{"id":8042,"date":"2004-07-29T18:38:18","date_gmt":"2004-07-29T18:38:18","guid":{"rendered":"https:\/\/cilip.site36.net\/?p=8042"},"modified":"2004-07-29T18:38:18","modified_gmt":"2004-07-29T18:38:18","slug":"staatsschuetzerische-grossbaustelle-mehr-platz-fuer-die-geheimdienste-im-gebaeude-der-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=8042","title":{"rendered":"Staatssch\u00fctzerische Gro\u00dfbaustelle &#8211;\u00a0Mehr Platz f\u00fcr die Geheimdienste im Geb\u00e4ude der Macht"},"content":{"rendered":"<h3>von Heiner Busch<\/h3>\n<p><strong>Die Gef\u00e4hrdung durch den internationalen Terrorismus zwinge den Staat zur \u00dcberpr\u00fcfung seiner \u201eSicherheitsarchitektur\u201c, so t\u00f6nt es aus allen Sprachrohren der etablierten Parteien. Die BauplanerInnen diskutieren \u00fcber noch mehr Zusammenarbeit zwischen Geheimdiensten und Polizei sowie eine Zentralisierung der \u201eSicherheitsbeh\u00f6rden\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eSchily will Kampf gegen den Terror an sich ziehen\u201c, titelte die \u201eS\u00fcddeutsche\u201c am 18. Juni dieses Jahres. Der Bundesinnenminister habe in einem Brief an seine Kollegin vom Justizressort gefordert, das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (BfV) mit \u201eeinem klaren Weisungsrecht gegen\u00fcber den bisher autonom arbeitenden L\u00e4nderbeh\u00f6rden\u201c auszustatten, um \u201e\u00dcberschneidungen, Doppelarbeit, Reibungsverluste und Informationsdefizite\u201c in der Terrorismusbek\u00e4mpfung zu vermeiden. Die \u00dcbernahme der rund 2.800 Bediensteten der Landes\u00e4mter f\u00fcr Verfassungsschutz (LfV) w\u00fcrde den Bund j\u00e4hrlich 200 Millionen Euro kosten, lie\u00df der Minister errechnen.<!--more--><\/p>\n<p>Schilys \u00fcber die Presse lancierter Vorsto\u00df ist nur eine weitere Drehung des Debattenkarussells, das seit dem 11. M\u00e4rz, seit den Anschl\u00e4gen in Madrid, in st\u00e4ndiger Bewegung ist. Bereits im M\u00e4rz hatte der Bundesinnenminister einer Zentralisierung des Verfassungsschutzes und einer St\u00e4rkung des BKA im pr\u00e4ventiven Bereich das Wort geredet.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches kam von der nordrhein-westf\u00e4lischen CDU und ihrem Vorsitzenden J\u00fcrgen R\u00fcttgers: \u201eIn Deutschland\u201c, so verk\u00fcndete er, \u201ebesteht ein sicherheitspolitisches Beh\u00f6rdenwirrwarr.\u201c Im Bund und den L\u00e4ndern seien mehr als 30 Institutionen f\u00fcr die Sicherheit verantwortlich, zu viele also. Das Festhalten an 17 Verfassungsschutz\u00e4mtern stelle \u201eein sicherheitspolitisches Risiko\u201c dar. Deren Aufgaben sollten in einem Bundesamt mit regionalen Niederlassungen \u201eetwa einem Verfassungsschutzamt S\u00fcd oder Mitte\u201c geb\u00fcndelt werden. B\u00fcndelung sei aber kein Synonym f\u00fcr Standortkonzentration, \u201edas w\u00e4re kontraproduktiv\u201c. Dar\u00fcber hinaus sei der Bundesgrenzschutz (BGS) zu einer \u201ewirklichen Bundespolizei\u201c umzubauen und das BKA mit dem Zoll zu \u201everklammern\u201c. Nachrichtendienste und Polizei sollten zwar getrennt bleiben, aber auf einer \u201eoberen Netzebene\u201c kooperieren. Die Sicherheitsbeh\u00f6rden br\u00e4uchten dazu eine gemeinsame \u201eDatenbank Terrorismus\u201c.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Die SicherheitsexpertInnen der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion errechneten gar eine Zahl von 37 Sicherheitsbeh\u00f6rden bei Bund und L\u00e4ndern und forderten, die Terrorismusbek\u00e4mpfung zur Bundesaufgabe zu machen. Anders als ihre KollegInnen aus Nordrhein-Westfalen lehnten sie aber eine Abschaffung der LfV ab. Stattdessen sei ein rund um die Uhr besetztes \u201eGemeinsames Zentrum zur Terrorismusbek\u00e4mpfung\u201c beim Bundesinnenministerium (BMI) zu schaffen. Das BKA als Zentralstelle, eine neu zu schaffende Bundeskriminalpolizei und der Bundesgrenzschutz (BGS) sollten einem Bundespolizeipr\u00e4sidium unterstellt werden. Dar\u00fcber hinaus schwebt den UnionsexpertInnen eine Heimatschutztruppe der Bundeswehr f\u00fcr den Einsatz im Innern vor. \u201eHomeland security\u201c \u2013 aber bitte bei Erhaltung von \u201eStandorten\u201c in den L\u00e4ndern.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen hatten bereits im vergangenen Jahr eine \u201etabulose\u201c Debatte \u00fcber die Reform der Geheimdienste gefordert. Der Ankn\u00fcpfungspunkt war damals allerdings noch ein anderer: Das Bundesverfassungsgericht hatte das Parteiverbotsverfahren gegen die NPD eingestellt, nachdem die Bundesregierung Zeugen pr\u00e4sentiert hatte, die sich als doppelte Lottchen entpuppten \u2013 zugleich hohe NPD-Funktion\u00e4re und V-Leute des Verfassungsschutzes. Zeitweise arbeitete ein Siebtel der Landes- und Bundesvorstandsmitglieder der Partei im Nebenamt f\u00fcr die Schlapph\u00fcte. Der Skandal war zum Vorschein gekommen, weil die Verfassungsschutz\u00e4mter ihre geheimen V-Leute auch untereinander geheim hielten. \u201eDas unkoordinierte Nebeneinander von 16 Landes\u00e4mtern f\u00fcr Verfassungsschutz und einem Bundesamt muss ein Ende haben\u201c, lautete der etwas kurze Schluss in einem Diskussionspapier der Innen- und RechtspolitikerInnen der gr\u00fcnen Bundestagsfraktion. Die Landes\u00e4mter seien abzuschaffen, der Milit\u00e4rische Abschirmdienst (MAD) solle dem verbleibenden BfV zugeschlagen werden. \u201eUnter strikter Wahrung der Trennung von Inlands- und Auslandszust\u00e4ndigkeiten sind die Zust\u00e4ndigkeiten und Aktivit\u00e4ten des Verfassungsschutzes und des MAD auf der einen Seite und des Bundesnachrichtendienstes auf der anderen Seite zu koordinieren und gegebenenfalls zusammenzufassen.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Wie eine strikte Trennung mit einer Zusammenfassung zu vereinbaren w\u00e4re, erkl\u00e4rten die Gr\u00fcnen nicht. An diesen \u201etabulosen\u201c \u00dcberlegungen strickte die gr\u00fcne Fraktion nach dem Anschlag in Madrid weiter. \u201eIm Interesse der Sicherheit brauchen wir effiziente Strukturen, gerade auch im Bereich der Geheimdienste\u201c, hei\u00dft es in einer Presseerkl\u00e4rung vom 16. M\u00e4rz. Man m\u00fcsse pr\u00fcfen, ob ein Bundesamt nicht ausreichen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die FDP-Bundestagsfraktion zeigte sich gespalten. Ihr parlamentarischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00f6rg van Essen bef\u00fcrwortete die Aufl\u00f6sung der LfV, weil die Vielzahl der \u00c4mter bewirke, dass Informationen \u201enicht zutreffend bewertet\u201c w\u00fcrden oder \u201eim Beh\u00f6rdendickicht\u201c untergingen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Ihr innen- und rechtspolitischer Sprecher Max Stadler sprach sich zwar f\u00fcr eine zentrale Zust\u00e4ndigkeit des BfV bei der geheimdienstlichen Terrorismusbek\u00e4mpfung aus, allerdings \u201eohne dass die Landes\u00e4mter abgeschafft werden\u201c. Eine gemeinsam von Polizei und Diensten genutzte Datei oder ein gemeinsames Lagezentrum lehnte Stadler jedoch unter Hinweis auf das Trennungsgebot von Polizei und Geheimdienst ab.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Die Innenminister und -senatoren der L\u00e4nder waren sich in der Ablehnung einer Zentralisierung des Verfassungsschutzes weitgehend einig. Standortwahrung lautete die Parole \u00fcber die Parteigrenzen hinweg. Schon im M\u00e4rz erkl\u00e4rten die Minister Nordrhein-Westfalens, Fritz Behrens (SPD), und Bayerns, G\u00fcnther Beckstein (CSU), ihre Landes\u00e4mter seien sehr wohl arbeitsf\u00e4hig und effizient.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Am 1. Juli beschlossen die elf der CDU und CSU angeh\u00f6renden L\u00e4nderinnenminister in Saarbr\u00fccken eine gemeinsame Erkl\u00e4rung.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Die Existenz der Landes\u00e4mter, so hei\u00dft es da, stehe einer zentralen Informationsauswertung nicht im Wege. Das Bundesamt m\u00fcsse vielmehr seine Zentralstellenfunktion wahrnehmen. Ein \u201egemeinsames Lage- und Analysezentrum\u201c von BKA, BND, BfV, MAD und Zollkriminalamt m\u00fcsse her, auf dessen Fundstellen-Datei m\u00fcssten sowohl die LfV als auch die Landespolizeien zugreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unmittelbar vor der Tagung der Innenministerkonferenz (IMK) am 7. und 8. Juli in Kiel zog Schily seine Zentralisierungsforderungen zur\u00fcck, sie seien derzeit nicht durchsetzbar. Die IMK bekr\u00e4ftigte stattdessen, dass \u201ealle verf\u00fcgbaren Erkenntnisse &#8230; aus dem Bereich des islamistischen Terrorismus einschlie\u00dflich des islamistischen Extremismus &#8230; unter Beteiligung der L\u00e4nder zentral\u201c, d.h. beim BfV, auszuwerten seien.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Eine Arbeitsgruppe soll nun pr\u00fcfen, \u201eunter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang die Errichtung gemeinsamer Dateien, insbesondere einer Aktenfundstellendatei, f\u00fcr Vorg\u00e4nge der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden und Polizeien von Bund und L\u00e4ndern und gegebenenfalls weiteren Sicherheitsbeh\u00f6rden des Bundes\u201c m\u00f6glich ist. Berlin und Rheinland-Pfalz warnten, die Datei nicht zu \u00fcberfrachten und sie auf \u201etats\u00e4chliche oder potenzielle terroristische Gewaltt\u00e4ter und sie inhaltlich unterst\u00fctzende islamistische Extremisten\u201c zu begrenzen. Einig war man sich jedoch in der Notwendigkeit eines \u201eganzheitlichen Bek\u00e4mpfungsansatzes im Zusammenwirken von Polizei, Nachrichtendiensten, Justiz, Ausl\u00e4nder-, Einb\u00fcrgerungs-, Sozial- und anderen Verwaltungsbeh\u00f6rden sowie anderen Stellen wie Wirtschaft, Verb\u00e4nden, Vereinen u.a.\u201c Unter den vielen Bewohnern dieses gro\u00dfen Hauses der \u201eSicherheit\u201c haben die Geheimdienste einen besonderen Platz.<\/p>\n<h4>Verfassungsschutz<\/h4>\n<p>Die jetzt entstehende \u201eIslamistendatei\u201c ist keineswegs die erste informationelle Verklammerung von Polizei und Verfassungsschutz. Die Online-Verbindung zwischen dem Nachrichtendienstlichen Informationssystem (NADIS) und dem Informationsverbund der Polizei (INPOL) wurde erst 1980 gekappt. Die technische Verquickung von polizeilichem Staatsschutz und Verfassungsschutz blieb jedoch noch weitere neun Jahre erhalten: Bis 1989 f\u00fchrte die Staatsschutzabteilung des BKA ihren Personenindex samt den Daten, die sie von den Landeskriminal\u00e4mtern erhalten hatte, nicht nur im eigenen Datensystem, der seit 1986 betriebenen \u201eArbeitsdatei PIOS Innere Sicherheit\u201c (APIS), sondern auch in der Personenzentraldatei von NADIS. Die Verfassungsschutz\u00e4mter verf\u00fcgten so \u00fcber einen kompletten Fundstellennachweis der polizeilichen Staatsschutzakten. Die Speicherung der Fundstellen in NADIS, so kritisierte der Bundesdatenschutzbeauftragte damals, f\u00fchrte \u201ein signifikantem Umfang\u201c dazu, dass die Verfassungssch\u00fctzer anschlie\u00dfend auf konventionellem Wege den vollen Inhalt der Daten und Akten beim BKA und den Landespolizeien nachfragten.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Das Bundesverfassungsschutzgesetz von 1990<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> untersagte zwar in \u00a7 6 derartige Online-Verbindungen, verordnete aber beiden Seiten umfassende Zusammenarbeits- und \u00dcber\u00admittlungspflichten.<\/p>\n<p>Es brachte gleichzeitig die rechtliche Ausformulierung der verfassungssch\u00fctzerischen Datenverarbeitung und der Befugnisse zur Anwendung \u201enachrichtendienstlicher Mittel\u201c, die nach dem Volksz\u00e4hlungsurteil des Bundesverfassungsgerichts von 1983 erforderlich geworden war.<\/p>\n<p>Der eigentliche Ausbau der \u00c4mter war bereits in den 70er Jahren erfolgt. Er vollzog sich parallel zur au\u00dfenpolitischen Entspannung (\u201eOstpolitik\u201c) und zur innenpolitischen Lockerung der BRD, zu jener durch die Studenten- und die diversen neuen sozialen Bewegungen bewirkten \u201edemokratischen Kulturrevolution\u201c, die die Regierungs\u00fcbernahme der sozialliberalen Koalition erst erm\u00f6glicht hatte. Das Verfassungsschutzgesetz von 1972 hatte nicht nur die Zust\u00e4ndigkeit des Verfassungsschutzes f\u00fcr die Spionageabwehr best\u00e4tigt, sondern formulierte ferner die Mitwirkung bei Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen, die Ausl\u00e4nder\u00fcberwachung und vor allem die \u201eBeobachtung\u201c von gegen die \u201efreiheitliche demokratische Grundordnung\u201c gerichteten Bestrebungen als Aufgabe sowohl des Bundesamtes als auch der Landes\u00e4mter. In der Praxis lag dabei der Schwerpunkt der Beschaffung von Informationen bei den LfV, w\u00e4hrend das BfV vor allem f\u00fcr die Auswertung zu sorgen hatte. Eine wesentliche Rolle f\u00fcr die Regelung der Arbeitsteilung und die Festlegung von Beobachtungsobjekten hatte schon damals die Amtsleiterkonferenz, der Arbeitskreis IV der IMK.<\/p>\n<p>An die Stelle des vergleichsweise klar umrissenen antikommunistischen Feindbildes der Hochphase des Kalten Krieges trat das diffuse Bild vor allem des linksextremistischen \u201eVerfassungsfeindes\u201c. Die Verfassungsschutzberichte jener Jahre belegen eindr\u00fccklich, wie schwer es den geheimdienstlichen Staatssch\u00fctzern fiel, die neuen Formen des Protests zu verstehen. Der Radikalenerlass der L\u00e4nder-Minister\u00adpr\u00e4sidenten und des Bundeskanzlers, ebenfalls von 1972, und die sich darauf st\u00fctzende Praxis der Berufsverbote sorgten daf\u00fcr, dass die Definition von \u201eVerfassungsfeinden\u201c nicht ein blo\u00dfes politisches Werturteil blieb, sondern einschneidende Konsequenzen f\u00fcr die Betroffenen hatte. Regelanfragen beim Verfassungsschutz geh\u00f6rten bis in die 80er Jahre zur normalen Einstellungspraxis im \u00f6ffentlichen Dienst.<\/p>\n<p>Mit der Bildung einer Abteilung \u201elinksextremistischer Terrorismus\u201c beim BfV ergab sich ein weiterer Arbeitsbereich, bei dem der Geheimdienst in Konkurrenz zum polizeilichen Staatsschutz trat und beide Sph\u00e4ren nur noch schwierig abzugrenzen waren. \u201eDer Verfassungsschutz erf\u00fcllt &#8230; die Aufgaben des Staatsschutzes im Vorfeld der polizeilichen Gefahrenabwehr und der Strafverfolgung\u201c, schrieb die IMK 1974 in ihrem \u201eProgramm f\u00fcr die Innere Sicherheit\u201c.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Da bereits die Polizei bei der Ver\u00adfolgung politischer Delikte wie dem 1976 eingef\u00fchrten \u00a7\u00a0129a Strafgesetzbuch das Vorfeld konkreter deliktischer Handlungen ausforscht, ist damit dem Verfassungsschutz ein unbegrenztes Vorfeld des Vorfeldes zugewiesen.<\/p>\n<p>Mit dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges, dessen Kinder die Geheimdienste in Ost und West waren, geriet auch der Verfassungsschutz erstmals in seiner Geschichte in gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten, seine Existenz zu legitimieren. Zweifel am Sinn oder zumindest an der Gr\u00f6\u00dfe der \u00c4mter kamen pl\u00f6tzlich nicht mehr nur aus den Kreisen der \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen, sondern auch aus den etablierten Parteien.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich kamen die Verfassungsschutz\u00e4mter nach 1990 nicht umhin, Personal abzubauen. Von 2.435 Bediensteten 1990 sank der Personalbestand des BfV langsam aber stetig auf 2.097 im Jahre 2001. \u00c4hnliches geschah auf der L\u00e4nderebene: W\u00e4hrend die neuen L\u00e4nder ab 1990 eigene \u00c4mter aufbauten, sank der Personalbestand in den meisten alten Bundesl\u00e4ndern: Niedersachsen reduzierte von 378 im Jahre 1990 auf 220 im Jahre 2001, Baden-W\u00fcrttemberg im selben Zeitraum von 410 auf 337, Bayern von 460 auf 400. Nordrhein-Westfalen dagegen steigerte den Personalbestand von 285 auf 303 Bedienstete.<\/p>\n<p>Der 11. September 2001 erwies sich \u2013 zynisch gesprochen \u2013 als Gl\u00fccksfall f\u00fcr den Verfassungsschutz, der \u2013 zun\u00e4chst aufgrund von Sonderprogrammen \u2013 seine Personaleinbu\u00dfen aus dem davor liegenden Jahrzehnt fast wieder wettgemacht hat (siehe Tabelle).<\/p>\n<p>Tab.: Personal der Dienste<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"142\"><\/td>\n<td width=\"91\"><strong>1970<\/strong><\/td>\n<td width=\"91\"><strong>1990<\/strong><\/td>\n<td width=\"91\"><strong>2003\/4<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/td>\n<td width=\"91\">185<\/td>\n<td width=\"91\">400<\/td>\n<td width=\"91\">333<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Bayern<\/td>\n<td width=\"91\">193<\/td>\n<td width=\"91\">460<\/td>\n<td width=\"91\">450<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Berlin<\/td>\n<td width=\"91\">220<\/td>\n<td width=\"91\">300<\/td>\n<td width=\"91\">184<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Bremen<\/td>\n<td width=\"91\">43<\/td>\n<td width=\"91\">82<\/td>\n<td width=\"91\">50<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Hamburg<\/td>\n<td width=\"91\">140<\/td>\n<td width=\"91\">200<\/td>\n<td width=\"91\">140<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Hessen<\/td>\n<td width=\"91\">93<\/td>\n<td width=\"91\">258<\/td>\n<td width=\"91\">200<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Niedersachsen<\/td>\n<td width=\"91\">123<\/td>\n<td width=\"91\">378<\/td>\n<td width=\"91\">227<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Nordrhein-Westfalen<\/td>\n<td width=\"91\">212<\/td>\n<td width=\"91\">279<\/td>\n<td width=\"91\">374<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Rheinland-Pfalz<\/td>\n<td width=\"91\">Ca. 70<\/td>\n<td width=\"91\">ca. 160<\/td>\n<td width=\"91\">150<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Saarland<\/td>\n<td width=\"91\">70<\/td>\n<td width=\"91\">92<\/td>\n<td width=\"91\">77<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Schleswig-Holstein<\/td>\n<td width=\"91\">110<\/td>\n<td width=\"91\">107<\/td>\n<td width=\"91\">83<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\"><em>Total alte L\u00e4nder<\/em><\/td>\n<td width=\"91\"><em>ca. 1.470<\/em><\/td>\n<td width=\"91\"><em>ca. 2.700<\/em><\/td>\n<td width=\"91\"><em>2.268<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Brandenburg<\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\">125<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Mecklenburg-Vorpommern<\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\">78<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Sachsen<\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\">205<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Sachsen-Anhalt<\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\">96<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">Th\u00fcringen<\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\">100<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\"><em>Total inkl. neue L\u00e4nder<\/em><\/td>\n<td width=\"91\"><em>\u00a0<\/em><\/td>\n<td width=\"91\"><em>\u00a0<\/em><\/td>\n<td width=\"91\"><em>2.872<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">BfV<\/td>\n<td width=\"91\">1.016<\/td>\n<td width=\"91\">2.435<\/td>\n<td width=\"91\">2.401<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">MAD<\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\">1.948<\/td>\n<td width=\"91\">1.249<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"142\">BND<\/td>\n<td width=\"91\"><\/td>\n<td width=\"91\">7.500-8.500<\/td>\n<td width=\"91\">5.800-6.000<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Quellen: Die Angaben f\u00fcr die Jahre 1970 und 1990 wurden \u00fcbernommen aus Werkentin, F.: Gesamtdeutscher Verfassungsschutz, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 36 (2\/1990), S. 22-32 (23). Rheinland-Pfalz machte bis 1990 keine Angaben \u00fcber sein Verfassungsschutzpersonal. Mit drei Ausnahmen entstammen die heutigen Personalzahlen der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden aus den Verfassungsschutzberichten oder von den Websites der \u00c4mter. Die Angaben aus Bremen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wurden bei den Pressesprechern der Innenministerien bzw. des Innensenats erfragt. Personalzahlen f\u00fcr den BND gibt es nur in der Presse, die Angaben schwanken sehr stark.<\/p>\n<p>Die krampfhafte Suche nach neuen Themen, die die fr\u00fchen 90er Jahre kennzeichnete, war dagegen bereits vorher erledigt. Einige Bundesl\u00e4nder, allen voran Bayern, haben ihre Verfassungssch\u00fctzer in eine neue Konkurrenz mit der Polizei geschickt, indem sie sie mit der Beobachtung der organisierten Kriminalit\u00e4t beauftragten. Dies hatte der damalige BfV-Chef schon im M\u00e4rz 1990 in einem internen Arbeitspapier mit dem Titel \u201eAuswirkungen der politischen Ver\u00e4nderungen in der DDR und den osteurop\u00e4ischen Staaten\u201c empfohlen.<\/p>\n<p>Auch bei der Ausl\u00e4nder\u00fcberwachung sah Boeden 1990 Chancen einer \u201eeffizienten Personalaufstockung\u201c. Schon in den 70er Jahren hatten die \u00c4mter einen Online-Zugriff auf das Ausl\u00e4nderzentralregister, der mit dem im Januar 2002 verabschiedeten Anti-Terror-Gesetz erheblich erweitert wurde.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Unabh\u00e4ngig von der Terrorismus-Bek\u00e4mpfung hatten die \u00c4mter mit dem neuen Einb\u00fcrgerungsrecht neue Aufgaben erhalten. Aufgrund von Regelanfragen \u00fcberpr\u00fcfte das Hamburger LfV im vergangenen Jahr 8.302 Einb\u00fcrgerungswillige (2002: 11.030).<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Mit dem gerade beschlossenen Zuwanderungsgesetz wird die Praxis der Regelanfrage auf s\u00e4mtliche Personen ausgedehnt, die eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis beantragen.<\/p>\n<p>Auch das angestammte Arbeitsfeld der \u201eExtremismusbeobachtung\u201c ging nicht verloren. Nach wie vor \u00fcberwacht der Verfassungsschutz sowohl linke Kleinstparteien als auch die PDS bzw. angeblich nur ihre \u201eKommunistische Plattform\u201c und rubriziert soziale Bewegungen als linksextremistisch infiltriert. V-Leute werden keineswegs nur auf der \u00e4u\u00dfersten Rechten eingesetzt, sondern auch gegen Linke.<\/p>\n<p>Die Zahl der wegen \u201eextremistischer\u201c oder sicherheitsgef\u00e4hrdender\u201c Bestrebungen in NADIS erfassten Personen ist zwar seit Anfang der 90er Jahre kontinuierlich zur\u00fcckgegangen \u2013 von 592.148 im Jahre 1993, dem ersten Jahr der Ver\u00f6ffentlichung dieser Daten im Verfassungsschutzbericht, auf 415.600 im Jahr 2003.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Auch die Zahl der im Zusammenhang mit Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen Gespeicherten war bis Mitte der 90er r\u00fcckl\u00e4ufig (1993: 515.530, 1996: 441.022), nahm danach aber st\u00e4ndig wieder zu und lag 2003 mit 569.700 \u00dcberpr\u00fcften \u00fcber dem Wert von vor zehn Jahren. Die Zahl der Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen und damit die Aktivit\u00e4t des Verfassungsschutzes auf diesem Gebiet ist also bereits vor dem Stichtag des 11.9.2001 und der danach erfolgten Versch\u00e4rfung der gesetzlichen Grundlagen durch das Anti-Terror-Gesetz gestiegen.<\/p>\n<p>Der engste Nachbar der Verfassungsschutz\u00e4mter auf den langen G\u00e4ngen des st\u00e4ndig erweiterten Hochhauses der Inneren Sicherheit bleibt jedoch die Polizei: Schon bei der Abwicklung der RAF Anfang der 90er Jahre und danach bei der Bek\u00e4mpfung des Rechtsextremismus und der \u201eSchleuserkriminalit\u00e4t\u201c probierten Polizei und Inlandsgeheimdienst neue Formen der Koordination und des Informationsaustausches aus. Die jetzt im Zusammenhang der Bek\u00e4mpfung des \u201eislamistischen Extremismus und Terrorismus\u201c praktizierten Methoden der Zusammenarbeit erscheinen da nur als der vorl\u00e4ufige H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<h4>Bundesnachrichtendienst (BND) \u2013 Partner und Ratgeber<\/h4>\n<p>\u201eDer Bundesnachrichtendienst sammelt zur Gewinnung von Erkenntnissen \u00fcber das Ausland, die von au\u00dfen- und sicherheitspolitischer Bedeutung f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland sind, die erforderlichen Informationen und wertet sie aus.\u201c So hei\u00dft es lapidar in \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02 des BND-Gesetzes von 1990, der ersten gesetzlichen Grundlage des Dienstes \u00fcberhaupt. Das Ende des Kalten Krieges traf den Auslandsgeheimdienst besonders hart, da die Blockkonfrontation auch nach der au\u00dfenpolitischen Entspannung der 70er Jahre sein Koordinatensystem gebildet hatte. Dass der damalige BND-Pr\u00e4sident Konrad Porzner Ende 1991 verk\u00fcndete, rund 1.000 der damals \u00fcber 8.000 Stellen w\u00fcrden \u201ein den n\u00e4chsten Jahren\u201c eingespart, erscheint deshalb nur konsequent. In dem Ma\u00dfe wie Aufgaben des Dienstes wegfielen, so Porzner damals, \u201esind Personalreduzierungen selbstverst\u00e4ndlich\u201c.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Derartige Meldungen tauch\u00adten in den 90er Jahren immer wieder auf, ohne dass aber klar w\u00fcrde, wie viele Leute tats\u00e4chlich noch beim BND arbeiteten. Im April 1992 plante der damalige Kanzleramtsminister Friedrich Bohl bis 1998 eine K\u00fcrzung von 750 Stellen. 1996 forderte der damalige Finanzminister Theo Waigel (CSU) bis zum Jahre 2000 ein weiteres F\u00fcnftel der Stellen \u2013 angeblich rund 500 \u2013 zu streichen. Bei der Amtseinf\u00fchrung des von der rot-gr\u00fcnen Koalition ernannten neuen BND-Chefs August Hanning im Dezember 1998 sch\u00e4tzte die Neue Z\u00fcrcher Zeitung 5.800 BND-Mitarbeiter, bis 2005, so hie\u00df es, sollten es nur noch 5.200 sein.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Der 11.9.2001 hat diesen Abbau gebremst: Das Anti-Terror-Pro\u00adgramm des Bundes bescherte dem Dienst einen Sonderzuschuss von 50 Mio. DM, mit dem Terrorismusexperten eingestellt aber auch moderne Technik angeschafft werden sollte.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Wenigstens wird der Haushalt des Dienstes heute nicht mehr versteckt: Im Einzelplan 04 des Bundeshaushalts ist f\u00fcr 2004 ein nicht n\u00e4her aufgeschl\u00fcsselter Zuschuss von 422,6 Mio. Euro ausgewiesen (2003: 435,7 Mio; 2002: 395,8 Mio).<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Trotz seiner Gr\u00f6\u00dfe hatte der BND bis weit in die 90er Jahre bei den Bundesregierungen, die er eigentlich mit seinen Erkenntnissen beraten und unterst\u00fctzen sollte, einen miserablen Ruf. Bei seinem Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss zur Plutonium-Aff\u00e4re 1997 erinnerte sich Kanzler Helmut Kohl, dass der BND 1990, als er selbst mit Micail Gorbatschow verhandelte, die Meldung auss\u00e4te, Deutschland werde im Zuge der Vereinigung aus der NATO austreten. Gorbatschow hat bekanntlich die NATO-Mitgliedschaft des vereinten Deutschlands akzeptiert. Der BND sei \u201eeiner der teuersten Geheimdienste der Welt\u201c, den es nach den Wahlen im darauf folgenden Jahr zu reformieren gelte.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Erst unter der aus diesen Wahlen hervorgegangenen Regierung Schr\u00f6der wurde der Dienst hoff\u00e4hig. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr liegen zum einen in einer gewandelten Au\u00dfen- und Milit\u00e4rpolitik der Regierung und zum andern in einer ebenso ver\u00e4nderten Aufgabenwahrnehmung des BND, die dessen Pr\u00e4sident im Mai 2001 auf einer Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung pr\u00e4sentierte: \u201eDie direkte Bedrohung im Sinne eines klassischen, symmetrischen Konfliktes von Territorialarmeen\u201c, m.a.W. die Frontstellung des Kalten Krieges, so Hanning, \u201espielt aktuell keine Rolle mehr.\u201c<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> An deren Stelle trat die gewachsene \u201esicherheitspolitische Verantwortung\u201c der BRD vor allem im Kontext der europ\u00e4ischen Union: \u201eMit diesem neuen politischen und milit\u00e4rischen Engagement haben sich zwangsl\u00e4ufig auch die Anforderungen, auch die Bedeutung von Information, von Intelligence, nicht nur quantitativ, sondern auch inhaltlich nachdr\u00fccklich ver\u00e4ndert.\u201c Wie seine Partnerdienste auch lieferte der BND schon im Jahr 2000 Nachrichten \u00fcber angebliche Raketenfabriken im Irak, warnte aber hinterher vor den Folgen eines m\u00f6glichen Krieges.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Wie die Analysen des BND ausgesehen h\u00e4tten, wenn die Bundesregierung eine andere Position eingenommen h\u00e4tte, ist fraglich. Seine Orientierung auf die militarisierte Au\u00dfenpolitik ist jedenfalls nach dem Ende des Kalten Krieges keineswegs verschwunden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus pr\u00e4sentierte der BND-Chef in seinem Berliner Referat das Aufgabenspektrum des Dienstes als eine allumfassende \u201eMixtur\u201c von Instabilit\u00e4ten und Bedrohungen der Sicherheit \u201ebestehend aus ethnisch-religi\u00f6sen Spannungen, aus \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Problemen, aus sozialen Verwerfungen, aus medizinisch-gesundheit\u00adli\u00adchen Defiziten, aber auch aus neuen technologischen Verwundbarkeiten, aus terroristischen Bedrohungen, aus Bedrohungen der Organisierten Kriminalit\u00e4t und aus den Gefahren der Proliferation &#8230;\u201c Weil Terrorismus oder organisierte Kriminalit\u00e4t \u201ezur Entwicklung ihres Angriffspotenzials (nicht) auf die Pr\u00e4senz in unserem Lande oder auf die Pr\u00e4senz in unmittelbarer Nachbarschaft angewiesen\u201c seien, brauche es ein \u201eglobales sicherheitspolitisches Denken\u201c und die \u201eEinbindung des BND in die sicherheitspolitische Community\u201c.<\/p>\n<p>Synergieeffekte versprach sich Hanning vor allem durch eine \u201enoch engere Kooperation mit den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden\u201c. Die Aufkl\u00e4rung von Einzeldelikten und die Festnahme von T\u00e4tern sei zwar \u201eohne Frage\u201c Sache von Polizei und Strafverfolgung. Angesichts der Rolle des BND bei der Bek\u00e4mpfung von Terrorismus, organisierter Kriminalit\u00e4t, Geldw\u00e4sche, Korruption, illegaler Migration etc. war es dem BND-Chef \u201eunverst\u00e4ndlich, warum eine intensivere Kooperation zwischen dem BND und den nationalen Strafverfolgungsbeh\u00f6rden nicht m\u00f6glich sein sollte.\u201c<\/p>\n<p>Nach dem BND-Gesetz von 1990 hatte der Dienst bereits weitgehende Befugnisse zur \u00dcbermittlung an die Polizei. Seit Anfang der 90er Jahre hat er sich auch St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck an polizeiliche Arbeitsfelder herangetastet. Seit 1992 sollen seine Residenturen in Staaten, wo das BKA nicht selbst pr\u00e4sent ist, die Rolle von polizeilichen VerbindungsbeamtInnen mit \u00fcbernehmen und Informationen \u00fcber den Drogenhandel liefern. 1993 pr\u00e4sentierte der Dienst seine Erkenntnisse in einem Bericht mit vielen Banalit\u00e4ten und massiv aufgebl\u00e4hten Zahlen. 1996 folgte ein weiterer Bericht \u00fcber \u201eSonderformen der Organisierten Kriminalit\u00e4t\u201c, der vor allem die F\u00e4higkeit des Dienstes zur Handhabung des Microsoft-Power-Point-Programms belegte.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>1994 organisierte er gemeinsam mit dem Bayerischen Landeskriminalamt eine \u201ekontrollierte Lieferung\u201c von 560 Gramm Plutonium aus Russland. Der von V-Leuten provozierte und organisierte Kauf der Ware und ihr Transport nach M\u00fcnchen war als Pilotprojekt gedacht, bescherte dem Dienst aber seinen wohl gr\u00f6\u00dften Skandal in den 90er Jahren.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p>Ab 1996 oder 1997 befasste sich der BND auch mit \u201eillegaler Migration\u201c und Schleuserkriminalit\u00e4t. Dem Thema widmete er am 28. Oktober 1999 seine erste \u00f6ffentliche Veranstaltung \u00fcberhaupt. \u201eDer BND recherchiere z.B. die Herkunft deutscher Visa-Dokumente, die in Pakistan frei verkauft w\u00fcrden. Er pr\u00fcfe auch, auf welchem Weg Chinesen und Afghanen nach ihrer Ausweisung aus der Ukraine n\u00e4her an Westeuropa, nach Montenegro gebracht w\u00fcrden\u201c, vermeldete die \u201eFrankfurter Allgemeine\u201c am Tag darauf. Der BND unterrichte nicht nur die Bundesregierung, sondern leite Erkenntnisse direkt an die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden weiter. BMI-Staatssekret\u00e4rin Cornelia Sonntag-Wolgast, die ebenfalls bei der Veranstaltung auftrat, hoffte, dass wechselseitige Hospitationen und Besprechungen auf Arbeitsebene die Ber\u00fchrungs\u00e4ngste zwischen BND und BKA abbauen w\u00fcrden.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Im Jahr davor hatte der BND einen ersten Bericht zu seinem neuen Arbeitsfeld abgeliefert, im Mai 2001 folgte ein weiterer. Auf 100 Seiten, die die illegale Migration in den Schengenraum aufkl\u00e4ren sollten, lie\u00df sich der Auslandsgeheimdienst \u00fcber skrupellose Schlepperorganisationen aus, die die Notsituation fluchtwilliger Menschen ausn\u00fctzten \u2013 \u201eein Galopp durch die vom BND \u201aaufgekl\u00e4rte\u2018 Situation in 23 L\u00e4ndern &#8230; \u00dcberall entdecken sie \u201aSprungbretter\u2018, \u201aSammelbecken\u2018 oder gar \u201aDrehscheiben\u2018 illegaler Migration.\u201c<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Mit dem Anti-Terror-Gesetz vom Januar 2002 wurden einerseits die \u00dcbermittlungsbefugnisse der Ausl\u00e4nder- und Asylbeh\u00f6rden an den BND, andererseits die Zugriffsm\u00f6glichkeiten des Dienstes auf das Ausl\u00e4nderzentralregister erweitert. Bereits davor mischte auch der BND beim \u201eInformationboard\u201c \u00fcber Schleuserkriminalit\u00e4t mit.<\/p>\n<p>Im April 1999 brillierte der Dienst mit einem Bericht \u00fcber die \u201eGeldw\u00e4sche Community in Lichtenstein\u201c, in dem der f\u00fcrstliche Kleinststaat als \u201eideales Geldw\u00e4scheparadies\u201c dargestellt wurde. Die Bundesregierung musste sich im Oktober 2000 von dem Bericht und den darin enthaltenen Behauptungen \u00fcber einzelne Personen distanzieren.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p>Seine Organisationsgliederung, die der BND auf seiner Homepage in gro\u00dfen Worten erl\u00e4utert, spiegelt das gewandelte Aufgabenbild wider. Bis 2001 verf\u00fcgte er neben Zentralen Diensten, Verwaltungsabteilung und BND-Schule \u00fcber drei eigentliche Arbeitsabteilungen: Die Abteilung \u201eOperative Aufkl\u00e4rung\u201c, die f\u00fcr die Informationsbeschaffung auch durch V-Leute im Ausland zust\u00e4ndig ist, die \u201etechnische Beschaffung\u201c, die sich um die strategische Telekommunikations\u00fcberwachung des Dienstes k\u00fcmmert, und schlie\u00dflich die \u201eAuswertung\u201c. Nach dem 11.\u00a0September entstand eine neue Abteilung 5 f\u00fcr \u201eoperative Aufkl\u00e4rung\/Auswertung\u201c im Bereich \u201eInternationaler Terrorismus und organisierte Kriminalit\u00e4t\u201c einschlie\u00dflich Drogenhandel, Geldw\u00e4sche sowie illegale Migration.<\/p>\n<p>Auch die Befugnisse zur strategischen Fernmelde\u00fcberwachung durch den BND wurden um die neuen Aufgabengebiete erweitert. Bis 1994 durfte er diese Befugnis nach dem G\u00a010-Gesetz nur zur fr\u00fchzeitigen Erkennung eines bewaffneten Angriffs auf die BRD nutzen. Typisch hierf\u00fcr war die Kontrolle von Briefen und die \u00dcberwachung von Telefongespr\u00e4chen in die DDR und Staaten des Warschauer Paktes. Mit dem \u201eVerbrechensbek\u00e4mpfungsgesetz\u201c wurden die so genannten Gefahrenbereiche ausgeweitet auf den internationalen Terrorismus, die internationale Verbreitung von Kriegswaffen, den internationalen Drogenhandel, die Geldf\u00e4lschung sowie die damit zusammenh\u00e4ngende Geldw\u00e4sche.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/p>\n<p>Seit der Neufassung des G\u00a010-Gesetzes im Jahre 2001 richten sich die gro\u00dfen Ohren des BND nicht mehr nur auf die satellitengest\u00fctzte Telekommunikation mit dem Ausland, sondern auch auf die leitungsgebundene.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Insgesamt \u00fcberwacht er dabei 20 Prozent des internationalen Fernmeldeverkehrs von und nach Deutschland. Im Jahre 2003 sind rund 42.000 als verd\u00e4chtig qualifizierte Kommunikationsf\u00e4lle im \u201eStaubsauger\u201c h\u00e4ngen geblieben. Davon galten 534 Meldungen als nachrichtendienstlich relevant. 18 Meldungen reichte der Dienst an die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden weiter.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p>\n<h4>Sicherheitspolitische Wiedervereinigung<\/h4>\n<p>\u201eAus sicherheitspolitischen Gr\u00fcnden\u201c, so der Bundesinnenminister am 1. Juni dieses Jahres bei der Vorstellung der nun definitiven Umzugspl\u00e4ne f\u00fcr das BKA, sei dessen \u201er\u00e4umliche N\u00e4he zu den wesentlichen Akteuren\u201c erforderlich \u2013 zu den diversen Bundesministerien wie dem BMI und dem Ausw\u00e4rtigen Amt, zum Bundeskanzleramt und nat\u00fcrlich auch zum BND und zum BfV.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> Schily hat damit den Kern der \u201esicherheitspolitischen Community\u201c auf Bundesebene umrissen, den er bis sp\u00e4testens 2008 am Regierungssitz haben will. Zwar wird nicht wie anfangs geplant das gesamte BKA in Berlin angesiedelt, wohl aber ein Teil der Staatsschutzabteilung, n\u00e4mlich die Gruppe Internationaler Terrorismus, sowie die Abteilung \u201einternationale Koordinierung\u201c und die Amtsleitung.<\/p>\n<p>Das BfV ist seit 1991 in der Hauptstadt pr\u00e4sent, der Umzug des BND ist im Gange. Die r\u00e4umliche N\u00e4he des BKA zu Regierung und Geheimdiensten hat vor allem symbolischen Charakter. Zu glauben, dass die VertreterInnen der \u201eSicherheitsbeh\u00f6rden\u201c einander tief in die Augen sehen m\u00fcssten, um zusammenzuarbeiten, ist kindisch. Die Symbolik spricht jedoch f\u00fcr sich: Erstens demonstriert die Bundesregierung selbst, dass sie sich um die Sicherheit und die daf\u00fcr zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden k\u00fcmmert. Diese Regierungsn\u00e4he ist f\u00fcr die Geheimdienste selbstverst\u00e4ndlich. Sie sind die Schn\u00fcffelapparate der Exekutive. F\u00fcr die Polizei ist diese N\u00e4he und Verf\u00fcgbarkeit f\u00fcr die Exekutive \u2013 zumal bei der Strafverfolgung \u2013 gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Die Ann\u00e4herung und Angleichung von Polizei und Geheimdiensten ist \u2013 zweitens \u2013 seit langem unverkennbar. Unter dem verharmlosenden Stichwort \u201everdeckte Ermittlungen\u201c haben sowohl das BKA als auch die Landeskriminal\u00e4mter in den vergangenen zwei Jahrzehnten Befugnisse erhalten, die bei den Geheimdiensten als \u201enachrichtendienstliche Mittel\u201c bezeichnet werden. Der \u201eVergeheimdienstlichung\u201c der Polizei korrespondiert andererseits die \u201eVerpolizeilichung\u201c der Dienste, sowohl hinsichtlich ihrer neuen Arbeitsgebiete als auch in Bezug auf ihre Befugnisse. Dass die Geheimdienste ihre Befugnisse zu \u00dcberwachungseingriffen aus dem G\u00a010-Gesetz und dem neuen Anti-Terror-Gesetz vergleichsweise selten nutzen, kann dabei nur wenig beruhigen.<\/p>\n<p>Die Geheimdienstgesetze von 1990 haben die enge Zusammenarbeit und den Informationsaustausch von Polizei und Geheimdiensten in \u201eStaatsschutzangelegenheiten\u201c weitgehend abgesegnet. Gegen das Eindringen der Geheimdienste in andere polizeiliche Arbeitsgebiete haben sich jedoch noch Anfang der 90er Jahre f\u00fchrende Polizeibeamte vor allem mit dem Argument gewehrt, geheimdienstliche \u201eErkenntnisse\u201c seien gerichtlich nicht verwertbar. Diese Skrupel scheinen mittlerweile \u00fcberwunden: Das Trennungsgebot f\u00fcr Polizei und Geheimdienste, so der Leiter des kriminalistischen Instituts des BKA, J\u00fcrgen Stock, sei nur ein organisatorisches: \u201eAus der organisatorischen Trennung folgt die Pflicht zur informationellen Zusammenarbeit unter Ber\u00fccksichtigung der unterschiedlichen Aufgaben und Befugnisse.\u201c<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> Getrennt marschieren, vereint schn\u00fcffeln.<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen: Gegen Terrorismus \u2013 f\u00fcr eine neue Sicherheitsarchitektur in Bund und Land, Diskussionspapier, D\u00fcsseldorf M\u00e4rz 2004<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die tageszeitung v. 17.3.2004; Handelsblatt v. 29.6.2004<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 S\u00fcddeutsche Zeitung v. 3.6.2003<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/deutschland\/227952.html\">www.netzeitung.de\/deutschland\/227952.html<\/a> v. 17.3.2004<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Presseerkl\u00e4rung v. 25.5.2004<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Berliner Zeitung v. 17.3.2004; Die Welt v. 6.4.2004; S\u00fcddeutsche Zeitung v. 18.3.2004<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 www.innen.saarland.de\/index_10824.htm<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 IMK: Beschlussniederschrift \u00fcber die 174. Sitzung am 7.\/8. Juli 2004 in Kiel; zur politischen Debatte darum herum s. Financial Times Deutschland v. 8.7.2004<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bundesbeauftragter f\u00fcr den Datenschutz: Datenschutzrechtliche Kontrolle bei der Abteilung Staatsschutz des BKA, Bonn 7. Dezember 1988 (Verschlusssache), S. 28-34 (33)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>\u00a0\u00a0 mit BND- und MAD-Gesetz, in: Bundesgesetzblatt (BGBl.) I v. 20.12.1990, S. 2954; die aktuellen Fassungen finden sich auch in den j\u00e4hrlichen Verfassungsschutzberichten.<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 in: Die Polizei 1974, H. 3, Beilage, S. B1-B11 (B1)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0\u00a0 BGBl. I v. 11.1.2002, S. 361<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> \u00a0 Freie und Hansestadt Hamburg, Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht 2003, S. 14<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>\u00a0\u00a0 einzige Ausnahme: kurzfristiger Anstieg auf 485.161 im Jahr 2000<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>\u00a0\u00a0 Tagesspiegel v. 14.11.1991<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>\u00a0\u00a0 Tagesspiegel v. 25.4.1992; Berliner Zeitung v. 8.2.1996; NZZ v. 18.12.1998<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>\u00a0\u00a0 B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 70 (3\/2001), S. 19<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/bundeshaushalt\">www.bundesfinanzministerium.de\/bundeshaushalt<\/a>2004\/html\/ep04\/ep04kp04.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>\u00a0\u00a0 Berliner Morgenpost v. 15.11.1997<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a>\u00a0 www.bnd.de\/download\/rede_friedrich_ebert_stiftung.pdf<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a>\u00a0\u00a0 S\u00fcddeutsche Zeitung v. 26.8.2000<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a>\u00a0\u00a0 zum Bericht von 1993 s. Busch, H.: Polizeiliche Drogenbek\u00e4mpfung, M\u00fcnster 1999, S. 199 f., ferner die Beitr\u00e4ge von Ke\u00dfelring, R. (BND) und Schuster, L. (BKA) in: Friedrich-Ebert-Stiftung (Hg.): Nachrichtendienste, Polizei und Verbrechensbek\u00e4mpfung im demokratischen Rechtsstaat, Berlin 1994, S. 60-64 bzw. 65-69; BND: Sonderformen der internationalen Organisierten Kriminalit\u00e4t, o.O., o.J. (1996)<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a>\u00a0\u00a0 Such, M.: Kontrolle ist vorgesehen, in: B\u00fcrgerrechte &amp; Polizei\/CILIP 63 (2\/1999), S. 73-79<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a>\u00a0\u00a0 der kriminalist 1999, H. 12, S. 485<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a>\u00a0\u00a0 John, D.: Umzingelt von Feinden, in: analyse &amp; kritik Nr. 452 v. 6.7.2001<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a>\u00a0\u00a0 Berliner Zeitung v. 1.2.2000; Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.10.2000<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a>\u00a0\u00a0 BGBl. I v. 4.11.1994, S. 3186<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a>\u00a0\u00a0 BGBl. I v. 28.6.2001, S. 1254; letzte \u00c4nderung durch das Anti-Terror-Gesetz von Januar 2002: BGBl. I v. 11.1.2002, S. 361<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a>\u00a0\u00a0 BT-Drs. 15\/2616 v. 4.3.2004<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a>\u00a0 www.bmi.bund.de\/dokumente\/pressemitteilung\/ix_95012.htm<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a>\u00a0\u00a0 Stock, J.: Datenerhebung und -verarbeitung der Zentralstelle Bundeskriminalamt nach dem 11. September, in: Wolter, J. u.a. (Hg.): Daten\u00fcbermittlungen und Vorermittlungen, Heidelberg 2003, S. 247-261 (259)<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Heiner Busch Die Gef\u00e4hrdung durch den internationalen Terrorismus zwinge den Staat zur \u00dcberpr\u00fcfung seiner<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,84],"tags":[309,342,728,1491],"class_list":["post-8042","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-cilip-078","tag-bundeskriminalamt","tag-bundesgrenzschutz","tag-gtaz","tag-verfassungsschutz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8042","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8042"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8042\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8042"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8042"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8042"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}