{"id":7043,"date":"2003-02-07T19:37:21","date_gmt":"2003-02-07T19:37:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=7043"},"modified":"2003-02-07T19:37:21","modified_gmt":"2003-02-07T19:37:21","slug":"der-enron-skandal-ein-lehrstueck-ueber-wirtschaftskriminalitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=7043","title":{"rendered":"Der Enron-Skandal &#8211; Ein Lehrst\u00fcck \u00fcber Wirtschaftskriminalit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<h3>von Andrea B\u00f6hm<\/h3>\n<p><strong>Die Insolvenz von Enron im Dezember 2001 \u2013 bis dahin die gr\u00f6\u00dfte Pleite in der US-Firmengeschichte \u2013 hinterlie\u00df Schulden von 40 Milliarden Dollar.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a> Sie markierte den Auftakt zu einer beispiellosen Serie von Bilanz- und Betrugsskandalen in gro\u00dfen US-Unternehmen. Die Aufdeckung der Machenschaften, die zum Zusammenbruch des siebtgr\u00f6\u00dften US-Unternehmens gef\u00fchrt hatten, zog dramatische Kursverluste an den Weltb\u00f6rsen nach sich.<\/strong><\/p>\n<p>Enron war kein \u201eTraditionsunternehmen\u201c. Der texanische Konzern entstand erst 1985 aus der Fusion zweier regionaler Gasversorger, der Houston Natural Gas und der InterNorth. Zun\u00e4chst vor allem als Betreiber von Erdgaspipelines t\u00e4tig, r\u00fcckte Enron unter der F\u00fchrung von Kenneth Lay zum gr\u00f6\u00dften Stromh\u00e4ndler der USA und gr\u00f6\u00dften Energieh\u00e4ndler der Welt mit einem Jahresumsatz von 101 Milliarden Dollar auf. Der Hauptteil der sp\u00e4teren Enron-Gesch\u00e4fte war zur Gr\u00fcndungszeit des Unternehmens noch nicht m\u00f6glich. Die Basis f\u00fcr den Aufstieg zum transnationalen Energiekonzern wurde erst in den 90er Jahren mit der weltweiten Liberalisierung der Energiem\u00e4rkte, der Privatisierung der Strom- und Wasserversorgung in vielen L\u00e4ndern und der vers\u00e4umten Regulierung bestimmter Finanzderivate geschaffen. Der \u201eGlobal Player\u201c mit Tochterunternehmen in \u00fcber f\u00fcnfzig Staaten baute und betrieb Erdgasleitungen und Kraftwerke in Argentinien, Brasilien, Indien und Mozambique. Der Hauptteil der Gesch\u00e4ftsaktivit\u00e4ten bestand jedoch im spekulativen Handel mit Rohstoffen, Daten\u00fcbertragungskapazit\u00e4ten und vor allem mit Energie, genauer gesagt: mit deren Derivaten. <!--more--><\/p>\n<p>Enron kre\u00adierte immer neue Derivate und offerierte auf seiner Internet-Handels\u00adplattform nicht nur Terminkontrakte auf Gas und Strom, sondern selbst auf das Wetter im kommenden Sommer.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Derivate basieren auf Termingesch\u00e4ften. Bei einem Termingesch\u00e4ft wird gewisserma\u00dfen ein Kaufvertrag im Voraus abgeschlossen, indem sich zwei Parteien verpflichten, bestimmte Mengen eines Produkts (z.B. einer W\u00e4hrung, einer Aktie oder eines Rohstoffs) zu einem bei Vertragsschluss festgelegten Preis zu einem bestimmten Termin zu kaufen bzw. zu verkaufen. Dies kann bereits der n\u00e4chste Tag sein, aber auch erst ein beliebiger Zeitpunkt in f\u00fcnf oder zehn Jahren. Werden die Anspr\u00fcche und Verpflichtungen aus Termingesch\u00e4ften in Form eines Wertpapiers wie Anleihen oder Aktien an der B\u00f6rse gehandelt, spricht man von Derivaten. Derivate bieten exorbitante Gewinnm\u00f6glichkeiten, haben aber auch ein extrem hohes Verlustrisiko. Schneller Reichtum ist damit ebenso m\u00f6glich wie schneller Ruin.<\/p>\n<h4>H\u00f6henflug und tiefer Fall<\/h4>\n<p>Die hochriskanten Derivatgesch\u00e4fte des Konzerns wurden von den Aktienm\u00e4rkten mit immer neuen H\u00f6chstkursen honoriert. W\u00e4hrend des New-Economy-Booms in der zweiten H\u00e4lfte der 90er Jahre, als Fabriken und andere physische Produktionsanlagen als hoffnungslos veraltet galten, entwickelte sich Enron zu einem Liebling der Wall Street. Der B\u00f6rsenwert des Unternehmens stieg 1998 um 40 %, 1999 um 58 % und im Jahr 2000 nochmals um 89 %. Enron wurde als Musterunternehmen gefeiert, dessen Management sich dem Grundprinzip des Shareholder Value, der schnellen Gewinnmaximierung verschrieben hatte. Enron-Manager waren gesch\u00e4tzte Teilnehmer des World Economic Forum in Davos. Das Wirtschaftsmagazin Fortune k\u00fcrte Enron gar f\u00fcnf Mal nacheinander zum \u201einnovativsten Unternehmen Amerikas\u201c.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Nach der milliardenschweren Pleite des einstigen B\u00f6rsenstars ergaben die Anh\u00f6rungen mehrerer Untersuchungsaussch\u00fcsse und die Ermittlungen des US-amerikanischen Justizministeriums, dass Enrons Manager haupts\u00e4chlich beim Frisieren der Unternehmensbilanzen bemerkenswert innovationsfreudig gewesen waren. Um den Aktienkurs hochzuhalten, hatten sie im Zusammenspiel mit der Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft Arthur Andersen und f\u00fchrenden US-Investment\u00adban\u00adken \u00fcber Jahre einen gigantischen Schuldenberg au\u00dferhalb der Bilanz versteckt. Zu diesem Zweck war ein weit verzweigtes Netz von \u00fcber 3.500 \u201ePartnerschaften\u201c gegr\u00fcndet worden.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Eigent\u00fcmer der vorgeblich unabh\u00e4ngigen Unternehmen, in Wahrheit meist Briefkastenfirmen mit Sitz in Steueroasen wie den Cayman-Islands, waren Enron-Manager, befreundete Banker und Gesch\u00e4ftspartner, denen ihr Engagement Traumrenditen sicherte. Diese Unternehmen, deren Kapital vornehmlich aus Enron-Aktien bestand, schlossen mit Enron Derivatgesch\u00e4fte ab und versteckten Verluste und Gewinne, die dann in den Enron-Bilanzen nicht auftauchten. Auf diese Weise konnte Enron von 1996 bis 2000 einen Vorsteuergewinn von insgesamt 1,79 Milliarden Dollar ausweisen, musste jedoch nur in einem Jahr, 1997, Bundessteuern (17 Millionen Dollar) entrichten.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Ein weiteres Enron-Man\u00f6ver zur Verschleierung der realen Verschuldung war die Tarnung von Kreditaufnahmen als Handelsgesch\u00e4fte. Dies geschah unter aktiver Mithilfe der Gl\u00e4ubigerbanken, die so h\u00f6here Gewinne erzielen wollten. Die beiden gr\u00f6\u00dften US-Finanzinstitute Citigroup und J.P. Morgan Chase stellten Enron und zehn weiteren Unternehmen Kredite mittels verschleierter Rohstoff-Gesch\u00e4fte bereit. Wie die Anh\u00f6rungen des US-Senats ergaben, hatten beide Geldh\u00e4user \u00fcber Tochterfirmen ein kompliziertes System von Transaktionen entwickelt, das es Enron erm\u00f6glichte, Kredite von 8,5 Milliarden Dollar als Ums\u00e4tze zu buchen.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Um die Ums\u00e4tze zus\u00e4tzlich aufzubl\u00e4hen, t\u00e4tigte Enron \u00fcber\u00addies im gro\u00dfen Stil sogenannte \u201eRoundtrip\u201c-Transaktionen mit Tochterfirmen, bei denen wechselseitige Lieferungen von Strom oder Gas im gleichen Umfang abgewickelt wurden. Tats\u00e4chlich wurde bei diesen Verk\u00e4ufen und sofortigen R\u00fcckk\u00e4ufen nie etwas geliefert.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Derartige Scheingesch\u00e4fte sollen auch eine Rolle bei der schweren Energiekrise im US-Bundesstaat Kalifornien vor zwei Jahren gespielt haben. Ermittlungen zufolge hatten Enron und andere Unternehmen die Strompreise durch fingierte K\u00e4ufe und Verk\u00e4ufe gezielt in die H\u00f6he getrieben. Die Preistreiberei mit Hilfe von Derivatgesch\u00e4ften war begleitet von vorget\u00e4uschten Engp\u00e4ssen im kalifornischen Stromnetz, in deren Folge allein im Februar 2001 in ganz Kalifornien 32 Mal der Strom abgeschaltet werden musste. So exportierte Enron den f\u00fcr Kalifornien bestimmten Strom \u2013 auf dem Papier \u2013 in andere Bundesstaaten, um ihn dann zu h\u00f6heren Preisen wieder einzuf\u00fchren und verkaufte sogar Strom, \u00fcber den das Unternehmen gar nicht verf\u00fcgte. Die \u201eMegawatt-W\u00e4sche\u201c brachte Enron fette Gewinne, w\u00e4hrend die Stromrechnungen der kalifornischen Haushalte in ungeahnte H\u00f6hen schnellten und der Staat zus\u00e4tzliche Milliarden aufwenden musste, um die vors\u00e4tzlich herbeigef\u00fchrte Notlage zu beheben. Die Deregulierung des kalifornischen Energiemarktes im Jahre 1998 hatte die Preismanipulationen erst m\u00f6glich gemacht.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr heftige Diskussionen in der US-\u00d6ffentlichkeit sorgten auch die engen Beziehungen f\u00fchrender Enron-Manager zur Bush-Administration. Enron war mit 550.000 Dollar der gr\u00f6\u00dfte Einzelspender von George W. Bushs Wahlkampagne. Dieser hatte bereits als Gouverneur von Texas dem von seinem Duzfreund Kenneth Lay (\u201eKenny Boy\u201c) gef\u00fchrten Unternehmen neue M\u00e4rkte er\u00f6ffnet, indem er ein Gesetz zur Deregulierung des texanischen Energiemarktes unterzeichnete. Enron unterst\u00fctzte auch den Senatswahlkampf von Justizminister John Ashcroft, der sich deshalb aus den sp\u00e4teren Ermittlungen seines Ministeriums gegen den Konzern zur\u00fcckziehen musste.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Lay konnte als einziger Manager der Stromindustrie ein Zweiergespr\u00e4ch mit Vizepr\u00e4sident Richard Cheney \u00fcber dessen Arbeiten an der Energiegesetzgebung f\u00fchren und beeinflusste auch die Auswahl der Mitarbeiter der staatlichen Stromregulierungsbeh\u00f6rde.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Die Justiz sah dennoch keine Anhaltspunkte f\u00fcr eine unrechtm\u00e4\u00dfige Einwirkung auf die Energie- und Deregulierungspolitik der Regierung.<\/p>\n<p>Die Enron-Manager wurden auch f\u00fcr ihre dubiosen Aktiengesch\u00e4fte nicht zur Verantwortung gezogen, da wie in \u00e4hnlich gelagerten F\u00e4llen der erforderliche detaillierte Nachweis des Insiderhandels kaum zu er\u00adbringen war. Kurz vor dem Kollaps hatten 29 Topmanager des Unternehmens ihre Aktienpakete abgesto\u00dfen und auf diese Weise insgesamt 1,1 Milliarden Dollar eingenommen. Noch zwei Monate vor dem Insolvenzantrag hatte Firmenchef Lay seine Angestellten ausdr\u00fccklich zum Kauf von Enron-Aktien ermuntert, was ihn selbst jedoch nicht davon abhielt, gleichzeitig den Gro\u00dfteil seiner eigenen Anteile zu verkaufen.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Nachdem die Schieflage des Unternehmens im Oktober 2001 offenkundig geworden war, verh\u00e4ngte die Firmenleitung f\u00fcr alle Angestellten mit Ausnahme des obersten Managements ein fast einmonatiges Verkaufsverbot von Firmenaktien. In dieser Zeit fiel der Kurs der Enron-Aktie von immerhin noch 32 auf unter einen Dollar (nach einem H\u00f6chstkurs von 100 Dollar im Sommer 2000). Da der gr\u00f6\u00dfte Teil der Pensionskassenguthaben in Firmenaktien angelegt war, verloren 12.000 der 21.000 Mitarbeiter nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern auch ihre Alterssicherung.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<h4>Unbeachtete Verbrechen<\/h4>\n<p>W\u00e4hrend die meisten US-amerikanischen Medien mit dem Namen Enron in erster Linie suspekte Bilanzierungspraktiken in Zusammenhang bringen, wird die zweifelhafte Rolle des Energiekonzerns beim Bau des Gaskraftwerks Dabhol im indischen Bundesstaat Maharashtra weitgehend ausgeblendet. Die Weltbank hatte das Projekt bereits 1993, unmittelbar nach der Einigung zwischen dem von Enron angef\u00fchrten US-Firmen\u00adkonsortium und der Regierung des Bundesstaates, f\u00fcr unrentabel erkl\u00e4rt und jegliche F\u00f6rdergelder versagt.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> In Indien sah sich der Konzern daher von Anfang an massiven Bestechungsvorw\u00fcrfen ausgesetzt.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Nach dem Wahlsieg der Opposition in Maharashtra 1995 wurde der umstrittene Vertrag umgehend annulliert. Dank der Lobbyarbeit des damaligen US-Botschafters in Indien, Frank Wisner, wurde 1996 ein neuer, kaum abge\u00e4nderter Vertrag unterzeichnet, wenig sp\u00e4ter entlohnte ihn Enron daf\u00fcr mit einem lukrativen Job.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Das US-Firmenkonsortium bezahlte \u2013 Menschenrechtsgruppen zufolge \u2013 auch die Polizei, die den Protest der Anwohner gewaltsam erstickte. Phase I des Kraftwerks ging 1999 ans Netz und produzierte Strom zu einem Preis, der weit \u00fcber dem indischen Durchschnitt lag. Im Sommer 2001 wurden die Bauarbeiten gestoppt, nachdem die Regierung des indischen Bundesstaates bekannt gegeben hatte, dass die Abnahmevertr\u00e4ge mit Enron aus finanziellen Gr\u00fcnden nicht mehr eingehalten werden k\u00f6nnten. Enron zog sich daraufhin ganz aus dem Projekt zur\u00fcck und forderte im Rahmen des Konkursantrages von der US-Organisation zur F\u00f6rderung von Auslandsinvestitionen 200 Millionen Dollar aus Steuermitteln als Kompensation f\u00fcr die Verluste in Indien. Betr\u00e4chtliche Entsch\u00e4digungszahlungen wird in jedem Fall auch der indische Staat leisten m\u00fcssen. Die US-Beh\u00f6rden haben bisher keinerlei Interesse an einer Strafverfolgung der verantwortlichen Enron-Manager wegen der Bestechung indischer Amtstr\u00e4ger oder der aktiven Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen gezeigt, die Bush-Regierung verwendete sich stattdessen sogar direkt in Indien f\u00fcr die Zahlung ausstehender Betr\u00e4ge an Enron.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Wegen des Verdachts auf Bilanzbetrug, Geldw\u00e4sche, Verschw\u00f6rung zur pers\u00f6nlichen Bereicherung auf Kosten von Enron und den Aktion\u00e4ren sowie Behinderung der Justiz wurde hingegen im November 2002 Anklage gegen Enrons ehemaligen Finanzchef Andrew Fastow erhoben. Zuvor hatte sich sein Chefbuchhalter Michael Kopper vor Gericht wegen Geldw\u00e4sche und Verschw\u00f6rung zum Betrug schuldig bekannt. Weder der ehemalige Unternehmenschef Kenneth Lay noch Jeffrey Skilling, der 2001 f\u00fcr nur sechs Monate den Chefposten innehatte, sind bisher angeklagt worden, auch wenn \u00e4hnliche Verfahren in Vorbereitung sein sollen. Lay und Skilling behaupten beide, die illegalen Bilanztransaktionen nicht bemerkt zu haben.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Ob sie damit durchkommen, ist noch ungewiss. Derzeit hat es jedoch den Anschein, dass die Rolle des S\u00fcndenbocks Finanzvorstand Fastow zugedacht worden ist. Die Justiz sieht ihn als Drahtzieher jenes komplexen Netzes von Partnerschaften, mit dessen Hilfe die Bilanzen gesch\u00f6nt wurden.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Diese Vorgehensweise ist freilich keineswegs von vornherein gesetzwidrig, sondern bewegt sich innerhalb der Grenzen legaler Bilanzpolitik. Fastow kann offensichtlich nur deshalb belangt werden, weil er die \u201ekreative Bilanzierung\u201c weiter als \u00fcblich getrieben und sich dabei auch illegal bereichert hat. Nach den US-Bilanzierungsstandards, den \u201eGenerally Accepted Accounting Principles\u201c (US-GAAP), ist die Gr\u00fcndung von Partnerschaften eine legale M\u00f6glichkeit, finanzielle Risiken zu separieren, im Klartext: die Schuldenlage und die tats\u00e4chliche Gewinnsituation zu verbergen. Ihre Rechtsform hei\u00dft \u201eSpecial Purpose Entity\u201c. Nicht nur f\u00fcr US-Firmen, sondern auch f\u00fcr europ\u00e4ische Unternehmen, deren Aktien an US-amerikanischen B\u00f6rsenpl\u00e4tzen gehandelt werden, ist die Bilanzierung nach US-GAAP Pflicht. Anders als die Bilanzierungsnormen nach deutschem Handelsgesetzbuch (HGB) sind die US-GAAP keine allgemein gefassten Rechtsvorschriften, sondern basieren auf Einzelf\u00e4llen. Dies hat zu einer sehr komplexen und kaum mehr \u00fcberschaubaren Anzahl von Detailregelungen gef\u00fchrt, die es dem Management erm\u00f6glicht, Bilanzen vorzulegen, die zwar pro forma dem Wortlaut einzelner Normen, jedoch nicht der zugrunde liegenden Intention entsprechen.<\/p>\n<p>Die Zweifel, ob im Fall Enron \u00fcberhaupt gegen die Regeln der US-GAAP versto\u00dfen worden war, zeigt der gerichtliche Umgang mit dem Wirtschaftspr\u00fcfungsunternehmen Arthur Andersen, das Enrons Bilanzen testierte. Andersen hatte bei den Bilanzmanipulationen tatkr\u00e4ftig mitgeholfen und auf diese Weise neben den Pr\u00fcfungsgeb\u00fchren auch noch ein betr\u00e4chtliches Beratungshonorar kassiert. Das einst renommierte Unternehmen ist mittlerweile liquidiert, die Reste wurden weltweit von der Konkurrenz aufgekauft. Im Oktober 2002 hatte ein texanisches Gericht Andersen wegen Behinderung der Justiz zu einer Geldbu\u00dfe von 500.000 Dollar verurteilt, weil die Wirtschaftspr\u00fcfer kurz nach dem Enron-Konkurs im gro\u00dfen Stil Beweismaterial vernichtet hatten.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Andersen wurde jedoch nicht wegen Betruges verurteilt. Das Gericht vers\u00e4umte es zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob das Unternehmen \u00fcberhaupt gegen die Bilanzierungsregeln versto\u00dfen hatte. Diese Feststellung h\u00e4tte weitreichende Konsequenzen gehabt, denn im Prinzip hat Andersen nicht anders gehandelt als andere lizenzierte Wirtschaftspr\u00fcfungsunternehmen.<\/p>\n<p>Das US-amerikanische Rechnungslegungssystem, das vor dem Enron-Crash als eines der weltweit strengsten galt, erlaubt die wachsende Diskrepanz zwischen dem realen und dem in den Bilanzen ausgewiesenen Unternehmenswert. Die ohnehin betr\u00e4chtlichen Spielr\u00e4ume werden von vielen Unternehmen mit Hilfe unterschiedlichster Finanzgesch\u00e4fte noch weiter ausgedehnt \u2013 ohne gegen geltendes Recht zu versto\u00dfen. Durch die fortgesetzte Liberalisierung sind die wesentlichen Finanzgesch\u00e4fte weder reguliert noch werden sie von der US-B\u00f6rsenaufsicht (SEC) \u00fcberwacht. Damit haben auch die strengen Regeln der SEC, die nach dem B\u00f6rsencrash 1929 ins Leben gerufen wurde, ihre Wirkung inzwischen weitgehend verloren. In den Steueroasen geht die Zahl der \u201eSpecial Purpose Entities\u201c mittlerweile in die Hunderttausende. Alle gro\u00dfen Wirtschaftspr\u00fcfungsunternehmen unterhalten dort ebenfalls Gesch\u00e4ftsstellen, wo sie nicht der US-B\u00f6rsenaufsicht unterstehen.<\/p>\n<h4>Gesetzesversch\u00e4rfungen als Ablenkungsman\u00f6ver<\/h4>\n<p>Jene auf den ersten Blick zutreffenden Medienkommentare, Enron oder die im Juli 2002 zusammengebrochene Telefongesellschaft WorldCom st\u00fcnden f\u00fcr die Ausbreitung korrupter Machenschaften in der legalen Wirtschaft und einen dramatischen Sittenverfall beim Topmanagement, erfassen deshalb nicht das eigentliche Problem. Die Konzentration auf die offensichtlichen Rechtsbr\u00fcche lenkt davon ab, dass viele fragw\u00fcrdige Praktiken weder strafbar noch ungew\u00f6hnlich sind und auch keine Fehltritte einer ausschlie\u00dflich von Gier geleiteten Managerelite darstellen. Sie sind vielmehr das zwangsl\u00e4ufige Ergebnis der fortw\u00e4hrenden Deregulierungen in den letzten zwanzig Jahren und einer Shareholder-Value-Ideologie, bei der der Aktienwert das alleinige Kriterium f\u00fcr den Unternehmenserfolg ist.<\/p>\n<p>In den USA begannen die Deregulierungen bereits Mitte der 70er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt kennzeichnete eine ausgepr\u00e4gte Wachstumsschw\u00e4che die amerikanische Wirtschaft, als deren Hauptursache eine zu restriktive staatliche Regulierung vieler Wirtschaftsbereiche galt. In den 80er Jahren stand der Abbau vorhandener Beschr\u00e4nkungen im Mittelpunkt der \u201eReaganomics\u201c. Die Clinton-Administration f\u00fchrte die Deregulierungspolitik in den 90er Jahren fort. In zahlreichen Industriel\u00e4ndern vollzogen sich etwa ab Mitte der 80er Jahre \u00e4hnliche Entwicklungen. Der Grundgedanke der Deregulierungspolitik lautet, dass der Markt rascher und innovativer als schwerf\u00e4llige staatliche Beh\u00f6rden auf Ver\u00e4nderungen reagiere. Staatliche Eingriffe in den Wirtschaftskreislauf seien daher auf ein Minimum zu reduzieren, der Markt m\u00fcsse weitgehend sich selbst \u00fcberlassen werden. Dies steigere die Wettbewerbsf\u00e4higkeit einer Volkswirtschaft und letztlich auch den gesellschaftlichen Wohlstand, weil die Unternehmen durch die Entwicklung neuer Produkte versuchen w\u00fcrden, ihren Gewinn zu maximieren, ohne durch unn\u00f6tige Regulierungen oder Zulassungsbeschr\u00e4nkungen daran gehindert zu werden. Soweit die Theorie. In der Realit\u00e4t bedeutet Deregulierung auch den Abbau bew\u00e4hrter \u00dcberwachungs- und Kontrollmechanismen und damit die Er\u00f6ffnung breiter Entfaltungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die verschiedensten Marktmanipulationen. Die Shareholder-Value-Ideologie, die im Gefolge der Deregulierung zur dominierenden Gesch\u00e4ftsphilosophie b\u00f6rsennotierter US-Unternehmen geworden war, bewirkte Druck und Anreiz zugleich, die neu geschaffenen, quasi rechtsfreien R\u00e4ume auch auszunutzen. Einzige Aufgabe des Managements ist es demnach, so schnell und so viel wie m\u00f6glich f\u00fcr die Aktion\u00e4re zu verdienen. Auf dem H\u00f6hepunkt des Wirtschaftsbooms Ende der 90er hie\u00df das eine Rendite von mindestens 15 %, wenn das Unternehmen nicht am Aktienmarkt abgestraft werden wollte. Angesichts \u00fcppiger Aktienoptionspl\u00e4ne haben die Firmenlenker auch ein eigenes Interesse daran, den Aktienkurs so hoch wie m\u00f6glich zu treiben.<\/p>\n<p>Der im Juli 2002 von Pr\u00e4sident Bush unterzeichnete Sarbanes-Oxley-Act, der als gr\u00f6\u00dftes Reformwerk des amerikanischen Kapitalismus seit 1933 gefeiert wurde, vermag hier keine Abhilfe zu schaffen. Mit diesem Gesetz zur Bek\u00e4mpfung der Wirtschaftskriminalit\u00e4t wurden weder Anl\u00e4ufe unternommen, bestimmte Finanzgesch\u00e4fte zu regulieren, noch die breite Grauzone zwischen legaler Bilanzkosmetik und illegaler Bilanzf\u00e4lschung zu verkleinern. Dies war scheinbar auch gar nicht beabsichtigt. Der Sarbanes-Oxley-Act sollte ebenso wie die medientr\u00e4chtige Verhaftung einiger Skandalmanager lediglich ein energisches Vorgehen der Beh\u00f6rden demonstrieren und auf diese Weise das angeschlagene Vertrauen in- und ausl\u00e4ndischer Investoren schnellstens wiederherstellen. Immerhin enth\u00e4lt das Gesetzeswerk mehrere wichtige \u00c4nderungen: Die maximale Gef\u00e4ngnisstrafe f\u00fcr Wertpapierbetrug wurde auf 25 Jahre erh\u00f6ht. Unternehmenschefs, die die B\u00f6rsenaufsicht hinters Licht f\u00fchren oder Dokumente vernichten, droht zuk\u00fcnftig eine Strafe von 5 Millionen Dollar und bis zu 20 Jahren Gef\u00e4ngnis. Vorstandsvorsitzende und Finanzvorst\u00e4nde m\u00fcssen jetzt pers\u00f6nlich f\u00fcr ihre Zahlen b\u00fcrgen. Au\u00dferdem wird mit dem Accounting Oversight Board eine neue Beh\u00f6rde geschaffen, die die Wirtschaftspr\u00fcfer \u00fcberwachen soll. Letztere d\u00fcrfen dar\u00fcber hinaus bestimmte Beratungsleistungen nicht mehr anbieten und m\u00fcssen alle f\u00fcnf Jahre rotieren. Schlie\u00dflich wird der Etat der SEC erh\u00f6ht; die Beh\u00f6rde erh\u00e4lt ferner neue Strafverfolgungsbefugnisse.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>Die neuen Regelungen sind jedoch keine Garantie daf\u00fcr, dass das vorgebliche Ziel der Reform, die Bestrafung krimineller Manager, erreicht wird. Anlegerbetrug und Insiderhandel werden auch in Zukunft nur schwer zu belegen sein. \u00dcberdies ist die Vorschrift, Firmenchefs f\u00fcr die Richtigkeit der Bilanzen pers\u00f6nlich b\u00fcrgen zu lassen, durch den Zusatz \u201enach meinem besten Wissen\u201c nahezu wertlos. Diese kleine Erg\u00e4nzung erlaubt jedem Vorstand im Notfall weiterhin die \u201eKenneth-Lay-Verteidigung.\u201c Wie bereits erw\u00e4hnt, beteuert der ehemalige Enron-Chef bis heute, nicht eingeweiht gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Die im Zuge des Enron-Skandals sichtbar gewordenen, vielf\u00e4ltigen Verbindungen von Enron-Managern und Politikern und das Beziehungsgeflecht zwischen Managern, Banken, Wirtschaftspr\u00fcfern und Rating-Agenturen, die alle Interesse an der Kursentwicklung und Einfluss auf diese haben, veranlassten zwischenzeitlich selbst die Kommentatoren konservativer Bl\u00e4tter von einen G\u00fcnstlingskapitalismus, einem \u201ecrony-capitalism\u201c US-amerikanischer Machart zu schreiben. Dieser Begriff, seinerzeit benutzt, um den Nepotismus der Marcos-Familie auf den Philippinen zu beschreiben, galt vor vier Jahren als eine Hauptursache der so genannten Asienkrise. Zwar ist dieser Befund nur ein Symptom, nicht die Ursache der vielen Bilanzskandale, die die US-Wirtschaft im vergangenen Jahr ersch\u00fcttert haben, trotzdem ist diese Einsch\u00e4tzung zutreffender, als die These von einzelnen schwarzen Schafen, die mittels ethischer Grunds\u00e4tze wieder auf den Pfad der Tugend zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnten oder auch die pauschalen Klagen, in den Chefetagen breite sich die Wirtschaftskriminalit\u00e4t aus. Der Fall Enron ist keine einmalige Entgleisung, sondern liegt in der Logik des gegenw\u00e4rtigen Wirtschaftssystems. Die Manager haben sich durchaus \u201erational\u201c gegen\u00fcber den \u201eAnreizen des Marktes\u201c verhalten, n\u00e4mlich die Grenzen des Erlaubten best\u00e4ndig auszutesten, um h\u00f6chste Gewinne zu erzielen. Das Enron-Debakel kann daher als Krise des dominanten, auf Deregulierung und Liberalisierung um jeden Preis setzenden Modells verstanden werden. Eine breite Diskussion \u00fcber die Problematik ist gegenw\u00e4rtig allerdings nicht zu erwarten. Angesichts des Irak-Krieges ist Enron nahezu vollst\u00e4ndig aus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung verschwunden.<\/p>\n<h5>Andrea B\u00f6hm ist Politologin.<\/h5>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die Welt v. 15.1.2002<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Spiegel Online v. 11.1.2002, www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,176509,00.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> ebd.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Financial Times v. 29.1.2002, http:\/\/specials.ft.com\/enron\/FT3A5RP52XC.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Financial Times v. 3.2.2002, http:\/\/specials.ft.com\/enron\/FT3648VA9XC.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> taz v. 25.7.2002<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Spiegel Online v. 16.10.2002, www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,218051,00.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> vgl. Penn, D.W.: California\u2019s Electric Deregulation Debacle and Enron\u2019s Bankruptcy In Perspective, 26.7.2002, www.appanet.org\/LegislativeRegulatory\/legislation\/Pennenron. pdf<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Financial Times Deutschland v. 24.1.2002<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Financial Times v. 8.2.2002, http:\/\/specials.ft.com\/enron\/FT3HR1OBGXC.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Financial Times Deutschland v. 21.1.2002<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Spiegel Online v. 21.12.2001, www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,174048,00.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> vgl. Minority Staff, Committee on Government Reform, U.S. House of Representatives: Background on Enron\u2019s Dabhol Power Project, February 22, 2002, p. 6, www.house.gov\/ reform\/min\/pdfs\/pdf_inves\/pdf_admin_enron_dabhol_fact_sheet.pdf<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> ebd., p. 8<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> ebd., p. 16<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> vgl. S\u00fcdasien-Informationsnetz: Dabhol Power Corporation: Enrons Engagement in Indien, www.suedasien.net\/themen\/wirtschaft\/enron_dpc.htm<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Financial Times Deutschland v. 28.1.2002<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Die Welt v. 2.11.2002<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Financial Times Deutschland v. 17.10.2002<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> vgl. Summary of Sarbanes-Oxley Act of 2002, www.aicpa.org\/info\/sarbanes_oxley _summary.htm<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Andrea B\u00f6hm Die Insolvenz von Enron im Dezember 2001 \u2013 bis dahin die gr\u00f6\u00dfte<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,80],"tags":[435,504,671,867,1470],"class_list":["post-7043","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-074","tag-derivatgeschaefte","tag-enron","tag-geldwaesche","tag-korruption","tag-usa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7043","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7043"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7043\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7043"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7043"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7043"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}