{"id":2241,"date":"1998-12-20T16:05:45","date_gmt":"1998-12-20T16:05:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?p=2241"},"modified":"1998-12-20T16:05:45","modified_gmt":"1998-12-20T16:05:45","slug":"dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=2241","title":{"rendered":"DNA-Analyse und DNA-Datenbanken &#8211; Der \u2018genetische Fingerabdruck\u2019 \u2013 eine erstaunliche Karriere"},"content":{"rendered":"<h3>von Detlef Nogala<\/h3>\n<p><b>Die DNA-Analytik hat am Ende unseres Jahrhunderts den Stellenwert erhalten, den der gew\u00f6hnliche Fingerabdruck am Ende des vorigen hatte. Die Polizei scheint ein Instrument in der Hand zu halten, das die Ermittlung und \u00dcberf\u00fchrung von Straft\u00e4tern nicht nur beschleunigt und \u2018gerichtsfester\u2019 macht, sondern gerade in schwierigen F\u00e4llen, wo es an konkreten Tatverd\u00e4chtigen mangelt, eine Aufkl\u00e4rung erst aussichtsreich werden l\u00e4\u00dft. Diesem Gewinn an polizeilichem Aufkl\u00e4rungsverm\u00f6gen stehen die verwaltungstechnischen und b\u00fcrgerrechtlichen Kosten h\u00e4ufiger werdender Massenfahndungstests und forensischer DNA-Datenbanken entgegen. <\/b><\/p>\n<p>Fast schon zum Allgemeinwissen des durchschnittlichen Zeitungslesers geh\u00f6ren die biologischen Tatsachen, auf denen der \u2018genetische Fingerabdruck\u2019 beruht: Uns ist \u2013 wie allen Lebenwesen \u2013 der Bauplan unserer Zellen und ihrer Funktionsstruktur in die jeweilige Desoxyribonukleins\u00e4ure (engl. Abk. DNA) eingeschrieben. Die DNA hat man sich als in sich verdrehte, strickleiterartige Verkettung vier verschiedener Aminobasen vorzustellen. Dieser Strang besteht aber nicht allein aus \u2018Blaupausen\u2019 f\u00fcr den jeweiligen Zellaufbau, sondern zu einem \u00fcberwiegenden Teil (ca. 90%) aus Abschnitten, die aus heutiger Sicht als \u2018nicht-codierend\u2019, also ohne spezifische Erbinformation, angesehen werden. In diesen \u2018blinden\u2019 Abschnitten zwischen den Genen wiederholen sich bestimmte Kombinationen der Aminobasen in charakteristischer Weise \u2013 und zwar je nach Individuum unterschiedlich. Gelingt es nun, diese typischen Abschnitte aus dem DNA-Strang herauszul\u00f6sen, kann man unter Anwendung bestimmter Nachweisverfahren quantifizieren, wieviel davon bei dem einen Individuum im Unterschied zu anderen vorliegt \u2013 und zwar anhand jeder Erbinformation tragenden Zelle des K\u00f6rpers. 1985 \u2018erfand\u2019 die Arbeitsgruppe um den englischen Molekularbiologen Alec J. Jeffrey ein solches Nachweisverfahren und damit den \u2018genetischen Fingerabdruck\u2019 als M\u00f6glichkeit zur Identifizierung: Man konnte nun mit sehr gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit sagen, welche (K\u00f6rperzellen enthaltende) Spuren zu welchem Individuum \u2018geh\u00f6rten\u2019. Zwar verwendete man zuvor in der Kriminalistik schon serologische Verfahren, mit deren Hilfe aus Spuren von K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten bestimmte Aussagen hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit der Tatbeteiligung getroffen werden konnten. Aber mit der Entdeckung, da\u00df au\u00dfer dem \u2018klassischen\u2019 Fingerabdruck dar\u00fcber hinaus jede K\u00f6rperzelle ihren Tr\u00e4ger (abgesehen von eineiigen Zwillingen) im Prinzip \u2018individualisiert\u2019, war eine neue \u00c4ra der polizeilich nutzbaren Identifizierungstechnik angebrochen. Am Tatort vorgefundene Blutstropfen, winzige Hautfetzen, Speichelreste (an Zigarettenkippen), Genitalsekrete oder Haare waren von nun an (unter g\u00fcnstigen Bedingungen) wichtige Beweisindizien oder gar potentielle Fahndungsmittel.<!--more--><\/p>\n<p>Die Euphorie \u00fcber diese Entdeckung war anfangs kaum zu bremsen, und manche ExpertInnen sahen schon Zeiten heranbrechen, in denen ein T\u00e4ter, dem es nicht gel\u00e4nge, den Tatort biologisch \u2018spurenrein\u2019 zu hinterlassen, sich gleich an Ort und Stelle niederlassen und auf das Eintreffen der Polizei warten k\u00f6nne. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn1\" name=\"fnB1\">[1]<\/a> Dieser Optimismus gr\u00fcndete u.a. auf Behauptungen von Firmen wie \u2018Lifecode\u2019 und \u2018Cellmark Diagnostics\u2019, die sich kurz nach Jeffreys Entdeckung an die kommerzielle Vermarktung des \u2018genetischen Fingerabdrucks\u2019 gemacht hatten. Mit dem neuen Verfahren, so hei\u00dft es, k\u00f6nne man ein Individuum aus der ganzen Weltbev\u00f6lkerung eindeutig identifizieren. Renommierte FachwissenschaftlerInnen in den USA waren zu dieser Zeit hinsichtlich der Validit\u00e4t und Verl\u00e4\u00dflichkeit noch ganz anderer Meinung. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn2\" name=\"fnB2\">[2]<\/a> Die wissenschaftliche Debatte dar\u00fcber, wie zuverl\u00e4ssig der genetische Fingerabdruck sei, wurde unter Beteiligung des FBI mit nicht immer ganz einwandfreien Methoden gef\u00fchrt, <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn3\" name=\"fnB3\">[3]<\/a> aber schlie\u00dflich mit der allseitigen Anerkennung des urspr\u00fcnglich verwendeten, aufwendigen RFLP-Verfahrens (Restriktionsfragmentl\u00e4ngenpolymorphismus) vorl\u00e4ufig beendet. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn4\" name=\"fnB4\">[4]<\/a> Allerdings bedeutete die grunds\u00e4tzliche Best\u00e4tigung der Tauglichkeit des \u2018genetischen Fingerabdrucks\u2019 zur Unterscheidung und Identifizierung von Personen noch keineswegs, da\u00df dieses Verfahren auch in jedem Fall zu einem richtigen bzw. nachvollziehbaren Ergebnis f\u00fchrt, d.h. im Strafverfahren Bestand haben w\u00fcrde. Diese herbe Erfahrung mu\u00dfte z.B. das Polizeidepartment und die Staatsanwaltschaft von Los Angeles im Proze\u00df gegen O.J. Simpson machen: Obwohl die DNA-Analyse von Tatortspuren den Prominenten erheblich belasteten, gelang es der Verteidigung, diese Indizien als bedeutungslos hinzustellen \u2013 als verunreinigt, als Ergebnis eines Komplotts. Solche Komplotte gab es tats\u00e4chlich. Dem Chefserologen des Kriminallabors der West Virgina State Police konnte nachgewiesen werden, da\u00df er in der Zeit von 1979 bis 1989 u.a. Testergebnisse von DNA-Analysen manipuliert und zuungunsten von Angeklagten vor Gericht als Sachverst\u00e4ndiger eingebracht hatte. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn5\" name=\"fnB5\">[5]<\/a><br \/>\nSeitdem die DNA-Analyse wissenschaftlich anerkannt ist, dreht sich die Auseinandersetzung daher st\u00e4rker um die korrekte Standardisierung und fehlerfreie Durchf\u00fchrung der Untersuchung \u2013 von der Spurenaufnahme \u00fcber die Laborprozesse bis zur Darstellung der Ergebnisse in den gerichtlichen Gutachten selbst. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn6\" name=\"fnB6\">[6]<\/a> Dieser Punkt ist um so bedeutender, weil inzwischen das urspr\u00fcngliche RFLP-Verfahren durch das sog. PCR-Verfahren (Polymerasekettenreaktion) weitgehend ersetzt worden ist. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn7\" name=\"fnB7\">[7]<\/a> Hierbei werden Teile der DNA k\u00fcnstlich \u2018amplifiziert\u2019, d.h. vermehrt. Dadurch k\u00f6nnen auch geringste Mengen von DNA f\u00fcr den genetischen Fingerabdruck aufbereitet werden. So k\u00f6nnte man schon den Nachweis f\u00fchren, da\u00df Personen mit einer leicht feuchten Aussprache miteinander gesprochen haben. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn8\" name=\"fnB8\">[8]<\/a> Australische KriminalistInnen reklamieren gar die Kunst f\u00fcr sich, von \u2018traditionellen\u2019 Fingerabdr\u00fccken DNA-Analysen erstellen zu k\u00f6nnen. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn9\" name=\"fnB9\">[9]<\/a> Beim heutigen Stand der Technik geht man davon aus, da\u00df im Extremfall auch eine einzige intakte K\u00f6rperzelle f\u00fcr eine DNA-Analyse gen\u00fcgt. Und selbst die ist nicht mehr unbedingt notwendig, wenn statt dessen auf sog. mitochondriale DNA (eine Art DNA-Fragment au\u00dferhalb des Zellkerns) zur\u00fcckgegriffen werden kann. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn10\" name=\"fnB10\">[10]<\/a> Allerdings b\u00fc\u00dft man gegen\u00fcber dem anf\u00e4nglichen Verfahren an statistischer Unterscheidungskraft ein, und die Methode ist sehr viel empfindlicher gegen bewu\u00dfte oder zuf\u00e4llige Kontaminationen des Spurenmaterials mit Fremd-DNA. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn11\" name=\"fnB11\">[11]<\/a> Die Einw\u00e4nde gegen die DNA-Analyse auf der Ebene der Strafverfahren haben sich daher von der grunds\u00e4tzlichen Infragestellung auf das Problem der Zuverl\u00e4ssigkeit und Nachvollziehbarkeit der Spurenbehandlung vom Tatort bis ins Labor verlegt. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn12\" name=\"fnB12\">[12]<\/a><br \/>\nAbgesehen vom konventionellen Fingerabdruck hat sich kaum eine andere kriminalistische Beweistechnik so rapide und mit soviel Widerhall in der \u00d6ffentlichkeit verbreitet wie der \u2018genetische Fingerabdruck\u2019.<\/p>\n<h4>DNA-Analysen in der kriminalistischen Ermittlung<\/h4>\n<p>Die rapide internationale Verbreitung des genetischen Fingerabdrucks in den polizeilichen Kriminallabors erkl\u00e4rt sich zun\u00e4chst dadurch, da\u00df sich die Polizei das enorme Identifizierungspotential des neuen Verfahrens so schnell wie m\u00f6glich verf\u00fcgbar machen wollte. Anfangs konnten nur Speziallabors die Analysen durchf\u00fchren, und das Verfahren war sehr teuer. Aber die Erfolgsstories von gel\u00f6sten F\u00e4llen blieben nicht aus. So konnte man erfolgreich Erpresser \u00fcberf\u00fchren, indem man Speichelreste auf der R\u00fcckseite von Briefmarken einem DNA-Test unterzog; <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn13\" name=\"fnB13\">[13]<\/a> Speichelreste an weggeworfenen Zigarettenkippen sollen auf die Spur der Falcone-Attent\u00e4ter gef\u00fchrt haben.<br \/>\nVor allem hinsichtlich der Aufkl\u00e4rung von Sexual- und Gewaltdelikten taten sich ganz neue Horizonte auf. Anschaulich schildert Schmitter aus der Praxis des BKA den Nutzen der DNA-Analytik bei der Aufkl\u00e4rung verschiedener F\u00e4lle, wobei er besonderen Wert auf die Feststellung legt, da\u00df mit Hilfe des neuen Verfahrens auch Tatverd\u00e4chtige entlastet werden konnten. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn14\" name=\"fnB14\">[14]<\/a> W\u00e4hrend Anfang der 90er Jahre skeptische JuristInnen mit der DNA-Analyse schon die \u2018genetische Inquisition\u2019 auf uns zukommen sahen, <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn15\" name=\"fnB15\">[15]<\/a> machten sich abgekl\u00e4rte KollegInnen daran, den Einsatz zugunsten ihrer MandantInnen in Strafverfahren einzufordern. Obwohl bei der polizeilichen Verwendung des genetischen Fingerabdrucks logischerweise die \u00dcberf\u00fchrung von Tatverd\u00e4chtigen im Vordergrund steht, kann die Entlastungsfunktion im konkreten Fall nicht v\u00f6llig ignoriert werden. Dieser Aspekt wird besonders in einer Studie des amerikanischen Justizministeriums deutlich, in der 28 F\u00e4lle dokumentiert sind, in denen zu teilweise lebenslangen Gef\u00e4ngnisstrafen verurteilte Personen durch nachtr\u00e4gliche DNA-Tests als T\u00e4ter ausgeschlossen werden konnten. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn16\" name=\"fnB16\">[16]<\/a><br \/>\nEin erheblicher Teil der \u00f6ffentlichen Akzeptanz des \u2018genetischen Fingerabdrucks\u2019 verdankt sich der Rolle, die diesem Verfahren bei der Aufkl\u00e4rung von Sexual- und anderen Gewaltdelikten zugeschrieben wurde. Gegen die realen Unsicherheits- und Rachegef\u00fchle, die solche Taten \u2013 wenn auch oft medial inszeniert \u2013 gemeinhin ausl\u00f6sen, haben sich prinzipielle strafprozessuale bzw. datenschutzrechtliche Bedenken ebensowenig behaupten k\u00f6nnen wie Warnungen vor den potentiell drohenden Risiken einer zu weit gehenden Ausforschung des menschlichen Genoms. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn17\" name=\"fnB17\">[17]<\/a> Die DNA-Analyse ist in der \u00f6ffentlichen wie in der politischen Diskussion vor allem als effizientes Instrument zur Verhinderung schwerster Straftaten dargestellt und in dieser Eigenschaft auch von den Datenschutzbeauftragten akzeptiert worden. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn18\" name=\"fnB18\">[18]<\/a><br \/>\nIn der polizeilichen Praxis existiert der Aufkl\u00e4rungsdruck aber in allen Abteilungen, und so geht man dazu \u00fcber, den \u2018genetischen Fingerabdruck\u2019 nicht zuletzt wegen des kosteng\u00fcnstiger gewordenen Laborverfahrens auch bei der Ermittlung gegen leichtere Delikte einzusetzen. In G\u00f6ttingen bspw. wollte die Polizei Hautpartikel aus einem Handschuh, der in der N\u00e4he einer wohl aus politischen Motiven eingeworfenen Fensterscheibe aufgefunden wurde, mit der einer unter Tatverdacht stehenden jungen Frau abgleichen. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn19\" name=\"fnB19\">[19]<\/a> Die britische Polizei nahm 1995 im Zuge der \u2018Operation Bumblebee\u2019 bei einer Gro\u00dfrazzia gegen mutma\u00dfliche Einbrecher auf einen Schlag DNA-Proben von 911 Tatverd\u00e4chtigen. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn20\" name=\"fnB20\">[20]<\/a> Gerade im Einbruchsbereich gilt auch in der deutschen Polizeidiskussion der \u2018genetische Fingerabdruck\u2019 als vielversprechendes Aufkl\u00e4rungsinstrument. So hat das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz schon 1996 eine DNA-Datenbank eingerichtet, die anfangs in erster Linie der Aufkl\u00e4rung von Serieneinbr\u00fcchen \u201eosteurop\u00e4ischer Straft\u00e4ter\u201c diente und sp\u00e4ter auf andere Seriendelikte aus dem Bereich der Eigentumskriminalit\u00e4t ausgeweitet wurde. Fallspuren von Kapital- und Sexualdelikten, die inzwischen auch gespeichert werden, spielen dagegen bislang keine bedeutende Rolle. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn21\" name=\"fnB21\">[21]<\/a> Auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter fordert mittlerweile, den \u2018genetischen Fingerabdruck\u2019 routinem\u00e4\u00dfig zur Aufkl\u00e4rung von Einbr\u00fcchen anzuwenden. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn22\" name=\"fnB22\">[22]<\/a><b><br \/>\n<\/b><\/p>\n<h4>DNA-analytische Massenfahndungen<\/h4>\n<p>Wegen der langen und komplexen Verfahren und den hohen Kosten war der genetische Fingerabdruck in den ersten Jahren in erster Linie ein Mittel, um in den F\u00e4llen, in denen es konkrete Tatverd\u00e4chtige gab, deren DNA-Profil mit den Tatortspuren abzugleichen. Schon fr\u00fch war aber deutlich geworden, da\u00df die DNA-Analyse nicht nur als Ermittlungsinstrument dienen konnte, sondern unter bestimmten Umst\u00e4nden auch als neuartiges <i>Fahndungsmittel<\/i> zu gebrauchen war. Und zwar in den F\u00e4llen, wo aus Tatortspuren ein genetischer Fingerabdruck zu gewinnen war, aber der Kreis potentiell Tatverd\u00e4chtiger nicht auf wenige Personen eingeengt werden konnte. In den Jahren 1986\/1987, also gut ein Jahr nach der Ver\u00f6ffentlichung von Jeffrey, wurde in der 5.000 Einwohner z\u00e4hlenden englischen Ortschaft Enderby nach dem Mord an einer Sch\u00fclerin zum ersten Mal eine \u2018genetische Massenfahndung\u2019 durchgef\u00fchrt. Alle erwachsenen m\u00e4nnlichen Bewohner wurden zur Abgabe einer DNA-Probe aufgefordert. Der T\u00e4ter konnte zun\u00e4chst nicht ermittelt werden, er verriet sich sp\u00e4ter selbst, indem er ausplauderte, einen Kumpan zur Abgabe \u2018seiner\u2019 Probe \u00fcberredet zu haben. Durch die Aktion wurde jedoch bewiesen, da\u00df sich ein derart aufwendiges Fahndungsverfahren prinzipiell erfolgreich durchf\u00fchren lie\u00df. Wenig sp\u00e4ter hatte diese polizeiliche Ma\u00dfnahme, wenn auch in kleinerem Rahmen, ihre Premiere im hiesigen M\u00fcnsterland. Seither sind genetische Massenfahndungen bei verschiedenen Gelegenheiten zum Einsatz gekommen und erreichten ihren vorl\u00e4ufigen quantitativen H\u00f6hepunkt im Sommer 1998 bei der Suche nach dem M\u00f6rder zweier M\u00e4dchen in den nieders\u00e4chsischen Landkreisen Cloppenburg und Emsland. Alle ca. 18.000 m\u00e4nnlichen Einwohner im Alter zwischen 18 und 30 Jahren waren aufgefordert gewesen, sich freiwillig eine Speichelprobe abnehmen zu lassen, deren genetisches Profil mit am Tatort gefundenen Spuren verglichen werden sollte. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn23\" name=\"fnB23\">[23]<\/a> Obwohl mehrere Tausend Probanden nicht zum Test erschienen, konnte nach 75 Tagen ein \u2018Treffer\u2019 ermittelt und ein dringend Tatverd\u00e4chtiger festgenommen werden. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn24\" name=\"fnB24\">[24]<\/a> In der Tat hatten die Fahnder in diesem Fall \u201emehr Gl\u00fcck als Methode\u201c, <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn25\" name=\"fnB25\">[25]<\/a> da sich der M\u00f6rder noch l\u00e4nger unter den nicht Teilnehmenden h\u00e4tte verbergen k\u00f6nnen. 1996 entschied das Bundesverfassungsgericht, da\u00df in einem Mordfall prinzipiell jeder, der nicht auf anderem Wege seine Unschuld nachweisen kann, zu einer DNA-Probe verpflichtet werden kann \u2013 selbst wenn das Verdachtsraster der Polizei sehr unspezifisch sei. Dabei ist keineswegs gesichert, da\u00df solche Massenfahndungen in jedem Fall zum Erfolg f\u00fchren: Zur Kl\u00e4rung des sog. \u2018Festplatz-Mordes\u2019 hatte die Polizei in Baden-W\u00fcrttemberg 595 m\u00e4nnlichen Festbesuchern im Alter zwischen 17 und 70 Jahren Blutproben f\u00fcr DNA-Analysen entnommen, mu\u00dfte aber nach drei Jahren die Hoffnung aufgeben, den Kreis der 12 Hauptverd\u00e4chtigen weiter einengen zu k\u00f6nnen. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn26\" name=\"fnB26\">[26]<\/a><br \/>\nDie H\u00e4ufung solcher Massentests und ihre Anwendung auch bei kleineren Delikten kann dazu f\u00fchren, da\u00df die Akzeptanz f\u00fcr diese Verfahren wieder sinkt und es \u2013 wie im englischen Warrington \u2013 zu Protesten kommt. In diesem Fall hatte die Polizei Gentests bei ca. 100 meist minderj\u00e4hrigen Sch\u00fclerinnen durchf\u00fchren wollen, um den Tod eines in einer M\u00fclltonne aufgefundenen Neugeborenen aufzukl\u00e4ren. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn27\" name=\"fnB27\">[27]<\/a><br \/>\nNicht zu vernachl\u00e4ssigen ist auch der enorme zeitliche und finanzielle Aufwand, den solche genetischen Massenfahndungen mit sich bringen. Die logische Konsequenz, die die Polizei international daraus gezogen hat, ist die Einrichtung von Datenbanken mit DNA-Proben.<\/p>\n<h4>Einrichtung und Verbreitung nationaler DNA-Datenbanken<\/h4>\n<p>Der \u2018genetische Fingerabdruck\u2019 wird in der polizeilichen Verwendung von einem Ermittlungs- und Fahndungsinstrument zu einer \u00dcberwachungstechnologie im weiteren Sinne erst durch die Einrichtung von sog. forensischen DNA-Datenbanken. Bei dieser neuen Nutzung des \u2018genetischen Fingerabdrucks\u2019 sind die USA Vorreiter gewesen. 1990 er\u00f6ffnete Virginia als erster Bundesstaat ein DNA-Register zur Unterst\u00fctzung der Ermittlungen in Vergewaltigungsf\u00e4llen. Das Spektrum der speicherf\u00e4higen Deliktspuren wurde rasch erweitert, und schon ein Jahr sp\u00e4ter hatten 13 US-Staaten Gesetze erlassen, nach denen verurteilte Straft\u00e4ter DNA-Proben zur weiteren Verwendung durch die Polizei in den Datenbanken abzuliefern hatten. Anla\u00df daf\u00fcr waren u.a. Studien des Justizministeriums, wonach die H\u00e4lfte aller Vergewaltigungst\u00e4ter innerhalb von drei Jahren mit demselben Delikt wieder auff\u00e4llig wurden. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn28\" name=\"fnB28\">[28]<\/a><br \/>\nCODIS (Combined DNA Index System) hei\u00dft das Verbundsystem des FBI f\u00fcr alle DNA-Datenbanken der US-Bundesstaaten. Es wurde 1993 aufgebaut; mit online-Anschl\u00fcssen aller Staaten wurde es im Oktober 1998 in Betrieb genommen. Hinter dieser Vollzugsmeldung verstecken sich aber eine Reihe praktischer Probleme. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn29\" name=\"fnB29\">[29]<\/a> Zwar haben fast alle Staaten Gesetze erlassen, die die Erhebung von DNA-Proben von verurteilten Straft\u00e4tern (meist im Fall von Sexual- bzw. Gewaltdelikten) regeln, aber die Handhabung der Delikt- und Verurteiltenkategorien kann von Staat zu Staat unterschiedlich ausfallen. So werden teilweise Jugendliche nicht registriert oder die Proben erst bei Haftentlassung genommen. Im wirksamen Betrieb befinden sich nur 36 der einzelnen staatlichen DNA-Register. Die meisten haben mit Kapazit\u00e4tsproblemen bei der Verarbeitung der Proben zu k\u00e4mpfen. F\u00fcr 1996 und das 1. Halbjahr 1997 kamen 165.000 Verurteilte f\u00fcr die Abgabe von DNA-Proben in Frage. Nur bei 80.000 wurden jedoch Proben genommen; davon sind wiederum nur 45.000 verformelt worden. Nur bei 22.000 der j\u00e4hrlich ingesamt ca. 250.000 angezeigten Vergewaltigungen existierte eine DNA-f\u00e4hige Probe, 6.000 waren noch nicht analysiert. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn30\" name=\"fnB30\">[30]<\/a> Diese Zahlen verdeutlichen, welche logistischen Probleme auf ein nationales forensisches DNA-Register zukommen, wenn dieses Spurensicherungsverfahren erst zur Routine und auf andere Deliktsbereiche ausgeweitet wird. Der Staat Kalifornien hat daher auch eine moderne Anlage einrichten lassen, in der durch Roboter-Automation der j\u00e4hrliche Probendurchsatz auf 30.000 ausgelegt werden konnte. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn31\" name=\"fnB31\">[31]<\/a><br \/>\nDas wahre Mutterland einer riesigen nationalen DNA-Datenbank ist Gro\u00dfbritannien. Hier wurde der \u2018genetische Fingerabdruck\u2019 entdeckt, hier fand auch die erste \u2018genetische Massenfahndung\u2019 der Geschichte statt. Folgerichtig empfahl eine \u2018Royal Commission on Criminal Justice\u2019 schon 1993 die Einrichtung einer nationalen DNA-Datenbank, in der alle wegen einer schweren Straftat Verurteilten aufgenommen werden sollten. Die Polizei sollte erm\u00e4chtigt werden, schon bei der Verhaftung DNA-Proben zu nehmen und diese zu speichern. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn32\" name=\"fnB32\">[32]<\/a> Die Einrichtung er\u00f6ffnete am 10.4.1995 und war gleich zu Beginn auf die Bearbeitung von 650 Proben t\u00e4glich zum Preis von je \u00a3 40 ausgerichtet. Zum Jahrtausendwechsel soll die volle Kapazit\u00e4t von f\u00fcnf Millionen Aufzeichnungen erreicht sein. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn33\" name=\"fnB33\">[33]<\/a> Die als Erkennungsdienst organisierte \u2018National DNA Database\u2019, die vom \u2018British Forensic Science Service\u2019 betrieben wird, soll eine Trefferquote von 300 bis 500 w\u00f6chentlich erzielen. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn34\" name=\"fnB34\">[34]<\/a> Die propagierte Erfolgsbilanz dieses europ\u00e4ischen Vorreitermodells wurde von BKA-ExpertInnen herangezogen, um f\u00fcr eine nicht zu restriktive Auslegung von Tatkategorien bei der Einrichtung einer deutschen DNA-Datenbank zu pl\u00e4dieren. Von s\u00e4mtlichen Treffern zwischen April \u201897 und Januar \u201898 betrafen nur knapp 3% Kapital-, Sexual- und andere schwere Straftaten; die Masse der \u2018hits\u2019 bezog sich aber auf Einbruch und Autodiebstahl (ca. 95%). <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn35\" name=\"fnB35\">[35]<\/a> Offenbar liegt der quantitativ gewichtigste kriminalistische Nutzen von DNA-Datenbanken im Bereich der Eigentumskriminalit\u00e4t, worauf auch die Praxis des LKA Rheinland-Pfalz verweist. Kube und Schmitter vom BKA prognostizieren mit Verweis auf die rheinland-pf\u00e4lzische und die britische Erfahrung optimistisch, \u201eda\u00df die DNA-Analyse-Datei Erfolge bringen wird. Diese h\u00e4ngen sicherlich auch mit der Akzeptanz der DNA-Analyse-Datei in der Bev\u00f6lkerung und in der Polizeipraxis zusammen (&#8230;) \u00d6ffentlichkeit und Praxis werden nur dann eine entsprechende Einstellung zu einer DNA-Analyse-Datei einnehmen, wenn Anfangserfolge eintreten, was jedoch gerade die Einbeziehung schwerer Eigentumsdelikte voraussetzt\u201c. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn36\" name=\"fnB36\">[36]<\/a> Mu\u00df man daraus schlie\u00dfen, da\u00df die in der Bundesrepublik als unverzichtbares Instrument im Kampf gegen Kinderm\u00f6rder geforderte und eingef\u00fchrte DNA-Datenbank sich im polizeilichen Alltag in allererster Linie als Mittel zur Bek\u00e4mpfung von Eigentumskriminalit\u00e4t erweisen wird?<br \/>\nAm 17. M\u00e4rz 1997 trat in der Bundesrepublik das \u2018Strafverfahrens\u00e4nderungsgesetz \u2013 DNA-Analyse\u2019 (StV\u00c4G) in Kraft, das den \u00a7 81 StPO an die M\u00f6glichkeiten der DNA-Analyse angepa\u00dft und diesen kriminalistischen Bereich erstmals eigenst\u00e4ndig gesetzlich geregelt hat. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn37\" name=\"fnB37\">[37]<\/a> Dieses Gesetz machte die jahrelangen juristischen Dispute \u00fcber die rechtliche Zul\u00e4ssigkeit des \u2018genetischen Fingerabdrucks\u2019 im deutschen Strafverfahren mit einen mal hinf\u00e4llig. Nur die B\u00fcndnisgr\u00fcnen beklagten sich zaghaft (aber vielahnend), da\u00df in diesem Gesetz der Einrichtung von DNA-Datenbanken nicht ausdr\u00fccklich ein Riegel vorgeschoben worden sei. Auf der anderen Seite meldeten sich PraktikerInnen aus der Polizei rasch mit der Beschwerde, da\u00df dieses Gesetz im Grunde \u00fcberfl\u00fcssig sei, da es sich um ein \u201eMi\u00dftrauensgesetz gegen den Sachverst\u00e4ndigen\u201c handele und polizeiliche Fahndungsm\u00f6glichkeiten beschr\u00e4nke. Eine nationale DNA-Datei nach britischem Vorbild m\u00fcsse her. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn38\" name=\"fnB38\">[38]<\/a> W\u00e4hrend man bis ca. 1996 an ma\u00dfgeblicher Stelle in der Rechtsmedizin und beim BKA der M\u00f6glichkeit einer zentralen DNA-Datenbank f\u00fcr Straft\u00e4ter noch reserviert gegen\u00fcberstand, <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn39\" name=\"fnB39\">[39]<\/a> \u00e4nderte sich diese Haltung mit dem Aufkl\u00e4rungsdruck, der durch eine Reihe von Sexualmorden an Kindern auf der Polizei lastete. Anfang 1997 schlug der neue BKA-Pr\u00e4sident Kersten \u2018Alarm\u2019 und forderte umgehend DNA-Datenbanken gegen Sexualverbrecher. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn40\" name=\"fnB40\">[40]<\/a> Ein Jahr sp\u00e4ter war diese Forderung \u2018als Reaktion auf die j\u00fcngsten Sexualverbrechen an Kindern\u2019 zum Regierungsvorhaben erster Priorit\u00e4t geworden. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn41\" name=\"fnB41\">[41]<\/a> Bis zu der am 17.4.1998 von Noch-Bundesinnenminister Kanther erlassenen Errichtungsanordnung f\u00fcr die Datenbank <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn42\" name=\"fnB42\">[42]<\/a> war es dann nur noch ein kurzer Proze\u00df, der aber mit viel politischem Tam-Tam einherging. Proteste der Datenschutzbeauftragten nutzten nichts. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn43\" name=\"fnB43\">[43]<\/a><br \/>\nAm 19. Juni 1998 verabschiedete der Bundesrat das \u2018DNA-Identit\u00e4tsfeststellungsgesetz\u2019. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn44\" name=\"fnB44\">[44]<\/a> Damit war die Gen-Datei verfahrensf\u00f6rmig korrekt auf eine entsprechende Rechtsgrundlage gestellt. Bei \u201eStraftaten von erheblicher Bedeutung\u201c k\u00f6nnen demnach Verd\u00e4chtige und Verurteilte zur Abgabe einer DNA-Probe gezwungen werden, sofern eine Wiederholungsgefahr angenommen wird. Die Formelcodes der Proben werden in der Datei gespeichert.<br \/>\nDie Bundesrepublik ist damit das vierte europ\u00e4ische Land neben Gro\u00dfbritannien (1995), den Niederlanden (1997) und \u00d6sterreich (1997), das eine eigene landesweite DNA-Datenbank f\u00fcr forensische Zwecke eingerichtet hat. Belgien, Finnland, Frankreich, Norwegen, Schweden und die Schweiz sollen in K\u00fcrze diesem Beispiel folgen. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn45\" name=\"fnB45\">[45]<\/a> Eine \u2018europ\u00e4ische Harmonisierung\u2019 wird nicht nur von der \u2018European DNA-Profiling Group\u2019 (EDNAP), einer europ\u00e4ischen Vereinigung gerichtsmedizinischer Labors, angestrebt, sondern auch vom Rat der EU-Innen- und Justizminister. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn46\" name=\"fnB46\">[46]<\/a> Dabei d\u00fcrfte dann auch Europol eine Rolle spielen.<\/p>\n<h4>Aussichten einer eigenartigen \u00dcberwachungstechnologie<\/h4>\n<p>Ein zentrales Argument, mit dem KritikerInnen sowohl die Verwendung des \u2018genetischen Fingerabdrucks\u2019 im Ermittlungsverfahren als auch die Einrichtung einer DNA-Datenbank bek\u00e4mpft haben, ist der Verweis auf die potentielle Gefahr, da\u00df eines nicht allzu fernen Tages die DNA-Analyse nicht mehr allein zur Identit\u00e4tsfeststellung, sondern dar\u00fcber hinaus zur Entschl\u00fcsselung aller m\u00f6glichen Erbveranlagungen und Dispositionen von Personen dienen k\u00f6nnte.<br \/>\nEine solche Bef\u00fcrchtung ist angesichts des bio- und gentechnischen Fortschritts nicht v\u00f6llig von der Hand zu weisen. Der Mensch ist aber ein soziales Wesen, und die Idee, abweichendes Verhalten allein aus den Genen erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, ist absurd. Da\u00df RechtsmedizinerInnen einfach heimlich anhand der DNA-Probe die Pers\u00f6nlichkeitsgene ausforschen k\u00f6nnten, empfinden diese nicht selten als \u201efraglos ehrenr\u00fchrige\u201c Unterstellung. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn47\" name=\"fnB47\">[47]<\/a> Dennoch gibt es in der Kriminologie Str\u00f6mungen, die einem solchen biologistischen Menschenbild fr\u00f6nen. Die Gefahr eines solchen Menschenbildes besteht nicht darin, da\u00df tats\u00e4chlich ein Gen f\u00fcr das B\u00f6se im Menschen gefunden w\u00fcrde. Gef\u00e4hrlich an der biologistischen Kriminologie ist vielmehr die ideologische und politische Wirkung, die von ihr ausgehen kann. Sie festigt nicht nur stereotype Vorstellungen von Kriminalit\u00e4t und Straft\u00e4terInnen, sie k\u00f6nnte auch jene Kreise st\u00fctzen, die eine m\u00f6glichst breite Erfassung der Bev\u00f6lkerung durch genetische Massentests fordern.<br \/>\nVorab besteht das Interesse der Rechtsmedizin allerdings nicht in einer \u201egenetischen Inquisition\u201c, sondern in der ausgedehnteren Nutzung der Genetik zur Identifizierung von Personen. Hier liegt das eigentliche Potential f\u00fcr kriminalistische \u2018Fortschritte\u2019, die gegenw\u00e4rtig von den Rechtsgrundlagen (noch) nicht gedeckt sind: Es ist z.B. ein Leichtes, bei der Analyse festzustellen, ob der \u2018Spurengeber\u2019 m\u00e4nnlichen oder weiblichen Geschlechts ist. Auch das Alter soll m\u00f6glicherweise zuk\u00fcnftig aus der DNA ablesbar sein. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn48\" name=\"fnB48\">[48]<\/a> Viel interessanter sind f\u00fcr die ErmittlerInnen aber die unbestrittenen Eigenschaften unserer Gene, den biologischen Ph\u00e4notyp zu bestimmen. So ist das ausl\u00f6sende Gen f\u00fcr Rothaarigkeit inzwischen bekannt. Behauptet wird auch, da\u00df \u201eaus einer am Tatort aufgefundenen Spur (&#8230;) sich mit hoher Wahrscheinlichkeit herauslesen (l\u00e4\u00dft), ob sie von einem Europ\u00e4er, Schwarzafrikaner oder Asiaten stammt\u201c. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn49\" name=\"fnB49\">[49]<\/a> Nach polizeilicher Auffassung handelt es sich dabei keineswegs um sch\u00fctzenswerte Bereiche der Pers\u00f6nlichkeit, sondern schlicht um Hinweise zur Eingrenzung der Fahndungsbem\u00fchungen. Sobald die Bestimmungsverfahren praktikabel geworden sind, wird aus dieser Option eine dringliche Forderung der Polizei nach rechtlicher Zulassung werden.<br \/>\nNoch so umfangreiche DNA-Datenbanken f\u00fcr verurteilte Straft\u00e4terInnen und akut Tatverd\u00e4chtige bleiben eine halbe Sache, wenn man im Fall der F\u00e4lle an den spektakul\u00e4ren, aufwendigen und kostspieligen Massengentests nicht vorbeikommt. Auch hier sind die BritInnen ihrer Zeit voraus gewesen und haben fr\u00fchzeitig \u00fcber eine \u2018Volks-DNA\u2019-Erhebung und -Speicherung nachgedacht. So forderte der damalige Londoner Polizeichef Peter Imbert schon im November 1992, da\u00df jeder m\u00e4nnliche Bewohner eine DNA-Probe abzugeben h\u00e4tte, um auf diese Art die wachsende Anzahl von sexuellen Angriffen gegen Frauen in den Griff bekommen zu k\u00f6nnen. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn50\" name=\"fnB50\">[50]<\/a> In der festen Absicht, sich von niemandem in Sachen Law and order etwas vormachen zu lassen, wurden solche \u00dcberlegungen mutma\u00dflich von den StrategInnen der (damals noch als Opposition auftretenden) \u2018New Labour Party\u2019 aufgegriffen und um das Ziel der Bek\u00e4mpfung von Sozialmi\u00dfbrauch erweitert. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn51\" name=\"fnB51\">[51]<\/a> Als v\u00f6llig abwegig kann diese Idee auf der Insel nicht gelten, denn erst im Mai dieses Jahres wollte der Vorsitzende der \u2018Police Superintendents Association of England and Wales\u2019 dem neuen Innenminister Straw diesen Vorschlag wieder schmackhaft machen. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn52\" name=\"fnB52\">[52]<\/a> Es ist jedoch nicht ganz auszuschlie\u00dfen, da\u00df es sich hier um Regungen des typisch britischen Humors handelt. Immerhin wird auch berichtet, da\u00df man dort in einer Ortschaft aus Hundehaufen einen genetischen Fingerabdruck extrahiert, um anschlie\u00dfend Herrchen oder Frauchen wegen mangelnder Beaufsichtigung und Verunreinigung belangen zu k\u00f6nnen. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn53\" name=\"fnB53\">[53]<\/a> Laborkapazit\u00e4ten f\u00fcr solche Eskapaden scheinen jedenfalls vorhanden zu sein \u2013 wie sonst k\u00f6nnte das Kriminallabor der Polizei von Tayside Unternehmen das Angebot unterbreiten, vorsorglich DNA-Analysen anzufertigen. Nur so k\u00f6nnten sie sicher sein, da\u00df bei einem Entf\u00fchrungsfall im Ausland und der Zusendung von abgeschnittenen Fingern oder Ohren tats\u00e4chlich ihr Mitarbeiter und nicht sonst jemand der Leidtragende war? <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn54\" name=\"fnB54\">[54]<\/a> In den USA bietet man besorgten Eltern zum selben Zweck DNA-Kits f\u00fcr den Heimgebrauch an.<br \/>\nDa\u00df die forensische DNA-Analyse l\u00e4ngst schon auf die Sicherheitsbed\u00fcrfnisse des normalen Gro\u00dfstadtmenschen und damit auf einen breiten Markt zugeschnitten wird, beweist allein schon die Werbung f\u00fcr den brandneuen \u2018Anti-mugging flesh sampler\u2019. Dieses Sicherheitsutensil f\u00fcr ca. 60 $ ist eine Kombination aus Alarmsirene und einer als Sonde ausgelegten Metallspitze: wird man angegriffen, versucht man mit der Spitze etwas von der Haut des Kontrahenten anzuritzen, worauf kleine Fetzen aufgenommen und im Inneren verwahrt werden. Diese Zellproben des Angreifers dienen dann der sp\u00e4teren DNA-Analyse mit anschlie\u00dfender Verhaftung. <a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fn55\" name=\"fnB55\">[55]<\/a><\/p>\n<h5>Detlef Nogala ist Kriminologe am Max-Planck-Institut f\u00fcr internationales und ausl\u00e4ndisches Strafrecht in Freiburg und am Aufbau- und Kontaktstudiengang Kriminologie der Universit\u00e4t Hamburg.<\/h5>\n<h6><a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB1\" name=\"fn1\">[1]<\/a> Herrera, R.J.; Tracey, M.L.Jr.: DNA Fingerprinting. Basic Techniques, Problems, and Solutions, in: Journal of Criminal Justice 1992, pp. 237-248 (238)<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB2\" name=\"fn2\">[2]<\/a> z.B. Ford, S.; Thompson, W.C.: A question of identity. Some reasonable doubts about DNA \u2018fingerprinting\u2019, in: The Sciences 1990, pp. 37-43. Neufeld, P.J.; Colman, N.: When Science Takes the Witness Stand, in: Scientific American, May 1990, pp. 46-50<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB3\" name=\"fn3\">[3]<\/a> s. dazu den Artikel von Giannelli, P.C.: The DNA Story: An Alternative View, in: The Journal of Criminal Law and Criminology 1998, No. 1, pp. 380-422<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB4\" name=\"fn4\">[4]<\/a> Lander, E.S.; Budowle, B.: DNA Fingerprinting Dispute Laid to Rest, in: Nature 1994, No. 371, p. 735. Lander war ein fr\u00fcher Kritiker, Budowle DNA-Spezialist beim FBI.<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB5\" name=\"fn5\">[5]<\/a> Giannelli a.a.O. (Fn. 3), pp. 412ff.<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB6\" name=\"fn6\">[6]<\/a> vgl. Kube, E.; Deinet, W.; Rieger, B.: Zum Sachbeweis im deutschen Strafproze\u00df, in: Spektrum der Wissenschaft 1997, Sondernummer 2, S. 100-102<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB7\" name=\"fn7\">[7]<\/a> Seit 1995 benutzt das BKA nur noch das PCR-Verfahren. Hierzu: Schmitter, H.: Der \u2018Genetische Fingerabdruck\u2019, in: Bundeskriminalamt (Hg.): Festschrift f\u00fcr Horst Herold zum 75. Geburtstag, Wiesbaden 1998, S. 397-426<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB8\" name=\"fn8\">[8]<\/a> Electronic Telegraph v. 31.8.1996<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB9\" name=\"fn9\">[9]<\/a> van Oorschot, R.A.H.; Jones, M.K.: DNA Fingerprints from Fingerprints, in: Nature 1997, No. 387, p. 767<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB10\" name=\"fn10\">[10]<\/a> Werrett, D.: DNA-The New Weapon in the Fight Against Crime, in: Police &amp; Government Security Technology, October 1997<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB11\" name=\"fn11\">[11]<\/a> zur Kritik an der PCR-Technik vgl. telepolis v. 12.11.1998<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB12\" name=\"fn12\">[12]<\/a> vgl. Giannelli a.a.O. (Fn. 3)<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB13\" name=\"fn13\">[13]<\/a> Electronic Telegraph v. 25.6.1996<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB14\" name=\"fn14\">[14]<\/a> vgl. Schmitter a.a.O. (Fn. 7), S. 408ff.<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB15\" name=\"fn15\">[15]<\/a> Rademacher, Ch.: Verhinderung der genetischen Inquisition, in: Zeitschrift f\u00fcr Rechtspolitik 1990, H. 10, S. 380-384<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB16\" name=\"fn16\">[16]<\/a> Connors, E. et al.: Convicted by Juries, Exonerated by Science \u2013 Case Studies in the Use of DNA Evidence to Establish Innocence After Trial, US Department of Justice, NIJ Research, Washington D.C. 1996<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB17\" name=\"fn17\">[17]<\/a> vgl. Nogala, D.: Forensische DNA-Analytik \u2013 Anmerkungen zur kriminalistischen Bedeutung genetischer Information und ihrer rechtlichen Begutachtung, in: Kriminologisches Journal 1997, H. 4, S. 292-305<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB18\" name=\"fn18\">[18]<\/a> Presseerkl\u00e4rung der Datenschutzbeauftragten v. 22.4.1998<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB19\" name=\"fn19\">[19]<\/a> junge welt v. 22.11.1997<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB20\" name=\"fn20\">[20]<\/a> The Guardian v. 3.5.1995<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB21\" name=\"fn21\">[21]<\/a> Wenzel, R.: Mit DNA-Datei auf Einbruchserien reagiert, in: Kriminalistik 1998, H. 6, S. 419f.<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB22\" name=\"fn22\">[22]<\/a> die tageszeitung v. 28.5.1998<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB23\" name=\"fn23\">[23]<\/a> \u2018Mordermittlungen: GEN-Massentest in Niedersachsen\u2019, in: Kriminalistik 1998, H. 5, S. 360<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB24\" name=\"fn24\">[24]<\/a> Die Welt v. 2.6.1998<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB25\" name=\"fn25\">[25]<\/a> die tageszeitung v. 2.6.1998<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB26\" name=\"fn26\">[26]<\/a> Karioth, D.: Die k\u00f6rperliche Untersuchung des Beschuldigten gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7 81a, 81e und 81f StPO n.F. unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der sog. Genom-Analyse, in: Die Polizei 1997, H. 7, S. 195-202 (200)<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB27\" name=\"fn27\">[27]<\/a> BBC News, Radio 1 v. 2.4.1998<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB28\" name=\"fn28\">[28]<\/a> Charles, D.: Convicts\u2019 DNA prints added to US police files, in: New Scientist No. 1787 v. 21.9.1993<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB29\" name=\"fn29\">[29]<\/a> im folgenden s. Weedn, W.v.; Hicks, J.W.: The Unrealized Potential of DNA Testing, in: National Institute of Justice Journal, December 1997, pp. 16-23<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB30\" name=\"fn30\">[30]<\/a> ebd., p. 18<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB31\" name=\"fn31\">[31]<\/a> \u2018Lab corners criminals with speedier DNA analysis\u2019, CNN v. 23.5.1996<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB32\" name=\"fn32\">[32]<\/a> Hamer, M.: \u2018Time to bank on gene profiles\u2019, in: New Scientist No. 1881, 1993, p. 10<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB33\" name=\"fn33\">[33]<\/a> Newham, J.: Weltweit erste DNA-Datenbank in Gro\u00dfbritannien, in: Kriminalistik 1996, H. 10, S. 646-647<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB34\" name=\"fn34\">[34]<\/a> Kube E.; Schmitter, H.: DNA-Analyse-Datei, in: Kriminalistik 1998, H. 6, S. 415-418<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB35\" name=\"fn35\">[35]<\/a> ebd., S. 417<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB36\" name=\"fn36\">[36]<\/a> ebd.<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB37\" name=\"fn37\">[37]<\/a> BGBl. I S. 534<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB38\" name=\"fn38\">[38]<\/a> Huber, F.: Das \u2018DNA-Gesetz\u2019 \u00f1 Ein f\u00fcr Rechtsmedizin und Kriminalistik konstruiertes Fiasko, in: Kriminalistik 1997, H. 11, S. 733-736 (733f.)<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB39\" name=\"fn39\">[39]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 12.12.1996<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB40\" name=\"fn40\">[40]<\/a> \u2018DNA-Datenbanken gegen Sexualverbrecher gefordert\u2019, in: Kriminalistik 1997, H. 2, S. 92<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB41\" name=\"fn41\">[41]<\/a> S\u00fcddeutsche Zeitung v. 24.1.1998<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB42\" name=\"fn42\">[42]<\/a> siehe \u2018Das Aktuelle Stichwort: DNA-Analyse-Datei\u2019, in: Zeitschrift f\u00fcr Innere Sicherheit 1998, H. 3, S. 172-174<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB43\" name=\"fn43\">[43]<\/a> Entschlie\u00dfung der 53. Konferenz der Datenschutzbeauftragten v. 17.\/18. April 1998<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB44\" name=\"fn44\">[44]<\/a> BR Drs. 389\/98<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB45\" name=\"fn45\">[45]<\/a> Angaben nach Schneider, P.M.: DNA-Databases for Offender Identification in Europe &#8211; The Need for Technical, Legal and Political Harmonization, in: Second European Symposium on Human Identification, Innsbruck, Austria, June 9-12, 1998<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB46\" name=\"fn46\">[46]<\/a> Entschlie\u00dfung des Rates Justiz und Inneres vom 9.6.1997, Amtsblatt der EG C193 v. 24.6.1997, S. 2<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB47\" name=\"fn47\">[47]<\/a> Brinkmann, B.: Gesetzentw\u00fcrfe zur DNA-Analyse (Interview), in: Kriminalistik 1996, H. 8-9, S. 597-598 (598)<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB48\" name=\"fn48\">[48]<\/a> ebd., 597<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB49\" name=\"fn49\">[49]<\/a> Huber a.a.O. (Fn. 38), S. 735<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB50\" name=\"fn50\">[50]<\/a> zit. n. Lincoln, P.J.: DNA on Trial, in: The Police Journal, Oct. 1993, pp. 411-416<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB51\" name=\"fn51\">[51]<\/a> Electronic Telegraph v. 22.7.1996<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB52\" name=\"fn52\">[52]<\/a> Electronic Telegraph v. 6.5.1998<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB53\" name=\"fn53\">[53]<\/a> Electronic Telegraph v. 15.2.1996<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB54\" name=\"fn54\">[54]<\/a> Electronic Telegraph v. 14.1.1997<br \/>\n<a href=\"\/1998\/12\/20\/dna-analyse-und-dna-datenbanken-der-genetische-fingerabdruck-eine-erstaunliche-karriere\/#fnB55\" name=\"fn55\">[55]<\/a> Electronic Telegraph v. 21.5.1998<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Detlef Nogala Die DNA-Analytik hat am Ende unseres Jahrhunderts den Stellenwert erhalten, den der<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,67],"tags":[],"class_list":["post-2241","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-061"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2241","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2241"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2241\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2241"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2241"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2241"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}