{"id":2066,"date":"1999-12-20T12:50:23","date_gmt":"1999-12-20T12:50:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?p=2066"},"modified":"1999-12-20T12:50:23","modified_gmt":"1999-12-20T12:50:23","slug":"muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=2066","title":{"rendered":"M\u00fcnchner Polizeiskandale &#8211; Unheimliche Ordnungsh\u00fcter in der heimlichen Hauptstadt"},"content":{"rendered":"<h3>von Siegfried Krempl<\/h3>\n<p><b>Hamburger Kessel &#8211; M\u00fcnchner Kessel. Hamburger Polizeiskandale &#8211; M\u00fcnchner Polizeiskandale: Zwei St\u00e4dte und die gleichen Vorf\u00e4lle! Die Polizeien unserer Gro\u00dfst\u00e4dte entwickeln offenkundig eigene Handlungsdynamiken und unkontrollierbare Eigenarten.<\/b><\/p>\n<p>Die bayerische Metropole war im letzten Jahr ein unr\u00fchmliches Beispiel f\u00fcr Polizeigewalt und Polizeiskandale. M\u00fcnchen steht mit dieser Entwicklung nicht allein. Auch die Polizeien in anderen St\u00e4dten und in anderen Bundesl\u00e4ndern sorgten und sorgen immer wieder f\u00fcr negative Schlagzeilen. Aber in M\u00fcnchen kam es in der j\u00fcngeren Vergangenheit zu einer seltsamen H\u00e4ufung derartiger Vorkommnisse.<!--more--><\/p>\n<h4>Chronik des Schreckens<\/h4>\n<p>Zur Erinnerung m\u00f6chte ich das letzte Jahr der M\u00fcnchner Polizei rekapitulieren. Es begann mit dem Oktoberfest 1998.<\/p>\n<ul>\n<li>Unmittelbar nach dem Oktoberfest gehen \u00fcber 20 Anzeigen wegen K\u00f6rperverletzung und Freiheitsberaubung gegen die &#8222;Wiesnwache&#8220; bei der M\u00fcnchner Staatsanwaltschaft ein. Im Laufe der Ermittlungen erh\u00e4rtet sich der Verdacht wegen Mi\u00dfhandlungen gegen vier Polizisten, besonders gegen einen 35j\u00e4hrigen Polizeibeamten.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn1\" name=\"fnverweis1\">[1]<\/a> \u00d6ffentlich verspricht der M\u00fcnchner Polizeipr\u00e4sident, Dr. Roland Koller, eine Umgestaltung der &#8222;Wiesnwache&#8220;. Es sollen in Zukunft nur noch &#8222;handverlesene und diensterfahrene&#8220; Beamte eingesetzt werden. Die Anzeigenbearbeitung und die Betreuung der Festgenommenen wird zuk\u00fcnftig nur noch von der Kriminalpolizei durchgef\u00fchrt. Zudem werden die sensiblen Bereiche im Umkreis der &#8222;Wiesnwache&#8220; durch Videokameras \u00fcberwacht. Am liebsten w\u00e4re dem Polizeipr\u00e4sidenten ein &#8222;Fr\u00fchwarnsystem&#8220; gewesen, das Problembeamte durch ein Raster ausfindig macht. Dieser Vorschlag scheitert jedoch am Personalrat.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn2\" name=\"fnverweis2\">[2]<\/a> Offensichtlich hat die innerdienstliche Neuorientierung und die gesteigerte Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit einiges bewirkt. 1999 blieben die &#8222;Wiesnpolizisten&#8220; weitgehend unauff\u00e4llig.<\/li>\n<li>Im November 1998 t\u00f6tet eine 23j\u00e4hrige Polizistin in einer Wohnung zwei M\u00e4nner. Eine Kugel durchschl\u00e4gt den K\u00f6rper des Angreifers und t\u00f6tet den dahinterstehenden Bruder ebenfalls. Die Staatsanwaltschaft erkennt auf Notwehr.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn3\" name=\"fnverweis3\">[3]<\/a> Der Todesschu\u00df f\u00fchrt zu einer lebhaften Debatte \u00fcber die Verwendung von Deformationsmunition bei der deutschen Polizei.<\/li>\n<li>Im Dezember 1998 geben zwei angetrunkene Polizisten der Polizeiinspektion 31 (PI 31) mit ihren Dienstwaffen 34 Sch\u00fcsse auf eine Wand in den Dienstzimmern ab. Worauf die Beamten schossen, bleibt bis heute unklar.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn4\" name=\"fnverweis4\">[4]<\/a> Eine Polizistin, die den Vorfall meldet, wird daraufhin gemobbt.<\/li>\n<li>Im Januar 1999 gibt ein Polizist &#8222;versehentlich&#8220; einen Schu\u00df auf einen Autofahrer ab, dessen Wagen bei einer Kontrolle pl\u00f6tzlich anrollt.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn5\" name=\"fnverweis5\">[5]<\/a><\/li>\n<li>Im Februar 1999 begeht die 22j\u00e4hrige Polizistin Silvia Braun, Beamtin der Polizeiinspektion 14, wegen Mobbings und sexueller Bel\u00e4stigung mit ihrer Dienstwaffe Suizid. Die Mutter der Toten erhebt schwere Vorw\u00fcrfe gegen die Polizei. Eine vom Polizeipr\u00e4sidium eingesetzte 16k\u00f6pfige Untersuchungskommission kommt jedoch zu dem Ergebnis, da\u00df &#8222;es Hinweise f\u00fcr gewisse M\u00e4ngel bei der Dienststelle und Fehlverhaltensweisen eines Beamten&#8220; gebe &#8211; &#8222;der Suizid allerdings war dadurch nicht verursacht&#8220;.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn6\" name=\"fnverweis6\">[6]<\/a> Trotzdem mu\u00df der Leiter der PI 14, ein Beamter auf Probe, seinen Posten r\u00e4umen. Er stimmt der Versetzung zur Einsatzabteilung des Polizeipr\u00e4sidiums zu.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn7\" name=\"fnverweis7\">[7]<\/a><\/li>\n<li>Im M\u00e4rz 1999 wird bekannt, da\u00df mehrere Beamte der Polizeiinspektion 28 in Schleuser- und Rauschgiftgesch\u00e4fte verwickelt sein sollen; auch an der F\u00f6rderung der Prostitution sollen sie mitgewirkt haben. Es erfolgen mehrere Festnahmen.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn8\" name=\"fnverweis8\">[8]<\/a> Der Polizeipr\u00e4sident wertet diese Vorkommnisse als &#8222;h\u00f6chst unerfreulich&#8220;. Die Polizisten sollen das Rotlichtmilieu zudem vor Razzien gewarnt haben. Gegen die Verd\u00e4chtigen war schon l\u00e4nger verdeckt ermittelt worden. Der Fall wurde nur deshalb (vorzeitig) bekannt, weil sich der Leiter des Kommissariats 132 (weibliche Prostitution und Zuh\u00e4lterei) an den Petitionsausschu\u00df des Bayerischen Landtages gewandt hatte. In dieser Petition hatte er \u00fcber die laufenden Ermittlungen berichtet und um mehr Schutz f\u00fcr die ihm unterstellten ermittelnden Beamten gebeten. In dem Schreiben an den Landtag hatte der Leiter des K 132 auch die Lage in der M\u00fcnchner Polizei bewertet; im Polizeipr\u00e4sidium werde nur vertuscht und gelogen. Als die Petition bekannt wird, werden gegen ihn strafrechtliche und disziplinarrechtliche Ermittlungen eingeleitet; er wird vom Dienst suspendiert; seine Bez\u00fcge werden um 30% gek\u00fcrzt; Sonderzahlungen werden gestrichen.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn9\" name=\"fnverweis9\">[9]<\/a><\/li>\n<li>Im M\u00e4rz 1999 best\u00e4tigt die M\u00fcnchner Polizei Berichte, nach denen der Telefonh\u00f6rer einer Sekret\u00e4rin beim Sondereinsatzkommando (SEK) mit S\u00e4ure pr\u00e4pariert worden sei. Hintergrund dieses Vorkommnisses sollen Spannungen zwischen der Sekret\u00e4rin und den Beamten gewesen sein.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn10\" name=\"fnverweis10\">[10]<\/a><\/li>\n<li>Im selben Monat wird bekannt, da\u00df ein Polizeibeamter 46.000,- DM unterschlagen hatte, die er offensichtlich aus seiner vormaligen T\u00e4tigkeit im Gl\u00fccksspieldezernat bei Razzien sichergestellt hatte.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn11\" name=\"fnverweis11\">[11]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Bis Mitte M\u00e4rz listete das Polizeipr\u00e4sidium in dem Rundschreiben &#8222;Vorkommnisse bei der M\u00fcnchner Polizei&#8220; innerhalb eines Zeitraumes von 16 Monaten 18 F\u00e4lle auf, die die Polizei in Verruf gebracht hatten. Nach der Sommerpause setzte sich die Serie fort.<\/p>\n<ul>\n<li>Polizisten wurden in einer italienischen Gastst\u00e4tte gro\u00dfz\u00fcgige Rabatte einger\u00e4umt. Als diese Nachl\u00e4sse nicht mehr gew\u00e4hrt wurden, sollen sie sich mit einer Razzia revanchiert haben.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn12\" name=\"fnverweis12\">[12]<\/a><\/li>\n<li>Zur gleichen Zeit wurde publik, da\u00df Beamte der Polizeiinspektion 43 &#8222;offensichtlich betrunkene G\u00e4ste&#8220; eines Lokals kilometerweit fahren lie\u00dfen, ohne die Trunkenheitsfahrt vorher zu verhindern. Durch die dann erstellten Strafanzeigen wollten sie ihre &#8222;Erfolgsbilanz&#8220; verbessern.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn13\" name=\"fnverweis13\">[13]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h4>Die Antwort des Innenministeriums<\/h4>\n<p>Der bayerische Innenminister G\u00fcnther Beckstein k\u00fcndigte an, hart durchzugreifen. Als Sofortma\u00dfnahme erlie\u00df das Polizeipr\u00e4sidium ein absolutes Alkoholverbot f\u00fcr alle Dienststellen. Der Innenminister stellte ein &#8222;9-Punkte-Programm&#8220; f\u00fcr die M\u00fcnchner Polizei vor.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn14\" name=\"fnverweis14\">[14]<\/a> Danach sollen neue Polizisten st\u00e4rker nach sozialer Kompetenz ausgew\u00e4hlt werden, die Integration von Frauen soll deutlich verbessert werden, eine Umfrage soll die spezifischen Probleme bei der M\u00fcnchner Polizei aufdecken. Weiterhin soll die gesamte &#8222;wasserk\u00f6pfige&#8220; Verwaltung des Pr\u00e4sidiums untersucht und &#8222;verschlankt&#8220; werden. Es sollen berufserfahrene PolizistInnen im Wach- und Streifendienst eingesetzt werden. Die Aufstiegsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr StreifenbeamtInnen sollen attraktiver gestaltet, und durch Versetzungen soll die Altersstruktur bei der M\u00fcnchner Polizei ver\u00e4ndert werden. Erg\u00e4nzend werde man sich um mehr Ortsans\u00e4ssige in der M\u00fcnchner Polizei bem\u00fchen und den Schichtdienst bedarfsgerechter gestalten. Damit, so Beckstein, solle auch falsch verstandener Kameraderie und Abschottungstendenzen, die zum Suizid der gemobbten Polizistin gef\u00fchrt haben, entgegengewirkt werden.<\/p>\n<p>Als sichtbares Zeichen seiner Aktivit\u00e4ten setzte Beckstein seinen Staatssekret\u00e4r Hermann Regensburger an die Seite des Polizeipr\u00e4sidenten. Regensburger soll in Zusammenarbeit mit Koller bei der Umsetzung des &#8222;9-Punkte-Programms&#8220; helfen und alle wichtigen Sitzungen beobachten. Der Vorsitzende des M\u00fcnchner Bezirkspersonalrats forderte in diesem Zusammenhang zur Konfliktl\u00f6sung mehr &#8222;gstandene Mannsbilder&#8220; bei der Polizei, weil es nicht funktionieren k\u00f6nne, wenn jemand &#8222;aus einem Bauerndorf in eine Millionenstadt versetzt wird&#8220;.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn15\" name=\"fnverweis15\">[15]<\/a> Eine Polizistin fand diese \u00c4u\u00dferung unannehmbar. In einem Leserbrief<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn16\" name=\"fnverweis16\">[16]<\/a> schrieb sie, &#8222;da\u00df diese Meinung an \u00dcberheblichkeit und Borniertheit nicht zu \u00fcberbieten ist&#8220;. Sie zeuge &#8222;doch nur von Hilflosigkeit und Abw\u00e4lzungsversuchen im Umgang mit dem tragischen Selbstmord meiner Polizeikollegin&#8220;. Zur Situation in der M\u00fcnchner Polizei f\u00fchrte sie aus, &#8222;wir haben es z.T. mit Vorgesetzten zu tun, denen Engagement, Zivilcourage, Menschlichkeit und Anstand fremd sind.&#8220; Die Ehrlichkeit der Polizistin wurde nicht belohnt. Der Bezirkspersonalrat drohte ihr eine Unterlassungsklage an. Bei Wiederholung ihrer Meinung forderte er 5.000,- DM. Das Polizeipr\u00e4sidium verf\u00fcgte eine Verwaltungsanh\u00f6rung, die Vorstufe zu einer Disziplinarstrafe, gegen die Polizistin.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn17\" name=\"fnverweis17\">[17]<\/a><\/p>\n<h4>Unabh\u00e4ngige Peinelt-Umfrage<\/h4>\n<p>Die vom bayerischen Innenministerium angek\u00fcndigte Befragung M\u00fcnchner Polizistinnen und Polizisten fand im Sommer 1999 statt. Eingesetzt wurde ein anonymisierter mehrseitiger Fragebogen. Das pers\u00f6nliche und allgemeine Empfinden sowie die Bewertung der verschiedenen Hierarchieebenen stand im Vordergrund der Erhebung, die von einem unabh\u00e4ngigen Umfrageinstitut durchgef\u00fchrt wurde. Noch vor der offiziellen Ver\u00f6ffentlichung der Studie wurde bekannt, da\u00df nach Meinung von 17% der Polizistinnen sexuelle Bel\u00e4stigungen h\u00e4ufig vorkommen. 9% der Beamtinnen gaben an, selbst mehrfach Opfer sexueller Bel\u00e4stigung geworden zu sein. Ein Viertel der M\u00e4nner und 33% der Frauen gaben an, schon einmal am Arbeitsplatz gemobbt worden zu sein. Zugleich nahm die Mehrzahl der Befragten jedoch in ihrer gegenw\u00e4rtigen Dienststelle kaum oder gar keine Spannungen wahr.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn18\" name=\"fnverweis18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>In seiner Bewertung der Studie sah Polizeipr\u00e4sident Koller erfreulich positive Aspekte. Nur 50% der PolizistInnen hatten sich an der Befragung beteiligt. &#8222;Die Annahme&#8220;, so Koller, &#8222;da\u00df der gro\u00dfe Rest im gro\u00dfen und ganzen zufrieden ist, ist sicher nicht abwegig. Der Effizienzparameter der Polizei ist die Sicherheitslage in M\u00fcnchen, und die ist ausgezeichnet. Dies beinhaltet auch, da\u00df sich die Polizei prim\u00e4r mit ihren wirklichen Sicherheitsproblemen besch\u00e4ftigen mu\u00df und nicht mit Nebenkriegsschaupl\u00e4tzen.&#8220;<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn19\" name=\"fnverweis19\">[19]<\/a> Auch die Polizeigewerkschaften (Gewerkschaft der Polizei und Deutsche Polizeigewerkschaft) trugen nicht zur Aufkl\u00e4rung der Vorf\u00e4lle bei. Die wenigen Reformvorschl\u00e4ge gingen in gegenseitigen Anschuldigungen und &#8222;Schauk\u00e4mpfen an den Schwarzen Brettern&#8220; unter.<\/p>\n<h4>Mobbing<\/h4>\n<p>Viele Skandale bei der M\u00fcnchner Polizei waren die Folge von Mobbing. Dies wird von Betroffenen ge\u00e4u\u00dfert; und dies wurde in der schriftlichen Befragung der Besch\u00e4ftigten des Polizeipr\u00e4sidiums best\u00e4tigt. Doch die Polizeif\u00fchrung weigert sich, dieses Problem konsequent aufzugreifen. Es gibt Opferbetreuungsstellen, Frauenbeauftragte, in einigen St\u00e4dten Beauftragte f\u00fcr Homosexuelle und Suchtberater bei der Polizei. Ombudsstellen f\u00fcr Mobbing existieren nicht. Im Unterschied zu den Genannten w\u00e4re eine Voraussetzung f\u00fcr Mobbing-Beauftragte allerdings, da\u00df sie nicht aus dem &#8222;Apparat&#8220; selbst kommen. Das mangelnde Vertrauen Betroffener in betriebsinterne Instanzen resultiert aus deren Besetzung mit Polizisten und Polizistinnen. Viele Polizeiangeh\u00f6rige, und dies gilt auch f\u00fcr die vorher genannten Beauftragten, identifizieren sich h\u00e4ufig eher mit ihrer Beh\u00f6rde. Die n\u00f6tige Distanz, als Voraussetzung f\u00fcr effektive Hilfe, fehlt. Auch die gemobbte Polizistin Silvia Braun wandte sich an Vorgesetzte, Personalvertreter und Frauenbeauftragte. Keine Stelle gab ihr das Vertrauen und die Hoffnung auf Besserung.<\/p>\n<p>Insgesamt sind Selbstt\u00f6tungen in einer m\u00e4nnlich und oft martialisch gepr\u00e4gten Polizei keine Seltenheit. Mobbing, traumatische Erlebnisse, Belastungen im Schichtdienst, fehlende Supervision und die damit verbundenen psychischen und famili\u00e4ren Probleme sowie die Verf\u00fcgbarkeit der Dienstwaffe k\u00f6nnen zu fatalen Handlungszw\u00e4ngen f\u00fchren. Die kausalen Zusammenh\u00e4nge sind einleuchtend, durch pers\u00f6nliche Schicksale belegt und durch Mobbingforscher bewiesen.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn20\" name=\"fnverweis20\">[20]<\/a> In einer nicht repr\u00e4sentativen Untersuchung hat Dieter Hartwig, ein Polizist aus Nordrhein-Westfalen, die erh\u00f6hte Suizidrate innerhalb der Polizei skizziert.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn21\" name=\"fnverweis21\">[21]<\/a> Danach entfielen auf die Allgemeinbev\u00f6lkerung statistisch 12,7 Selbstt\u00f6tungen auf 100.000 Einwohner, von 100.000 Polizeiangeh\u00f6rigen begingen jedoch 19,6 Suizid. 87% benutzten hierbei die Dienstwaffe. Die Mehrzahl der Betroffenen befand sich in den Altersgruppen der 20-30j\u00e4hrigen sowie der 50-60j\u00e4hrigen. Untersuchungen aus den USA belegen, da\u00df bei New Yorker PolizistInnen die Suizidrate doppelt so hoch ist.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn22\" name=\"fnverweis22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>Im Zusammenspiel mit Kontrollinstanzen k\u00f6nnten sogenannte Dienstvereinbarungen zur Mobbingabwehr und -pr\u00e4vention zwischen \u00f6ffentlichen Arbeitgebern und jeweiligen Personalvertretungen geschlossen werden. Derartige \u00dcbereink\u00fcnfte bestehen bereits in Hamburg und in Berlin. Das Regelwerk verpflichtet die Vertragsparteien, mit allen Mitteln aktiv gegen Mobbing vorzugehen. Auch die Vorgesetzten in der Polizei haben eine besondere Verpflichtung zum Schutz ihrer &#8222;Untergebenen&#8220;. Mit \u00a7 357 Strafgesetzbuch sind sie auch strafrechtlich verantwortlich. Dieser Paragraph besagt u.a., da\u00df &#8222;ein Vorgesetzter, welcher seine Untergebenen zu einer rechtswidrigen Tat im Amt verleitet oder zu verleiten unternimmt oder <i>eine solche rechtswidrige Tat seiner Untergebenen geschehen l\u00e4\u00dft&#8220;<\/i> sich strafbar macht (Hervorhebung S.K.). Mobbing geht oft einher mit Beleidigung, Verleumdung, \u00fcbler Nachrede, N\u00f6tigung. Vorgesetzte, die in Kenntnis des Problems unt\u00e4tig sind, k\u00f6nnten damit zur Rechenschaft gezogen werden.<\/p>\n<h4>L\u00f6sungen!?<\/h4>\n<p>Dieser &#8222;Scherbenhaufen&#8220; (so ein SPD-Abgeordneter), die Skandale der M\u00fcnchner Polizei besch\u00e4ftigten auch den Landtag. SPD und Gr\u00fcne\/B\u00fcndnis 90 forderten im M\u00e4rz 1999 einen parlamentarischen Untersuchungsausschu\u00df sowie die externe Kontrolle der Polizei.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn23\" name=\"fnverweis23\">[23]<\/a> In beiden Fragen konnten sich die Oppositionsparteien nicht durchsetzen.<\/p>\n<p>Die M\u00fcnchner Vorf\u00e4lle belegen jedoch nachdr\u00fccklich, da\u00df die dienstinternen Kontrollmechanismen (Vorgesetzte und Dezernate f\u00fcr Amtsdelikte) nicht oder nur mangelhaft funktionieren und externe Kontrollen der Polizei erforderlich sind. Sowohl von Teilen der bayerischen Politik als auch von den &#8222;Kritischen PolizistInnen&#8220; wurden verschiedene Vorschl\u00e4ge zur Diskussion gestellt:<\/p>\n<ul>\n<li>Police Complaints Commissions (Beschwerdeinstanzen) gibt es in England, Kanada, den USA und Australien. In den Niederlanden stehen Ombudsm\u00e4nner\/ -frauen als AnsprechpartnerInnen zur Verf\u00fcgung. Deutschland hat hier gro\u00dfen Nachholbedarf.<\/li>\n<li>Konkret wurde eine Polizeikommission nach Hamburger Vorbild gefordert. An diese Kommission k\u00f6nnen sich B\u00fcrgerInnen und PolizistInnen mit Beschwerden wenden.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn24\" name=\"fnverweis24\">[24]<\/a> Der 3k\u00f6pfigen Kommission geh\u00f6ren keine PolizistInnen an; sie besitzt ein Auskunfts- und Akteneinsichtsrecht, jedoch kein Zeugnisverweigerungsrecht. Die Kommission erstattet der Hamburger B\u00fcrgerschaft j\u00e4hrlich Bericht. F\u00fcr PolizistInnen k\u00f6nnte die Anrufung der Kontrollkommission jedoch problematisch werden, sofern sie bei dienstlichen Vorf\u00e4llen den vorgeschriebenen Dienstweg, die Meldepflicht an die Vorgesetzten, \u00fcbergehen.<\/li>\n<li>Die alte Forderung nach allgemeiner Einf\u00fchrung von Namensschildern f\u00fcr Polizisten und Polizistinnen und die Vorstellung einer B\u00fcrgerhospitation gewannen in der Skandalserie neue Attraktivit\u00e4t. Auch die B\u00fcrgerhospitation, die Begleitung der Polizeistreifen durch B\u00fcrgerrechtsorganisationen, kann kontrollierend auf polizeiliches Handeln wirken. In Deutschland wurde diese M\u00f6glichkeit schon einmal in einem Schutzbezirk in Bonn praktiziert.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn25\" name=\"fnverweis25\">[25]<\/a><\/li>\n<li>Auch die Aufnahme von externen DozentInnen an Polizeischulen sowie die verst\u00e4rkte Ber\u00fccksichtigung sozialer Kompetenzen und Kritikf\u00e4higkeit bei der Auswahl von Polizistinnen und Polizisten geh\u00f6ren zu den Voraussetzungen einer rechtsstaatlichen Polizei.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In den F\u00fchrungsetagen bayerischer Polizeipolitik sto\u00dfen solche \u00dcberlegungen jedoch auf taube Ohren. Nach Ansicht des bayerischen Staatssekret\u00e4rs des Innern, Regensburger, bestehen die Probleme offensichtlich in der Parteizugeh\u00f6rigkeit der PolizistInnen: &#8222;Ein Polizeibeamter, der nicht bei der CSU ist, hinter den mu\u00df man ein Fragezeichen machen&#8220;.<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fn26\" name=\"fnverweis26\">[26]<\/a> Diese Aussage spricht B\u00e4nde!<\/p>\n<h5>Siegfried Krempl ist Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizistinnen und Polizisten und arbeitet als Polizeibeamter in M\u00fcnchen.<\/h5>\n<h6><a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis1\" name=\"fn1\">[1]<\/a> Der Spiegel 1998, Nr. 44, S. 112<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis2\" name=\"fn2\">[2]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 12.1.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis3\" name=\"fn3\">[3]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 30.11.1998<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis4\" name=\"fn4\">[4]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 22.7.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis5\" name=\"fn5\">[5]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 9.\/10.1.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis6\" name=\"fn6\">[6]<\/a> zit. nach S\u00fcddeutsche Zeitung v. 6.4.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis7\" name=\"fn7\">[7]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 9.4.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis8\" name=\"fn8\">[8]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 18.3.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis9\" name=\"fn9\">[9]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 4.11.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis10\" name=\"fn10\">[10]<\/a> Der Tagesspiegel v. 16.3.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis11\" name=\"fn11\">[11]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 26.3.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis12\" name=\"fn12\">[12]<\/a> die tageszeitung v. 18.8.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis13\" name=\"fn13\">[13]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 17.8.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis14\" name=\"fn14\">[14]<\/a> Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern v. 17.3.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis15\" name=\"fn15\">[15]<\/a> M\u00fcnchener Merkur v. 17.2.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis16\" name=\"fn16\">[16]<\/a> M\u00fcnchener Merkur v. 3.3.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis17\" name=\"fn17\">[17]<\/a> M\u00fcnchener Merkur v. 24.3.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis18\" name=\"fn18\">[18]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 28.10.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis19\" name=\"fn19\">[19]<\/a> Statement des M\u00fcnchner Polizeipr\u00e4sidenten an alle Besch\u00e4ftigten v. 21.10.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis20\" name=\"fn20\">[20]<\/a> Dieter Groeblinghoff, Mobbingforscher aus Hamburg<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis21\" name=\"fn21\">[21]<\/a> Hartwig, D.: Suizide von Polizeibeamten, in: Kriminalistik 1998, H. 3, S. 186-190<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis22\" name=\"fn22\">[22]<\/a> ebd., S. 187<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis23\" name=\"fn23\">[23]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 27.\/28.3.1999<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis24\" name=\"fn24\">[24]<\/a> siehe im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.hamburg.de\/Behoerden\/PK\" target=\"1\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.hamburg.de\/Behoerden\/PK<\/a><br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis25\" name=\"fn25\">[25]<\/a> General-Anzeiger (Bonn) v. 19.7.1995<br \/>\n<a href=\"\/1999\/12\/20\/muenchner-polizeiskandale-unheimliche-ordnungshueter-in-der-heimlichen-hauptstadt\/#fnverweis26\" name=\"fn26\">[26]<\/a> TV-M\u00fcnchen, Sendung am 23.3.1999<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Siegfried Krempl Hamburger Kessel &#8211; M\u00fcnchner Kessel. 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