{"id":6815,"date":"2007-08-06T23:05:24","date_gmt":"2007-08-06T23:05:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=6815"},"modified":"2007-08-06T23:05:24","modified_gmt":"2007-08-06T23:05:24","slug":"kampf-um-die-koepfe-unabhaengige-medien-beim-g8-gipfel-in-heiligendamm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=6815","title":{"rendered":"Kampf um die K\u00f6pfe &#8211; Unabh\u00e4ngige Medien beim G8-Gipfel in Heiligendamm"},"content":{"rendered":"<h3>von Anneke Halbroth und Jan K\u00fchn<\/h3>\n<p><strong>Der G8-Gipfel in Heiligendamm ist auch als \u201eGipfel der aufgedeckten L\u00fcgen\u201c in Erinnerung geblieben. Dazu haben unabh\u00e4ngige Medien ma\u00dfgeblich beigetragen.<\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfe und kleine Demonstrationen, Blockaden und zahlreiche andere Aktionen sollten in Heiligendamm den Widerstand gegen die Politik der reichsten L\u00e4nder der Welt deutlich machen. Gleichzeitig entwickelte sich ein Kampf um die Deutung des Geschehens. W\u00e4hrend die Medienkonzerne und vor allem die Nachrichtenagenturen die Verlautbarungen der Polizei ungepr\u00fcft \u00fcbernahmen, waren Aktivistinnen und Aktivisten unabh\u00e4ngiger Medien bei allen Aktionen zu finden, um ein anderes Bild zu zeigen. Sie dokumentierten, filmten, interviewten und fotografierten, um der Sicht \u201evon oben\u201c ein Bild \u201evon unten\u201c entgegenzusetzen.<\/p>\n<p>Ereignisse wie die Proteste gegen den G8-Gipfel haben \u2013 bei aller Kritik an ihrem spektakelhaften Charakter \u2013 an sich, dass Tausende Aktivistinnen und Aktivisten der verschiedensten politischen Str\u00f6mungen an einem Ort zusammen kommen. Das gilt auch f\u00fcr diejenigen unter ihnen, die sich mit der Herstellung von Medien besch\u00e4ftigen. So war es auch im Juni 2007.<!--more--><\/p>\n<p>Die Planung des Unabh\u00e4ngigen Medienzentrums w\u00e4hrend der Aktionswoche gegen den Gipfel begann etwa ein Jahr vorher. Bereits existierende Video-, Radio- und Netzaktivismusgruppen wollten eine Berichterstattung jenseits der kommerziellen Medien m\u00f6glich machen. Bei der erwarteten Gr\u00f6\u00dfe der Proteste war das ein Vorhaben, das es zu koordinieren galt. Einerseits sollten sich in den jeweiligen \u201eSparten\u201c \u2013 also Video, Radio, Print, Web \u2013 bestehende Gruppen vernetzen, und andererseits sollte es einen Rahmen geben, innerhalb dessen die unterschiedlichen Formate koordiniert werden sollten: das Unabh\u00e4ngige Medienzentrum.<\/p>\n<h4>Das unabh\u00e4ngige Medienzentrum<\/h4>\n<p>Tragende S\u00e4ulen des Medienzentrums in Rostock waren lokale Indymedia-Gruppen, das Netzwerk Videoaktivismus, das seinerseits Teil des Projekts \u201eG8-TV\u201c war, das Radioforum, Radio Jetsam, ein Netz verschiedener Technik-Kollektive, unz\u00e4hlige \u00dcbersetzerInnen sowie die Nachrichtenkoordination. Alle waren und sind auch international vernetzt. Eine Herausforderung war von Anfang an, eine Struktur aufzubauen, die einer unbekannten, aber gro\u00dfen Zahl nach unterschiedlichen Standards arbeitenden Menschen verschiedenster Sprachen die bestm\u00f6glichen Arbeitsbedingungen bieten sollte \u2013 alles unbezahlt und ohne nennenswertes Budget.<\/p>\n<p>Das Medienzentrum verteilte sich \u2013 wie die Proteste \u2013 auf mehrere Standorte. Das Radioforum und G8-TV wurden in einer Schule in der Rostocker Innenstadt produziert. Hier wurden auch offen zug\u00e4ngliche Rechnerarbeitspl\u00e4tze angeboten. Nachrichtenticker, Radio Jetsam, Indymedia, ein Gro\u00dfteil der Technik und offene Rechnerarbeitspl\u00e4tze befanden sich im so genannten Protestzentrum, einer vor dem Abriss stehenden Schule in Rostock-Evershagen, einem Neubauviertel nordwestlich der Innenstadt. In allen drei Camps gab es \u201eAu\u00dfenstellen\u201c des Medienzentrums. Diesen \u201eAu\u00dfenstellen\u201c kam eine zentrale Bedeutung zu, schlie\u00dflich war ein Gro\u00dfteil derjenigen, die sich an den Protesten beteiligten, in den Camps untergebracht. Eins der zentralen Ziele des Medienzentrums war und ist, nicht <em>f\u00fcr<\/em> oder <em>\u00fcber<\/em> die AktivistInnen zu berichten, sondern ihnen die Mittel in die Hand zu geben, ihre Sicht der Dinge selbst darstellen zu k\u00f6nnen. Dies lie\u00df sich in den Camps am besten umsetzen. So gab es in allen Camps Zelte mit frei zug\u00e4nglichen Rechnern; die gedruckten t\u00e4glichen Indymedia-Zeitungen wurden dort verteilt; das Radio konnte dort geh\u00f6rt werden und abends wurde die t\u00e4gliche halbe Stunde G8-TV auf Gro\u00dfleinw\u00e4nden gezeigt. Viele nutzten die Gelegenheit, ihre eigenen Erfahrungen von dort ins Netz zu stellen.<\/p>\n<h4>G8-TV \u2013 das t\u00e4gliche Protestfernsehen<\/h4>\n<p>G8-TV war eine gemeinsame Produktion von Video-Teams aus vielen, vor allem europ\u00e4ischen Staaten. Auf einer eigenen Website<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> wurden sowohl kurze Clips als auch die t\u00e4gliche halbst\u00fcndige Sendung mit Berichten des Tages ver\u00f6ffentlicht. Letztere wurde auch live \u00fcber das Internet \u00fcbertragen und weltweit an 200 Orten gesehen sowie \u00fcber Leinw\u00e4nde \u00f6ffentlich gezeigt \u2013 vor allem in Europa, aber auch etwa in Indonesien. Kurze Nachrichtenclips von den Protestaktionen wurden gezeigt und die Themen in der Sendung vertieft. Mit eigens hierf\u00fcr programmierter \u00dcbersetzungssoftware wurden Clips und auch jede Sendung in bis zu sieben Sprachen \u00fcbersetzt. Die Website hatte t\u00e4glich etwa 40.000 Zugriffe. Zuschauerzuschriften kamen zum Beispiel aus Osteuropa, Malaysia und S\u00fcdkorea.<\/p>\n<h4>movinG8-RadioForum<\/h4>\n<p>Das \u201emovinG8-RadioForum\u201c, das sechste internationale Radioforum, funktionierte ebenfalls als Zusammenarbeit vieler Menschen aus al\u00adternativen, freien oder Community-Radios. Eine deutschsprachige und eine internationale Redaktion produzierte Live-Sen\u00addun\u00adgen und Kurzbeitr\u00e4ge, die per Internet gestreamt wurden (also \u00fcber das Internet live geh\u00f6rt werden konnten). Das Rostocker freie Radio \u201eLohro\u201c \u2013 zu empfangen im Stadtgebiet \u2013 strahlte Sendungen \u00fcber UKW aus. \u00dcbernommen wurden sie von 17 weiteren freien Radios in der BRD. Viel Material war vorproduziert worden, denn gerade die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen des Gipfels war ein erkl\u00e4rtes Ziel des Radioforums, das so realisiert werden konnte. Dank langfristiger Vorbereitung und institutionell besserer Anbindung ist es dem Team des Radioforums auch gelungen, viele nicht-europ\u00e4ische MitarbeiterInnen zu gewinnen, u.a. aus diversen afrikanischen L\u00e4ndern, Indien und Japan.<\/p>\n<h4>Treibgut: Radio Jetsam<\/h4>\n<p>Neben dem RadioForum gab es eine weitere Radioproduktion, \u201eRadio Jetsam\u201c (\u201eTreibgut\u201c). Sein Schwerpunkt lag auf der Aktionsberichterstattung, live und rund um die Uhr. In enger Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Nachrichtenkoordination war \u00fcber Jetsam zeitnah zu h\u00f6ren, was auf der Stra\u00dfe, bei Blockaden und Demonstrationen tats\u00e4chlich geschah.<\/p>\n<h4>Nachrichtenzentrale: der \u201eDispatch\u201c<\/h4>\n<p>Die Nachrichtenkoordination, der so genannte Dispatch, war Basis f\u00fcr Radio-, Text- und Videoberichterstattung. Hier wurden eingehende Nachrichten gesammelt, \u00fcberpr\u00fcft und autorisiert. Gleichzeitig gab es hier eine \u00dcbersicht \u00fcber die Aktionen des Tages und f\u00fcr MedienaktivistInnen die M\u00f6glichkeit, auch von unterwegs zu erfahren, von wo es sich zu berichten lohnte.<\/p>\n<p>In Form von Tickermeldungen auf einer eigens eingerichteten Unterseite von Indymedia Deutschland<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> waren diese Meldungen innerhalb weniger Minuten ver\u00f6ffentlicht und wurden von den Radioprojekten, aber durchaus auch von kommerziellen Medien aufgenommen. Die Tickermeldungen wurden direkt in f\u00fcnf Sprachen \u00fcbersetzt bzw. teilweise deutsch und englisch parallel erstellt. Die Erfahrungen, die Indymedia-Teams in Europa seit dem G8-Gipfel in Genua 2001 darin gesammelt haben, inmitten heftiger Auseinandersetzungen und gezielter Falschmeldungen von Medien und Polizei z\u00fcgig Nachrichten ver\u00f6ffentlichen zu k\u00f6nnen, die weitgehend dem entsprechen, was tats\u00e4chlich passiert, hat sich auch in Rostock erfolgreich bew\u00e4hrt: Die Startseite von Indymedia Deutschland wurde w\u00e4hrend der Protestwoche etwa 660.000 mal aufgerufen. Der Ticker, der auch mit Wap-f\u00e4higen Handys unterwegs gelesen werden konnte, wurde ca. 422.000 mal genutzt.<\/p>\n<p>Wesentliche Quelle f\u00fcr die Ticker-Meldungen war der direkte telefonische Kontakt zum jeweiligen Ort des Geschehens \u2013 zu MedienaktivistInnen, die von dort berichteten, oder zu Leuten, die sich an einer Aktion oder Demonstration beteiligten. Dem Ticker-Team gelang es so, eine Reihe von Falschmeldungen aufzukl\u00e4ren. In einigen F\u00e4llen wurden diese sp\u00e4ter auch in anderen Medien korrigiert, oft aber bis heute nicht.<\/p>\n<p>Durch ihre Verankerung in den sozialen und politischen Bewegungen, die die Proteste tragen, verf\u00fcgen unabh\u00e4ngige Medien \u00fcber einen KorrespondentInnen-Pool, der unbezahlbar ist. Er \u00fcbersteigt nicht nur zahlenm\u00e4\u00dfig selbst den der gro\u00dfen Agenturen um ein Vielfaches, er ist auch ungleich st\u00e4rker motiviert. Durch die lange Zeit der Vorbereitung auf ein Ereignis funktioniert auch die Zusammenarbeit besser.<\/p>\n<p>Die Tickermeldungen bildeten gewisserma\u00dfen den Rahmen der Berichterstattung, weil sie ausnahmslos selbst recherchiert als Basis f\u00fcr Artikel und Beitr\u00e4ge genutzt wurden \u2013 nicht wesentlich anders als Agenturmeldungen auch, nur von anderen Interessen geleitet.<\/p>\n<h4>Indymedia<\/h4>\n<p>Indymedia, eines der an diesem Zentrum beteiligten Projekte, ist vor acht Jahren anl\u00e4sslich des WTO-Gipfels in Seattle auf \u00e4hnliche Weise entstanden. 1999 waren interaktive Websites, die es Menschen irgendwo auf der Welt anonym erm\u00f6glichen, eigene Inhalte auf eine Seite zu publizieren, weitgehend neu und unbekannt. Genutzt wurde damals eine eigens entwickelte Software, um die Berichte vieler TeilnehmerInnen an der \u201eBattle of Seattle\u201c auf einer Website geb\u00fcndelt darzustellen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Tage des G8-Gipfel 2007 wurde die eigentliche Indymedia-Website ausgebaut, so dass sie in mehreren Sprachen verf\u00fcgbar war (Deutsch, Englisch, Franz\u00f6sisch, Italienisch, Spanisch). Ihre Artikel und Fotos waren die Grundlage der sechsseitigen gedruckten Indymedia-Zeitung \u201eOffline\u201c, die t\u00e4glich in zwei Sprachen und einer Auflage von 5.000 erschien. Sie wurde in den Camps, bei Demonstrationen und Blockaden verteilt, so dass Informationen und Nachrichten vom Vortag nicht nur weltweit \u00fcber das Internet, sondern auch bei den Protesten selbst zug\u00e4nglich waren. So konnten auch diejenigen erreicht werden, die an den teilweise tagelang andauernden Blockaden beteiligt waren und keine elektronischen Medien nutzen konnten.<\/p>\n<h4>Pressegruppe \u201eCampinski\u201c<\/h4>\n<p>Sie hatte es sich zur Aufgabe gemacht, kleinen Aktionsgruppen den Zugang zu den Medien leichter zu machen. Presseverteiler, Kontakte zu den Medien und das Wissen \u201ewie schreibe ich eine Pressemitteilung\u201c sollten hier geteilt werden. Neben dieser Aufgabe kam schnell eine andere hinzu \u2013 recherchieren, was die Agenturen nicht mehr pr\u00fcften.<\/p>\n<h4>Sinn und Zweck unabh\u00e4ngiger Medien beim Gipfel<\/h4>\n<p>Damit bot sich ein relativ breites Panorama \u00f6ffentlich zug\u00e4nglicher alternativer Informationsquellen. Wie aber lassen sich deren Reichweite und Wahrnehmung im Rahmen des G8-Gipfels bewerten? Grunds\u00e4tzlich ist davon auszugehen, dass das Abrufen unabh\u00e4ngiger Medien, auch nach einigen Jahren zunehmender Erreichbarkeit durch die Entwicklung des Internet, sehr begrenzt ist. Im Gegensatz zu den meisten herk\u00f6mmlichen Medien erfordern alternative und unabh\u00e4ngige Medien, dass sich die KonsumentInnen aktiv auf die Suche nach ihnen begeben. Das Internet steckt zwar voller Informationen, jedoch m\u00fcssen diese auch gefunden werden. Anders als einen Fernseher oder ein Radio einzuschalten oder eine Zeitung zu kaufen, setzen diese Medien voraus, dass man sich aktiv um sie bem\u00fcht und zumindest ihre Existenz bekannt ist. Die Wahrscheinlichkeit, zuf\u00e4llig auf ein Medium wie Indymedia, ein Internetradio oder eine Videoplattform zu sto\u00dfen, ist gering.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sehen sich die KonsumentInnen dieser Medien mit einer Form konfrontiert, die h\u00e4ufig unprofessionell und damit f\u00fcr viele abschreckend wirkt. Dem liegt das Wesen solcher Medien zu Grunde: Sie werden nicht von bezahlten JournalistInnen gemacht, sondern von Menschen, die sich in ihrer Freizeit engagieren; nicht von ausgebildeten RedakteurInnen, sondern oft von \u201eHobbyschreiberInnen\u201c oder AutodidaktInnen. Denn die Idee der meisten unabh\u00e4ngigen Medien ist nicht allein, andere Inhalte in den \u00c4ther zu streuen, sondern auch das Verh\u00e4ltnis der Aneignung von Informationen zu durchbrechen. Das herk\u00f6mmliche Sender-Empf\u00e4nger-Schema, das die Menschen in aktive ProduzentInnen von Informationen und passive KonsumentInnen unterteilt, soll durchbrochen werden.<\/p>\n<p>Dadurch ergeben sich aber neue Probleme: Legt man journalistische Kriterien zu Grunde, so l\u00e4sst die Qualit\u00e4t vieler Beitr\u00e4ge zu w\u00fcnschen \u00fcbrig \u2013 vor allem, je offener ein Medium ist. Radio und Video setzen bereits eine gewisse Grundkenntnis voraus oder zumindest einen Kontakt zu Menschen, die sich damit besch\u00e4ftigen. Bei einem Medium wie Indymedia hingegen kann jeder Mensch, der in der Lage ist, eine E-Mail zu versenden, auch einen Artikel ver\u00f6ffentlichen. Dies bringt Medien wie Indymedia h\u00e4ufig den Vorwurf ein, nicht \u201eobjektiv\u201c zu berichten, sondern lediglich subjektive Meinungen zu verbreiten. Auch dies ist Teil des Konzepts, basiert das Verst\u00e4ndnis von Medienaktivismus doch auf einer grundlegenden Kritik an der bestehenden Form und Rezeption der Medienproduktion: Die nur scheinbar \u201eobjektiven\u201c Medien bieten zwar eine bestimmte Form, die einen seri\u00f6sen Eindruck erweckt, doch sind ihre Inhalte nicht weniger subjektiv. Die etablierten Medien sind nichts anderes als Konzerne, die nach Kriterien der Profitmaximierung arbeiten und dementsprechend, mit verschiedenen F\u00e4rbungen, subjektive Interessen verfolgen \u2013 allerdings mit mehr Ressourcen. Unterschiedliche Erfahrungsberichte von Menschen vor Ort, wie sie die unabh\u00e4ngigen Medien bieten, k\u00f6nnen andererseits dazu beitragen, sich ein differenziertes Bild eines Ereignisses zu machen.<\/p>\n<p>In Heiligendamm haben Hunderte Menschen, die auf die eine oder andere Weise an der unabh\u00e4ngigen Berichterstattung beteiligt waren, die Puzzlesteine geliefert, die zur Aufkl\u00e4rung der gezielten Des- und Falsch\u00adinformationen gebraucht wurden, die von der Polizei, genauer ihrer f\u00fcr die Gesamteinsatzleitung zust\u00e4ndigen Besonderen Aufbauorganisation \u201eKavala\u201c in die Welt gesetzt wurden.<\/p>\n<p>Einige der \u201eKavala\u201c-Meldungen sind im Nachhinein zwar korrigiert worden. Dennoch haben sie ihre Funktion erf\u00fcllt. Denn w\u00e4hrend die Falschmeldungen die gro\u00dfen Schlagzeilen beherrschten, mit denen ein verzerrtes Bild der Proteste vermittelt wurde, fanden die Korrekturen kaum noch Beachtung. Es ist inzwischen offenkundig, dass die Polizei Falschmeldungen verbreitet hat, die von den etablierten Medien meist ungepr\u00fcft \u00fcbernommen wurden. Doch ist diese Tatsache nicht mehr wichtig: Ein Dementi oder eine Korrektur ist schnell gemacht, der Eindruck der (falschen) Meldung aber bleibt. Hunderte schwer verletzter BeamtInnen oder erfundene \u201eMesserstecher\u201c in Rostock, mit S\u00e4ure spritzende Clowns, die Polizisten mit Einwegspritzen angriffen, Molotow-Cocktails bei den Blockaden am Zaun<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>: Die L\u00fcgen waren teilweise so dreist, dass selbst KorrespondentInnen kommerzieller Medien vor Ort nur noch mit dem Kopf sch\u00fctteln konnten. Ihre Arbeitgeber interessierte das meist wenig: Sie \u00fcbernahmen teilweise lieber die manipulierten Agenturmeldungen als die Informationen ihrer eigenen ReporterInnen am Ort der Geschehnisse.<\/p>\n<p>Der G8-Gipfel 2007 wird auch als \u201eSchlacht in den Medien\u201c in Erinnerung bleiben. Das ist nicht allein der Verdienst von MedienaktivistInnen, aber sie haben ihren Teil zur Aufkl\u00e4rung beigetragen. Ohne sie h\u00e4tte es die Propaganda der Macht leichter gehabt.<\/p>\n<h5>Auch dieser Artikel entstand mit Hilfe vieler Unbeugsamer, die nicht aufh\u00f6ren, Widerstand zu leisten: Danke insbesondere an G8-TV, Netzwerk Videoaktivismus, Radioforum, Jetsam, Campinski Pressegruppe und Medienzentrum.<\/h5>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> www.g8-tv.org<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> http:\/\/de.indymedia.org\/ticker<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Eine unvollst\u00e4ndige \u00dcbersicht \u00fcber Falschmeldungen in den Medien findet sich im Artikel \u201eG8: Don\u2019t believe the hype!\u201c auf der Website von Indymedia Deutschland, http:\/\/de.indymedia.org\/2007\/06\/185734.shtml (Zugriff: 6.12.2007)<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Anneke Halbroth und Jan K\u00fchn Der G8-Gipfel in Heiligendamm ist auch als \u201eGipfel der<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10637,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,93],"tags":[745,813,1155,1162],"class_list":["post-6815","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-cilip-087","tag-heiligendamm","tag-journalismus","tag-pressearbeit","tag-protest"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6815","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6815"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6815\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10637"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6815"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6815"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6815"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}