredline<\/em>.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>vgl. Linnemann, T.; Medley, C.: Fear the monster! Racialized violence, sovereign power and the thin blue line, in: Lee, M.; Mythen, G. (Hg.): The Routledge International Handbook on Fear of Crime, New York; Abingdon 2018, S. 65-81 (68f)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Wall, T.: The police invention of humanity: Notes on the \u2018thin blue line\u2019, in: Crime Media Culture 2020, H. 3, S. 319-336 (321)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0\u00a0 vgl. ebd. (324)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>\u00a0\u00a0 vgl. ebd. (323)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>\u00a0\u00a0 Braun, S.: Thin Blue Line \u2013 Symbol f\u00fcr Solidarit\u00e4t mit der Polizei.GdP schlie\u00dft sich der Aktion an, in: Deutsche Polizei 2019<em>, <\/em>H. 2, S. 18<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>\u00a0\u00a0 Gewerkschaft der Polizei: \u00dcber 100 Kolleginnen und Kollegen bei der Mitgliederversammlung der GdP-Kreisgruppe Dortmund mit Jubilarehrung, online v. 20.11.2015<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>\u00a0\u00a0 ebd.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>\u00a0\u00a0 Kurtz, D. L.; Colburn, A.: Police Narratives as Allegories that Shape Police Culture and Behaviour, in: Fleetwood, J.; Presser, L.; Sandberg, S.; Ugelvik, T. (Hg.): The Emerald Handbook of Narrative Criminology, Bingley 2019, S. 321-41 (329f)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>\u00a0\u00a0 Hayward, K.; Young, J.: Cultural Criminology: Some Notes on the Script, in: Theoretical Criminology 2004, H. 3, S. 259-273 (259)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>\u00a0\u00a0 Unter Netzkulturen verstehen wir lose Sozialzusammenh\u00e4nge im digitalen Raum, die informelle Normen, Werte und spezifische \u00c4sthetiken teilen. Sie sollten nicht als feste Gruppen gedacht werden, sondern vielmehr als interessensgeleitete Vernetzungen \u00e4hnlicher Accounts, Hashtags und Inhalte.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a>\u00a0 Behr, R.: Polizeikultur. Routinen \u2013 Rituale \u2013 Reflexionen. Bausteine zu einer Theorie der Praxis der Polizei, Wiesbaden 2006, S. 40<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a>\u00a0\u00a0 Der Beitrag vom 4.Januar 2020 wurde gemeinsam mit dem Account von Isabella Harms gel\u00f6scht, liegt den Autor*innen aber offline vor.<\/h6>\n<h3>Beitragsbild: Bildrechte am Original Montecruz Foto nach (CC BY-SA 2.0), Ver\u00e4nderungen durch die Forschungsgruppe Instacops<\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Forschungsgruppe Instacops[1] Die Polizei Niedersachsen betreibt unter dem Hashtag #instacops personalisierte Accounts auf Instagram.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":19642,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,131],"tags":[166,390,781,1340,1429],"class_list":["post-19615","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-cilip-127","tag-thinblueline","tag-cop-culture","tag-instacops","tag-soziale-medien","tag-thin-blue-line"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19615","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19615"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19615\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/19642"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}