{"id":4046,"date":"1991-08-26T19:11:11","date_gmt":"1991-08-26T19:11:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?p=4046"},"modified":"1991-08-26T19:11:11","modified_gmt":"1991-08-26T19:11:11","slug":"literatur-rezensionen-und-hinweise-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=4046","title":{"rendered":"Literatur &#8211; Rezensionen und Hinweise"},"content":{"rendered":"<p><strong>Literatur zum Schwerpunkt<\/strong><\/p>\n<p>Kerner, Hans-J\u00fcrgen: Professionelles und organisiertes Verbrechen. Ver-such einer Bestandsaufnahme und Bericht \u00fcber neuere Entwicklungsten-denzen in der Bundesrepublik Deutschland und in den Niederlanden,\u00a0 BKA-Schriftenreihe, Wiesbaden 1973<br \/>\nKerner unterscheidet noch deutlich zwischen organisierter und professioneller Kriminalit\u00e4t. Erstere ist seiner Auffassung nach in den beiden L\u00e4ndern nicht vorhanden, letztere sehr wohl.<!--more--><\/p>\n<p>Z\u00fchlsdorf, Hans: Bek\u00e4mpfung organisierter Verbrechen. Polizei aktuell Bd. 18, Boorberg Verlag Stuttgart etc. 1974<br \/>\nZweifelhafte Studie, denn der damalige Hamburger Kripochef stand selbst im Verdacht, enge Beziehungen zur Unterwelt zu pflegen. (vgl. hierzu GAL Hamburg, Ist Hamburgs Polizei sauber?, Hamburg 1982)<\/p>\n<p>BKA (Hg.): Organisiertes Verbrechen. BKA-Vortragsreihe Bd. 21, 1974<br \/>\nWichtig u.a. der Aufsatz von Boettcher, in dem wesentliche Teile des Gut-achtens der AG-Kripo-Fachkommission enthalten sind. Kennzeichnend f\u00fcr die Beitr\u00e4ge aus der Anfangszeit der OK-Debatte: auch die &#8222;Politkrimina-lit\u00e4t&#8220; wird zur OK gerechnet.<\/p>\n<p>Gemeinsame Arbeitsgruppe des Innen- und Justizministeriums Baden-W\u00fcrttemberg: Rechtsprobleme der Polizei bei verdeckten Ermittlungen, 1978 (dok. in B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 11, 1\/1982)<br \/>\nSchon 1978 wurde gefordert, Verdeckte Ermittler nicht alle Straftaten verfol-gen zu lassen, sondern ihnen besondere M\u00f6glichkeiten (Legenden, Tarnpapiere etc.) einzur\u00e4umen. Das Papier inspirierte in wesentlichem Ma\u00dfe die Diskussionen der IMK.<\/p>\n<p>BKA (Hg.): Perspektiven der Verbrechensbek\u00e4mpfung, BKA-Vortragsreihe Bd. 27, Wiesbaden 1981<br \/>\nSiehe u.a. den Beitrag von A. Werner, Organisierte Kriminalit\u00e4t &#8211; Fiktion oder Realit\u00e4t?<\/p>\n<p>Gewerkschaft der Polizei (Hg.): Organisierte Kriminalit\u00e4t &#8211; eine akute Be-drohung, Beitr\u00e4ge einer Fachtagung der GdP, Hilden 1983<br \/>\nU.a. Vortr\u00e4ge von Boge, St\u00fcmper, Korneck, Schmude, Spranger und von Schoeler, in denen sie sich weitgehend einig sind \u00fcber Organisierte Kriminalit\u00e4t und verdeckte Methoden. Aus dem Reigen affirmativer Beitr\u00e4ge f\u00e4llt einzig der des Frankfurter Kriminologen Henner Hess heraus.<\/p>\n<p>Ad hoc-Kommission des AK II der IMK: Neue Methoden der Verbrechensbek\u00e4mpfung<br \/>\nArbeitsgruppe unter Vorsitz von Baden-W\u00fcrttemberg. Ihre Ergebnisse leiteten den Aufbau von OK-Dienststellen und eine gewisse Standardisierung des V-Mann- und VE-Einsatzes durch Richtlinien ein (dok. in B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 17, 1\/1984).<\/p>\n<p>Burghard, Waldemar: Organisierte Kriminalit\u00e4t &#8211; Fiktion oder Realit\u00e4t, in: Taschenbuch f\u00fcr Kriminalisten, Bd. 33, Hilden (Verlag Deutsche Polizei) 1983, S. 75-98<\/p>\n<p>Sielaff, Wolfgang: Bis hin zur Bestechung leitender Polizeibeamter. Er-scheinungsformen und Bek\u00e4mpfung der organisierten Kriminalit\u00e4t in Hamburg, in: Kriminalistik Nr. 8\/9 1983, S. 417-422<br \/>\nDer sp\u00e4tere LKA-Chef Hamburgs ist einer der wesentlichen polizeilichen Vertreter der OK-Debatte.<\/p>\n<p>B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 17, 1\/1984: Schwerpunktheft V-Leute<br \/>\nU. a. Dokumentation der Hamburger V-Leute-Richtlinien und des o.g. AK II-Papiers<\/p>\n<p>Sielaff, Wolfgang: Verdeckte Ermittlungen in der Sex- und Gl\u00fccksspielindu-strie, in: Kriminalistik Nr.12\/ 1985, S. 577-583<br \/>\nDer Artikel gibt u.a. Einblick in Konzeption und Arbeitsweise der Fach-dienststelle f\u00fcr OK in Hamburg.<\/p>\n<p>Hamacher, Hans Werner: Tatort Bundesrepublik &#8211; Organisierte Kriminalit\u00e4t, Hilden 1986<\/p>\n<p>Schuster, Leo: Entwicklung Strukturen und Bek\u00e4mpfungsans\u00e4tze organisierter Kriminalit\u00e4t in der Bundesrepublik Deutschland, in: Taschenbuch f\u00fcr Kriminalisten Bd. 37, Hilden 1987, S. 7-21<\/p>\n<p>Schwind, Hans-Dieter\/ Steinhilper, Gernot\/ Kube, Edwin: Organisierte Kriminalit\u00e4t. Beitr\u00e4ge einer Fachtagung der deutschen kriminologischen Ge-sellschaft, Heidelberg 1987<\/p>\n<p>Rebscher, Erich\/ Vahlenkamp, Werner: Organisierte Kriminalit\u00e4t in der Bundesrepublik, Sonderband der BKA-Forschungsreihe, Wiesbaden 1988<br \/>\n(Besprechung in B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 37, 3\/1990)<\/p>\n<p>BKA (Hg.): Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t in der Bundesrepublik Deutschland, BKA-Vortragsreihe Bd. 34, Wiesbaden 1988<br \/>\nIrref\u00fchrender Titel, die Diskussion um OK stand bei vielen Beitr\u00e4gen im Vordergrund.<\/p>\n<p>PFA (Hg.): Thema Organisierte Kriminalit\u00e4t, Schriftenreihe der Polizeif\u00fch-rungsakademie Heft 3\/4 1990<br \/>\nTenor: die Existenz der OK ist anerkannt. Erw\u00e4hnenswert der Beitrag von Sielaff, der die Struktur der OK-Abteilung im Hamburger LKA darstellt.<\/p>\n<p>Gemeinsame Arbeitsgruppe Organisierte Kriminalit\u00e4t: Strafverfolgung bei Organisierter Kriminalit\u00e4t. Bericht der vom Ministerium f\u00fcr Justiz, Bundes- und Europaangelegenheiten und dem Innenministerium des Landes Baden-W\u00fcrttemberg eingesetzten Gemeinsamen Arbeitsgruppe &#8222;Organisierte Krimi-nalit\u00e4t&#8220;, Stuttgart 1990<br \/>\nDer Bericht enth\u00e4lt einen Forderungskatalog und einen Gesetzentwurf, der zur Grundlage der Bundesratsvorlage des OrgKG wurde.<\/p>\n<p>BKA (Hg.): Organisierte Kriminalit\u00e4t in einem Europa durchl\u00e4ssiger Grenzen, COD-Literaturreihe Bd. 10, Wiesbaden 1990<br \/>\nDie COD-Reihe des BKA dient zur Vorbereitung der Arbeitstagungen des BKA.<\/p>\n<p>IMK (Hg.): Organisierte Kriminalit\u00e4t in Europa. Dokumentation einer in-ternationalen Expertentagung an der PFA im M\u00e4rz 1990, Stuttgart 1990<br \/>\nNeben Vortr\u00e4gen aus den USA, Gro\u00dfbritannien, der Schweiz, Italien, Frankreich und der BRD enth\u00e4lt das B\u00e4ndchen Beschl\u00fcsse der IMK und Statements mehrerer Innenminister.<\/p>\n<p>Schmidt, J\u00fcrgen: Organisierte Kriminalit\u00e4t, in: Informationen der Polizei Schleswig-Holstein, Heft 2\/ 1991, S. 12-16<br \/>\nNeben den \u00fcblichen Erkl\u00e4rungen zum Begriff der OK Organisationspl\u00e4ne der OK-Dienststelle des Kriminalpolizeiamtes des Landes.<\/p>\n<p>Wirtschaftskriminalit\u00e4t<\/p>\n<p>BKA (Hg.): Wirtschaftskriminalit\u00e4t, BKA-Vortragsreihe Bd. 29, Wiesbaden 1983<br \/>\nBKA (Hg.): Wirtschaftskriminalit\u00e4t, COD-Lieteraturreihe Bd. 2, 1983 und Bd. 7, 1988<br \/>\nBd. 2 enth\u00e4lt eine Bibliographie von Titeln bis 1983, Bd. 7 erg\u00e4nzt bis zum Jahre 1987.<\/p>\n<p>Poerting, Peter (Hg.): Wirtschaftskriminalit\u00e4t, BKA-Schriftenreihe Bde. 52 und 53, Wiesbaden 1983<\/p>\n<p>Liebl, Karlhans (Hg.): Internationale Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Wirtschaftskriminalit\u00e4t. Beitr\u00e4ge zur gesellschaftswissenschaftlichen For-schung Bd. 1, Pfaffenweiler (Centaurus) 1987<br \/>\nDer Band enth\u00e4lt eine Vielzahl von Aufs\u00e4tzen zur Problematik der Wirt-schaftskriminalit\u00e4t und ihrer Bek\u00e4mpfung in Europa, Nord- und S\u00fcdamerika sowie Japan. Leider gibt es keine gemeinsame Fragestellung, was bei den Unterschieden der \u00f6konomischen und politischen Bedingungen der L\u00e4nder nicht verwundern kann. Trotzdem eine Fundgrube von Informationen, die auch dem nur an europ\u00e4ischen Verh\u00e4ltnissen interessierten Leser etwas bieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Menschenhandel<\/p>\n<p>AGISRA (Hg.): Frauenhandel und Prostitutionstourismus, Frankfurt 1990<\/p>\n<p>AGISRA (Hg.) Forderungen gegen Sextourismus und Frauenhandel f\u00fcr die Verbesserung der Situation ausl\u00e4ndischer Frauen in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt 1988<\/p>\n<p>Inescu, Lotte: Verkauft und Verraten. Wege zur Bek\u00e4mpfung des internationalen Frauenhandels, in: Vorg\u00e4nge 109, Heft 1\/1991, S. 27-36<\/p>\n<p>Regtmeier, Wilhelm: Menschenhandel &#8211; Erfahrungen einer Sonderkommission in einem besonderen Deliktsbereich der Organisierten Kriminalit\u00e4t, in: PFA-Schriftenreihe 3-4\/ 90, S. 81-94<br \/>\nDie drei erstgenannten Ver\u00f6ffentlichungen legen gro\u00dfen Wert auf die Notlagen der betroffenen Frauen. Der letzte Aufsatz widmet sich einem Fall, den eine nieders\u00e4chsische Sonderkommission der Polizei bearbeitete. Allerdings thematisiert auch Regtmeier, da\u00df die Abschiebung der Frauen bedeutet, sie wieder ins Elend zur\u00fcckzutransportieren.<\/p>\n<p>Italienische Mafia<\/p>\n<p>Hess, Henner: Mafia. Zentrale Herrschaft und lokale Gegenmacht, T\u00fcbingen (Mohr Verlag-Paul Siebeck) 1988<\/p>\n<p>Arlacchi, Pino: Mafiose Ethik und der Geist des Kapitalismus, Frankfurt (Cooperative) 1989<\/p>\n<p>M\u00fcller, Peter: Die Mafia in der Politik, Beck-Verlag M\u00fcnchen 1990<\/p>\n<p>Drogenhandel<\/p>\n<p>Thamm, Berndt Georg: Drogenfreigabe &#8211; Kapitulation oder Ausweg?, Hilden (Verlag Deutsche Polizei) 1989<br \/>\n(Besprechung in B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 33, 2\/1989)<br \/>\nThamm, Berndt Georg: Drogen &#8211; legal &#8211; illegal, Hilden 1991<br \/>\nThamm hat zum zweiten Mal die Gelegenheit ergriffen, im Verlag der GdP eine anti-prohibitionistische Position zu vertreten. Das neue Buch gibt eine verst\u00e4ndliche \u00dcbersicht \u00fcber diverse Drogen (legale und illegale), ihre Ge-schichte, Herstellung und Handel (samt Preisen und Gewinnspannen) sowie die damit befa\u00dften repressiven und sozialarbeiterischen Instanzen. Zum Einstieg in die Problematik ist das Buch sicherlich gut geeignet. Trotzdem ist eine Reihe von Ungenauigkeiten festzustellen, insbesondere da, wo dem Autor bei der Darstellung der organisierten H\u00e4ndler die Phantasie durchgeht. Ein wenig mehr Genauigkeit w\u00e4re angebracht (z.B. \u00dcbersicht S. 55).<\/p>\n<p>Scheerer, Sebastian\/ Vogt, Irmgard (Hg.): Drogen und Drogenpolitik. Ein Handbuch, Frankfurt\/ New York (Campus) 1989<br \/>\nW\u00e4rmstens zu empfehlen. Die AutorInnen bem\u00fchen sich um genaue, gut do-kumentierte Darstellungen zu einzelnen Drogen und den mit der Drogenpolitik zusammenh\u00e4ngenden Problemen. Der Beitrag von Hess &#8222;Der illegale Drogenhandel&#8220; (S. 449-485) bietet einen guten Einstieg ins Thema und r\u00fcckt eine Vielzahl falscher Vorstellungen \u00fcber die Struktur des Drogenhandels zurecht. Im Vergleich zu den oft sehr schnellen Ausf\u00fchrungen von Thamm, eine solide Argumentationsgrundlage.<\/p>\n<p>Schmidt-Semisch, Henning: Drogenpolitik &#8211; Zur Entkriminalisierung und Legalisierung von Heroin, AG SPAK-B\u00fccher M 100, M\u00fcnchen 1990<br \/>\nW\u00e4hrend fr\u00fchere Pl\u00e4doyers f\u00fcr eine Lockerung der Drogenprohibition meist am schw\u00e4chsten Glied der Kette, an Haschisch und Marihuana, ansetzten, macht der Autor den mutigen Versuch am Beispiel Heroin. Er zeigt, wie Prohibition zu st\u00e4ndig wachsenden repressiven Ma\u00dfnahmen f\u00fchrt, wie sie das Problem der Drogenabh\u00e4ngigkeit immer weiter steigert und geht dann auf die verschiedensten Modelle der Entkriminalisierung und Legalisierung von Drogen ein. Sicherlich ein weiter, aber lohnender Weg.<\/p>\n<p>Garc\u00eda Sayan, Diego (Hg.): Coca, coca\u00edna y narcotr\u00e1fico. Laberinto de los Andes. Comisi\u00f3n Andina de Juristas, Lima 1989<br \/>\nders. (Hg.): Narcotr\u00e1fico. Realidades y alternativas, Comisi\u00f3n Andina de Juristas, Lima 1990<br \/>\nF\u00fcr des Spanischen kundige LeserInnen bieten diese B\u00e4nde umfangreiches und gutes Material \u00fcber Anbau und Vermarktung von Koka und Kokain. Der erste Band ist eine Aufsatzsammlung von Beitr\u00e4gen \u00fcber die \u00f6konomischen und politischen Bedingungen in den Herstellerl\u00e4ndern, das Problem der Geldw\u00e4sche in Panam\u00e1, die Militarisierung der Problem&#8220;l\u00f6sungen&#8220; usw. Der zweite Band ist Ergebnis einer internationalen Konferenz in Lima 1990. In den Vortr\u00e4gen geht es um Regierungspolitiken in den s\u00fcdamerikanischen Produktionsl\u00e4ndern und einigen europ\u00e4ischen Konsuml\u00e4ndern, die Wiener Konvention von 1988 und den Bush-Plan zur Bek\u00e4mpfung des Kokainhandels.<\/p>\n<p>Geldw\u00e4sche<\/p>\n<p>Naylor, Robert T.: Hot Money and the Politics of Debt. From Watergate to Irangate, from Afghanistan to Zaire, London\/ Sydney (Unwin-Hyman) 1987<br \/>\nNaylor stellt den Zusammenhang her zwischen internationalem Finanzsystem, Schuldenkrise, illegalen M\u00e4rkten, &#8222;hei\u00dfen Geldern&#8220; sowie der Politik der USA und ihrer befreundeten Regierungen. Eine saubere und lesenswerte Analyse.<\/p>\n<p>Ziegler, Jean: Die Schweiz w\u00e4scht wei\u00dfer. Die Finanzdrehscheibe des inter-nationalen Verbrechens, M\u00fcnchen\/ Z\u00fcrich (Piper) 1990<br \/>\nDie Schweiz geh\u00f6rt unzweifelhaft zu den Paradiesen der Geldw\u00e4sche, nicht nur von Drogengeldern, denen sich der Schweizer Abgeordnete und Soziologe Ziegler widmet. So sehr man seine Rage \u00fcber die Kl\u00fcngelei von Bankern, Dealern und Diktatoren nachvollziehen kann, so sehr geht einem doch schon nach wenigen Seiten sein Skandalstil (Todesdollars, Ansteckungsherd) und seine ans rassistische grenzende Darstellung von Personen auf den Senkel.<\/p>\n<p>We\u00dflau, Edda: Neue Methoden der Gewinnabsch\u00f6pfung? Verm\u00f6gensstrafe, Beweislastumkehr, in: Strafverteidiger, Heft 5\/ 1991, S. 226-236<br \/>\nKritik der Pl\u00e4ne, die auch im OrgKG ihren Niederschlag fanden.<\/p>\n<p>Meyer, J., u.a.: Gewinnabsch\u00f6pfung bei Bet\u00e4ubungsmitteln, Sonderband der BKA-Forschungsreihe, Wiesbaden 1989<br \/>\nRechtsvergleichende Studie mit diversen L\u00e4nderberichten<\/p>\n<p>Zeugenschutz<\/p>\n<p>Krehl, Christoph: Der Schutz von Zeugen im Strafverfahren, in: NJW, 2\/1991, S. 85 f.<br \/>\nKritische Betrachtung der Zeugenschutzrichtlinien des hessischen Justizmini-steriums<\/p>\n<p>Steinke, Wolfgang: Der Zeugenschutz im Strafproze\u00df, in: Kriminalistik, Heft 7\/ 1991, S. 455-457<br \/>\nSteinke wirft den Politikern wieder einmal Unt\u00e4tigkeit vor, nur die Polizei sei in dieser Frage am Ball.<\/p>\n<p>Journalistische Schnellsch\u00fcsse<\/p>\n<p>Das Thema &#8222;organisierte Kriminalit\u00e4t&#8220; verleitet wie wenig andere zu journa-listischen Skandalschriften. Einige der B\u00fccher haben wir bereits besprochen.<\/p>\n<p>Lindlau, Dagobert: Der Mob, Hamburg 1987<br \/>\nLindlau hat inzwischen auch die Fernsehzuschauer schon das Gruseln gelehrt. Er geh\u00f6rt zu jenen, die Ungenauigkeit bei der Recherche mit lauten Forderungen nach H\u00e4rte verkleistern.<\/p>\n<p>Peters, Butz: Die Absahner, Reinbek (Rowohlt) 1990<br \/>\nSchlechte Kriminalerz\u00e4hlung (Besprechung in B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CI-LIP 37, 3\/1990).<\/p>\n<p>Niemetz, Alexander: Die Kokain-Mafia. Deutschland im Visier, M\u00fcnchen (Bertelsmann) 1990<br \/>\nDer Chefreporter des ZDF \u00fcber die &#8222;Drogenbosse&#8220; Boliviens und Kolumbiens; die \u00f6konomische Bedeutung des Drogengesch\u00e4fts kommt nicht vor. Gute lateinamerikanische Quellen werden so gut wie nicht benutzt. Die meisten Informationen scheinen von der DEA zu stammen. Da\u00df Niemetz auch den US-offiziellen Fehlmeldungen auf den Leim geht, ist kein Zufall. Ein schauerliches Gem\u00e4lde von Staaten, die &#8222;bereits fest im Griff der Syndikate&#8220; sind und solchen, die sie im &#8222;Blick&#8220; haben.<\/p>\n<p>Raith, Werner: Mafia: Ziel Deutschland, K\u00f6ln (K\u00f6sler) 1989<br \/>\nLeider erliegt auch Raith den Versuchungen dieses Genres. So gelingt es ihm nicht, zu polizeilichen Autoren auf Distanz zu gehen. Betrachtet man den In-terview-Anhang des Buches, so wird deutlich, da\u00df nahezu ausschlie\u00dflich aus polizeilichen und staatsanwaltlichen Quellen gesch\u00f6pft wird. In den Teilen zu Italien durchaus informativ, in seinen BRD-Teilen v\u00f6llig ungenau. Auch die These vom Verfall der politischen Kultur ist mehr als problematisch und un-terliegt einer einseitigen Sichtweise. Trotzdem geht die zugrundeliegende Vorstellung, OK sei am ehesten durch die demokratische Einmischung der B\u00fcrgerInnen in politische und wirtschaftliche Entscheidungen zu verhindern, in die richtige Richtung. W\u00e4hrend Raith solche Beispiele in Italien lobt (Frauenbewegung gegen die Mafia, Anstrengungen des B\u00fcrgermeisters Orlando in Palermo), hat er f\u00fcr Bundesrepublikaner nur eine L\u00f6sung parat; den Parteienstreit aufgeben und gemeinsam mit guten Kr\u00e4ften in Polizei und Justiz gegen die OK vorgehen.<br \/>\ns\u00e4mtlich: HB<\/p>\n<p>Sonstige Neuerscheinungen<\/p>\n<p>Mansel, J\u00fcrgen: Die Selektion innerhalb der Organe der Strafrechtspflege am Beispiel von jungen Deutschen, T\u00fcrken und Italienern, Frankfurt etc. (Verlag Peter Lang) 1989<br \/>\nAusgangspunkt der Untersuchung ist die Differenz der Kriminalit\u00e4tsbelastung ausl\u00e4ndischer Jugendlicher in der polizeilichen Kriminalstatistik und der Verurteiltenstatistik. W\u00e4hrend in der ersten ausl\u00e4ndische Jugendliche etwa doppelt so oft gef\u00fchrt werden wie deutsche, verschwindet diese Differenz in der Verurteiltenstatistik. Grund: Einstellung von Bagatelldelikten durch die StA, die sich als Teil der Justiz st\u00e4rker von strafrechtlichen Kriterien leiten l\u00e4\u00dft als die Polizei, bei der gr\u00f6\u00dfere Kontrollh\u00e4ufigkeit und Abh\u00e4ngigkeit von der gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Jugendlichen gr\u00f6\u00dferen Anzeigebereitschaft zu vermehrter Registrierung f\u00fchrt. Die \u00fcberdurchschnittliche Kriminalisierung ausl\u00e4ndischer Jugendlicher sieht Mansel in der unterschiedlichen Herrschaftsfunktion von Justiz und Polizei begr\u00fcndet. Gegen\u00fcber der genauen empirischen Analyse bleibt der methodisch-theoretische Rahmen des Interaktionismus f\u00fcr die Analyse der Herrschaftsfunktion etwas bla\u00df.<\/p>\n<p>Behrendes, Udo: 40 Jahre Bereitschaftspolizei 1950 &#8211; 1991, Hilden (Verlag Deutsche Polizeiliteratur) 1991, 36 S.<br \/>\nErfreulich offen und n\u00fcchtern gibt diese Brosch\u00fcre einen Abri\u00df der 40j\u00e4hri-gen Geschichte der Bereitschaftspolizeien der L\u00e4nder. F\u00fcr die Gr\u00fcndungs-phase der Bereitschaftspolizei 1950\/51 ist es dem Autor gelungen, neue Quel-len aus dem Archiv des Bundeskanzleramtes und des Bundesinnenministeri-ums zu erschlie\u00dfen, die vertiefende Einblicke hinter die Kulissen jenes Pro-zesses geben, innerhalb dessen zwischen der Bundesregierung, den West-m\u00e4chten und den L\u00e4ndern das erste &#8222;Verwaltungsabkommen \u00fcber die Errich-tung der Bereitschaftspolizei der L\u00e4nder&#8220; ausgehandelt wurde. Deutlich wird die Distanz des Autors zur milit\u00e4rischen Polizeikonzeption der 50er und 60er Jahre. Etwas zu idyllisch geraten allerdings die knappen Passagen zur Rolle der Bereitschaftspolizei in den 70er und 80er Jahren. Da gab es aus Kreisen der GdP schon deutlichere Worte. Gleichwohl, wer an Polizeigeschichte Inte-resse hat, dem sei der Text empfohlen.<br \/>\nFW<\/p>\n<p>D\u00f6ding, Horst\/ Schipper, Dieter: Die Polizei im demokratischen Rechtsstaat, Hilden (Verlag Deutsche Polizeiliteratur) 1990, 74 S.<br \/>\nAls &#8222;Starthilfe f\u00fcr den t\u00e4glichen Polizeidienst unter den ge\u00e4nderten gesell-schaftlichen und rechtlichen Bedingungen&#8220; dient der GdP-Verlag diese Brosch\u00fcre Polizisten in den neuen Bundesl\u00e4ndern an. Sie enth\u00e4lt in knappester Form einen \u00dcberblick \u00fcber die politische Struktur der Bundesrepublik und polizeirelevante Rechtsgrunds\u00e4tze. Ob eine solche Brosch\u00fcre helfen kann, rechtsstaatliches Denken und Handeln zu lernen und der Verpflichtung zur Eigenverantwortlichkeit des Handelns gerecht zu werden, ist nachhaltig zu bezweifeln. Sie vermittelt ohne jegliches didaktische Konzept in ihrer K\u00fcrze und dem pur institutionell-rechtlichen Ansatz die Illusion, als ginge demokratisches Handeln von Polizisten in der Befolgung (neuer) Gesetze auf.<br \/>\nDie Brosch\u00fcre ist konzipiert f\u00fcr die &#8222;Anpassungsfortbildung der Angeh\u00f6rigen der k\u00fcnftigen Vollzugspolizei in den L\u00e4ndern der ehemaligen DDR&#8220; (S.5). F\u00fcr die &#8222;Anpassung&#8220; an einen neuen Jargon wird diese Brosch\u00fcre hilfreich sein. In einer Situation, in der jene, denen Hilfe angedient wird, gerade Eigenverantwortlichkeit und Distanz zu Anpassungszw\u00e4ngen lernen m\u00fc\u00dften, ist diese Brosch\u00fcre eine &#8222;Anpassungshilfe&#8220; im schlechtesten Sinne.<br \/>\nFW<\/p>\n<p>Meggeneder, Oskar: Arbeitsbedingungen von Polizei- und Gendarmeriebe-diensteten, (Haag + Herchen), 2.Auflage, 1988, 144 S.<br \/>\nAuf Anregung der &#8222;Gewerkschaft \u00f6ffentlicher Dienst&#8220; versuchte der Autor im Fr\u00fchjahr 1987, per Fragebogen Arbeitsbedingungen und -belastungen der Bediensteten der \u00d6sterreichischen Bundespolizei und Gendarmerie zu erfassen. Befragt wurden 3.500 Besch\u00e4ftigte &#8211; Vollzugsbeamte und Besch\u00e4ftigte mit handwerklicher T\u00e4tigkeit. Die R\u00fccklaufquote lag bei knapp 55 %. Gefragt wurde u.a. nach der Einsch\u00e4tzung des Verh\u00e4ltnisses Polizei-\u00d6ffentlichkeit, dem Betriebsklima, der Ausstattung der Arbeitspl\u00e4tze und Dienststellen, Berufszufriedenheit, der Haltung zur EDV, etc.<br \/>\nEin Versuch, die Ergebnisse der Befragung mit objektiven Daten (Kranken-stand, K\u00fcndigungs-\/ Fluktuationsrate etc.) gegenzupr\u00fcfen, erfolgte nur beim Krankenstand (Angaben der Befragten). So spiegeln die Ergebnisse mehr oder weniger die subjektive Befindlichkeit der Befragten wider.<br \/>\nInsgesamt hinterl\u00e4\u00dft die Studie einen ausgesprochen theorielosen, eklektizi-stischen Eindruck, der sich dadurch verst\u00e4rkt, da\u00df weder ein konzeptioneller Rahmen entwickelt, noch der Versuch gemacht wird, Ergebnisse miteinander in Beziehung zu setzen. Eine jener schlechten sozialwissenschaftlichen Studien, die durch umfangreiche Computer-Ausdrucke \u00fcber theoretisch-interpretative M\u00e4ngel hinwegzut\u00e4uschen versuchen.<br \/>\nFW<\/p>\n<p>Peet, John: Der Spion der keiner war, Wien\/ Z\u00fcrich (Europaverlag) 1991<br \/>\nDa\u00df der Autor Chefredakteur der Nachrichtenagentur Reuter war, da\u00df er im spanischen B\u00fcrgerkrieg bei den internationalen Brigaden k\u00e4mpfte, dort vom sowjetischen Geheimdienst angeworben wurde, sp\u00e4ter f\u00fcr einige Zeit bei der britischen Kolonialpolizei in Pal\u00e4stina Dienst tat, bevor er sich 1950 in die DDR absetzte &#8211; all das k\u00f6nnte diese Autobiographie interessant machen.<br \/>\nDiese Erwartungen h\u00e4lt das Buch jedoch nicht im mindesten. Soweit man \u00fcber die genannten Stationen \u00fcberhaupt etwas erf\u00e4hrt, so ist dies durchweg belanglos bis banal. Auch stilistisch unterscheidet sich das Buch nur wenig vom Feuilleton-Teil einer Tageszeitung. Lediglich in einem Punkt wird dem Leser Respekt abgen\u00f6tigt: den journalistischen Agenturstil, wonach eine Meldung im Idealfall so geschrieben sein sollte, da\u00df sie &#8222;von unten gek\u00fcrzt&#8220; werden kann, beherrscht Peet meisterhaft. Problemlos lie\u00dfe sich das ganze Buch von hinten um 275 Seiten bis hin zum Titel k\u00fcrzen, ohne an Substanz zu verlieren.<br \/>\nOD<\/p>\n<p>Gruppe &#8222;W\u00fcster Haufen&#8220; (Hg.): Aufruhr &#8211; Widerstand gegen Repression und\u00a0\u00a0 129a, Amsterdam\/ Berlin (Edition ED-Archiv) 1991<br \/>\nB\u00fccher zu besprechen, in denen FreundInnen und Bekannte schreiben, ist eine undankbare Aufgabe. Nach dem Willen der HerausgeberInnen soll das Buch eine &#8222;breite Diskussion in der Linken \u00fcber Repression, deren Wirkung und Funktion, anregen, verschiedene gesellschaftliche und politische Kreise mit ihren Ans\u00e4tzen und Analysen zusammenbringen&#8220;. Da\u00df dies gelang, darf getrost bezweifelt werden. Richtiger liegen sie da schon mit dem Willen, &#8222;grundlegende Informationen (zu) vermitteln&#8220; und &#8222;Analyseans\u00e4tze zur Diskussion (zu) stellen&#8220;. Insgesamt ein kunterbunter, materialreicher Reader, der allerdings f\u00fcr die LeserInnen keine \u00dcberraschungen bereith\u00e4lt. \u00c4rgerlich ist das anstrengende Schriftbild.<br \/>\nOD<\/p>\n<p>Treverton, Gregory F.: Top Secret. Geheime Operationen und ihre politischen Auswirkungen, Stuttgart (Verlag Bonn-Aktuell) 1988<br \/>\nTreverton setzt sich mit verdeckten Operationen der CIA aus vier Jahrzehnten auseinander. Dabei st\u00fctzt er sich in starkem Ma\u00dfe auf seine Erfahrungen als Mitglied eines Komitees des US-Senats, das sich Mitte der 70er Jahre mit den Aktivit\u00e4ten der CIA besch\u00e4ftigte. Auf rund 350 Seiten analysiert er &#8222;covert actions&#8220; des US-Geheimdienstes in Mittelamerika, im Nahen Osten und in Afrika. Das Spektrum reicht dabei von der einfachen Propaganda bis zur Unterst\u00fctzung von Putschversuchen und B\u00fcrger-kriegsparteien. Anschaulich werden Befehls- und Entscheidungsketten aufgezeigt. Bei aller Kritik an der verdeckten Arbeit der CIA kann sich Treverton jedoch nicht durchringen, die Sinnhaftigkeit der Institution generell in Frage zu stellen. So wird das Problem auf eine rein moralische Frage reduziert, die sich &#8211; so der Autor &#8211; &#8222;nur von Fall zu Fall entscheiden&#8220; lie\u00dfe.<br \/>\nOD<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Literatur zum Schwerpunkt Kerner, Hans-J\u00fcrgen: Professionelles und organisiertes Verbrechen. 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