{"id":7520,"date":"2008-07-17T20:34:11","date_gmt":"2008-07-17T20:34:11","guid":{"rendered":"http:\/\/cilip.site36.net\/?p=7520"},"modified":"2008-07-17T20:34:11","modified_gmt":"2008-07-17T20:34:11","slug":"literatur-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=7520","title":{"rendered":"Literatur"},"content":{"rendered":"<h4>Zum Schwerpunkt<\/h4>\n<p>Von der \u201eSicherheitsarchitektur\u201c sprechen die Experten der Inneren Sicherheit erst seit diesem Jahrzehnt. Polizei und Geheimdienste \u2013 mitunter auch die Bundeswehr \u2013, Katastrophen- und Zivilschutz, die Apparate der L\u00e4nder und des Bundes, n\u00e4her zusammenzubringen, zu fusionieren, Informationsaustausch und Amtshilfe zu intensivieren, neue Formen der Kooperation zu schaffen \u2013 das geh\u00f6rt seither zum Repertoire der \u201eVision\u00e4re\u201c Innerer Sicherheit. Wie in fr\u00fcheren Jahrzehnten, man denke an die Vorstellungen Horst Herolds und die zur selben Zeit beschlossenen Programme der Innenministerkonferenz, besteht auch heute eine erhebliche Diskrepanz zwischen jenen Pl\u00e4nen und dem, was politisch-administrativ auf den Weg gebracht wird. Aber die Vordenker, gerade weil sie keine taktischen R\u00fccksichten nehmen m\u00fcssen, verweisen h\u00e4ufig deutlicher auf die den realen Ver\u00e4nderungen zugrunde liegenden Entwicklungen.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Werthebach, Eckart:<\/strong> <em>Idealtypische Organisation innerer und \u00e4u\u00dferer Sicherheit, Berlin 2002 (www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xbcr\/SID-0A000F0A-C 2BF0CCE\/bst_engl\/GutachtenWerthebach.pdf)<\/em><\/p>\n<p><strong>Werthebach, Eckart:<\/strong> <em>Deutsche Sicherheitsstrukturen im 21. Jahrhundert, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament 2004, H. 44, S.\u00a05-13<\/em><\/p>\n<p>Der vormalige Pr\u00e4sident des Bundesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz und ehemalige Berliner Innensenator hat 2002 f\u00fcr die \u201eTask Force Zukunft der Sicherheit\u201c ein Gutachten erstellt, das alle Elemente vereint, die in der Diskussion um die neue \u201eSicherheitsarchitektur\u201c auftauchen: In der \u201eSchwachstellenanalyse\u201c werden \u201evertikale und horizontale \u00dcbermittlungsdefizite, Auswertungsfehler, unvollst\u00e4ndige oder fehlerhafte Lagebilder und letztlich der Verlust von (polizeilichen) Ermittlungsans\u00e4tzen\u201c diagnostiziert. Das \u201eGeheimnis erfolgreicher pr\u00e4ventiver Staatsschutzarbeit\u201c sei jedoch, die Vielzahl von Informationen \u201ean einer Stelle zu b\u00fcndeln, zu vergleichen und auszuwerten\u201c. Ein \u201eidealtypisches Modell\u201c m\u00fcsse deshalb die \u201eSt\u00e4rkung zentralistischer Organisationsformen\u201c ber\u00fccksichtigen. Werthebach schl\u00e4gt vor, im Bundeskanzleramt einen Sicherheitsberater zu installieren, der sowohl Bundesnachrichtendienst (BND), Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (BfV) und den Staatsschutz des Bundeskriminalamtes (BKA) als auch die Bund- und L\u00e4nderbeh\u00f6rden des Bev\u00f6lkerungsschutzes koordinieren soll. Eine gemeinsame Datenbank von BND, BfV und BKA \u201eislamistischer Terrorismus\u201c sei unumg\u00e4nglich. Das Zollkriminalamt, der Bundesgrenzschutz und der Milit\u00e4rische Abschirmdienst m\u00fcssten verpflichtet werden, alle Informationen zum \u201eislamistischen Terrorismus\u201c an eine der drei die Datei betreibenden Beh\u00f6rden weiterzugeben. In diesem Zusammenhang m\u00fcsse das Recht auf informationelle Selbstbestimmung anders gewichtet (!) werden. Ein \u201egravierender Mangel\u201c resultiere aus dem Umstand, dass es 17 selbst\u00e4ndige Verfassungsschutzbeh\u00f6rden in Deutschland gibt. Werthebach schl\u00e4gt vor, die Landes\u00e4mter auf sechs oder \u201eh\u00f6chstens sieben\u201c zu reduzieren. Das BKA m\u00fcsse mit der \u201eInitiativermittlungskompetenz &#8230; zum Zwecke pr\u00e4ventiver Terrorismusabwehr\u201c ausgestattet werden. Der \u201eEinsatz der Bundeswehr im Innern\u201c m\u00fcsse \u201ezum Schutz enumerativ zu bestimmender Anlagen\u201c erlaubt werden. In der 2004 ver\u00f6ffentlichten \u00dcberarbeitung seiner Vorstellungen fordert Werthebach dar\u00fcber hinaus \u201eein unmittelbares Zugriffs- und \u00dcbernahmerecht\u201c f\u00fcr BKA und BfV in \u201ebesonders wichtigen Ermittlungsverfahren und operativen nachrichtendienstlichen Ma\u00dfnahmen\u201c. Neben der Zusammenlegung von Verfassungsschutz\u00e4mtern sei auch eine \u201eZusammenfassung von Landeskriminal\u00e4mtern &#8230; sehr zweckdienlich\u201c.<\/p>\n<p><strong>Bund Deutscher Kriminalbeamter:<\/strong> <em>Sicherheitsarchitektur des Bundes. Modellentwicklung f\u00fcr eine Neuorganisation der kriminalpolizeilichen Sicherheits\u00adkomponenten des Bundes, Rheinbach 2004<\/em><\/p>\n<p>In seinem Modellvorschlag f\u00fcr eine Organisation der Sicherheitsbeh\u00f6rden des Bundes beschr\u00e4nkt sich der BDK auf die Kriminalpolizei. Im Vorwort des Bundesvorsitzenden wird allerdings deutlich, dass die Kriminalisten eine St\u00e4rkung des Bundes auch insgesamt bef\u00fcrworten. Ausgangspunkt des Papiers ist das \u201eNebeneinander\u201c von \u2013 in der Z\u00e4hlweise des BDK \u2013 f\u00fcnf kriminalpolizeilichen Organisationen: Bundeskriminalamt, Kriminalpolizeien der L\u00e4nder, Inspektionen des Bundesgrenzschutzes, Zollfahndung und \u201eFinanzkontrolle Schwarzarbeit\u201c des Zolls. Den \u201eKompetenzwirrwar auf Bundesebene\u201c m\u00f6chte der BDK durch eine \u201eSicherheitsorganisation des Bundes mit eigenst\u00e4ndigen, aber vernetzten schutz- und kriminalpolizeilichen S\u00e4ulen\u201c beenden. Unter der Leitung eines \u201eBundespolizeipr\u00e4sidenten\u201c soll die Polizei des Bundes in drei Sparten gegliedert werden: Schutzpolizei, Kriminalpolizei und ein Bundeskriminalamt, das als Zentralstelle mit Koordinations- und Servicefunktionen ohne Ermittlungszust\u00e4ndigkeiten zu gestalten sei. Die Schutzpolizei sollte aus Grenz-, Bereitschafts- und Bahnpolizei sowie K\u00fcstenwache, Luftsicherheit, Personen- und Objektschutz sowie internationalen \u201epr\u00e4ventivpolizeilichen Missionen\u201c bestehen. Zur \u201eKriminalpolizei des Bundes\u201c, die einem \u201eBundeskriminaldirektor\u201c zu unterstellen sei, sollten die Kriminalisten von BKA, BGS und Zoll sowie die ausw\u00e4rtigen \u201ekriminalpolizeilichen Missionen\u201c zusammengefasst werden.<\/p>\n<p><strong>Adam, Rudolf Georg:<\/strong> <em>Fortentwicklung der deutschen Sicherheitsarchitektur \u2013 Ein nationaler Sicherheitsrat als strukturelle L\u00f6sung?, in: Sicherheit + Stabilit\u00e4t 2006, H. 1, S.\u00a038-50 (als Manuskript: www.dgap.org\/bfz2\/veranstaltung\/Rede<br \/>\n_Adam_060113.pdf)<\/em><\/p>\n<p>Ausgangspunkt des Vortrags, den der Pr\u00e4sident der Bundesakademie f\u00fcr Sicherheitspolitik (und fr\u00fchere Vizepr\u00e4sident des Bundesnachrichtendienstes) auf dem \u201eBerliner Forum Zukunft\u201c im Januar 2006 hielt, bildet der \u201eneue Sicherheitsbegriff\u201c: \u201eWir k\u00f6nnen Sicherheit weder prim\u00e4r milit\u00e4risch noch prim\u00e4r polizeilich fassen. Die Trennung zwischen \u00e4u\u00dferer und innerer Sicherheit verschwimmt zunehmend.\u201c Strategisch m\u00fcsse es darum gehen, \u201eein neues, m\u00f6glichst selbsttragendes Gleichgewicht und Stabilit\u00e4t zu schaffen\u201c. Was Adam dann an konkreten Vorschl\u00e4gen unterbreitet, stammt aus dem herk\u00f6mmlichen Repertoire aller Zentralisten: Die Vernetzung von Beh\u00f6rden sei eine \u201eunentbehrliche Methode\u201c, aber \u201ees muss ein gemeinsames strategisches Ziel vorgegeben sein\u201c. Nach seinen Vorstellungen soll dieses Ziel im Kanzleramt formuliert werden. Deshalb regt er eine Verfassungs\u00e4nderung an, die dem Kanzler die Kommandogewalt \u201ebei den Verteidigungsf\u00e4llen der Zukunft, also den milit\u00e4risch relevanten Kriseneins\u00e4tzen\u201c \u00fcbertr\u00e4gt. Zweitens, als \u201enaheliegendste und effektivste L\u00f6sung\u201c bewertet, schl\u00e4gt er vor, den Bundessicherheitsrat in ein Instrument der \u201estrategisch-sicherheits\u00adpoli\u00adtischen Willensbildung der Bundesregierung\u201c umzugestalten. Sofern und solange dies nicht m\u00f6glich ist, schl\u00e4gt Adam eine im Kanzleramt zu bildende \u201estrategische Planungs- und Koordinierungseinheit\u201c vor, die keine f\u00f6rmlichen Kompe\u00adtenzen habe und deshalb durch \u201ekonzeptionelle Initiative und Autorit\u00e4t\u201c \u201eSt\u00e4rke\u201c entfalten m\u00fcsse. Dass er den Umzug des BND nach Berlin begr\u00fc\u00dft und BKA und Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz auch gerne ganz in der Hauptstadt s\u00e4he, bedarf kaum einer Erw\u00e4hnung.<\/p>\n<p><strong>Ziercke, J\u00f6rg:<\/strong> <em>Neue Sicherheitsarchitektur f\u00fcr Deutschland. Anmerkungen zu den kriminalpolitischen Reaktionen, in: Kriminalistik 2002, H. 6, S.\u00a0346-351<\/em><\/p>\n<p>Noch in seiner Funktion als Leiter der Polizeiabteilung im schleswig-holsteinischen Innenministerium hat der heutige Pr\u00e4sident des Bundeskriminalamtes ein halbes Jahr nach den Anschl\u00e4gen von New York und Washington den bereits damals kursierenden Umbaupl\u00e4nen eine (vermeintliche) Absage erteilt. \u201eEs ist schon bemerkenswert\u201c, so Ziercke, \u201ewie leichtfertig das Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten und vor allem der Polizeif\u00f6deralismus in Deutschland und damit wesentliche Errungenschaften unseres freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates pl\u00f6tzlich auf den politischen Pr\u00fcfstand gehoben werden.\u201c Es sei \u201enicht gerechtfertigt\u201c, \u201edie Fundamente der Sicherheitsarchitektur in Deutschland &#8230; zur Disposition zu stellen\u201c. W\u00e4hrend Ziercke in institutioneller Hinsicht allein eine St\u00e4rkung von Europol fordert (\u201edeutliche operative Funktionen\u201c), beschr\u00e4nkt er sich f\u00fcr den deutschen Rahmen darauf, das Terrorismusbek\u00e4mpfungsgesetz darzustellen. Mit diesem Paket, so der Tenor, seien institutionelle Ver\u00e4nderungen hinf\u00e4llig. Damals wusste Ziercke noch nicht, dass er in seiner Amtszeit als BKA-Pr\u00e4sident dazu beitragen w\u00fcrde, das Trennungsgebot zur Farce zu degenerieren und die Zentralisierung der Polizeien zu forcieren.<\/p>\n<p><strong>Lange, Hans-J\u00fcrgen:<\/strong> <em>Eckpunkte einer ver\u00e4nderten Sicherheitsarchitektur f\u00fcr die Bundesrepublik. Gutachten, in: Polizei &amp; Wissenschaft 2005, H. 4, S.\u00a052-75<\/em><\/p>\n<p>In das Loblied der Zentralisierung stimmt dieses Gutachten, das im Auf\u00adtrag der FDP-Fraktionsvorsitzenden von Bund und L\u00e4ndern erstellt wurde, nicht ein. Die Vorschl\u00e4ge des Autors reichen von den nationalen Polizeien und Geheimdiensten bis zum \u201eeurop\u00e4ischen Sicherheitssystem\u201c, vom Bev\u00f6lkerungsschutz bis zum neuen Sicherheitsbegriff, vom Terrorismus-Abwehrzentrum bis zur parlamentarischen Kontrolle. Im Hinblick auf die \u201eArchitektur\u201c im Innern pl\u00e4diert Lange f\u00fcr eine R\u00fcckf\u00fchrung der Aufgaben der Bundespolizeien auf ihre jeweiligen sonderpolizeilichen Aufgaben, f\u00fcr die Entflechtung der Aufgaben von Polizei und Nachrichtendiensten sowie f\u00fcr die Beibehaltung des Trennungsgebots. W\u00e4hrend er dem Einsatz der Bundeswehr im Innern \u201ejede funktionale Begr\u00fcndung\u201c abspricht, fallen die Reformvorschl\u00e4ge im Hinblick auf Polizei und Geheimdiensten moderat aus. Die Dienste sollten aus der Beobachtung \u201eorganisierter Kriminalit\u00e4t\u201c abgezogen werden, um weitere Vermischungen zu verhindern. Das Terrorismus-Abwehrzentrum bewege sich \u201ehart am Rande dessen\u201c, was das Trennungsgebot zulasse. Es sei nur als tempor\u00e4re Einrichtung hinnehmbar. Kontr\u00e4r zur realen Entwicklung sind auch andere Vorschl\u00e4ge: etwa den Personalbestand des BND zu verringern oder das BKA nicht mit Befugnissen zu Initiativermittlungen auszustatten. Die Arbeit des Verfassungsschutzes st\u00e4rker darauf ausrichten zu wollen, \u201emit einer wissenschaftlich fundierten Ana\u00adlysef\u00e4higkeit extremistische Entwicklungen und deren Gr\u00fcnde in der Gesellschaft zu beobachten\u201c, verkennt den spezifischen Sinn eines Inlandsgeheimdienstes. Zwar m\u00f6chte der Autor, dass \u201evon g\u00e4nzlich unterschiedlichen Aufgaben- und Kompetenzprofilen zwischen Polizei und Nachrichtendiensten auszugehen\u201c sei, die Konsequenzen aus einem sol\u00adchen Postulat zieht er jedoch nur halbherzig. Denn zu den Vorfeldermittlungen der Landespolizeien fehlen Aussagen, und eine Einschr\u00e4nkung verdeckter Methoden wird auch nicht angeregt. Insofern bleibt das Gutachten allenfalls auf halbem Wege stehen.<\/p>\n<p><strong>Wiefelsp\u00fctz, Dieter:<\/strong> <em>Die Abwehr terroristischer Anschl\u00e4ge und das Grundgesetz. Polizei und Streitkr\u00e4fte im Spannungsfeld neuer Herausforderungen, Frankfurt am Main (Verlag f\u00fcr Polizeiwissenschaft) 2007, 108 S., EUR 12,90<\/em><\/p>\n<p>In vielen Beitr\u00e4gen hat der innenpolitische Sprecher der SPD-Bun\u00addestagsfraktion in den letzten Jahren gezeigt, wie weit die juristische Interpretationskunst gehen kann, wenn sie eine Grundgesetz\u00e4nderung vermeiden, aber gleichzeitig die Bundeswehr im Innern einsetzen will. Das Urteil des Verfassungsgerichts zum Luftsicherheitsgesetz hat dieser Strategie Grenzen gesetzt, weil ein Einsatz milit\u00e4rischer Waffen im Rahmen der Katastrophenhilfe ohne \u00c4nderung der Verfassung nicht m\u00f6glich scheint. Wiefelsp\u00fctz nimmt mit der vorliegenden Schrift das Urteil zum Anlass, einen eigenen Novellierungsvorschlag zu entwickeln, der die Abwehr von Angriffen aus der Luft oder von See her mit milit\u00e4rischen Mitteln zul\u00e4sst. Deutlich anzumerken ist der Argumentation, dass der Verfasser an der Logik der Abschusserm\u00e4chtigung festhalten will. Mit juristischen Leerfloskeln, wie der, dass bei Zweifeln der Abschuss unterbleiben m\u00fcsse, wird die Illusion gen\u00e4hrt, mit der Bundeswehr lie\u00dfe sich Sicherheit schaffen. Gleichzeitig dehnt der Autor den Verteidigungsbegriff so weit aus, dass die Bundeswehr im Rahmen ihres Verteidigungsauftrags nach bestehender Rechtslage im Inland bereits dann eingesetzt werden soll, wenn sich die \u201e\u2018Hinterm\u00e4nner\u2019\u201c eines Angriffs im Ausland befinden.<\/p>\n<h4>Sonstige Neuerscheinungen<\/h4>\n<p><strong>Behr, Rafael: <\/strong><em>Polizeikultur. Routinen \u2013 Rituale \u2013 Reflexionen. Bausteine zu einer Theorie der Praxis der Polizei, Wiesbaden (VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften) 2006, 211 S., EUR 24,90<\/em><\/p>\n<p>Sechs Jahre nach seiner immer noch lesenswerten Untersuchung zur \u201eCop Culture\u201c hat Rafael Behr ein weiteres Buch zum selben Thema vorgelegt. Der Arbeit liegt keine neue empirische Erhebung zugrunde, sie stellt vielmehr eine Zwischenbilanz seiner Reflexionen \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Polizei- und Polizistenkultur dar. In vier Kapiteln beleuchtet der Autor unterschiedliche Aspekte gegenw\u00e4rtiger Polizeientwicklung aus einer auf die kulturellen Normen und Milieus gerichteten Perspektive: von den Tendenzen der Laiisierung und Kommunalisierung, \u00fcber die \u201eStrukturlogik polizeilicher \u00dcbergriffe\u201c bis zum Verh\u00e4ltnis zu Jugendlichen oder Migranten oder zur Bedeutung von Supervision f\u00fcr eine moderne Polizei. Die Breite der analysierten Sachverhalte und die Art und Weise, wie die kultursoziologische Perspektive f\u00fcr die Polizeiforschung fruchtbar gemacht wird, weisen Behr erneut als profunden Kenner polizeilicher Verh\u00e4ltnisse aus.<\/p>\n<p>Der Band enth\u00e4lt viele zutreffende Beobachtungen und Analysen und ist mit Gewinn zu lesen \u2013 etwa wenn auf die kulturellen Diskrepanzen zwischen dem polizeilichen T\u00e4tigkeitsfeld und der eigenen Lebenswelt hingewiesen wird (S.\u00a042) oder wenn das Konzept des \u201eKorpsgeists\u201c kritisiert wird (S.\u00a094). Allerdings \u00fcberwiegen insgesamt jene merkw\u00fcrdigen Argumentationsfiguren, die offenkundig aus dem subkulturellen Bezugsrahmen resultieren. Dazu geh\u00f6rt z.B. die Stilisierung des \u201eSchutz\u00admanns\u201c, die eher re- als dekonstruiert wird (S.\u00a042 ff.); dazu geh\u00f6rt die fast naive W\u00fcrdigung eines st\u00e4rker gewordenen proaktiv-pr\u00e4ventiven Milieus innerhalb der Polizei (S.\u00a0121); und dazu geh\u00f6rt das Lob der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten, weil diese \u00fcber eine funktional notwendige Subkultur verf\u00fcgten (S.\u00a0147). Diese kulturelle Faszination schl\u00e4gt auch im letzten Kapitel durch, in dem Behr nicht nur f\u00fcr einen \u201einstitutionellen Patriotismus\u201c pl\u00e4diert, durch den die Kluft zwischen den polizeilichen Kulturen geschlossen werden soll, sondern in dem auch \u201eLeits\u00e4tze einer neuen Polizeikultur\u201c formuliert werden (S.\u00a0188 ff.). Sp\u00e4testens hier verwandelt sich die Polizeiforschung in wirklichkeitsfremdes Wunschdenken, das zur polizeilichen Legitimationslehre taugt. Es bleibt zu hoffen, dass das n\u00e4chste Buch Rafael Behrs sich wieder st\u00e4rker dem herrschaftlichen Kontext polizeilicher (Sub-)<br \/>\nKulturen widmen wird.<\/p>\n<p><strong>B\u00fccking, Hans-J\u00f6rg (Hg.): <\/strong><em>Polizeiliche Video\u00fcberwachung \u00f6ffentlicher R\u00e4ume, Berlin (Duncker &amp; Humblot) 2007, 146 S., EUR 78,\u2013<\/em><\/p>\n<p>Der Band enth\u00e4lt die Vortr\u00e4ge einer Tagung der Fachgruppe Recht der Gesellschaft f\u00fcr Deutschlandforschung, die im November 2004 in der Polizei-F\u00fchrungsakademie stattfand. Dem einleitenden Beitrag zur \u201eVideo\u00fcberwachung in Europa\u201c folgen L\u00e4nderberichte zu Gro\u00dfbritannien und den USA sowie zu den Niederlanden. Nach der Schilderung der Rechtslage durch Dirk B\u00fcllesfeld folgen Berichte zur Video\u00fcberwachung (V\u00dc) in Brandenburg und Bielefeld und ein \u00dcberblick \u00fcber die Verbreitung der V\u00dc in Deutschland. Die Aufs\u00e4tze unterscheiden sich in Ausrichtung und analytischer Qualit\u00e4t erheblich. Nur in Leon Hempels Einleitungsbeitrag wird der Blick auf den Wandel staatlicher Herrschaftsformen gewagt, der in der Konjunktur der V\u00dc zum Ausdruck kommt. Der methodische Aufwand, den Manfred Bornewasser und Franziska Schulz in ihrer Untersuchung des brandenburgischen Beispiels zurecht betreiben, steht neben dem schlichten Versuch einer Bestandsaufnahme per Telefoninterview oder der beleglosen Behauptung des niederl\u00e4ndischen Polizeioberrats Willem Krabbenburg: \u201eAuch ist bewiesen, dass die subjektive Sicherheit alleine dadurch zunimmt, dass die Leute wissen, dass es \u00dcberwachungskameras gibt\u201c (S.\u00a057). F\u00fcr den stolzen Preis des Bandes darf man auch in schw\u00e4cheren Passagen etwas mehr erwarten.<\/p>\n<p>(alle: Norbert P\u00fctter)<\/p>\n<p><strong>Button, Mark:<\/strong> <em>Security Officers and Policing. Powers, Culture and Control in the Governance of Private Space, Aldershot (Ashgate) 2007, 205 S., EUR 62,80<\/em><\/p>\n<p>Obwohl die Geschichte des kommerziellen Sicherheitsgewerbes in Kontinentaleuropa und auf den Britischen Inseln \u00e4lter als 100 Jahre ist und mittlerweile eine Vielzahl von Untersuchungen zum Gewerbe auch weltweit vorliegt, sind empirische Untersuchungen zu dem, was die Besch\u00e4ftigten tats\u00e4chlich tun, vergleichsweise rar. Mark Button tr\u00e4gt mit dem vorliegenden Band dazu bei, diese L\u00fccke zu schlie\u00dfen. Nachdem er im ersten Teil die juristischen Grundlagen f\u00fcr das T\u00e4tigwerden kommerzieller Sicherheitsdienste auf privatem Grund und Boden dargelegt hat, wird im zweiten Abschnitt das empirische Material ausgebreitet. Verglichen werden die Niederlassung eines R\u00fcstungsunternehmens (Armed Industries) und ein Shopping Mall-Komplex (Pleasure Southquay), die h\u00f6chst unterschiedliche Herausforderungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten darstellen: W\u00e4hrend auf dem Firmengel\u00e4nde die Hauptaufgabe der Sicherheitskr\u00e4fte darin besteht, (Taschen-)Kontrollen durchzuf\u00fchren, die Ein- und Ausg\u00e4nge des Komplexes zu kontrollieren und sich die Gesichter der R\u00fcstungsarbeiter zu merken, will man mit ihnen nicht in Konflikt geraten, ist die Arbeit im Pleasure Southquay durch gemeinsame Streifeng\u00e4nge mit KollegInnen, den kontinuierlichen Kontakt zur Polizei sowie die st\u00e4ndigen Anfeindungen durch und Konfrontationen mit den Besuchern des Komplexes charakterisiert. Neben diesen Unterschieden weist Button auf die Gemeinsamkeiten hin: schlechte Bezahlung, schlechte Ausbildung, schlechte Aufstiegschancen \u2013 schlechte Laune (die gro\u00dfe Mehrheit der Besch\u00e4ftigten w\u00fcrde den Job gern verlassen).<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen kommerziellen Sicherheitskr\u00e4ften und der Polizei beschreiben die Interviewpartner als eher gut. Button identifiziert Zusammenarbeitstrukturen, die an \u201egrey policing\u201c (Bob Hoogenboom) heranreichen. W\u00e4hrend Polizeikr\u00e4fte vergleichsweise weniger dem Diktat der \u00d6konomie gehorchen m\u00fcssen, sind die privaten Sicherheitskr\u00e4fte st\u00e4ndig mit dem Spagat konfrontiert, einerseits nicht zuviel Sicherheit aus Sicht des Center-Managements zu produzieren (die das Verkaufserlebnis der Kunden und mithin den Profit gef\u00e4hrden k\u00f6nnten), andererseits aber ihren vertraglichen Pflichten gegen\u00fcber ihrem eigentlichen Arbeitgeber, dem kommerziellen Sicherheitsunternehmen, nachkommen zu m\u00fcssen. Jenseits dieser Limitierungen haben die Privaten, das zeigen Buttons Ausf\u00fchrungen zum Umgang mit Kunden insbesondere in den Abend- und Nachtstunden, erhebliche Macht. Dass das auch mit Beschimpfungen und Bedrohungen gegen\u00fcber den Rent-a-cops einher geht, kann wenig \u00fcberraschen und macht Polizei und Sicherheitskr\u00e4fte einmal mehr zu Kollegen. Konsequent bezeichnet Button die kommerziellen Kameraden als \u201ebig fish in little ponds\u201c (S.\u00a0177 ff.), die weitgehend fehlende Regulierung (para-)polizeilicher Bearbeitung des privaten Raums deutet er als Gefahr eines ungleichen Patchwork von Sicherheit in \u00f6ffentlichen und privaten R\u00e4umen (S.\u00a0187).<\/p>\n<p><strong>Rigakos, George S.:<\/strong> <em>Nightclub. Bouncers, Risk, and the Spectacle of Consumption, Montreal (McGill-Queen\u2019s) 2008, 273 S., EUR 25,<\/em><em>\u2013<\/em><\/p>\n<p>\u201eThey are often the violent targets of aggression fuelled by binge drinking and their vetting of populations based on race, class and gender. They are in more need of dental plans, long-term health benefits, wellness plans, and even basic equipment like bullet-proof vests and stab armour than other security employees and even the public police\u201c, so skizziert George Rigakos (Carleton University, Ottawa) die Herausforderungen f\u00fcr Kanadas T\u00fcrsteher in einem Interview (www.policing-crowds.org). \u201eNightclub\u201c geh\u00f6rt zu den vielleicht zw\u00f6lf B\u00fcchern, die sich in den vergangenen Jahren mit dem wachsenden Markt dieser Schrankenw\u00e4rter mit Zugangskontrolle zur Night-time economy in den Zentren der postindustriellen St\u00e4dte auseinandersetzen \u2013 ein Buch zu Deutschlands T\u00fcrstehern ist nicht darunter. In dem Ma\u00dfe, wie sich in der neoliberalen urbanen \u00d6konomie das Konzept der \u201einternationalen\u201c oder \u201e24-Stunden-Stadt\u201c durchsetzt, gewinnt das Nachtleben als profittr\u00e4chtiger Raum an Bedeutung \u2013 dass einige (hochpreisige) Nachtclubs gar Subventionen f\u00fcr ihre Ansiedlung erhalten, verdeutlicht das.<\/p>\n<p>F\u00fcr Rigakos sind T\u00fcrsteher Ausdruck einer sp\u00e4tkapitalistischen Kolonisierung und Kommodifizierung zwischenmenschlicher Beziehungen auf einem Markt des (n\u00e4chtlichen) Spektakels (Guy Debord), das aus der Trias von Sicherheit, Risiko und Konsum besteht. Bis zu zwei Dutzend T\u00fcrsteher pro Schicht versehen in manchen Diskotheken ihren Dienst, entscheiden \u00fcber alle Belange ihres Auftraggebers \u2013 von A wie Alkoholisierungsgrad bis Z wie Zutrittsrecht. Sie bilden Netzwerke mit den staatlichen Polizeikr\u00e4ften \u2013 und tr\u00e4umen h\u00e4ufig davon, einmal deren Laufbahn einschlagen zu k\u00f6nnen. Rund 50 T\u00fcrsteher und fast 200 Polizisten hat Rigakos befragt bzw. befragen lassen (S.\u00a046 f.), Stunde um Stunde in Bars, Diskotheken, Nachtclubs zugebracht und darunter gelitten (S.\u00a0238 ff.), sich mit Dress Codes, (vermeintlichen) Drogen- und Mafiam\u00e4rkten, der Zurschaustellung und Vermarktung von Frauen als \u201ewichtigster Ware und W\u00e4hrung\u201c des Nachtlebens sowie selbst der Bereinigung von Beziehungskrisen durch T\u00fcrsteher sowie mit deren \u00c4ngsten (S.\u00a0108 ff.) auseinandergesetzt: ein Kaleidoskop konkurrierender Club-Clans, deren Mitglieder h\u00e4ufig Studenten sind und f\u00fcr die Rigakos einen, wie er selber sagt, romantischen Glauben hegt: dass sie sich eines Tages gewerkschaftlich organisieren k\u00f6nnten. Zwei Dinge immerhin sprechen daf\u00fcr: das \u201eencroachment of large corporate entertainment agencies buying up nightclubs in urban centers around the world\u201c (S.\u00a0237) reorganisiert die Sicherheitsregime der Night-time economy und f\u00fchrt zu Standardisierungsprozessen. Das ist ein bedeutender Befund in Rigakos Studie. Ein zweiter Befund zeigt, dass mittlerweile alle Provinzen in Kanada sich anschicken, den vigilanten Markt durch Lizenzen und vorgeschriebene Trainings zu regulieren. Das wird dann auch dazu f\u00fchren, dass wir \u00fcber die Zahl dieser \u201einternational proletarian security force\u201c, von der gegenw\u00e4rtig \u201eno one really knows what percentage of them are counted as part of the security numbers\u201c, zumindest f\u00fcr Kanada Klarheit haben. In der zweiten Auflage von \u201eOur Enemies in Blue\u201c (2007: S.\u00a0121 ff.) hat jedoch Kristian Williams f\u00fcr die USA gezeigt, wie wenig seines Erachtens von gewerkschaftlicher Organisierung bei der Polizei zu halten ist, und George wird sich sicher wieder melden, wenn <em>romanticism meets Rigakos<\/em>.<\/p>\n<p>(beide: Volker Eick)<\/p>\n<p><strong>Wirth, Ingo; Geserick, Gunther; Vendura, Klaus:<\/strong> <em>Das Universit\u00e4tsinstitut f\u00fcr Rechtsmedizin der Charit\u00e9 1833-2008, L\u00fcbeck (Verlag Schmidt-R\u00f6mhild) 2008, 162 S., EUR 29,80<\/em><\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des 175-j\u00e4hrigen Bestehens einer eigenen deutschen Rechtsmedizin haben die Autoren die 3., \u00fcberarbeitete und aktualisierte Auflage ihrer Chronik vorgelegt. Akribisch zeichnen sie die Entstehungsgeschichte jener kriminalistischen Disziplin nach, die normalerweise im Verborgenen bleibt: Von der preu\u00dfischen \u201ePraktischen Lehranstalt f\u00fcr die Staatsarzneikunde\u201c bis zum heutigen \u201eInstitut f\u00fcr Rechtsmedizin\u201c; das Leben und Wirken ihrer Gr\u00fcnder und Leiter; die anfangs zum Teil katastrophalen hygienischen Zust\u00e4nde und prominente Leichen, die dort im Lauf der Jahrhunderte unters Messer kamen. Und man merkt, dass die Autoren selbst Pathologen sind. Wo immer sich f\u00fcr eine Aussage Quellenangaben finden lie\u00dfen, sind diese auch ausf\u00fchrlich zitiert. So liest sich das B\u00fcchlein beinahe wie ein gerichtliches Gutachten \u2013 schade. F\u00fcr Spezialisten sicherlich hochinteressant, f\u00fcr allgemein Interessierte aber unwichtig.<\/p>\n<p><strong>Ramelsberger, Annette:<\/strong> <em>Der deutsche Dschihad. Islamistische Terroristen planen den Anschlag, Berlin (Econ Verlag) 2008, 223 S., EUR 16,90<\/em><\/p>\n<p>Eigentlich ist Annette Ramelsberger, politische Reporterin der S\u00fcddeutschen Zeitung, eine ernst zu nehmende Journalistin. Umso erstaunter ist man daher \u00fcber dieses Buch. Detailreich berichtet sie \u00fcber sechs islamistische Anschlagsversuche, die seit 2000 in Deutschland geplant waren \u2013 oder zumindest von hier aus geplant wurden. Offenkundig hatte sie guten Zugang zu Informationen der zust\u00e4ndigen Sicherheitsbeh\u00f6rden. Alle Anschlagspl\u00e4ne jedoch wurden bereits im Vorfeld \u2013 teilweise nach l\u00e4ngerer Observation \u2013 verhindert; Polizei und Geheimdienste scheinen die entsprechende Szene also ganz gut im Blick zu haben. Das allerdings sieht die Autorin nicht oder sagt es zumindest nicht, denn sie will aufr\u00fctteln, da sie der Meinung ist, hierzulande sei man viel zu sorglos. Mag ja so sein, schlie\u00dflich gab es mit London und Madrid auch in Europa schon verheerende Anschl\u00e4ge. Andererseits f\u00e4llt jedoch ebenfalls auf, wie amateurhaft die hiesigen potentiellen Attent\u00e4ter bislang ausger\u00fcstet waren: Bei keinem der Versuche waren professionelle Sprengstoffe im Spiel, sondern sie mussten aus legal zu erwerbenden Substanzen zusammenger\u00fchrt werden \u2013 und auch sonst haperte es m\u00e4chtig an der Logistik. Den \u201edeutschen Dschihad\u201c kann man lesen, wirklich wichtig ist das Buch aber nicht.<\/p>\n<p>(beide: Otto Diederichs)<\/p>\n<h4>Aus dem Netz<\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/gipfelsoli.org\">http:\/\/gipfelsoli.org<\/a><\/p>\n<p>\u201eMeldungen \u00fcber globalisierte Solidarit\u00e4t und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung\u201c: diese \u00dcberschrift der Homepage ist Programm. Der weltweite Protest gegen \u201edie Globalisierung\u201c wird nicht von ewig gestrigen Kirchturmspolitikern getragen, sondern von Menschen, die sich gegen die bestimmte Art der Globalisierung wehren, mit der die Lebensbedingungen der gro\u00dfen Mehrheit rund um den Globus im In\u00adteresse der wenigen reichen Staaten und des weltweit agierenden Kapitals beschnitten werden.<\/p>\n<p>\u201egipfelsoli\u201c bietet eine F\u00fclle von Materialien zu verschiedenen internationalen \u201eGipfeltreffen\u201c. Im Zentrum stehen die Treffen der Staats- und Regierungschefs, die vom R\u00fcckblick auf den G7-Gipfel in Bonn 1985 bis zum Ausblick auf den G8-Gipfel, der im n\u00e4chsten Jahr auf der italienischen Insel Maddalena stattfinden wird, reichen. Neben den Prostesten gegen die Treffen der \u201eGro\u00dfen\u201c 7 oder 8 dokumentiert die Seite auch \u201eGipfeltreffen\u201c der NATO, des Internationalen W\u00e4hrungsfonds, die j\u00e4hrli\u00adche M\u00fcnchener Sicherheitskonferenz und das Davoser Weltwirtschafts\u00adforum.<\/p>\n<p>Am umfangreichsten wird auf der Seite der letztj\u00e4hrige Gipfel in Heiligendamm kommentiert. Hier kann man nicht nur die beiden Kavala-Reporte im Original nachlesen, sondern auch den Bericht des Verteidigungsministeriums \u00fcber die Gipfelbeteiligung der Bundeswehr. Was auf den offiziellen Homepages schon l\u00e4ngst nicht mehr vorhanden ist bzw. nie eingestellt werden wird (\u201eVS \u2013 Nur f\u00fcr den Dienstgebrauch\u201c) stellt \u201egipfelsoli\u201c (weiterhin) im Original bereit. Damit jedeR sich selbst ein Urteil bilde. Das gilt nat\u00fcrlich erst recht f\u00fcr die Darstellung und Reflexion der unterschiedlichen Aktionen und Aktionsformen, f\u00fcr die polizeilichen Strategien sowie f\u00fcr die justitiellen Folgen, die die Tagungen f\u00fcr die Protestierenden (und ganz selten f\u00fcr die eingesetzten PolizistInnen) hatten. Daneben bietet die Seite Dokumentationen vergangener Gipfelproteste \u2013 entweder im Volltext oder zur online-Bestellung.<\/p>\n<p>Die Seite ist nicht nur allen GlobalisierungskritikerInnen zu empfehlen, sondern auch allen, die in Sachen Globalisierungsproteste mitreden wollen.<\/p>\n<p>(Norbert P\u00fctter)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Schwerpunkt Von der \u201eSicherheitsarchitektur\u201c sprechen die Experten der Inneren Sicherheit erst seit diesem Jahrzehnt.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[96,148],"tags":[],"class_list":["post-7520","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cilip-090","category-rezensionen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7520","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7520"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7520\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7520"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7520"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7520"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}