{"id":7543,"date":"2008-12-17T20:58:54","date_gmt":"2008-12-17T20:58:54","guid":{"rendered":"http:\/\/cilip.site36.net\/?p=7543"},"modified":"2008-12-17T20:58:54","modified_gmt":"2008-12-17T20:58:54","slug":"institut-fuer-buergerrechte-oeffentliche-sicherheit-e-v-eine-darstellung-in-eigener-sache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=7543","title":{"rendered":"Institut f\u00fcr B\u00fcrgerrechte &amp; \u00f6ffentliche Sicherheit e.V. &#8211;\u00a0Eine Darstellung in eigener Sache"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit drei Jahrzehnten erscheint \u201eB\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP\u201c. Gegr\u00fcndet als \u201enewsletter on civil liberties and police development\u201c \u2013 daher die Abk\u00fcrzung \u201eCILIP\u201c \u2013, erschien der Informationsdienst in den ersten sieben Ausgaben in deutscher und englischer Sprache.<\/strong><\/p>\n<p>Der Titel kennzeichnete \u2013 und kennzeichnet noch immer \u2013 das Selbstverst\u00e4ndnis der Publikation in dreifacher Weise: Erstens geht es um die Zusammenstellung, Ana\u00adlyse und Bewertung von Informationen in einem Bereich, der traditionell von Geheimhaltung und von Entscheidungen bestimmt ist, die in den Zirkeln der Exekutiven getroffen werden. Zweitens will CILIP der Polizeientwicklung aus einer b\u00fcrgerrechtlichen Perspektive auf den Fersen bleiben. Dabei bleibt der Blick nicht auf die Institution \u201ePolizei\u201c beschr\u00e4nkt, sondern umfasst alle Auspr\u00e4gungen des nach innen gerichteten Gewaltmonopols \u2013 was seit den Anf\u00e4ngen bedeutete, die Geheimdienste ebenso wie die Verflechtungen mit dem Milit\u00e4r zu betrachten. Und drittens \u2013 daf\u00fcr steht der Versuch in englischer Sprache zu erscheinen, der mangels Nachfrage bald eingestellt werden musste \u2013 war bereits in der zweiten H\u00e4lfte der 70er Jahre offensichtlich, dass \u201einnere\u201c Sicherheit immer mehr im westeurop\u00e4ischen, wenn nicht im transatlantischen Kontext verstanden werden muss. Europa, die Europ\u00e4isierung der Inneren Sicherheit ist mittlerweile einer der inhaltlichen Schwerpunkte von CILIP.<!--more--><\/p>\n<p>Die politischen Urspr\u00fcnge von CILIP liegen in der Aufwertung der Apparate und der Politik Innerer Sicherheit in den 70er Jahren. Der Versuch, mit einem Informationsdienst die kritische \u00d6ffentlichkeit mit b\u00fcrgerrechtlich relevanten Informationen und Positionen zu unterst\u00fctzen, war verbunden mit Forschungsprojekten, die an der Freien Universit\u00e4t Berlin stattfanden. Diese Verbindung, personell \u00fcber Prof. Wolf-Dieter Narr, materiell \u00fcber die F\u00f6rderung durch private und \u00f6ffentliche F\u00f6rdereinrichtungen und Stiftungen, besteht bis heute. Die Ergebnisse der Forschungsprojekte sind zum Teil an anderer Stelle, in B\u00fcchern und Aufs\u00e4tzen, ver\u00f6ffentlicht worden; zum Teil haben sie aber ihren Niederschlag auch in den Schwerpunkten von CILIP gefunden.<\/p>\n<p>Seit den Anf\u00e4ngen von CILIP war klar, dass sowohl die Forschungsprojekte wie die Publikation eines Informationsdienstes im Bereich von Polizei, Geheimdiensten und Innerer Sicherheit nur funktionieren k\u00f6nnen, wenn Informationen systematisch gesammelt und aufbereitet werden. Gleichzeitig sollte das \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Archiv ein weiteres wichtiges Hilfsmittel f\u00fcr b\u00fcrgerrechtliche Kritik an den Apparaten und der Politik Innerer Sicherheit sein. Deshalb wurde zeitgleich mit der Gr\u00fcndung von CILIP eine umfangreiche Presse- und Literaturdokumentation aufgebaut, die bis heute fortgef\u00fchrt wird. Die gesamten Best\u00e4nde sind \u00fcber eine systematisierte Schlagwortliste erschlossen, die st\u00e4ndig aktualisiert wird und gegenw\u00e4rtig rund 3.500 Begriffe enth\u00e4lt. Die eingehenden Dokumente werden diesen Begriffen zugeordnet: indem sie entweder in entsprechende Mappen abgelegt (Tageszeitungsartikel, kurze Meldungen und Berichte) oder bibliografisch erfasst und entsprechend verschlagwortet werden.<\/p>\n<p>Obwohl in den letzten Jahren wegen fehlender Mittel K\u00fcrzungen notwendig waren, hat der Umfang der elektronisch zug\u00e4nglichen Dokumente erheblich zugenommen. Gegenw\u00e4rtig werten wir systematisch sechs Tageszeitungen, drei Wochenzeitungen, rund f\u00fcnfzig in- und ausl\u00e4ndische Fachzeitschriften aus den Bereichen Polizei, Geheimdienste, Recht und B\u00fcrgerrechtsgruppen, die Parlamentaria des Bundes, die Dokumente der EU (Rat) sowie die Verfassungsschutz- und Datenschutzberichte des Bundes und der L\u00e4nder aus. Daneben versuchen wir \u201eGraue Literatur\u201c der B\u00fcrgerrechtsbewegung ebenso zu sammeln wie die einschl\u00e4gige monografische (wissenschaftliche) Literatur. In unserem Informationssystem sind gegenw\u00e4rtig 46.000 Dokumente erfasst und recherchierbar; \u201eAltbest\u00e4nde\u201c aus der Zeit von 1975 bis 1987 sind auf Karteikarten erfasst und werden im Moment in das System eingearbeitet. Die nicht elektronisch erfassten Pressebest\u00e4nde haben einen Umfang von ca. 210 laufenden Metern in H\u00e4ngeregisterschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Seit 2005 haben wir begonnen, die Best\u00e4nde der Dokumentation zu digitalisieren, um sie vor dem materiellen Zerfall zu retten und den Platzbedarf zu reduzieren. In einem ersten Schritt wurden Aufs\u00e4tze, Brosch\u00fcren, sonstige \u201eGraue Literatur\u201c und in Form von Kopien vorhandene B\u00fccher gescannt. Rund 13.000 Dokumente aus diesem Bestand stehen mittlerweile im pdf-Format zur Verf\u00fcgung. Gegenw\u00e4rtig ist bereits ein Teil der Zeitschriftenbest\u00e4nde digitalisiert. Au\u00dferdem wurde damit begonnen, den Bestand der Zeitungsausschnitte zu scannen. Mit der Digitalisierung wird nicht nur der Bestand vor dem Verfall bewahrt, sondern seine Nutzung (und ggf. Verbreitung) wird erheblich erleichtert.<\/p>\n<p>CILIP und die Dokumentation waren von Anfang an Unternehmen, die sich \u00f6konomisch nicht rechneten. Da f\u00fcr das Projekt politische und nicht wirtschaftliche Kriterien ma\u00dfgeblich waren, haben wir immer wieder nach Geld und materieller Hilfe Ausschau halten m\u00fcssen. Ende der 80er Jahre war offenkundig, dass \u00f6ffentliche Mittel weniger denn je f\u00fcr unsere Arbeit zur Verf\u00fcgung stehen w\u00fcrden. Wir gr\u00fcndeten deshalb das \u201eInstitut f\u00fcr B\u00fcrgerrechte &amp; \u00f6ffentliche Sicherheit\u201c als einen gemeinn\u00fctzigen Verein, dessen Ziel darin besteht, \u201edie \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Probleme von B\u00fcrgerrechten und \u00f6ffentlicher Sicherheit zu informieren, Ver\u00e4nderungen im Bereich innerer Sicherheitspolitik zu dokumentieren sowie Forschungsvorhaben in diesem Gebiet auszuf\u00fchren\u201c (Satzung). \u00dcber die Mitgliedsbeitr\u00e4ge hat der Verein seit 1990 ma\u00dfgeblich dazu beigetragen, dass CILIP weiter erscheinen und die Dokumentation fortgef\u00fchrt werden konnte. Der Verein hat gegenw\u00e4rtig ca.\u00a070 Mitglieder, deren Beitr\u00e4ge und Spenden bilden eine kleine finanzielle Basis, die die Bezahlung von T\u00e4tigkeiten vor allem im Bereich der Dokumentation erlaubt. Gleichzeitig er\u00f6ffnet uns der Verein M\u00f6glichkeiten der F\u00f6rderung, wie zuletzt durch die Sebastian Cobler Stiftung, oder der Besch\u00e4ftigung von Personen im Rahmen der \u201efreien Arbeit\u201c oder \u201eEin-Euro-Jobs\u201c. Ohne diese Unterst\u00fctzungen w\u00e4re auch CILIP nicht lebensf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Das \u201eInstitut f\u00fcr B\u00fcrgerrechte &amp; \u00f6ffentliche Sicherheit e.V.\u201c erm\u00f6glicht nicht nur CILIP, sondern auch die Fortf\u00fchrung einer einzigartigen, \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Informationsstelle. Durch Spenden und Mitgliedsbeitr\u00e4ge sind wir von keinen \u00f6ffentlichen Stellen abh\u00e4ngig. Deshalb sind wir inhaltlich unabh\u00e4ngig und materiell selbst\u00e4ndig. Der Preis dieser Freiheit ist allerdings, dass wir im st\u00e4ndigen Wettlauf mit dem wirtschaftlichen Bankrott viel Energie verschenken m\u00fcssen. Allen LeserInnen, die die kritische Beobachtung und Kommentierung von Polizei, Geheimdiensten und der Politik Innerer Sicherheit auch materiell unterst\u00fctzen wollen, sagen wir an dieser Stelle ein herzliches \u201eDankesch\u00f6n\u201c. Alle Informationen \u00fcber unsere Arbeit und Ziele, \u00fcber Abonnements, Spenden und Mitgliedschaft finden Sie auf unserer Homepage: www.cilip.de. F\u00fcr weitere Anfragen stehen wir selbstverst\u00e4ndlich zur Verf\u00fcgung (bitte an Redaktion CILIP, E-Mail: info@cilip.de).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit drei Jahrzehnten erscheint \u201eB\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP\u201c. 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