{"id":2751,"date":"1996-12-21T21:13:19","date_gmt":"1996-12-21T21:13:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?p=2751"},"modified":"1996-12-21T21:13:19","modified_gmt":"1996-12-21T21:13:19","slug":"veraenderungen-in-der-polizeiorganisation-und-arbeit-in-ungarn-ein-erfolgreicher-prozess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=2751","title":{"rendered":"Ver\u00e4nderungen in der Polizeiorganisation und -arbeit in Ungarn  &#8211; Ein erfolgreicher Proze\u00df"},"content":{"rendered":"<h3>von Dr. L\u00e1szl\u00f3 Salg\u00f3<\/h3>\n<p><strong>Von 1948 bis 1989, war Ungarn ein kommunistischer Einparteienstaat.&#8220; In dieser Staatsform waren die Funktionen der Polizei mehr oder weniger die gleichen wie in allen \u00fcbrigen totalit\u00e4ren und halbtotalit\u00e4ren Regimen der Welt. In dieser Periode bestand die Hauptfunktion des Innenministeriums &#8211; und damit der Polizei &#8211; darin, das ganze Land polizeilich zu kontrollieren. Bis in die fr\u00fchen 80er Jahre war sie Teil eines Unterdr\u00fcckungssystems, auch wenn sp\u00e4ter (im Rahmen der allgemeinen Entwicklung in Ungarn) zunehmend auch der Dienstleistungsaspekt zum Vorschein kam. Zu jener Zeit war der Chef der ungarischen Polizei zugleich auch einer der stellvertretenden Innenminister; der zweite stellvertretende Innenminister war zugleich Chef des Staatssicherheitsdienstes (AB) und der Spionageabwehr.<\/strong><\/p>\n<p>Ausgel\u00f6st durch die demokratischen Bewegungen, die seinerzeit in allen Staaten des damaligen &#8218;Ostblocks&#8216; auftraten, sowie durch interne Wirtschaftskrisen kam es im Oktober 1989 auch in Ungarn zum politischen Wechsel, hin zu dem heutigen parlamentarischen Mehrparteienstaat. Von den daraus folgenden grundlegenden Ver\u00e4nderungen der ungarischen Gesellschaft wurde selbstverst\u00e4ndlich auch die Polizeibetroffen.<!--more--><\/p>\n<h4>Beratung aus dem Ausland<\/h4>\n<p>1990 l\u00f6ste sich die ungarische Polizei rasch von ihrer bisherigen strikten Bindung an das Innenministerium und wurde eine strukturell autarke Organisation. Dies trifft auch f\u00fcr die Geheimdienste zu, die einem Minister ohne Gesch\u00e4ftsbereich unterstellt wurden. Dieser hat seither die politische Kontrolle; an die Spitze der Geheimdienste wurden jeweils entsprechende Fachleute gestellt. Ohne Zweifel herrschte in den Jahren 1989\/90 in Ungarn eine Krisensituation. Externe und interne Einfl\u00fcsse spielten bei den nachfolgenden Ver\u00e4nderungen eine wichtige Rolle. Weder die &#8218;Nationale Ungarische Polizei&#8216; (ORFK), noch die anderen Strafverfolgungseinrichtungen verf\u00fcgten \u00fcber die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten, die f\u00fcr die Schaffung und den Aufbau eines neuen Organisationsmodells und eine g\u00e4nzlich neue Philosophie erforderlich waren. Ausl\u00e4ndische Experten zur Beratung einzuladen, schien deshalb als die beste L\u00f6sung. In der ersten Zeit handelte es sich dabei um Mitarbeiter der &#8218;Team Consult&#8216; (TC) aus Belgien und um niederl\u00e4ndische Polizeiwissenschaftler des &#8218;PSC Warnsveld&#8216;; sp\u00e4ter folgten weitere aus anderen Staaten. Diese Entscheidung scheint sich als richtig erwiesen zu haben. Ende 1989\/Anfang 1990 erarbeiteten diese ausl\u00e4ndischen Experten zusammen mit F\u00fchrungskr\u00e4ften der ungarischen Polizei (Rend\u00f6rs\u201ac) die erste professionelle Diagnose der ungarischen Polizei.(1) Dabei gab es zwar recht unterschiedliche Vorstellungen dar\u00fcber, was organisatoisch zu unternehmen sei; aber nahezu keine dazu, wie vorgegangen werden sollte und welche Gefahren und neue Herausforderungen dabei mitber\u00fccksichtigt werden m\u00fc\u00dften. Es war eine ausgesprochene &#8218;Stre\u00dfsituation&#8216;, denn es gab nicht gen\u00fcgend Zeit, eine tiefgehende Analyse zu erarbeiten. Unter den Strafverfolgungseinrichtungen und auch bei den sonstigen Staatsorganisationen war die Polizei die erste, die internationale Experten zur Beratung und Hilfe bei der Reorganisation anforderte. Diese erarbeiteten zusammen mit den ungarischen Experten eine entsprechende Studie, die am 6.1.91 vorgelegt wurde, und in der f\u00fcnf Kernpunkte f\u00fcr den Transformationsproze\u00df benannt sind.<\/p>\n<ol>\n<li>Ungarn mu\u00df mehr Geld in seine \u00f6ffentliche Sicherheit investieren.<\/li>\n<li>Die ungarische Polizei braucht eine neue Organisationsstruktur.<\/li>\n<li>Die Polizei mu\u00df ihre Effektivit\u00e4t steigern.<\/li>\n<li>Ungarn braucht einen neuen Typ von Polizeibeamten.<\/li>\n<li>Es mu\u00df ein neues, besseres Verh\u00e4ltnis zwischen Polizei und B\u00fcrgern entwickelt werden.(2)<\/li>\n<\/ol>\n<p>In den fr\u00fchen 90er Jahren wies die Zahl der Straftaten eine ungeheure Steigerung auf, gleichzeitig sank die Aufkl\u00e4rungsquote. Durch entschiedene Schritte der obersten Polizeif\u00fchrung sowie verschiedene Austauschprogramme mit dem Ausland konnte ein immer weiteres Auseinanderklaffen dieser &#8218;Schere&#8216; etwa zum Jahreswechsel 1992\/93 gestoppt werden. Zwar steigt die Kriminalit\u00e4tsrate in Ungarn auch heute noch an, doch haben Ungarns Polizisten auch in diesem Jahr wieder gute Aufkl\u00e4rungsergebnisse erzielt. Es lohnt sich daher, einen kurzen Blick auf die Problemanalyse zu werfen, die wir 1991 auf den Tisch gelegt haben, als die Effektivit\u00e4t der ungarischen Polizei noch sehr niedrig war, und sie verzweifelt nach ihrer Rolle in der neuen Demokratie suchte. Einige dieser Forderungen sind bereits umgesetzt worden. Andere sind von der &#8217;neuen&#8216; ungarischen Polizei zwar grunds\u00e4tzlich akzeptiert, doch scheint der Weg zu ihrer Verwirklichung noch lang zu sein.<\/p>\n<p>Die Ver\u00e4nderung in Ungarns Polizei vollzog sich in zwei Stufen. Zun\u00e4chst ver\u00e4nderten wir das System von einer totalit\u00e4ren zu einer demokratischen Polizei durch einen Austausch der F\u00fchrungsebene. Dies war ein schneller, f\u00fcr viele auch ein pers\u00f6nlich schmerzlicher Proze\u00df. So gibt es unter den 30 h\u00f6chsten Polizeif\u00fchrern &#8211; einschlie\u00dflich des &#8218;Nationalen Polizeihauptquartiers&#8216; und der 20 Leiter der Landkreispolizeien, heute nur noch Personen, die nach dem 1. November 1989 ernannt worden sind.<br \/>\nHeute nun sind wir dabei, die fr\u00fchere Organisation der Polizei zu ver\u00e4ndern und zu demokratisieren und gleichzeitig ihre Arbeit zu verbessern. Dies kann nur ein langsamer, eher evolution\u00e4rer Proze\u00df sein. Sicher ist jedoch, da\u00df die ungarische Polizei nie wieder die &#8218;Nummer eins&#8216; und nie wieder &#8218;der lange Arm der Politik&#8216; sein will. Sie ist eines der Straf- verfolgungsorgane in Ungarn und m\u00f6chte dies auch sein und bleiben.<\/p>\n<h4>Wandel<\/h4>\n<p>Die ungarische Polizei hat heute eine Gesamtst\u00e4rke von ca. 40.000 Angeh\u00f6rigen, davon sind 32.000 uniformierte Polizisten und Kriminalbeamte und ca. 8.000 Personen Zivilangestellte. (Vor der Wende waren es insgesamt 24.377 Personen; Soll: 24.779).<br \/>\nNeben den 20 Landespolizeien gibt es heute als neue Einrichtung ein &#8218;Direktorat f\u00fcr Zentrale Ermittlungen&#8216; (KBI) das in etwa die gleichen Funktionen zu erf\u00fcllen hat wie das FBI in den Vereinigten Staaten. Brigadegeneral Ern\u00f6 Kiss, der Generaldirektor dieses Direktorats, ist zugleich stellvertretender Kommissar der &#8218;Nationalen Polizei&#8216; Ungarns. Mit der Schaffung dieses Direktorats hoffen wir, die notwendigen Antworten auf neue kriminelle Herausforderungen zu finden, die es vorher bei uns nicht gab. Das organisierte Verbrechen, Wirtschaftskriminalit\u00e4t, Geldw\u00e4sche, Drogenhandel und Auto- schiebereien sind in Ungarn heute ebenso gewaltige Probleme wie im Westen.<br \/>\nBei allen sonstigen Unterschieden waren sich die westeurop\u00e4ischen Experten, die wir zur Beratung herangezogen haben, in dem Punkt einig, da\u00df &#8222;die ungeteilte und zentralisierte Organisation der ungarischen Polizei (&#8230;) eine ihrer gr\u00f6\u00dften St\u00e4rken&#8220; ist.(3)<br \/>\nGegenw\u00e4rtig sind wir darum bem\u00fcht, die elektronische Datenverarbeitung, neue B\u00fcrokommunikationstechniken und den Einsatz der forensischen Wissenschaft in der Polizeiarbeit auszubauen. Noch vor f\u00fcnf Jahren wurden solche Themen \u00fcberhaupt nicht diskutiert, sondern tauchten lediglich in den Fu\u00dfnoten auf. Heute hat die ungarische Polizei auf diesen Gebieten bereits gute Erfolge zu verzeichnen.<br \/>\nWeiterhin bem\u00fchen wir uns, durch selektive Auswahlverfahren neues Personal zu rekrutieren und dadurch das Profil positiv zu ver\u00e4ndern und zugleich ohne Effektivit\u00e4tsverlust Personal abzubauen. Weiterhin sind wir dabei, die gesamte Polizeiorganisationskultur zunehmend auf mehr Dienstleistungsaufgaben zu orientieren. Da\u00df wir uns dabei an die Vorgaben der Regierung und die gesetzlichen \u00c4nderungen halten, ist selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>So sehen wir in der Verabschiedung des Polizeigesetzes vom 29.3.94(4) einen Meilenstein. Zum ersten Mal in der Geschichte der ungarischen Polizei hat sie damit nun die M\u00f6glichkeit, tats\u00e4chlich als Strafverfolgungsbeh\u00f6rde zu arbeiten, statt wie vorher den politischen Bed\u00fcrfnissen und W\u00fcnschen oder ministeriellen Kautelen zu folgen. Auch die Stellung und die Kompetenzen des Innenministers sind in diesem Gesetz festgelegt. Er hat die Aufgabe, Gesetze vorzubereiten, internationale Abkommen zu schlie\u00dfen, die Polizei in der \u2122ffentlichkeit zu vertreten und zu verantworten. Auf seinen Vorschlag ernennt der Premierminister den Nationalen Polizeichef. Ebenso vertritt der Innenmi- nister die Belange der Polizei in der Regierung und bei den Sitzungen der Nationalversammlung.<\/p>\n<p>Was jedoch in einem Land, in dem sich Millionen noch an das Gegenteil erinnern k\u00f6nnen, sehr viel wichtiger ist: Der Minister darf der Polizei nicht mehr per Dienstanweisung die Kompetenz f\u00fcr einen Fall entziehen, noch darf er die Polizei daran hindern, ihre Aufgaben zu erf\u00fcllen. Gesonderte Anweisungen des Innenministers an die Polizei sind jeweils \u00fcber den &#8218;Nationalen Polizeichef&#8216; weiterzuleiten. Im Kern hei\u00dft dies, der Innenminister besitzt weder eine unmittelbare Befehlsgewalt auf die Polizei noch das Recht zu einer pers\u00f6nlichen Intervention. Auf diese Weise soll gew\u00e4hrleistet werden, da\u00df die ungarische Polizei nicht mehr f\u00fcr politische Zwecke mi\u00dfbraucht werden kann.<\/p>\n<h4>&#8218;Zukunftsschock&#8216; und Neubeginn<\/h4>\n<p>Obwohl diese ersten wichtigen Schritte mit \u0161berzeugung gegangen wurden, ist die j\u00fcngere Geschichte der ungarischen Polizei keine ausschlie\u00dfliche Erfolgsgeschichte. &#8222;Organisationen weisen gewisse Grenzen im Umfang der Ver\u00e4nderungsf\u00e4higkeit auf, den sie innerhalb eines Zeitraums verkraften k\u00f6nnen.&#8220;(5) Dies hat viel zu tun mit einer &#8218;Entschuldigungshaltung&#8216; f\u00fcr die eigene Vergangenheit, f\u00fcr eine pl\u00f6tzlich geringere Leistung und Effektivit\u00e4t etc. &#8211; um nur einige der auftretenden, unerw\u00fcnschten &#8218;Nebenwirkungen&#8216; zu nennen. Kurz: Es ist Teil des Bestrebens, den sogenannten &#8218;Zukunftsschock&#8216; abzumildern. Bezogen auf die ungarische Polizei sto\u00dfen wir z.B. bei den gegenw\u00e4rtigen Schwierigkeiten unserer Wirtschaft, der Verschuldung und dem Devisenmangel, der Inflation und Arbeitslosigkeit usw. auf solche Grenzen. Sie alle f\u00fchren dazu, da\u00df der Landeshaushalt zusammengestrichen wird und damit nat\u00fcrlich auch andere Einschr\u00e4nkungen einhergehen. Hinzu kommen die \u00c4ngste vor einem langsamen Ver\u00e4nderungsproze\u00df als st\u00e4ndiger Begleiterscheinung, menschliche Probleme und Probleme bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter und nicht zuletzt die gro\u00dfe Sehnsucht der Gesellschaft nach einer raschen Ver\u00e4nderung in m\u00f6glichst kurzer Zeit.<\/p>\n<p>In der Zeit vor 1989\/90 erschienen Struktur und Stil der ungarischen Polizei als ein sich niemals \u00e4nderndes, halbtotalit\u00e4res Wesen &#8211; mit einer obersten F\u00fchrung, die vor 15-20 Jahren in ihre Positionen gelangt war. Daher geh\u00f6rte die Einsetzung einer neuen F\u00fchrung und moderner F\u00fchrungsmethoden zu den f\u00fcnf Kernpunkten der Ver\u00e4nderung.<br \/>\nDas Jahr 1991 war ein guter Zeitpunkt, mit einer grundlegenden \u00c4nderung ernst zu machen. Dies nicht allein, weil die Regierung gr\u00fcnes Licht f\u00fcr Ver\u00e4nderungen gab und diese auch in der \u2122ffentlichkeit auf breite Zustimmung stie\u00dfen oder etwa eine neue F\u00fchrungsspitze ins Amt berufen wurde.<br \/>\nSowohl ausw\u00e4rtige als auch interne Experten hatten eine gute analytische Arbeit geleistet und konnten nun einen &#8218;Fahrplan&#8216; f\u00fcr den Neubeginn vorlegen. Zudem boten Staaten wie die Bundesrepublik, die Niederlande, Belgien, die Schweiz, \u2122sterreich und andere Ungarn materielle und immaterielle Hilfen an. Im Haushaltsjahr 1991\/1992 bewilligte die Regierung zudem die Mittel f\u00fcr die Besetzung von 4.000 zus\u00e4tzlichen Stellen sowie f\u00fcr eine &#8217;sanfte&#8216; Integration in das europ\u00e4ische Polizeisystem.<br \/>\nDie Polizisten selbst wollten ebenfalls einen modernen F\u00fchrungsstil, und sie erwarteten sich auch bessere Geh\u00e4lter, bessere Lebensbedingungen und die Akzeptanz durch die Gesellschaft.<\/p>\n<p>Weil die ungarische Polizei eine zentralistisch organisierte und gef\u00fchrte Polizei ist, spielten die F\u00fchrungspersonen bei diesen Ver\u00e4nderungen eine sehr wichtige Rolle. Sie haben den Proze\u00df initiiert und \u00fcberwacht, sie trieben ihn voran und setzten die neuen Gedanken in die Praxis um. Der Chef der &#8218;Nationalen Polizei&#8216;, Generalleutnant Dr. S\u00e1ndor Pint\u00e9r und seine Berater, zu denen ich als Leiter des ungarischen Expertenteams seinerzeit ebenfalls geh\u00f6rte, trafen in den Jahren 1991-93 zun\u00e4chst monatlich, sp\u00e4ter alle drei Monate und zuletzt halbj\u00e4hrlich mit den ausl\u00e4ndischen Projektleitern zusammen, um intensiv \u00fcber die Fortschritte und Schwierigkeiten des Ver\u00e4nderungsprozesses zu beraten.<br \/>\nNat\u00fcrlich gab es in dieser Zeit auch Widerst\u00e4nde. Die Gr\u00fcnde reichten von politischer Opposition \u00fcber Existenz\u00e4ngste bis hin zur Aussicht auf eine erfolgreichere Karriere im Zivilleben. Etwa ein F\u00fcnftel der Polizeiangeh\u00f6rigen haben in den Jahren 1990- 92 die Polizei verlassen, nicht immer ganz freiwillig. Unter dem ehemaligen F\u00fchrungspersonal war die Rate derer, die aus dem Dienst ausschieden, am h\u00f6chsten.<br \/>\nHeute, am Ende des Jahres 1996, haben wir die neuen Strukturen, wir haben einen rechtlichen Rahmen, der an den europ\u00e4ischen Rechtsstandard heranreicht und wir genie\u00dfen hohen internationalen Respekt. Daf\u00fcr plagen uns andere Probleme: Wir haben zuwenig Personal und (immer noch) zu geringe Geh\u00e4lter. Unterbezahlte Polizisten schaffen jedoch Korruptionsprobleme und verspielen auf solche Weise den Respekt der Polizei. Wir haben mit Haushaltsk\u00fcrzungen zu k\u00e4mpfen und stehen gleichzeitig unter dem Druck, den B\u00fcrgern und B\u00fcrgerinnen einen verbesserten Schutz zu bieten und f\u00fcr mehr \u00f6ffentliche Sicherheit zu sorgen.<\/p>\n<p>Von 1948 bis 1989 gab es in Ungarn keine \u00f6ffentlichen Kontrollmechanismen. Seit den 90er Jahren entwickelt sich nun auch eine \u00f6ffentliche Kontrolle, und die Polizei hat ihre Tore f\u00fcr dieses Interesse und das Bed\u00fcrfnis der ungarischen B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen weit ge\u00f6ffnet. Unsere Beziehungen zu den Medien, die Feierlichkeiten zum Tag der Polizei, die Besuche verschiedener Menschenrechts- und anderer internationaler Organisationen (z.B. Helsinki Komitee, amnesty international usw.) und unsere Gespr\u00e4che mit diesen Gruppen zeugen von der Bereitschaft, die \u00f6ffentliche Kontrolle unserer Arbeit zu akzeptieren und als wichtigen Bestandteil eines guten Verh\u00e4ltnisses zur Bev\u00f6lkerung zu verstehen.<\/p>\n<h4>Internationale Beziehungen<\/h4>\n<p>Das &#8218;Nationale Hauptquartier der Ungarischen Polizei&#8216; unterh\u00e4lt heute enge und wirkungsvolle Beziehungen zu den Polizeien zahlreicher anderer L\u00e4nder. Einige von ihnen sind bereits aus dem Beitritt Ungarns zur INTERPOL in den 80er Jahren hervorgegangen. Zudem gab &#8211; und gibt &#8211; es mit den meisten europ\u00e4ischen Staaten sowie mit Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexiko einen regen (und anregenden) Delegationskontakt. Die wichtigsten europ\u00e4ischen Staaten haben dar\u00fcber hinaus finanzielle, technische und Ausbildungshilfen f\u00fcr die ungarische Polizei geleistet. Hierzu geh\u00f6ren die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien, die Niederlande, Belgien und \u2122sterreich. In den Vereinigten Staaten nehmen j\u00e4hrlich 20 ungarische Polizisten an F\u00fchrungs- und Antiterrorismuslehrg\u00e4ngen teil.<br \/>\nDie Regionalpolizei der Niederlande und ihre ungarischen Partnereinheiten f\u00fchren seit 1992 einen st\u00e4ndigen Austausch auf operationellem Gebiet und bei F\u00fchrungsaufgaben durch. Weiterhin kooperiert die ungarische Polizei sehr eng mit den Polizeien der unmittelbaren Nachbarstaaten. Auf der Ebene der Hauptquartiere der Landkreispolizeien besteht hier auf der operationellen Ebene nahezu t\u00e4glich Kontakt untereinander. Solche Kooperationsbeziehun- gen geh\u00f6ren zu den St\u00e4rken der ungarischen Polizei auf dem Gebiet der internationalen Beziehungen. 1991 war Ungarn zudem mit etlichen Polizisten an der internationalen Mission in Kambodscha beteiligt, um den demokatischen Aufbau des Landes zu sichern.<\/p>\n<p>Ebenfalls 1991 ist die &#8218;Mitteleurop\u00e4ische Polizeiakademie&#8216; (MEPA) mit Sitz in Budapest ins Leben gerufen worden.(6) Initiatoren waren Ungarn und \u2122sterreich. Sehr bald traten auch tschechische, polnische, slowakische und slowenische Polizeien dieser Initiative bei. Seit 1994 ist auch die Bundesrepublik Deutschland vertreten. Seit Ausbildungsbeginn haben insgesamt 1.113 Stu- denten hier einen Abschlu\u00df erworben.<br \/>\nDie &#8218;International Law Enforcement Agency&#8216; (ILEA) \u00f6ffnete am 24. April 1995, dem &#8218;Tag der ungarischen Polizei&#8216;, ihre Pforten in Budapest. Der Grundauftrag dieser neuen internationalen Bildungseinrichtung ist es, mittlere F\u00fchrungskr\u00e4fte der Polizeien Mitteleuropas, die f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des organisierten Verbrechens zust\u00e4ndig sind, zu schulen, um ihre Aufgaben so erfolgreich wie m\u00f6glich erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Die Arbeit der Akademie wird sowohl von den Vereinigten Staaten und Kanada wie auch von fast allen europ\u00e4ischen Staaten unterst\u00fctzt. Hierdurch wird es f\u00fcr insgesamt 25 Polizeien Osteuropas m\u00f6\u00f6glich, die Akademie zu nutzen. Ungarn ist stolz, Sitz dieser Einrichtung sein zu d\u00fcrfen.(7)<br \/>\nAuch die weltweit aktive private&#8217;International Police Association&#8216; (IPA) unterh\u00e4lt unterdessen ein landesweites Netz mit Tausenden von neuen Mitgliedern in Ungarn.<\/p>\n<h4>Stolz<\/h4>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von &#8218;Team Consult&#8216; z\u00e4hlt der Ver\u00e4nderungsproze\u00df der ungarischen Polizei zu einem der erfolgreichsten in Europa. Diesen Proze\u00df noch weiter zu verbessern, ist die Aufgabe, die uns nun bevorsteht. Hierzu m\u00fcssen wir die bisher gemachten guten Erfahrungen beibehalten und uns von den schlechten verabschieden, um zu einer engen, wirkungsvollen Kooperation mit allen Polizeien der Welt zu gelangen.<\/p>\n<h5>Dr. L\u00e1szl\u00f3 Salg\u00f3 ist Brigadegeneral und Chef der Landespolizei Csongr\u00e1d<\/h5>\n<h6>(1) Vgl. TC Team Consult, Introduction about the Hungarian Police, 13.10.90, Budapest<br \/>\n(2) Vgl. Oosterwijk, F., The New Hungarian Police Officer, A comparative research regarding the consequences of the new educational system of the Hungarian Police, Rend\u201aszeti Tanulm\u00e1nyok, S. 21, Budapest 1994\/3<br \/>\n(3) Vgl. Prestel, B.\/Dikkers, J., Reorganization of the Hungarian Police. Conference &#8218;Policing a free society&#8216; (Presentation), 24.10.92, Si\u00f3fok<br \/>\n(4)Vgl. Gesetz \u00fcber die Polizei Nr. XXXIV,1994<br \/>\n(5) Vgl. Gilmartin, J., Effectively Implementing Change. Managament Course VIC. OICJ (Presentation), Chicago 1994<br \/>\n(6) Vgl. Kriminalistik 4\/95, S. 283ff.; Die Polizei 11\/96, S. 305<br \/>\n(7) Vgl. Pint\u00e9r, S., Police, Education and International Co-operation in Hungary, (Conference presentations), 13th EPEC v. 14.5.96, Rotterdam<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Dr. L\u00e1szl\u00f3 Salg\u00f3 Von 1948 bis 1989, war Ungarn ein kommunistischer Einparteienstaat.&#8220; In dieser<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,61],"tags":[],"class_list":["post-2751","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-055"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2751","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2751"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2751\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2751"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2751"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2751"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}