{"id":7706,"date":"2011-02-18T08:48:00","date_gmt":"2011-02-18T08:48:00","guid":{"rendered":"http:\/\/cilip.site36.net\/?p=7706"},"modified":"2011-02-18T08:48:00","modified_gmt":"2011-02-18T08:48:00","slug":"ordnung-und-vernichtung-geschichtspolitischer-meilenstein-der-deutschen-polizei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=7706","title":{"rendered":"Ordnung und Vernichtung &#8211;\u00a0Geschichtspolitischer Meilenstein der deutschen Polizei"},"content":{"rendered":"<h3>von Norbert P\u00fctter<\/h3>\n<p><strong>Nach mehrj\u00e4hriger Vorbereitung zeigte das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin die Ausstellung \u201eOrdnung und Vernichtung. Die Polizei im NS-Staat\u201c. Offiziell beendet sind damit die Jahrzehnte des Verdr\u00e4ngens, Verleugnens und Sch\u00f6nredens: Die Polizei war als aktiver Teil der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft an Terror und Holocaust ma\u00dfgeblich beteiligt.<\/strong><\/p>\n<p>Die von April bis August 2011 im Pei-Bau des DHM ge\u00f6ffnete Ausstellung geht auf einen Beschluss der Innenministerkonferenz (IMK) von 2008 zur\u00fcck. Vom damaligen IMK-Vorsitzenden und brandenburgischen Innenminister J\u00f6rg Sch\u00f6nbohm (CDU) auf Initiativen des vormaligen Potsdamer Polizeipr\u00e4sidenten Detlef Graf v. Schwerin als Projekt zur \u00f6ffentlichen Aufarbeitung der Geschichte der deutschen Polizei im Nationalsozialismus im Kreis der Innenminister durchgesetzt, bestand (und besteht) das Vorhaben aus drei Teilen: 1. die jetzt gezeigte zeitlich befristete Ausstellung, 2. die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien f\u00fcr die Aus- und Fortbildung der Polizei und 3. die Herstellung eines Ausstellungsmoduls, das durch l\u00e4nderspezifische Aspekte erweitert an den Fachhochschulen f\u00fcr \u00f6ffentliche Verwaltung auf Dauer die Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus darstellen soll. Insgesamt handelt es sich damit um eine Initiative, die nach au\u00dfen an die allgemeine \u00d6ffentlichkeit adressiert ist, die aber auch nach innen als didaktisch aufbereitetes Angebot in die polizeiliche Ausbildung und damit auf die geschichtlichen Kenntnisse von (zuk\u00fcnftigen) Polizisten wie auf deren Selbstbild wirken soll.<!--more--><\/p>\n<p>Das Projekt hat zusammengetragen, was zun\u00e4chst einzelne Wissenschaftler, seit mehr als einem Jahrzehnt, aber auch lokale Initiativen in den Polizeien ausgegraben haben. Dass diese aufw\u00e4ndige Zwischenbilanz im Auftrag und mit den Mitteln der deutschen Innenminister unter Federf\u00fchrung der Deutschen Hochschule der Polizei erstellt werden konnte, markiert zweifellos eine Z\u00e4sur in der polizeilichen Geschichtspolitik.<\/p>\n<h4>Stationen<\/h4>\n<p>Inhaltlich ist die Ausstellung in sieben Stationen gegliedert. Im ersten Drittel des aufw\u00e4ndig und professionell gestalteten Katalogs werden diese mit knappen Hintergrundinformationen, mit Hinweisen auf den Kontext der Exponate und auch mit systematisierenden Bemerkungen vorgestellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Die inhaltliche Struktur der Ausstellung ist an der historischen Abfolge orientiert. Den Rahmen bildet die Vorgeschichte der Polizei in der Weimarer Republik und die (Nicht-)Aufarbeitung ihrer NS-Vergan\u00adgenheit in den beiden deutschen Staaten. In den mittleren Teilen wird zun\u00e4chst die Polizei als allt\u00e4gliche St\u00fctze des NS-Regimes thematisiert. Mit der Dauer des Krieges vollzieht sich eine Radikalisierung der Polizei; insbesondere die Zwangsarbeiter im Reich werden zu Opfern von Gestapo und Ordnungspolizei. Im n\u00e4chsten Kapitel \u201eEuropa im Griff der Polizei\u201c wird die Gewalt- und Willk\u00fcrherrschaft von SS und Polizei in den besetzten L\u00e4ndern dargestellt. Unter der \u00dcberschrift \u201eGrenzenloses Morden\u201c wird die Beteiligung der deutschen Polizei am V\u00f6lkermord nicht nur im Reichsgebiet, sondern insbesondere in Polen und der Sowjetunion gezeigt. Im ersten Jahr des \u00dcberfalls auf die Sowjetunion, so der Ausstellungstext, \u201eermordeten die vier Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und mehr als 30 Polizeibataillone \u00fcber eine Million Menschen\u201c (S. 233). In einem weiteren Kapitel \u201eViele Vollstrecker und wenige Verweigerer\u201c wird einerseits ein Blick auf die sozialpsychologische Verfassung der NS-Polizisten geworfen (\u201eGehorsam, Gruppendruck und Korpsgeist &#8230; rassistische Einstellungen &#8230; Herrenmenschentum &#8230;\u201c), andererseits werden exemplarische Polizeilebensl\u00e4ufe vorgestellt \u2013 von den wenigen Polizisten, die Widerstand leisteten, und von denen, die nach ihrer Beteiligung an den Gr\u00e4ueln des polizeilichen Vernichtungskrieges glaubten, weiter als \u201enormale\u201c Polizisten Dienst tun zu k\u00f6nnen. Den Mythen eines angeblichen Befehlsnotstandes wird eine klare Absage erteilt. \u201eBis heute\u201c, so der Katalog (S. 264), \u201eist kein einziger Fall bekannt geworden, in dem ein Polizist wegen der Verweigerung eines Mordbefehls hart bestraft oder gar erschossen worden w\u00e4re.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ausstellung haben die Kuratoren mehr als 500 Exponate zusammengetragen. Teils stammen die St\u00fccke aus \u00f6ffentlichen Sammlungen, teils von privaten Sammlern oder aus dem Familienbesitz damaliger Polizisten. \u00dcberwiegend handelt es sich um Schriftst\u00fccke unterschiedlicher Provenienz und Fotografien, aber auch zeitgen\u00f6ssische Film- und Tondokumente werden pr\u00e4sentiert. Dar\u00fcber hinaus haben die AusstellungsmacherInnen sich bem\u00fcht, durch Realien die Attraktivit\u00e4t als Ausstellung zu erh\u00f6hen. Ingesamt ist das pr\u00e4sentierte Material weniger vom Umfang als vom Inhalt erdr\u00fcckend. Sei es der lapidare und unter Angabe der Rechtsgrundlage im Reichsgesetzblatt ergangene Schutzhaftbefehl vom Mai 1933 (S. 37), seien es die Fotos von Hinrichtungen durch die Polizei (S. 203, 216) oder der Befehl des Polizeiregiments Mitte vom Juli 1941, alle als Pl\u00fcnderer \u00fcberf\u00fchrten m\u00e4nnlichen Juden im Alter von 17 bis 45 Jahren \u201estandrechtlich zu erschie\u00dfen\u201c \u2013 verbunden mit der Aufforderung, die Exekutionen \u201et\u00e4glich bis 20 Uhr in k\u00fcrzester Form\u201c zu melden (S. 267). Angesichts solcher Dokumente wird nicht nur deutlich, wie sehr der Krieg auch die vermeintlich zivile Gewalt der Polizei entgrenzte, sondern auch, wie die b\u00fcrokratisierte Umsetzung der Politik des V\u00f6lkermordes vonstatten ging.<\/p>\n<h4>Begrenzte Anschauung, Hinweise statt Analyse<\/h4>\n<p>Die AusstellungsmacherInnen haben eine reichen Fundus an Anschauungsmaterial \u00fcber die Rolle der Polizei im Nationalsozialismus, ihren politischen, gesellschaftlichen und die individuellen Kontexte zusammengetragen. Dessen Potential scheint bei weitem nicht ausgesch\u00f6pft. Zum einen, das d\u00fcrfte dem Medium \u201eAusstellung\u201c geschuldet sein, ist der Gewinn mancher Materialien durchaus fraglich. Was sagt den Nachgeborenen die \u201eSeitenwaffe der Polizei\u201c (\u201ePreu\u00dfen, nach 1930) (S. 118), was nehmen wir aus der Ansicht des Umschlags von Paul Rieges \u201eKeine(r) Polizei-Ge\u00adschich\u00adte\u201c von 1966 (S. 94), der Dienstmarke der Kriminalpolizei (S. 49), dem \u201eFord Eifel\u201c von 1937 (S. 135) oder den Portraits der NS-Polizei\u00adf\u00fchrer (S. 147-151) mit?<\/p>\n<p>Nun besteht der Vorteil einer Ausstellung darin, dass sie mehrere Sinne gleichzeitig ansprechen kann. Dass man sich deshalb bem\u00fchte, auch Dinge zum H\u00f6ren, Sehen und Anfassen (auch wenn das nat\u00fcrlich verboten ist) zu pr\u00e4sentieren, ist verst\u00e4ndlich. Schwerer wiegt, aber auch das mag ausstellungsp\u00e4dagogisches Konzept gewesen sein, dass die Schau sich eines analytischen Fazits entzieht. Auch in dieser Hinsicht ist sie mehr eine Fundgrube, ein Steinbruch, aus dem sich die BesucherInnen und LeserInnen bedienen k\u00f6nnen und m\u00fcssen, wenn sie Antworten auf die Fragen haben wollen, die die Ausstellung zu geben verspricht. \u201eWer waren die M\u00e4nner ..? Welche mentalen Voraussetzungen und strukturellen Bedingungen pr\u00e4gten das Verhalten der Polizeiangeh\u00f6rigen, dass sie &#8230; schlie\u00dflich vielfach sogar zu M\u00f6rdern wurden? Wer verweigerte sich &#8230; Welche Motive waren daf\u00fcr ausschlaggebend?\u201c.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Zweifellos werden in den einf\u00fchrenden Texten ebenso wie in den Erl\u00e4uterungen zu den einzelnen Stationen alle Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze benannt: vom milit\u00e4rischen Erbe, der antidemokratischen Tradition, der national-v\u00f6lkischen Ideologie, der obrigkeitsstaatlichen Pr\u00e4gung, der \u00dcbernahme des Staates durch die Partei bis zur Radikalisierung durch den Krieg. Aber an keiner Stelle wird der Versuch einer zusammenfassenden Analyse unternommen. Exemplarisch hei\u00dft es in der Einleitung zur individuellen Ebene: \u201eDie Gr\u00fcnde, weshalb Polizisten selbst schwerste Verbrechen begingen, waren sehr unterschiedlich.\u201c Das ist unbestreitbar. W\u00fcnschenswert aber w\u00e4re gewesen, wenn diese unterschiedlichen Motive und ihr Zusammenspiel mit den sozialen, politischen, institutionellen etc. Bedingungen verkn\u00fcpft worden w\u00e4ren. Vielleicht ist das angesichts des verf\u00fcgbaren Wissens zu viel verlangt. Vielleicht wird eine solche Zusammensicht in den didaktischen Materialien nachgeholt. In jedem Fall h\u00e4tte das Projekt deutlicher machen m\u00fcssen, dass es im Kern eine Antwort schuldig bleibt.<\/p>\n<h4>Polizeiliche Geschichtspolitik<\/h4>\n<p>Naiv w\u00e4re es, Ausstellung und Geschichtsprojekt nicht selbst als historische Ereignisse zu begreifen. Nicht in der Verleugnung, sondern in bewusster Abgrenzung, so die Botschaft, konstituiert sich das Selbstbild der Polizei der neuen Bundesrepublik. Zwei Jahrzehnte nachdem die Abgrenzung gegen\u00fcber den Organen des Unrechtsregimes DDR hinf\u00e4llig geworden war, soll in der Aufarbeitung der institutionellen Vorgeschichte im Nationalsozialismus das Selbstverst\u00e4ndnis einer demokratischen, rechtsstaatlichen, die Menschenrechte wahrenden Polizei bekr\u00e4ftigt werden. Je dunkler die Vergangenheit, desto heller leuchtet die Gegenwart.<\/p>\n<p>Nachlesen kann man das in den dem Katalog vorangestellten Gru\u00df- und Vorworten. Hans Ottomeyer, scheidender Pr\u00e4sident des DHM, h\u00e4lt bereits den Zeitpunkt der Ausstellung f\u00fcr besonders gelungen: \u201eNach 65 Jahren \u2013 dies ist die historische Distanz, die wir gemeinhin zu den Katastrophen der Geschichte halten \u2013 &#8230;\u201c (S. 13). Es gab Zeiten, da bezeichnete man mit \u201ezweiter Schuld\u201c das Unverm\u00f6gen, sich mit dem eigenen Versagen, der eigenen Schuld, der Verstrickung in den Nationalsozialismus auseinander zu setzen. Bei Ottomeyer ist aus diesem Verschweigen ein \u201egemeinhin\u201c g\u00fcltiger Abstand geworden, der in Wahrheit den \u201eVorteil\u201c hat, dass individuell Verantwortliche nicht mehr am Leben sind, zugleich das Vergangene in historisch entferntere Schubladen der Erinnerungsarbeit verstaut werden kann. Mit diesem zeitlichen Abstand f\u00e4llt es umso leichter, die Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Denn, so der Pr\u00e4sident der Deutschen Hochschule der Polizei, Klaus Neidhardt, die Polizei des Grundgesetzes sei \u201edas direkte Gegenteil zur Polizei des NS-Staates\u201c. Sie habe die Aufgabe, die Grundrechte zu sch\u00fctzen. Als \u201eOrganisation, die berechtigt ist, Zwang zur Durchsetzung von Ma\u00dfnahmen einzusetzen\u201c, unterliege sie \u201estrikter rechtsstaatlicher und \u00f6ffentlicher Kontrolle\u201c. Die Ausstellung sei deshalb besonders wichtig f\u00fcr die Polizei selbst, denn sie k\u00f6nne \u201edoch dazu beitragen, die ihr anvertrauten Gewaltmittel stets behutsam einzusetzen und sensibel zu bleiben gegen Gewaltmissbrauch\u201c (S. 11). Dies Hoffnung ist so allgemein, dass man ihr ebenso wenig zu widersprechen vermag wie dem Motto, mit dem der hessische Innenminister und IMK-Vorsitzende Boris Rhein (CDU) sein Gru\u00dfwort \u00fcberschreibt: \u201eNur wer seine Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft.\u201c Wenn Rhein konkret wird, werden seine Gedanken nebul\u00f6s. Polizisten h\u00e4tten eine hohe Verantwortung, deshalb sei es wichtig, bei ihnen \u201edas Bewusstsein zu sch\u00e4rfen, dass die Polizei ausf\u00fchrendes Organ des NS-Terrors bis hin zur aktiven Teilnahme am V\u00f6lkermord war. Auf diese Weise kann heute insbesondere rechtsradikalen Ausw\u00fcchsen begegnet werden.\u201c (S. 9). Der Innenminister meint doch wohl nicht \u201erechtsradikale Ausw\u00fcchse\u201c in der Polizei!? Aber warum sollte ausgerechnet diese Ausstellung die Sensibilit\u00e4t gegen\u00fcber Rechtsextremisten erh\u00f6hen? Vielleicht damit die Polizei eines Tages nicht erneut missbraucht werde? Aber dann h\u00e4tte der Minister die Ausstellung wohl nicht verstanden.<\/p>\n<p>Gerade im Hinblick auf den Gegenwartsbezug r\u00e4cht sich der weitgehende Verzicht auf analytische Aussagen. Thematisiert werden personelle Kontinuit\u00e4ten, die Karrieren, die \u00fcberzeugte Nazi-Polizisten und Beteiligte an Massenmorden in der westdeutschen Polizei machen konnten. Hingewiesen wird auch auf die wenigen Aufrechten im Apparat, die eine Aufkl\u00e4rung versuchten, und die Schikanen, denen sie von ihren Kollegen ausgesetzt waren. \u00dcber strukturelle Kontinuit\u00e4ten schweigt das Projekt: Dass die alliierten Vorgaben zur Dezentralisierung und lokalen Kontrolle der Polizeien sobald wie m\u00f6glich wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wurden, dass die kasernierte Polizeiausbildung in geschlossenen Einheiten milit\u00e4r\u00e4hnlichen Charakter hatte, dass die milit\u00e4rische Bewaffnung der Polizei erst Ende der 60er Jahre abgeschafft wurde, dass schlie\u00dflich seit Mitte der 70er Jahre mit der \u201evorbeugenden Verbrechensbek\u00e4mpfung\u201c an Vorstellungen aus der Weimarer Republik angekn\u00fcpft wurde, die \u2013 wie die Ausstellung zutreffend darstellt \u2013 die Rechtfertigungsformel f\u00fcr die Ausmerzung zun\u00e4chst der \u201eBerufsverbrecher\u201c und sp\u00e4ter ganzer Volksgruppen lieferte \u2013 das alles bleibt unthematisiert.<\/p>\n<p>Zweifellos ist jeder Vergleich, ist die Behauptung von Kontinuit\u00e4t abwegig. Gleichzeitig muss man aber auch feststellen, wie beschr\u00e4nkt offenkundig die Lehren aus der Vergangenheit ausfallen sollen: Wenn die \u201evorbeugende Verbrechensbek\u00e4mpfung\u201c in den Polizeigesetzen \u201erechtsstaatlich\u201c geregelt wird, ist deren demokratie- und freiheitssch\u00e4digendes Potential keineswegs gestoppt. Wenn das Recht immer weniger begrenzend, immer mehr staatliche Handlungsfreiheit erweiternd wirkt, dann ist mit dem Adjektiv \u201erechtsstaatlich\u201c wenig gewonnen. Wenn aus dem \u201eTrennungsgebot\u201c von Polizei und Geheimdiensten \u2013 eine Lehre, die die Alliierten den Westdeutschen vorschrieben \u2013 in der erweiterten Bundesrepublik ein Zusammenarbeitsgebot gemacht wird, dann muss die Kontrollierbarkeit der staatlichen Exekutive auf der Strecke bleiben. Wenn ein Polizeif\u00fchrer wegen der Androhung von Folter lediglich symbolisch bestraft, aber dienstlich bef\u00f6rdert wird, dann wird deutlich, wie d\u00fcnn die Bekenntnisse zu den B\u00fcrger- und Menschenrechten sind. Und schlie\u00dflich sollte man bedenken, dass man die Geschichte der Bundesrepublik auch als eine Abfolge innerer Feinderkl\u00e4rungen schreiben k\u00f6nnte. In all dem wird deutlich, dass in dem Geschichtsprojekt der deutschen Polizei mehr Gegenwart steckt als die Initiatoren wahrhaben wollen.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Deutsche Hochschule der Polizei; Dierl, Florian; Hausleitner, Mariana; H\u00f6lzl, Martin; Mix, Andreas (Hg.): Ordnung und Vernichtung. Die Polizei im NS-Staat, Dresden (Sandstein Verlag) 2011, 320 S. (Seitenangaben im Text beziehen sich auf diesen Katalog)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> www.dhm.de\/ausstellungen\/ordnung-und-vernichtung\/index.html<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Norbert P\u00fctter Nach mehrj\u00e4hriger Vorbereitung zeigte das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin die<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":8250,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,104],"tags":[442,764,983,1094],"class_list":["post-7706","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-cilip-098","tag-dhpol","tag-imk","tag-nationalsozialismus","tag-polizei"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7706","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7706"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7706\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7706"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7706"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7706"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}