{"id":20402,"date":"2021-04-12T20:12:58","date_gmt":"2021-04-12T20:12:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=20402"},"modified":"2021-04-12T20:12:58","modified_gmt":"2021-04-12T20:12:58","slug":"zwischen-praxis-und-utopie-alternativen-zu-knast-und-strafe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=20402","title":{"rendered":"Zwischen Praxis und Utopie:\u00a0Alternativen zu Knast und Strafe"},"content":{"rendered":"<h3>von Britta Rabe<\/h3>\n<p><strong>Vorstellungen zur Abschaffung von Gef\u00e4ngnis und strafendem Staat reichen von der Reduktion von Freiheitsstrafe \u00fcber Konfliktschlichtung bis hin zur Transformation der Gesellschaft, die nicht auf Strafe, sondern auf gemeinschaftliche Verantwortungs\u00fcbernah\u00adme setzt.<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberlegungen, auf welche Weise die Polizei abzuschaffen w\u00e4re, kommen nicht ohne die Besch\u00e4ftigung mit der Frage aus, wie Alternativen zu der nachgeordneten einsperrenden Institution Gef\u00e4ngnis aussehen k\u00f6nnen. Denn abseits des aktuellen Trends von Strafrechtsversch\u00e4rfungen \u2013 trotz eines kontinuierlichen R\u00fcckgangs von Straftaten \u2013 ist l\u00e4ngst die Einsicht eingekehrt, dass Freiheitsstrafen Verbrechen nicht verhindern und auch sonst der Gesellschaft wenig praktischen Nutzen bieten. Die Rechtfertigung der Freiheitsstrafe ist zwar laut \u00a7 2 des Strafvollzugsgesetzes die Resozialisierung der Gefangenen. Dieses Ziel wird aber nicht erreicht, nicht zuletzt, da Gefangene ihrem gesellschaftlichen Umfeld entrissen werden. Als erfolgreiche \u201eResozialisierung\u201c gilt in der Praxis oft allein die Eingliederung in den Arbeitsmarkt.<!--more--><\/p>\n<p>Das Gef\u00e4ngnis als Abschreckung der Allgemeinheit, Straftaten zu begehen, ist \u00e4hnlich ineffektiv. Forschungsergebnisse belegen eine Abschreckung durch die Androhung von Freiheitsentzug nicht, eine Wirkung sei bestenfalls im Bereich der Alltagskriminalit\u00e4t festzustellen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Selbst hohe Freiheitsstrafen bis hin zur Todesstrafe h\u00e4tten keinen Abschreckungseffekt. Die R\u00fcckfallquote \u00e4ndere sich zudem wenig, unabh\u00e4ngig von der Schwere der Strafe.<\/p>\n<p>Deutschland inhaftiert im internationalen Vergleich zwar wenig, dennoch sind aktuell rund 60.000 Menschen in Gef\u00e4ngnissen eingesperrt. Die Mehrzahl verbringt dort im Durchschnitt zwei bis vier Jahre. Rund 3.000 Menschen sind lebenslang inhaftiert, davon knapp 600 Personen in Sicherungsverwahrung.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Rund 50% der Freiheitsstrafen entfallen auf Eigentums- und Verm\u00f6gensdelikte, sechs Prozent der Inhaftierten sind wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in Gefangenschaft, sieben Prozent wegen T\u00f6tungsdelikten.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> In Deutschland werden ca. 80% aller Strafen als Geldstrafen ausgesprochen. Kann die Geldstrafe nicht eingetrieben werden, wird stattdessen die Ersatzfreiheitsstrafe vollstreckt; das betrifft sch\u00e4tzungsweise ein Drittel aller Aufnahmen und Entlassungen in einem Jahr in deutschen Gef\u00e4ngnissen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> In Vorschl\u00e4gen f\u00fcr ein Zur\u00fcckdr\u00e4ngen der Freiheitsstrafe als Schritt hin zu einer gef\u00e4ngnisfreien Gesellschaft ist daher die Beseitigung der Ersatzfreiheitsstrafe und Entkriminalisierung von Delikten wie Beschaffungskriminalit\u00e4t zentral,<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> idealerweise begleitet von ausreichender sozialer Absicherung, Bildung und Demokratisierung, wie dies unter dem Stichwort \u201eDefund the Police\u201c diskutiert wird. Dass in Deutschland die Ersatzfreiheitsstrafe problemlos abgeschafft werden k\u00f6nnte, zeigte sich 2020 w\u00e4hrend des ersten Lockdowns in der Corona-Pandemie: Mehrere Bundesl\u00e4nder setzten sie vor\u00fcbergehend aus, so dass statt 4.773 Personen im Februar im Juli 2020 bundesweit nur 1.956 Personen auf dieser Grundlage inhaftiert waren.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> In manchen Bundesl\u00e4ndern wurden zudem Kurzhaftstrafen zeitweise nicht vollstreckt bzw. der Haftantritt verschoben.<\/p>\n<p>Eine erweiterte Kritik an der Institution Gef\u00e4ngnis nimmt abseits der negativen Folgen von Haft auch Rassismus und Kolonialismus in den Blick \u2013 beide sind eng mit der Geschichte des Gef\u00e4ngnisses verbunden.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> In Deutschland haben 25,1 Prozent der Inhaftierten keine deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Mit einem Anteil von nur 12,4 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung befinden diese sich demnach \u00fcberproportional h\u00e4ufig im Gef\u00e4ngnis.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Auch in Deutschland existiert also ein rassistisches Gef\u00e4lle. Haft ist zudem eine Klassenfrage. Als Disziplinierungsinstrument dient das Gef\u00e4ngnis der Verwaltung marginalisierter sozialer Gruppen und zur Durchsetzung des Arbeitszwangs, bei gleichzeitigem Abbau der sozialen Absicherung.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Dies zeigen auch Straftatbest\u00e4nde, die in Zusammenhang mit Armut stehen und zu einer Ersatzfreiheitsstrafe f\u00fchren k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr die Inhaftierten hei\u00dft das Gef\u00e4ngnis oft die weitgehende Fremdbestimmung \u00fcber ihre Person durch Rechtlosigkeit und Unterwerfung. Haft schafft auch weiteres Leid: Nicht nur findet in Gef\u00e4ngnissen neben der Entrechtung oft Gewalt statt (durch W\u00e4rter*innen oder Mith\u00e4ftlinge), auch sind Familie und Freund*innen durch die Abwesenheit der inhaftierten Person mit betroffen. Zwei Drittel der von Ersatzfreiheitsstrafe Betroffenen leiden ferner unter massiven psychischen Beeintr\u00e4chtigungen, denen (Freiheits-)Strafen nicht gerecht werden. Haft wirkt zu\u00addem auch nach der Entlassung fort, denn Ex-Gefangene sind h\u00e4ufig mit Arbeitsplatzverlust, Wohnungsnot und sozialer Deklassierung konfrontiert. Jede Diskussion um Alternativen zu Knast und Strafe muss sich daher an ihrem Verm\u00f6gen zur Beseitigung von Klassismus, Rassismus und Sexismus messen lassen.<\/p>\n<h4>Gewalt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe<\/h4>\n<p>Auch bez\u00fcglich einer zuk\u00fcnftig (gef\u00e4ngnis)befreiten Gesellschaft m\u00fcssen wir uns Gedanken machen, wie wir mit Verhalten umgehen, das Menschen physisch oder psychisch sch\u00e4digt. Alternative Konzepte zu Strafe und Freiheitsentzug gehen davon aus, dass sch\u00e4digendes Verhalten ver\u00e4nderbar ist und seine Ursache nicht allein in der gewaltaus\u00fcbenden Person liegt, sondern durch gesellschaftliche Strukturen mit hervorgebracht wird. Es ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, einen anderen Umgang mit (massiver) Gewalt zu finden. Mehrere Konzepte bieten alternative Ans\u00e4tze zum herrschenden Strafsystem.<\/p>\n<p>Die Restorative Justice (RJ), also \u201ewiedergutmachende Gerechtigkeit\u201c, wurzelt in indigenen vorkolonialen Gerechtigkeitspraxen Nordamerikas, Zentralasiens und Afrikas: Mit R\u00fcckgriffen auf solche Mechanismen zur Konfliktregelung wird heute an vielen Orten gearbeitet.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> RJ zielt weniger auf die Bestrafung der T\u00e4ter*in, als vielmehr auf die Wiedergutmachung der negativen Konsequenzen f\u00fcr das Opfer. Anders als im derzeitigen Strafsystem erhalten Opfer und deren Angeh\u00f6rige eine zentrale Rolle. Dazu geh\u00f6ren das oft ge\u00e4u\u00dferte Bed\u00fcrfnis, T\u00e4ter*in und Tat zu verstehen, sowie die materielle, finanzielle, emotionale und soziale Kompensation und die Unterst\u00fctzung bei der Befriedigung von Bed\u00fcrfnissen oder W\u00fcnschen nach Sicherheitsgef\u00fchl, W\u00fcrde, Gerechtigkeit und Rehabilitation. Eine Entschuldigung der Gewalt aus\u00fcbenden Person wird oft als zentral angesehen. In der RJ soll sie zudem eine aktivere Rolle einnehmen und Verantwortung f\u00fcr ihre Handlung \u00fcbernehmen, statt nur zur Verantwortung gezogen zu werden. RJ geht davon aus, dass auch die T\u00e4ter*in Sch\u00e4den bzw. Verletzungen davongetragen hat, die \u201egeheilt\u201c werden m\u00fcssen. Ihrem Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit, sozialer Unterst\u00fctzung und Anerkennung ihrer W\u00fcrde soll ebenfalls Rechnung getragen werden.<\/p>\n<p>Elemente von RJ finden international in vielen Strafjustizsystemen Anwendung, in Deutschland im T\u00e4ter-Opfer-Ausgleich. In ihrer existierenden Form sei RJ keine vision\u00e4re Alternative zur \u00dcberwindung des staatlichen Strafmonopols, wie Tilman Lutz<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> am Beispiel Neuseeland ausf\u00fchrt: In der \u201eModellnation\u201c f\u00fcr RJ wird das Konzept seit mehreren Jahrzehnten regelhaft im Bereich der Jugendkriminalit\u00e4t angewandt. Dort nehmen die jugendliche Person sowie Familienmitglieder und andere Unterst\u00fctzer*innen teil sowie das\/die Opfer, ein*e Mediator*in und ein*e Polizist*in. Ziel ist die Einigung unter allen Beteiligten. Kommt es nicht dazu, geht der Fall an das Gericht. Das Ergebnis kann in Entschuldigungen bis hin zu Wiedergutmachungen bestehen \u2013 finanziell oder durch Arbeit f\u00fcr das Opfer, die Gemeinschaft oder Organisationen, aber auch in einer Freiheitsbeschr\u00e4nkung f\u00fcr den\/die Jugendlichen. Der Fokus liegt hier prim\u00e4r auf der T\u00e4ter*in und der Sanktionierung, die Opfer spielen eine untergeordnete Rolle. Mit der Kopplung an Polizei und Gerichte verbleibt das neuseel\u00e4ndische Modell im traditionellen Strafsystem, die Definitionsmacht vorrangig bei den staatlichen Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Andernorts gehen Praxen der RJ \u00fcber die Anwendung in der Jugendkriminalit\u00e4t weit hinaus: Ruanda bearbeitete in den Jahren 2005 bis 2010 den Genozid u. a. mit derartigen Methoden.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Sogenannte \u201emodernisierte Gacaca-Gerichte\u201c verbanden dazu traditionelle und moderne Ans\u00e4tze, um die gesellschaftlich weit verbreitete Mitwirkung an dem Genozid zu verarbeiten. Sie hatten die Aufgabe, schwere K\u00f6rperverletzung, Totschlag und Mord sowie Verm\u00f6gensdelikte zu verfolgen.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> \u201eGacaca\u201c bezeichnet ein traditionelles ruandisches partizipatives Konfliktl\u00f6sungsmodell, das neben den Streitenden die gesamte Gemeinde in die Verhandlung und Urteilsfindung miteinbezog. Seit vorkolonialer Zeit bildete es die Grundlage des Gewohnheitsrechts und betraf in der Mehrzahl Verhandlungen zwischen Familien, Nachbar*innen oder auch Gemeinden. Es ging um F\u00e4lle wie K\u00f6rperverletzung und Gewaltanwendung, Landrecht und famili\u00e4re Konflikte. In der traditionellen Form war das alternative Richten weitgehend unabh\u00e4ngig vom Staat ausge\u00fcbt wor\u00adden, w\u00e4hrend die modernisierte Form in das nationale Rechtssystem eingebunden und vom Staat kontrolliert wurde. In den \u201emodernisierten Gacaca-Gerichten\u201c entschieden gew\u00e4hlte Versammlungen und Gerichtsr\u00e4te auf verschiedenen Ebenen. Der Anspruch, in wenigen Jahren \u00fcber eine Million F\u00e4lle zu bearbeiten, und Gremien, die f\u00fcr das Ausma\u00df der Gewalttaten nicht ausreichend vorbereitet wurden, f\u00fchrten dazu, dass die Aufarbeitung des Genozids und das Herstellen von Gerechtigkeit bis heute nicht abgeschlossen ist.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<h4>Transformieren und Verantwortung \u00fcbernehmen<\/h4>\n<p>Einen \u00fcber die RJ hinausgehenden Ansatz haben die Konzepte der \u201eTransformative Justice (TJ), \u201eVer\u00e4ndernde Gerechtigkeit\u201c, und Community Accountability (CA), also \u201ekollektive Verantwortungs\u00fcbernahme\u201c.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Statt vorrangig auf individuelle Wiedergutmachung, Ver\u00e4nderung individuellen Verhaltens und die Wiederherstellung der bisherigen Ordnung zweier Parteien zu setzen, zielen sie darauf, auch die zugrunde liegenden sozialen und politischen Verh\u00e4ltnisse zu ver\u00e4ndern. Grundlage ist die Vision von einer Auseinandersetzung mit Gewalt, die Sicherheit f\u00fcr marginalisierte Gruppen bietet \u2013 jenseits von staatlichen Institutionen wie Polizei, Gef\u00e4ngnis, Psychiatrie, Jugendhilfe sowie allen Stationen des Migrationsregimes, vom Grenzschutz bis zu Lagern und Abschiebehaft. Die \u201ekollektive Verantwortungs\u00fcbernahme\u201c ist daher nicht staatlich strukturiert, sondern selbstorganisiert. Statt die von Gewalt be\u00adtroffene Person mit der Aufarbeitung allein zu lassen, soll sie kollektiv unterst\u00fctzt und das weitere Umfeld mit einbezogen werden. Eine Verhaltens\u00e4nderung ist auch bei der T\u00e4ter*in erw\u00fcnscht. Fernziel ist der Wandel hin zu einer weniger gewaltvollen Gesellschaft mit mehr kollektiver Verantwortungs\u00fcbernahme.<\/p>\n<p>Bewegungen mit revolution\u00e4rem Anspruch wenden zur gesellschaftlichen Transformation unter anderem Formen der TJ und CA praktisch an. Im mexikanischen Bundesstaat Guerrero ist in den zapatistischen Regionen Costa Chica und La Monta\u00f1a eine Regionalkoordination der Gemeindevertretungen (CRAC) f\u00fcr die Anwendung der Konzepte zust\u00e4ndig.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Anhaltende Gewalttaten gegen die indigene Bev\u00f6lkerung, die von staatlichen Stellen weder verfolgt noch bek\u00e4mpft wurden, hatten zur Einrichtung dieses autonomen Schutzkonzepts mit eigenem Justizsystem gef\u00fchrt. Das gemeinschaftliche Justizsystem besteht aus drei Instanzen: eine beauftragte Person des Landkreises, die j\u00e4hrlich von allen Gemeinden neu gew\u00e4hlt wird und kleinere Konflikte l\u00f6st und sanktioniert, die Koordinator*innen der vier Casas de Justicia, die schwerwiegendere Angelegenheiten bearbeiten, sowie, als h\u00f6chste Autorit\u00e4t, die Vollversammlung der Gemeinden. Als Grundlage dient ein in einem ge\u00admeinsamen Prozess abgestimmtes internes Regelwerk f\u00fcr Sanktionierung, Organisation in den Gemeinden nach den geltenden Gebr\u00e4uchen sowie f\u00fcr die Rechtsprechung. Schwere Gewalttaten, etwa ausgehend von Drogenkartellen, werden weiterhin den offiziellen Regierungsinstitutionen \u00fcbergeben. Trotz gro\u00dfer Akzeptanz innerhalb der Bev\u00f6lkerung wurde das autonome Justizsystem nach mehreren Jahren stark ersch\u00fcttert, da die selbstverwalteten Regionen unter anderem steten Angriffen von Seiten der offiziellen Regierung sowie externen \u00f6konomischen Interessen ausgesetzt sind.<\/p>\n<p>In den autonomen Gebieten im kurdischen Rojava werden im Zuge des Aufbaus einer R\u00e4tedemokratie ebenfalls Praxen von TJ und CA angewandt.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Freiheitsentzug als Strafe existiert gegenw\u00e4rtig parallel, die Gef\u00e4ngnisse sollen perspektivisch in \u201eRehabilitationszentren\u201c umgewan\u00addelt werden. Im jeweiligen Stadtteil oder der Gemeinschaft aus mehreren D\u00f6rfern sind gew\u00e4hlte \u201eFriedens- und Konsenskomitees\u201c zust\u00e4ndig f\u00fcr Streitigkeiten, Gewalt sowie f\u00fcr Taten wie Raub oder Ausbeutung.<\/p>\n<p>Die Komitees entstehen derzeit auch auf unterster Ebene f\u00fcr jede \u201eKommune\u201c, bestehend aus mehreren Haushalten. In die Komitees wer\u00adden unter anderem Menschen gew\u00e4hlt, die f\u00fcr besonders f\u00e4hig gehalten werden, Streitparteien durch einen Diskussionsprozess zusammenzubringen. Bleibt ein Konsens zwischen den Parteien erfolglos, wird ein ebenfalls gew\u00e4hltes Volksgericht eingeschaltet. Seine Mitglieder sind in der Regel auch Personen ohne juristischen Hintergrund. Streitigkeiten und Auseinandersetzungen zwischen Individuen, Familien und Gruppen nehmen in den Regionen langsam ab und dort, wo die Komitees l\u00e4nger bestehen, ist ein R\u00fcckgang von Taten wie Mord im Namen der \u201eEhre\u201c sowie Diebstahl zu beobachten.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Die anhaltende Kriegssituation erschwert die Transformationsprozesse. Menschenrechtsbeobachter*innen dokumentieren fehlende Transparenz bei der Entwicklung des neuen Rechtssystems sowie Menschenrechtsverletzungen in Haft.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Eine weitere Herausforderung stellt zudem der Umgang mit den ehemaligen K\u00e4mpfern des \u00fcberwundenen IS-Regimes und ihren Angeh\u00f6rigen dar.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>Diverse (Klein-)Gruppen und Gemeinschaften in Europa und den USA folgen ebenfalls Ans\u00e4tzen von TJ und CA. Praktische Anwendung finden die Konzepte dort vor allem nach Vorf\u00e4llen sexualisierter Gewalt. Neben der strukturellen Schwierigkeit, Machtverh\u00e4ltnisse im Gegensatz zu den kritisierten staatlichen Institutionen nicht zu reproduzieren,<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> stellen sich \u00fcberall \u00e4hnliche Fragen.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> In der Praxis ist etwa oft nicht ausreichend gekl\u00e4rt, welche Kriterien einen Erfolg oder ein Scheitern definieren. An welchem Punkt wird ein Prozess von TJ f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt? Wer ist die Community? Was tun, wenn sich die gewaltaus\u00fcbende Person einer Auseinandersetzung verweigert? Und wie viel professionelle Hilfe ist n\u00f6tig und sinnvoll, um Konflikte erfolgreich zu l\u00f6sen? Diese Arbeit sollte nicht auf einige Expert*innen abgeschoben werden, denn perspektivisch sollte jede Person in der Lage sein, diese Aufgabe zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<h4>Und wohin mit den gef\u00e4hrlichen Gewaltt\u00e4ter*innen?<\/h4>\n<p>Die Existenz von M\u00f6rder*innen und Sexualstraft\u00e4ter*innen begr\u00fcndet das Gef\u00e4ngnis moralisch. Die Furcht vor ihnen setzt ausreichend \u00c4ngste frei, um schwerwiegende Ma\u00dfnahmen gegen Gefangene zu legitimieren. Als \u201eab\u00adartige Monster\u201c werden sie entmenschlicht. Damit r\u00fccken Zusammenh\u00e4nge der Tat mit gesellschaftlichen Bedingungen aus dem Fokus. Doch das Gef\u00e4ngnis l\u00f6st die gesellschaftlich inh\u00e4rente Gewalt und Grausamkeit auf gemeinschaftlicher Ebene nicht.<\/p>\n<p>In Diskussionen um Alternativen zum Knast taucht h\u00e4ufig die Frage auf, was dann mit gef\u00e4hrlichen Straft\u00e4ter*innen geschehen solle. Die An\u00adzahl der Menschen, die jenseits populistischer Strafjustiz als langfristige \u201eGefahr f\u00fcr die Allgemeinheit\u201c eingesch\u00e4tzt werden m\u00fcssten, ist wohl sehr \u00fcberschaubar. F\u00fcr diese kleine Minderheit von schweren Gewaltt\u00e4ter*innen halten einige Bef\u00fcrworter*innen von Alternativen von Gef\u00e4ngnis und Strafe einen langfristigen gesellschaftlichen Ausschluss trotzdem f\u00fcr die einzige L\u00f6sung \u2013 w\u00e4hrend die meisten diese Frage mit Verweis auf eine k\u00fcnftige bessere Gesellschaft vollst\u00e4ndig ausklammern. Sind andere Wege ausgesch\u00f6pft, denken manche an gesicherte Dorf- oder inselartige Gel\u00e4nde als Verbannungsorte in letzter Option. Die Opfer bzw. Hinterbliebenen sollten neben m\u00f6glichen Zahlungen durch Gewaltt\u00e4ter*innen zudem eine lebenslange staatliche Solidarit\u00e4t in Form von finanzieller und therapeutischer Unterst\u00fctzung erhalten. Denken wir an die rechtsterroristischen Anschl\u00e4ge in Halle und Hanau oder vergleichbare Taten, braucht es noch mehr: Umfassende Aufkl\u00e4rung und Anerkennung sind Forderungen, die viele Opfer und Hinterbliebene nach derartigen Gewalterfahrungen \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<h4>Fazit<\/h4>\n<p>Meinen wir es ernst mit der Suche nach Wegen hin zu einer gerech\u00adt(er)en Gesellschaft, ist die Abschaffung des aktuellen Strafsystems die unausweichliche Konsequenz. Die Praxis von TJ und CA offenbart schnell eigene Unzul\u00e4nglichkeiten, sind wir doch trotz eines emanzipatorischen Anspruchs stets selbst aktiver Teil gesellschaftlicher Gewalt- und Machtverh\u00e4ltnisse. Diese M\u00e4ngel d\u00fcrfen das grunds\u00e4tzliche Infragestellen einsperrender Institutionen und des herrschenden Strafsystems jedoch nicht aufwiegen. Konsequenz sollte vielmehr sein, gemeinsam die diversen Prozesse, von denen hier wenige kurz vorgestellt wurden, auf strukturelle Gewalt und Machtverh\u00e4ltnisse sowie Fehler und Misserfolge zu analysieren und weiterzuentwickeln und schwierigen Fragen nicht mit Verweis auf eine zuk\u00fcnftige bessere Gesellschaft aus dem Weg zu gehen.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a><sup> \u00a0\u00a0\u00a0 <\/sup>Kury, H.: Zur (Nicht-)Wirkung von Sanktionen. Ergebnisse internationaler empirischer Untersuchungen, in: Soziale Probleme 2013, H. 1, S. 11-40<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a><sup> \u00a0\u00a0\u00a0 <\/sup>Statista (Stichtag 31.3.2020, https:\/\/de.statista.com)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a><sup> \u00a0\u00a0\u00a0 <\/sup>Laubenthal, K.: Strafvollzug 8. Auflage, Wiesbaden 2018, S. 62, nach: Galli, T.: Weggesperrt. Warum Gef\u00e4ngnisse niemandem n\u00fctzen, Berlin 2020, S. 36<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a><sup> \u00a0\u00a0\u00a0 <\/sup>Thurm, F.: Geld oder Knast, <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2016-06\/ersatzfreiheitsstrafe-geldstrafe-gefaengnis-reform\/komplettansicht\">www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2016-06\/ersatzfreiheitsstrafe-geldstrafe-gefaengnis-reform\/komplettansicht<\/a><\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00a0 B\u00f6gelein, N. u.a.: Wie kann die Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen gelingen?, in: Kritische Justiz 2014, H. 3, S. 282\u2013294<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a><sup> \u00a0\u00a0\u00a0 <\/sup>Hefendehl, R.: Gef\u00e4ngnisse in Not: Was f\u00fcr eine Chance?!, in: Neue Kriminalpolitik\u00a0 2020, H. 4, S. 415-431 (417)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> \u00a0 F\u00fcr eine intersektionale Kritik am wei\u00dfen Abolitionismus und an seiner Unsichtbarmachung widerst\u00e4ndiger Praktiken Schwarzer Menschen und People of Color sowie dem Ausklammern feministischer Praxen vgl. Ehrmann J.; Thompson V.: Abolitionistische Demokratie, in: Malzahn, R. (Hg.): Strafe und Gef\u00e4ngnis, Stuttgart 2018, S. 161-181<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> \u00a0 Rassismus orientiert sich nicht (nur) an Staatsb\u00fcrgerschaft, f\u00fcr diese Kategorie existieren aber Daten: European Prison Observatory: Prisons in Europe 2019, <a href=\"http:\/\/www.prisonobservatory.org\/upload\/Prisons_in_Europe_2019_report.pdf\">www.prisonobservatory.org\/upload\/Prisons_in_Europe_2019_report.pdf<\/a><\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u00a0 Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung: Bev\u00f6lkerung mit Migrationshintergrund I, in: www.bpb.de v. 20.9.2020<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>Wacquant, L.: Bestrafen der Armen. Zur neoliberalen Regierung der sozialen Unsicherheit, Opladen 2009<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>zu den \u00fcberproportionalen Betroffenheiten von Frauen* s. Ehrmann; Thompson a.a.O. (Fn. 7)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>vgl. Lutz, T.: Restorative Justice &#8211; Vision\u00e4re Alternative oder Version des Alten?, M\u00fcnster 2002 , S. 23f. (inklusive einer kritischen Begriffser\u00f6rterung)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>ebd., S. 58ff.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>vgl. Wenke, D.: Gacaca Rechtsprechung in Ruanda. Ein traditionelles Gerichtsverfahren in modernisierter Form, in: Wiener Zeitschrift f\u00fcr kritische Afrikastudien 2002, H. 4, S. 23-54<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>Schwerere Verbrechen (Planung des V\u00f6lkermordes, Massenmord sowie Vergewaltigung und sexuelle Folter) blieben den nationalen Gerichten und dem Internationalen Strafgerichtshof f\u00fcr Ruanda (ICTR) vorbehalten.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>Ruanda: Gacaca-Gerichte hinterlassen zwiesp\u00e4ltiges Erbe, Human Rights Watch online v. 30.5.2011<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>Brazzell M. (Hg.): Was macht uns wirklich sicher? Toolkit f\u00fcr Aktivist_innen, Berlin 2017; CARA: Das Risiko wagen. Strategien f\u00fcr selbstorganisierte und kollektive Verantwortungs\u00fcbernahme bei sexualisierter Gewalt, Berlin 2014<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>Navarro, L.H.: Kommunale Selbstverteidigung. Formen des bewaffneten Widerstandes gegen Mafia und Staat in Mexiko, M\u00fcnster 2016, S. 116-142<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Aybo\u011fa, E.: Das neue Rechtssystem. Der Konsens ist entscheidend, in: Flach, A.; Abo\u011fa, E.; Knapp, M.: Revolution in Rojava. Frauenbewegung und Kommunalismus zwischen Krieg und Embargo, Hamburg 2015, S. 221-227<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>ebd., S. 227<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>Syrien: Menschenrechtsverletzungen in kurdischen Enklaven, Human Rights Watch online v. 20.6.2014<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> <sup>\u00a0 <\/sup>Rojava Information Center: Bringing ISIS to Justice. Towards an International Tribunal in North East Syria, Rojava 2019<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a><sup> \u00a0 <\/sup>vgl. Piening M.; K\u00fcnkel, J.: Community Accountability:\u00a0Feministisch-antirassistische Alternative zum strafenden Staat?, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 123 (September 2020), S. 36-45<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> <sup>\u00a0 <\/sup>CrimethInc.: Accounting for Ourselves. Breaking the Impasse Around Assault and Abuse in Anarchist Scenes, in: <a href=\"https:\/\/de.crimethinc.com\/2013\/04\/17\/accounting-for-our\u00adselves-breaking-the-impasse-around-assault-and-abuse-in-anarchist-scenes\">https:\/\/de.crimethinc.com\/2013\/04\/17\/accounting-for-our\u00adselves-breaking-the-impasse-around-assault-and-abuse-in-anarchist-scenes<\/a><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Britta Rabe Vorstellungen zur Abschaffung von Gef\u00e4ngnis und strafendem Staat reichen von der Reduktion<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,129],"tags":[172,665,1396,1442,1474],"class_list":["post-20402","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-125","tag-abolitionismus","tag-gefaengnis","tag-strafvollzug","tag-transformative-justice","tag-verantwortungsuebernahme"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20402"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20402\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}