{"id":20605,"date":"2023-01-31T13:15:01","date_gmt":"2023-01-31T13:15:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=20605"},"modified":"2023-01-31T13:15:01","modified_gmt":"2023-01-31T13:15:01","slug":"eine-linksradikale-bande-aus-leipzig-soll-rechtsextreme-verfolgt-und-verletzt-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=20605","title":{"rendered":"&#8222;Eine linksradikale Bande aus Leipzig soll Rechtsextreme verfolgt und verletzt haben&#8220;"},"content":{"rendered":"<h3>Thomas Feltes<\/h3>\n<p><strong>Stellungnahme zu dem Beitrag \u201eBrutale Jagd auf Neonazis\u201c von Denise Peikert, erschienen u.a. in den \u201eRuhr-Nachrichten\u201c und in der \u201eOstsee-Zeitung\u201c am 28. Januar 2023<\/strong><br \/>\n<b><\/b><\/p>\n<p>Nach meiner Kritik an Aufmachung und Inhalt des Beitrages auf Twitter hatte die Autorin am gleichen Tag geantwortet: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/denuse\/status\/1619348788908548097\">\u201eWas genau ist die Kritik?\u201c<\/a>. Ich habe daraufhin angek\u00fcndigt, meine Kritik ausf\u00fchrlicher darzulegen. Dies soll hier in Form eines Offenen Briefes an die Journalistin und das RND geschehen, weil die Probleme, die ich gleich ansprechen werde, grunds\u00e4tzlicher Natur sind. <!--more--><\/p>\n<h4>Zur Sache selbst<\/h4>\n<p>Die \u00dcberschrift \u201eBrutale Jagd auf Neonazis\u201c, verbunden mit einem dazu nicht passenden Bild, auf dem eine Person versucht, eine Flasche zu werfen (angeblich, so der Untertitel, \u201ein Richtung Polizei\u201c), soll die Sto\u00dfrichtung des Beitrages deutlich machen. Dagegen w\u00e4re im Prinzip nichts einzuwenden, wenn die \u00dcberschrift auch den Inhalt abdecken w\u00fcrde. Das tut sie aber nicht, denn inhaltlich geht es um ein Strafverfahren und um einen Kronzeugen, und ganz am Ende auch um den Versuch einer Einordnung der sog. \u201elinksradikalen Gewalt\u201c. Zudem suggeriert das Wort \u201eJagd\u201c (bewusst?) etwas anderes. Lt. <u><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jagd\">Wikipedia<\/a><\/u> ist \u201eJagd\u201c \u201edas Aufsp\u00fcren, Verfolgen, Fangen und Erlegen von Wild durch J\u00e4ger\u201c. Warum wird dieser Begriff verwendet? Geht es um \u201eFangen und Erlegen\u201c? Selbst wenn man unterstellt, dass schwere Verletzungen von der Gruppe beabsichtigt waren: Einen T\u00f6tungsvorsatz nimmt nicht einmal die Staatsanwaltschaft an. Offensichtlich aber unterstellt die Autorin des Beitrages einen solchen.<\/p>\n<p>Im Untertitel wird die Geschichte dann weitererz\u00e4hlt: \u201eEs ist eine verschworene Szene: Eine linksradikale Bande aus Leipzig soll Rechtsextreme verfolgt und verletzt haben. Seit mehr als einem Jahr l\u00e4uft der Prozess gegen sie. Er gibt Einblicke in eine Welt, in der Gewalt als legitimes politisches Mittel gilt\u201c.<\/p>\n<p>Durch die Verwendung des Wortes \u201eBande\u201c, lt. <u><a href=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Bande_Truppe_Schar\">Duden<\/a><\/u> \u201eeine organisierte Gruppe von Verbrechern\u201c, und des Wortes \u201eWelt\u201c wird zweierlei insinuiert: Zum einen, dass es sich um eine definierte Gruppe handelt die Straftaten begangen hat (was nicht erwiesen ist) und zum anderen um eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe von Menschen, um eine erhebliche Dimension des Ph\u00e4nomens durch die Verwendung des Begriffes \u201eWelt\u201c. Dies alles ist zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt nicht bewiesen, bzw. was die Dimension der \u201eWelt\u201c anbetrifft sogar widerlegt (dazu unten mehr).<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wird der Begriff der \u201eBande\u201c in fast jedem Abschnitt verwendet. Zwar finden sich an einigen Stellen auch Formulierungen wie \u201e\u2026 so ermitteln die Beamten sp\u00e4ter\u201c; aber auch diese Formulierungen erfolgen in einer bestimmenden, festlegenden Art und Weise, die unterstellt (oder besser: davon ausgeht), dass das, was \u201edie Beamten\u201c behaupten, auch objektiv wahr und richtig ist.<\/p>\n<p>Auch wenn die Autorin m\u00f6glicherweise nicht oder nicht oft als Gerichtsreporterin arbeitet, so sollte ihr doch bekannt und bewusst sein (was nicht das gleiche ist), dass Behauptungen von Polizeibeamt*innen oftmals nicht der gerichtlichen \u00dcberpr\u00fcfung standhalten, abgesprochen, zielgerichtet auf ein (auch politisch gew\u00fcnschtes) Ergebnis hin ausgerichtet sind. Beispiele daf\u00fcr finden sich in fast jedem gr\u00f6\u00dferen Strafverfahren, nicht nur in politischen.<\/p>\n<p>An anderer Stelle schreibt die Autorin: \u201eUnd Beweise, die gibt es im Fall Lina E. Manche davon sind umstritten\u2026\u201c. Sie schreibt aber hier erneut nicht, dass es sich um ein laufendes Verfahren handelt, dass eben noch nichts \u201ebewiesen\u201c ist, denn das ist es nicht, solange kein rechtskr\u00e4ftiges Urteil ergangen ist.<\/p>\n<p>Auch ansonsten formuliert die Autorin durchgehend affirmativ: Die SIM-Karten wurden \u201eimmer nur kurz vor oder nach den Angriffen auf die Neonazis\u201c benutzt. War die Autorin dabei? Und selbst wenn diese Aussage von einem Zeugen im Prozess gefallen sein sollte, dann h\u00e4tte darauf hingewiesen werden m\u00fcssen, wer dies behauptet hat oder woher diese Feststellung (denn um eine solche handelt es sich) ansonsten stammt. Hier werden zwei S\u00e4tze vorher nur wieder die \u201eErmittler\u201c genannt.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf geht die Autorin ausf\u00fchrlich auf den \u201eKronzeugen\u201c Johannes D. ein, den sie als \u201eGl\u00fccksfall\u201c f\u00fcr die Ermittler bezeichnet \u2013 ohne dies auch nur ansatzweise zu problematisieren oder deutlich zu machen, was diesem \u201eKronzeugen\u201c f\u00fcr seine Aussage m\u00f6glicherweise geboten wurde. Denn dass er aussagt, weil er vom Verfassungsschutz um \u201eZusammenarbeit gebeten\u201c wurde, wie sie schreibt, d\u00fcrfte wohl nicht ausgereicht haben. Warum geht die Autorin hier nicht auf Details ein, wo sie es an anderer Stelle in dem Beitrag tut? Hier w\u00e4re es nicht nur journalistisch geboten und sinnvoll gewesen darzustellen, warum die Ermittler diesen \u201eGl\u00fccksfall\u201c (wie sie es nennt) brauchen \u2013 und das kann nicht nur die Tatsache sein, dass die Angeklagten schweigen.<\/p>\n<p>Durchg\u00e4ngig betrachtet die Autorin die Aussagen des \u201eKronzeugen\u201c als wahr, zumindest wenn man der Art und Weise der Darstellung folgt. Er \u201epackt aus\u201c, \u201eer erkl\u00e4rt\u201c, \u201eer erz\u00e4hlt, wie\u2026\u201c. Insgesamt wird den Aussagen des \u201eKronzeugen\u201c mehr als 25% des Umfangs des Beitrages gewidmet, ohne auch nur an einer einzigen Stelle zu analysieren, zu hinterfragen, oder kritisch zu kommentieren. Guter Journalismus sieht anders aus.<\/p>\n<p>Diese Beispiele m\u00f6gen als Kleinigkeiten erscheinen, sie sind es aber nicht, weil die Ansammlung solcher (bislang unbewiesener) \u201eKleinigkeiten\u201c in der Summe ein Bild ergibt, das f\u00f6rmlich nach einer Verurteilung der Angeklagten schreit. Weil eben die Dinge \u201eBeweise\u201c sind, also \u201ebewiesen\u201c, also Fakt sind. Diese Form der Vorverurteilung ist nicht nur, wie die Autorin sicherlich wei\u00df, journalistisch unseri\u00f6s. Sie kann sich negativ auf den Ausgang des Verfahrens und\/oder die Bemessung einer etwaigen Strafe auswirken. Sie ist zudem nach dem Pressekodex unzul\u00e4ssig:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><a href=\"https:\/\/www.presserat.de\/pressekodex.html\">Richtlinie 13.1<\/a> \u2013 Vorverurteilung<\/p>\n<p>Die Berichterstattung \u00fcber Ermittlungs- und Gerichtsverfahren dient der sorgf\u00e4ltigen Unterrichtung der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Straftaten und andere Rechtsverletzungen, deren Verfolgung und richterliche Bewertung. Sie darf dabei nicht vorverurteilen. Die Presse darf eine Person als T\u00e4ter*in bezeichnen, wenn sie ein Gest\u00e4ndnis abgelegt hat und zudem Beweise gegen sie vorliegen oder wenn sie die Tat unter den Augen der \u00d6ffentlichkeit begangen hat. In der Sprache der Berichterstattung ist die Presse nicht an juristische Begrifflichkeiten gebunden, die f\u00fcr den Leser unerheblich sind.<\/p>\n<p>Ziel der Berichterstattung darf in einem Rechtsstaat nicht eine soziale Zusatzbestrafung Verurteilter mit Hilfe eines &#8222;Medien-Prangers&#8220; sein. Zwischen Verdacht und erwiesener Schuld ist in der Sprache der Berichterstattung deutlich zu unterscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ich bin mir dabei bewusst, dass Journalist*innen gerne von \u201eBeweisen\u201c sprechen, wenn Polizei oder Staatsanwaltschaft diesen Begriff gebrauchen. Von einer (auch von staatlichen Strafverfolgungsbeh\u00f6rden) unabh\u00e4ngigen Presse muss man aber erwarten, dass dieser Begriff immer in den Kontext laufender Ermittlungen gestellt und darauf hingewiesen wird, dass tats\u00e4chlich das behauptete Ereignis oder die behauptete Motivation gerade noch nicht (rechtskr\u00e4ftig) erwiesen ist, was der letzte Satz der Richtlinie 13.1 des Pressekodex (s.o.) mehr als deutlich macht<a href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Die Autorin schreibt, dass es den Ermittlungsbeh\u00f6rden \u201enur selten gelingt, linksextreme Strukturen aufzudecken\u201c. Woher wei\u00df sie das? Und bezieht sich dies, wie die Wortwahl unterstellt, nur auf linksextreme Strukturen? Hier w\u00e4re mehr als nur ein Hinweis auf tats\u00e4chliche Vers\u00e4umnisse der Ermittlungsbeh\u00f6rden im Bereich des Rechtsextremismus (Stichwort NSU) nicht nur notwendig, sondern unumg\u00e4nglich gewesen. Die Autorin erweckt den genau umgekehrten Eindruck: Gegen Rechts gelingt es, Strukturen aufzudecken, gegen Links ist dies nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Insgesamt fehlt es dem Beitrag an der bei einem solchen gesellschaftspolitisch brisanten Thema und unter Ber\u00fccksichtigung der aktuellen Situation in Deutschland (steigender Rechtsextremismus, zunehmende Abkehr von der Demokratie<a href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a>) notwendige journalistische Sorgfalt. Eskalationen wie hier in Leipzig finden nicht im gesellschaftlichen Vakuum statt. Es w\u00e4re Aufgabe gewesen, in einem solchen umfassenden Beitrag die Ereignisse, das (Straf-)Verfahren und auch die Motive der Tatverd\u00e4chtigen in diesen gesellschaftlichen Kontext zu stellen, vor allem (aber nicht nur), weil sich diese Dinge in Leipzig ereignet haben. Die Frage, warum dies nicht gemacht wurde, kann nicht mit der ansonsten gerne bem\u00fchten Floskel \u201ezu wenig Platz\u201c beantwortet werden. Denn Platz ist auf Seite Drei genug, man muss nur entscheiden, wie oder wof\u00fcr man ihn nutzt.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund erscheint mir ein weiterer Aspekt bedeutsam: Der Beitrag wurde, soweit ich das nachverfolgen konnte, in allen Zeitungen auf der als besonders bedeutsam anzusehenden Seite 3 platziert, die in den Ruhr-Nachrichten beispielsweise als \u201eBlickpunkt\u201c \u00fcberschrieben ist. Meist hat die &#8222;Seite Drei&#8220; den Zweck, ein Thema fundierter zu beleuchten. Hier kommen oft Expert*innen zu Wort und beziehen Stellung<a href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a>. Insofern war die Aufgabe f\u00fcr diesen Beitrag eigentlich klar umschrieben. Wer die Seite 3 bespielen darf, der tr\u00e4gt besondere Verantwortung.<\/p>\n<p>Um dem Beitrag eine (auch) wissenschaftliche Konnotation zu geben, wird am Ende einE Mitarbeiter*in der \u201eBundesfachstelle Linke Militanz\u201c zitiert. Wenn man sich deren <u><a href=\"https:\/\/www.linke-militanz.de\/ueber-uns\/begriffsverstaendnis-linker-militanz\/\">Webseite<\/a><\/u> ansieht, dann findet man dort folgenden Passus:<\/p>\n<p><em>\u201e\u2026 verstehen wir linke Militanz zun\u00e4chst als linksradikalen Habitus mit dem Ziel k\u00e4mpferischen (aber nicht zwangsl\u00e4ufig gewaltt\u00e4tigen), tatorientierten Handelns. Somit wird durch den Begriff ein a) k\u00e4mpferisches (aber nicht unbedingt automatisch gewaltt\u00e4tiges), b) tatbetonendes Auftreten und Handeln mit c) linksradikalen Absichten und Zielen umfasst. Anstatt das Linkssein vorab in einer schablonenartigen Definition festzuzurren, erscheint es uns mit Blick auf ein heterogenes Spektrum, \u2026 vielmehr sinnvoll, konkurrierende Identit\u00e4tskonzepte am Forschungsgegenstand zu rekonstruieren.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Als pseudowissenschaftlich kann und muss man zudem die rechte Spalte sehen, die den Eindruck erweckt, objektive Zahlen und Fakten zum Thema (!) des Beitrages zu liefern. Interessant ist hier zum einen die Tatsache, dass diese Zahlen als \u201erichtig\u201c angenommen und als solche den Leser*innen vermittelt werden, obwohl sie wissenschaftlich betrachtet alles andere als dies sind.<\/p>\n<p>Vor allem aber erstaunt die Anordnung der Informationen. Ganz oben, und quasi parallel zu der \u00dcberschrift des Beitrages, wird mit der \u00dcberschrift diese Spalte quasi determiniert: \u201eNeue Qualit\u00e4t politischer Gewalt\u201c. Selbstverst\u00e4ndlich bezieht die Lesende diese Aussage auf den Inhalt des Beitrages, also auf \u201elinke Gewalt\u201c, und die dann genannte Zahl von 55.000 Straftaten, noch versehen mit dem Hinweis \u201emehr als doppelt so viele wie 2012\u201c, werden diesem Ph\u00e4nomen der \u201elinken Gewalt\u201c bewusst oder unbewusst zugerechnet.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich geht es dann aber um politisch motivierte Kriminalit\u00e4t allgemein, und dies ist eben gerade nicht Gewalt und nicht nur (oder eher sogar: gerade nicht) Kriminalit\u00e4t von links, sondern vor allem solche von rechts. Zwar relativiert sich dies im zweiten Absatz, wenn gesagt wird, dass den gr\u00f6\u00dften Anteil an den erfassten Delikten Sachbesch\u00e4digungen ausmachen. Aber darum geht es in dem Beitrag ja eigentlich nicht.<\/p>\n<p>Wozu also diese Zahlen? Erst am Ende der \u201eStatistikspalte\u201c erfolgt dann die eigentlich f\u00fcr diesen Beitrag m\u00f6glicherweise relevante Information: Bei K\u00f6rperverletzungen wurden die meisten Straftaten aus dem rechten Spektrum ver\u00fcbt (869), und nicht aus dem linken Spektrum (438 Taten). Noch deutlicher wird es, wenn man ganz am Ende der Spalte die Zahl der Todesopfer sieht (und hier sei noch einmal auf die Wortwahl in der \u00dcberschrift verwiesen): Seit 1990 gab es in Deutschland mindestens 113 Todesopfer rechter Gewalt (so die Zahl der Bundesregierung, wobei unstrittig ist, dass diese Erfassung deutliche M\u00e4ngel aufweist), wahrscheinlich aber <u><a href=\"https:\/\/www.amadeu-antonio-stiftung.de\/todesopfer-rechter-gewalt\/\">deutlich \u00fcber 220<\/a><\/u>. Todesopfer linker Gewalt werden hier gar nicht genannt \u2013 nur der Vollst\u00e4ndigkeit halben seien sie hier von mir erg\u00e4nzt: Es waren insgesamt vier.<\/p>\n<p>Und vielleicht noch ein Hinweis auf ein ebenfalls gerne bem\u00fchtes, meist aber vorgeschobenes Argument: Beitr\u00e4ge in Tageszeitungen d\u00fcrfen nicht zu kompliziert, nicht zu komplex, nicht zu tiefgehend, nicht analysierend sein. Warum? Werden die Leser*innen f\u00fcr derart ungebildet gehalten, dass sie komplexe Zusammenh\u00e4nge nicht verstehen (k\u00f6nnen)? Oder zielen Autor*innen und Zeitungen bewusst auf Leser ab, die diese Zusammenh\u00e4nge nicht verstehen wollen? Letzteres erscheint mir, wenn ich den Beitrag als Ganzes betrachte, wahrscheinlich.<\/p>\n<h3>Bochum 31.01.2023<\/h3>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<h6><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Dies veranlasst mich \u00fcbrigens, beim deutschen Presserat eine Beschwerde gegen Sie bzw. die den Beitrag andruckenden Zeitungen einzulegen.<\/h6>\n<\/div>\n<h6><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> S. dazu meinen Beitrag \u201eDie \u201eGerman Angst\u201c. Woher kommt sie, wohin f\u00fchrt sie? Innere vs. gef\u00fchlte Sicherheit. Der Verlust an Vertrauen in Staat und Demokratie. In: Neue Kriminalpolitik 1, 2019, S. 3-12.<\/h6>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<h6><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Die SZ w\u00e4hlt hier einen anderen Weg: \u201eReporterinnen und Reporter beschreiben die Welt nicht nur vom B\u00fcro aus, sie gehen raus, dahin, wo das Leben stattfindet, wo es wehtut und funkelt, zu den Menschen und ihren Geschichten. Um im Kleinsten das Gro\u00dfe zu erkennen. Die SZ widmet der Reportage in jeder Ausgabe ihre Seite Drei\u201c. <u><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Die_Seite_Drei?awc=14827_1675083356_89e8a1b5704f7d10e0726518d108b68d\">Quelle<\/a><\/u> Wenn man diese \u201eFormel\u201c f\u00fcr Seite 3 zugrunde legt, dann fragt man sich, welche Geschichte zu Menschen hier geschrieben werden sollte, \u201eum im Kleinsten das Gro\u00dfe zu erkennen\u201c. Denn vom \u201eGro\u00dfen\u201c ist in dem Beitrag nichts zu finden.<\/h6>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas Feltes Stellungnahme zu dem Beitrag \u201eBrutale Jagd auf Neonazis\u201c von Denise Peikert, erschienen u.a.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-20605","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-blog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20605","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20605"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20605\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20605"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20605"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20605"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}