{"id":7262,"date":"2001-02-08T18:02:59","date_gmt":"2001-02-08T18:02:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cilip.de\/?p=7262"},"modified":"2001-02-08T18:02:59","modified_gmt":"2001-02-08T18:02:59","slug":"telefonkontrollen-des-bnd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=7262","title":{"rendered":"Telefonkontrollen des BND"},"content":{"rendered":"<p>Die G 10-Novelle veranlasste die PDS-Bundestagsfraktion zu einer Kleinen Anfrage \u00fcber die \u201eEingriffe in das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis in den letzten zehn Jahren\u201c. Im Hinblick auf die Geheimdienste beschreitet die Bundesregierung in ihrer Antwort<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> unbek\u00fcmmert die alten Pfade pauschaler Geheimhaltung. Einige der Fragen bez\u00f6gen sich \u201eauf die Informationserhebung durch die Nachrichtendienste des Bundes und eignen sich daher nicht f\u00fcr eine Beantwortung im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage\u201c. <!--more-->Ansonsten verweist sie auf das Parlamentarischen Kontrollgremium und die G 10-Kommission, die f\u00fcr die Kontrollen zust\u00e4ndig seien. In den beiden Berichten, die das Kontrollgremium in der laufenden Legislaturperiode dem Bundestag vorlegte, finden sich keine nennenswerten Informationen. Im ersten wird lediglich erw\u00e4hnt, das Bundesinnenministerium habe das Kontrollgremium halbj\u00e4hrlich \u00fcber die Ma\u00dfnahmen unterrichtet. Diese Berichte seien \u201ezustimmend zur Kenntnis genommen\u201c worden.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Im j\u00fcngsten Bericht wird immerhin mitgeteilt, dass seit 1996 bestehende \u00dcberwachungsanordnungen im Bereich \u201eProliferation\/Internationaler R\u00fcstungshandel und\u00a0\u00a0 -produktion\u201c mehrfach verl\u00e4ngert wurden. Vom 1.7.1999 bis zum 30.6.2000 wurden 634 Meldungen wegen R\u00fcstungsproduktion und 158 wegen R\u00fcstungshandel als \u201enachrichtendienstlich relevant\u201c ausgefiltert. Keine dieser Meldungen sei an Sicherheits- oder Strafverfolgungsbeh\u00f6rden weitergeleitet worden. Die BND-Fernmelde\u00fcberwachung in den Bereichen \u201eTerrorismus und internationaler Drogenhandel\u201c sei 1998 nicht verl\u00e4ngert worden, da gegenw\u00e4rtig \u201ekeine hinreichenden Erfolge\u201c erwartbar seien.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Den \u201egeringen Ertrag\u201c in diesen Deliktsbereichen hatte die Bundesregierung bereits in ihrer Stellungnahme vor dem Bundesverfassungsgericht einger\u00e4umt. Dort finden sich auch weitere Angaben: Zwischen 1996 und 1998 wurden im Bereich R\u00fcstung \u201e5.200 Meldungen\u201c selektiert, von denen 17 nach der \u201eAuswertung\u201c an das Zollkriminalamt \u00fcbermittelt wurden.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> In der Begr\u00fcndung zum G 10-Gesetz wird ausgef\u00fchrt, dass der BND gegenw\u00e4rtig technisch in der Lage sei, t\u00e4glich 100.000 \u201eTelekommunikationen\u201c zu erfassen und \u201ein die Wortbank\u201c zu leiten. Rund 750 dieser Meldungen w\u00fcrden von oder nach Deutschland gef\u00fchrt. Von diesen enthielten ca. 40 Suchbegriffe aus einer Anordnung, die von den Mitarbeitern des BND \u201einhaltlich und rechtlich gepr\u00fcft\u201c w\u00fcrden. \u201eErfahrungsgem\u00e4\u00df\u201c w\u00fcrden 37 der 40 Telekommunikationen \u201esogleich vernichtet\u201c; im Durchschnitt w\u00fcrden t\u00e4glich ca. 3 Meldungen \u201eder weiteren Auswertung zugef\u00fchrt\u201c.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Somit liest bzw. h\u00f6rt der BND j\u00e4hrlich bei rund 14.000 bis 15.000 ausgefilterten Mitteilungen genauer; ca. 1.000 Meldungen werden der \u201eweiteren Auswertung\u201c unterworfen \u2013 was auch immer das hei\u00dfen mag.<\/p>\n<p>(Norbert P\u00fctter)<\/p>\n<h5><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 BT-Drs. 14\/5463 v 8.3.2001<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 BT-Drs. 14\/3552 v. 8.6.2000, S. 4<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 BT-Drs. 14\/4948 v. 8.12.2000, S. 3<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de, Entscheidung v. 14.7.1999<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 BR-Drs. 54\/01 v. 26.1.2001, S. 32<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die G 10-Novelle veranlasste die PDS-Bundestagsfraktion zu einer Kleinen Anfrage \u00fcber die \u201eEingriffe in das<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[74,146],"tags":[],"class_list":["post-7262","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cilip-068","category-meldungen-inland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7262"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7262\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}