{"id":4051,"date":"1991-09-26T19:13:41","date_gmt":"1991-09-26T19:13:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cilip.de\/?p=4051"},"modified":"1991-09-26T19:13:41","modified_gmt":"1991-09-26T19:13:41","slug":"internationaler-frauenhandel-in-der-bundesrepublik-deutschland-eine-einfuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=4051","title":{"rendered":"Internationaler Frauenhandel in der Bundesrepublik Deutschland &#8211; eine Einf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<h3>von Tippawan Duscha<\/h3>\n<p>Der moderne Frauenhandel ist eine der extremsten Ausdrucksformen von Rassismus und Sexismus. Die herrschende Weltwirtschaftsordnung, die Kluft zwischen den L\u00e4ndern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und den Industrienationen ist das Resultat der durch Jahrhunderte von Wei\u00dfen gepr\u00e4gten Herrschaftsstrukturen, deren Geschichte weit in die Anf\u00e4nge der Kolonisation zur\u00fcckreicht. Die weltweite Massenmigration aus den ausgebeuteten L\u00e4ndern in die reichen Metropolen ist eine der Folgen dieser Entwicklung. Die Wege des Frauenhandels verlaufen denn auch analog zu den historischen Handelswegen der ehemaligen Kolonialstaaten. Afrikanische Frauen z.B. werden verst\u00e4rkt nach Frankreich und Frauen aus Mittelamerika \u00fcberwiegend nach Holland verkauft. Offensichtlich ist der Markt jedoch flexibel: die BRD ist daf\u00fcr ein gutes Beispiel.<!--more--><\/p>\n<p>Laut deutschem Strafgesetzbuch (StGB) gilt derjenige als Menschenh\u00e4ndler, der &#8222;einen anderen<br \/>\n1. mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen \u00dcbel oder durch List dazu bringt, da\u00df er der Prostitution nachgeht, oder<br \/>\n2. anwirbt oder wider seinen Willen durch List, Drohung oder Gewalt entf\u00fchrt, um ihn unter Ausnutzung der Hilflosigkeit, die mit seinem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, zu sexuellen Handlungen zu bringen, die er an oder vor einem Dritten vornehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen lassen soll&#8220;. 1<\/p>\n<p>Das allerdings beschr\u00e4nkt sich nur auf den Bereich der Prostitution. In der Realit\u00e4t gibt es jedoch mehrere Formen sexueller und rassistischer Ausbeutung: Frauen werden in Situationen gebracht, in denen sie nur als Objekte behandelt werden; Selbstbestimmung wird ihnen verweigert; sie bekommen die g\u00e4ngige geschlechtspezifische Rollenaufteilung (Sexualit\u00e4t, Haus- und Versorgungsarbeit) zudiktiert. Wird &#8222;Frauenhandel&#8220; so definiert, dann fallen auch die Bereiche Heiratshandel und Handel mit Hausm\u00e4dchen darunter.<\/p>\n<h4>Heiratshandel<\/h4>\n<p>In der Bundesrepublik gibt es gegenw\u00e4rtig ca. 60 Heiratsh\u00e4ndler, die auf den Handel mit Frauen aus Asien, Lateinamerika und Ost-Europa spezialisiert sind. In der Regel verlassen die Frauen ihre Heimat ohne finanzielle R\u00fccklagen und m\u00fcssen schon deshalb so schnell wie m\u00f6glich heiraten. Desweiteren ist ihr Aufenthaltsstatus in der BRD an eine Heirat gekoppelt.<\/p>\n<p>Heiratshandel gilt als legal. Eine Strafverfolgung braucht der H\u00e4ndler daher nicht zu f\u00fcrchten. Jedermann kann ein solches Gesch\u00e4ft beim Gewerbeamt anmelden. Es gibt weder Auflagen noch Kontrollen. In Frankfurt kann ein H\u00e4ndler sein Gesch\u00e4ft sogar aus dem Gef\u00e4ngnis heraus betreiben. Den Beh\u00f6rden war es gar nicht aufgefallen, und auch auf eine Mitteilung der &#8222;Arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistische Ausbeutung e.V. (agisra)&#8220; hin wurde nichts unternommen. Ein anderes eindrucksvolles Beispiel bilden die Recherchen eines Journalisten, der zum Schein eine Partner-Vermittlung gr\u00fcndete, um herauszufinden, wie weit man damit bei den Beh\u00f6rden gehen kann. Problemlos konnte er seine Firma unter dem Namen &#8222;Hotpants &#8211; Frauen- und M\u00e4dchenhandel&#8220; anmelden und eine ordentliche Steuernummer bekommen. Sogar eine Mitgliedschaft bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) war m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Vermarktet werden die ausl\u00e4ndischen Frauen von den Heiratsvermittlern dann in Zeitungsanzeigen und Gesch\u00e4ftsunterlagen. Die Gesch\u00e4ftspraktiken beinhalten \u00fcblicherweise auch ein Probe- und Umtauschrecht, sogar Ratenzahlungen sind m\u00f6glich. Die H\u00e4ndler arbeiten dabei haupts\u00e4chlich mit rassistischen Klischees und Bildern von angeblich &#8222;willenlosen, unterw\u00fcrfigen &#8230;&#8220; Ausl\u00e4nderinnen. Die Erfahrungen der Beratungsstellen belegen, da\u00df in den so zustandegekommenen Ehen ein gro\u00dfes Konfliktpotential ruht. Oft kommt der Mann mit der von den Prospekten abweichenden Realit\u00e4t nicht zurecht. Realit\u00e4t hei\u00dft hier, da\u00df er nicht eine willenlose Person erh\u00e4lt, wie es ihm der H\u00e4ndler versprach, sondern mit dem konkreten Ziel der Frauen konfrontiert wird, Geld nach Hause zu schicken. Sein Handlungsspielraum beschr\u00e4nkt sich dann zumeist allein auf Gewaltt\u00e4tigkeiten. Kommt es schlie\u00dflich zur Trennung oder Scheidung, droht den Frauen die Abschiebung.<\/p>\n<h4>Illegale Arbeit<\/h4>\n<p>Ein anderer Bereich ist die Vermittlung von Frauen (vor allem von den Philippinen) in illegale Arbeitsverh\u00e4ltnisse in der Gastronomiebranche, pri-vate Haushalte usw. Sch\u00e4tzungsweise ca. 10.000 Frauen arbeiten so illegal in der Bundesrepublik. Oft m\u00fcssen sie im Sklavinnenverh\u00e4ltnis von morgens bis sp\u00e4t in die Nacht arbeiten. Die Ausbeutung als Arbeitskr\u00e4fte geht zumeist einher mit einer freien sexuellen Verf\u00fcgbarkeit dieser Frauen f\u00fcr die m\u00e4nnli-chen &#8222;Arbeitgeber&#8220;. Nicht selten wird auch die Auszahlung des vereinbarten Gehaltes verweigert. Als illegale Arbeiterinnen k\u00f6nnen sie den Anspruch darauf nirgendwo geltend machen. Das wissen die ArbeitgeberInnen und nutzen diese Wehrlosigkeit schamlos aus. Werden die Frauen irgendwann durch Unfall oder Krankheit arbeitsunf\u00e4hig, so werden sie, da sie weder kranken- noch sozialversichert sind, h\u00e4ufig einfach auf die Stra\u00dfe gesetzt. Werden sie dann von der Polizei aufgegriffen, so werden sie in der Regel umgehend abgeschoben, damit ist das Problem dann &#8222;gel\u00f6st&#8220;. Nur in wenigen Ausnahmef\u00e4llen wird, wie etwa in Frankfurt, eine andere Praxis angewandt, indem Beratungsstellen miteinbezogen werden, die dann u.U. die sofortige Abschiebung mit Hilfe von Anw\u00e4ltinnen verhindern konnten. Zumindest nach dem alten Ausl\u00e4ndergesetz war dies in einigen F\u00e4llen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Angeworben werden die Frauen von Agenten des internationalen Menschenhandels, meist selbst Frauen. Ihnen werden attraktive Jobs mit guter Bezahlung in Europa versprochen. Meist kommen die Frauen aus \u00e4rmeren Regionen, wo sie und ihre Familien sich in wirtschaftlicher Not befinden. H\u00e4ufig sind es M\u00fctter mit mehreren Kindern. Die Perspektivlosigkeit in der Heimat f\u00f6rdert die Risikobereitschaft von Frauen auszuwandern. F\u00fcr die Vermittlung kassieren die AgentInnen Geb\u00fchren von umgerechnet 5.000 bis 10.000 DM. Um diese Vermittlungsgeb\u00fchr bezahlen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen die angeworbenen Frauen dann hohe Schulden machen.<\/p>\n<h4>Prostitution<\/h4>\n<p>In der Bundesrepublik ist eine gro\u00dfe Nachfrage nach ausl\u00e4ndischen Sexar-beiterinnen zu verzeichnen. In gro\u00dfen St\u00e4dten wie Hamburg, Berlin und Frankfurt sind z.T. bereits mehr als 50% der Prostituierten Ausl\u00e4nderinnen. Die Palette des Angebots wird dabei immer internationaler: Frauen aus Asien, Lateinamerika, Afrika und inzwischen auch aus Ost-Europa bieten ihre sexuellen Dienstleistungen an. Der Handel in die Prostitution verl\u00e4uft \u00e4hnlich wie in den bereits genannten Bereichen. Manche Frauen wissen, da\u00df sie in der Prostitution arbeiten werden, ohne da\u00df jedoch genauere Bedingungen und die Verdiensth\u00f6he vereinbart wurden. Andere werden z.T. unter Vorspiegelung falscher Tatsachen angeworben, wie etwa dem Versprechen einer T\u00e4tigkeit als Servierkraft oder Putzhilfe. Sind sie erst hier, kommen sie wegen der Sprachschwierigkeiten und Orientierungslosigkeit aus der Situation kaum mehr heraus. Zudem sind sie nun bei den Schleppern verschuldet, die f\u00fcr ihre Dienste zwischen 10.000 bis 17.000 DM berechnen. Nicht-EG-Angeh\u00f6rigen ist es im allgemeinen auch nicht erlaubt, in der BRD zu leben und zu arbeiten, es sei denn, die Frau ist mit einem Deutschen verheiratet. Das erzeugt eine zus\u00e4tzliche Abh\u00e4ngigkeit, die deutsche M\u00e4nner ebenfalls in Geld umzusetzen wissen.<\/p>\n<h4>Schwierigkeiten der Strafverfolgung<\/h4>\n<p>Im Juni 1990 wurde der sog. Ulmer Frauenhandels-Proze\u00df er\u00f6ffnet. Angeklagt waren vier deutsche M\u00e4nner, denen Menschenhandel, F\u00f6rderung der Prostitution, Zuh\u00e4lterei, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung vorgeworfen wurde.<br \/>\nGemeinsam mit drei Helfern hatte ein ehemaliger Skilehrer &#8211; so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft &#8211; einen Nachtclub er\u00f6ffnet. Da Ausl\u00e4nderinnen meist billiger sind als deutsche Frauen, hatte er drei Thail\u00e4nderinnen anwerben las-sen. Laut Vereinbarung sollten die Frauen in seinem Club im Bikini tanzen. Als sie im April 1989 ankamen, wurden sie jedoch durch physische und psychische Gewalt gezwungen, nackt zu tanzen und an den Kunden sexuelle Handlungen vorzunehmen. P\u00e4sse und Flugtickets hatten die Frauen zuvor bereits abgeben m\u00fcssen. Um einen legalen Status zu erhalten, sollte eine der Frauen zudem mit ihrem Aufpasser (und Vergewaltiger) verheiratet werden. Die beiden anderen hatte man nach Ablauf ihres Vertrages im August 1989 wieder abreisen lassen, da die Polizei inzwischen auf das Etablissement aufmerksam geworden war. Als die Zur\u00fcckgebliebene ihrem Peiniger schlie\u00dflich entfliehen konnte und sich an die Polizei wandte, begann die Strafverfolgung.<\/p>\n<p>Im Proze\u00df bestritt der Mann die Vorw\u00fcrfe weitgehend und gab an, die Frau sei w\u00e4hrend einer Verkehrskontrolle urpl\u00f6tzlich von seinem Motorrad gesprungen und in den Polizeiwagen gestiegen; die Beamten h\u00e4tten sie daraus jedoch wieder mit dem Argument entfernt, da\u00df sie schlie\u00dflich kein Taxiunternehmen seien.<\/p>\n<p>Die Vernehmung der Frau wurde vom Richter als nicht verwertbar eingestuft, da es sich bei ihr um eine &#8222;hochgradig nerv\u00f6se, neurotische Person&#8220; ohne jede Glaubw\u00fcrdigkeit handele. Zwar wurde noch versucht, ihre einstigen Kolleginnen wiederzufinden und zeugenschaftlich zu vernehmen, indem ein Staatsanwalt und zwei Kripobeamte nach Thailand geschickt wurden. Rund ein halbes Jahr nach der Ausreise der beiden gelang ihnen dies jedoch nur noch in einem Falle.<br \/>\nIn seiner Urteilsbegr\u00fcndung lie\u00df der Richter viel Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die T\u00e4ter erkennen. So habe der Hauptt\u00e4ter nur aufgrund einer wirtschaftlichen Notsi-tuation gehandelt und lediglich seine Schulden bezahlen wollen. Wegen min-derschwerem Menschenhandel, dirigistischer Zuh\u00e4lterei und F\u00f6rderung der Prostitution sowie unerlaubtem Waffenbesitz wurde er zu einer Bew\u00e4hrungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die \u00fcbrigen T\u00e4ter erhielten kaum nennenswerte Strafen bzw. wurden gleich freigesprochen.<\/p>\n<p>Kein Verst\u00e4ndnis zeigte der Vorsitzende dagegen f\u00fcr die Opfer. Da die Frauen bereits vorher der Prostitution nachgegangen waren, galten sie als nicht glaubw\u00fcrdig. &#8222;Es waren ja keine Pensionatsm\u00e4dchen, alle hatten Bor-dellerfahrung&#8220;, so der Richter. Dies war zugleich auch die Begr\u00fcndung daf\u00fcr, da\u00df es sich lediglich um einen Fall &#8222;minderschweren&#8220; Menschenhandels handelte.<\/p>\n<p>Dieser Proze\u00df zeigt exemplarisch, da\u00df Frauenhandel hierzulande immmer noch als Kavaliersdelikt gilt. Bei der Strafverfolgung spielt er nur eine unter-geordnete Rolle. Da\u00df es sich hierbei auch um Menschenrechtsverletzung handelt, wird nicht wahrgenommen. Da\u00df betroffene Frauen sich gegen ihre Ausbeutung kaum wehren k\u00f6nnen, ohne dabei eigene schwere Nachteile &#8211; bis hin zur Abschiebung &#8211; in Kauf zu nehmen, gibt den H\u00e4ndlern bei der Kontrolle der Frauen noch einen zus\u00e4tzlichen Spielraum. Die relative Rechtlosigkeit, in der sie sich als Ausl\u00e4nderinnen ohnehin schon befinden, verst\u00e4rkt sich so im Kontext der Strafverfolgung noch einmal und legt die Grundlage einer Kriminalisierung.<\/p>\n<h4>Ausblick und Vorschl\u00e4ge<\/h4>\n<p>Die Problematik ist vielschichtig und Patentrezepte f\u00fcr eine L\u00f6sung gibt es nicht. Einige Ans\u00e4tze k\u00f6nnten das Problem allerdings etwas mildern:<br \/>\nZun\u00e4chst einmal ist es unbedingt notwendig, in der BRD (illegal) lebenden Ausl\u00e4nderinnen Schutz und Rechte zu gew\u00e4hren, um sie in die Lage zu versetzen, sich \u00fcberhaupt gegen ihre Ausbeutung zu wehren. Da es an Schutz f\u00fcr die als Zeuginnen in Frage kommenden Frauen fast immer fehlt, haben sie meistenteils Angst, gegen die H\u00e4ndler auszusagen. Doch auch sonst werden die Interessen der Frauen bei der Strafverfolgung in der Regel v\u00f6llig ignoriert. So werden z.B. kaum Anw\u00e4ltinnen oder Beratungsstellen hinzugezogen, die umfassenden sozialen und rechtlichen Beistand leisten k\u00f6nnten. Die Opfer haben schon wegen der hierzulande praktizierten &#8222;Ruck-Zuck&#8220;-Abschiebungen \u00fcberhaupt keine M\u00f6glichkeit, zivilrechtliche Anspr\u00fcche wie Schmerzensgeld oder finanzielle Einbu\u00dfen geltend zu machen. Um dies zu \u00e4ndern, w\u00e4re z.B. an das &#8222;holl\u00e4ndische Modell&#8220; zu denken, bei dem den Betroffenen ein Aufenthalt bis zum Proze\u00dfende garantiert wird. Auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rden k\u00f6nnte die Strafverfolgung erleichtern. Jede Form der Garantie von Schutz und Aufenthalt erh\u00f6ht bei den Zeuginnen ihre Bereitschaft, gegen die T\u00e4ter auszusagen. Hierzu ist jedoch zun\u00e4chst einmal als Realit\u00e4t anzuerkennen, da\u00df die Bundesrepublik l\u00e4ngst zu einem Einwanderungsland geworden ist. Solange die gegenw\u00e4rtigen Wirtschaftstrukturen weltweit so bleiben wie bisher, die Gelder also stets in die reichen Industrienationen flie\u00dfen, solange werden auch die Menschen in die gleiche Richtung wandern. Es macht daher keinen Sinn, die EinwanderInnen zu kriminalisieren. So werden sie lediglich zu doppelten Opfern des Menschenhandels.<\/p>\n<p>Im letzten Jahr hat Nordrhein-Westfalen im Bundesrat die Initiative zur \u00c4n-derung des   181 StGB ergriffen. Allerdings wird auch dabei wieder zu kurz gegriffen, da lediglich eine Erleichterung der Strafverfolgung angestrebt wird: f\u00fcr Opfer und\/oder Zeuginnen soll es danach anstelle einer umgehenden Abschiebung wegen Versto\u00dfes gegen das Ausl\u00e4ndergesetz eine vierw\u00f6chige &#8222;Gnadenfrist&#8220; geben, nach deren Ablauf ihnen eine menschenw\u00fcrdige R\u00fcckreise erm\u00f6glicht werden soll. Die Interessen und der Schutz der Frauen bleiben auch bei dieser Initiative wieder v\u00f6llig unber\u00fccksichtigt. Die Ursachen des Frauenhandels, der Wunsch von Frauen, ihr Land zu verlassen, um so ihre Existenzn\u00f6te zu beseitigen, wird weiterhin ignoriert. Unbedingt notwendig ist deshalb ein Aufenthaltsrecht und die M\u00f6glichkeit zur Arbeit und\/oder Ausbildung f\u00fcr Frauen, die durch Frauenh\u00e4ndler in die Bundesrepublik verschleppt worden sind. Nur so werden sie in die Lage versetzt, langfristig ihre Probleme selbst zu l\u00f6sen. Geschieht dies nicht, so bleiben sie gezwungen, st\u00e4ndig aufs Neue auszuwandern und so dem internationalen Frauenhandel als &#8222;Menschenmaterial&#8220; zur Verf\u00fcgung zu stehen.<\/p>\n<h5>Tippawan Duscha ist Diplom-So-zialarbeiterin und lebt seit 15 Jahren in Deutschland; Studium an der Thammasat-University, Thailand; von 1987-1990 Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Frankfurt\/M.; 1986 Mitbegr\u00fcnderin der &#8222;Arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistische Ausbeutung e.V. (agisra)&#8220;<\/h5>\n<h6>1 StGB   181<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Tippawan Duscha Der moderne Frauenhandel ist eine der extremsten Ausdrucksformen von Rassismus und Sexismus.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,45],"tags":[],"class_list":["post-4051","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-039"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4051","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4051"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4051\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4051"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4051"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4051"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}