{"id":7443,"date":"2007-02-17T19:10:56","date_gmt":"2007-02-17T19:10:56","guid":{"rendered":"http:\/\/cilip.site36.net\/?p=7443"},"modified":"2007-02-17T19:10:56","modified_gmt":"2007-02-17T19:10:56","slug":"kriminalpraeventive-oeffentlichkeitsarbeit-kompetent-kostenlos-neutral-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=7443","title":{"rendered":"Kriminalpr\u00e4ventive \u00d6ffentlichkeitsarbeit &#8211;\u00a0\u201eKompetent. Kostenlos. Neutral.\u201c[1]"},"content":{"rendered":"<h3>von Hanna Noesselt<\/h3>\n<p><strong>ProPK, das \u201eProgramm Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention des Bundes und der L\u00e4nder\u201c will den Pr\u00e4ventionsgedanken in \u00d6ffentlichkeit, Medien und Polizei verankern; der Erfolg wird an der Bekanntheit seiner Kommunikationsmedien gemessen.<\/strong><\/p>\n<p>Der Ursprung polizeilicher Pr\u00e4ventionsarbeit liegt in der ersten H\u00e4lfte der 60er Jahre. Das kriminalpolizeiliche Vorbeugungsprogramm des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) und nachfolgende Programme anderer L\u00e4nderpolizeien bestanden aus einer Kombination von Presse-, Aushang- und Handzettelaktionen. Koordiniert wurden diese auf Bundesebene von Gremien der Innenministerkonferenz (IMK).<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Mit Wirkung zum 1. Juli 1997 wurde beim Arbeitskreis II der IMK die \u201ePolizeiliche Kriminalpr\u00e4vention des Bundes und der L\u00e4nder\u201d als st\u00e4ndige Untergliederung eingerichtet. S\u00e4mtliche Pr\u00e4ventionsbem\u00fchungen, die \u00fcber die der einzelnen Bundesl\u00e4nder hinausgehen, werden seither von einem drei- gliedrigen Gremienverbund gesteuert.<!--more--><\/p>\n<p>Dieser besteht aus einer Projektleitung (PL), der Kommission Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention (KPK) und der in Stuttgart ans\u00e4ssigen Zentralen Gesch\u00e4ftsstelle (ZGS). Polizeiliche Pr\u00e4ventionsarbeit ist an den Ressourcen und M\u00f6glichkeiten der Polizei orientiert und konzentriert ihre Aktivit\u00e4ten so auf die Verminderung von Tatgelegenheiten, Vermittlung von Expertenwissen und Verhaltensschulung. Dar\u00fcber hinaus soll die Verkn\u00fcpfung von pr\u00e4ventiven und repressiven Mitteln, einen ganzheitlichen Arbeitsansatz gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Die \u201estrategische Ausrichtung\u201c polizeilicher Kriminalpr\u00e4vention wird von der Projektleitung vorgenommen. Beteiligt sind das Bundeskriminalamt (BKA), das Bundesministerium des Innern, jeweils ein Mitglied der AG Kripo<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> und des Unterausschusses F\u00fchrung, Einsatz, Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung (UA FEK)<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> als VertreterInnen der L\u00e4nder, ein Mitglied der Kommission und das baden-w\u00fcrttembergische Mitglied aus dem AK II als VorsitzendeR.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Die Projektleitung orientiert sich bei ihrer Arbeit an Vorschl\u00e4gen aus der Kommission und an den Ergebnissen von Meinungsumfragen (aktuell aus dem Jahr 2002 und 2003, siehe unten). Zudem gibt es Vorst\u00f6\u00dfe aus der Politik, wie die k\u00fcrzlich vom Innenministerium initiierte Projektgruppe zum Thema \u201eAmok\u201c zeigt.<\/p>\n<p>Die \u201ekonzeptionelle Sacharbeit\u201c findet mit VertreterInnen aller Bundesl\u00e4nder und des BKA in der Kommission (KPK) statt. Entsprechend der Vorgaben der Projektleitung entwickelt sie \u201epr\u00e4ventionsbezogene Ma\u00dfnahmen und Konzeptionen\u201d,<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> die sich, unter anderem, aus der Arbeit der auf Landesebene verankerten, thematisch arbeitenden Projektgruppen speisen.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Die Gesch\u00e4ftsstelle koordiniert die Arbeit der beiden Gremien, arbeitet ihnen inhaltlich zu, bereitet die zweimal j\u00e4hrlich stattfindenden Treffen vor und pflegt die Kontakte zu anderen Pr\u00e4ventionstr\u00e4gern.<\/p>\n<h4>Das Programm<\/h4>\n<p>Das \u201eProgramm Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention des Bundes und der L\u00e4nder\u201c ist das Produkt des Gremienverbundes und seine zentrale Aufgabe. Es l\u00e4sst sich wohl am besten als eine Dienstleistungs- und Kommunikationsplattform verstehen. Sein Ziel besteht darin \u201edie Bev\u00f6lkerung, Multiplikatoren, Medien und andere Pr\u00e4ventionstr\u00e4ger \u00fcber Erscheinungsformen der Kriminalit\u00e4t und M\u00f6glichkeiten zu deren Verhinderung aufzukl\u00e4ren.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> \u00dcber eine Webpage (www.polizei-beratung.de), diverse Print- und audiovisuelle Medien, Aktionsleitf\u00e4den und interaktive Lernprogramme soll l\u00e4nder\u00fcbergreifend ein informationelles Fundament bereitgestellt und der pr\u00e4ventionsbed\u00fcrftigen \u00d6ffentlichkeit ein Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr ihre Erkundigungen zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<p>Finanziert wird ProPK durch einen Bund-L\u00e4nder-Etat, \u00fcber dessen Verwendung die Projektleitung entscheidet. Das Jahresbudget lag bis 2004 bei 1,5 Millionen Euro, seit 2005 wurde es auf 1,2 Millionen Euro reduziert. Ca. 350.000 Euro gehen als Personalkostenzuschuss an das Land Baden-W\u00fcrttemberg bzw. werden als Leistungen f\u00fcr die Werbeagentur und den Verlagsvertrieb verwandt. Eine genauere Aufstellung der Mittelverwendung will die ZGS der \u00d6ffentlichkeit nicht zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<h4>Die Adressaten<\/h4>\n<p>Neben der breiteren Zielgruppe \u00d6ffentlichkeit richtet sich ProPK gleicherma\u00dfen an die Polizei und die Medien. Kommunale und regionale Polizeidienststellen sollen \u201edurch Bereitstellung von Medien und Konzepten sowohl bei der klassischen Beratungs- und Vorbeugungsarbeit als auch im Rahmen der Mitwirkung an \u00fcbergreifend angelegten Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen\u201c unterst\u00fctzt werden.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> So gibt es sowohl auf L\u00e4nder- als auch auf kommunaler Ebene Pr\u00e4ventionsbeauftragte, die daf\u00fcr Sorge zu tragen haben, ProPK bekannt und PolizistInnen in ihrem Alltagshandeln pr\u00e4ventionskompetent zu machen. \u00dcber Seminare und Fortbildungen soll polizeiliches F\u00fchrungspersonal eingebunden, qualifiziert und der Pr\u00e4ventionsgedanke auch von oben strukturell verankert werden. F\u00fcr den internen Gebrauch gibt es multimedial aufbereitete Informationen, beispielsweise zu Opferschutz und Opferhilfe und ein Pr\u00e4ventionshandbuch.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Auf inhaltlicher Ebene befasst sich ProPK mit einer recht gro\u00dfen Bandbreite von Ph\u00e4nomenen, die von sexuellem Missbrauch und Internetkriminalit\u00e4t \u00fcber Gewalt von Jugendlichen, Einbruchschutz und Zivilcourage bis hin zu Gewalt im Pflegebereich, Betrugsdelikten und Gefahren im Alter reicht. Vielf\u00e4ltig wird informiert, gewarnt und nahegelegt. Nach eigener Einsch\u00e4tzung decken Pr\u00e4ventionsmedien bereits einen \u201eGro\u00dfteil der relevanten Kriminalit\u00e4tsfelder\u201d ab.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Eine weitere ausgewiesene Zielgruppe sind JournalistInnen, angestrebt wird \u201ekriminalpr\u00e4ventiver Journalismus\u201d. Soweit es die Mittel erlauben, veranstaltet ProPK Seminare, die MedienvertreterInnen in sensibler und nicht-rei\u00dferischer Kriminalit\u00e4tsberichterstattung anleiten und sie dazu motivieren sollen, das Individuum mit Pr\u00e4ventionsvernunft zu versorgen: \u201eNiemand m\u00f6chte sein Lebensbild von Ruhe und Behaglichkeit gest\u00f6rt sehen \u2013 auch nicht durch pr\u00e4ventive Informationen, die zu einer richtigen Vorsorge geh\u00f6ren w\u00fcrden.\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Deshalb r\u00e4t der \u201eLeitfaden f\u00fcr eine wirkungsvolle Pressearbeit\u201c den Medien, \u201eSicherheitsinformationen und Pr\u00e4ventionstipps\u201c so aufzubereiten, dass sie \u201eder Bev\u00f6lkerung konkrete Ratschl\u00e4ge und damit Nutzwert vermitteln.\u201c Zwei Vorschl\u00e4ge, wie Pressemitteilungen zu gestalten seien: \u201eGestern zwei neue Einbr\u00fcche in der Linsenbergstra\u00dfe \u2013 der aktuelle Rat Ihrer Polizei: Schlie\u00dfen Sie Balkon- und Terrassent\u00fcren am Abend richtig ab!\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> und \u201eWer steckt hinter den neuen Einbr\u00fcchen in der Linsenbergstra\u00dfe? Auf was haben es die T\u00e4ter abgesehen? Und was kann jeder von uns noch heute tun, um sein Hab und Gut wirksam zu sch\u00fctzen? Die wichtigsten Informationen erhalten Sie exklusiv von Ihrer Polizei!\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>So wird auf \u00fcber 20 Seiten das Bild eines leicht minderbemittelten Medienkonsumenten gezeichnet: \u201eSchrecken und R\u00fchrung sind die beiden Pole menschlichen Gef\u00fchls, um das sich ein Hauptinteresse des Medienkonsumenten dreht.\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> An manchen Stellen bekommt das Unterfangen absurde Z\u00fcge: \u201eVorsicht vor der Synonymitis! \u201aIsarmetropole\u2018 und \u201aSpree-Athen\u2018 sind so abgelutscht wie nur irgendwas.\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Alle drei Monate wird neben dem B\u00fcrger-Newsletter ein speziell an JournalistInnen gerichteter Newsletter herausgegeben, der diese mit aktuellen \u201eVorbeugungstipps\u201c versorgt. <a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<h4>Strategien<\/h4>\n<p>Die Kriminalpr\u00e4ventive \u00d6ffentlichkeitsarbeit bedient sich verschiedener Strategien, \u00fcber die eine Pr\u00e4ventionswirkung erzielt werden soll: Mit dem Ziel Tatgelegenheiten zu vermindern, werden potenzielle Opfer mit polizeilichem Expertenwissen, in der Regel in Form von \u201eSicherheitstipps\u201c, versorgt. Die Brosch\u00fcren teilen mit, welche Sicherheitstechniken zum Schutz von Eigentum oder physischer Integrit\u00e4t als notwendig, sinnvoll oder als \u00fcbertrieben erachtet werden \u2013 der Tenor: Sicherheitst\u00fcren ja, Vernebelungsger\u00e4te nein.<\/p>\n<p>Menschen mit Erziehungsauftrag werden in ihrer Vermittlungsrolle angesprochen. So sollen sie ihre Schutzbefohlenen vor der schiefen Bahn, zum Beispiel vor Drogen oder Gewaltanwendung und vor \u00dcbergriffen, sch\u00fctzen. Mit einer Mischung aus Sachinformation (Was sind Snuffvideos, wie wirken Drogen), Verhaltensvorschl\u00e4gen (Wie spreche ich mit meinen Kindern, wie viel Fernsehen ist gut) und Kontrolltipps (Technische Jugendschutzprogramme f\u00fcrs Internet, Erkennungsm\u00f6glichkeiten von verd\u00e4chtigen Verhaltensweisen) sollen sie bef\u00e4higt werden, aufgekl\u00e4rt und angemessen auf die jeweilige Problemsituation zu reagieren, um die Kinder und Jugendlichen vor selbst- oder fremdsch\u00e4digendem Verhalten zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt ist das, was als verhaltensorientierte Pr\u00e4vention bezeichnet werden kann. Sie richtet sich, wie die \u201eAktion-tu-was\u201d zu Zivilcourage<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> zeigt, zwar auch an Erwachsene. Prim\u00e4r soll jedoch Kindern und Jugendlichen gezeigt werden, was richtiges und was falsches Verhalten ist. Auf der speziell f\u00fcr sie eingerichteten Webpage www.time4teen.de ist zu lernen, dass wir \u201eohne feste Regeln schnell im Chaos landen\u201c oder was zu tun ist, wenn \u201edu Mist gebaut hast.\u201c Die Botschaft: Was du nicht willst, das man dir tu, das tu nicht, und falls das nicht hilft, \u00fcberzeugt vielleicht das Strafrecht.<\/p>\n<p>Da richtiges Verhalten aber nicht nur eine Frage des Wissens ist, gibt es f\u00fcr Spiel und \u00dcbung verschiedene partizipationsorientierte Angebote: das Computerspiel \u201eLuka und das geheimnisvolle Silberpferd\u201c, Quizze und \u00dcbungen und aktuell: einen Wettbewerb zum Thema \u201eWer klaut ist out \u2013 Wie sag ich\u2019s meinen Freunden.\u201c Ein weiteres Beispiel ist das seit 1997 betriebene Streetballprojekt \u201eMy way fair play\u201c, das der \u201esteigenden Kinder- und Jugendkriminalit\u00e4t\u201c mit \u201ekonkreten Pr\u00e4ventionsvorschl\u00e4gen\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> begegnen soll. Statt rumzuh\u00e4ngen sollen die Kids \u201eohne Ansehen von Herkunft, Bildung, Kleidung und Geldbeutel miteinander &#8230; wetteifern.\u201c<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Tr\u00e4ger der Jugendarbeit sollen die Streetballturniere organisieren. Dies ist Teil des Versuches, \u201e\u00fcbergreifende Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen\u201c umzusetzen, wie es die \u201eLeitlinien Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention\u201c der Projektleitung vorgeben.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<h4>\u201eIch will eine ehrbare Prinzessin werden\u201c<\/h4>\n<p>Pr\u00e4ventionsarbeit kann sich, im Gegensatz zu akutem Eingreifen, an keiner konkreten Tat orientieren und tapst so, bisweilen hilflos, im Dunkel der Kriminalit\u00e4tsursachen. Unabh\u00e4ngig davon, dass das Konzept Pr\u00e4vention grunds\u00e4tzlich hinkt,<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> befremdet ProPK jedoch auch in seiner konkreten Ausgestaltung. Einige Punkte:<\/p>\n<ol>\n<li>Evaluation ist ein wichtiger Bestandteil von Pr\u00e4ventionsarbeit. 2002 gab die Projektleitung eine umfassende Befragung der Bev\u00f6lkerung in Auftrag, im Februar 2003 wurden dann 7.200 PolizistInnen zu ProPK befragt. Die Projektbeschreibungen in den Jahresberichten enden oft mit einem Verweis auf ihre Evaluation. Die Frage lautet jedoch nicht: Erreichen wir das Ziel der Pr\u00e4vention? Sondern: Wie k\u00f6nnen wir unsere Medien an den Menschen bringen? So gibt es \u00d6ffentlichkeitskampagnen f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsarbeit \u2013 ohne dass Inhalt oder Effektivit\u00e4t der Ma\u00dfnahmen weitergehend hinterfragt werden.<\/li>\n<li>Die Homepage und die Kommunikationsmittel sind vielf\u00e4ltig mit Bildern illustriert, \u00fcber 60 werden zum Download angeboten. Diese erinnern in ihrer Klischeelastigkeit jedoch oft an CDU-Wahlkampfplakate: Kriminelle Akte begehende M\u00e4nner, erschreckt oder beh\u00fctet schauende M\u00e4dchen, Frauen und Seniorinnen. Dass ein junger Mann, der mit einem Ball im einen und einem Jungen im anderen Arm durch einen Park geht, als \u201eFremder mit Kind\u201c<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> in der Rubrik Sexualdelikte abgespeichert wird, ist am wenigsten nachvollziehbar.<\/li>\n<li>Dass es auf der time4teen-Homepage trotz zielgruppenspezifischen Layouts und \u201eJugendsprache\u201c etwas moralinsauer zugeht, ist wohl vorprogrammiert. Dar\u00fcber hinaus stellt sich aber zum einen die Frage, ob Jugendliche wie \u201eRolf, der Schl\u00e4ger\u201c, der nach wiederholter Gewaltt\u00e4tigkeit (von elektronischen Beats unterlegt) noch einmal mit einer Bew\u00e4hrungsstrafe davonkommt, ihre Zeit auf polizeilichen Pr\u00e4ventionshomepages verbringen. Zum anderen ist sehr fraglich, ob von Informationen flankierte Floskeln \u2013 \u201eSag \u201aNein\u2018 zur Gewalt. Sie ist kein Argument. Halt dich an die Spielregeln. Lass dich nicht mitrei\u00dfen.\u201c \u2013 Rolf auf den rechten Weg zu helfen verm\u00f6gen.<\/li>\n<li>Der Versuch, Kinder und Jugendliche mit einem frei erh\u00e4ltlichen Computerspiel zu locken, k\u00f6nnte erfolgversprechend sein. Dass die (sowohl als M\u00e4dchen als auch als Junge spielbare) Figur Luka den ausgeliehenen Zeigestock erst zur\u00fcckbringen muss, bevor weiter gespielt werden kann, mag als p\u00e4dagogisch wertvoll erachtet werden. Dass jedoch der Aussage \u201eIch will eine ehrenhafte Lady werden\u201c\/\u201eIch will ein Ritter werden\u201c zugestimmt werden <em>muss<\/em>, ist \u00e4rgerlich. Dieser R\u00fcckgriff auf tradierte Geschlechterrollen zur Kommunikation von Werten und Normen ist so unkreativ wie \u00fcberfl\u00fcssig und nur eine Facette nicht existenter feministischer Reflexion polizeilicher Pr\u00e4ventionsarbeit.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Alles in allem d\u00fcrfte ProPK vor allem durch seine weitgehende Irrelevanz hervorstechen. Wenn es Menschen davon abh\u00e4lt, sich Nebelmaschinen an die Haust\u00fcr zu bauen, ihnen weiterhilft seri\u00f6se von unseri\u00f6sen Postwurfsendungen zu unterscheiden und Eltern dazu bringt, ihren Kindern Zeit, Aufmerksamkeit und Freiraum zu widmen \u2013 wie sch\u00f6n w\u00e4re das. Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention verstanden als eine kritische und politische Auseinandersetzung mit Kriminalit\u00e4t und ihren Folgen \u2013 das w\u00e4re auch sch\u00f6n.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> www.polizei-beratung.de<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> P\u00fctter, N.: Polizei und kommunale Kriminalpr\u00e4vention, Frankfurt\/M. 2006, S. 83<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Die AG Kripo ist die beim BKA angesiedelte Arbeitsgemeinschaft der LeiterInnen der Landeskriminal\u00e4mter und des Bundeskriminalamts.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Unterausschuss des AK II<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Baden-W\u00fcrttemberg nimmt als Kompensation f\u00fcr die Beherbergung der Gesch\u00e4ftsstelle den Vorsitz ein.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Kommission Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention, Jahresbericht 2005, Stuttgart 2006, S. 4<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> ebd., S. 34 ff.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> www.polizei-beratung.de\/profil\/propk_image<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Projektleitung Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention: Leitlinien Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention, Stuttgart 1998, Punkt 2.5<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> KPK, Jahresbericht 2004, Stuttgart 2005, S. 5<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> PL: Positionspapier der PL \u201eStrategie\u201c zur strategischen Weiterentwicklung des Programms Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention, Stuttgart 2005, S. 1<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Zentrale Gesch\u00e4ftsstelle Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention: Leitfaden f\u00fcr eine wirkungsvolle Pressearbeit, Stuttgart 2006, S. 3<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> ebd., S. 5<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> ebd.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> ebd., S. 15<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> ebd., S. 12<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> www.polizei-beratung.de\/presse\/newsletter<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> www.aktion-tu-was.de<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> www.polizei-beratung.de\/aktionen\/streetball<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> ebd.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> PL : Leitlinien Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention, Stuttgart 1998, Punkt 2.4<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> siehe den einleitenden Beitrag von Norbert P\u00fctter in diesem Heft<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> www.polizei-beratung.de\/presse\/downloads\/pressebilder\/sexualdelikte<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Hanna Noesselt ProPK, das \u201eProgramm Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention des Bundes und der L\u00e4nder\u201c will den<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,92],"tags":[309,346,882,1155],"class_list":["post-7443","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-086","tag-bundeskriminalamt","tag-bundeslaender","tag-kriminalpraevention","tag-pressearbeit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7443","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7443"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7443\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7443"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7443"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7443"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}