{"id":8201,"date":"2006-01-30T14:12:12","date_gmt":"2006-01-30T14:12:12","guid":{"rendered":"https:\/\/cilip.site36.net\/?p=8201"},"modified":"2006-01-30T14:12:12","modified_gmt":"2006-01-30T14:12:12","slug":"trittbrett-fuer-datenkraken-mit-frageboegen-und-rfid-tickets-zum-daten-weltmeister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp-dev.daten.cool\/?p=8201","title":{"rendered":"Trittbrett f\u00fcr Datenkraken &#8211;\u00a0Mit Frageb\u00f6gen und RFID-Tickets zum Daten-Weltmeister"},"content":{"rendered":"<h3>von padeluun, FoeBuD e.V.<\/h3>\n<p><strong>Was k\u00f6nnte es Besseres geben f\u00fcr die Bef\u00fcrworter eines \u00dcberwachungsstaates als ein Riesen-Fu\u00dfball-Ereignis mit Millionen begeisterter Menschen, die f\u00fcr ihren Fu\u00dfball wirklich alles tun w\u00fcrden \u2013 auch ohne nachzudenken sich freiwillig \u00fcberwachen zu lassen. Das Ticket-System der WM macht\u2019s m\u00f6glich.<\/strong><\/p>\n<p>Zur Weltmeisterschaft wartet das Organisationskomitee der FIFA \u2013 sprich der Deutsche Fu\u00dfballbund (DFB) \u2013 mit einem elektronischen Ticketsystem auf. Die Karten sind mit einem RFID-Chip versehen, der beim Eintritt ins Stadion ausgelesen wird und sie eindeutig einer bestimmten Person zuordnet. Die daf\u00fcr n\u00f6tigen Daten lieferten die Fans selbst: Sie mussten bei der Kartenbestellung einen umfangreichen Fragebogen ausf\u00fcllen. Glaubt man den Fu\u00dfballfunktion\u00e4ren, dann soll dieses System zwei Funktionen erf\u00fcllen: Erstens sicherstellen, dass bekannte \u201eHooligans\u201c und Gewaltt\u00e4ter keinen Zugang zu den Stadien erhalten, und zweitens den \u00fcblichen Schwarzmarkt ausschalten. Das System bedient jedoch nicht nur den v\u00f6llig \u00fcberdrehten Sicherheitswahn, sondern vor allem die Werbeinteressen der Sponsoren, die zumindest einen Teil der Kundendaten erhalten werden.<!--more--><\/p>\n<p>In ganz besonderer Weise profitiert die Firma Philips, die die RFID-Chips auf den WM-Tickets produziert und ebenfalls zu den WM-Finan\u00adciers geh\u00f6rt. F\u00fcr sie ist die Fu\u00dfball-WM ein ideales Projekt, um die in der hiesigen Bev\u00f6lkerung nach wie vor herrschenden berechtigten Bedenken gegen die Schn\u00fcffelchips zu zerstreuen. Sie kann die Angst vor \u201eHooligans\u201c und Terror nutzen, um RFID (Radio Frequency Identification) als \u201eSicherheitstechnik\u201c zu verkaufen. Und der Wunsch der \u201eFans\u201c, live dabei zu sein, wird sicher gr\u00f6\u00dfer sein als ihre Sorge, ausspioniert zu werden.<\/p>\n<p>Darum aber geht es bei dieser Technik. \u201eEs kommt gar nicht mehr drauf an, wer die Karte hat, die Karte ist nicht das Entscheidende. Welche Person ist im Stadion, das will man damit feststellen k\u00f6nnen\u201c, sagte Helmut B\u00e4umler, damals Datenschutzbeauftragter von Schleswig-Hol\u00adstein, schon am 9. Februar 2004 in einem ARD-Interview: \u201eUnd so sehr ich Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr habe, dass man Fu\u00dfball-Rowdies rechtzeitig abwehren und erkennen m\u00f6chte, hier sieht man ganz genau, wohin diese Technologie f\u00fchrt, n\u00e4mlich zur \u00dcberwachung von Menschen.\u201c<\/p>\n<h4>Welche Daten werden erhoben?<\/h4>\n<p>Der Fragebogen zur Ticketbestellung, der entweder per Internet oder per Post eingereicht werden konnte, forderte von den Kaufwilligen nicht nur jene Informationen, die f\u00fcr den eigentlichen Bestellvorgang ausgereicht h\u00e4tten \u2013 n\u00e4mlich Name, Vorname und genaue Adresse. Einsehbar vermag die Frage erscheinen, welche Mannschaft man unterst\u00fctzen will. Welcher Fan m\u00f6chte unter den Anh\u00e4ngern der rivalisierenden Elf sitzen? Hier konnten die KartenbestellerInnen auch \u201eneutral\u201c eingeben.<\/p>\n<p>Verpflichtend waren allerdings ebenso das Geburtsdatum und die Staatsangeh\u00f6rigkeit. Bei Internet-Buchungen musste die E-Mail-Adresse angegeben werden, die Nennung der Telefonnummer blieb freiwillig. Da die Bezahlung nur per Kreditkarte (nur MasterCard) oder Bankeinzug, nicht aber bar oder wenigstens per \u00dcberweisung m\u00f6glich war, mussten die Interessierten auch diese Daten liefern.<\/p>\n<p>Ein Muss war schlie\u00dflich ferner die Nummer des Personalausweises oder Reisepasses, da \u2013 so der DFB in seinen Antworten auf die \u201eh\u00e4ufig gestellten Fragen\u201c (FAQ) \u2013 \u201enur so eine eindeutige Identifizierung der Person und ihre Zuordnung zu den Personenangaben der Ticketk\u00e4ufer m\u00f6glich\u201c sei.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Renate Hillenbrand-Beck vom Regierungspr\u00e4sidium Darmstadt, der zust\u00e4ndigen Aufsichtsbeh\u00f6rde, schrieb dazu noch am 25. Januar 2005, sechs Tage vor Beginn der Bestellphase: \u201eDie sicherheitsbeh\u00f6rdlich geforderte Erhebung der kompletten Personalausweis- und Passnummern ist mit einem Fragezeichen zu versehen. Hierzu wird der Bundesbeauftragte f\u00fcr den Datenschutz eine Abstimmung mit dem Bundesministerium des Innern herbeif\u00fchren.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Im Fragebogen ist die Personalausweisnummer aber keineswegs mit einem Fragezeichen versehen, sondern mit einem Sternchen f\u00fcr \u201enotwendige Angabe\u201c.<\/p>\n<p>Wer f\u00fcr weitere Personen \u2013 sog. Besucher \u2013 Karten mitbestellte, musste auch f\u00fcr sie s\u00e4mtliche Pflichtdaten samt einer Vollmacht zu deren Weitergabe mitliefern. Wie das gehen sollte, ohne gleichzeitig einem m\u00f6glichen (vielleicht sogar gut gemeinten) Missbrauch Vorschub zu leisten, war bisher nicht herauszufinden.<\/p>\n<h4>Wer erh\u00e4lt die erhobenen Daten?<\/h4>\n<p>Viele der hier geforderten Daten machen f\u00fcr die Ausgabe von Tickets, selbst wenn sie personalisiert sind, keinen Sinn, wohl aber f\u00fcr die Werbewirtschaft und das Marketing der Sponsoren. Die werden sich an den Daten derer g\u00fctlich tun, die das K\u00e4stchen \u201ewerbliche Nutzung\u201c mit einem bejahenden H\u00e4kchen versehen haben. Die M\u00f6glichkeit, der werbenden Nutzung der Daten nicht zuzustimmen, wurde erst in den Fragebogen aufgenommen, nachdem FoeBuD und das schleswig-holstei\u00adnische Datenschutzzentrum protestiert hatten und der Verband der Verbraucherzentralen mit Klage drohte.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Herren \u00fcber die Daten sind die FIFA und der DFB. Das Regierungspr\u00e4sidium Darmstadt schreibt: \u201eDie FIFA ist der eigentliche Hauptveranstalter der WM, aber der Ticketverkauf erfolgt durch den DFB (durch das bei ihm angesiedelte Organisationskomitee). Der DFB ist also der verantwortliche Vertragspartner.\u201c Welche Vertr\u00e4ge \u00fcber Weitergabe der Daten aus der Ticket-Datenbank FIFA und DFB geschlossen haben, ist nicht bekannt. Zugriff auf die Daten d\u00fcrften auf jeden Fall diejenigen Firmen erhalten, die im Auftrag des DFB handeln: das Unternehmen, welches das Ticketing Center betreibt, und die privaten Sicherheitsdienste, die im Auftrag des Organisationskomitees f\u00fcr Ordnung in den Stadien sorgen sollen und u.a. die Einlasskontrollen vornehmen.<\/p>\n<p>Sicher ist auch, dass der DFB die Bestellerdaten mit denen seiner Stadionverbote (und denen der anderen Fu\u00dfballverb\u00e4nde) abgleicht. In den FAQ hei\u00dft es dazu, dass Bestellungen abgelehnt w\u00fcrden, \u201ewenn sie von einer oder f\u00fcr eine Person get\u00e4tigt werden, die von einem nationalen Verband oder einer anderen Beh\u00f6rde vom Besuch von Fu\u00dfballspielen ausgeschlossen wurde oder wenn Bestellungen von Personen get\u00e4tigt werden, von denen bekannt ist, dass sie in der Vergangenheit die sichere Austragung eines Fu\u00dfballspiels gest\u00f6rt haben.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Daten \u00fcber letzteren Personenkreis f\u00fchrt aber vor allem die Polizei, insbesondere in der Datei \u201eGewaltt\u00e4ter Sport\u201c. In den Datenschutzerkl\u00e4rung auf der Ticket-Homepage zur WM hei\u00dft es denn auch: \u201eDer DFB (OK) ist berechtigt, diese Daten an Sicherheitsbeh\u00f6rden zu \u00fcbermitteln, soweit dies im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen erforderlich ist.\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Im Nebelkerzenspiel um die Daten vermutet der FoeBuD daher, dass auch ein Abgleich mit den Daten der Polizei erfolgt. Die Polizei wird auch w\u00e4hrend der WM ihren Datenbestand laufend um Fans erweitern, die ihr bei und im Umfeld der Spiele im Zusammenhang mit Gewaltt\u00e4tigkeiten auffallen. Anzunehmen ist daher, dass sie den Stadionsicherheitsdiensten auch diese neuen Daten weiterliefern wird, um den Zugang registrierter Personen zu weiteren Spielen zu stoppen.<\/p>\n<p>Unklar bleibt, ob und an welche anderen Beh\u00f6rden oder ausl\u00e4ndische staatliche Stellen Daten \u00fcbermittelt werden. Der Pressesprecher des Organisationskomitees, Gerd Graus, erkl\u00e4rte nur<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>: \u201eDaten werden nur an staatliche Organisationen weitergegeben, sofern die gesetzliche Grundlage daf\u00fcr vorhanden ist. Weitergehende Weiterleitungen d\u00fcrfen selbstverst\u00e4ndlich nur mit ausdr\u00fccklicher Zustimmung des Kartenk\u00e4ufers erfolgen.\u201c<\/p>\n<h4>Welche Daten sind auf dem Chip?<\/h4>\n<p>Hartn\u00e4ckig kursiert das Ger\u00fccht, dass auf den Chips wahrscheinlich doch die Personalausweisnummer des Ticket-Eigent\u00fcmers gespeichert wird. Die beteiligten Datenschutzbeh\u00f6rden haben das mittlerweile dementiert. Dass dieses Datum zumindest lange im Gespr\u00e4ch war, belegt eine Aussage von Peter B\u00fcttgen, dem Sprecher des Bundesdatenschutzbeauftragten. Im Januar 2005 sagte er gegen\u00fcber ddp, dass \u201edie letzten vier Ziffern (der Ausweisnummer) auf der Karte &#8230; vollkommen ausreichen\u201c w\u00fcrden.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Auch ohne die Speicherung der Personalausweis- oder Passnummer sind die Angaben des DFB pure Augenwischerei. In seiner Antwort auf die FAQ Nr. 45 behauptet der Verband: \u201eAuf dem Chip werden keine personenbezogenen Daten gespeichert. Lediglich eindeutige Angaben zur Registrierung beim Ticketkauf und die Spielinformationen sind auf dem Chip vorhanden. Der Chip ist der Schl\u00fcssel f\u00fcr den Zugang zum Stadion.\u201c<\/p>\n<p>Die Speicherung von Namen und anderen Angaben aus der Ticketdatenbank auf dem Chip ist gar nicht n\u00f6tig, denn die Kennnummer des Tickets ist nicht nur der \u201eSchl\u00fcssel\u201c zum Stadion, sondern auch der Schl\u00fcssel zu den in der Datenbank gespeicherten weiteren Informationen zur Person, die damit online abrufbar sind. Wenn Letzteres nicht m\u00f6glich w\u00e4re, dann w\u00e4ren auch die zumindest stichprobenartigen \u00dcberpr\u00fcfungen der Personalausweise oder P\u00e4sse bei den Einlasskontrollen nicht durchf\u00fchrbar. Nach Angaben des Regierungspr\u00e4sidiums Darmstadt k\u00f6nnen die Leseger\u00e4te auch so eingestellt werden, \u201edass das vom DFB, bzw. dessen Dienstleister eingesetzte Personal zugleich die Personalien der betreffenden Person lesen und mit dem vorzulegenden Personalausweis abgleichen kann.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<h4>Wie kann der RFID-Chip bei der WM eingesetzt werden?<\/h4>\n<p>Bei den RFID-Chips auf den Tickets handelt es sich um solche mit dem Standard ISO 14443. Aus welcher Entfernung diese Chips gelesen werden k\u00f6nnen, h\u00e4ngt von der Antennenst\u00e4rke ab. Um die Gefahr, ausspioniert zu werden, herunterzuspielen, behaupten auch offizielle Stellen immer wieder, dass die Lese-Entfernung nur 10-15 Zentimeter betrage. Das ist falsch! Bei Chips nach ISO 14443 spricht die Fachliteratur von maximal m\u00f6glichen 1,7 Metern Lese-Entfernung (Stand 2004).<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Das Bundesinstitut f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik hat experimentell herausgefunden, dass der Lesevorgang mit einfachem Funkamateur-Equipment selbst aus einer Entfernung von acht bis zehn Metern abgeh\u00f6rt werden kann.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Ein Mitarbeiter des Chip-Herstellers Philips sagte einer Mitarbeiterin des FoeBuD im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch, man sei erstaunt gewesen, \u201ewas amerikanische Geheimdienste durch das Abschalten von Sicherheitsfeatures aus den Chips herausholen k\u00f6nnten\u201c.<\/p>\n<p>Laut DFB wird der Chip nur bei der Zugangskontrolle eingesetzt: \u201eSobald der Ticketinhaber die Drehsperre passiert hat, wird auf dem Chip der Zutritt registriert. Damit wird gew\u00e4hrleistet, dass auch bei Ausfall des Netzwerkes die sogenannte \u201aAnti-Pass-Back-Funktion\u2018 (Ver\u00admeidung von unberechtigten Doppeleintritten) funktioniert.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Aufgrund der Reichweite des Chips k\u00f6nnen die Daten aber nicht nur ausgelesen werden, wenn das Ticket unmittelbar vor das Leseger\u00e4t gehalten wird, wie das vielfach behauptet wird. Das hei\u00dft jedoch auch, dass das Ticket und sein Chip nicht nur f\u00fcr die Einlasskontrollen taugen, sondern grunds\u00e4tzlich \u00fcberall dort, wo ein Leseger\u00e4t in der erforderlichen N\u00e4he ist. Ob auch an anderen Stellen in den Stadien (z.B. vor jedem einzelnen Block) solche Ger\u00e4te aufgestellt oder sogar die Sicherheitsdienste und Ordner mit mobilen Hand-Leseger\u00e4ten ausgestattet werden, wissen zur Zeit wahrscheinlich nur das WM-Organisationsko\u00admitee oder das Innenministerium. Je mehr Leseger\u00e4te da sind, desto detaillierter werden die Personenprofile. W\u00e4hrend die Zoom-Videoka\u00admeras in den Stadien das Fehlverhalten von Zuschauern nur bildlich dokumentieren k\u00f6nnen, w\u00e4re \u00fcber die Tickets zumindest theoretisch auch die Identifikation der \u00dcbelt\u00e4ter m\u00f6glich.<\/p>\n<h4>Wie wird es nach der WM weitergehen?<\/h4>\n<p>\u201eDie Daten f\u00fcr die Zugangskontrolle werden nach der FIFA Fu\u00dfball Weltmeisterschaft Deutschland <sup>TM<\/sup> (im Oktober 2006) gel\u00f6scht.\u201c Das bekundet der DFB in seinen FAQ (Nr. 49). Damit ist der Spuk aber noch nicht vorbei, denn gleich im n\u00e4chsten Satz hei\u00dft es, dass \u201edie Daten der Bestellung entsprechend den gesetzlichen Aufbewahrungsfristen f\u00fcr solche Papiere gespeichert\u201c bleiben. Das Steuerrecht bewirkt in diesem Fall jahrelange Aufbewahrungsfristen, die allerdings nicht f\u00fcr jene Besteller gelten, die gar keine Tickets erhalten haben. Zumindest diese Daten kann und muss der DFB unmittelbar nach dem Ende des Ticket-Verkaufs l\u00f6schen.<\/p>\n<p>Eine \u201enachhaltige\u201c Wirkung werden aber nicht nur die erhobenen Daten, sondern auch die RFID-\u00dcberwachungstechniken selbst haben. Die WM und der Fu\u00dfball insgesamt setzen damit Ma\u00dfst\u00e4be, die demn\u00e4chst auch auf andere Publikumsveranstaltungen Anwendung finden k\u00f6nnten. Das Organisationskomitee hat angek\u00fcndigt, das Ticketing-System nach der WM an den DFB zu \u00fcbergeben. Peter B\u00fcttgen vom Bundesdatenschutzbeauftragten bezweifelte die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit von RFID-Tickets f\u00fcr normale Bundesligaspiele. \u201eWenn man die Bedeutung des WM-Turniers ber\u00fccksichtigt, d\u00fcrfte die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit wohl gewahrt sein. Bei regul\u00e4ren Bundesligaspielen sollte diese Technik aber nicht angewandt werden.\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>WM-Spiele und damit \u201eRFID-Erstausstattungen\u201c gibt es in insgesamt zw\u00f6lf Stadien. Einige haben das neue Kartensystem bereits vor der WM eingef\u00fchrt, darunter die Arena \u201eAuf Schalke\u201c in Gelsenkirchen, das \u201eGottlieb-Daimler-Stadion\u201c in Stuttgart, das \u201eFritz-Walter-Stadion\u201c in Kaiserslautern sowie das Berliner Olympiastadion, das laut Netzeitung bereits in der Sommersaison 2005 mit den n\u00f6tigen Drehkreuzen und Leseger\u00e4ten ausgestattet wurde. Auf den Zuschauerr\u00e4ngen sollte das Sicherheitspersonal auch mit Handleseger\u00e4ten durch die R\u00e4nge laufen, so Hertha-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Ingo Schiller. Man werde sie aber \u201enur bedingt zur \u00dcberwachung einsetzen\u201c.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> In die sch\u00f6ne neue RFID-Welt steigen aber auch Stadien ein, die wie die Volkswagen-Arena in Wolfsburg nicht an der WM beteiligt sind. Uwe K\u00e4mpfe, Leiter des Ticketing beim VfL Wolfsburg, schw\u00e4rmt laut Netzeitung von \u201evollst\u00e4ndiger Kontrolle vom Verkauf bis ins Stadion.\u201c Der Stadionbetreiber k\u00f6nne genau sehen, wann wer durch welches Drehkreuz gehe. Au\u00dferdem sei geplant, dass Fans mit den RFID-Tickets auch bargeldlos bezahlen k\u00f6nnten, das Geld werde dann einfach vom Konto abgebucht.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Der Chip im Fu\u00dfball-Ticket bleibt ein teurer Werbegag f\u00fcr Total\u00fcberwachung per RFID. Die Eintrittskartenbranche ist da mittlerweile schon ein St\u00fcck weiter. Statt mit RFID-Chips lieb\u00e4ugelt sie mit der Versendung der Eintrittskarte aufs Handy. Bei der Handy-Eintrittskarte ist die \u00dcberwachung allerdings noch ein bisschen totaler.<\/p>\n<p>Mit zum Spa\u00df geh\u00f6rt beim Fu\u00dfballbesuch im Stadion, dass man viele Teile des eigenen Gehirns schlafen schickt und sich von der Begeisterung mitrei\u00dfen l\u00e4sst. Dieser Zustand sollte aber nicht l\u00e4nger als die neunzig Minuten des Spiels plus anschlie\u00dfenden Kneipenbesuch anhalten. Das Gehirn des Fu\u00dfballfans sollte das Drumherum mitbekommen, und nach Einleiten des notwendigen Erkenntnisprozesses sollte m\u00fcndiges Handeln folgen. Keinen Fu\u00dfbreit dem Fu\u00dfballismus!<\/p>\n<h6><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> http:\/\/fifaworldcup.yahoo.com\/06\/de\/tickets\/faq.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Pressemitteilung des RP Darmstadt v. 25.1.2005, Az.: II21.4-3v 04\/03 \u2013 017\/05<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Heise-News v. 18.2.2005<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> FAQ Nr. 19, http:\/\/fifaworldcup.yahoo.com\/06\/de\/tickets\/faq.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> http:\/\/fifaworldcup.yahoo.com\/06\/de\/tickets\/dpr.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> silicon.de v. 10.5.2004, www01.silicon.de\/cpo\/_cfg\/print.php?nr=14566<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Rheinische Post v. 25.1.2005<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vortrag bei der Euroforum-Konferenz am Flughafen Frankfurt\/M., 22.-24.11.2004<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Finkenzeller, K.: RFID-Handbuch, 3. Aufl., M\u00fcnchen 2002<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> www.bsi.bund.de\/fachthem\/rfid\/RIKCHA.pdf, vgl. c\u2019t 2004, H. 25, S. 48<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> http:\/\/fifaworldcup.yahoo.com\/06\/de\/tickets\/dpr.html<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Rheinische Post v. 25.1.2005<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Netzeitung v. 21.1.2005<\/h6>\n<h6><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> ebd.<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von padeluun, FoeBuD e.V. 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