{"id":6313,"date":"2014-05-02T22:24:56","date_gmt":"2014-05-02T22:24:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=6313"},"modified":"2014-05-02T22:24:56","modified_gmt":"2014-05-02T22:24:56","slug":"kriminalitaetsbelastete-orte-in-berlin-bleiben-geheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=6313","title":{"rendered":"Kriminalit\u00e4tsbelastete Orte in Berlin bleiben geheim"},"content":{"rendered":"<p>In Hamburg hei\u00dfen sie \u201eGefahrengebiete\u201c, in Berlin \u201ekriminalit\u00e4tsbelastete Orte\u201c. Die Berliner Polizei hat im Vergleich zu Hamburg sogar noch weiter reichende ortsbezogene Sondereingriffsrechte. Normalerweise darf sie nur dann Personen auf ihre Identit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcfen und durchsuchen, wenn eine konkrete Gefahr vorliegt. An kriminalit\u00e4tsbelasteten Orten darf sie eine Person hingegen verdachtsunabh\u00e4ngig durchsuchen und kontrollieren, wenn diese sich dort lediglich aufh\u00e4lt. In Hamburg ist nur eine \u201eInaugenscheinnahme\u201d von Sachen m\u00f6glich.<!--more--><\/p>\n<p>In Berlin werden die \u201ekriminalit\u00e4tsbelasteten Orte\u201c sowie die Kriterien, nach denen diese festgelegt werden, geheim gehalten. Die interne Liste der Berliner Polizei ist als Verschlusssache eingestuft. Senatsinnenverwaltung und Polizei begr\u00fcnden dies damit, dass \u201edie \u00d6rtlichkeit und deren Bewohnerinnen und Bewohner weder stigmatisiert noch deren subjektives Sicherheitsgef\u00fchl beeintr\u00e4chtigt werden soll. Ebenso wenig soll es den Adressatinnen und Adressaten der polizeilichen Ma\u00dfnahmen erm\u00f6glicht werden, diese aufgrund der Ver\u00f6ffentlichung der Kriterien zu unterlaufen.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Trotzdem werden diese Orte regelm\u00e4\u00dfig von der Tagespresse ver\u00f6ffentlicht: Zwanzig bis drei\u00dfig sollen es demnach sein<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> \u2013 darunter etwa der G\u00f6rlitzer Park in Kreuzberg, die Hasenheide in Neuk\u00f6lln, der Leopoldplatz im Wedding oder der Alexanderplatz in Mitte. Innenverwaltung und Polizei haben diese Informationen zwar nicht best\u00e4tigt, aber auch nicht dementiert.<\/p>\n<p>Zust\u00e4ndig f\u00fcr die Festlegung \u201ekriminalit\u00e4tsbelasteter Orte\u201c sind die lokalen Polizeidirektionen. Seit 2010 haben sie 14 neue definiert, wie die Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage der Piratenfraktion bekannt gab. Allein sechs davon liegen in Friedrichshain-Kreuzberg und Neuk\u00f6lln (Direktion\u00a05), in Reinickendorf (Direktion\u00a01) und in der f\u00fcr den Osten Berlins zust\u00e4ndigen Direktion\u00a06 hingegen kein einziger.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Auf die Frage, ob die Polizei einen Ort auch ad hoc als \u201ekriminalit\u00e4tsbelastet\u201c klassifizieren k\u00f6nne, gab Innensenator Frank Henkel (CDU) nur eine unklare Antwort: Ma\u00dfgebend f\u00fcr die Gef\u00e4hrlichkeit eines Ortes sei \u201edie jeweilige auf Tatsachen begr\u00fcndete Prognose\u201c der PolizistInnen vor Ort. \u201eBegr\u00fcndet ein besonderer Umstand eine erhebliche Gefahrenlage, kann auch ohne bereits angefallene Straftaten ein kri\u00adminalit\u00e4tsbelasteter Ort gegeben sein.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> In einer Sondersitzung des Innenausschusses am 31. Januar 2014 stritten Innensenator und Polizeipr\u00e4sident allerdings ab, dass es eine solche Ad hoc-Festlegung gebe. Eine Statistik der polizeilichen Ma\u00dfnahmen an diesen Orten wird nicht gef\u00fchrt. Eine parlamentarische Kontrolle der Polizei ist so nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>(Christian Schr\u00f6der)<\/p>\n<h5><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Abgeordnetenhaus Berlin Drs. 17\/11096 v. 25.10.2012<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Die Weltv 10.5.2004; BILD v. 26.3.2013 und 27.1.2014<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Abgeordnetenhaus Berlin Drs. 17\/12793 v. 14.1.2014<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 ebd.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Hamburg hei\u00dfen sie \u201eGefahrengebiete\u201c, in Berlin \u201ekriminalit\u00e4tsbelastete Orte\u201c. Die Berliner Polizei hat im Vergleich<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":8243,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[110,146],"tags":[],"class_list":["post-6313","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-cilip-105","category-meldungen-inland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6313"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6313\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8243"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6313"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6313"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}