{"id":2037,"date":"1999-12-20T12:37:39","date_gmt":"1999-12-20T12:37:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?p=2037"},"modified":"1999-12-20T12:37:39","modified_gmt":"1999-12-20T12:37:39","slug":"it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=2037","title":{"rendered":"It takes a village to prevent a crime. Community Policing in den USA [1]"},"content":{"rendered":"<h3>von Albrecht Funk<\/h3>\n<p><b>Was immer man auch unter &#8222;Community Policing&#8220; verstehen mag, sicher ist, da\u00df aus einer Philosophie einiger Polizeitheoretiker und -praktiker in den 80er Jahren eine breite Reformbewegung erwachsen ist. Bereits 1994 gaben in einer Umfrage 42% der befragten Polizeichefs an, CP zu betreiben.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn2\" name=\"fnverweis2\">[2]<\/a> Die Zahl hat in der Zwischenzeit noch betr\u00e4chtlich zugenommen. <\/b><\/p>\n<p>Der &#8222;Violent Crime Control and Law Enforcement Act&#8220; der Clinton-Regierung zielte auf die Ver\u00e4nderung der traditionellen polizeilichen Verbrechensbek\u00e4mpfung, indem das eigens eingerichtete &#8222;Office of Community Oriented Policing Services (OCOPS)&#8220; die Finanzierung von 100.000 Stellen bei den lokalen Polizeien in Aussicht stellte. Im Mai 1999 konnte das Department of Justice stolz vermelden, da\u00df das B\u00fcro gerade die 100.000. Stelle eines &#8222;community policing officer&#8220; bewilligt habe.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn3\" name=\"fnverweis3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt benennt der Begriff des Community Policing (CP) eine Banalit\u00e4t. In den USA wurde die Aufrechterhaltung der \u00f6ffentlichen Sicherheit und Ordnung im Alltag nie als eine staatliche Funktion verstanden.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn4\" name=\"fnverweis4\">[4]<\/a> Zust\u00e4ndig f\u00fcr die Polizei sind die St\u00e4dte, Counties und Gemeinden. In den Kommunen, nicht auf der Ebene der Bundesstaaten oder gar der Federal Government, entscheidet sich deshalb letztendlich, in welcher Weise Polizei organisiert wird und an welchen Handlungskonzepten diese sich ausrichtet. Generalisierungen \u00fcber polizeiliches Handeln sind aus diesem Grunde nur schwer m\u00f6glich. Community Policing bedeutet Unterschiedliches selbst in sozio-\u00f6konomisch vergleichbaren Kommunen. Kaum ein Polizeichef, B\u00fcrgermeister oder Sheriff in Idaho vers\u00e4umt es zwar heute, von &#8222;community orientation&#8220;, &#8222;neighborhood control&#8220; oder &#8222;problem-oriented policing&#8220; zu reden. Doch sie verfolgen sehr unterschiedliche, h\u00e4ufig sogar diametral entgegengesetzte Ziele. In ihrem Versuch, m\u00f6glichst alle Polizeien mit ihrem &#8222;100.000 Beamte auf die Stra\u00dfe&#8220;-Programm anzusprechen, vermeidet das OCOPS deshalb auch jede konkrete Bestimmung des Konzepts und umschreibt Community Policing statt dessen blumig-allgemein als eine neue &#8222;policing philosophy designed to reduce crime and disorder in communities by fostering trust, respect, and collaboration between police officers and citizens&#8220;.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn5\" name=\"fnverweis5\">[5]<\/a><!--more--><\/p>\n<p>Die Frage ist nur, wodurch konkret mehr Vertrauen, Respekt und Zusammenarbeit geschaffen werden sollen. Durch ein koh\u00e4rentes B\u00fcndel von Zielen, umzusetzen etwa durch eine Reform von Organisation, Ausbildung und Einsatzkonzeption der Polizei, lassen sich die vielf\u00e4ltigen CP-Projekte nicht beschreiben. Was die diversen Projekte und Konzepte eint, ist zum einen die Kritik am traditionellen Policing &#8211; der professionell-polizeilichen Verbrechensbek\u00e4mpfung &#8211; und zum anderen der Bezug auf eine notwendige Reorientierung der Polizei auf die Bed\u00fcrfnisse der Kommunen und ihrer B\u00fcrgerInnen. Die Handlungsmuster und Organisationskonzepte, welche in dieser Diskussion auftauchen, kreisen um vier thematische Schwerpunkte. Skogan\/Harnett, haben sie in ihrer exemplarischen Untersuchung der Chicagoer Reformbem\u00fchungen in vier allgemeinen Prinzipien des CP zusammengefa\u00dft.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn6\" name=\"fnverweis6\">[6]<\/a><\/p>\n<h4>Dezentralisierung der Polizeiarbeit<\/h4>\n<p>In der amerikanischen Polizeidiskussion besteht heute Konsens dar\u00fcber, da\u00df eine fl\u00e4chendeckende Kontrolle des Raumes durch Streifenwagen und eine m\u00f6glichst schnelle Reaktion auf Notrufe kaum zu einer effizienteren Verbrechenskontrolle beitr\u00e4gt.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn7\" name=\"fnverweis7\">[7]<\/a> Im Gegenteil, der R\u00fcckzug aus den alten Revieren, die zunehmende Abschlie\u00dfung und Zentralisierung polizeilicher Entscheidungsprozesse und die Delegation von Aufgaben von oben nach unten hat in vielen &#8222;neighborhoods&#8220; zu einer viel beklagten Kluft zwischen Polizei und B\u00fcrgerInnen gef\u00fchrt.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn8\" name=\"fnverweis8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Versuche, die Kommunikation zwischen B\u00fcrgerInnen und PolizistInnen durch eine Reorganisation des schutzpolizeilichen Einzeldienstes zu erleichtern, geh\u00f6ren deshalb zum festen Bestandteil aller CP-Programme. Sie reichen von Kontaktbereichen bis hin zu weitreichenden Bem\u00fchungen, die zentral gesteuerten Streifenwageneins\u00e4tze zu ersetzen durch ein &#8222;neighborbood policing&#8220;: In den mit Hilfe der BewohnerInnen definierten &#8222;neighborhoods&#8220; sollen die Beamten vor Ort weitgehend selbstbestimmt Priorit\u00e4ten setzen k\u00f6nnen.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn9\" name=\"fnverweis9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Unstrittig ist dar\u00fcber hinaus, da\u00df die neuen Kommunikationstechnologien es erlauben, Informationsaustausch und -beschaffung auf das &#8222;customer-contact level&#8220; zur\u00fcckzuverlagern. Sie erlauben es B\u00fcrgerInnen wie der Polizeif\u00fchrung, zu jeder Zeit mit den &#8222;beat officers&#8220; vor Ort in Verbindung zu treten. Laptops &#8211; ausger\u00fcstet mit Stadtpl\u00e4nen, Revierinformationen und allen notwendigen Formularen &#8211; erm\u00f6glichen ein &#8222;automated field reporting&#8220; von jedem beliebigen Ort aus. W\u00e4hrend Telefon, Automobil und Zentralcomputer in den letzten Jahrzehnten zentrale Entscheidungsfindung und Aufgabenerledigung gef\u00f6rdert haben, erm\u00f6glichen nun die neuen Mikrosysteme eine R\u00fcckverlagerung von Entscheidungsprozessen, ohne da\u00df dies zu einem Verlust an Informationen und Kontrolle in der Organisation f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ob durch Community Policing jedoch Hierarchien abgebaut werden und den PolizistInnen vor Ort mehr Entscheidungsgewalt zugesprochen wird, ist fraglich. In keinem mir bekannten Fall umfa\u00dft die Reform die gesamte Organisation &#8211; auch in dem von Skogan\/Harnett hoch gelobten Chicagoer Beispiel werden die Kriminalpolizei und andere zentrale Einrichtungen ausgespart.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn10\" name=\"fnverweis10\">[10]<\/a> Vielfach wird nur eine &#8222;neighborhood police&#8220; der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert, ohne da\u00df es zu einer Integration der neuen Stellen in den schutzpolizeilichen Normalbetrieb kommt.<\/p>\n<h4>Problem-oriented Policing (POP)<\/h4>\n<p>POP bezieht sich auf die einfache Erkenntnis, da\u00df immer wiederkehrende Vorkommnisse, mit denen die Polizei zu tun hat, h\u00e4ufig auf die gleiche Ursache zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Anstatt Feuerwehr zu spielen, komme es deshalb darauf an, so Herman Goldstein in einem der meist zitierten Aufs\u00e4tze zum CP, die Faktoren ausfindig zu machen, welche zu immer wiederkehrenden Eins\u00e4tzen f\u00fchren.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn11\" name=\"fnverweis11\">[11]<\/a> Ausdruck findet die neue Problemorientierung in zwei sehr unterschiedlichen Strategien: Zum einen in der kriminalgeographischen Erfassung und Analyse von &#8222;hot spots&#8220;, d.h. von Problembereichen aller Art &#8211; sei es eine Anh\u00e4ufung von Raubtaten, Klagen \u00fcber Drogenhandel, Bel\u00e4stigung von Passanten durch Obdachlose und Alkoholiker oder die Klagen \u00fcber jugendliche Gangs.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn12\" name=\"fnverweis12\">[12]<\/a> Das rigoroseste &#8222;hot spot&#8220;-policing hat der fr\u00fchere Police Chief William Bratton in New York eingef\u00fchrt, der mit seinen inzwischen kommerziell genutzten Computerstatistiken (COMPSTAT\u00a9) die Revierleiter zum Durchgreifen antrieb.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn13\" name=\"fnverweis13\">[13]<\/a><\/p>\n<p>Zum anderen erwachsen aus POP Versuche, durch die Kombination polizeilicher Mittel und den Ressourcen anderer kommunaler Instanzen Ordnungsprobleme zu l\u00f6sen und Straftaten zu verhindern.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn14\" name=\"fnverweis14\">[14]<\/a> Policing wird als Gesamtauftrag aller \u00f6ffentlichen Einrichtungen verstanden. Sofern die B\u00fcrgermeisterInnen die gesamte Verwaltung zur direkten Kooperation aller \u00c4mter und Dienste verpflichten, f\u00fchrt dies &#8222;zu einer Expansion des Polizeimandats&#8220;.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn15\" name=\"fnverweis15\">[15]<\/a> Die Palette der Ma\u00dfnahmen reicht vom Erla\u00df von Halteverboten zusammen mit den Verkehrsbeh\u00f6rden, um den Drogenhandel oder das &#8222;cruising&#8220; von Jugendlichen in bestimmten Stra\u00dfen zu unterbinden, \u00fcber gerichtliche Anklagen von Besitzern leerstehender H\u00e4user, die als Drogenumschlagplatz benutzt werden, bis hin zu einem &#8222;MOM and COP&#8220;-Programm (Managing our Maternity Services with Community-Oriented Policing System), in dem Polizeibeamte schwangere Frauen in Vorsorgeprogramme des Gesundheitsdienstes vermitteln (um F\u00e4lle der Kindesvernachl\u00e4ssigung oder -aussetzung zu verhindern).<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn16\" name=\"fnverweis16\">[16]<\/a><\/p>\n<h4>B\u00fcrgerorientierte Setzung der Handlungspriorit\u00e4ten<\/h4>\n<p>Kellings und Wilsons These, da\u00df es die Bedrohungen der \u00f6ffentlichen Alltagsordnung sind, die Verbrechensangst und Unbehagen bedingen, nicht aber ein rechtlich als Delikt definierter Vorfall,<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn17\" name=\"fnverweis17\">[17]<\/a> ist heute Allgemeingut in der amerikanischen Polizeidiskussion. Sie hat Forderungen von CP-Theoretikern nach einer st\u00e4rkeren &#8222;customer orientation&#8220; gro\u00dfen Auftrieb gegeben. Diese Kundenorientierung reicht von der Einrichtung von Stellen, in denen BeamtInnen (liason officer) Kontakte zu Gesch\u00e4ftsinhabern oder Jugendgruppen pflegen, \u00fcber die Einrichtung von Nachbarschaftstreffen, auf denen Ordnungsprobleme diskutiert und Vorschl\u00e4ge gemacht werden k\u00f6nnen, bis hin zur Betreibung eines Limonadenstands als Anlaufstelle f\u00fcr B\u00fcrgerInnen in einem &#8222;Anti-crime&#8220;-Programm in Naples, Florida.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn18\" name=\"fnverweis18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>In manchen F\u00e4llen zielt Community Policing \u00fcber eine blo\u00dfe Kundenorientierung hinaus auf die aktive Mobilisierung der B\u00fcrgerInnen. Im kalifornischen San Diego werden freiwillige Helfer nicht nur f\u00fcr eine Vielzahl von Kontroll- und \u00dcberwachungsaufgaben mit herangezogen. VertreterInnen von Stadtteilinitiativen und ExpertInnen werden auch in die strategische Langzeitplanung des Polizeidepartments mit einbezogen. In Chicago haben Stadtverwaltung und Polizei den Aufbau einer &#8222;Alliance for Neighborhood Safety&#8220; aktiv gef\u00f6rdert. Ihr kommt die Rolle zu, die Initiativen von Polizei und Verwaltung in die B\u00fcrgerschaft hinein zu vermitteln.<\/p>\n<h4>Aktive Teilhabe der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger<\/h4>\n<p>Der Anspruch einiger akademischer Anh\u00e4nger des CP ist jedoch in zweierlei Hinsicht h\u00f6her gesteckt. Der Bezug auf die B\u00fcrgerInnen wird von SozialwissenschaftlerInnen, aber auch von PolitikerInnen gerne als eine neue Form der direkten demokratischen Beteiligung ausgegeben. &#8222;Community policing is democracy in action&#8220;, hei\u00dft es etwa in dem &#8222;framework of action&#8220;, welcher dem Violent Crime Control Act und der Gr\u00fcndung des OCOPS zugrunde lag.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn19\" name=\"fnverweis19\">[19]<\/a> Wie sich diese demokratische Beteiligung realisieren soll, bleibt jedoch in den Verlautbarungen des OCOPS und in den meisten akademischen Ver\u00f6ffentlichungen eine offene, scheinbar im Proze\u00df selbst zu kl\u00e4rende Frage.<\/p>\n<p>Eine pointierte, wenngleich abstrakte Antwort auf diese Frage kommt von den Kommunitaristen. Sie erwarten eine Aktivierung und Mobilisierung der B\u00fcrgerInnen durch eine radikale Reform des Criminal Justice Systems insgesamt.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn20\" name=\"fnverweis20\">[20]<\/a> Die sozialen Gemeinschaften sollen durch die Reform von Polizei und Justiz die M\u00f6glichkeit und F\u00e4higkeit direkter sozialer Kontrolle wiedergewinnen. Diese sei den sozialen Bed\u00fcrfnissen der B\u00fcrgerInnen angemessener als das abstrakte staatliche Sicherheits- und Strafprogramm. CP ist in dieser kommunitaristischen Philosophie ein Schritt hin zum &#8222;self-policing&#8220;. Gleichzeitig sollen den B\u00fcrgerInnen die rechtlichen Mittel zur\u00fcckgegeben werden, Rechtsverst\u00f6\u00dfe zu ahnden <i>(community justice)<\/i>.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn21\" name=\"fnverweis21\">[21]<\/a><\/p>\n<h4>Community Policing &#8211; Versuch einer Typisierung<\/h4>\n<p>Die vier skizzierten Schwerpunkte des CP stellen kein in sich geschlossenes Konzept dar. Zwar versuchen Akademiker und Policy-Experten gleicherma\u00dfen, ihre Ideen als in sich schl\u00fcssige Reformprogramme zu verkaufen. Faktisch stellt CP jedoch nur einen Baukasten von allgemeinen Ideen und konkreten Ma\u00dfnahmen dar, der lediglich zusammengehalten wird durch eine allgemeine Philosophie der Orientierung an den Bed\u00fcrfnissen der B\u00fcrgerInnen. Generalisierende Aussagen \u00fcber <i>das &#8222;community policing&#8220;<\/i> sind deshalb nicht m\u00f6glich. Identifizieren lassen sich jedoch sehr wohl verschiedene Typen, die unterschiedliche Elemente des CP in verschiedener Weise kombinieren. In radikaler Vereinfachung lassen sich vier Typen unterscheiden.<\/p>\n<h4>Symbolische Politik: CP &#8211; Pittsburgh Style<\/h4>\n<p>Von den B\u00fcrgermeistern ernannt (Police Chiefs der Gro\u00dfst\u00e4dte) oder sogar gew\u00e4hlt (County Sheriffs) sind die Polizeichefs direkt in die Lokalpolitik eingebunden. Die F\u00e4higkeit, polizeiliches Handeln in der Kommunalpolitik als Erfolg zu vermitteln, entscheidet \u00fcber Karrieren. Wer sich als effizienter Polizeimanager und -reformer einen Namen verschafft, wird zur begehrten Person, die von St\u00e4dten mit aktuellen Problemen (wie Los Angeles nach den Rodney King-Unruhen) oder neu gew\u00e4hlten B\u00fcrgermeistern eingekauft wird. CP ist f\u00fcr Polizeimanager zur Zeit sicherlich der wohlfeilste Artikel auf dem Markt. Wo die Suche nach einer kommunalen (republikanischen) Wertegemeinschaft die \u00f6ffentliche Diskussion bestimmt und Washington 100.000 Stellen in den Kommunen finanziert, beherrscht der CP-Jargon zwangsl\u00e4ufig polizeiliche Selbstdarstellung und Reformrhetorik.<\/p>\n<p>Faktisch haben sich jedoch die Polizei und ihr Policing in vielen St\u00e4dten und Gemeinden nicht ver\u00e4ndert. CP wird zur Aufgabe einzelner neu geschaffener Stellen: von Verbindungsoffizieren &#8211; zust\u00e4ndig f\u00fcr Jugendliche, Kinder, Alte &#8211; oder aber von einzelnen neuen Nachbarschaftsrevieren. Ansonsten bleibt die alte Polizeiorganisation und -ausbildung unangetastet. Die Resultate eines solchen CP sind zwangsl\u00e4ufig widerspr\u00fcchlich. In Pittsburgh etwa reklamiert die Polizei f\u00fcr sich, CP zu betreiben, gleichzeitig besteht eine erhebliche Kluft zwischen der Polizei und Teilen der B\u00fcrgerschaft. Das Mi\u00dftrauen vieler BewohnerInnen wuchs erheblich nach der Erschie\u00dfung von mehreren Schwarzen. Dies f\u00fchrte schlie\u00dflich dazu, da\u00df die Mehrheit der Pittsburgher W\u00e4hlerInnen die Einrichtung eines Police Review Board, d.h. einer Kontrollinstanz, durchsetzte &#8211; nicht als Teil eines CP, sondern gegen den erbitterten Widerstand der Polizei und des B\u00fcrgermeisters.<\/p>\n<h4>Null-Toleranz-Politik: CP &#8211; New York Style<\/h4>\n<p>Die Anh\u00e4nger einer Null-Toleranz-Politik nutzen zwar Techniken des Problem-oriented Policing und bedienen sich der Rhetorik des Community Policing.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn22\" name=\"fnverweis22\">[22]<\/a> Genauer betrachtet handelt es sich aber um die blo\u00dfe Fortsetzung der Verbrechensbek\u00e4mpfung durch professionelle &#8222;crime fighter&#8220; mit neuen Mitteln, legitimiert als effektiverer Dienst an den B\u00fcrgerInnen als Sicherheitskunden. Das New York Police Department (NYPD) steht f\u00fcr diese Politik wie keine andere Stadt in den USA.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn23\" name=\"fnverweis23\">[23]<\/a><\/p>\n<p>Ausgangspunkt des Null-Toleranz-Policing ist zum einen die auf dem &#8222;Broken-Windows-Theorem&#8220; begr\u00fcndete systematische Vorverlagerung polizeilicher Interventionen auf St\u00f6rungen und Deliktsbereiche, die das Sicherheitsgef\u00fchl der B\u00fcrgerInnen beeintr\u00e4chtigen (Graffiti, Treffen von Gangs etc.) und\/oder als Mittel zur Verhinderung von Straftaten benutzt werden k\u00f6nnen (z.B. Durchsuchung nach Waffen).<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn24\" name=\"fnverweis24\">[24]<\/a> Die Zahl der Festnahmen wegen einfacher Vergehen hat auf diese Weise in New York zwischen 1993 und 1996 um ca. 40% zugenommen, die Verhaftungen wegen einfacher Drogendelikte haben sich im selben Zeitraum gar verdoppelt.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn25\" name=\"fnverweis25\">[25]<\/a><\/p>\n<p>Gleichzeitig hat die New Yorker Polizeif\u00fchrung die 76 Precinct Commanders (Reviervorsteher) einem rigiden Regime sozialgeographischer &#8222;Hot-spot&#8220;-Analysen unterworfen. Ziel ist es, eine Anh\u00e4ufung von Delikten fr\u00fchzeitig zu erkennen, gezielt und schnell darauf zu reagieren und durch permanente Erfolgskontrollen zu einer Reduktion von Kriminalit\u00e4t zu kommen.<\/p>\n<p>Wie immer man den Erfolg der Strategie auch beurteilt, sicher ist, da\u00df die anf\u00e4ngliche Begeisterung vieler BewohnerInnen in Problemgebieten wie Washington Heights \u00fcber ein Zur\u00fcckdr\u00e4ngen des Drogenhandels und des &#8222;drive-by shootings&#8220; inzwischen einer offenen Ablehnung des &#8222;policing&#8220; mit harter Hand gewichen ist. Hierzu haben nicht nur die Erschie\u00dfungen Unschuldiger beigetragen, sondern vor allem auch die allt\u00e4glichen \u00dcbergriffe von Beamten, die im Kampf gegen das Verbrechen zu Null-Toleranz und Erfolg verpflichtet werden. Um Urteile der Strafgerichte zu vermeiden, zahlt das NYPD viele Millionen Dollar Schadenersatz f\u00fcr au\u00dfergerichtliche Vergleiche, alleine zwischen 1994 und 1996 waren dies 70 Mio. Dollar.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn26\" name=\"fnverweis26\">[26]<\/a> Mehr und mehr mu\u00df sich nun das NYPD in spektakul\u00e4ren Prozessen verantworten, in denen nicht nur die Polizisten, sondern auch die Politik des Departments vor Gericht stehen.<\/p>\n<p>Attraktiv bleibt diese Politik f\u00fcr viele B\u00fcrgerInnen New Yorks, wahrscheinlich sogar f\u00fcr die Mehrheit gleichwohl. Denn es sind (arme) Schwarze, afrikanische und lateinamerikanische Immigranten, die schwer mi\u00dfhandelt oder erschossen werden. Drei Viertel aller Klagen, die beim Civilian Complaint Review Board eingehen, werden von Afro-AmerikanerInnen gestellt.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn27\" name=\"fnverweis27\">[27]<\/a> Kein Grund also f\u00fcr die BewohnerInnen der Park Avenue in Manhattan, sich \u00fcber mangelnde B\u00fcrgern\u00e4he zu beklagen.<\/p>\n<h4>Township and Suburbia Style<\/h4>\n<p>In hunderten von Ortschaften ist der direkte Bezug der Polizei zu den B\u00fcrgerInnen auch in der \u00c4ra der Funkstreifenwagen und der zentralen Einsatzplanung nie verloren gegangen. Selbst wenn der Cop aus den Vororten New Yorks oder im l\u00e4ndlichen mittleren Westen Verbrechensbek\u00e4mpfung als seine wichtigste Aufgabe betrachtete, so blieb doch sein Alltag genau von den Aufgaben bestimmt, die von den CP-Politikern als wichtig f\u00fcr das Sicherheitsempfinden der B\u00fcrgerInnen und deren Vertrauen in die Ordnungsleistungen der Polizei angesehen werden: Hilfeleistungen, \u00dcberwachung von verd\u00e4chtigen Fremden, Ahndung von \u00dcbertretungen und St\u00f6rungen der \u00f6ffentlichen Ordnung, insbesondere durch Jugendliche etc.<\/p>\n<p>Die heile Welt der amerikanischen Vororte, in denen wei\u00dfe Mittelschichtfamilien Zuflucht vor den Gefahren der Metropolen suchten, erweist sich jedoch in den achtziger und neunziger Jahren als ebenso anf\u00e4llig f\u00fcr Gewaltverbrechen und Drogengebrauch wie die Gro\u00dfst\u00e4dte. Die Angebote und Vorschl\u00e4ge, welche das OCOPS und viele Fachbl\u00e4tter in ihren &#8222;Toolboxes&#8220; und &#8222;What works&#8220;-Kompendien unterbreiten, werden deshalb von vielen lokalen Police Chiefs und Sheriffs gerne aufgegriffen. In Maplewood (New Jersey) etwa stattete das Police Department in seinem &#8222;Eyes on the Neighborhood&#8220;-Programm nicht nur die M\u00fcllm\u00e4nner mit Sprechfunkger\u00e4ten aus, so da\u00df sie bei der Polizei \u00fcber alles Auff\u00e4llige Meldung machen k\u00f6nnen &#8211; &#8222;von verd\u00e4chtigen Autos \u00fcber zerbrochene Fensterscheiben bis hin zu offen stehenden Haust\u00fcren&#8220;. In einem zweiten Schritt wurden nun auch die 30 Postboten mit einem Handy ausger\u00fcstet, mit dem sie sich mit der Polizei in Verbindung setzen k\u00f6nnen. &#8222;They know the people, they know the cars&#8220;.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn28\" name=\"fnverweis28\">[28]<\/a> Ob diese Form des CP die Erosion informeller sozialer Kontrollen kompensieren kann, ist fraglich. Sicher ist nur, da\u00df gerade das Versprechen, den Traum einer heilen &#8222;american suburbia&#8220; zu restaurieren, diese Form des CP f\u00fcr wei\u00dfe Mittelschichtangeh\u00f6rige so attraktiv macht.<\/p>\n<h4>Community-oriented Policing &#8211; San Diego, Chicago Style<\/h4>\n<p>Es ist kein Zufall, da\u00df die beachtenswertesten Beispiele des CP in St\u00e4dten mit einer sozial, \u00f6konomisch und ethnisch heterogenen Bev\u00f6lkerung zu finden sind; in St\u00e4dten also wie Baltimore oder Philadelphia, San Diego oder Chicago. Denn anders als in einer Kleinstadt im Mittelwesten l\u00e4\u00dft sich in diesen St\u00e4dten die Frage, was denn die (Sicherheits-)interessen der B\u00fcrgerInnen sind, nicht mehr durch R\u00fcckbezug auf die Werte einer christlichen, konservativen, wei\u00dfen Mittelschicht beantworten. Mit ein paar Kontaktbereichsbeamten und\/oder der Organisierung freiwilliger Ordnungsdienste (neighborhood block watch, citizen&#8217;s patrol groups) lassen sich Vertrauen, Respekt und Zusammenarbeit der Polizei mit den BewohnerInnen der Gebiete, die die h\u00f6chsten Verbrechensraten aufweisen, sicher nicht wiederherstellen.<\/p>\n<p>Die Reformversuche in Chicago oder San Diego zielen deshalb vor allem darauf ab, die Legitimit\u00e4t des polizeilichen Handelns zu erh\u00f6hen:<\/p>\n<ul>\n<li>durch die Dezentralisierung des regul\u00e4ren schutzpolizeilichen Dienstes,<\/li>\n<li>durch die B\u00fcndelung kommunaler und polizeilicher Ressourcen (etwa des Stra\u00dfenreinigungsdienstes, des Gesundheitsdienstes etc.) und durch gemeinsame L\u00f6sungsans\u00e4tze, die den B\u00fcrgerInnen gerade der vernachl\u00e4ssigten Slumgebiete wieder ein Gef\u00fchl von Recht und Ordnung geben sollen,<\/li>\n<li>durch die Beteiligung der B\u00fcrgerInnen in den Nachbarschaften an der Definition der Ziele und Mittel des CP selbst.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In San Diego etwa hat die Polizeif\u00fchrung eine Vielzahl von kommunalen Gruppierungen und Aktivisten in die strategische Planung des Community Policing mit einbezogen.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn29\" name=\"fnverweis29\">[29]<\/a> In Chicago nahmen in der Pilotphase des CP-Projekts ca. 15.000 B\u00fcrgerInnen an regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden Versammlungen teil, auf denen sie mit den in den jeweiligen Bezirken diensttuenden PolizistInnen \u00fcber die Probleme im Stadtteil und den m\u00f6glichen kommunalen L\u00f6sungsstrategien diskutierten.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn30\" name=\"fnverweis30\">[30]<\/a><\/p>\n<h4>Was bewirkt CP?<\/h4>\n<p>Der Erfolg der Polizei und deren Reform bemi\u00dft sich in der Kommunalpolitik und in der \u00f6ffentlichen Diskussion vor allem an einem Kriterium: ob die Polizei und ihr Policing Verbrechen verhindert und so zu einer sinkenden Kriminalit\u00e4tsrate gef\u00fchrt hat. Die Anh\u00e4nger der Null-Toleranz-Politik reklamieren dies ohne Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr sich.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn31\" name=\"fnverweis31\">[31]<\/a> Aber auch Polizeichefs, die f\u00fcr sich beanspruchen, CP zu betreiben, erliegen oft der Versuchung und heften sich diesen Erfolg an die Brust. Tatsache ist jedoch, da\u00df die Kriminalit\u00e4tsraten &#8211; vor allem bei Gewaltverbrechen &#8211; quer durch die USA gesunken sind, selbst in Orten wie New Orleans, dessen Polizei bis vor kurzem nur durch Korruption, brutale \u00dcbergriffe und Morde an l\u00e4stigen Zeugen aufgefallen ist. Was immer also den spektakul\u00e4ren R\u00fcckgang bewirkte, dem Policing kommt h\u00f6chstens die Rolle einer intervenierenden Variable zu.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn32\" name=\"fnverweis32\">[32]<\/a><\/p>\n<p>Die CP-Vertreter betonen deshalb vor allem, da\u00df diese Strategie im Gegensatz zu den traditionellen Bek\u00e4mpfungsans\u00e4tzen (Zero-Tolerance etc.) vor allem darauf ausgerichtet sei, &#8222;to support and sustain vital elements of community social organisation that can inhibit crime and built safer neighborhoods over the long run&#8220;.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn33\" name=\"fnverweis33\">[33]<\/a> Ans\u00e4tzen zu einer solch weitreichenden Gesellschaftspolitik sind jedoch enge Grenzen gesetzt. Empirische Studien verweisen zun\u00e4chst durchg\u00e4ngig auf den Widerstand in der Polizei gegen\u00fcber Versuchen, andere Organisationen oder gar die B\u00fcrgerInnen selbst an der Bestimmung der Ziele und Mittel polizeilichen Handelns teilhaben zu lassen. CP entfernt sich zum zweiten von dem in der Praxis allemal schon aufgeweichten Ideal der Herrschaft des Gesetzes und dessen gleichf\u00f6rmiger Durchsetzung: Der Gleichheitsgrundsatz macht noch mehr als bisher einem selektiven Policing Platz &#8211; im Interesse kommunaler Interessengruppen (Grundbesitzer, Gesch\u00e4ftsinhaber, Lokalpolitiker) und einer Mittelschichtsklientel.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn34\" name=\"fnverweis34\">[34]<\/a> Der Anspruch auf Einbeziehung und demokratische Beteiligung der B\u00fcrgerInnen schlie\u00dflich l\u00e4\u00dft sich nicht aufrechterhalten. Dies gilt nicht nur f\u00fcr Slums und &#8222;high crime areas&#8220;, sondern auch f\u00fcr die vielen (prosperierenden) wei\u00dfen Mittelschichtkommunen. Die Identifikation amerikanischer B\u00fcrgerInnen mit ihren Kommunen ist zwar immer noch mehr als doppelt so hoch als mit der Federal Government.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn35\" name=\"fnverweis35\">[35]<\/a> Doch das von Putnam beobachtete Verschwinden des sozialen Kapitals, auf dem die Bereitschaft der B\u00fcrgerInnen beruht, sich politisch zu engagieren, erstreckt sich auch auf die Kommunen.<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fn36\" name=\"fnverweis36\">[36]<\/a><\/p>\n<p>Selbst wenn man viele CP-Projekte als eine Bereicherung der Polizeidebatte ansieht, bleibt die gesellschaftspolitische Bilanz ern\u00fcchternd: Den Verlust der sozio-\u00f6konomischen Basis der (schwarzen) Innenstadtreviere kann CP ebensowenig kompensieren wie die Erosion traditioneller Formen kommunaler Beteiligung. CP stellt nur eine, sicher nicht die wichtigste Antwort des amerikanischen Justizsystems auf diese Entwicklungen dar. &#8222;Tough on crime&#8220;, die massive Anwendung der Todesstrafe, eine Verdoppelung der Gef\u00e4ngnispopulation in den letzten 15 Jahren oder die Bestrafung von Kindern als Erwachsene sind Entwicklungen, die das CP eher zu einer wichtigen symbolischen Polizeiphilosophie machen als zu einer Reformbewegung, die das amerikanische Polizei- und Strafverfolgungssystem grundlegend ver\u00e4ndern wird.<\/p>\n<h5>Albrecht Funk ist Mitherausgeber von B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP und lebt zur Zeit in Pittsburgh, Pennsylvania.<\/h5>\n<p><a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis1\" name=\"fn1\">[1]<\/a> Etzioni, A.: Community Watch, in: National Institute of Justice and the Executive Office for Weed and Seed (ed.): What can the federal government do to decrease crime and revitalize communities?, Washington 1998, pp. 21-23<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis2\" name=\"fn2\">[2]<\/a> Trojanowicz, R.; Woods, D.; Harpold, J. et al.: Community policing: A survey of police departments in the United States, Washington 1994<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis3\" name=\"fn3\">[3]<\/a> Presseinformation v. 15.11.1999; s. die Web-Site des Office: <a href=\"http:\/\/www.usdoj.gov\/03press\/03_1.html\" target=\"1\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.usdoj.gov\/03press\/03_1.html<\/a><br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis4\" name=\"fn4\">[4]<\/a> Kn\u00f6bl, W.: Polizei und Herrschaft im Modernisierungsproze\u00df, Frankfurt\/M. 1998, S. 243 ff.<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis5\" name=\"fn5\">[5]<\/a> Office of Community Policing Services (OCOPS): 100.000 Officers and Community Policing Across the Nation, Washington 1997<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis6\" name=\"fn6\">[6]<\/a> Skogan, W.G.; Hartnett, S.M.: Community Policing &#8211; Chicago Style, New York, Oxford 1997, pp. 5 ff.<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis7\" name=\"fn7\">[7]<\/a> Sherman, L.; Gottfredson, D.; MacKenzie D. et al.: Preventing Crime: What works, What doesn&#8217;t, What&#8217;s Promising. A Report to the United States Congress, Washington, D.C. 1999, <a href=\"http:\/\/www.ncjrs.org\/works\" target=\"1\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.ncjrs.org\/works<\/a><br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis8\" name=\"fn8\">[8]<\/a> Kelling, G.L.; Coles C.M.: Fixing Broken Windows. Restoring order and reducing crime in our communities, New York 1996, pp. 249 ff.<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis9\" name=\"fn9\">[9]<\/a> San Diego Police Department: Neighborhood Policing. Building a Problem Solving Partnership, San Diego 1997, <a href=\"http:\/\/www.sannet.gov\/police\/general-info\/np.shtml\" target=\"1\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.sannet.gov\/police\/general-info\/np.shtml<\/a><br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis10\" name=\"fn10\">[10]<\/a> Skogan; Harnett a.a.O. (Fn. 6), p. 237<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis11\" name=\"fn11\">[11]<\/a> Goldstein, H.: Improving Policing: A Problem-Oriented Approach, in: Crime &amp; Delinquency 1979, pp. 236-258<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis12\" name=\"fn12\">[12]<\/a> Sherman L.W.: Repeat Calls for Service: Policing the &#8222;Hot Spots&#8220;, in: Kenney, D.J. (ed.): Police and Policing. Contemporary Issues, New York, Westport, London 1989, pp. 150-165<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis13\" name=\"fn13\">[13]<\/a> Bratton, W.: Turnaround: How America&#8217;s Top Cop Reversed the Crime Epidemic, New York 1998, p. 233<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis14\" name=\"fn14\">[14]<\/a> Bureau of Justice Assistance: Understanding Community Policing. A Framework of Action, Washington 1994, pp. 13 ff.<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis15\" name=\"fn15\">[15]<\/a> Skogan; Harnett a.a.O. (Fn. 6), p. 241<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis16\" name=\"fn16\">[16]<\/a> s. etwa Bureau of Justice Assistance: Revitalizing Communities: Innovative State and Local Programs, Washington 1997, p. 119<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis17\" name=\"fn17\">[17]<\/a> Wilson, J.Q.; Kelling, G.L.: Broken Windows, in: Atlantic Monthly, March 1982, pp. 29-38<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis18\" name=\"fn18\">[18]<\/a> On the Beat, OCOPS, Department of Justice (periodical, <a href=\"http:\/\/www.usdoj.gov\/cops\/\" target=\"1\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.usdoj.gov\/cops\/<\/a>), 1998, No. 10, p. 6<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis19\" name=\"fn19\">[19]<\/a> Bureau of Justice Assistance 1994 a.a.O. (Fn. 14), p. 4<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis20\" name=\"fn20\">[20]<\/a> Grundlegend: Braithwaite, J.: Crime, shame and reintegration, New York 1989<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis21\" name=\"fn21\">[21]<\/a> Nicholl, C.G.: Community Policing, Community Justice, and Restaurative Justice, OCOPS, U.S. Department of Justice, Washington 1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis22\" name=\"fn22\">[22]<\/a> Greene, J.A.: Zero Tolerance: A Case Study of Police Policies and Practices in New York City, in: Crime &amp; Delinquency 1999, pp. 171-187 (173)<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis23\" name=\"fn23\">[23]<\/a> Bratton a.a.O. (Fn. 13)<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis24\" name=\"fn24\">[24]<\/a> Wilson; Kelling a.a.O. (Fn. 17)<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis25\" name=\"fn25\">[25]<\/a> Greene a.a.O. (Fn. 22), p. 184<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis26\" name=\"fn26\">[26]<\/a> Human Rights Watch: Shielded from Justice. Police Brutality in the US, Washington 1998 (Kapitel New York). Der vollst\u00e4ndige Bericht kann im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.igc.org\/hrw\/reports98\/police\/\" target=\"1\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.igc.org\/hrw\/reports98\/police\/<\/a> abgerufen werden.<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis27\" name=\"fn27\">[27]<\/a> Greene a.a.O (Fn. 22), p. 177<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis28\" name=\"fn28\">[28]<\/a> On the Beat a.a.O. (Fn. 18), 1999, No. 12, p. 6<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis29\" name=\"fn29\">[29]<\/a> San Diego Police Department a.a.O. (Fn. 9)<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis30\" name=\"fn30\">[30]<\/a> Skogan; Harnett a.a.O. (Fn. 6), pp. 110 ff.<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis31\" name=\"fn31\">[31]<\/a> Bratton a.a.O. (Fn. 13)<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis32\" name=\"fn32\">[32]<\/a> Blumstein, A.: The context of recent changes in crime rates, in: National Institute of Justice and the Executive Office for Weed and Seed (eds.): What can the federal government do to decrease crime and revitalize communities?, Washington 1998, pp. 15-19 (15); Greene a.a.O. (Fn. 22), pp. 183 ff.; Sherman; Gottfredson; MacKenzie et al. a.a.O. (Fn. 7), Chapter 8<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis33\" name=\"fn33\">[33]<\/a> Greene a.a.O. (Fn. 22), p. 185<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis34\" name=\"fn34\">[34]<\/a> Skogan, W.G.: Disorder and decline: Crime and the Spiral of Decay in American Cities, Chicago 1990<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis35\" name=\"fn35\">[35]<\/a> Bennet, L.W.: The UnCivic Culture: Communication, Identity, and the Rise of Life Style Politics, in: PS: Political Science and Politics, 1988, pp. 741 ff.<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/it-takes-a-village-to-prevent-a-crime-community-policing-in-den-usa-1\/#fnverweis36\" name=\"fn36\">[36]<\/a> Putnam, R.D.: Tuning in, Tuning out. The Strange Disappearance of Social Capital in America, in: PS: Political Science and Politics 1995, No. 4, pp. 664-683<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Albrecht Funk Was immer man auch unter &#8222;Community Policing&#8220; verstehen mag, sicher ist, da\u00df<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,70],"tags":[],"class_list":["post-2037","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cilip-ausgaben","category-cilip-064"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2037"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2037\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}