{"id":2120,"date":"1999-09-20T13:19:03","date_gmt":"1999-09-20T13:19:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?p=2120"},"modified":"1999-09-20T13:19:03","modified_gmt":"1999-09-20T13:19:03","slug":"sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=2120","title":{"rendered":"Sozialarbeit und Polizei &#8211; Neue Aufgaben, Gemeinsamkeiten und notwendige Grenzen"},"content":{"rendered":"<h3>von Titus Simon<\/h3>\n<p><b>Moderne Gesellschaften, die sich in einem fortw\u00e4hrenden Wandlungsproze\u00df befinden, weisen fast zwangsl\u00e4ufig Bruchstellen auf, an denen Konflikte entstehen, aus denen Gewalt, Gesetzesverst\u00f6\u00dfe oder einfach nur \u201eOrdnungsst\u00f6rungen\u201c resultieren. Individualisierungsprozesse, der R\u00fcckgang von verbindlichen Beziehungsmustern, Migration, Armut, die Ver\u00e4nderungen der Arbeitsgesellschaft und nicht zuletzt die mediale Berichterstattung verst\u00e4rken den Ruf nach Instanzen, die \u201eregulierend\u201c eingreifen. Klassischerweise waren dies in den letzten Jahrzehnten Sozialarbeit und Polizei, die immer mehr Ber\u00fchrungspunkte entwickelt haben.<\/b><\/p>\n<p>Diese \u201eBer\u00fchrungen\u201c stammen nicht so sehr aus reflektierten und abgestimmten Strategien zur Ann\u00e4herung der beiden Berufsgruppen, sondern sind im wesentlichen das Produkt dreier Entwicklungslinien:<\/p>\n<p>Erstens gibt es immer mehr Ziel- und Problemgruppen, denen sich Polizei und Sozialarbeit gleicherma\u00dfen zuwenden: Jugendliche im \u00f6ffentlichen Raum, Straft\u00e4terInnen aller Altersgruppen, Wohnungslose, Stricher, Prostituierte, DrogengebraucherInnen, Fu\u00dfballfans, politisch motivierte Jugendszenen aus dem linken und rechten Spektrum. Hinzu kommen sehr viele einzelfallbezogene Interventionen, die vom Umgang mit psychisch Kranken bis zum Krisenmanagement in familialen Kontexten reichen.<!--more--><\/p>\n<p>Zu \u201eBer\u00fchrungen\u201c f\u00fchrten zweitens ver\u00e4nderte methodische Herangehensweisen. Sozialarbeit und Polizei unterscheiden sich zwar weiterhin in ihren Arbeitsauftr\u00e4gen und ihrer Rechtsposition. Das Kriterium, das polizeiliche Arbeit bestimmt, ist nach wie vor der Strafverfolgungsauftrag. Vor allem im Umgang mit Jugendlichen hat Polizei aber st\u00e4rker auf prophylaktische Ans\u00e4tze gesetzt. In einigen Orten entstanden Projekte, die entweder als Ausgr\u00fcndung oder sogar unter polizeilicher Regie sozialp\u00e4dagogische Konturen aufweisen. Auf der anderen Seite hat soziale Arbeit durch unterschiedliche Formen aufsuchender und mobiler Arbeit neue Zielgruppen erreicht, mit denen sie fr\u00fcher nur vereinzelt zu tun hatte.<\/p>\n<p>Noch entscheidender sind drittens die zunehmenden Kontrollinteressen, welche aus den gewachsenen Sicherheitsbed\u00fcrfnissen vieler B\u00fcrgerInnen resultieren. Hier agieren Sozialarbeit und Polizei als die \u201erechte und die linke Hand des Staates\u201c[<a name=\"fnverweis1\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fn1\">1<\/a>], als die \u201eharten und die weichen Kontrolleure\u201c. Steigende Krimininalit\u00e4tsfurcht, st\u00e4ndige Horrorszenarien \u00fcber \u201eAusl\u00e4nderkriminali\u00e4t\u201c, \u201esteigende Kinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c und \u201esteigende Gewaltdelikte\u201c f\u00fchren dazu, da\u00df unter dem Stichwort \u201ecommunity policing\u201c \u00fcber neue Strategien kommunaler Regulation nachgedacht wird. Polizei und Sozialarbeit finden sich immer \u00f6fter an \u201erunden Tischen\u201c oder in \u201ekriminalpr\u00e4ventiven\u201c (Bei-)R\u00e4ten, deren Sprachregelungen allerdings vorwiegend ordnungspolitisch gef\u00e4rbt sind. Der Pr\u00e4ventionsbedarf verlagert sich in der \u00f6ffentlichen Debatte zunehmend von der Kriminalit\u00e4t zur Ordnung. Polizei und Sozialarbeit werden zunehmend daf\u00fcr instrumentalisiert, \u201eunangenehmen Bel\u00e4stigungen des \u00f6ffentlichen Raumes\u201c zu begegnen. Die mangelnde Bereitschaft, ja Feigheit, vieler B\u00fcrgerInnen, sich selbt mit den \u201eSt\u00f6rern\u201c auseinanderzusetzen, schiebt den Regulierungsinstanzen neue Aufgaben zu. Das Gewaltmonopol der Polizei wird um ein \u201eSicherheitsmonopol\u201c erweitert.[<a name=\"fnverweis2\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fn2\">2<\/a>] Soziale Arbeit, die sich insbesondere in ihren jugend- und szeneorientierten Ans\u00e4tzen traditionell einem \u201eparteilichen Ansatz\u201c verpflichtet sah, l\u00e4uft Gefahr, dem \u00f6ffentlichen Druck \u201erunder Tische\u201c nachgeben und die Rolle des \u201ekreativen Ordnungskaspers\u201c annehmen zu m\u00fcssen. Dieser Vorgang ist gerade in den neuen L\u00e4ndern vielerorts zu erleben, wobei der Umstand, da\u00df hier immer noch sehr viele KollegInnen ohne entsprechende berufliche Ausbildung t\u00e4tig sind, sicherlich eine verst\u00e4rkende Rolle spielt.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat die Polizei in der durchaus richtigen Einsch\u00e4tzung, da\u00df blo\u00dfe Abschreckung und Verfolgung speziell mit dem Blick auf Jugendliche zu wenig sei, Grenz\u00fcberschreitungen in Richtung Sozialarbeit vorgenommen. Gelobt und angefeuert von Kommunalpolitikern bietet in Wiesbaden die \u201eAG Jaguar\u201c \u201eHilfe statt Handschellen\u201c durch Besuche in Schulen und Elterh\u00e4usern, durch Gemeinwesen- und Bildungsarbeit.<\/p>\n<p>Magdeburg, eine Stadt, die immer wieder mit \u201erechter Gewalt\u201c in die Schlagzeilen kommt, verzeichnet ein ganzes B\u00fcndel an sozialp\u00e4dagogischen Ausgr\u00fcndungen der \u00f6rtlichen Polizeidienststellen: In einem Projekt \u201eGegen Angst in belastenden Lebenslagen\u201c (GAIL) wird mit mehr als einem Dutzend vorwiegend zeitlich befristet angestellten MitarbeiterInnen Krisenintervention, Weitervermittlung und Telefonberatung geleistet. \u201eGraffitikunst gegen Farbschmierereien\u201c (GRAFFA) soll prophylaktische Arbeit mit SprayerInnen leisten. Rund 30, ebenfalls mehrheitlich zeitlich befristet angestellte Kr\u00e4fte \u2013 meist ohne sozialp\u00e4dagogische Ausbildung \u2013 arbeiten in einem \u201eAlternativen freizeitp\u00e4dagogischen Sofortprogramm\u201c (ALSO) und sollen durch Sportveranstaltungen, Mitternachtsturniere und andere p\u00e4dagogische Ma\u00dfnahmen vorrangig auf Jugendgewalt reagieren.<\/p>\n<p>Als \u201eRelaisstation\u201c fungiert JUMP, die \u201eJugendberatungsstelle bei der Polizei\u201c. Diese kooperiert mit den stadtteilbezogenen Ermittlungsgruppen der Polizei. Mit Einwilligung der jugendlichen Verd\u00e4chtigen \u201e\u00fcbernehmen\u201c sie diese nach dem polizeilichen Handlungsvollzug.[<a name=\"fnverweis3\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fn3\">3<\/a>] Zudem hat JUMP auch eine Vernetzungsfunktion f\u00fcr die anderen genannten Projekte. Nicht realisiert werden konnte bislang ein Projekt \u201eANPFIFF\u201c, das dem bestehenden Magdeburger Fanprojekt unmittelbare Konkurrenz gemacht h\u00e4tte. Die genannten Ma\u00dfnahmen sind dem \u201eProgramm zur Erh\u00f6hung der inneren Sicherheit in Magdeburg\u201c (PRISMA) subsummiert, das noch weitere, meist konventionelle polizeiliche Ma\u00dfnahmen umfa\u00dft.<\/p>\n<p>Vier zentrale Probleme sind insbesondere bei den Magdeburger Ma\u00dfnahmen offensichtlich: 1. Die Grenzen zwischen polizeilicher und sozialarbeiterischer T\u00e4tigkeit werden verwischt. 2. Die Mehrzahl der FachkollegInnen aus anderen Arbeitszusammenh\u00e4ngen steht den Projekten kritisch bis ablehnend gegen\u00fcber, was \u2013 insbesondere aufgrund der Vorgaben aus Verwaltungspitze und Politik \u2013 zu wenig in offenen Diskursen problematisiert wird. 3. Kontraproduktiv f\u00fcr eine erfolgsorientierte Arbeit ist der hohe Anteil an zeitlich befristeten Stellen, die zudem \u00fcberwiegend von fachlich nicht qualifizierten Personen besetzt sind. 4. Einige der \u00fcbernommenen Aufgaben k\u00f6nnten mit Sicherheit besser von anderen Akteuren der Sozial- und Jugendarbeit erledigt werden.<\/p>\n<h4>Polizei gegen \u201eauff\u00e4llige\u201c Jugendkulturen<\/h4>\n<p>Eine gemeinsame Eigenschaft sozialarbeiterischer und polizeilicher Intervention ist, da\u00df beide Berufsgruppen in ihrem Alltagshandeln gegen\u00fcber \u201ejugendlichen St\u00f6rern\u201c nicht nur durch reflektierte eigene Handlungsstragien bestimmt sind, sondern in vielen F\u00e4llen auch auf die Aufforderungen zu reagieren haben, die in der \u00f6ffentlichen Debatte formuliert werden. Hierbei hat die Medienberichterstattung einen zunehmenden Einflu\u00df. Am Beispiel der \u201ehistorischen Jugendkultur\u201c der Rockergruppen konnte die interaktive Beziehung zwischen polizeilicher und sozialarbeiterischer Strategieentwicklung und Medienberichterstattung exemplarisch rekonstruiert werden.<\/p>\n<p>Polizeistrategische Ma\u00dfnahmen, die gezielt im Kontext realer oder vermeintlicher Jugendgewalt entstanden, sind seit den 50er Jahren \u00fcberliefert. Sie waren eine der Konsequenzen des Umstandes, da\u00df die Polizei im Zusammenhang der Halbstarkenkrawalle vorwiegend als \u201ehilflos\u201c bezeichnet wurde. Die westdeutsche Schutzpolizei wurde von den Entwicklungen \u00fcberrascht, reagierte entweder gar nicht oder im \u00dcberma\u00df.<\/p>\n<p>Die Entwicklung von auf Jugend gerichteten Konzepten vollzog sich fl\u00e4chendeckend mit den Jugend- und Studentenunruhen der 60er Jahre. Vorwiegend auf den gro\u00dfst\u00e4dtischen Raum bezogen waren Ma\u00dfnahmen gegen \u201eRockergruppenkriminalit\u00e4t\u201c.[<a name=\"fnverweis4\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fn4\">4<\/a>] Betrachtet man die \u00f6ffentlichen Reaktionen auf das Rockertum, so sind \u2013 vergr\u00f6bert \u2013 drei Epochen auszumachen:<\/p>\n<ul>\n<li>W\u00e4hrend der \u201eRockerwelle\u201c zwischen 1967 und 1973 dominierten Sensationsberichterstattung und vermittelte Bedrohungs\u00e4ngste.<\/li>\n<li>In den restlichen 70er Jahren wurden Rocker kaum noch \u00f6ffentlich wahrgenommen.<\/li>\n<li>Seit Beginn der 80er entwickelte sich eine differenzierte Darstellung, in der Rocker sowohl als harmlose Freizeit-Biker als auch als Angeh\u00f6rige krimineller Vereinigungen erschienen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Reaktionen der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden korrespondieren in auff\u00e4lliger Weise mit der in der jeweiligen Phase vorherrschenden Grundstimmung. Das in der \u00f6ffentlichen Auseinandersetzung vorherrschende Bild schafft Legitimationsdruck und Sachzw\u00e4nge oder \u2013 in den Phasen der \u201eEntwarnung\u201c \u2013 die M\u00f6glichkeit, alternative Strategien einzu\u00fcben. So k\u00f6nnen die Ma\u00dfnahmen in enger Beziehung zur zeitlichen Abfolge der jeweils unterschiedlichen Beurteilung durch \u00d6ffentlichkeit und Medien unterschieden werden in:<\/p>\n<ul>\n<li>Strategien zur Eind\u00e4mmung und Zerschlagung des Rockerwesens, die w\u00e4hrend der \u201eRockerwelle\u201c dominierten.<\/li>\n<li>Die seit Mitte der 70er Jahre zu beobachtende Strategie der \u201eflexible response\u201c, die durch den Einsatz staatsanwaltschaftlicher Sonderdezernate und spezialisierter Polizeieinheiten sowohl eine effektivere Strafverfolgung als auch eine prophylaktische Vorfeldarbeit erm\u00f6glichte. Teilweise \u00fcberwog der Gedanke der Pr\u00e4vention das Aufkl\u00e4rungsinteresse.<\/li>\n<li>Eine deutlich erkennbare \u201eDoppelstrategie\u201c seit Anfang der 80er Jahre: zum einen wurden die auf Pr\u00e4vention und Kontaktpflege ausgerichteten Ma\u00dfnahmen weitergef\u00fchrt, zum anderen zog die Definition bestimmter Gruppen als \u201ekriminelle Vereinigungen\u201c neben der Intensivierung kriminalistischer Verfolgungsma\u00dfnahmen auch Aktivit\u00e4ten von Staatsschutzabteilungen nach sich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In den 80er Jahren wurde eine Reihe von Sonderdezernaten, die sich in den ersten Jahren nach ihrer Einrichtung ausschlie\u00dflich mit Rockerangelegenheiten zu befassen hatten, in \u201eDezernate f\u00fcr jugendliche Gewaltt\u00e4ter\u201c umgewidmet, bzw. es wurden reine Jugenddezernate gebildet, deren Aufgabe neben der repressiven Polizeiarbeit auch in der Durchf\u00fchrung pr\u00e4ventiver Ma\u00dfnahmen bestand. Der Einrichtung der Jugenddezernate kam in erster Linie die Funktion zu, den traditionellen Aufgabenbereich der Strafverfolgung um pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen zu erweitern.[<a name=\"fnverweis5\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fn5\">5<\/a>] Dem sollten auch \u201et\u00e4terorientierte Zust\u00e4ndigkeitsregelungen\u201c dienen, im Rahmen derer pr\u00e4ventive Hilfe dadurch vermittelt wurde, da\u00df ein der Delinquenz Verd\u00e4chtigter immer auf gleiche Jugendsachbearbeiter traf.<\/p>\n<p>Polizeiarbeit hat au\u00dfer in der Rockerszene auch im Fu\u00dfballumfeld bereits eine lange Tradition. Bereits zu Beginn der 80er Jahre wurden \u2013 so etwa in Frankfurt \u2013 Sonderkommissionen gegr\u00fcndet, die neben der zunehmenden \u00dcberwachung der Fans inner- und au\u00dferhalb der Stadien auch einzelne der \u201eH\u00e4rtegruppen\u201c zerschlugen. Traditionelle Kutten-Fans wurden in das Konzept polizeilicher Ermittlung eingebunden, um die ber\u00fcchtigte Frankfurter \u201eAdlerfront\u201c systematisch aus dem Stadionbereich zu verdr\u00e4ngen bzw. zu zerschlagen.[<a name=\"fnverweis6\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fn6\">6<\/a>]<\/p>\n<p>Polizeiliche Strategien im Umgang mit auff\u00e4lligen Gruppen von Jugendlichen stellen sich zunehmend uneinheitlicher dar. Dies zeigt sich in j\u00fcngster Zeit besonders deutlich an der Auseinandersetzung um den Umgang mit Drogen- und RauschmittelbenutzerInnen. Auch gegen\u00fcber \u201egewaltbereiten und aggressiven Szenen\u201c gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Strategien und Konzepte. Jugendbeamte, \u201ekriminal, drogen- oder gewaltpr\u00e4ventive runde Tische\u201c sind hier ebenso zu nennen wie Sondereinheiten, Sonderkommissionen, der Einsatz verdeckter Ermittler und die verst\u00e4rkte Durchf\u00fchrung von Razzien und Kontrollen an sogenannten \u201eSzene-Treffpunkten\u201c. Wo Sozialarbeit und Sozialp\u00e4dagogik methodische Probleme haben, in der Gesellschaft auftretende Effekte monokausal auf Handeln oder Unterlassen von Angeh\u00f6rigen der sozialen Berufe zur\u00fcckzuf\u00fchren, gibt sich die Polizeif\u00fchrung betont selbstbewu\u00dft. So zitiert die Berliner Morgenpost an 27.10.1994 das Eigenlob der brandenburgischen Polizei: \u201eDie Sonderma\u00dfnahmen der brandenburgischen Polizei gegen rechte Gewalt zeigen offenbar Wirkung. (&#8230;) W\u00e4hrend die allgemeine Bereitschaft unter Jugendlichen zugenommen habe, seien die schweren Gewaltdelikte inzwischen stark zur\u00fcckgegangen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eLinke\u201c Kritik an der vor allem gegen Jugendliche und junge Erwachsene gerichteten Aufr\u00fcstung von Staatsschutz und Polizei blieb weitgehend aus. Observation von (Jugend-)Szenen, verdeckte Fahndung und andere auf Intervention gerichtete Polizeima\u00dfnahmen werden unter den Schockwirkungen \u201erechter Gewalt\u201c geradezu duldsam in Kauf genommen.<\/p>\n<p>Da\u00df die neu gebildeten oder aus Umstrukturierungen hervorgehenden Sonderdezernate neben ihrem ausgepr\u00e4gten Repressionsansatz auch pr\u00e4ventive Arbeitsschwerpunkte umfassen, zeigt das Beispiel Rheinland-Pfalz. Das Konzept der 1996 eingerichteten \u201eArbeitsgruppen fremdenfeinliche Straftaten\u201c (AG FFS) beim Landeskriminalamt und allen f\u00fcnf Polizeipr\u00e4sidien beinhaltet deutliche \u201epr\u00e4ventivpolitische\u201c Eckpfeiler in Form von \u00d6ffentlichkeits- und Bildungsarbeit, Mitwirkung an \u201erunden Tischen\u201c und verst\u00e4rkter opferbezogener T\u00e4tigkeit. Die BeamtInnen der AGs und eine P\u00e4dagogin f\u00fchrten dabei zahlreiche Veranstaltungen auf der Basis eines \u201einformatorisch-pr\u00e4ventiven\u201c Ansatzes durch. Man r\u00fcckt dabei zunehmend von starrer Vortragst\u00e4tigkeit ab, setzt \u2013 wie Jugendarbeit auch \u2013 auf die F\u00f6rderung von Prozessen des sozialen Lernens, St\u00e4rkung der Empathief\u00e4higkeit, die Entwicklung von Konfliktl\u00f6sungstrategien sowie von Rollen- und Normbewu\u00dftsein.[<a name=\"fnverweis7\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fn7\">7<\/a>] Diese \u201eDualit\u00e4t\u201c polizeilicher Reaktionen hat \u2013 wie dargestellt \u2013 Geschichte und weist zugleich un\u00fcbersehbare Parallelen zur p\u00e4dagogischen Praxis des Umgangs mit \u201egewaltverstrickten\u201c Jugendlichen auf.<\/p>\n<h4>Was Sozialarbeiter und Polizisten eint<\/h4>\n<p>Der beschleunigte Wandel gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und daraus resultierender sozialer Probleme mit ihren unerw\u00fcnschten \u201eSt\u00f6rungen\u201c schaffen den Bedarf, sowohl innerhalb polizeilicher und strafverfolgender T\u00e4tigkeit als auch innerhalb sozialer Arbeit neue Wege zu suchen, offen zu sein f\u00fcr neue \u00dcberlegungen und kreative Fallarbeit. Doch gerade vor dem Hintergrund neuer Un\u00fcbersichtlichkeiten sollte darauf geachtet werden, da\u00df unverantwortbare Vermengungen in den Aufgaben und Handlungsstrategien vermieden werden.<\/p>\n<p>Sieht man einmal von althergebrachten Vorurteilsbildungen und notwendigen Abgrenzungen ab \u2013 etwa da\u00df Polizei prim\u00e4r fallorientiert arbeitet, Sozialarbeit eher darauf ausgerichtet ist, Jugendliche in ihren Erfahrungsr\u00e4umen und Entwicklungen l\u00e4ngerfristig zu unterst\u00fctzen \u2013 so gibt es in den Handlungsbez\u00fcgen von Sozialarbeit und Polizei auch Ber\u00fchrungspunkte: Beide Professionen haben es nicht selten mit identischen Zielgruppen zu tun, Grundlagen des beruflichen Handelns sind gesellschaftliche Defizite, die von den Akteuren nicht verursacht wurden. In beiden Zug\u00e4ngen wird vielfach nur an den Symptomen gearbeitet. Beide Berufsgruppen sind einem \u00f6ffentlich produzierten Erfolgs- und Erwartungsdruck ausgesetzt. Sie arbeiten vielfach unter stre\u00dfbelasteten Arbeitsbedingungen und sind last but not least beide eher schlecht bezahlt.<\/p>\n<p>Beiden Berufsgruppen ist ferner gemein, da\u00df sie eine Vielzahl von Einstellungen und Vorurteilen \u00fcber die jeweils \u201eandere Seite\u201c gebildet haben. Polizei sieht Jugendarbeit zu stark t\u00e4terorientiert. Institutionen der Jugendarbeit werden als nur begrenzt geeignet f\u00fcr die Prophylaxe angesehen. Ferner kursiert in Polizeikreisen ein Bild von Jugendarbeit, die keine, auf jeden Fall aber zu wenig Grenzen setze.<\/p>\n<p>Umgekehrt sieht Sozialarbeit in zahlreichen Formen polizeilicher (Ermittlungs-)T\u00e4tigkeit eskalierende Momente. Sie setzt sich kritisch mit den stigmatisierenden Potentialen auseinander und sieht nicht selten negative Entwicklungsfolgen im Falle polizeilichen Handelns.<\/p>\n<h4>Thesen zum Begriff \u201eSicherheitspartnerschaft\u201c<\/h4>\n<p>Vor dem Hintergrund verst\u00e4rkter Bedrohungs\u00e4ngste verschiedener Bev\u00f6lkerungsgruppen kam es in der j\u00fcngeren Vergangenheit zu unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit von Polizei mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, die zum Teil auch unter dem Begriff \u201eSicherheitspartnerschaft\u201c firmieren. Beispielhaft seien genannt: die Aktion \u201ewachsamer Nachbar\u201c in Baden-W\u00fcrttemberg, das Berliner Projekt \u201eNachbarn sch\u00fctzen Nachbarn\u201c, die Aktion \u201eSicherheitsberatung f\u00fcr Senioren\u201c im Einzugsbereich von Friedberg\/Hessen, die auf die Zielgruppe \u00e4lterer Menschen ausgerichtete Ma\u00dfnahme \u201eTh\u00fcringer Landespr\u00e4ventionspreis\u201c. Dabei ist zu beachten, da\u00df einmalige Aktionen eher verunsichern und in der Regel keine nachhaltige Wirkung haben. Sinnvolle Formen f\u00fchren zur Aktivierung von B\u00fcrgerInnen, die guten Willens sind, die nicht nur den \u201ezust\u00e4ndigen\u201c Berufsgruppen der PfarrerInnen, PolitikerInnen, SozialarbeiterInnen und PolizistInnen angeh\u00f6ren. Wesentliches Ziel ist die Schaffung von Nachbarschaft und wachem Entwicklungsinteresse am Leben und Geschehen eines Stadtteils. Gesucht werden also l\u00e4nger anhaltende Formen b\u00fcrgerlichen Engagements, das unter Umst\u00e4nden professionell \u2013 durch Polizei und\/oder Sozialarbeit \u2013 unterst\u00fctzt und begleitet wird.<\/p>\n<p>Wesentlich ist Vernetzung, wobei darauf zu achten ist, da\u00df dieser h\u00e4ufig genannte Begriff keine inflation\u00e4re Verwendung findet. Nicht jedes massenhafte Zusammentreffen handelnder AkteurInnen und InstitutionenverteterInnen ist Vernetzung! Vernetzung bedeutet konkret: bessere Erschlie\u00dfung der vorhandenen Ressourcen im Stadtteil, stadtteilbezogene Problemanalyse, die bewu\u00dfte, nicht in erster Linie aus Kostengr\u00fcnden vorgenommene Einbeziehung von LaienhelferInnen, die Mitwirkung an kommunaler Sozial- und Jugendhilfeplanung, die \u00dcberwindung von Hierarchie- und Arbeitsfeldgrenzen, die bewu\u00dfte Einbindung von Gruppen und Initiativen, die nicht in jeder Frage mit der Kommunalpolitik, der Ordnungspolitik oder der offiziellen Jugendpolitik konform gehen.<\/p>\n<p>Im hier angesprochenen Diskussionszusammenhang bedeutet Vernetzung schlie\u00dflich: das schrittweise Herausl\u00f6sen der unterschiedlichen Jugendszenen aus ihren Ghettos. Nur so kann sukzessive Verhaltensvariabilit\u00e4t entstehen, was bedeutet, da\u00df die einzelnen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen St\u00fcck um St\u00fcck in einem oftmals m\u00fchevollen Proze\u00df f\u00fcr sich erkennen, da\u00df sie nicht immer wieder in die gleichen Fallen vermeintlich unausweichlicher Handlungszw\u00e4nge geraten m\u00fcssen, etwa dergestalt, da\u00df eine \u201eGlatze\u201c dem ihm begegnenden \u201eIro\u201c \u201eeines auf &#8217;n Kopp\u201c geben mu\u00df!<\/p>\n<p>Wichtig ist ferner, da\u00df in einem Gemeinwesen, in welchem Gewalt ausgepr\u00e4gt ist, auch m\u00f6glichst viele Nichtp\u00e4dagogInnen und NichtpolizistInnen in Methoden und Techniken des Konfliktmanagements, der Mediation und der gezielten Intervention geschult werden. Auf dieser pr\u00e4zise bestimmbaren Ebene k\u00f6nnen Sozialarbeit und Polizei sinnvoll zusammenarbeiten.<\/p>\n<h4>Voraussetzungen f\u00fcr eine begrenzte Zusammenarbeit<\/h4>\n<p>Sozialarbeit und Polizei sind beides gesellschaftlich legitimierte Interventionsformen, die ausgepr\u00e4gte Unterschiede im Auftrag und in den Handlungsformen aufweisen. Eine weitergehende Versachlichung der Beziehung scheint insbesondere vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit Gewalt in dieser Gesellschaft geboten.<\/p>\n<p>Damit dies gelingt, m\u00fcssen Sozialarbeit und Polizei ihre jeweils unterschiedlichen Auftr\u00e4ge und Rechtspositionen gegenseitig akzeptieren. Personen- und gruppenbezogener Informationsaustausch mu\u00df vermieden werden. Die Polizei hat zu beachten, da\u00df das Vertrauensverh\u00e4ltnis zwischen JugendarbeiterIn und Jugendlichen rechtlich nach wie vor unzureichend gesch\u00fctzt ist, und darf diese Schw\u00e4cherstellung sozialer Arbeit nicht ausnutzen. Von seiten der Polizei wird ein fairer Umgang mit dem Risiko verlangt, das aus dem strukturellen Ungleichgewicht zwischen dem f\u00fcr die Polizei g\u00fcltigen Legalit\u00e4tsprinzip und dem nicht vorhandenen strafprozessualen Zeugnisverweigerungsrecht von SozialarbeiterInnen resultiert. Begrenzte Kooperation bedeutet auch, klare und eindeutige Zust\u00e4ndigkeiten nicht zu verwischen.<\/p>\n<p>F\u00fcr beide Seiten sollte gelten: \u201ep\u00e4dagogische Pr\u00e4vention vor polizeilicher Pr\u00e4vention\u201c. M\u00fccke[<a name=\"fnverweis8\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fn8\">8<\/a>] hat hierf\u00fcr sinnvolle Abgrenzungen formuliert:<\/p>\n<ul>\n<li>W\u00e4hrend Sozialarbeit sich personenbezogen an den komplexen Lebenszusammenh\u00e4ngen ihrer Klientel zu orientieren hat, agiert die Polizei vorrangig fallorientiert. Diese Fallorientierung macht polizeiliche Arbeit in der Regel zu einer kurzfristig wirksam werdenden Intervention, w\u00e4hrend Sozialarbeit sich am Leitbild vom Aufbau langfristig wirksamer Settings zu orientieren hat.<\/li>\n<li>Auch wenn Teile sozialer Arbeit unver\u00e4ndert eingriffsorientiert sind, basieren insbesondere offene und aufsuchende Formen auf der Basis von Vertrauensbildung und Freiwilligkeit. Der aus dem Legalit\u00e4tsprinzip resultierende Strafverfolgungsauftrag der Polizei steht einer Freiwilligkeit entgegen.<\/li>\n<li>Wenn man die jeweils situativ formulierten Handlungsaufforderungen aus dem Raum \u00f6ffentlicher Emp\u00f6rung einmal beiseite l\u00e4\u00dft, haben Polizei und Sozialarbeit ganz unterschiedliche Erfolgskriterien. W\u00e4hrend erstere Ermittlungserfolg und Verhinderung konkreter Straftaten als Ziele formuliert, kann es innerhalb sozialer Arbeit um die Schaffung von Entwicklungschancen, Identit\u00e4tsbildung, die Entwicklung von Konflikt- und Handlungsf\u00e4higkeit oder auch um die Stabilisierung von Gruppen gehen, welche die Polizei aufgrund ihrer m\u00f6glichen \u201ekriminogenen Wirkungen\u201c gerne zerschlagen h\u00e4tte.<\/li>\n<\/ul>\n<h5>Titus Simon ist seit Ende 1996 Professor an der FH Magdeburg mit dem Lehrgebiet Jugendarbeit und Jugendhilfeplanung. Er war zuvor Professor an der FH Wiesbaden. Seine j\u00fcngste Buchver\u00f6ffentlichung ist ein Krimi (\u201eMord im Abseits\u201c, Elefanten Press Berlin 1998).<\/h5>\n<h6>[<a name=\"fn1\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fnverweis1\">1<\/a>] Rothschuh, M.; Sch\u00f6n, B.: Die rechte und die linke Hand des Staates. \u00dcber die Verwandtschaft von Sozialarbeit und Polizei, in: extra Sozialarbeit 1982, H. 12, S. 14-23<br \/>\n[<a name=\"fn2\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fnverweis2\">2<\/a>] Frehsee, D.: Kriminalit\u00e4t als Metasymbol f\u00fcr eine neue Ordnung der Stadt, in: Breyvogel, W. (Hg.): Stadt, Jugendkulturen und Kriminalit\u00e4t, Bonn 1998, S. 130-152 (142)<br \/>\n[<a name=\"fn3\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fnverweis3\">3<\/a>] Bode, R.: Konzept zur sozialarbeiterischen\/sozialp\u00e4dagogischen Beratung und Betreuung von jungen Menschen. JUMP, Magdeburg 1998 (unver\u00f6ffentlicht)<br \/>\n[<a name=\"fn4\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fnverweis4\">4<\/a>] Simon, T.: Raufh\u00e4ndel und Randale. Sozialgeschichte aggressiver Jugendkulturen und p\u00e4dagogischer Bem\u00fchungen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Weinheim und Stuttgart 1996, S. 315<br \/>\n[<a name=\"fn5\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fnverweis5\">5<\/a>] Vermander, E.: Die Bek\u00e4mpfung jugendspezifischer Kriminalit\u00e4t. Dargestellt an Beispielen der Landeshauptstadt Stuttgart, in: Kriminologisches Bulletin 1985, H. 1, S. 27-47<br \/>\n[<a name=\"fn6\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fnverweis6\">6<\/a>] Matthesius, B.: Anti-Sozial-Front. Vom Fu\u00dfball-Fan zum Hooligan, Opladen 1992<br \/>\n[<a name=\"fn7\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fnverweis7\">7<\/a>] Schreiben des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz vom 8.2.1996<br \/>\n[<a name=\"fn8\"><\/a><a href=\"\/1999\/09\/20\/sozialarbeit-und-polizei-neue-aufgaben-gemeinsamkeiten-und-notwendige-grenzen\/#fnverweis8\">8<\/a>] M\u00fccke, T.: Verschiedene Wege \u2013 gemeinsames Ziel?! Die Polizei, die Jugendarbeit und ihre gemeinsame Klientel, in: Sozialmagazin 1996, H. 5, S. 15-19<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Titus Simon Moderne Gesellschaften, die sich in einem fortw\u00e4hrenden Wandlungsproze\u00df befinden, weisen fast zwangsl\u00e4ufig<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,69],"tags":[],"class_list":["post-2120","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-63"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2120","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2120"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2120\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2120"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2120"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2120"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}