{"id":2102,"date":"1999-08-20T13:11:16","date_gmt":"1999-08-20T13:11:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?p=2102"},"modified":"1999-08-20T13:11:16","modified_gmt":"1999-08-20T13:11:16","slug":"zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=2102","title":{"rendered":"Zunehmende Lust auf Jugend, Gewalt und Kriminalit\u00e4t &#8211; Die aktuelle kriminalpolitische Jugenddebatte"},"content":{"rendered":"<h3>von Helga Cremer-Sch\u00e4fer<\/h3>\n<p><b>Die T\u00e4ter w\u00fcrden \u201eimmer mehr, immer j\u00fcnger, immer brutaler\u201c, verk\u00fcnden die Zeitungen. Die Formulierung ist nicht mehr frisch. Sie wurde schon in den 70er Jahren der Elterngeneration der heutigen Jugend entgegengehalten und l\u00f6ste schon damals Beunruhigung aus. Die Reaktionen auf den Befund der \u201esteigenden Kinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c und \u201ezunehmenden Gewaltbereitschaft\u201c bilden eine \u201eMischung aus Strenge und ausgestreckter Hand\u201c.[<a name=\"fnverweis1\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn1\">1<\/a>]<\/b><\/p>\n<p>Das heutige \u00f6ffentliche Reden \u00fcber die \u201esteigende Kinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c ist wie kein anderes \u00fcber Massenmedien vermittelt.[<a name=\"fnverweis2\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn2\">2<\/a>] Einfache \u201elaw-and-order-Kampagnen\u201c expandierten zu einem \u201eDramatisierungsverbund\u201c. An diesem Spiel beteiligen sich in unterschiedlichen Rollen Polizei, Politik, Soziale-Probleme-Professionen, konservative, sozialdemokratische und liberale Fraktionen der Kulturkritik, Medien und Wissenschaft. Sie spielen gegeneinander und konstituieren so das gemeinsame Spiel der \u201esteigenden Kinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p>Das Reden und Schreiben \u00fcber \u201eKriminalit\u00e4t\u201c und \u201eGefahren\u201c erf\u00fcllt zwar viele Unterhaltungsaufgaben. Kriminalit\u00e4tsdiskurse und vor allem solche \u00fcber \u201edie Gewalt\u201c definieren aber stets bestimmte Gruppen als ein \u201eProblem\u201c, als \u201eRisiko\u201c und \u201eGefahr\u201c. Im Extremfall werden \u201eFeindbilder\u201c erzeugt, \u201eSonderbehandlung\u201c und damit Formen sozialer Ausschlie\u00dfung legitimiert.<!--more--><\/p>\n<p>Um aus \u201eKinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c eine Bedrohung f\u00fcr die Gesellschaft zu machen, mu\u00df man zun\u00e4chst einfach deren Anstieg behaupten. Man ben\u00f6tigt ferner eine PR-Abteilung, um die Diagnose zu verbreiten; die Mitspieler im Dramatisierungverbund, insbesondere auch die Wissenschaft, schlie\u00dfen sich f\u00fcrsorglich und interessiert an. Was als Beleg gilt, entnehme man den fr\u00fcheren Kampagnen.<\/p>\n<p>Von unsch\u00e4tzbarem Wert ist dabei die j\u00e4hrliche Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Man kann sich darauf verlassen, mindestens einen Anla\u00df f\u00fcr Sorge und Beunruhigung zu haben. Wie das funktioniert, hat j\u00fcngst der neue Bundesinnenminister Otto Schily demonstriert. Die diesj\u00e4hrige PKS, die erste nach dem Regierungswechsel, bietet eigentlich keinen Anla\u00df zur Dramatisierung der \u201eSicherheitslage\u201c: niedrigster Stand der Straftaten seit 1993, h\u00f6chste Aufkl\u00e4rungsquote seit 1966, nichtdeutsche Tatverd\u00e4chtige finden sich immer weniger. Wie gut, da\u00df Schily wenigstens \u201edie hohe Zahl der Kinder- und Jugendstraft\u00e4ter\u201c als \u201ebedenklich\u201c bezeichnen konnte und so keinen Anla\u00df zu sehen braucht, \u201evon einer deutlichen Entspannung der Situation zu sprechen\u201c.[<a name=\"fnverweis3\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn3\">3<\/a>] Die Headlines der Medien brauchen nicht wesentlich ver\u00e4ndert zu werden.<\/p>\n<h4>Moral-Paniken<\/h4>\n<p>Mit einer neuen Entwicklung hat man es bei der \u201eKinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c in den 90er Jahren aber nicht zu tun. Die verschiedenen Debatten in den 80ern \u00fcber \u201eJugend und Gewalt\u201c, die \u201eAusl\u00e4nderkriminalit\u00e4t\u201c, Hooligans oder den \u201eKrieg in den St\u00e4dten\u201c zwischen ausl\u00e4ndischen Jugendbanden und den rechten Skins wurden nach den Erfahrungen des Golfkrieges und denen mit der deutschen Vereinigung zum Problem \u201eJugendgewalt\u201c verdichtet. In den Kontext einer Debatte um die Jugend gestellt, konnte ein politischer Konflikt, die fremdenfeindlich und wohlstandschauvinistisch motivierten Gewaltt\u00e4tigkeiten von jungen Leuten, erfolgreich entpolitisiert werden.<\/p>\n<p>\u201eGewaltbereite Jugend\u201c meint immer gleichzeitig: \u201eNazi-Kids\u201c, die Pogrome und Menschenjagden veranstalten, Hooligans, Autonome, Skinheads, T\u00fcrkenbanden und Aussiedler (\u201eRu\u00dflanddeutsche\u201c), die \u201eKrieg in den St\u00e4dten\u201c f\u00fchren und durch die \u201eSiedlungen in Angst leben\u201c; es meint weiter die \u201eKids ohne Gnade\u201c, die auf der Stra\u00dfe stehlen, rauben, Autos knacken, Sch\u00fcler, die den Gegner treten, wenn er schon am Boden liegt, \u201eKinder, die t\u00f6ten\u201c und Kleinkinder, die sich verhauen, weil sie zu viel fernsehen; \u201ewie Helden in US-Serien hauen sie drauf\u201c. All diesen Subjekten zwischen drei und 27 Jahren wird als Gemeinsamkeit das abstrakte Motiv der \u201eGewaltbereitschaft\u201c zugeschrieben. Weitere Stichworte lauten: ausl\u00e4nderfeindlich, geil auf Gewalt, Nervenkitzel, Geld und Ehre, Allmachtsgef\u00fchl, Befreiung aus der Ohnmacht, Reaktion auf Frustrationen.<\/p>\n<p>Die Diskussion um die \u201eGewaltbereitschaft\u201c der Jugend wurde insbesondere in den 90ern in zwei Richtungen intensiviert. Einerseits wurde der Topos \u201edie T\u00e4ter werden immer mehr, immer j\u00fcnger und brutaler\u201c von Jugendlichen auf Kinder erweitert. Um die Entwicklung weiterhin als bedrohlich darstellen zu k\u00f6nnen, verfiel man auf das Argument der gro\u00dfen Zahl: \u201esteigende Kinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c. Erst die Bagatellen jedoch geben die Masse: \u201eSchwarzfahren f\u00fchrt die Liste an.\u201c[<a name=\"fnverweis4\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn4\">4<\/a>]<\/p>\n<h4>Entpolitisierung und Personalisierung<\/h4>\n<p>Die Rede von der \u201esteigenden Kinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c bzw. der \u201ewachsenden Gewaltbereitschaft\u201c erweist sich durchaus als n\u00fctzlich. Kriminalit\u00e4t und Gewalt dienen generell dazu, \u00f6ffentlich Unbehagen und Angst \u00fcber \u00f6konomische und gesellschaftliche Entwicklungen zu artikulieren. Indem dies am Thema \u201eKriminalit\u00e4t\u201c aufgeh\u00e4ngt wird, findet eine \u201eVerschiebung\u201c der Diskussion statt. Man braucht nicht direkt \u00fcber das zu sprechen, was an gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen Unbehagen verursacht, sondern kann dar\u00fcber schreiben, wer Angst macht. Die Konstruktion einer bedrohlichen Generation von Kindern, Jugendlichen oder Ausl\u00e4ndern erm\u00f6glicht es, statt \u00fcber Kapitalismus, Ausschlie\u00dfung aus dem Arbeitsmarkt, \u00fcber Konflikte um Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen oder \u00fcber politische Korruption, wirtschaftliche Konkurrenz und Ausbeutung zu sprechen, die \u201eEllenbogengesellschaft\u201c zu beklagen.<\/p>\n<p>\u201eIn einer darwinistisch funktionierenden Gesellschaft triumphiert in allen Lebenslagen der Nahkampf \u00fcber die N\u00e4chstenliebe. Selbstlosigkeit, F\u00fcrsorge, Sensibilit\u00e4t \u2013 damit, das ist die Botschaft an die n\u00e4chste Generation, kann hier doch keiner mehr was werden,\u201c so klagt der \u201eSpiegel\u201c. \u201eWer den Sprung aufs Gymnasium schaffen will, darf Schw\u00e4chere nicht abgucken lassen. Wer einen Lehr- oder Arbeitsplatz sucht, mu\u00df Mitbewerber ausbooten. Wer ein Held der Schlagzeilen werden will, mu\u00df Kil-lerinstinkt haben \u2013 ob auf dem Tennisplatz oder vor dem Asylantenheim. Wer an die Spitze von Wirtschaft und Politik dr\u00e4ngt, mu\u00df sich und seine Interessen eiskalt durchbarscheln. Das lernen Kinder schnell.\u201c5[<a name=\"fnverweis5\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn5\">5<\/a>]<\/p>\n<p>Das \u201eSpiegeln\u201c als eine gesellschaftliche Praxis bedeutet aber nicht, sich zu erkennen. Verschieben und Projizieren zielt darauf ab, die Mitarbeit an einer \u201edarwinistisch funktionierenden Gesellschaft\u201c zu verkennen; es kann auch \u00fcber die drohende Bedeutungs- und Machtlosigkeit beruhigen. Wenn im Zusammenhang von \u201eKriminalit\u00e4t\u201c \u00fcber gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse (Arbeitslosigkeit, Armut, versch\u00e4rfte Konkurrenz) oder \u00fcber die Zumutungen durch Institutionen (Schule, Markt, Medien) geklagt wird, geht es nicht um eine \u201ePolitisierung\u201c, d.h. um Demokratisierung von Organisationen oder eine Reform von Strukturen. Da\u00df \u201eetwas schief l\u00e4uft in der Gesellschaft\u201c f\u00fchrt \u00fcber eine Argumentationsschlaufe zur Personalisierung des Problems. Es bilden sich \u201ekriminelle Motive\u201c heraus. SozialwissenschaftlerInnen und KriminologInnen ziehen zur Zeit besonders gerne die Verbindung von \u201eArmut und Kriminalit\u00e4t\u201c oder \u201eDesorganisation und Gewalt\u201c. Steigt die Jugendarmut, dann steigt die Jugendkriminalit\u00e4t, lautet die einfache Erkl\u00e4rung. So schreibt z.B. Christian Pfeiffer, ein in der \u00f6ffentlichen Debatte sehr aktiver Kriminologe, (jungen) armen Leuten u.a. folgende Motive und Dispositionen zu:<\/p>\n<p>\u201eWenn in einer Gesellschaft die Gegens\u00e4tze von Arm und Reich zunehmen, steigt der &#8218;Anomie-Druck&#8216;. Die in den Massenmedien und den Auslagen der Kaufh\u00e4user allgegenw\u00e4rtige Konsumwerbung wendet sich zwar prim\u00e4r an die wachsende Zahl der Wohlhabenden, erreicht aber mit ihren psychologisch geschickt vorgetragenen Appellen an die Kauflust aller B\u00fcrger auch solche, die von Sozialhilfe leben m\u00fcssen. (&#8230;) In einer Gesellschaft, in der der Wert eines Menschen in hohem Ma\u00dfe durch seinen \u00f6konomischen Status bestimmt wird (&#8218;haste was, biste was \u2013 haste nichts, biste nichts&#8216;), ist f\u00fcr den von Armut Betroffenen der Schritt zur Straftat dann oft nicht mehr weit (&#8217;nimmste, was, haste was \u2013 haste, was, biste was&#8216;). Armut kann unter diesen Rahmenbedingungen sehr wohl eine Motivation erzeugen, die zur Eigentumskriminalit\u00e4t f\u00fchrt.\u201c[<a name=\"fnverweis6\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn6\">6<\/a>]<\/p>\n<p>Bei dieser Anthropologie des Menschen (er ist kauflustig und m\u00f6chte etwas wert sein) braucht es noch zwei weitere Bedingungen, die kriminellen Motivationen und Handlungen zu erzeugen. Erstens: Solange junge arme Leute sich noch Hoffnungen auf ein sp\u00e4teres, gesichertes Einkommen machen (weil sie z.B. trotz ihrer Benachteiligung als Ausl\u00e4nderInnen einen Ausbildungsplatz erhalten), k\u00f6nnen sie die \u201eBefriedigung ihrer Konsumw\u00fcnsche leichter zur\u00fcckstellen\u201c. Ohne diese Aussicht geraten sie \u201eeher in Gefahr der Versuchung, der kriminellen L\u00f6sung des Problems zu erliegen\u201c. Wenn noch hinzukommt, da\u00df nicht einmal politische Bewegungen ihnen \u201eUtopien\u201c glaubhaft machen, dann \u201ebilden sich zunehmend voneinander abgegrenzte Randgruppen der Gesellschaft, die sich ausgeschlossen f\u00fchlen und miteinander um die knappen Ressourcen von Arbeit, Wohnung und staatlicher Unterst\u00fctzung konkurrieren und sich teilweise auch aggressiv bek\u00e4mpfen.\u201c Unterstellt wird: Der Mensch brauche zwar nicht den Himmel auf Erden, wohl aber die Hoffnung darauf, da\u00df es im Diesseits besser wird.<\/p>\n<p>Zweitens: Wer in Institutionen \u201eeingebunden ist\u201c, in der Familie lebt, in der Schule lernt, im Betrieb arbeitet oder sich im Freizeitbereich besch\u00e4ftigt und unterh\u00e4lt, der verh\u00e4lt sich konform. Soweit Institutionen intakt seien und ein soziales Netz bildeten, erf\u00fcllten sie ihre \u201eKontrollfunktion\u201c. Wenn sich arme Leute nicht-strafrechtlicher Kontrolle entziehen oder wenn ihre Familien, Schulen, Nachbarschaften nicht funktionieren, dann wachse \u201edas Risiko, da\u00df ihre Armut auch zu Kriminalit\u00e4t f\u00fchrt.\u201c[<a name=\"fnverweis7\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn7\">7<\/a>]<\/p>\n<p>Die Darstellung von Theorien der \u201esozialen Ursachen\u201c der Kriminalit\u00e4t f\u00fchrt paradoxerweise nicht dazu, die sozialen Probleme in den Vordergrund zu r\u00fccken. Die Aufmerksamkeit bleibt an Personen h\u00e4ngen. \u201eWie Helden in US-Serien hauen sie drauf \u2013 Die Abw\u00e4rtsspirale beginnt, wenn Eltern sich nicht um ihre Kinder k\u00fcmmern\u201c, so titelt die Frankfurter Rundschau in ihrer Serie \u00fcber Jugendkriminalit\u00e4t: \u201eDer Katalog geht von A wie Arbeitslosigkeit bis Z wie Zappen. Die Faktoren, die Wissenschaftler und Praktiker als Ursache f\u00fcr kriminelles Verhalten anf\u00fchren, erreichen eine stattliche Zahl. Wenn man das alles zusammenzieht, m\u00fc\u00dfte eigentlich jeder Jugendliche krumme Dinger drehen.\u201c[<a name=\"fnverweis8\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn8\">8<\/a>]<\/p>\n<h4>F wie Familie<\/h4>\n<p>Der wichtigste Buchstabe bleibt jedoch das F: Die Familie. Den Delinquenten fehle \u201eBasissozialisation\u201c. Der alte Vorwurf der Verwahrlosung, dem sich proletarische Familien traditionell ausgesetzt sehen, wird von WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen in neuem Gewand pr\u00e4sentiert. \u201eTeilnahmsloser Erziehungsstil\u201c, auch bei \u201ewirtschaftlicher Armut im Elternhaus\u201c ersetzen \u201eGeld und Konsumg\u00fcter Erziehung und Zuwendung\u201c; \u201ewenn der Vater seinen Spr\u00f6\u00dfling mit Pr\u00fcgel im Zaum zu halten versucht. Auch das erweist sich immer wieder als kriminalit\u00e4tsf\u00f6rdernder Faktor.\u201c[<a name=\"fnverweis9\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn9\">9<\/a>]<\/p>\n<p>Familialisierung dient dazu, das moralisierende Erkl\u00e4rungsschema vom \u201eb\u00f6sen und schuldigen Verbrecher\u201c zu verlassen und es durch das personalisierende und sozial degradierende Bild des \u201egef\u00e4hrlichen Delinquenten\u201c und \u201edefizit\u00e4ren Menschen\u201c zu ersetzen, das mit Unterst\u00fctzung wissenschaftlicher Theorien zum modernen \u201eAlltagsmythos\u201c gemacht wurde. Die implizite Theorie lautet, da\u00df Kriminalit\u00e4t und Gewalt entstehen, wenn erzieherische Autorit\u00e4t fehlt. Die Erkl\u00e4rung impliziert eine Legitimation der Praktiken derer, die sich als erzieherische Autorit\u00e4ten definieren m\u00f6chten.<\/p>\n<h4>Professionelle und politische Interessen<\/h4>\n<p>Die Akteure der Moral-Panik verbinden mit der \u201esteigenden Kinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c gelegentlich organisatorische Interessen. Deutlich wird dies mit den \u201eL\u00f6sungen\u201c, die sie \u00f6ffentlich in der Debatte angeboten haben.<\/p>\n<p>Der Polizei geht es dabei ausnahmsweise nicht um mehr Personal und Kompetenzen, sondern vor allem um Entlastung. Die hessische Polizei verbreitet ihre Anliegen kumpelhaft per \u201eEigenanzeige\u201c: \u201eWer ist schuld, wenn Kinder stehlen?\u201c, so inseriert sie in den Regionalteilen der Frankfurter Rundschau: \u201eT\u00e4ter, Opfer, Abenteurer? Liebe Eltern, Lehrer und Gesch\u00e4ftsleute, wer nur mit Strafe droht, hat null Feeling f\u00fcr Kids und Teenies. Wir wollen, da\u00df sie sicher leben. Ihre Polizei.\u201c[<a name=\"fnverweis10\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn10\">10<\/a>]<\/p>\n<p>Freundlichkeit und Hilfe haben jedoch ihre Grenze, die den Jugendlichen auch gezeigt werden soll. Durch die Senkung des Strafm\u00fcndigkeitsalters auf zw\u00f6lf Jahre erhofft man sich eine neue Mischung aus Hilfe und Kontrolle, bei der die helfenden Instanzen nicht mehr nur p\u00e4dagogisch t\u00e4tig sein sollen. Auch wenn die hessische Polizei Jugendgef\u00e4ngnissen skeptisch gegen\u00fcber steht, so will sie doch, da\u00df auch die Helfer mehr kontrollieren und mit allen Mitteln des Jugendstrafrechts drohen k\u00f6nnen. Ob daraus tats\u00e4chlich eine Entlastung der Polizei resultiert, d\u00fcrfte allerdings mehr als fraglich sein.<\/p>\n<p>Vor allem mit der Klage, was junge \u201eIntensiv- und Mehrfacht\u00e4ter\u201c alles anstellen k\u00f6nnen, weil die Helfer nicht kontrollieren, konnten p\u00e4dagogischen Instanzen m\u00fchelos diskreditiert werden. Die \u201esteigende Kinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c verleiht den Forderungen nach einer Ersatzanstalt f\u00fcr die geschlossenen Heime und die Untersuchungshaft f\u00fcr Jugendliche einigen Nachdruck. Daran sind sowohl AkteurInnen aus der Justiz wie solche aus der Jugendhilfe interessiert. Die st\u00e4ndige Wiederholung hat diese Forderung inzwischen zu einem selbstverst\u00e4ndlichen Bestandteil der Debatte um Jugendkriminalit\u00e4t gemacht.<\/p>\n<p>WissenschaftlerInnen und insbesondere KriminologInnen erhalten durch die \u201esteigende Kinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c eine weitere Gelegenheit, \u00d6ffentlichkeit und Politik daran zu erinnern, da\u00df \u201esanfte Kontrolle\u201c und Integration durch eine kluge soziale Technologie langfristig f\u00fcr ihre Interessen n\u00fctzlicher sei als Sozialabbau und Law-and-order-Kampagnen. Sie best\u00e4tigen sich dadurch mindestens selbst ihre Bedeutsamkeit und den Sinn ihrer Gesch\u00e4ftigkeit. Die sozialen Professionen haben ein weiteres Thema, um ihre Arbeitspl\u00e4tze zu legitimieren und Ressourcen f\u00fcr Kinder- und Jugendhilfe einzuklagen.<\/p>\n<h4>Die feste Ordnung<\/h4>\n<p>Generell geht es darum, da\u00df Erziehung mehr Wert auf \u201eGrenzziehung\u201c legen soll, vor allem bei den Jungen, die durch die \u00f6konomische Entwicklung nicht einmal mehr als eine \u201eReservearmee\u201c f\u00fcr den Arbeitsmarkt gebraucht werden. Die Vermutung ist ja nicht unbegr\u00fcndet, da\u00df Diskriminierung und Ausschlie\u00dfung von der Teilhabe an gesellschaftlich produziertem Reichtum zu Protestbewegungen oder zu einem individuellen \u201eGegenschlag\u201c f\u00fchren k\u00f6nnten. Der Ratschlag aus den sozialdemokratischen 70er Jahren, \u201egef\u00e4hrliche Klassen\u201c und \u201esoziale Sprengs\u00e4tze\u201c durch soziale Reformen zu \u201ebek\u00e4mpfen\u201c ist zwar noch verbreitet, wird aber zunehmend von der Phantasie begleitet, das \u201eAbrutschen\u201c potentieller Delinquenten sei zu vermeiden, wenn sie nur in einer \u201efesten Ordnung\u201c aufw\u00fcchsen.<\/p>\n<p>\u201eHarte Strafen kontra &#8218;weiche Welle&#8216;. Der Unmut \u00fcber den Umgang mit jungen Kriminellen w\u00e4chst. Streit um Konzepte\u201c, lautet der Titel der ersten Folge der zitierten Serie der Frankfurter Rundschau. Die Rehabilitation der Jugendstrafe wurde mit der Debatte \u00fcber \u201erechte Jugendgewalt\u201c eingeleitet. Getroffen hat das Klima der Punitivit\u00e4t zuerst \u201eAusl\u00e4nder\u201c. Junge Leute ohne deutschen Pa\u00df bev\u00f6lkern die Jugendgef\u00e4ngnisse. Sie wurden konsequenter zu \u201eInsassen\u201c gemacht als zu \u201eIntegrierten\u201c. Insbesondere in der Verbindung mit der Diskussion um \u201ejunge Intensiv- und Mehrfacht\u00e4ter\u201c, um die Folk-Devils namens \u201eMehmet\u201c, \u201eJens\u201c oder \u201eChristian\u201c, die von der Polizei besonders bef\u00f6rdert wurde, wurde eine Menge an ideologischer Arbeit geleistet, das Einsperren und Strafen zu legitimieren. Liberale B\u00fcrger und Soziale-Probleme-Professionen legen zunehmend ihre Zweifel am Sinn der Strafe ab. Man kann das \u201eschlechte Gewissen\u201c (oder auch Reste der Aufkl\u00e4rung) jedoch an den \u00dcberh\u00f6hungen sehen, mit denen das neue Projekt der Grenzziehung gegen Delinquente versehen wird.<\/p>\n<p>Auf den Punkt gebracht hat dies gerade die \u201eZeit\u201c. \u201eGef\u00e4hrlich und gef\u00e4hrdet: Die Jugendgewalt nimmt zu: Kriminelle Kinder brauchen eine feste Ordnung.\u201c[<a name=\"fnverweis11\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn11\">11<\/a>] Das Mitleid ist den jungen Leuten, die aus einem \u201eentsetzlichen Zuhause\u201c kommen, noch gewi\u00df, auch da\u00df man \u201eArmut, Unwissenheit und Gewaltt\u00e4tigkeit\u201c in \u201eschwierigen, eher subproletarischen als \u201aproletarischen\u2018 Verh\u00e4ltnissen\u201c bek\u00e4mpfen m\u00fcsse. Doch sie sind eben nicht nur \u201eOpfer\u201c. Sie sind \u201efremduntergebracht\u201c, weil \u201esie schlagen, stehlen, vergewaltigen, Drogen nehmen und Drogen verkaufen, weil sie, unerreichbar, in einer eigenen regellosen Welt leben. Merkw\u00fcrdig unbeteiligt sind sie, starr, wenig beeindruckt von niedlichen Zwergziegen und Ponys. Es sind, offen gesagt, nicht immer besonders nette Kinder. Niemand w\u00fcrde sich die h\u00e4rteren F\u00e4lle als Schulkameraden des eigenen Sohnes, der eigenen Tochter w\u00fcnschen.\u201c Wenn das Mitleid relativiert ist, kann die Frage \u201eWas tun?\u201c gestellt und beantwortet werden:<\/p>\n<p>\u201eEs ist ein Kraftakt, Regeln Tag f\u00fcr Tag durchzusetzen. Die Frage, was jugendlichen Straft\u00e4tern gen\u00fctzt hat, bleibt auch im R\u00fcckblick ungekl\u00e4rt, denn der Datenschutz verbietet systematische Erhebungen \u00fcber den weiteren Lebensweg der Z\u00f6glinge. (&#8230;) Niemand wei\u00df, ob die Einzelbetreuung im Ergebnis mehr br\u00e4chte als die Einzelzelle. Also mu\u00df man sich f\u00fcr die Praxis mit Mutma\u00dfungen und Plausibilit\u00e4t behelfen. Einiges spricht daf\u00fcr, da\u00df desorientierte Jugendliche enggef\u00fchrte Betreuung brauchen, einen klar strukturierten Tag, Pflichten und Aufgaben, deren Erf\u00fcllung ihr Selbstwertgef\u00fchl st\u00e4rkt; Regeln, deren Verletzung unweigerlich Konsequenzen nach sich zieht und verl\u00e4\u00dfliche Beziehungen.\u201c<\/p>\n<p>Die Zeit-Autorin beschreibt die Verh\u00e4ltnisse einer totalen Institution, der Erziehungsanstalt &#8211; das Modell f\u00fcr die Jugendstrafe. Da hin sollen die Jugendlichen der \u201eeher subproletarischen\u201c Herkunft, die man sich nicht als Schulkamerad des eigenen Kindes w\u00fcnscht. Weil sie aber wei\u00df und schreibt, da\u00df \u201eErziehungsgef\u00e4ngnisse\u201c nichts gen\u00fctzt haben, beschw\u00f6rt sie den bildungsb\u00fcrgerlichen Mythos von \u201ep\u00e4dagogischen Pers\u00f6nlichkeiten\u201c, mit \u201eBerufung\u201c, \u201eCharakter\u201c, \u201eVorbild\u201c.<\/p>\n<p>Der Weg \u201ejenseits von Liberalisierung und P\u00e4dagogik vom Delinquenten aus, ist vielleicht der charismatische Erzieher.\u201c Was die Autorin vergessen hat: \u201eCharisma\u201c ist eine subtile Form von Herrschaft. Und um Herrschaft, um \u201eKlassenpolitik\u201c, geht es bei der Zivilisierung des Teils der Jugend, der als Arbeits- und als Konsumkraft \u00fcberfl\u00fcssig ist. Wie Phantasien vom \u201echarismatischen Erzieher\u201c oder auch vom Kumpel-Polizist mit \u201eFeeling f\u00fcr Kids und Teenies\u201c von den gef\u00e4hrlichen Kindern und Jugendlichen erfahren werden? Einiges spricht daf\u00fcr, da\u00df sich wiederholen wird, was Stanley Cohen am Ende seines Buches \u00fcber die Mods, die Rocker und die Moral-Paniken der 60er Jahre feststellte:<\/p>\n<p>\u201eEs werden mehr Moral-Paniken erzeugt werden und unsere Gesellschaft, so wie sie gegenw\u00e4rtig strukturiert ist, wird weiterhin f\u00fcr einige ihrer Mitglieder \u2013 wie die Jugendlichen der Arbeiterklasse \u2013 Probleme erzeugen und wird verdammen, was immer diese Gruppen an Bearbeitungsstrategien f\u00fcr diese Probleme finden werden.\u201c[<a name=\"fnverweis12\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fn12\">12<\/a>]<\/p>\n<h5>Helga Cremer-Sch\u00e4fer ist Professorin mit Schwerpunkt Sozialp\u00e4dagogik und Jugendforschung am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universit\u00e4t Frankfurt.<\/h5>\n<h6>[<a name=\"fn1\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis1\">1<\/a>] S\u00fcddeutsche Zeitung v. 7.7.1998<br \/>\n[<a name=\"fn2\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis2\">2<\/a>] vgl. detaillierter Cremer-Sch\u00e4fer, H.; Steinert, H.: Straflust und Repression. Zur Kritik der populistischen Kriminologie, M\u00fcnster 1998<br \/>\n[<a name=\"fn3\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis3\">3<\/a>] S\u00fcddeutsche Zeitung v. 26.5.1999<br \/>\n[<a name=\"fn4\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis4\">4<\/a>] \u201eJugendkriminalit\u00e4t\u201c, Sonderdruck der Frankfurter Rundschau, 1999. Die einzelnen Teile der Serie erschienen im Mai 1999, hier: 5. Serienfolge.<br \/>\n[<a name=\"fn5\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis5\">5<\/a>] Der Spiegel, Nr. 9, 1993<br \/>\n[<a name=\"fn6\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis6\">6<\/a>] Pfeiffer, Ch.; Brettfeld, K.; Delzer I.: Kriminalit\u00e4t in Niedersachsen. KFN Forschungsberichte Nr. 56, Hannover 1996, S. 58<br \/>\n[<a name=\"fn7\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis7\">7<\/a>] ebd., S. 59, 60<br \/>\n[<a name=\"fn8\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis8\">8<\/a>] Jugendkriminalit\u00e4t, Sonderdruck a.a.O. (Fn. 4)<br \/>\n[<a name=\"fn9\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis9\">9<\/a>] ebd.<br \/>\n[<a name=\"fn10\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis10\">10<\/a>] Frankfurter Rundschau, Lokalrundschau Main-Kinzig-Kreis v. 31.1.1998<br \/>\n[<a name=\"fn11\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis11\">11<\/a>] Die Zeit, Nr. 27 v. 1.7.1999<br \/>\n[<a name=\"fn12\"><\/a><a href=\"\/1999\/08\/20\/zunehmende-lust-auf-jugend-gewalt-und-kriminalitaet-die-aktuelle-kriminalpolitische-jugenddebatte\/#fnverweis12\">12<\/a>] Cohen, St.: Folk Devils and Moral Panics. The Creation of the Mods and Rockers, Oxford 1987<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Helga Cremer-Sch\u00e4fer Die T\u00e4ter w\u00fcrden \u201eimmer mehr, immer j\u00fcnger, immer brutaler\u201c, verk\u00fcnden die Zeitungen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,69],"tags":[],"class_list":["post-2102","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-63"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2102"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2102\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2102"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2102"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}