{"id":7053,"date":"2003-02-07T20:13:41","date_gmt":"2003-02-07T20:13:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=7053"},"modified":"2003-02-07T20:13:41","modified_gmt":"2003-02-07T20:13:41","slug":"die-suche-nach-der-geldwaesche-aufwand-und-misserfolg-der-verdachtschoepfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=7053","title":{"rendered":"Die Suche nach der Geldw\u00e4sche &#8211;\u00a0Aufwand und Misserfolg der Verdachtsch\u00f6pfung"},"content":{"rendered":"<h3>von Norbert P\u00fctter<\/h3>\n<p><strong>Die Geldw\u00e4sche gilt unter Kriminalstrategen noch immer als die \u201eAchillesferse der Organisierten Kriminalit\u00e4t\u201c. Obwohl die Innenminister nicht m\u00fcde werden, die gro\u00dfen Erfolge zu feiern, bleibt die Bilanz nach einem Jahrzehnt intensiver \u201eGeldw\u00e4schebek\u00e4mpfung\u201c d\u00fcrftig.<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Strafbarkeit der Geldw\u00e4sche (1992) und dem nachfolgenden Geldw\u00e4schegesetz (GwG) (1993) begannen die deutschen Polizeien mit der Einrichtung von Spezialdienststellen f\u00fcr \u201eFinanzermittlungen\u201c.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> In den 90er Jahren entstanden sowohl bei einigen Staatsanwaltschaften wie beim Zollkriminalamt entsprechende Spezialisierungen. Nach dem Vorbild der \u201eGemeinsamen Ermittlungsgruppen Rauschgift\u201c bildeten Zoll und Polizei in einigen L\u00e4ndern gemeinsame Ermittlungsgruppen (GFG). Wie viele PolizistInnen, Z\u00f6llnerInnen und Staatsanw\u00e4ltInnen sich in Deutschland ausschlie\u00dflich mit der Aufdeckung und Bek\u00e4mpfung der Geldw\u00e4sche besch\u00e4ftigen, ist nicht bekannt. Allein in der nordrhein-westf\u00e4lischen Polizei sind ca. 200 FinanzermittlerInnen t\u00e4tig.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><!--more--><\/p>\n<p>Die Spezialdienststellen haben eine doppelte Aufgabe. Zum einen sollen sie die nach dem Geldw\u00e4schegesetz eingehenden Verdachtsmeldungen \u00fcberpr\u00fcfen und nach der Vortat suchen, aus der das Geld stammt, dessen Transfer zur Verdachtsmeldung gef\u00fchrt hat. Ist diese Vortat gefunden, dann werden die Ermittlungen zusammen mit denen wegen der Vortat in den entsprechenden Dienststellen weitergef\u00fchrt. Zum anderen sollen sie Informationen \u00fcber die wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse von (potentiellen) Straft\u00e4tern sammeln, um mit diesen andere Ermittlungsvorg\u00e4nge zu unterst\u00fctzen. So ist das Wissen um Bankverbindungen und Transaktionen bei polizeilichen und gerichtlichen Ma\u00dfnahmen, die auf das Verm\u00f6gen zielen, besonders hilfreich.<\/p>\n<p>Das institutionelle System der Geldw\u00e4schebek\u00e4mpfung hat in den letzten beiden Jahren einige Erweiterungen erfahren. Nach den Anschl\u00e4gen vom 11.9.2001 wurde beim Bundeskriminalamt (BKA) ein \u201eInformationsboard Finanzermittlungen\u201c eingerichtet.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> St\u00e4ndige Beteiligte dieses Gremiums sind neben dem BKA die Landeskriminal\u00e4mter Hessens und Nordrhein-Westfalens, der Bundesnachrichtendienst, das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz, das Zollkriminalamt und das Bundesamt f\u00fcr Finanzdienstleistungsaufsicht. Mit dem Begriff \u201eInformationsboard\u201c versuchen die Initiatoren offenkundig zu kaschieren, dass mit diesem Forum erneut das Trennungsgebot von Polizei und Geheimdiensten durchbrochen wird. Durch die neue Einrichtung sollen die Zusammenarbeit zwischen den Beh\u00f6rden verbessert, der Informationsaustausch beschleunigt, die Informationsbest\u00e4nde zusammengef\u00fchrt und das Fachwissen geb\u00fcndelt werden. Das \u201eInformationsboard\u201c hat operative und strategische Ziele: Operativ geht es um die Identifizierung von \u201eislamistisch extremistischen\/terroristischen T\u00e4terstrukturen\u201c sowie die Initiierung und Unterst\u00fctzung entsprechender Ermittlungen; strategisch sollen neue Ermittlungsans\u00e4tze entwickelt und \u201eggf. erforderliche organisatorische bzw. gesetzgeberische Ma\u00dfnahmen diskutiert werden\u201c.<\/p>\n<p>Durch das \u201eGeldw\u00e4schebek\u00e4mpfungsgesetz\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> wurde das Bundeskriminalamt zur \u201eZentralstelle f\u00fcr Verdachtsanzeigen\u201c. Mit dieser Zentralisierung kam man einer Forderung der \u201eFinancial Aktion Task Force\u201c nach, die seit Jahren eine deutsche \u201eFinancial Intelligence Unit\u201c gefordert hatte. Im September 2002 nahm die neue Dienststelle ihre Arbeit mit 15 Besch\u00e4ftigten auf. Die Meldewege in den Bundesl\u00e4ndern bleiben unber\u00fchrt; das BKA erh\u00e4lt lediglich eine Kopie aller Verdachtsmeldungen.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Nach den Bestimmungen des Gesetzes soll die Zentralstelle die Verdachtsmeldungen sammeln, auswerten und mit anderen Datenbest\u00e4nden abgleichen, die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden \u00fcber ihre Erkenntnisse unterrichten, die Praktiken der Geldw\u00e4sche analysieren sowie einen Jahresbericht und eine Statistik der Verdachtsanzeigen erstellen.<\/p>\n<h4>Vom Verdacht zur Verurteilung<\/h4>\n<p>In Zukunft soll die Zentralstelle verl\u00e4ssliche Daten \u00fcber den Umfang der Verdachtsch\u00f6pfung durch das Geldw\u00e4schegesetz liefern. Bislang liegen solche Daten nur unvollst\u00e4ndig vor. In der nachfolgenden Tabelle sind einige Zahlen zusammengestellt, die Hinweise auf den Umfang der Meldet\u00e4tigkeit und deren unmittelbare strafrechtliche Folgen geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"38\">Jahr<\/td>\n<td width=\"126\">Verdachtsmeldungen nach GwG<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/td>\n<td width=\"126\">Geldw\u00e4sche-Verdachts\u00adf\u00e4lle nach Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS)<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/td>\n<td width=\"126\">Verurteilungen wegen Geldw\u00e4sche nach Strafverfolgungsstatistik<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"38\">1993<\/td>\n<td width=\"126\">ca. 1.000<\/td>\n<td width=\"126\"><\/td>\n<td width=\"126\">3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"38\">1994<\/td>\n<td width=\"126\">3.282<\/td>\n<td width=\"126\">198<\/td>\n<td width=\"126\">16<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"38\">1995<\/td>\n<td width=\"126\">2.935<\/td>\n<td width=\"126\">321<\/td>\n<td width=\"126\">15<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"38\">1996<\/td>\n<td width=\"126\">3.289<\/td>\n<td width=\"126\">349<\/td>\n<td width=\"126\">20<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"38\">1997<\/td>\n<td width=\"126\">3.420<\/td>\n<td width=\"126\">543<\/td>\n<td width=\"126\">21<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"38\">1998<\/td>\n<td width=\"126\">3.543<\/td>\n<td width=\"126\">403<\/td>\n<td width=\"126\">25<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"38\">1999<\/td>\n<td width=\"126\">4.137<\/td>\n<td width=\"126\">481<\/td>\n<td width=\"126\">43<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"38\">2000<\/td>\n<td width=\"126\">4.818<\/td>\n<td width=\"126\">730<\/td>\n<td width=\"126\">82<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"38\">2001<\/td>\n<td width=\"126\"><\/td>\n<td width=\"126\">877<\/td>\n<td width=\"126\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Diese Zahlen sind erl\u00e4uterungsbed\u00fcrftig:<\/p>\n<p>Erstens: Die in der Tabelle aufgef\u00fchrten Summen enthalten nur die Verdachtsmeldungen der Finanzinstitute. Zu diesen Zahlen addieren muss man die sonstigen Verdachtsmeldungen, die insbesondere von Zoll und Bundesgrenzschutz, aber auch von anderen Beh\u00f6rden erstattet werden. Der Umfang dieser Meldet\u00e4tigkeit ist insgesamt nicht bekannt. Allein in Baden-W\u00fcrttemberg kamen 2001 zu den 641 Meldungen der Institute (die in der Tabelle enthalten sind), 401 weitere Verdachtsmeldungen.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Der Gesamtumfang der j\u00e4hrlichen Meldungen wird f\u00fcr die Bundesrepublik auf ca. 8.000 gesch\u00e4tzt.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Zweitens: Die Zahlen der PKS resultieren nicht ausschlie\u00dflich aus den Verdachtsmeldungen nach dem Geldw\u00e4schegesetz. Ein Verdacht auf Geldw\u00e4sche kann selbstverst\u00e4ndlich auch durch andere polizeiliche Ermittlungen oder durch eine Strafanzeige etc. entstehen. Die Tabelle darf deshalb nicht so verstanden werden, dass etwa im Jahr 2000 rund 4.800 Verdachtsmeldungen zu 730 Verdachtsf\u00e4llen f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Drittens: Die Zahlen der PKS und der Strafverfolgungsstatistik k\u00f6nnen nicht miteinander verglichen werden, da nicht bekannt ist, in welchem Jahr ein polizeiliches Ermittlungsverfahren zu einer Verurteilung f\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssten die rechtssystematischen Gr\u00fcnde ber\u00fccksichtigt werden, die dazu f\u00fchren k\u00f6nnen, dass eine nachgewiesene Geldw\u00e4sche nicht in der Statistik auftaucht (etwa weil die Geldw\u00e4sche gegen\u00fcber der Vortat zur\u00fccktritt).<\/p>\n<p>Hinsichtlich des Anstiegs \u2013 sowohl der PKS-Zahlen als der Verurteilungen \u2013 ist zu bedenken, dass die Vortatenkataloge erheblich ausgeweitet wurden und seit 1998 auch die Geldw\u00e4sche durch den Vort\u00e4ter selbst unter Strafe gestellt ist. Es ist deshalb wenig plausibel, aus den leichten Steigerungsraten in der Tabelle zu schlie\u00dfen, die Geldw\u00e4sche habe in Deutschland zugenommen oder die Ermittlungsbeh\u00f6rden seien erfolgreicher gewesen. Vielmehr wurden die strafrechtlichen Normen so erweitert, dass die Verdachtsmeldungen eher in Verfahren umgesetzt werden konnten. Trotz dieser \u201eNachbesserungen\u201c bleibt die Diskrepanz zwischen Verdachtsch\u00f6pfung und Sanktionierung eklatant.<\/p>\n<h4>Von der Meldung zur Speicherung<\/h4>\n<p>Die bei den Polizeien eingehenden Verdachtsmeldungen werden zun\u00e4chst einer ersten Pr\u00fcfung unterzogen, die das Ziel hat, alle nach kriminalistischen Kriterien unsinnigen Meldungen auszusortieren. Bei allen anderen f\u00fchrt die Verdachtsmeldung automatisch zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. In Nordrhein-Westfalen wurde 1993 bei allen 157 Verdachtsmeldungen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, aber nur in 17 Verfahren konnte der Verdacht durch die Ermittlungen konkretisiert werden. Bis Ende der 90er Jahre stieg der Anteil der Meldungen, die nicht zu einem Ermittlungsverfahren f\u00fchren, auf ca. 5 %. Aber im Jahr 2001 blieben wiederum nur 9 der 1.486 Verdachtsmeldungen des Landes ohne Ermittlungsverfahren.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Das hei\u00dft, dass die Verdachtsmeldungen der Banken und anderer kriminalistischer Laien zur massenhaften Einleitung von Ermittlungsverfahren f\u00fchren, die \u2013 s. obige Tabelle \u2013 strafrechtlich im Sande verlaufen.<\/p>\n<p>Die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens f\u00fchrt dazu, dass die Staatsanwaltschaften den Vorgang in ein Register eintragen. Obwohl mehrfach von Datenschutzbeauftragten kritisiert, behandeln die Staatsanwaltschaften die Verdachtsmeldungen wie Strafanzeigen und tragen sie routinem\u00e4\u00dfig in das JS-Register ein. Die Konsequenzen dieser Praxis: \u201eF\u00fcr den jeweiligen Betroffenen bedeutet das, dass er in das gleiche Register eingetragen wird, in das er\u00f6ffnete Ermittlungsverfahren eingetragen werden. Als Folge dieser Eintragung gelten unabh\u00e4ngig vom Verfahrensausgang die Aufbewahrungsvorschriften der Justiz. Dies bedeutet, dass im Falle der Einstellung des eingeleiteten Ermittlungsverfahrens eine Mindestspeicherfrist von f\u00fcnf Jahren f\u00fcr die angezeigte Straftat erfolgt\u201c.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Durch die Einrichtung des staatsanwaltschaftlichen Informationssystems sind diese Speicherungen bundesweit abrufbar.<\/p>\n<p>Die Verdachtsmeldungen werden auch in polizeilichen Dateien erfasst. Sofern die Finanzermittler den Eindruck haben, dass die Meldungen einen Bezug zur \u201eOrganisierten Kriminalit\u00e4t\u201c aufweisen, werden sie in der Datei APOK (\u201eArbeitsdatei PIOS Organisierte Kriminalit\u00e4t\u201c, PIOS steht f\u00fcr \u201ePersonen, Institutionen, Objekte, Sachen\u201c) gespeichert. Auf diese Datei haben aber nur die OK-Spezialdienststellen der Polizeien Zugriff. Daneben werden die Verdachtsanzeigen in polizeilichen Arbeitsdateien gespeichert. Sowohl die Speicherungsdauer als auch der Zugriff auf diese Daten scheinen zwischen den L\u00e4ndern zu variieren. In Bayern werden selbst die Meldungen, bei denen eine Straftat eher unwahrscheinlich erscheint, zwei Jahre gespeichert, alle anderen sechs Jahre.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Seit dem 1.9.2000 ist zudem beim Bundeskriminalamt die zentrale \u201eGeldw\u00e4sche-Datei\/Hinweisbearbeitung Geldw\u00e4sche\u201c in Betrieb. Diese Verbund-Datei soll bundesweit der \u201eVorabkl\u00e4rung geldw\u00e4scherelevanter Sachverhalte\u201c dienen, die nationalen Informationen zusammenf\u00fchren und besser auswerten sowie \u201eeine Basis f\u00fcr den internationalen Datenaustausch\u201c bieten.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Seit M\u00e4rz 2000 besteht auch beim Zoll eine spezielle Geldw\u00e4sche-Datei unter dem Namen VHG (\u201eVerdacht, Hinweise, Geldw\u00e4sche\u201c). In die Datei werden s\u00e4mtliche personenbezogenen Angaben aus den dem Zoll bekannt werdenden Verdachtsmeldungen, aus den Bargeldkontrollen des Zolls sowie alle von Zollbeh\u00f6rden \u00fcbermittelten Daten mit Geldw\u00e4schebezug eingestellt \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob es zu weiteren Ermittlungen kommt oder die Personen tats\u00e4chlich der Geldw\u00e4sche beschuldigt werden. Die Angaben in der Datei VHG werden ebenfalls f\u00fcr sechs Jahre gespeichert.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<h4>OK-Bek\u00e4mpfung?<\/h4>\n<p>Die Lagebilder Organisierte Kriminalit\u00e4t geben u.a. an, in wie vielen OK-Verfahren Geldw\u00e4sche polizeilich festgestellt wurde. Mit 171 Verfahren mit Geldw\u00e4sche-Bezug (von 854 OK-Verfahren insgesamt) lag diese Zahl im Jahr 2000 am h\u00f6chsten.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> F\u00fcr die Jahre 1993-97 hat Kilchling die Strafverfahren wegen Geldw\u00e4sche untersucht. Dabei stellte er fest, dass lediglich 9 der ca. 14.000 Verdachtsmeldungen zur einer Verurteilung wegen Geldw\u00e4sche f\u00fchrten. Nur ein einziger Fall der 75 Geldw\u00e4sche-Urteile aus diesen f\u00fcnf Jahren war von der Polizei der \u201eOrganisierten Kriminalit\u00e4t\u201c zugeordnet worden<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> \u2013 wobei nicht klar ist, ob dieser Fall zu den neun geh\u00f6rt, die ihren Ursprung in Verdachtsmeldungen hatten. Bisher haben die Geldw\u00e4sche-Bek\u00e4mpfer die Achillesferse noch nicht getroffen.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> s. die \u00dcbersicht bei Kilchling, M.: Deutschland, in: Ders. (Hg.): Die Praxis der Gewinnabsch\u00f6pfung in Deutschland, Freiburg i. Br. 2002, S. 19-82 (70). Diese Angaben sind missverst\u00e4ndlich: Bereits 1994 bestanden bei allen Landeskriminal\u00e4mtern, dem Bundeskriminalamt und dem Zollkriminalamt besondere Stellen, die mit der Entgegennahme der Verdachtsanzeigen und nachfolgenden (Finanz-)Ermittlungen befasst waren, s. K\u00f6rner, H.H.; Dach, E.: Geldw\u00e4sche, M\u00fcnchen 1994, S. 82 f.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Nordrhein-Westfalen, Innenministerium: Pressemitteilung v. 4.11.2001<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Bundeskriminalamt: Jahresbericht Wirtschaftskriminalit\u00e4t 2001, www.bka.de\/lagebe\u00adrichte wi\/bl2001wirtschaftskriminalitaet.pdf, S. 197 f.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Gesetz zur Verbesserung der Bek\u00e4mpfung der Geldw\u00e4sche und der Finanzierung des Terrorismus (Geldw\u00e4schebek\u00e4mpfungsgesetz) v. 8.8.2002, BGBl. I, S. 3105 (\u00a7 5 (neu) GwG)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Bundesministerium des Innern: Pressemitteilung v. 4.9.2002<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Kilchling a.a.O. (Fn. 1), S. 38; f\u00fcr 1993: Tagesspiegel v. 23.3.1994; ab 1997: Bundesverband Deutscher Banken: Bankenbericht 2002, www.bankenbericht.de\/pdf\/Fachbeitr\u00e4ge. pdf, S. 83<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Kilchling a.a.O. (Fn. 1), S. 35; ab 1999: Bundeskriminalamt (Hg.): Polizeiliche Kriminalstatistik 1999, 2000, 2001, Wiesbaden 2000-2002<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> recht 1997, H. 3, S. 43; ab 1995: Bundesverband Deutscher Banken a.a.O. (Fn. 6), S. 83<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Baden-W\u00fcrttemberg, Landeskriminalamt: Verfahrensunabh\u00e4ngige Finanzermittlungen in Baden-W\u00fcrttemberg. Lagebild 2001, www.polizei-bw.de\/berichte\/Lbild%202001.pdf, S. 5 u. 7<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Kilchling a.a.O. (Fn. 1), S. 35<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> streife 2000, H. 7-8, S. 25; Nordrhein-Westfalen, Landeskriminalamt: Lagebild Finanz\u00adermittlungen 2001, www.lka.nrw.de\/aktuell\/lagebilder\/lagefinanz2001.pdf<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Berliner Beauftragter f\u00fcr Datenschutz und Akteneinsicht: Jahresbericht 2000, Berlin 2001, S. 46<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Der Bayerische Landesbeauftragte f\u00fcr den Datenschutz: 17. T\u00e4tigkeitsbericht 1996, www. datenschutz-bayern.de\/home.htm, Kap. 5.3.2<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Bundeskriminalamt: Lagebild Wirtschaftskriminalit\u00e4t 2000, in: www.bundeskriminal\u00adamt.de\/lageberichte\/wi\/BL2000Text.pdf, S. 179<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Bundesbeauftragter f\u00fcr den Datenschutz: 18. T\u00e4tigkeitsbericht 1999-2000, www.bfd. bund.de\/information\/18tb9900.pdf, Kap. 13.2<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Kilchling a.a.O. (Fn. 1), S. 35; f\u00fcr 1999-2001 s. die Kurzfassungen der OK-Lagebilder unter: www.bka.de [Kriminalit\u00e4tslage\/PSB \u2013 Organisierte Kriminalit\u00e4t]<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Kilchling a.a.O. (Fn. 1), S. 55 f. (zwei der 75 F\u00e4lle konnten nicht \u00fcberpr\u00fcft werden)<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Norbert P\u00fctter Die Geldw\u00e4sche gilt unter Kriminalstrategen noch immer als die \u201eAchillesferse der Organisierten<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,80],"tags":[309,590,671,673],"class_list":["post-7053","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-074","tag-bundeskriminalamt","tag-fatf","tag-geldwaesche","tag-gemeinsame-ermittlungsgruppen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7053","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7053"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7053\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7053"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7053"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7053"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}