{"id":7247,"date":"2001-08-08T17:56:18","date_gmt":"2001-08-08T17:56:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=7247"},"modified":"2001-08-08T17:56:18","modified_gmt":"2001-08-08T17:56:18","slug":"gewalt-gegen-polizistinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=7247","title":{"rendered":"Gewalt gegen PolizistInnen"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2000 wurden acht PolizistInnen im Dienst get\u00f6tet. Diese hohe Zahl von Todesf\u00e4llen war Anlass f\u00fcr eine besondere Art von Public-Private-Partnership: Gef\u00f6rdert insbesondere mit den Geldern der Gewerkschaft der Polizei und \u201estrukturell\u201c von der Innenministerkonferenz, untersucht das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen die H\u00e4ufigkeit von Angriffen gegen PolizeibeamtInnen sowie die situativen und personellen Konstellationen, die zu Gewalthandlungen f\u00fchrten. <!--more-->Neben gesichertem empirischen Wissen will die Studie Empfehlungen geben, wie die Sicherheit von PolizistInnen verbessert werden kann. Die Untersuchung ist auf zwei Jahre angelegt; im Mai 2001 wurde ein Zwischenbericht vorgelegt. Zu Grunde lagen ihm Berichte der Innenministerien und die Auswertung von rund 1.000 Frageb\u00f6gen, die von PolizistInnen ausgef\u00fcllt wurden, die zwischen 1985 und 2000 Opfer von Angriffen geworden waren. Die wichtigsten Befunde der repr\u00e4sentativen Stichprobe sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Trotz des Anstiegs im Jahr 2000 hat die Gewalt gegen PolizeibeamtInnen insgesamt abgenommen: verglichen mit den Vorjahren gab es in der zweiten H\u00e4lfte der 90er Jahre weniger durch Angriffe verletzte PolizistInnen, weniger Angriffe mit T\u00f6tungsabsicht und weniger Angriffe mit Schusswaffen auf die Polizei.<\/li>\n<li>Polizeibeamte tragen im Vergleich mit der Normalbev\u00f6lkerung ein erh\u00f6htes Risiko, mit T\u00f6tungsabsicht angegriffen zu werden. Allerdings ist das Risiko, get\u00f6tet zu werden, f\u00fcr PolizistInnen geringer als f\u00fcr die Normalb\u00fcrgerInnen.<\/li>\n<li>Die Angriffe fanden \u00fcberwiegend bei Dunkelheit, im \u00f6ffentlichen Raum und in eher b\u00fcrgerlichen Vierteln statt. Drei Viertel der T\u00e4ter waren deutscher Nationalit\u00e4t; fast immer handelte es sich um M\u00e4nner; \u00fcberwiegend waren die T\u00e4ter alkoholisiert; knapp die H\u00e4lfte war \u201epolizeibekannt\u201c.<\/li>\n<li>Die angegriffenen BeamtInnen waren mehrheitlich auf Funkstreife. Die Angriffsorte galten als ungef\u00e4hrlich. Angriffe mit T\u00f6tungsabsicht entwickelten sich \u00fcberproportional h\u00e4ufig aus Fahrzeugkontrollen und Situationen ohne vorherigen K\u00f6rperkontakt. Die \u00dcberpr\u00fcfung verd\u00e4chtiger Personen, das Verhindern einer Flucht sowie das Ansprechen und Verfolgen von Personen wurden als besonders gef\u00e4hrlich identifiziert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit Spannung darf man den Endbericht erwarten, der in einem Jahr vorliegen soll. Schon jetzt l\u00e4sst sich sagen, dass sowohl das Stereotyp von den besonders gewaltt\u00e4tigen Ausl\u00e4ndern als auch das von der steigenden Gewaltbereitschaft (gegen\u00fcber der Polizei) widerlegt werden konnte. Dass sich trotz dieser Entdramatisierung die Auftraggeber auch in ihrer Aufr\u00fcstungsstrategie (von der Ausstattung mit Schutzwesten \u00fcber die Hand an der Waffe bei Verkehrskontrollen bis zur Einf\u00fchrung von Deformationsmunition) best\u00e4tigt sehen, stimmt allerdings wenig optimistisch.<\/p>\n<p>(Norbert P\u00fctter)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2000 wurden acht PolizistInnen im Dienst get\u00f6tet. 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