{"id":3731,"date":"1993-12-24T22:16:20","date_gmt":"1993-12-24T22:16:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?p=3731"},"modified":"1993-12-24T22:16:20","modified_gmt":"1993-12-24T22:16:20","slug":"polizeiliches-antistresstraining","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=3731","title":{"rendered":"Polizeiliches Antistre\u00dftraining"},"content":{"rendered":"<p>Seit der zweiten H\u00e4lfte der 80er Jahre haben Elemente des Verhaltens-, Kommunikations- und des Antistre\u00dftrainings Eingang in Aus- und Fortbildung der deutschen Polizei gefunden. Mit verschiedenen psychologischen Methoden und in unterschiedlicher Intensit\u00e4t versuchen die Landespolizeien seither, die soziale und kommunikative Kompetenz von PolizistInnen zu verbessern.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndet wird die Notwendigkeit gezielten Verhaltenstrainings in erster Linie mit Defiziten, die im polizeilichen Handeln in Alltagssituationen deutlich wurden. So zeigte eine Auswertung von Beschwerden, da\u00df den PolizistInnen &#8222;in vielen F\u00e4llen &#8230; die F\u00e4higkeit (fehlte), zu erkennen, da\u00df Argumente nicht nur rechtlich untermauert, sondern auch logisch, verst\u00e4ndlich und \u00fcberzeugend \u00fcbermittelt werden m\u00fcssen.&#8220; Das Auftreten der BeamtInnen werde &#8222;auch als b\u00fcrokratisch, streng und rechthaberisch empfunden.&#8220; Statt beruhigend zu wirken, f\u00fchre es h\u00e4ufig zur Eskalation von Emotionen und Verhalten &#8211; sowohl bei allt\u00e4glichen Konflikten als auch bei Gro\u00dfeins\u00e4tzen wie z.B. Demon-strationen. Dar\u00fcber hinaus wird das Verhaltenstraining mit der Situation in-nerhalb der Polizei begr\u00fcndet. Vielfach sei das Verh\u00e4ltnis zwischen Vorge-setzten und MitarbeiterInnen gest\u00f6rt, sei das Klima von Ignoranz und dem Gef\u00fchl fehlender Anerkennung bestimmt.<!--more--><\/p>\n<h4>Modelle und ihre Verbreitung<\/h4>\n<p>Die ersten umfangreichen Kurse zum Thema &#8222;Stre\u00dfbew\u00e4ltigung im Polizeidienst&#8220; fanden Anfang der 80er Jahre in Nordrhein-Westfalen (NRW) statt. Ab 1987 wurden Antistre\u00df- und Verhaltenstrainingskurse auch in anderen Bundesl\u00e4ndern eingef\u00fchrt. Rheinland-Pfalz, Niedersachsen , Berlin und das Saarland orientierten sich an NRW. Hessen f\u00fchrte ein viert\u00e4giges Konflikt-bew\u00e4ltigungsseminar an der Polizeischule ein. Auch in den anderen alten Bundesl\u00e4ndern waren bis Mitte 1992 Trainingsprogramme eingef\u00fchrt bzw. (in Bremen und beim BGS) im Konzeptstadium. F\u00fcr die neuen Bundesl\u00e4nder kann davon ausgegangen werden, da\u00df diese die Modelle ihrer Patenl\u00e4nder \u00fcbernommen haben.<\/p>\n<p>Die zugrundeliegenden psychologischen Konzepte und daraus resultierend die angewandten Methoden sind nicht einheitlich. W\u00e4hrend NRW und die seinem Beispiel folgenden L\u00e4nder mit einem lerntheoretisch ausgerichteten Programm arbeiten, haben Hessen und Hamburg eine auf der &#8222;Transaktions-analyse&#8220; (TA) aufbauende Fortbildung eingef\u00fchrt. Die TA stellt ein psychologisches Konzept bereit, mit dem die Konstellation von Verhaltensweisen (Transaktionen) erkannt und diese in der Folge bewu\u00dft ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen. Durch die TA-Seminare sollen die PolizistInnen &#8222;sensibilisiert und dadurch in die Lage versetzt (werden), Transaktionen kontrolliert zu beeinflussen&#8220;. In Baden-W\u00fcrttemberg haben Polizeipsychologen Lehrmaterialien und ein Trainerhandbuch zum &#8222;Konflikthandhabungstraining&#8220; zusammengestellt. Das f\u00fcnfstufige, von der Ausbildung bis zur Fortbildung reichende Modell scheint ebenfalls Verhal-tens\u00e4nderungen durch Einsicht (und weniger durch Training) bewirken zu wollen.<\/p>\n<p>Das NRW-Programm nimmt innerhalb der bundesdeutschen Polizei eine Sonderstellung ein. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Quantit\u00e4t wie der Inten-sit\u00e4t der angebotenen Kurse. Niedersachsen z.B. hat zwar die Zahl der j\u00e4hrlichen TeilnehmerInnen an den Stre\u00df- und Konfliktbew\u00e4ltigungsseminaren von 188 (1990) auf 384 (1992) mehr als verdoppeln k\u00f6nnen, jedoch sind weitere Steigerungen wegen fehlender Mittel nicht zu erwarten. Statistisch hat somit ein nieders\u00e4chsischer Polizist ca. alle 55 Jahre die Chance, an einem Stre\u00df-bew\u00e4ltigungskurs teilzunehmen. Auch im Bundesland Bayern, das ein eigenes Konzept entwickelt hat, k\u00f6nnen nur wenige in den Genu\u00df des Angebots kommen: aus &#8222;personellen Gr\u00fcnden&#8220; werden j\u00e4hrlich nur f\u00fcnf Seminare angeboten.<\/p>\n<h4>Stre\u00dfbew\u00e4ltigung in NRW<\/h4>\n<p>Den Kern des nordrhein-westf\u00e4lischen Verhaltenstrainingsprogramms bildet ein dreiw\u00f6chiger Kurs (3 mal 1 Woche, unterbrochen durch jeweils eine Woche Berufst\u00e4tigkeit) sowie ein nach etwa 6-9 Monaten folgendes einw\u00f6chiges Kommunikationstraining. Konzeptionell eingebunden sind beide Bl\u00f6cke sowohl in die &#8222;Integrierte Fortbildung&#8220; (s.u.) als auch in die (anschlie\u00dfende) Ausbildung von Kommissarsanw\u00e4rterInnen. Das Konzept des Antistre\u00df-trainings hat der M\u00fcnchener Psychologie-Professor Brengelmann f\u00fcr die nordrhein-westf\u00e4lische Polizei erarbeitet. Auch f\u00fcr andere Auftraggeber hat das von ihm gegr\u00fcndete &#8218;Institut f\u00fcr Therapieforschung&#8216; Stre\u00dfbew\u00e4ltigungskurse mit demselben \u00dcbungsrepertoire entwickelt. Im Unterschied zu anderen Verfahren liegt das Schwergewicht der Kurse auf praxisbezogenen \u00dcbungen, in denen neue Verhaltensweisen ausprobiert und eingeschliffen werden sollen. Die Entscheidung f\u00fcr einen derartigen Ansatz war nach Angaben des &#8218;Vaters&#8216; des Anti-Stre\u00dftrainings in NRW, Horst Olszewski, von der Einsicht bestimmt, da\u00df Verhaltensweisen erfolgreicher durch Lernen und intensives \u00dcben als durch rationales Erkennen ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der Kurs besteht inhaltlich aus drei Teilen, wobei der Schwerpunkt auf dem letzten liegt. Das Erkennen von Stre\u00dfsituationen (brainstorming in der max. 8 Personen umfassenden Gruppe) erlaubt jedem Teilnehmer, ein individuelles Stre\u00dfprofil zu erstellen. Dem zugrundeliegenden psychologischen Modell zufolge entsteht Stre\u00df aus spezifischen Beziehungen zwischen Individuum und Umwelt, f\u00fcr die die Bewertungen der Subjekte (ihrer eigenen M\u00f6glichkeiten sowie der an sie gerichteten Anforderungen) von besonderer Bedeutung sind. In einem zweiten Schritt werden dann einige Grundlagen der Stre\u00dfforschung vermittelt sowie Bew\u00e4ltigungsm\u00f6glichkeiten aufgezeigt. Aus dem Tableau m\u00f6glicher Reaktionen w\u00e4hlen die TeilnehmerInnen jene aus, die sie f\u00fcr sich angemessen finden und die sie in der dritten Phase \u00fcben und anwenden wollen. Im Seminarprogramm werden kurzfristige und langfristige Bew\u00e4ltigungsstrategien angeboten.<\/p>\n<h4>Bew\u00e4ltigungsm\u00f6glichkeiten von Stre\u00df<\/h4>\n<p>Die kurzfristigen Ma\u00dfnahmen sollen eine Situationserleichertung bewirken, w\u00e4hrend die langfristigen auf Situationsver\u00e4nderung gerichtet sind. Als Me-thoden der akutellen Erleichterung werden ge\u00fcbt: k\u00f6rperliche Entspannung, Methoden der Ablenkung durch andere (positive) Gedanken oder Aktivit\u00e4ten, Verfahren der Selbstermutigung, die k\u00f6rperliche Abreaktion oder, sofern dies m\u00f6glich ist, die direkte Beseitigung des Stressors. F\u00fcr die langfristige Stre\u00dfbew\u00e4ltigung bieten Kurse v.a. die &#8222;Selbstdesensibilisierung&#8220; (gedankliche Vorwegnahme belastender Situationen bei gleichzeitiger k\u00f6rperlicher Entspannung), die &#8222;systematische Probleml\u00f6sung&#8220;, die &#8222;Gespr\u00e4chsf\u00fchrung&#8220; sowie die &#8222;Einstellungs\u00e4nderung&#8220;.<\/p>\n<p>Olszewski verdeutlicht an einem Beispiel, wie die &#8222;Einstellungs\u00e4nderung&#8220; er-reicht werden soll: Ein Polizist f\u00fchlt sich pers\u00f6nlich getroffen, wenn er mit Kritik an der Institution Polizei konfrontiert wird. Im ersten Schritt soll er nach den Gr\u00fcnden und den Implikationen dieser Einstellung suchen. Der zweite Schritt besteht in der &#8222;Erarbeitung einer neuen, angemesseneren Einstellung&#8220;: &#8222;Ich sollte vielleicht mit den Kritikern offen und sachlich diskutieren.&#8220; Im dritten Schritt wird die neue Einstellung durch zus\u00e4tzliche Argumente verst\u00e4rkt und im vierten Schritt (in der Praxis) \u00fcberpr\u00fcft. Etwa durch den Vorsatz, &#8222;da\u00df ich &#8230; morgen abend in unserer Nachbargastst\u00e4tte ein frischgezapftes Bier trinke und auf kritische Fagen offen antworte.&#8220;<\/p>\n<p>In dem in einigen Monaten Abstand folgenden Gespr\u00e4chstraining werden die KursteilnehmerInnen nicht nur mit kommunikationstheoretischen Grundlagen vertraut gemacht, sondern lernen auch &#8222;aggressionsd\u00e4mpfende Techniken&#8220; wie LIMO (= Loben, Interesse zeigen, M\u00e4ngel zugeben und Offenheit signalisieren) oder HAIFA (= Halt bzw. Einhalt gebieten, Anerkennung zum Ausdruck bringen, Interesse am Gegen\u00fcber zeigen, eigene Fehler zugeben und Angebot zur Kl\u00e4rung des Konflikts unterbreiten).<\/p>\n<h4>Deeskalation und Stre\u00dfbew\u00e4ltigung<\/h4>\n<p>Das skizzierte Antistre\u00dfprogramm wird w\u00e4hrend der Kommissarsausbildung sp\u00e4ter fortgesetzt und vertieft. Gleichzeitig sind Elemente der Stre\u00dfbew\u00e4ltigung auch in das Konzept der &#8222;Integrierten Fortbildung&#8220; (IF) eingebaut. Die IF umfa\u00dft insgesamt f\u00fcnf Elemente: Konfliktbew\u00e4ltigung, Kommunikation, Taktik\/ Eigensicherung, Eingriffstechnik, Schie\u00dfen\/ Nichtschie\u00dfen und Eingriffsrecht. Sie verfolgt ein auf &#8222;Deeskalation&#8220;, auf eine m\u00f6glichst schonende Konfliktregulierung ausgerichtetes Einsatzmodell, in dem der Einsatz von Gewalt und Waffen erst als allerletzte Stufe polizeilichen Eingreifens vorge-sehen ist. Die Methoden der Stre\u00dfbew\u00e4ltung \u00fcbernehmen in diesem Modell das emotionale Management der Eins\u00e4tze. K\u00f6rperliche Entspannungs\u00fcbungen und positive Selbstinstruktion z.B. sollen die F\u00e4higkeit erh\u00f6hen, situations-angemessen zu reagieren. Im Rahmen des 16-st\u00fcndigen Grundprogramms der IF werden die genannten Elemente auf das Verhalten in allt\u00e4glichen Einsatz-situationen angewendet und in Rollenspielen trainiert. Alle PolizistInnen im Au\u00dfendienst sollen regelm\u00e4\u00dfig an der IF (mindestens einmal j\u00e4hrlich) teil-nehmen.<\/p>\n<p>Bereits 1988 hatten an dem Verhaltens- und Kommunikationstraining in NRW \u00fcber 3.500 PolizistInnen teilgenommen; bis Fr\u00fchjahr 1991 mehr als 8.000. An den IF-Wochenseminaren nahmen 1991 insg. 7.724 PolizistInnen teil; bei den dezentralen Trainings wurden \u00fcber 66.000 TeilnehmerInnen gez\u00e4hlt.<\/p>\n<h4>Erfolge?<\/h4>\n<p>1991 berichtete &#8218;Der Spiegel&#8216; von der Resonanz auf die &#8222;Wunderkurse&#8220; des NRW-Programms. Sowohl die Bundeswehr als auch die Innenverwaltungen anderer L\u00e4nder (von Brasilien bis Ru\u00dfland) h\u00e4tten ihr Interesse bekundet. Angesichts der Erfolgsmeldungen \u00fcberraschen diese Reaktionen nicht: Bei Eins\u00e4tzen in Wackersdorf und Berlin, so Olszewski, seien die verhaltenstrainierten BeamtInnen aus NRW besonders besonnen aufgetreten. Auch seien nach den Kursen die Dienstaufsichtsbeschwerden z.T. um 80% zur\u00fcckgegangen; selbst die Scheidungsrate sei unter die \u00fcblichen 30% gesunken. 1988 nannte Olszewski, unter Hinweis auf die &#8222;objektiven Untersuchungsergebnisse&#8220; Brengelmanns, insgesamt 11 &#8222;Ver\u00e4nderungen nach den Trainingsprogrammen&#8220;: Sie reichten von einer allgemein besseren k\u00f6rperlichen und geistigen Verfassung und der Abnahme der psychosomatisch bedingten Schmerzen, \u00fcber mehr Selbstbewu\u00dftsein, h\u00f6here Ausdauer und gr\u00f6\u00dfere Leistungsf\u00e4higkeit bis zur Verbesserung des sprachlichen Ausdrucks und allgemein gesteigerter Lebensfreude. Auch sei festzustellen, da\u00df vegetative Erkrankungen &#8222;in bedeutendem Ma\u00dfe zur\u00fcckgegangen sind&#8220;.<\/p>\n<p>Diese Bilanz kann man kaum ernstnehmen. Sie entspricht eher dem \u00fcber-schwenglichen Bericht eines stolzen Vaters \u00fcber sein Kind. W\u00e4ren nur einige der Ver\u00e4nderungen seri\u00f6s, d.h. als dauerhaft und in tats\u00e4chlichen Ein-satzsituationen angewandt nachzuweisen, das Team Brengelmann-Olszewski st\u00fcnde wohl kurz vor dem Nobelpreis. Auch die methodisch unzureichende Untersuchung Wensings, die die Wirkungen der Kurse nachzuweisen sucht, bleibt Belege f\u00fcr dauerhafte Verhaltens\u00e4nderungen schuldig. Zudem sind die vorgeschlagenen Methoden teilweise auf einem sehr niedrigen Niveau angesiedelt, wenn z.B. empfohlen wird, bei als st\u00f6rend empfundenen Stra\u00dfenl\u00e4rm das Fenster zu schlie\u00dfen oder auf einen w\u00fctendenden Autofahrer beruhigend einzuwirken statt zur\u00fcckzuschreien. (Auffallend an diesen Beispiel ist allenfalls, da\u00df derartiges deutschen PolizistInnen heutzutage in Fortbildungsveranstaltungen beigebracht werden mu\u00df.)<\/p>\n<p>Die Erfolgsbilanz als Wunschdenken zu klassifizieren, mu\u00df umgekehrt nicht bedeuten, den Seminaren jede positive Wirkung abzusprechen. Die Nachfrage auch in anderen Bundesl\u00e4ndern zeigt, wie gro\u00df die Verhaltensunsicherheiten und die W\u00fcnsche nach Abhilfe bei PolizistInnen sind. Die vermittelten Einsichten und die einge\u00fcbten Kommunikations- und Stre\u00dfbew\u00e4ltigungstechniken k\u00f6nnen deshalb im Einzelfall durchaus verhaltensmodifiziernd wirken.<\/p>\n<h4>Stre\u00df und Polizei<\/h4>\n<p>Betrachtet man die Situation des polizeilichen Antistre\u00df- und Verhaltenstrai-nings insgesamt, so zeigen sich erhebliche Defizite. Die Programme f\u00fchren in der Mehrzahl der Polizeien ein Schattendasein; ihre Notwendigkeit wird allgemein anerkannt, Ressourcen werden aber nur unzureichend zur Verf\u00fcgung gestellt. In konzeptioneller Hinsicht, das bemerken selbst polizeiliche Autoren, gibt es &#8222;keinen Zweifel, da\u00df verhaltensorientierte Trainings nicht als Allheilmittel struktureller Probleme betrachtet werden, sie k\u00f6nnten sonst auch zum Allheilmittel verkommen.&#8220; In dem Verh\u00e4ltnis zwischen individueller Verhaltensmodifikation und dem &#8218;Umfeld&#8216;, in dem dieses Verhalten stattfindet, bestehen die zentralen Probleme der Trainingsprogramme. Den stre\u00dftheoretischen Ans\u00e4tzen folgend wird der einzelne als Ansatzpunkt der Ver\u00e4nderung angesprochen. Sowohl die Institution Polizei, ihre gesellschaft-lichen Implikationen wie die verschiedenen Quellen von Stressoren geraten so aus dem Blickfeld. Dies zeigt das obige Beispiel mit der Kritik an der Institution Polizei sehr deutlich. Da\u00df der Ausweg in der individuellen Umbewertung von Situationen gesucht wird, t\u00e4uscht eine L\u00f6sung vor, die von den einzelnen eine schwierige Balance zwischen Identifikation mit dem Beruf und Distanz zur Institution Polizei verlangt. Soll diese anspruchsvolle Aufgabe gelingen, so darf sie nicht als eine individuelle, sondern sie mu\u00df als eine die gesamte Einrichtung Polizei betreffende verstanden werden.<\/p>\n<p>Die Seminare sind nicht unsinnig. Als ein notwendiges Element zur Herstellung professioneller sozialer Kompetenz m\u00fc\u00dften sie vielmehr massiv ausgebaut und erweitert werden. Die negativen Folgen k\u00f6nnen aber nur verhindert und Aussichten auf dauerhafte Erfolge nur erh\u00f6ht werden, wenn das institutionelle Gef\u00fcge, in dem die PolizistInnen agieren, in dieselbe Richtung ver\u00e4ndert wird.<\/p>\n<h5>Norbert P\u00fctter ist Redaktionsmitglied von B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP<\/h5>\n<h6>Mit Fu\u00dfnoten im <a href=\"http:\/\/archiv.cilip.de\/Hefte\/CILIP_046.pdf\">PDF der Gesamtausgabe<\/a>.<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit der zweiten H\u00e4lfte der 80er Jahre haben Elemente des Verhaltens-, Kommunikations- und des Antistre\u00dftrainings<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,52],"tags":[],"class_list":["post-3731","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-046"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3731","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3731"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3731\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3731"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3731"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3731"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}