{"id":6386,"date":"2012-12-04T22:18:42","date_gmt":"2012-12-04T22:18:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=6386"},"modified":"2012-12-04T22:18:42","modified_gmt":"2012-12-04T22:18:42","slug":"internationale-repression-gegen-anonymous","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=6386","title":{"rendered":"Internationale Repression gegen \u201eAnonymous\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Im Juni holte das Bundeskriminalamt (BKA) zum Schlag gegen ComputeraktivistInnen aus: Zusammen mit Landeskriminal\u00e4mtern wurden in mehreren Bundesl\u00e4ndern Wohnungen von 106 Personen durchsucht. Die Verd\u00e4chtigen sollen zum \u201eHackerkollektiv Anonymous\u201c geh\u00f6ren und an einem sogenannten \u201eDistributed Denial-of-Service-Angriff\u201c (DDoS) gegen die \u201eGesellschaft f\u00fcr musikalische Auff\u00fchrungs- und mechanische Ver\u00advielf\u00e4ltigungsrechte\u201c (GEMA) teilgenommen haben.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Die Protestform ist popul\u00e4r, weil attackierte Webseiten f\u00fcr geraume Zeit lahmgelegt werden. AktivistInnen dringen dabei aber nicht in die Computersysteme ein.<!--more--><\/p>\n<p>Der Durchsuchungsbeschluss best\u00e4tigt \u00fcberdies, dass die Webseite stets erreichbar blieb. Dennoch ermittelt die Frankfurter Generalstaatsan\u00adwaltschaft wegen \u201eComputersabotage\u201c (Paragraph 303b StGB). Straferschwerend soll wirken, dass die Protestierenden ein Programm nutzten, das im Internet bereitgestellt wurde und per Mausklick zu bedienen war. Das Handelsblatt gibt die Staatsanwaltschaft allerdings mit dem Zitat wieder, es seien \u201e\u00fcberwiegend Mitl\u00e4ufer\u201c festgenommen worden.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ziel der Durchsuchungen sei deshalb eine \u201eheilsame Schockwirkung\u201c f\u00fcr die gr\u00f6\u00dftenteils Jugendlichen und Heranwachsenden. Daf\u00fcr wurden Computer und andere Ausr\u00fcstung der Betroffenen beschlagnahmt, darunter externe Festplatten, Karten-Leseger\u00e4te und Mobiltelefone. Sogar Play\u00adstations nahmen die PolizistInnen mit.<\/p>\n<p>Auch auf internationaler Ebene geraten CyberaktivistInnen unter Druck. Ende Februar nahmen Polizeien mehrerer L\u00e4nder Verd\u00e4chtige in Europa und Lateinamerika fest. Sie sollen Webseiten des kolumbianischen Verteidigungsministeriums und des chilenischen Energieversorgers Endesa lahmgelegt haben. Angeblich seien die Attacken aus Argentinien, Chile, Kolumbien und Spanien vorgenommen worden. Deshalb hatte die \u201eLatin American Working Group of Experts on Information Technology Crime\u201c von Interpol die Razzien mit Beh\u00f6rden der betreffenden L\u00e4nder koordiniert. Zeitgleich zu dieser \u201eOperation Unmask\u201c organisierte Europol einen Schlag gegen eine europ\u00e4ische \u201eGruppe von Hackern\u201c. Unter dem Namen \u201eOperation Thunder\u201c wurden Vorratsdaten aus der Tschechischen Republik und Bulgarien beschafft und Server beschlagnahmt. Auf Gehei\u00df der \u201eSpanish National Police Cyber Crime Unit\u201c wurden auch aus Spanien Festnahmen gemeldet.<\/p>\n<p>Europol und Interpol wollen ihre Cyber-Abteilungen ausbauen. In Den Haag entsteht ein \u201eCyber Crime Center\u201c (EC3), w\u00e4hrend Interpol 2014 in Singapur einen \u201eGlobal Complex for Innovation\u201c er\u00f6ffnet. Laut einem Sprecher f\u00e4llt es Interpol aber schwer, \u201elanghaarige Geeks\u201c zu fin\u00adden, um die bislang offensichtlich wenig talentierten Mitarbeiter zu unterst\u00fctzen<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. Damit sich das \u00e4ndert, trainieren Beh\u00f6rden der EU-Mitgliedstaaten alle zwei Jahre in einer gro\u00dfangelegten \u00dcbung \u201eCyber Europe\u201c. Letztes Jahr wurden hierf\u00fcr unter anderem \u201epolitisch motivierte Cyberangriffe\u201c simuliert.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Die EU und mehrere Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, nahmen \u00fcberdies an der US-\u00dcbung \u201eCyber Atlantic 2011\u201c teil.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Bei der Veranstaltung sind alle Teilstreitkr\u00e4fte des US-Milit\u00e4rs vertreten. Aus dem Ausland waren zivile Beh\u00f6rden eingeladen, um die gemeinsame \u201etransatlantische IT-Krisenzusammenarbeit\u201c einzu\u00fcben. Wie bei \u201eCyber Europe\u201c wurde ein \u201eAngriff gegen nationale Computer- und Netzsicherheitsbeh\u00f6rden der Teilnehmer\u201c inszeniert. Das US-Szenario enthielt zudem das Ver\u00f6ffentlichen gefundener Dokumente, wie es etwa der Erzfeind Wikileaks praktiziert (\u201eAbfluss und Ver\u00f6ffentlichung sensibler Informationen\u201c). Als Angreifer wurde laut Bundesregierung eine Hackergruppe mit \u201eAnonymous \u00e4hnlichem\u201c Hintergrund angenommen.<\/p>\n<p>(Matthias Monroy)<\/p>\n<h5><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 BT-Drs. 17\/10379 v. 24.7.2012<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Handelsblatt Online v 14.6.2012<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Inside INTERPOL&#8217;s New Cybercrime Innovation Center, www.fastcompany.com v. 9.2.2012<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 BT-Drs. 17\/11341 v. 7.11.2012<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 BT-Drs. 17\/7578 v. 2.11.2011<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juni holte das Bundeskriminalamt (BKA) zum Schlag gegen ComputeraktivistInnen aus: Zusammen mit Landeskriminal\u00e4mtern wurden<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[107,145],"tags":[],"class_list":["post-6386","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cilip-101-102","category-meldungen-europa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6386","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6386"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6386\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}