{"id":7615,"date":"2009-12-18T07:41:07","date_gmt":"2009-12-18T07:41:07","guid":{"rendered":"http:\/\/cilip.site36.net\/?p=7615"},"modified":"2009-12-18T07:41:07","modified_gmt":"2009-12-18T07:41:07","slug":"literatur-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=7615","title":{"rendered":"Literatur"},"content":{"rendered":"<h4>Zum Schwerpunkt<\/h4>\n<p>Dass sie gro\u00dfe Publizit\u00e4t suchen, kann man den Akteuren des \u201esicherheitsindustriellen Komplexes\u201c nicht vorwerfen. Das Zusammenwirken von staatlichen F\u00f6rderprogrammen, Forschungseinrichtungen in \u00f6ffentlicher oder privater Tr\u00e4gerschaft, Herstellern von Sicherheit versprechenden G\u00fctern und Dienstleistungen und den Anwendern, die sich von privaten Sicherheitsfirmen \u00fcber das gesamte Spektrum staatlicher Sicherheitsagen\u00adturen \u2013 einschlie\u00dflich des Milit\u00e4rs \u2013 erstrecken, vollzieht sich vielmehr jenseits \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit. Massiv mit Steuermitteln gef\u00f6rdert, legitimiert mit verschiedensten Bedrohungsszenarien (vom Klimawandel \u00fcber ungewollte Migration bis zu terroristischen Gro\u00dfanschl\u00e4gen) und verkn\u00fcpft mit dem Bestreben, im Wettbewerb um den globalen Sicherheitsmarkt ganz vorne zu stehen, entwickelt Europa gegenw\u00e4rtig eine Infrastruktur der \u00dcberwachung, die vom Weltall (Satelliten) bis in die Erbsubstanz (DNA) reicht, die die menschliche Kommunikation (Telefon, Internet, Lauschangriffe) und die Bewegung (Ortung, IMSI-Catcher, RFID, Flugdaten) ebenso umfasst wie Identit\u00e4tspr\u00fcfung oder Zugangskontrollen (Biometrie, IRIS-Scan), die Aufdeckung gef\u00e4hrlicher Substanzen und abnormaler Verhaltensmuster. Der Hightech gest\u00fctzte Sicherheitsmarkt verspricht den einen Profite, den anderen zus\u00e4tzliche Kontrollpotentiale. Zum b\u00fcrgerrechtlichen Gl\u00fcck liegen noch immer Welten zwischen den hochfliegenden Versprechungen und der Wirklichkeit. Aber selbst wenn nur wenig von dem gelingt, woran der sicherheitsindustrielle Komplex gegenw\u00e4rtig laboriert, graut einem vor der \u201egesicherten\u201c Zukunft.<!--more--><\/p>\n<p><strong>European Security Research &amp; Innovation Forum (ESRIF): <\/strong><em>Final Report, Brussels 2009, 324 S. (<a href=\"https:\/\/www.eda.europa.eu\/info-hub\/2009\/12\/01\/Final_Report_of_the_European_Security_Research_and_Innovation_Forum\">www.esrif.eu\/documents\/esrif_final_report.pdf<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Europ\u00e4ischen Sicherheitsforschungs- und Innovationsforums, 2007 von der Kommission und den Mitgliedstaaten eingesetzt, lesen sich wie ein Fahrplan in den \u00dcberwachungsstaat. Die 65 Experten empfehlen verst\u00e4rkte und koordinierte Anstrengungen der Union im Bereich der Sicherheitsforschung. Die Berichte der Arbeitsgruppen zeigen, welchen Feldern diese gelten soll: Kritische Infrastruktur, Grenzkontrollen, Krisenmanagement, Identit\u00e4tskontrollen etc. Dass die am Ende erw\u00e4hnten Datenschutzbedenken (S.\u00a0240) etwa die extensive Anwendung von Interoperabilit\u00e4t zwischen zivilen und milit\u00e4rischen Kr\u00e4ften (S.\u00a0227) aufhalten k\u00f6nnten, kann niemand ernstlich hoffen.<\/p>\n<p><strong>Tziritis, Dimokritos; Pur, Aleksander; Oliveri, Franco:<\/strong> <em>SeBoCom Pre-Study (JRC Scientific and Technical Reports), Luxembourg 2008, 61 S. (<a href=\"http:\/\/publications.jrc.ec.europa.eu\/repository\/bitstream\/JRC48004\/prestudyfinal.pdf\">http:\/\/publications.jrc.ec.europa.eu\/repository\/bitstream\/JRC48004\/prestudyfinal.pdf<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Diese ma\u00dfgeblich von FRONTEX betriebene Vor-Studie hat die Entwicklung einer \u201eSicheren Grenz-Kommunikation\u201c zum Ziel. Die Sicherung der Au\u00dfengrenzen bedarf demnach nicht nur gemeinsamer Rechtsstandards, sondern auch einer \u201eeffektiven, verl\u00e4sslichen, einfach zu bedienenden Infrastruktur, die in der Lage ist, Gespr\u00e4che und Daten sicher von Endverbraucher zu Endverbraucher zu liefern\u201c.<\/p>\n<p><strong>HWWI; Berenberg Bank:<\/strong> <em>Sicherheitsindustrie, Hamburg 2007, 83 S. (www.hwwi.org\/fileadmin\/hwwi\/Publikationen\/Partnerpublikationen\/Berenberg\/Berenberg_Bank_HWWI_Strategie-2030_Sicherheitsindustrie.pdf)<\/em><\/p>\n<p>Das Hamburger WeltWirtschaftsInstitut und die private Berenberg Bank betrachten \u2013 wie nicht anders zu erwarten \u2013 die Sicherheitsindustrie unter wirtschaftlichen Aspekten. Im ersten Teil wird eine Gefahrenanalyse f\u00fcr die Bereiche Kriminalit\u00e4t, Terrorismus und Datensicherheit vorgenommen, im zweiten Teil wird die \u201eGeburt eines Wachstumsmarktes\u201c skizziert. Tenor: Die Sicherheitsbranche k\u00f6nne \u201eganz eindeutig als Zukunftsbranche\u201c identifiziert werden. Neben Sicherheitsdienstleistungen und IT-Sicherheit w\u00fcrden in Zukunft vor allem die \u201eBereiche biometrische Sensorsysteme und Sensoren, unbemannte Fahrzeuge sowie die Authentifizierung von Personen eine zunehmende Rolle spielen\u201c (S.\u00a077).<\/p>\n<p><strong>VDI\/VDE, ASW:<\/strong> <em>Marktpotenzial von Sicherheitstechnologien und Sicherheitsdienstleistungen. Schlussbericht, Berlin 2009, 251 S. (www.asw-online.de\/downloads\/Studie_Sicherheitstechnologien_09.pdf)<\/em><\/p>\n<p>Die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums gefertigte Studie gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die bundesdeutsche Sicherheitsindustrie in verschiedenen Marktsegmenten. Wie aus der Konstellation von Auftraggeber und -nehmer (dem \u201eVerein Deutscher Ingenieure\/Verband der Elek\u00adtrotechnik, Elektronik, Informationstechnik \u2013 Innovation und Technik\u201c und der \u201eArbeitsgemeinschaft Sicherheit der Wirtschaft\u201c) nicht anders zu erwarten, werden Empfehlungen zur Vernetzung, staatlichen F\u00f6rderung, Standardisierung etc. gegeben. Kein Wort, dass es sich um Produkte und Dienstleistungen handelt, die geeignet sind, einer liberalen Demokratie die Luft abzuschn\u00fcren.<\/p>\n<p><strong>OECD:<\/strong> <em>The Security Economy, Paris 2004, 153 S. (<a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/futures\/16692437.pdf\">https:\/\/www.oecd.org\/futures\/16692437.pdf<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Die Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dokumentiert in diesem Band Beitr\u00e4ge einer Tagung von 2003. Neben den Berichten zum Stand einiger Techniken (Biometrie, Galileo, RFID &#8230;) sind die Beitr\u00e4ge von Tilman Br\u00fcck \u00fcber die Bewertung der Sicherheitswirtschaft aus \u00f6konomischer Perspektive und von David Lyon \u00fcber die sozialen Implikationen von \u00dcberwachungstechnologien lesenswert.<\/p>\n<p><strong>Stanley, Jay: <\/strong><em>The Surveillance-Industrial Complex: How the American Government Is Conscripting Businesses and Individuals in the Construction of a Surveillance Society, New York 2004, 47 S. (<a href=\"http:\/\/www.aclu.org\/FilesPDFs\/surveilance_report.pdf\">http:\/\/www.aclu.org\/FilesPDFs\/surveilance_report.pdf<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Dieser im Auftrag der American Civil Liberties Union (ACLU) erstellte Bericht gibt einen kritischen \u00dcberblick \u00fcber die Ausweitung der staatlichen \u00dcberwachung in den USA nach 9\/11. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf dem staatlichen Zusammenf\u00fcgen und Auswerten privat erhobener Daten, die etwa mit den Programmen TIA (Total Information Awareness) oder MATRIX (Multi-State Antiterrorism Information Exchange) betrieben wurden bzw. werden. Im Kapitel \u201ePro-Surveillance Lobbying\u201c werden auch einige Firmen genannt, die von den Forschungsprogrammen der Regierung zum Anti-Terror-Kampf profitierten.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Hayes, Ben: <\/strong><em>Arming Big Brother, Amsterdam 2006, 48 S. (<a href=\"http:\/\/www.statewatch.org\/analyses\/bigbrother.pdf\">www.statewatch.org\/analyses\/bigbrother.pdf<\/a>)<\/em><\/p>\n<p><strong>Hayes, Ben: <\/strong><em>NeoConOpticon, London 2009, 84 S. (<a href=\"http:\/\/www.statewatch.org\/analyses\/neoconopticon-report.pdf\">www.statewatch.org\/analyses\/neoconopticon-report.pdf<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>2006 hat Ben Hayes eine erste Kritik der Sicherheitsforschung der EU vorgelegt. Im ersten Teil von \u201eArming Big Brother\u201c werden der Kontext und die Entstehungsgeschichte des Programms detailliert nachgezeichnet; der Untertitel \u201ea lobbyist dream\u201c trifft den Sachverhalt zutreffend. Der zweite Teil stellt die zum damaligen Zeitpunkt gef\u00f6rderten 24 Projekte vor; 17, so Hayes, werden vom Milit\u00e4r bzw. von R\u00fcstungsfirmen geleitet. Die Kritik des Schlussteils bezieht sich nicht allein auf die Vermischung von milit\u00e4rischer und ziviler Sicherheit und auf das undemokratische Entstehen des Programms, sondern auf die ihm zugrundeliegende Sicherheits-Illusion, die eine Gefahr f\u00fcr die demokratische Kultur in Europa darstelle.<\/p>\n<p>Im letzten Jahr hat Ben Hayes, erneut von Statewatch und dem in den Niederlanden beheimateten Transnational Institute unterst\u00fctzt, ein Update seiner Kritik vorgelegt. Der Titel \u201eNeoConOpticon\u201c ist eine Neusch\u00f6pfung, bestehend aus \u201eneo-conservative\u201c, denn dies sei zutreffender als das gebr\u00e4uchlichere \u201eneo-liberal\u201c, da an den Politiken nichts \u201eLiberales\u201c zu entdecken sei, und den letzten beiden Silben des Benthamschen \u201ePanoptikons\u201c, also des Modells einer vollst\u00e4ndigen, aber einseitigen \u00dcberwachung. Zu Beginn rekapituliert der Autor erneut die Vorgeschichte des EU-Sicherheitsforschungsprogramms, um dann in den Kapiteln IV bis VII verschiedene Felder darzustellen, auf denen der \u201eEU Security-Industrial Complex\u201c auf dem Weg sei, eine \u201efull spectrum dominance\u201c zu errichten. Diesen Ausdruck \u00fcbertr\u00e4gt Hayes aus den Strategiedebatten des US-amerikanischen Milit\u00e4rs. Dort soll er die Kontrolle \u00fcber den Gegner auf allen Ebenen des Schlachtfeldes bezeichnen. Angewandt auf die innere Sicherheit der EU erstrecke sich die komplette Dominanz auf die Grenzen, sie ziele in der Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung auf eine \u201efull spectrum surveillance\u201c, sie markiere im Bereich der \u201eKritischen Infrastrukturen\u201c Zonen der \u00dcberwachung, die sich auch auf die massive Kontrolle sozialen Protests erstrecke, und f\u00fchre unter den Schlagw\u00f6rtern der Interoperabilit\u00e4t und Vernetzung zu einer \u201efull spectrum governance\u201c \u2013 genau dem Gegenteil des vormals versprochenen \u201eEuropas der B\u00fcrger\u201c. Der mit vielen Bildern und Graphiken anschaulich gestaltete Bericht stellt die wichtigsten Akteure (Firmen, Vereinigungen und Personen) und Projekte der europ\u00e4ischen Sicher\u00adheits(for\u00adschungs)\u00adlandschaft dar. Besonders beeindruckend sind die ganz\u00adseitigen Schaubilder, in denen die F\u00e4cher der Aufgaben\/Funktionen, der wichtigsten F\u00e4higkeiten, um diese zu erf\u00fcllen, sowie die eingesetzten Technologien f\u00fcr die Themen \u201eGrenzkontrollen\u201c, Bek\u00e4mpfung von Terrorismus\/orga\u00adni\u00adsierter Kriminalit\u00e4t, Kritische Infrastruktur und Krisenmanagement dargestellt werden.<\/p>\n<h4>Aus dem Netz<\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/www.securityresearchmap.de\">www.securityresearchmap.de<\/a><\/p>\n<p>Wer wissen m\u00f6chte, wer auf dem deutschen Sicherheitsforschungsmarkt aktiv ist, der ist auf dieser Seite richtig. Sie wird betrieben vom Technologiezentrum des VDI im Auftrag des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung. Erkl\u00e4rter Zweck der Homepage ist, die Vernetzung der Anbieter, Anwender und Forscher\/Entwickler im Bereich von \u201eSicherheit\u201c zu f\u00f6rdern. Um dies zu erreichen, bietet die Seite Firmen, Beh\u00f6rden, Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen die M\u00f6glichkeit der Selbstdarstellung. Die Startseite zeigt anhand einer Landkarte die regionale Verteilung der gegenw\u00e4rtig registrierten 319 Einrichtungen. Wer sich durch deren Websites durchklickt, erh\u00e4lt einen imposanten Eindruck des Sicherheitsmarktes und der von ihm ausgehenden Bedrohungen f\u00fcr die B\u00fcrgerrechte \u2013 von A wie \u201eATIS UHER\u201c (Telekommunikations\u00fcberwachung) bis Z wie \u201ezynamics\u201c (Analyse von Software).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/cordis.europa.eu\/fp7\/security\">http:\/\/cordis.europa.eu\/fp7\/security<\/a><\/p>\n<p>Die offizielle Seite der Sicherheitsforschung im Rahmen des 7.\u00a0For\u00adschungsrahmenprogramms (FP7) der EU bietet neue und alte Ausschreibungen sowie Beschreibungen der Projekte. Einen guten \u00dcberblick gibt die als pdf-Dokument eingestellte Auflistung der ersten 45 gef\u00f6rderten Projekte. Besser als in deren \u00dcberschrift (\u201eHin zu einer sichereren Gesellschaft und gestiegener industrieller Wettbewerbsf\u00e4higkeit\u201c) k\u00f6nnten die Ziele des Programms nicht benannt werden. Inhaltlich bietet die 100-seitige Zusammenstellung einiges, was auf die B\u00fcrgerInnen inner- und au\u00dferhalb der Union zukommen wird \u2013 sei es die \u201eAutomatische Aufdeckung von abnormalem Verhalten und Bedrohungen an belebten Pl\u00e4tzen\u201c oder das \u201eAutonome Maritime \u00dcberwachungssystem\u201c , das verspricht, zuk\u00fcnftig auch kleine Boote aufzusp\u00fcren, die die \u201eblaue Grenze\u201c der Union \u00fcberschreiten wollen. Da das FP7 besonderen Wert auf Anwenderfreundlichkeit legt, wundert es nicht, dass die Konsortien h\u00e4ufig aus Unternehmen mit zivilem oder milit\u00e4rischem Leistungsprofil, Forschungseinrichtungen, Polizeien, sonstigen Sicherheitsbeh\u00f6rden und Milit\u00e4rs bestehen. Hier hat der \u201eneue Sicherheitsbegriff\u201c bereits seinen praktischen Nutzen unter Beweis gestellt.<\/p>\n<h4>Sonstige Neuerscheinungen<\/h4>\n<p><strong>M\u00f6ller, Kurt (Hg.):<\/strong> <em>Dasselbe in gr\u00fcn? Aktuelle Perspektiven auf das Verh\u00e4ltnis von Polizei und Sozialer Arbeit, Weinheim und M\u00fcnchen (Juventa) 2010, 270 S., EUR 23,\u2013<\/em><\/p>\n<p>Dass die alten Frontstellungen zwischen Polizei und Sozialarbeit nicht mehr bestehen, sondern vielf\u00e4ltige Formen der Zusammenarbeit und Kooperation entstanden sind, bildet den Anlass f\u00fcr diesen Sammelband, der im Wesentlichen auf den Beitr\u00e4gen eines Hochschultages an der Hochschule Esslingen aus dem Jahre 2007 fu\u00dft. Nach den einleitenden Bemerkungen des Herausgebers aus \u201esozialwissenschaftlich-p\u00e4dagogi\u00adscher\u201c und Thomas Feltes\u2018 aus \u201epolizeiwissenschaftlich-kriminologi\u00adscher\u201c Sicht folgen Aufs\u00e4tze zu neun Problembereichen bzw. Handlungsfeldern, in denen Polizei und soziale Arbeit t\u00e4tig sind: von \u201eFu\u00dfballrandale\u201c, Rechtsextremismus und H\u00e4uslicher Gewalt bis zur \u201eSozialarbeit im Polizeidienst\u201c und der Arbeit von \u201eJugendrechtsh\u00e4usern\u201c. Jeder dieser Komplexe wird durch einen Beitrag aus polizeilicher, aus sozialarbeiterischer und aus wissenschaftlicher Sicht behandelt. Der dreifache Zugang soll sowohl den unterschiedlichen Perspektiven gerecht werden, wie Gemeinsamkeiten, Notwendigkeit, aber auch Probleme und Grenzen der Kooperation offenlegen.<\/p>\n<p>Im Grundsatz stimmen alle 29 Beitr\u00e4ge des Bandes \u00fcberein, dass Polizei und soziale Arbeit nicht neben- oder gegeneinander arbeiten sollen. Auch besteht allgemeiner Konsens dar\u00fcber, dass es eine Kooperation \u201eauf Augenh\u00f6he\u201c sein m\u00fcsse, in der jede Seite die Eigenst\u00e4ndigkeit der anderen akzeptiere. Jenseits dessen unterscheiden sich die AutorInnen jedoch erheblich. Durchweg sehen die Praktiker auf Seiten der Polizei keinerlei Probleme der Zusammenarbeit mit den helfenden Professionen; wie bei der Mehrheit der aus sozialarbeiterischer Perspektive verfassten Aufs\u00e4tze handelt es sich um Selbstdarstellungen, die die neuralgischen Punkte der Zusammenarbeit ignorieren oder verharmlosen. Durch diese wenig problembewussten Schilderungen bleibt der Ertrag, der aus den vielen Kooperationen gezogen werden kann, nur gering. Gerne h\u00e4tte man erfahren, wie die Zw\u00e4nge des Legalit\u00e4tsprinzips praktisch umgangen werden (nur ein knapper Hinweis auf S. 70), wie Sozialarbeiter verhindern, polizeilich instrumentalisiert zu werden, oder auch, welchen Schwierigkeiten sich die \u201ePr\u00e4ventions-Polizisten\u201c innerhalb des Polizeiapparates und der Polizisten-Kultur gegen\u00fcber sehen.<\/p>\n<p>Nur in wenigen Beitr\u00e4gen leistet die wissenschaftliche Perspektive mehr als nur Bekr\u00e4ftigung oder Appell. Zu diesen lesenswerten Ausnahmen geh\u00f6rt der Beitrag von Marion Laging (S.\u00a0133 ff.)., die f\u00fcr den Bereich der Suchthilfe zwischen drei Formen der Zusammenarbeit unterscheidet, die an unterschiedlichen Kriterien zu messen seien. Auch Claudius Ohders Kommentierung der \u201ePolizeilichen Intensivt\u00e4terprogramme\u201c (S.\u00a0180 ff.) r\u00fcckt deutlich von den Selbstdarstellungen ab, indem er die \u201eSteigerung der institutionellen Effektivit\u00e4t\u201c als das Ziel der Programme identifiziert und auf die Gefahr einer \u201eBeschleunigung des Kriminalisierungsprozesses\u201c hinweist (S.\u00a0184 f.). W\u00e4hrend Nils Schuhmacher die verst\u00e4rkten sozialarbeiterischen Bem\u00fchungen in der Polizei \u201eals nicht ganz unproblematisch\u201c bewertet, warnt Titus Simon deutlich vor deren Ausbau, weil \u201eErfolgskriterien und Handlungskonzepte\u201c beider Professionen nicht \u00fcbereinstimmten (S.\u00a0237).<\/p>\n<p>Insgesamt bietet der Band einen Einblick in die gegenw\u00e4rtigen Praktiken polizeilich-sozialarbeiterischer Kooperationen. Er vereinigt viele affirmative und wenig kritische Beitr\u00e4ge. Besonders bedauerlich ist, dass diese bunte Mischung am Ende des Buches keiner zusammenschauenden W\u00fcrdigung unterzogen wird.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6llers, Martin H.W. (Hg.):<\/strong> <em>W\u00f6rterbuch der Polizei, M\u00fcnchen (Verlag C.H. Beck) 2010, 2., neu bearbeitete und erweiterte Auflage, 2431 S., EUR 118,\u2013<\/em><\/p>\n<p>Nach neun Jahren liegt das \u201eWdP\u201c nun in einer zweiten, um 430 Seiten erweiterten Auflage vor. Allein weil weit und breit kein vergleichbares Werk in Sicht ist, muss der Band wie sein Vorg\u00e4nger zum Pflichtbestand von Bibliotheken geh\u00f6ren; und sicher wird man als erstes in diesem dicken, dichtbedruckten W\u00e4lzer nachschlagen, wenn man sich \u00fcber etwas informieren will, das \u201eirgendwie\u201c mit Polizei zu tun haben k\u00f6nnte. In der Regel werden Interessierte im WdP nicht nur kompetente Antworten finden, sondern durch die Literaturhinweise, die jedes Stichwort abschlie\u00dfen, auch Anregungen f\u00fcr weitere Lekt\u00fcre. Da die Beitr\u00e4ge von 29 AutorInnen unterschiedlicher Professionen und N\u00e4he zur Polizei verfasst wurden, \u00fcberraschen Unterschiede in Qualit\u00e4t und Ausrichtung nicht.<\/p>\n<p>Unbeschadet des gro\u00dfen praktischen Nutzens weist auch die vorliegende Ausgabe einige Ungereimtheiten auf. Auf der einen Seite wird das \u201eDrogensuchschwein\u201c Luise mit einem liebevollen Eintrag gew\u00fcrdigt, andererseits wird man z.B. bei der Suche nach \u201eTodesschuss\u201c auf den \u201eFinalen Rettungsschuss\u201c verwiesen. Dort erfolgt Aufkl\u00e4rung \u00fcber dessen Verrechtlichung. Dass die meisten polizeilichen Todessch\u00fcsse gerade nicht als \u201efinale Rettungssch\u00fcsse\u201c abgegeben werden, f\u00e4llt so durch die Verweis\u00adtechnik des W\u00f6rterbuchs. Unter dem Stichwort \u201eSchusswaffengebrauch\u201c fehlt eine entsprechende Aufkl\u00e4rung ebenfalls. Viele \u2013 keineswegs alle \u2013 Beitr\u00e4ge bleiben auf eine blo\u00df juristische oder polizei-praktische Erl\u00e4uterung beschr\u00e4nkt. Bei \u201eGummigeschosse\u201c wird auf \u201eGeschosse\u201c (dort eine juristisch-technische Definition) und auf \u201enichtt\u00f6tende Polizeiwaffen\u201c verwiesen. Zwar wird auf Todesf\u00e4lle durch den Gebrauch dieser Waffen hingewiesen, dass der Terminus aber bereits eine unzul\u00e4ssige Verharmlosung darstellt, wird verschwiegen. Vergeblich suchen Interessierte auch nach den Stichworten \u201e\u00dcbergriffe\u201c, \u201eWiderstandsbeamter\u201c oder \u201eDrohnen\u201c. Wer an Ph\u00e4nomenen au\u00dferhalb Deutschlands interessiert ist, sucht vergebens nach einer Erkl\u00e4rung von \u201eASBO\u201c, \u201eCOSI\u201c oder \u201ecurfew\u201c \u2013 lexikalisch hat sich die Globalisierung der inneren Sicherheit noch nicht niedergeschlagen. Auf mangelnden Platz k\u00f6nnen diese L\u00fccken wohl kaum zur\u00fcckgef\u00fchrt werden: Immerhin wird die Staatskonzeption Khomeinis \u201eWilayat-e-Faqih\u201c auf acht (!) Seiten vorgestellt.<\/p>\n<p>Insgesamt ein unverzichtbares Nachschlagewerk mit L\u00fccken. Eine dritte Auflage wird sich nicht vermeiden lassen.<\/p>\n<p><strong>Le\u00dfmann-Faust, Peter (Hg.):<\/strong> <em>Polizei und Politische Bildung, Wiesbaden (VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften) 2008, 225 S., EUR 39,90<\/em><\/p>\n<p>Neun Beitr\u00e4ge zur \u201epolitischen Bildung in der Polizei und f\u00fcr die Polizei\u201c, verfasst von AutorInnen, \u201edie aus der Praxis kommen oder die Praxis\u201c der Polizei bzw. \u201eder politischen Bildungsarbeit mit Polizistinnen und Polizisten\u201c kennen, versammelt dieser Band. Gem\u00e4\u00df dem Selbstverst\u00e4ndnis des Herausgebers will die Publikation keinen systematischen Einblick in den Gegenstand geben, sondern unterschiedliche Positionen zu verschiedenen Aspekten zu Wort kommen lassen. Die wissenschaftliche Perspektive wird von Klaus Weinhauer in seinem Beitrag \u00fcber die Wandlungen der Schutzpolizei in den 50er und 60er Jahren, von Rafael Behr \u00fcber die Bedeutung von Polizistinnen und von Peter Nitschke \u00fcber die Erfordernisse internationalisierter Sicherheitsarbeit repr\u00e4sentiert. Zur Gruppe der \u201eBildungspraktiker\u201c z\u00e4hlen Udo Behrendes und Manfred Stenner vom \u201eBonner Forum B\u00fcrgerInnen und Polizei\u201c, die ihr Pl\u00e4doyer f\u00fcr einen Polizeibeauftragten in eine kritische W\u00fcrdigung des Verh\u00e4ltnisses von Polizei und B\u00fcrgerInnen einbinden. Stefan Goch stellt ein Gelsenkirchener Polizeigeschichtsprojekt vor, Michael Sturm u.a. die Villa ten Hompel in M\u00fcnster und Klaus-Peter Hufer gibt \u00fcber seine Erfahrungen mit Polizisten Auskunft, die an Argumentationstrainings gegen Rechtsextremismus teilnahmen. Schlie\u00dflich geben Ulrike Neuhoff und (in einem Interview) Gerd Maibach einen Einblick in die Fachhochschulausbildung von PolizistInnen. W\u00e4hrend die Beitr\u00e4ge der Wissenschaftler bereits in anderer Form ver\u00f6ffentlicht wurden und insofern nichts Neues bieten, liefern die PraktikerInnen aufschlussreiche Einblicke in die Wirklichkeit politischer Bildung. Nach Neuhaus\u2019 Bericht stellt die nordrhein-westf\u00e4lische Studienreform die sozialwissenschaftlichen Disziplinen \u201equantitativ und qualitativ zur Disposition\u201c; die Politikwissenschaft solle in das Fach Staatsrecht aufgehen (S.\u00a0204). Nitschkes Forderung, in der Polizeiausbildung auch die \u201epolitischen Entscheidungsprozesse im Mehr\u00adebenensystem\u201c der EU zu ber\u00fccksichtigen (S.\u00a0219), liest sich nicht nur deshalb wirklichkeitsfremd, weil die Modularisierung und Bachelorisierung des Studiums keinen Raum zu lassen scheint, sondern auch, weil die Rolle der Sozialwissenschaften in der Polizeiausbildung gr\u00fcndlich verkannt wird. Dies kann man dem lesenswerten Interview mit Gerda Maibach entnehmen (S.\u00a089-115), die vielleicht so frei \u00fcber ihre Erfahrungen als Psychologiedozentin an der Fachhochschule berichten kann, weil sie nun in einem anderen Feld arbeitet.<\/p>\n<p>(alle: Norbert P\u00fctter)<\/p>\n<p><strong>Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.):<\/strong> <em>Andi. Comic f\u00fcr Demokratie und gegen Extremismus 3, D\u00fcsseldorf 2009 (www.andi.nr<br \/>\nw.de)<\/em><\/p>\n<p>Es gab Zeiten, da galten Comics als subversiv und kulturrevolution\u00e4r. Inzwischen ist eine P\u00e4dagogisierung dieses Genre zu beobachten. Zuneh\u00admend werden Comics von Schulen, Institutionen und Parteien als \u201ejugendgerechte\u201c Aufkl\u00e4rungsmittel eingesetzt. Auf diesen Zug ist auch der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen aufgesprungen.<\/p>\n<p>J\u00fcngst ist der dritte Teil seiner Comics um den Titelhelden Andi zum Thema \u201eLinksextremismus\u201c erschienen. Zuvor widmete man sich bereits den Themen \u201eRechtsextremismus\u201c und \u201eIslamismus\u201c. Dieses Mal m\u00fcssen Andi, Ayshe und Murat mit ansehen, wie ihr Freund Ben in die linksautonome Szene abdriftet. Die Story ist schnell erz\u00e4hlt: Ben findet es zun\u00e4chst toll, dass die Autonomen (sp\u00e4ter Linksextreme genannt) sich f\u00fcr den Erhalt von Freir\u00e4umen einsetzen. Von dort wird er von gerissenen Linksextremen mitgezerrt, um Straftaten zu begehen und zu randalieren. Als bei Protesten gegen einen Naziaufmarsch ein Auto in Flammen auf- und ein Kiosk zu Bruch geht, schw\u00f6rt Ben den Autonomen ab.<\/p>\n<p>In dieser Schl\u00fcsselszene ist der Kern des VS-Weltbilds in aller Deutlichkeit aufzusp\u00fcren: \u201eLinksextremisten\u201c unterschieden sich nicht von \u201eRechtsextremisten\u201c. Der Kioskbesitzer ist deutlich als Migrant gezeichnet. Auf diese Weise wird suggeriert, autonome \u201eGewaltbereitschaft\u201c ziele auf die Existenz unbedarfter B\u00fcrgerInnen und mache auch nicht vor \u201eunserer ausl\u00e4ndischen Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrgern\u201c halt.<\/p>\n<p>Offensichtlich geht es den Verfassungssch\u00fctzerInnen aus NRW nicht darum, dar\u00fcber \u201eaufzukl\u00e4ren\u201c, inwiefern linke, rechte oder alternative Standpunkte richtig oder falsch sind. Stattdessen orientiert man sich an den Ma\u00dfgaben der Extremismustheorie: \u201eLinks\u201c ist \u201eRechts\u201c und das ist schlecht, dazwischen befindet sich die Mitte, und die ist gut.<\/p>\n<p>Mit den Bildungscomics soll \u201egezielt extremistischen bzw. antidemo\u00adkratischen Agitatoren die Offensive durch \u00fcberzeugende, an die Lebenswelt von Jugendlichen angepasste Argumentation genommen werden\u201c, so lobt man sich selbst. Mit seinem platten Extremismusbegriff, seiner anbiedernden Jugendsprache und seiner dr\u00f6gen Story scheitert das Amt an diesem Anspruch kl\u00e4glich.<\/p>\n<p>(Martin Beck)<\/p>\n<p><strong>Feuz, Alec:<\/strong> <em>Affaire Class\u00e9e \u2013 Attac, Securitas, Nestl\u00e9, Lausanne (Editions d\u2019en bas<\/em><em>) 2009, 213 S., EUR 20,\u2013<\/em><\/p>\n<p>\u00dcber ein Jahr lang ermittelte ein Untersuchungsrichter im Fall Nestl\u00e9\u00adgate. Es ging um die Einschleusung von mindestens drei Spioninnen in globalisierungskritische und autonome Gruppen der Westschweiz durch den Nahrungsmittelmulti Nestl\u00e9 und die Sicherheitsfima Securitas Schweiz (s.\u00a0B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 93 (2\/2009), S. 76-82).<\/p>\n<p>Der Journalist Alec Feuz hat sich die Untersuchungsakten genau angeschaut und beschreibt in seinem Buch, wieso es nicht zu einer Anklageerhebung gekommen ist. Mit scharfer Feder f\u00fchrt er den Untersuchungsrichter Jacques Antenen vor, diktiert ihm nachtr\u00e4glich die eigentlich naheliegenden Fragen, die dieser nie gestellt hat, weist auf zahlreiche widerspr\u00fcchliche Aussagen, offensichtlich unkomplette Beweisdokumente und Ungereimtheiten in der Chronologie der Ereignisse hin. Einige Beispiele: Statt Hausdurchsuchungen bei Securitas und Nestl\u00e9 anzuordnen (\u201eIch kann doch nicht 850 Polizisten zu Nestl\u00e9 schicken.\u201c), bittet Jacques Antenen die Anw\u00e4lte der beiden Firmen freundlich darum, selber nach Beweismitteln zu forschen und ihm diese zuzustellen. Deutliche Hinweise auf weitere, noch nicht enttarnte Spitzel ignoriert der Untersuchungsrichter.<\/p>\n<p>In zunehmend sarkastischem Ton kommt Alec Feuz zum Schluss, dass Jacques Antenen eindr\u00fccklich aufzeigen konnte, \u201edass er wei\u00df, wie man die Augen schlie\u00dft, wenn man etwas nicht sehen will, dass er wei\u00df, wie man die Ohren zuh\u00e4lt, wenn man etwas nicht h\u00f6ren will, und dass er wei\u00df, dass Schweigen besser ist, als peinliche Fragen zu stellen.\u201c<\/p>\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichung des Buches hat in der Westschweiz nur f\u00fcr geringes mediales Aufsehen gesorgt. \u00dcber die Gr\u00fcnde l\u00e4sst sich nur spekulieren. Zufall? Die PR-Macht Nestl\u00e9s? Oder wollten es sich die Redaktionen nicht mit Jacques Antenen verspielen? Der ist n\u00e4mlich heute nicht mehr Untersuchungsrichter, sondern Polizeikommandant des Kantons Waadt.<\/p>\n<p>(Dinu Gautier)<\/p>\n<p><strong>Fuhrer, Armin:<\/strong> <em>Wer erschoss Benno Ohnesorg? Der Fall Kurras und die Stasi, Berlin (be.bra verlag) 2009, 160 S., EUR 14,95<\/em><\/p>\n<p>Machen wir\u2018s kurz! Dies ist kein wirklich gutes Buch. Im Mai des Jahres wurde durch zwei HistorikerInnen der Berliner Stasi-Unterlagen-Beh\u00f6r\u00adde bekannt, dass der Polizeibeamte Karl-Heinz Kurras, der 1967 w\u00e4hrend einer Demonstration Benno Ohnesorg erschoss, seit 1955 auch Agent der DDR-Staatssicherheit war. Und sofort schossen die Spekulationen wild ins Kraut. Da war es absehbar, dass es bis zu einem Buch \u00fcber den Fall nicht lange dauern w\u00fcrde. Armin Fuhrer, Hauptstadt-Korres\u00adpondent des Nachrichtenmagazins \u201efocus\u201c, hat das Rennen gewonnen. Es liegt auf der Hand, dass man in einem knappen halben Jahr die aufgefundenen Stasiakten kaum vern\u00fcnftig aufarbeiten kann (zumal einige von ihnen derzeit noch staatsanwaltlich gesperrt, andere noch gar nicht erschlossen sind) \u2013 von den damit zwangsl\u00e4ufig zusammenh\u00e4ngenden sonstigen Recherchen ganz zu schweigen. Also behilft sich der Autor vorzugsweise mit dem spekulativen Imperativ. Geschwindigkeit hatte hier eindeutig den Vorrang vor Qualit\u00e4t. Eines immerhin wird trotzdem klar: Sowohl die Berliner Polizei als auch der Verfassungsschutz h\u00e4tten guten Grund ihre seinerzeitige Stasi-Durchsetzung seri\u00f6s aufarbeiten zu lassen.<\/p>\n<p>(Otto Diederichs)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Schwerpunkt Dass sie gro\u00dfe Publizit\u00e4t suchen, kann man den Akteuren des \u201esicherheitsindustriellen Komplexes\u201c nicht<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[100,148],"tags":[],"class_list":["post-7615","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cilip-094","category-rezensionen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7615","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7615"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7615\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}